Beiträge von waldi

    Waldi, ganz ehrlich, kannst Du Dir das alles merken? Auch die Namen ( und ihre korrekte Schreibweise)?

    Leider nicht, liebe Elke! Aber ein bisschen davon bleibt schon hängen.

    Die folgenden Sätze relativieren auch Helgas 5%!


    Wenn ich nach einer solchen Reise daheim meine Bilder betrachte und anfange zu erforschen was meine Bilder überhaupt zeigen, dann wundere ich mich sehr oft über die Ergebnisse. Einige Punkte habe ich mir vorher schon ausgesucht, aber das meiste wird spontan geknipst und später recherchiert.

    Ich kannte z.B. nicht die Route der Grachtenrundfahrt. Da hielt ich einfach drauf wenns interessant aussah.


    Ein prägnantes Beispiel ist die Walter Süskindbrug. Die sieht nicht viel anders aus wie die meisten anderen Brücken in Amsterdam auch. Ihre Geschichte und der Bezug zu Judenverfolgung und Auschwitz haben mich sehr überrascht und nachdenklich gemacht. Das bleibt garantiert noch einige Zeit im Gedächtnis!


    Auch die Nachforschungen in Dutch haben mich ein bisschen mit der Sprache vertraut gemacht. Bei manchen einfachen Texten brauche ich keinen Übersetzer mehr. Es kommt mir fast wie ein deutscher Dialekt vor. Das betrifft aber nur die Schrift. Eine Unterhaltung verstehe ich wahrscheinliuch nicht und kann keine führen.


    Diese "Nachlese" bei der Aufbereitung meiner Reiseberichte lässt mich die Tage noch mal durchleben. Ich mache das hauptsächlich für mich! Es vertieft meine Eindrücke. Da sehe ich das Forum als Ersatz für das frühere Erzählen auf der Bank unter der Linde. :wink:

    Wenns dann gefällt und jemand sich die Mühe macht auch den Text dazu zu lesen und Antworten kommen, dann freut mich das riesig.


    Ich bin auch noch nicht ganz am Ende meiner Hollandreise angekommen. Auch zu Amsterdam kommt noch ein Anhang. Aber...

    "Gut Ding will Weile haben, und vortreffliche Sachen werden ohne große Mühe und Arbeit nicht erworben" schrieb Grimmelshausen schon 1669 in seinem Simplicissimus.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Amsterdam Teil 2

    ...den Weg zum Amstelhotel mit der Metro vorzunehmen. Das waren nur 3 Stationen, aber warm und windstill.

    Warum Amstelhotel? Was ist daran so interessant, dass ich unbedingt da hin will?

    Natürlich hängt das mit Kaiserin Elisabeth von Österreich zusammen! Darauf komme ich gleich zurück.


    Das 1867 als erstes Amsterdamer "Grand Hôtel" eröffnete Amstelhotel befindet sich südöstlich des Grachtengürtels am Professor Tulpplein 1 direkt am Ufer der Amstel. Wenn der Grachtenrundfahrtdampfer nicht vor den Amstelschleusen abgebogen wäre, dann hätten wir danach die Hoge Sluis passiert.


    Nach der Realisierung der vierten Erklärung von Amsterdam wurde 1662 eine 220 Meter lange Brücke über die Amstel gebaut, die die Stadtmauer auf beiden Seiten des Flusses verbinden sollte. Die Brücke hatte die gleiche Höhe wie die Stadtmauer, etwa sechs Meter, und wurde daher bald "Hoge Sluis" genannt. Die Brücke bestand ursprünglich aus 35 Steinbögen, von denen sich 11 über dem Fluss befanden. Das Foto wurde vor 1882 aufgenommen.


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    Die alte Brücke wurde 1882 abgerissen und eine neue monumentale Brücke auf den Backsteinpfeilern aus dem 17. Jahrhundert errichtet, die vom Architekten Willem Springer nach dem Vorbild der Pariser Brücke Pont Neuf über die Seine entworfen wurden. Diese neue Brücke wurde auch eine Klappbrücke mit Doppelklappen. Die Brücke sah um 1890 so aus.


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    In dieser Form hat sie auch Kaiserin Elisabeth überschritten.

    Weil sich bei warmem Wetter das Material der Brückendecke ausdehnte kam es vor dass die Brücke nach einer Öffnung nicht meht richtig geschlossen werden konnte. Deshalb musste die Oberfläche der Klappen im Sommer gekühlt werden. 2007 wurde sogar eine Sprühanlage installiert. Auch das funktionierte nicht gut.


    2009 begann der Abriss der alten Brücke, wobei die monumentalen Natursteinteile zunächst abgebaut und eingelagert wurden. Die alten Pfeiler waren in schlechtem Zustand, wurden abgerissen und durch neue Betonsäulen auf einem neuen tiefen Fundament ersetzt. Die alte Steinverkleidung wurde dann wieder angebracht, wobei das frühere Aussehen wiederhergestellt wurde. Am 15. Juli 2012 wurde die 350 Jahre alte Brücke festlich wieder für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtkosten der Renovierung betrugen letztendlich 27 Millionen Euro. Seit 2016 wird die Brücke ferngesteuert.


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    Über die Hoge Sluis führt die Sarphatistraat.


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    (Blick auf die Torontobrug)


    Die Sarphatistraat wurde 1870 nach dem Arzt Samuel Sarphati (1813-1866) benannt, der einen großen Einfluss auf die Expansion und Verschönerung Amsterdams hatte. Er trug zur Schaffung des Volksvlijt-Palastes am Frederiksplein (existiert nicht mehr, ist aber auf dem Bild von 1890 zu sehen) und des Amstel-Hotels am Professor Tulpplein bei.


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    Zu den bekanntesten Gästen des Hotels zählten Queen Elizabeth II., Henry Kissinger, Audrey Hepburn, Steven Spielberg, Rihanna, The Rolling Stones, U2 und Robbie Williams. Das Amstelhotel ist heute ein Fünf-Sterne-Hotel mit 55 Zimmern und 24 Suites. Es verfügt über ein Schwimmbad, einen Fitnessraum, eine Bar, eine Brasserie sowie das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant La Rive. Mich interessierte dieses Hotel weil dort der Masseur Johann Georg Mezger seit 1870 seine Behandlungsräume hatte. Die Kaiserin war bei ihren Besuchen in Amsterdam 1884 und 1885 im Hotel Doelen abgestiegen und spazierte täglich zu Mezger um sich behandeln zu lassen.

    Das Amstelhotel war ursprünglich als Haus mit drei Flügeln mit Hauptfront zur Sarphatistraat geplant, aber es wurde nur ein Flügel fertiggestellt.


    Wir fuhren mit der Metro wieder zurück zum Bahnhof und spazierten kurz durch die Gassen dort. Weil ich unbedingt noch zum Hotel Doelen wollte und meine Gattin schon genug hustete suchten wir uns ein Lokal aus wo man Pannenkoeken kriegt. Dort ließ ich sie erst mal allein und spurtete durch die Binnenstad in Richtung Hotel Doelen.


    Im "spiritistischen Herzen von (Amsterdams) Chinatown", dem Zeedijk, den die chinesischen Bewohner "Sin Tak Tai" nennen, kam ich am buddhistischen

    "Tempel Fo Guang Shan He Hua", kurz He-Hua-Tempel (Tempel der Lotusblume) vorbei der im Jahre 2000 eröffnet wurde. Dies ist der größte Tempel in Europa, der im traditionellen chinesischen Palaststil erbaut wurde.


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    De Waag ist ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert am Nieuwmarkt.


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    Eine Tafel weißt auf die Entstehung hin: "Am 28. April 1488 wurde der erste Ziegel dieses Tors gelegt." Das Gebäude war ursprünglich ein Stadttor, der Sint Antoniespoort, und war in die Stadtmauer von Amsterdam integriert. Der heutige Nieuwmarkt entstand 1614 durch die Auffüllung des Stadtkanals zu beiden Seiten des Sint Antoniespoort. Der Sint Anthoniesmarkt fand einmal pro Woche auf dem Platz statt. Es wurde bald ein täglicher Markt, weil die Seeleute jeden Tag neuen Handel über den nahe gelegenen Hafen einbrachten.

    Das Stadttor erhielt im 17. Jahrhundert eine neue Funktion. Der Sint Antoniespoort wurde 1617-1618 umgebaut. Die neue Stadtwaage (De Waag) musste die Waag am Damm entlasten, die inzwischen zu klein geworden war. De Waag in Amsterdam war zum Wiegen schwerer Waren wie Tabakballen, Schiffsanker und Kanonen gedacht. Die Kombination aus Waagenhaus und Marktplatz war der Grund dafür, dass sich der 1755 als allgemeiner Markt anerkannte Nieuwmarkt zu einem besonders geschäftigen Teil Amsterdams entwickelte. In den oberen Stockwerken der Waag waren einige Gilden untergebracht, nämlich die von Schmieden, Malern, Maurern und Chirurgen. Jede Gilde hatte ihren eigenen Eingang: die Tore rund um das Gebäude. Die Embleme der Gilden sind noch über den Toren zu sehen. Rembrandt malte in dem Saal der Chirurgen sein berühmtes Gemälde "Die Anatomiestunde von Dr. Nicolaes Tulp".


    In den Jahren 1690-1691 nahm De Waag seine heutige Form durch den Bau eines großen kuppelförmigen Raums an, der von einem mittleren Turm gekrönt wurde. Das wertvolle Interieur stammt noch aus dieser Zeit. Seit 1819 wird die Waage nicht mehr genutzt. 1827 gab es Pläne, die Waag abzureißen, um Platz für die Errichtung einer großen römisch-katholischen Kathedrale für die Diözese Amsterdam zu schaffen, welche aber verworfen wurden. Im 19. Jahrhundert diente das Gebäude nacheinander als Stadtarbeitsraum, Schreinerei, Werkstatt für Stadtölbeleuchtung, Feuerwache und Gemeindearchiv. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde vor dem Gebäude die Todesstrafe vollstreckt und körperliche Bestrafung durchgeführt. Es gab sogar eine Guillotine.

    Später diente das Gebäude als Ausstellungsräumlichkeit für diverse Museen. Inzwischen sind Waagen, Zünfte und Museumsgegenstände verschwunden und ein Restaurant ist eingezogen.


    Die Aluminiumbrug (Aluminiumbrücke) ist eine Zugbrücke die den Kloveniersburgwal überspannt und so die Nieuwe Doelenstraat mit der Staalstraat verbindet.


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    Ihren Namen bekam sie weil sie 1956 die erste Klappbrücke mit einem beweglichen Teil aus Aluminuim in den Niederlanden war.

    Schon in den Stadtplänen von 1599 erscheint hier eine Holzbrücke mit beweglichem Mittelteil. Die moderne Geschichte der damaligen Dwingerbrug (Zwingerbrücke) beginnt im September 1875 als man den hölzernen beweglichen Teil der Holzbrücke erneuerte. Diese Brücke für 8888 Gulden hielt nicht lange. Eine neue Ausschreibung folgte im Dezember 1896. Eine neue Brücke musste gebaut werden, eine eiserne Klappbrücke. 1955 musste die Brücke wieder erneuert werden. Die Verbreiterung erfolgte von 7,40 auf 8,60 Meter, und es wurde außerdem geschätzt, dass das Brückendeck durch den Einsatz von Aluminium von 13,5 Tonnen kaum schwerer als vorher (13 Tonnen) war, aber fünfmal stärker. Die Zugbrücke hat aber weiterhin Stahlhebeketten und Stahlbrückentore.


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    Am westlichen Zugang zur Brücke stand Swych Utrecht, ein Stadtturm. Er wurde 1482 zur gleichen Zeit wie die Stadtmauer im Auftrag von Kaiser Maximilian von Österreich (HRR) erbaut. Der Name des Turms (Schweig Utrecht) bezieht sich auf den Hauptzweck des Turms und der gesamten Stadtmauer: die Verteidigung der Stadt gegen mögliche Angriffe von Truppen der Bischöfe von Utrecht. Zum Turm kamen die "Clovereniers Doelen" dazu, der Namensgeber der Nieuwe Doelenstraat und des späteren Hotels. Als Doelen wurde ein Übungsplatz oder Schießstand bezeichnet. Hier übte ein Teil der Miliz, der Kloveniers genannt wurde, nach der Schusswaffe, die die Soldaten benutzten, dem Vorgänger einer Muskete. Im Bürgersaal des Gebäudes hing bis etwa 1715 ein weltberühmtes Gemälde mit Kloveniers, Rembrandts Nachtwache.


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    Zwischen 1635 und 1637 wohnte Rembrandt van Rijn mit seiner Frau Saskia van Uylenburgh in der Nieuwe Doelenstraat.

    Der Doelenkomplex wurde 1815 zu einem damals sehr bekannten Hotel mit dem Namen "Brack's Doelen Hotel" umfunktioniert.


    1883 wurde das Hotel abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, das Doelen Hotel.


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    Schon kurz nach der Eröffnung 1883 hatte sich Kaiserin Elisabeth von Österreich bei ihren Besuchen in Amsterdam hier niedergelassen.

    Die Ausflugsboote von Amsterdam, heute eine der größten Touristenattraktionen, haben ihren Ursprung im Doelen Hotel. Das erste Ausflugsboot der Stadt, De Tourist, startete 1909 von diesem Hotel aus. Die Beatles übernachteten am 5. und 6. Juni 1964 im Hotel Doelen.

    Das Hotel wurde 1997 von Krasnapolsky gekauft. Als die Krasnapolsky-Gruppe im Jahr 2000 von der spanischen Hotelkette NH Hotels aufgekauft wurde, wurde es unter dem Namen NH Doelen Teil dieser Gruppe. 2016 wurde das Hotel komplett renoviert und unter dem Namen "NH Collection Doelen" wiedereröffnet.

    Das NH Collection Doelen ist ein Fünf-Sterne-Hotel an der Binnen-Amstel am südlichen Ende des Kloveniersburgwal. Es rühmt sich damit das das älteste und berühmteste Hotel in ganz Amsterdam zu sein.


    Die Kloveniers, die das Zifferblatt der Uhr auf dem Turm flankieren, verweisen auf den früheren Doelen.


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    An seiner Schmalfront zeigt eine Tafel den Swych Utrecht der hier früher stand..


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    Am Ende der Nieuwe Doelenstraat konnte ich den Munttoren (Münzturm), auch bekannt als De Munt fotografieren. Er heißt offiziell Regulierstoren und war früher Teil des Regulierspoort. Dieses Stadttor war eines der drei Haupttore der mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Amsterdam. Das Tor wurde nach dem Reguliersklooster (1394-1532) benannt. Dieses Kloster stand auf der Höhe der späteren Keizersgracht vor dem Regulierspoort.


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    Der Turm steht auf dem Muntplein (Münzplatz), der bis 1877 Schapenplein und von 1877 bis 1917 Sophiaplein (nach Königin Sophie) hieß.

    Die Bezeichnung Münzturm bezieht sich auf die Tatsache, dass im 17. Jahrhundert im angrenzenden Wachhaus Münzen geprägt wurden. Der Turm erhielt seinen Spitznamen im Katastrophenjahr 1672, als Amsterdam vorübergehend das Recht auf Münzprägung erhielt, weil französische Truppen große Teile des Landes besetzt hatten und es nicht möglich war, Silber und Gold aus den Münzstädten Dordrecht und Enkhuizen zu holen.

    Der zwischen 1480 und 1487 erbaute Regulierspoort bestand aus zwei Türmen und einem Wachhaus. Nachdem das Tor 1618 in Flammen aufgegangen war, wurde nur der Westturm wieder aufgebaut. Der stumpfe Turm erhielt 1619-1620 eine Uhr mit vier Zifferblättern und 1668 ein Glockenspiel, einen achteckigen Aufbau und eine dekorative offene Laterne. Jeden Samstagnachmittag um 14 Uhr gibt der Stadtglockenspieler Gideon Bodden ein Konzert auf diesem Glockenspiel.


    Im Auftrag der Regenten der Binnen- en Buitengasthuis wurde 1881 für den Binnengasthuis-Komplex das Gebäude

    "Modellapotheke und Labor für Gesundheitsstudien" errichtet.


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    Über dem Eingang sehen wir ein Wappen mit Attributen der Medizin im Lorbeerkranz.


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    Der Doelenzaal ist ein Theatersaal am Kloveniersburgwal 87-89.


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    Das Gebäude wurde 1883 im Auftrag der 1854 gegründeten „Maatschappij voor den Werkenden Stand“ gebaut, die sich zum Ziel gesetzt hat, die moralischen und materiellen Interessen des Arbeitsstandes zu fördern. Die Gesellschaft engagierte sich auch für die Einrichtung von Handwerksschulen.

    Über dem Namen an der Fassade sind drei Skulpturen zu sehen, den Tischler, den Maurer und den Schmied.


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    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude für viele Zwecke genutzt, bis es in den 1970er Jahren oft leer stand. 1985 wurde De Doelenzaal in ein Theater mit Büro- und Proberäumen umgewandelt. Es wurde die Heimatbasis für das Internationale Tanztheater.


    Die Zuiderkerk ist die erste Kirche in Amsterdam, die für den protestantischen Gottesdienst entworfen und 1614 fertiggestellt wurde. Die Zuiderkerk blieb bis 1929 im Gebrauch für Gottesdienste. In den sechziger Jahren fanden regelmäßig Präsentationen mit Modellen über die Pläne für die Zukunft von Amsterdam in der Kirche statt. Das Gebäude wurde um 1970 geschlossen, weil es zu baufällig war, und dann zwischen 1976 und 1979 restauriert. 1979 wurde ein kirchliches Informationszentrum darin eröffnet. Von 1992 bis 2010 fungierte das Kirchengebäude wieder als Informationszentrum für die Raumplanungsabteilung der Stadt Amsterdam. Aufgrund von Budgetkürzungen musste das Informationszentrum am 7. November 2010 schließen.


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    Im Turm ist ein Carillon aus dem Jahr 1656 untergebracht. Es ist jede Woche am Dienstagnachmittag um 14.30 Uhr und am Samstag um 19.00 Uhr für eine halbe Stunde zu hören.


    Ich kam zurück zum Damrak, einer Straße und einem Gewässer zwischen dem Damm und dem Hauptbahnhof.


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    Die Südseite wird von der Beurs van Berlage gekennzeichnet.


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    Das ist ein nationales Denkmal an Damrak und Beursplein das von Hendrik Petrus Berlage entworfen wurde. Die Börse wurde in den Jahren 1898-1903 gebaut. Doch bereits 1912 verließ die Börse das neu errichtete Gebäude in Beursplein 5 wieder. Der Hauptgrund dafür war das schnelle Wachstum des Wertpapierhandels und der dafür fehlende Platz. 1987 verließ der Optionshandel, und 1998 der Agrar-Terminmarkt das Beurs van Berlage. Am 2. Februar 2002 erlebte das Beurs van Berlage seinen vorläufigen Höhepunkt als "Palazzo Pubblico": Die Stadt Amsterdam bestimmte die Große Halle - mit Zustimmung des zukünftigen Paares - als Ort für die standesamtliche Trauung von Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima, dem heutigen Königspaar.


    Das Gebäude wird derzeit als Zentrum für Ausstellungen, Kongresse und andere Versammlungen genutzt.


    Häuserzeile am Damrak mit nicht immer ganz senkrechten Linien.


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    Ich gesellte mich wieder zu meiner Gattin und stärkte mich auch mit einem Pfannkuchen bevor wir – etwas verärgert über das grausige Wetter - mit dem Bus die Heimfahrt antraten.


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    Es hätte noch einige lohnenswerte Ziele in Amsterdam gegeben, das Rijksmuseum, das Anne Frank Haus, die Oude Kerk, viele Brücken, usw.

    Naja, vielleicht gibt es ein nächstes Mal.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Amsterdam Teil 1


    Wir hatten uns einen Mittwoch für den Besuch von Amsterdam reserviert. Weil die Parkplätze in dieser Stadt rar und teuer sind holten wir uns im Büro vom Marinapark in Volendam eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel im Waterland mit Amsterdam für 19,50€. Damit kann man alle Bus-, Tram- und U-bahnlinien in diesem Bereich nutzen.

    Vom Marinapark fuhr alle halbe Stunde ein Bus zum Zentrum von Amsterdam, der Centraal Station oder Hauptbahnhof. Das geht recht flott weil der Bus eine eigene Spur mit intelligenter Ampelschaltung zu alleiniger Verfügung hat. So erreichten wir nach einer knappen halben Stunde Amsterdam.


    An der Nordseite des Bahnhofs befindet sich die Busstation. Im Jahr 2003 wurde mit dem Bau eines überdachten Busbahnhofs am IJ begonnen. Dieser ersetzte die fünf alten Haltestellen, die zwischen 2009 und 2018 auf der Stationsinsel verteilt waren. Die Busstation wurde 2009 teilweise in Betrieb genommen, zunächst für den Regionalverkehr. Nachdem die gesamte und die umliegende Infrastruktur fertiggestellt waren, halten hier ab Juli 2018 alle Busse.


    Ein Plan vom Hauptbahnhof.


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    Mein erster Blick fiel auf oder über das IJ, ursprünglich ein Meeresarm der Zuiderzee der teilweise eingepoldert und durch einen Damm von der Zuiderzee abgetrennt wurde.


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    Am anderen Ufer in Noord-Amsterdam sehen wir ein futuristisches Gebäude und ein Hochhaus auf welche ich während der Grachtenrundfahrt zurückkommen werde.


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    Im Vordergrund sieht man im oberen Bild die Fähren die unterhalb des Busbahnhofs anlegen und teilweise kostenlos Fahrgäste nach Noord-Amsterdam übersetzen.


    Wir wollten aber erst mal in der Stadt einen Spaziergang machen.

    Dazu durchquerten wir den Bahnhof von Amsterdam und landeten auf dem Bahnhofsplatz, dem Stationsplein.


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    Amsterdam Centraal wurde auf drei künstlichen Inseln gebaut und er steht wegen des sandigen, feuchten Untergrundes auf 8687 Holzpfählen. Er wurde zwischen 1881 und 1889 nach einem Entwurf von den Architekten P.J.H. Cuypers und A.L. van Gendt erbaut. Am 15. Oktober 1889 wurde der Bahnhof eröffnet.

    Das Gebäude besteht aus rotem Backstein mit Dekorationen aus Naturstein und ist im Stil der Neorenaissance gehalten. Der etwas vorspringende Haupteingang wurde von Cuypers bewusst als Stadttor mit zwei Türmen entworfen, wodurch die Reisenden den Eindruck bekommen, durch ein Tor die Stadt zu betreten.


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    Die Verzierungen der Türme zeigen Szenen vom damaligen Handel, der Industrie und der Schifffahrt. Der östliche Turm (rechts) ist mit einer Uhr, und der westliche mit einer Windrichtungsanzeige versehen.


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    Der Giebel zeigt das Reichswappen zwischen zwei Löwen. Darunter befinden sich vierzehn Wappen von Städten, unter anderem von Berlin, Sankt Petersburg und Paris, die zur Zeit des Bahnhofsbaus mit einer Bahnverbindung erreicht werden konnten.

    An der östlichen Seite (am rechten Rand des folgenden Bildes) befindet sich der "Koningspaviljoen" (Königlicher Pavillon) mit einem Fürstenzimmer mit Dekorationen von Georg Sturm.


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    Durch ein breites Tor konnten die hohen Fahrgäste mit einer Kutsche in das Innere fahren. Der Platz kann heute für ein Auto genutzt werden.

    Ab 1904 wurde der Platz vor dem Hauptbahnhof (Stationsplein) zum wichtigsten Knotenpunkt für Straßenbahnen und Metro.


    Gegenüber dem Hauptbahnhof liegt das 1911 gegründete Smits Koffiehuis.


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    Das Noord-Hollands Koffiehuis wurde 1911 auf dem Amsterdamer Bahnhof Stationsplein nach einem Entwurf des Architekten J.H.W. Leliman gebaut. Am 29. April 1912 wurde es vom damaligen Bürgermeister von Amsterdam eröffnet. Vom Kaffeehaus aus fuhr ein Boot zur Straßenbahnhaltestelle auf der anderen Seite des IJ, um sich mit der Waterland-Straßenbahn zu verbinden. Das Kaffeehaus und nicht die Straßenbahnhaltestelle in Noord war der Ausgangspunkt der Reise nach Purmerend oder Volendam. Seit der Übernahme der Linien durch die NZHVM wird der offizielle Name Tramboat Station verwendet.

    Ab dem 1. Dezember 1932 wurde der Betrieb vom Noord-Zuid-Hollandsche Stoomtramweg-Maatschappij übernommen - seitdem hieß das Gebäude Noord-Zuid Hollandsch Koffiehuis. Aber es wurde oft einfach als The Coffee House bezeichnet.

    Das im späten Jugendstil erbaute Kaffeehaus musste 1972 dem U-Bahn-Bau Platz machen. Es wurde komplett abgetragen. Die nummerierten Gebäudeteile wurden eingelagert. Es wurde 1980 wieder aufgebaut, wenn auch an einem etwas anderen Ort.

    Im gleichen Stil wurde auch eine Erweiterung für das Informations- und Ticketverkaufsbüro des Transportunternehmens GVB realisiert. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude auch das Tourismusbüro, und Lovers Canal Cruises hat hier auch einen Pier für seine Ausflugsboote.

    Smits Koffiehuis war von 1919 bis 2014 fast ein Jahrhundert lang in dem Gebäude untergebracht.

    2016 wurde im ehemaligen Smits Koffiehuis eine Filiale von Loetje, einer holländischen Restaurantkette, das "Loetje Centraal", eröffnet.


    Über den Hafen erhebt sich die Basiliek van de Heilige Nicolaas. Der Baubeginn war 1884 und am 7. Februar 1887 wurde sie feierlich eingeweiht.


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    2012 wurde sie zur Basilica minor erhoben.


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    Der Sturm ließ uns frieren und mir zitterten die Hände beim Fotografieren. Außerdem begann es mal wieder zu regnen. Kein guter Zeitpunkt für einen Spaziergang. Deshalb entschlossen wir uns zu einer Grachtenrundfahrt.


    Alles beginnt in Amsterdam an der Centraal Station – auch die Rundfahrten.


    Wir entschieden uns für die Ludwig van Beethoven weil wir da gleich einsteigen konnten und vor Wind und Regen geschützt waren.


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    Das Grachtennetz in Amsterdam ist ein Touristenmagnet und ein Wahrzeichen der Stadt. Der Grachtengürtel besteht aus drei Hauptgrachten, der Heren-, Keizers- und Prinsengracht, die wie halbe konzentrische Kreise um die Centraal Station angeordnet sind und gemeinsam mit dem mittelalterlichen Festungsgraben Singel, der bis Ende des 16. Jahrhunderts die Stadt im Westen begrenzte, den Kern des alten Amsterdam, die heutige Innenstadt (Binnenstad) umschließen.

    Die Hauptgrachten werden durch zahlreiche Quergrachten verbunden, insgesamt sollen es angeblich rund 160 sein,

    Nach Hamburg (2500) und Wien (1716) ist Amsterdam die Stadt mit den meisten Brücken in Europa. Rund 1.300 Brücken zählte man 2016 in der Stadt.


    Im Dampfer suchten wir uns einen Platz, stöpselten unseren Audioguide ein und wählten eine der zehn angebotenen Sprachen.


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    Leider konnte ich jetzt nur durch die verschmutzten und verkratzten Kunststoffscheiben fotografieren.

    Das verursachte Schleier und Spiegelungen, aber die Schiebefenster aufzumachen traute ich mich nicht.


    Die Nieuwe Brug befindet sich im Verlauf der Prins Hendrikkade und überquert das Wasser das den Damrak mit der Open Havenfront verbindet.


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    Das DoubleTree by Hilton Hotel Amsterdam Centraal Station auf Oosterdijkeiland.


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    Das Sea Palace nennt sich das erste schwimmende Restaurant in Europa. Ich habe da meine Zweifel. Seit 1984 bietet es chinesische Spezialitäten an.


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    Das NEMO Science Center führt anschaulich und mit vielen Experimenten in die Welt der Physik, Biologie, Chemie und Technik.

    Die Architektur des NEMO Science Centers hat etwas Spektakuläres. Wie ein riesiges Schiff liegt das Gebäude im Hafen von Amsterdam.


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    Entworfen hat das Gebäude der italienische Architekt Renzo Piano, der auch das Centre Pompidou in Paris gebaut hat. 1997 wurde das Gebäude direkt auf dem Fundament des IJtunnels erbaut und bildet seitdem auch den Tunneleingang, das bedeutet, die Autos fahren direkt unter dem Museum hindurch.

    Den wohl schönsten Blick vom NEMO aus hat man vom schrägen Dach des Gebäudes. Von dort aus kann man die gesamte Stadt überblicken. Außerhalb der holländischen Schulferien und einiger Feiertage - wenn besonders viele Besucher im Museum sind - darf man die Dachterrasse kostenlos betreten. Die Amsterdamer veranstalten deshalb gern auf dem Dach des NEMO ein Picknick. Es ist ausdrücklich erlaubt, sich selbst etwas zu essen auf die Terrasse mitzubringen.

    NEMO ist die Abkürzung für "New Metropolis". Der Name erinnert an den berühmten Film von Fritz Lang, der bereits in den 1920er Jahren eine beeindruckende Zukunftswelt zeigte. Bis zum Jahr 2000 hieß NEMO noch offiziell "New Metropolis", danach wurde es in NEMO umbenannt.


    Wir fuhren durch die Kikkerbilssluis.


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    Die Hebebrücke hat ihren Namen von "de Kikkerbil", dem Namen eines benachbarten Holzhändlers aus dem 17. Jahrhundert.


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    Sie trennt die Oude Schans vom Oosterdok.


    Der Montelbaanstoren ist ein historischer Turm in Amsterdam.


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    Der Name entstand, weil der Herzog von Alva (Alba) eine Burg in der Nähe dieses Turms bauen und dieser Burg den Namen Monte Albano geben wollte. Der Turm hieß damals "Monte-Albaens-Tooren" und im Volksmund wurde er zu einem Montelbaan-Turm.

    Er wurde 1516 an der Oude Schans, die auch Montelbaansgracht genannt wird, erbaut und erfüllte im 16. Jahrhundert als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer zunächst die Funktion eines Wartturms über die Hafenanlagen und das Gewerbeviertel Lastage, nachdem dieses mehrmals von den Geldernschen in Brand gesetzt wurde.

    Ab dem Jahr 1606 wurde der Turm für seine ursprüngliche Aufgabe nicht mehr genutzt und erhielt eine vom Architekten Hendrick de Keyser entworfene Holzspitze inklusive einer Uhr mit Schlagwerk. Seitdem misst der Turm eine Höhe von 48 Metern. Der Turm trägt den Spitznamen Malle Jaap (Dummer Jaap), weil die Glocken des Turms zu unregelmäßigen Zeiten spontan zu läuten begannen.

    Da der Turm von 1878 bis 2006 der Stadtbehörde zur Wasserstandsregulierung in den Grachten unterstand, war er nicht öffentlich zugänglich. Danach wurde er gründlich renoviert. Von Sommer 2010 bis 2013 wurde es für einen geringen Betrag an die Secret Garden Foundation vermietet, einer Interessengruppe, die sich für schwule, bisexuelle und transgender Muslime einsetzt. Seit 2014 befindet sich das Büro von Private Boat Tours im Turm.


    Links sehen wir die Peperbrug die den Ripenburgwal überspannt.


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    1860 wurde die damalige hölzerne Zugbrücke durch eine eiserne Zugbrücke ersetzt welche 1929 erneuert wurde. Seitdem wurde an der Technik nichts mehr verändert. Nur der Straßenbelag wurde immer wieder erneuert.


    Eines der vielen Hausboote an den Kaimauern der Kanäle.


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    De Sint Antoniessluishoogwaterkering, die St. Antonius-Hochwasserschutzschleuse trennt die Oude Schans vom Zwanenburgwal.

    Daneben steht das Goslerhuisje.


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    Das freistehende Gebäude ist die einzige verbliebene Rest der Joden Houttuinen-Straße, deren Gebäude Ende der 1960er Jahre abgerissen wurden, bevor das Maupoleum 1971 gebaut werden konnte. Das moderne Maupoleum galt als das hässlichste Gebäude Amsterdams und wurde deshalb 1994 wieder angerissen.

    Das etwas schief stehende Häuschen soll 1695 gebaut wurden sein. Es war die Wohnung des Schleusen- bzw. Brückenwärters. Den Namen erhielt das Häuschen von seinem letzten Besitzer Abraham Gosler der 1942 in Auschwitz starb. Nachdem der Großteil der Familie getötet worden war stand das Gebäude jahrelang leer. 1979 hat man es renoviert. Es wurde von einer Immobilienfirma aufgekauft und beherbergt seit 2013 ein Café mit einer Terrasse namens „De Sluyswacht“.


    1639 erwarb Rembrandt van Rijn das gegenüberliegende Haus mit den roten Fensterläden. Dieses Gebäude dient heute als Museum für seine Radierungen und trägt seinen Namen: "Rembrandt-Haus". Leider habe ich das auf keinem meiner Fotos.


    Das neue Rathaus von Amsterdam zwischen Waterlooplein, Amstel und Zwanenburgwal auf der im 16. Jahrhundert erbauten Halbinsel Vlooienburg, wurde 1986 eröffnet.


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    1979 wurde beschlossen, den Bau der Oper mit dem Bau des neuen Rathauses zu verbinden.


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    "Stopera" ist der Spitzname des Amsterdamer Komplexes aus Rathaus und Oper (Stadhuis en Opera).

    Andere sehen den Ursprung im Protest gegen den Bau des Komplexes mit dem Slogan "Stop de Opera".


    Wir fuhren unter der Blauwbrug durch deren Konturen man neben unserem Kapitän erkennen kann.


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    Die Walter Süskindbrug überspannt die Nieuwe Herengracht, ein Kanal der von der Amstel abzweigt.


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    Walter Süskind wurde 1906 in Lüdenscheid geboren, emigrierte 1938 mit seiner Familie nach Amsterdam. 1941 wurde in Amsterdam der Joodsche Raad (Jüdischer Rat) von deutschen Behörden gebildet, der ab 1942 die Deportation der Juden aus der Stadt in die deutschen Vernichtungslager gezwungenermaßen organisierte. Süskind wurde für den Jüdischen Rat tätig und wurde von der NS-Kommandantur beauftragt, die Deportationen zu koordinieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit versuchte Süskind, anderen Juden zu helfen, indem er Papiere fälschte, sich beim Erstellen der Quote "verzählte" und Juden gelbe Armbinden verschaffte, wodurch sich deren Deportation als vermeintliche Mitglieder des Jüdischen Rats zumindest herauszögern ließ. Er versuchte, Kleinkinder zu retten, indem er sie mit Rucksäcken, in Wäschekörben und Einkaufstaschen versteckt wegschaffen ließ und mittels einer Untergrundorganisation versteckte. Für den Zählappell gab er den Eltern Strohpuppen, die heimlich hergestellt wurden. Etwa 1000 Kleinkinder sollen so gerettet worden sein.

    Am 4. September 1944 wurde Süskind mit seiner Frau und seiner Tochter über das NS-Lager Theresienstadt als Zwischenstation in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Frau und seine Tochter wurden dort kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet. Walter Süskinds Todesumstände sind ungeklärt – er starb im KZ Auschwitz oder auf einem Todesmarsch; nach den Erinnerungen von Henriette Brandel starb er kurz nach der Befreiung in Bergen-Belsen.


    1972 brachte man an der Brücke eine Bronzetafel an:

    WALTER SÜSKIND

    * LÜDENSCHEID 29 OCTOBER 1906

    † NA EVACUATIE AUSCHWITZ

    JANUARI-FEBRUARI 1945

    HIJ ONTTROK TIJDENS DE DUITSE BEZETTING

    MET GROOT GEVAAR VOOR EIGEN LEVEN

    VELE JOODSE MEDEBURGERS AAN DEPORTATIE.

    Ich nehme an dass jeder den Sinn des Textes erkennt.


    Der Amstelhof ist ein Gebäude am Ufer der Amstel aus dem Jahre 1683.


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    Ursprünglich hieß das Gebäude "Diaconie Oude Vrouwenhuis", im Volksmund "Besjeshuis" (alte Beeren / alte Frauen), bis es nach einer Renovierung im Jahre 1718 in "Diaconie Oude Vrouwen en Mannen Huis" umbenannt wurde. 1999 übergab der Verwalter das Gebäude an die Stadt Amsterdam. Im März 2007 wurden die letzten "Alten" in andere Heime umgesiedelt.

    Nach einigen Umbauten wurde darin das Hermitage, ein Ableger der Eremitage in Sankt Petersburg, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, eröffnet. Hier findet man regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu geschichtlichen und kunsthistorischen Themen.


    Die Amstelschleusen sind ein Schleusenkomplex an der Amstel zwischen der Prinsengracht und der Singelgracht aus dem Jahre 1673. Diese Schleusen wurden gebaut, um den Wasseraustausch der Gezeitenflüsse Amstel und Burgwallen zu verbessern. Dies soll die stark erhöhte Verschmutzung von Amstel und Kanälen verhindern.


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    Links steht das Theater Carreé, das seit seiner Gründung 1887 als festes Zirkusgebäude oder große Music-Hall genutzt wird. Das Theater wurde von dem deutschen Zirkusdirektor Oscar Carré als Circus Carré erbaut, um auch während der Wintermonate Vorstellungen geben zu können. In den Wintermonaten wird nach wie vor ein Zirkusprogramm gezeigt.


    Vor den Schleusen bogen wir nach rechts in die Prinsengracht ein.


    De Duif (Taube) ist ein Kirchengebäude aus dem Jahr 1857 an der Prinsengracht, das ursprünglich der römisch-katholischen Kirche gehörte. 1796 wurde hier die Sint-Willibrordus-Kirche gebaut. 1857 wurde die alte Kirche durch eine neue ersetzt. Seit 1974 ist sie die Basis der ökumenischen Gemeinde.


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    Das frühere Paleis van Justitie (Justitpalast) entstand zwischen 1825 und 1829 durch die großzügige Renovierung und Vergrößerung eines Armen- und Waisenhauses aus dem Jahre 1665.


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    Das Gebäude wurde erst am 4. Oktober 1836 in Betrieb genommen und die Justiz vom Prinsenhof an den neuen Standort an der Prinsengracht verlegt. 1990 zog der überwiegende Teil der Justizbehörden in ein neues modernes Gebäude um. Das Gebäude an der Prinsengracht wurde 2015 verkauft. Im Mai 2019 wurde bekannt gegeben, dass das Gebäude in ein Luxushotel umgebaut werden soll.


    Das Haus Bartolotti wurde 1617 im Auftrag von Willem van den Heuvel erbaut, dem Erben von Giovanni Baptista Bartolotti, einem reichen Geschäftsmann aus Bologna.


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    Das Haus liegt gegenüber der Driekoningenstraat in der sogenannten "kleinen Kurve" der Herengracht. Diese Kurve wurde geschaffen, weil der ehemalige Stadtkanal um eine Festung gelegt wurde. Das Bartolotti-Haus hat deshalb zwei Knicke, um dieser Kurve zu folgen. Das Huis Bartolotti war teilweise Teil des Theatre Instituut Nederland.


    Auf dem Gebäude der ehemaligen Noord-Brabander levensverzekering (Lebensversicherung) Ecke Singel/Haarlemmerstraat aus dem Jahre 1843 steht dieser Schutzengel.


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    Er wurde 1925, als die Versicherungsgesellschaft das Gebäude erwarb, aufs Dach gestellt. Das Gebäude mit Engel wurde 2014 renoviert.


    Als wir wieder auf dem IJ um den Bahnhof herumfuhren konnte ich das futuristische Gebäude, das ich bei der Ankunft im Busbahnhof schon fotografiert hatte noch besser sehen. Das EYE Filmmuseum ist ein Museum, Kino und Café mit Aussicht in einer beeindruckenden Architektur.


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    Das EYE Film Instituut Nederland ist das niederländische Zentrum für Film. Es bewahrt und zeigt das Erbe und die Kultur des niederländischen Films.


    Daneben steht der A‘DAM-Turm.


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    Auf der Spitze des Turmes in Amsterdam Nord befindet sich über dem 360°-Restaurant der A’DAM LOOKOUT, Europas höchste “Over the Edge”-Schaukel. Auf der rechten Seite der Terrasse sieht man das Gerüst der Schaukel. Wer also ein bisschen Nervenkitzel braucht…

    14,50€ Eintritt mit Fahrstuhl plus 5€ für die Schaukel ist allerdings nicht billig.

    Für mich wärs nix!


    Muziekgebouw aan ’t IJ ist der Name des berühmten Konzerthauses am Südufer des IJ. Sein Hauptgebäude wird für Aufführungen klassischer Musik genutzt.


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    Das Bimhuis ist ein auf Pfählen seitlich vom Hauptgebäude abstehender schwarzer Kasten, dessen Glasfassade von innen einen Blick auf die Altstadt ermöglicht. Das Bimhuis ist die zentrale Spielstätte für Jazz und improvisierte Musik. Der Name leitet sich von der Abkürzung des Berufsverbands Improvisierender Musiker (B.I.M.) ab, der die Einrichtung betreibt. Seit 2005 ist es Teil des Muziekgebouw aan 't IJ.


    Wir kamen noch mal am NEMO vorbei.


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    Das Scheepvaarthuis (Schifffahrtshaus) an der Prins Hendrikkade in Amsterdam wurde 1913 als gemeinsames Bürogebäude für sechs Amsterdamer Reedereien gebaut. Das Gebäude an der Westspitze des Waalseilandes gilt allgemein als das erste Gebäude, das vollständig im Stil der Amsterdamer Schule errichtet wurde.


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    Der Schreierstoren ist ein ehemaliger Wehrturm in Amsterdam, der früher Bestandteil der Stadtmauer war.


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    Der Turm wurde um 1487 an der Ecke zwischen IJ und der Ostseite der Stadt erbaut. Es ist der einzige heute noch erhaltene Verteidigungsturm von Amsterdam. Nachdem der Turm seine Verteidigungsfunktion verloren hatte, diente er bis 1960 als Hafenbüro. Eine Gedenktafel wurde im September 1927 an der Nordostwand angebracht, um daran zu erinnern, dass Henry Hudson am 4. April 1609 hier in die Neue Welt aufbrach, um im Auftrag der VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie) eine westliche Passage nach Indien zu finden. Die Gedenktafel war eine Initiative der Greenwich Village Historical Society aus New York.


    Unser Dampfer legte vor der Nikolauskirche an und wir bedankten uns beim Kapitän. Es empfing uns wieder die ungünstige Witterung. Deshalb entschlossen wir uns dazu den Weg zum Amstelhotel mit der Metro vorzunehmen. Das waren nur 3 Stationen, aber warm und windstill.


    Der zweite Teil folgt!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Es scheint wirklich ein schönes Städtchen zu sein.

    So ist es!

    Schade, dass Ihr mit dem Wetter nicht so viel Glück hattet.

    Das ist es wirklich. Aber um diese Jahreszeit war ich schon froh, dass es weder Eis noch Schnee gab. Die Holländer hatten kein Eis auf ihren Kanälen. Allerdings waren die am Überlaufen.

    Aber seh ich da nicht ab und zu etwas blauen Himmel ?

    Zwischendurch kam am vorletzten Tag auch die Sonne mal durch. Das war aber immer nur kurz. Nach ein paar Minuten regnete es wieder. Es war das sprichwörtliche Aprilwetter. Aber egal ob Sonne oder Regen, der Wind bließ immer anständig.

    Ihr hattet die Stadt für Euch.

    Das war richtig angenehm! Außer uns war niemand da, kam es uns vor.

    Ich mag solche Straßenzüge mit den alten, typischen Häusern entlang von Kanälen .

    Dazu die Brücken!

    Richtig, Elke! Das mag ich auch.

    Ob die Brücken noch muskelkräftig oder schon motorisch bewegt werden weiß ich nicht.

    Und hoffentlich hat der Käse auch entsprechend gut geschmeckt!

    Die Käsesorten die ich probiert habe schmeckten mir. Die waren aber alle gewürzt. Vom normalen Edamer und ähnlichen Sorten halte ich mich fern. Da denke ich ähnlich wie Jürgen - Auflauf oder Pizza. Ich bevorzuge Käse mit Aroma! In Zandvoort habe ich einen Blauschimmel gekauft - köstlich! Der war aber aus Frankreich. :wink:

    Dafür jedoch sind die Bilder nicht schlecht.

    Danke, Jürgen, aber ich bin mit der Qualität nicht zufrieden.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Wir hatten uns einen Tag für Zaandam und Edam reserviert,

    In Zaandam stehen auf der Zaanse Schans 8 Windmühlen (laut Wikipedia).

    Die 10€ Parkgebühr und die 15€ für die Zaanse Schans-Card hätten wir angelegt. Aber das Wetter hat uns einen dicken Strich durch unsere Rechnung gemacht. Es regnete nicht nur heftig, sondern auch der schon bekannte Wind ließ uns im Auto sitzenbleiben und nach Edam zurück fahren - in der Hoffnung dass sich das Wetter bessert.

    Vorher konnte ich aber noch ein Bild von der De Bleeke Dood, ("der blasse Tod" sagt der Translater) auch De Dood genannt, machen.


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    Sie ist eine der beiden verbleibenden Getreidemühlen im Bereich Zaanstreek. Die Mühle befindet sich in Zaandijk am Zaan (Fluss) an der Ecke Guisweg / Lagedijk, diagonal gegenüber der Zaanse Schans. Die Mühle in Zaandijk ist auch die älteste existierende Holzgerüstmühle in den Niederlanden.


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    Die Mühle wurde 1656 gebaut und wurde bis 1931 mit Windkraft betrieben. In der Zwischenzeit, im Jahr 1922, wurde die Mühle durch einen schweren Brand fast zerstört. Das Flügelkreuz wurde 1931 entfernt und das Mahlen durch Motorkraft fortgesetzt. Einige Jahre später verschwanden auch die Verstelleinrichtung und die Galerie. Im Jahr 1955 wurde die Mühle jedoch unter dem neuen Eigentümer der "De Zaansche Molen Association" restauriert und wieder in Betrieb genommen. Nach einer Restaurierung im Jahr 2000 ist die Mühle wieder voll funktionsfähig und jeden Freitag wird Mehl gemahlen, das unten im Laden verkauft wird. Der Müller ist auch ein Mühlenhersteller und lebt am Boden der Mühle im Haus, das sich teilweise in der Mühle und teilweise in einer Erweiterung befindet.



    Um Land der See abzuringen wurden 1230 die Buchten der Zuiderzee verschlossen und abgetrennt.

    Bei dem neu errichteten Damm mussten die Waren umgeladen werden und es konnte Zoll erhoben werden.

    So wuchs Edam zu einem Handelsort. Schiffbau, Heringsfischerei und natürlich der Käsehandel brachten Edam zu großer Blüte.


    Am 16. April 1526 erhielt Edam von Kaiser Karl V. das Recht auf den freien Wochenmarkt und das Wiegerecht. Auf dem Markt konnten die Bauern aus der Umgebung ihren Käse verkaufen. Dafür mussten jährlich 90 Gulden an den Grafen gezahlt werden.

    Der Edamer Käse wurde also mit Schuten nach Edam befördert. Nachdem der Käse an einem besonderen Löschkai ausgeladen war, wurde er von Käseträgern auf einem Berrie (Tragekonstruktion) zum Kaasmarkt gebracht.

    Das Denkmal für die Käseträger steht vor der Kaaswaag.


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    Auf dem Stein steht: "Der Stolz von Edam".


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    Außer einer Pause von 1745 bis 1775 fand der Markt bis 1922 statt.


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    Anfangs hieß der Marktplatz Kaasmarkt. Später wurde er umgetauft auf Jan Nieuwenhuizenplein.

    Das heutige Gebäude der Kaaswaag (Käsewaage) stammt aus dem Jahr 1778.


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    Darin wurde eine Dauerausstellung zur Käseherstellung eingerichtet. Dort kann man Käse probieren und kaufen.

    Leider ist die Kaaswaag und das Edamer Museum vom 1. November bis 1. April geschlossen.

    Als Erinnerung an die große Zeit der Käseherstellung in Edam veranstaltet man in den Sommermonaten einen wöchentlichen Käsemarkt. Dann liefern Boote und Pferdekutschen den Käse an. Abgeladen wird der Käse von den speziellen Käseträgern. Dann wurde früher die Qualität geprüft, über den Preis verhandelt, der Käse gewogen, und dann in die Käselager zum Nachreifen gebracht.

    Die Bedeutung der Bilder an der Kaaswaag konnte ich nicht herausfinden.


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    Nur das Wappen von Edam in der Mitte aus dem Jahre 1778 habe ich erkannt.

    Der Hintergrund ist rot, der Stier schwarz mit drei goldenen Sternen über dem Stier.

    Der Schild wird von einem Bären gehalten, der hinter dem Schild steht.

    Im 16. Jahrhundert wurde der Schild noch von zwei Löwen gehalten, aber ab 1626 wird der Schild von einem Bären in natürlicher Farbe gehalten.

    Das derzeitige offizielle Wappen von Edam wurde am 26. Juni 1826 festgelegt. Offiziell ist dies auch das Wappen der Gemeinde Edam-Volendam.

    Es gibt zwei Volkssagen, die den Ursprung des Stiers erklären sollen.

    Die erste ist die Geschichte von Monnickendam. Ein Bulle soll von einem Kloster in Monnickendam weggelaufen sein. Nach einem Tag des Laufens kam der Stier auf einer Wiese in der Nähe von Edam an. Er soll sich gegen Mitternacht auf dem Feld verlaufen haben. Ein Knecht näherte sich dem Stier und glaubte einen Mann zu sehen. Er fragte den Stier, was er dort mache. Der Stier hätte geantwortet: "Sterne", das wäre das einzige Wort gewesen, das der Stier sagen konnte. Später erkannte der Knecht, dass es überhaupt kein Mann gewesen war, sondern ein Stier. Er erzählte dem Bürgermeister, dass er den Stier getroffen hatte und der Bürgermeister gab Edam das Wappen: einen Stier auf einer grünen Wiese mit drei Sternen über dem Stier.


    Die zweite Geschichte, die den Ursprung des Wappens erklären könnte, ist in der Grote Kerk (Große Kirche) der Stadt aufgezeichnet:


    1219

    Edam als trouwe lantsaten

    Quamen die van Haerlem te baten

    Wilt vreughte vaten

    Sij gingen hem hard en fier

    Met stoute moet met felle manier

    Als verwoede stier

    Paus, Keizer en al het Christenleer

    Verwonderden hen met alle seer

    Van die grooten eer

    Alsoo kreegh Edam haar wapen

    Met eer en gewelt

    Drie vergulden sterren in 't root velt

    En een stier daarin gestelt

    1610.


    Leider habe ich kein Bild von und aus der „Grote Kerk“ die vermutlich auch verschlossen gewesen wäre – wie alle Kirchen die ich in Holland außerhalb von Amsterdam besuchen wollte. Weil Regen und Sturm wieder stärker geworden waren habe ich den Versuch gar nicht erst gemacht.


    Die Übersetzung der Geschichte aus der Kirche war verwirrend. Es könnte aber fogender Deutung nahe kommen. 1219 sei eine Gruppe von Edamern einer Gruppe von Haarlemern auf einem Kreuzzug zu Hilfe gekommen. Der deutsche Kaiser soll dann entschieden haben, dass Edam drei goldene Sterne im Wappen tragen dürfe.


    Die Tatsache, dass der Bulle schwarz ist und sich auf einem roten Schild befindet, ist heraldisch falsch und macht das Wappen zu einem sogenannten Rätselwappen. Sowohl das Schwarz des Stiers als auch das Grün des Hintergrunds dürfen nicht offiziell auf einem roten Feld platziert werden, habe ich gelesen.


    Auf zum Nachbarhaus am ehemaligen Kaasmarkt.


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    Ein Schild am Haus lässt es als Sekretariat erkennen.


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    Die „Gesellschaft der Künste und Wissenschaften zum Wohle der Allgemeinheit“ wurde 1784 in Edam von einer Gruppe von sechs Personen gegründet, darunter Jan Nieuwenhuyzen, ein in Monnikendam geborener Lehrer und Prediger der Mennoniten. Sie hatte das Ziel "das Wohl des Einzelnen und der Gemeinschaft im weitesten Sinne zu fördern". Sie kümmerte sich um die Belange des einfachen Volkes.

    Das Nationale Sekretariat der Gesellschaft wurde 1981 in Edam wieder eingerichtet, dem Ort, an dem 't Nut 1784 seine ersten Sitzungen abhielt.

    Wer des Niederländischen mächtig ist der kann es auf der Infotafel am Haus noch genauer erfahren.


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    Daneben entdeckte ich am nächsten Haus...


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    ...über dem Eingang eine interessante Tafel.


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    Darauf sehen wir die Meerjungfrau von Edam (auch Seefrau oder Purmer Seefrau genannt). Eine Sage erzählt von einer Meerjungfrau, die im ehemaligen Purmermeer gelebt haben soll.


    Mehrere Versionen der Geschichte sind im Umlauf. Der Kern dieser Geschichten ist aber immer der gleiche.

    In der ehemaligen Zuiderzee lebte eine Meerjungfrau. Durch eine Überschwemmung wurde sie ins Purmermeer (früher ein Binnensee, heute ein Polder) gespült. Nachdem die Deiche wieder geschlossen waren, konnte sie den Weg zurück zur Zuiderzee nicht finden. Sie wurde von Bauernmädchen aus Edam entdeckt, von den Bewohnern der Region eingefangen und nach Edam gebracht. Dort wurde sie gewaschen und von den Grünalgen befreit. Sie wurde auch gelehrt, wie ein Mensch zu leben. Die Geschichten über sie gingen herum und die Bewohner von Haarlem fanden sie so interessant, dass sie sie nach Haarlem holten und ihr das Spinnen beibrachten. Trotz ihrer Sehnsucht nach dem Meer lebte sie weiterhin auf dem Land und starb nach vielen Jahren in Haarlem, wo sie als Christin auf dem Friedhof begraben wurde.


    In einer anderen Geschichte ist das Ereignis auf den Grasmonat (April) 1304 datiert. Hier spricht man von einer wilden Seefrau anstelle einer Meerjungfrau.

    Die Bewohner der Gegend haben sie auf dem Purmerpoort (Purmer Tor) in Purmerend als Statue aus Holz dargestellt. Das Tor wurde aber 1835 leider abgerissen.

    Die Meerjungfrau wurde auch in einem Edamer Kirchenfenster verewigt. Leider war die Kirche verschlossen.

    Sie wird als Edams Meyrmin auf der oben gezeigten Tafel eines Hauses am Jan Nieuwenhuizenplein dargestellt.


    Gegenüber sehe ich ein weiteres Haus mit Edamer Wappen.


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    Das Haus daneben.


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    Dann wanden wir uns den Grachten zu.

    Edam und Wasser sind untrennbar miteinander verbunden. Bei einem Spaziergang durch die Stadt begegnen wir allein innerhalb der Stadtmauern 27 Brücken, den Käselagern, den schönen, oft ruhigen Kanälen und den Wasserstraßen, die zum heutigen Purmer Polder führen. Wo im Winter ehemalige Edamer Skating-Helden wie Coen de Koning und Cor Jongert ihre ersten Läufe machten, kann man die Stadt von Ostern bis Oktober "flüsternd" entdecken. Eine Runde Edam auf eigene Faust und in eigenem Tempo in einem umweltfreundlichen und leisen, elektrisch angetriebenen Flüsterboot ist für 25€/h und max. 7 Personen möglich. Aber bei dem Wetter - und es war ja noch nicht Ostern.


    Wir gingen am Voorhaven spazieren und ich konnte wenigstens ein paar der herrlichen Brücken fotografieren.


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    Die Arisbrugg


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    Am Voorhaven mit Blick zur Damplein, der Steinbrücke über den Voorhaven.


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    Die Jansbrugg


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    Das Wappen an dem Haus kann ich nicht zuordnen.


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    Die Hakkelaarsbrugg bringt uns über die Brouwersgracht.


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    Die Namen an den Brücken erleichtern mir jetzt ungemein die Zuordnung.


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    Der Blick von der Hakkelaarsbrug auf die Brouwersgracht.


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    Ein Blick in die Prinsenstraat.


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    Dabei fällt mir auf, dass manche Fassaden Blender sind, mehr scheinen als sein war da die Devise.


    In der kleine Kerkstraat steht der Speeltoren (Spielturm)


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    Dieser Turm der Onze Lieve Vrouwe- (Unserer lieben Frau) Kerk oder Kleine Kerk (Kirche) ist aus dem 15. und 16. Jh. Der schlanke spätgotische Turm trägt ein Glockenspiel von 1561 das später erweitert wurde. Heute hat das Carillon 37 Glocken.


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    Die kleine Kirche wurde 1310 auf dem Platz gebaut wo vorher die Kapelle zu unserer lieben Frau stand. Vor der Reformation hieß sie auch Kirche zu unserer lieben Frau. Sie wurde als einschiffige Kirche gebaut und später um ein zweites Schiff erweitert. 1883 wurde die Kirche bis auf einen kleinen Teil und den Turm zerstört. 1972 hat man dann auch den Rest des Schiffes bis auf ein kurzes Stück abgetragen.

    Zur 650-Jahr-Feier der Stadt Edam 2007 hat man die Fundamente wieder sichtbar gemacht.


    Nach der Entfernung des Baurestes 1972 hat der Turm begonnen sich zu neigen. Man hat ihn zwar stabilisiert, aber er steht jetzt schief.


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    Das Carillon vom Spielturm wird durch ein mechanisches Spielwerk angetrieben. Wichtigstes Teil des Spielwerks ist die originale, aus dem Jahre 1561 datierte Spieltrommel.

    Diese mit Stiften (in Holland wohl Nüsse genannt) versehene Trommel bedient über ein System von Drähten die Hämmer an den Glocken. Vor vielen Jahren mit einem computergesteuerten System versehen, hat man 1999 die alte mechanische Steuerung wieder hergestellt.


    Natürlich wollten wir aus Edam auch Käse mitnehmen! Wir fanden auch einen Laden.


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    Alle möglichen Käsesorten gibt es hier.


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    Aber auch den Edamer in seiner typischen Kugelform.


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    Nach unserem kleinen Einkauf gingen wir durch diese kleine Gasse zum Auto zurück.


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    Zum Abschied fand ich an einem Giebel in dieser Gasse einen nachdenklichen Engel.


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    Das wars aus der Käsestadt Edam.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Aber es sieht sehr leer dort aus, ward ihr neben der Trauergesellschaft die einzigen Gäste?

    Nein, aber ich habe gewartet bis fast alle Gäste gegangen waren. Ich will ja meine Bilder zeigen dürfen.

    Es wäre lästig, von jedem Gast eine schriftliche Erlaubnis zur Veröffentlichung einzuholen.

    Bist wohl durch und durch Franke, die haben's ja nicht immer so mit der Kommunikation?

    Eigentlich fühle ich mich eher als Hesse, so nahe an der Grenze.

    Ich denke dass es sich bei mir um eine Art Sozialphobie handelt. Ich meide größere Gesellschaft und ziehe mich gern in mein (Schnecken-) Haus zurück.

    Das Telefon hätte ich gerne schon mal "entsorgt". :roll:



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Das sieht nach einer entspannten und trotzdem interessanten Woche an der See aus.

    Interessant waren die Tage und auch relativ entspannt.

    ...meine Phantasie ist auch: sauberen...

    Deine Phantasie täuscht nicht!

    Diese Kurzwochen waren ein sehr persönliches und schönes Weihnachtsgeschenk !

    Stimmt, Elke!

    ...ob das in den Hauptsaisonen auch so sein wird.

    Mit ziemlicher Sicherheit nicht.


    Die Entspanntheit ist deshalb relativ weil der Sturm uns schon zu schaffen machte. Den Regen kann man ja auf manchen Bildern erahnen, aber den starken Wind kann man kaum auf den Bildern sehen. Auch wenn die Wolkendecke manchmal aufriss und auch mal etwas Sonne durch ließ, wirkte der Wind bitterkalt.

    Besonders beim Besuch von Amsterdam störte er extrem. Darüber werde ich noch schreiben.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Vielen Dank für die Bilder mit dem vielen Schnee, Dieter!

    Wir wurden ja diesen Winter nicht verwöhnt damit.

    Mein Lieblingsbild ist das Ren mit Jungtier.

    Warum habe ich keinen solchen Geschäftsfreund? ;(


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Unser Sohn hatte mitbekommen dass ich an der Elisabeth-Ausstellung in Zandvoort Interessse hatte und schenkte uns deshalb zu Weihnachten eine Kurzwoche im Marinapark in Volendam. Er meinte, es sei ein günstiges Angebot gewesen.


    Volendam ist ein Teil der Gemeinde Edam-Volendam in der Provinz Nordholland, gut 20 Kilometer nordöstlich von Amsterdam, an jener Stelle, wo der kleine Fluss der E oder IJe im Mittelalter in die Zuiderzee mündete.

    Im 14. Jh. deichten die Edamer das Flüsschen ein und es entstand auf der gewonnenen Landfläche Volendam.

    Als man 1932 die Zuiderzee durch den Abschlußdeich von der Nordsee abtrennte entstand das IJsselmeer.

    1976 wurde durch den Bau des Markerwaarddijk oder Houtribdijk zwischen Enkhuizen in Westfriesland und Lelystad auf Flevoland das IJsselmeer aufgeteilt. Dadurch liegt Volendam heute am Markermeer.


    Der Marinapark in Volendam ist ein Ferienpark mit Ferienhäusern im nordhölländischen Stil und einem Yachthafen.

    Der Übersichtsplan


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    "Unser" Häuschen,


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    ausgestattet mit 6 Betten (wir hatten also die große Auswahl) und Wohnraum mit Küchenzeile, 2 WC und Dusche.

    Es war alles da was nötig war, auch 2 TV mit mehreren deutschen Sendern und W-Lan.


    Das Hauptgebäude mit Reception, Frühstücksmöglichkeit, Restaurant, Supermarkt, Schwimmbad, Fahrradverleih, Krankenstation und einigen anderen Läden.


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    Am rechten Rand sieht man schon einige Masten vom Yachthafen.

    Links steht das Hauptgebäude und rechts Ferienhäuser.


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    Die Ferienhäuser am Yachthafen.


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    Der Yachthafen in der Abenddämmerung.


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    Manche Yachten kann man mieten.


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    Mit diesem Boot wäre ich gerne auf Fahrt gegangen.


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    Der Yachthafen von der anderen Seite.


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    Die Regeln zur Benutzung der "Spritzerinsel".


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    Das sind strenge Regeln! Es müssen sogar Schwimmwindeln getragen werden.


    Bei unserem Besuch im Februar war da aber nicht viel los. :wink:


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    Auch die Spielgeräte auf dem Bootssteg waren unbesucht.


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    Zwischen den Häuschen...


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    ...gibts auch einen Spielplatz.


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    In den Innenhöfen der Häuser am Yachthafen findet man ebenfalls Spielplätze.


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    Kanäle gibt es überall dazwischen.


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    Eine Windmühle konnten wir auch bewundern.


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    Ein Teil des Yachthafens schien unbenutzt.


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    Einige Yachten überwinterten eben lieber auf dem Trockenen.


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    Daneben ist die Yachthafenverwaltung daheim.


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    Die Strände des Marinaparks waren verlassen.


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    Am Horizont erkennt man die Konturen der Insel Marken.


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    Etwas bearbeitet.


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    Zurück zum Strand.


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    Der Weg am Strand war interessant.


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    Das waren keine Steinchen, sondern...


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    Ob darauf das Barfußlaufen angenehm ist?

    Bei dem Sturm und den Temperaturen im Februar ziehe ich sowieso das Schwimmbad im Hauptgebäude vor.


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    In Volendam sieht es nicht viel anders aus als im Marinapark.


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    Viele Sackgassen, Fußgängerzonen, Einbahnstraßen und durch elektrisch ferngesteuerte versenkbare Poller gesperrte Bereiche, kaum Parkplätze.

    Für den passionierten ortsunkundigen Autofahrer ist das kein Vergnügen.


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    Auch hier gibt es Kanäle...


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    ... mit Entenbesuch.


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    An der Hauptstraße ruhten sich Schwäne aus.


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    In einem Schaufenster fiel mir diese Reklame auf.


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    An wen musste ich da wohl denken?

    Am "ELKE DAG" gibts Pizzen für 5 Euro?

    Nein! Elke bedeutet "jeden", also gibts die Pizzen jeden Tag zu diesem Preis!


    Das wars vom Marinapark und dem Ort Volendam.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    ...in jener Zeit !

    Das stimmt! Die betuchten Herrschaften ließen sich gerne in einer Sänfte durch die Berge tragen.

    Das wollte die Kaiserin nicht. Sie wollte sich bewegen, was in ihren Kreisen verpönt war.

    Sie mietete sich in den Bergen aber gerne einen persönlichen Bergführer.

    In Meran war das Josef Buchensteiner und in Karersee Georg Huck.

    Ihre Hofdamen und Lakaien mussten das mitmachen können.... oder gehen.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Wo und wie erfährst Du denn all diese Orte, an denen Sisi einmal war? Ihre eigenen Aufzeichungen wurden ja vernichtet, wie Du geschrieben hast.

    In erster Linie aus dem Internet, Elke. Da ist Onkel Google ein Segen!

    Weiteres erfahre ich aus alten Zeitungsberichten. Das ist ÖNB-ANNO vorbildlich! In D funktioniert das noch nicht richtig.

    Dann gibt es noch die persönlichen Kontakte in D, A, NL und H.

    Leider gibt es inzwischen kein deutschsprachiges Forum über Kaiserin Elisabeth mehr.


    Ich glaube Deine Sisibegeisterung so weit zu kennen, dass ich nachempfinden kann, mit welcher Neugier ,Spannung und Freude Du jene Tür zum Nebenraum geschlossen hast , um die Treppe zu sehen , die "SIE" wahrhaftig selbst benützt hat!!

    Das trifft voll zu! Leider tu ich mir recht schwer mit Nachfragen. Nur wenn es um Elisabeth geht springe ich auch mal über meinen eigenen Schatten und wundere mich über mich selbst. Gerade in Holland, wo man mir geraten hat, es doch lieber mit der englischen Sprache zu versuchen (dafür reichen meine kläglichen Grundkenntnisse aber nicht) bin ich nur auf freundliche und hilfsbereite Menschen gestossen. Auch in diesem Lokal in Santpoort. Der Ober hat sich bemüht in deutsch zu antworten und freute sich sichtlich über mein Interesse an dem historischen Gast des Hauses.

    Das Essen in dieser gemütlichen Gaststätte hat Dir nach dieser "Begegnung" wahrscheinlich besonders gut geschmeckt.

    Die "Begegnung" fand erst nach dem Essen statt, als die Trauergesellschaft im großen Gastraum gegangen war.

    Das Omelett scmeckte aber trotzdem vorzüglich und war preiswert! Du kannst Dir ja mal die Lunchkarte angucken.

    Die Kaiserin war offensichtlich nicht anspruchsvoll.

    Das trifft nicht auf alle Bereiche zu!

    Bei der Wahl ihrer Hofdamen legte sie die Messlatte sehr hoch. Die mussten verschwiegen sein und versprechen nicht zu heiraten! Das war meines Wissens auch Teil des spanischen Hofzeremoniels das die Habsburger am Hofe praktizierten. Jedenfalls mussten sie ihren Hut nehmen wenn es dann doch so weit war. Auch in der Pflege ihrer meist knöchellangen Haare war sie sehr anspruchsvoll. Deshalb hatte sie immer ihre Leibfriseuse Fanny Angerer (oder Rösler, da streiten sich noch die Experten) verh. Feifalik, in ihrer Nähe. Als diese heiratete und die Kaiserin nicht auf sie verzichten wollte, wurde Herr Feifalik auch in den Hofstaat aufgenommen.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Ich habe es versäumt auf Deine Bemerkung...

    Die Kaiserin war bei solchem Wetter bestimmt nicht unterwegs.

    ... zu antworten, Elke. Das möchte ich nachholen.

    Der Kaiserin war, wenn man den Überlieferungen glauben schenken kann, das Wetter ziemlich wurscht.

    Auch bei Regen machte sie ihre Spaziergännge - sehr zum Verdruss ihrer Begleiterinnen und des Polizeibeamten der für ihre Sicherheit zu sorgen hatte.

    Gegen Sonne schützte sie sich gerne mit einem Schirm, der ihr ständiger Begleiter war, aber den Regen genoss sie.

    Sie fühlte sich auf dem Schiff auf dem Meer am wohlsten. Wenn es stürmte und den anderen zum K... war, bewegte sie sich gerne an Deck.

    Man schreibt, dass sie sich in Odysseus-Manier bei einem Sturm an den Mast binden ließ. Obs stimmt?


    Liebe Grüße von waldi :174:

    In Santpoort-Zuid gibt es in der Wüstelaan 75 ein Schweizer Chalet mit (zumindest für mich) interessanter Geschichte.


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    Das Chalet wurde auf den Fundamenten einer Bleicherei, einem Nebengebäudes eines Hofgutes aus dem 17. Jahrhundert errichtet. Der Grundstein wurde am 3. Mai 1839 von der Frau von Adriaan van der Hoop, Mitglied des Bankierhauses Hoop & Co in Amsterdam gelegt. Er machte das Chalet durch seine weltberühmte Sammlung von Pflanzen und Gewächsen bekannt. Es gehört heute noch ein großer Park zum Chalet.


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    Durch Erbschaft gelangte das Chalet mit dem Landgut in die Hände der preußischen Baronin Olga van Gotsch, der Enkelin von Adriaan van der Hoop. Sie heiratete 1868 den Kaufmann Justus Rudolf Wüste.


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    Zwischen dem 2. Mai und dem 10. Juni 1884 übernachtete Kaiserin Elisabeth mehrmals im "Schweizer Chalet", worin sich heute das Restaurant Boschbeek befindet.

    Sie war dort auf Einladung der Freiin Olga Wüste, geborene von Gotsch, die zu dieser Zeit auf dem Gut Spaarnberg lebte. Dort wurden die Pferde der Kaiserin untergestellt und gepflegt.


    Der große Gastraum.


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    Eine niedere Tür führt zum Weinkeller.


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    Ein Blick durch die Terrassentür auf den kleinen See der früher zur Leinenwäscherei diente.


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    Über dem Kamin in dem heute ein Kanonenofen steht, hängt die Chronik des Hauses.


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    Neben dem großen Gastraum gibt es noch einen kleinen daneben.


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    Darin findet man auch einen Kamin.


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    Es dürfte nicht mehr viel so sein wie vor etwa 145 Jahren weil das Gebäude zwischenzeitlich der Gemeinde Santpoort gehörte und als Wohnung für Förster und Schiffer diente, aber mir wurde versichert, dass die Treppe die vom heutigen kleinen Gastraum in den ersten Stock führt noch so steil ist wie sie auch von der Kaiserin Elisabeth genutzt wurde.


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    Wenn man die Tür mit der Aufschrift Zijkamer (Nebenraum) schleißt, dann kann man dahinter die Tür zur Treppe öffnen - was mir freundlicherweise gestattet wurde.


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    Auf dem Bild erscheint die Treppe nicht so steil wie sie tatsächlich ist. Sie ist nicht wirklich kaiserlich!


    Seit 1975 wird das Chalet als Restaurant genutzt, anfangs mit dem Namen "De Uilenboom" (der Eulenbaum).

    Heute werden die Gäste im Restaurant Boschbeek von André Glasbergen und Marcel van Gool bewirtet.

    Uns hat das "Boerenomelet met ham, ui en champignons" (Bauernomlett mit Schinken, Zwiebeln und Champignons) hervorragend geschmeckt.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Nun konntest Du den Eintrag von Kaiserin Sisi ins Kirchenbuch von s.Agatha doch noch sehen, nachdem die Kirche letztes Jahr verschlossen war.

    Auch wird Dir (und mir) gefallen haben, daß Sisi nun einen, wie es scheint, würdigeren Platz gefunden hat, so daß sie nicht mehr von Fahrrädern umringt sein wird.

    Der erste Satz war der Hauptgrund der mich noch mal nach Zandvoort lockte. "Der besondere Moment..." schrieb auch Elke.

    Der zweite Satz stimmt zu 100%! Jetzt konnte ich endlich das komplette Denkmal fotografieren, ohne durch Fahrradspeichen gucken zu müssen.

    Aber es war nicht einfach bei dem Sturm unverwackelte Bilder zu machen, zumal der Sand vom Strand herumwirbelte und mir nach kurzer Zeit die Finger klamm wurden. Aber was mach ich nicht alles um eigene Bilder zu haben! Wie Elke oben schon schrieb...

    Aber was nimmt ein Sisifan nicht alles auf sich .;)

    Hat Dir der Besuch der Ausstellung neue Erkenntnisse gebracht?

    Nur wenig, Elke. Aber ganz vergebens war der zweite Besuch nicht! Darauf komme ich später zurück.

    Gibt es überhaupt noch irgendwas aus dem Leben von Sisi, was Du nicht schon gründlich recherchiert hast und weißt?

    Viel zu viel, Elke! Dadurch dass die treue "Vorleserin" Ida von Ferenczy auf Elisabeths Wunsch alle schriftlichen Unterlagen nach deren Tod vernichtet hat streiten heute noch die Experten darum wie die Kaiserin denn nun wirklich war.

    Ich würde mir wünschen mal für ein Jahr in den Wiener Archiven suchen zu können. Das wäre fantastisch!

    Nach wie vor muss ich glauben und abschreiben was die Experten wie Conti, Hamann und andere verzapft haben.

    Nächstes Jahr wieder???

    Mit ziemlicher Sicherheit nicht, Elke. Es gibt zu viele andere Ziele die icxh noch auf meiner Liste habe. Da ist noch Madeira, Mallorca, die Côte d'Azur, die Schweiz, viele Ziele in Österreich, Tschechien, Slowakei, Siebenbürgen und sogar in der Ukraine.

    Ich denke, dass ich einiges in mein nächstes Leben verschieben muss. ;)



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Kleiner Nachtrag zu Zandvoort.


    Der Anlass zu meiner Fahrt nach Holland war diese Ausstellung im Museum von Zandvoort.


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    Das kleine aber feine Museum in Zandvoort.


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    Einer der Ausstellungsräume mit Nachbildungen von Elisabeths Kleidern.


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    Im Mittelpunkt steht das berühmte "Sternenkleid" das die hölländische Musicaldarstellerin Pia Douwes zur Premiere des Musicals "Elisabeth" in Wien im Jahre 1992 getragen hat.


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    Berühren verboten!


    Eine moderne Collage.


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    Das interessanteste Detail der Austellung war für mich der handschriftliche Eintrag von Kaiserin Elisabeth ins Kirchenbuch der katholischen Kirche Sint Agatha in Zandvoort vom 8. Juni 1884.


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    In gebührendem Abstand hat sich auch ihre Begleiterin, die Hofdama Sarolta von Majláth eingetragen.

    1889 klemmte Elisabeths Schwiegertochter Stephanie von Belgien, verheiratet mich Elisabeths Sohn Rudolf von Habsburg, jener der sich und seine Gespielin Marie Vetsera am 30. Jänner gleichen Jahres in Mayerling erschoss, ihre Unterschrift dazwischen.


    Wenn ich schon mal in Zandvoort bin dann besuche ich natürlich ihr Denkmal das ich im ersten Beitrag schon gezeigt habe - umrahmt von vielen Fahrrädern. Also stemmte ich mich gegen den starken Wind und machte mich auf zum Boulevard de Favauge.


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    Ich stellte fest: Man hatte sie versetzt. An ihrem jetzigen Standort werden wohl keine Fietjes mehr angelehnt.


    Inzwischen knirschte es in meinem Mund und meine Augen schmerzten. Der Wind blies den Sand bis in die Innenstadt.

    Der Strand war leer und das Meer etwas bewegt.


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    Welch ein Unterschied zu unserem Besuch an Ostern 2019!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Da dürfen wir sicher auf noch "mehr" hoffen ! ??;)

    Ich denke dass da noch ein paar Bilder folgen, Elke!


    Mir war bis heute unbekannt...

    Mir auch, Juergen! Das wird noch mehr Lesern so gehen. Geschichte war nie mein Fach! (das lag an den Lehrern die den Stoff nicht attraktiv rüber brachten)

    In der Berufsschule hatte ich auch mal was von einem Puddelofen gehört, aber das ist sehr lange her.


    ...und weiß gar nicht, was für geschichtsträchtige Motive ich vor der Linse habe.

    Du kennst doch das Sprichwort von Goethe, Klaus:

    "Willst du immer weiter schweifen?

    Sieh, das Gute liegt so nah.

    Lerne nur das Glück ergreifen:

    Denn das Glück ist immer da."


    Vielen Dank für das tolle Bild über das Bassin! Vermutlich von der Rheindeichstraße aus fotografiert, oder?

    Jedenfalls ist es eine hervorragende Ergänzung!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Bei meiner Suche nach Spuren von Kaiserin Elisabeth von Österreich in Zeitungsarchiven stieß ich auf einen Bericht einer technischen Anlage die ich in dieser Form noch nicht kannte. Ich hatte zwar schon vom Transport von Eisenbahnwaggons über Flüsse oder Seen gehört und im Falle von Lindau auch darüber berichtet, aber dort wurden die Wagen über eine geneigte Böschung auf das Schiff bewegt und ebenso wieder entladen. Bei der Trajektanlage zwischen den Duisburger Stadtteilen Ruhrort und Homberg wurden anfangs auch auf beiden Rheinseiten spezielle Hafenbecken, sogenannte Eisenbahnbassins mit Rampen mit einer Neigung von 1:12 angelegt, auf denen Schienen bis ins Wasser hinein verlegt waren. Ende 1852 wurden auf Fährponten mit je 3 Eisenbahnwagen die an Schleppern befestigt wurden der Transport über den Rhein aufgenommen.

    Um die Kapazität zu erhöhen begann man 1854 mit dem Bau von hydraulischen Hebeanlagen an beiden Bassins die am 1. Mai 1856 in Betrieb gingen. Dazu schrieb die Illustrierte Zeitung:



    Durch die Hebeanlagen und die weitere Nutzung der Rampen bei Bedarf konnte die Fährleistung auf etwa 50 000 Waggons pro Jahr gesteigert werden. Das reichte auch noch nicht. Durch die Indienststellung eines weiteren Fährschiffes konnte die Leistung der Anlage auf über 100.000 trajektierte Wagen jährlich erhöht werden.


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    Nach unterschiedlichen Angaben in der bekannten Literatur wurde der Trajektbetrieb am 1. April 1885 durch die Königlich Preußische Staatseisenbahn eingestellt.


    Der baufällige Hebeturm auf der Ruhrorter Seite wurde 1971 abgerissen.

    Sein Pendant in Homberg steht heute noch und wurde zeitweise als Jugendherberge genutzt. Er ist heute Teil der Route der Industriekultur.

    Das wollte ich mir aus der Nähe betrachten. Auf meiner Fahrt nach Amsterdam machte ich einen kleinen Abstecher zum Trajektturm von Homberg.

    Leider wurde er total entkernt und die Technik verschrottet. Heute wird in dem Turm gewohnt.


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    Am Turm sehen wir das Wappen des Königreichs Preußen. Der gekrönte Adler mit dem Zepter und dem Reichsapfel in seinen Fängen.

    Auf der Brust trägt er die Initialen FR für Fredericus Rex, dem König Friedrich I. von Preußen.


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    Vor dem Turm steht eine Info-Tafel mit der kuzen Geschichte des Turmes...


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    ...und einer Zeichnung auf der außer dem Turm auch das Maschinenhaus zu sehen ist.


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    Im Hafen vor dem Turm liegt seit 1984 das Schulschiff "Rhein" vor Anker. Hier werden angehende Binnenschiffer ausgebildet.

    Das Schulschiff bietet während der dreimonatigen Berufsschulblöcke Unterkunft, Verpflegung und Betreuung für Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet.


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    Bei meinen Recherchen erfuhr ich von zwei weiteren Trajekt-Projekten in der Region Niederrhein.



    Trajekt Spyck-Welle


    Am 5. Juli 1862 vereinbarten die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) und die Nederlandse Rhijnspoorweg (NRS) in Köln eine Verknüpfung ihrer beiden Bahnen auf deutschem Boden.

    Die RhE führte ihre Strecke ab Kleve 1865 weiter über Griethausen und überbrückte dort den Altrhein auf einer 100 Meter langen Gitterträgerbrücke (Griethausener Eisenbahnbrücke), die heute noch steht.

    Daran schloss sich der 314 Meter lange Vorfluter mit 20 Öffnungen an. Die Strecke lief dann weiter quer über die Rheinhalbinsel Salmorth bis zum Rheinufer in Spyck, wo ein Bahnhof mit 4 Aufstellgleisen für die Auflösung der ankommenden Züge und die Neuzusammenstellung der trajektierten Wagen errichtet wurde. Von hier zum rechtsrheinischen Welle war seit der Stromregulierung eine der schmalsten Stellen des Niederrheins, die mit dem Trajekt überquert werden sollte.


    Die Freigabe für den Güterverkehr mit zwei Fährstraßen über den Rhein erfolgte am 19. April 1865, und einige Tage später, am 21. April, lief der erste Personenzug von Köln über das Trajekt nach Zevenaar. Für die Überfahrt mit dem Trajekt hatte man im Fahrplan 20 Minuten eingeplant. Davon entfielen jeweils vier Minuten auf die Bewegung der Wagen auf den geneigten Ebenen und acht Minuten auf die eigentliche Schifffahrt.


    Die Fährponten mit den Wagen der Bahn sollten nicht frei über den Strom fahren, sondern zwischen zwei quer über den Strom gespannten Ketten den Strom überqueren. Erst als man die Ketten durch starke Drahteile ersetzte, gelang die Trajektierung. Das im Oberwasser laufende stärkere Seil lief auf der Ponte über Rollen und diente als Führungsseil. Das dünnere Seil im Unterwasser lief auf der Ponte über zwei Räder, die von einer Dampfmaschine angetrieben wurden und die Ponte über den Strom beförderten.


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    B1 Lokomotive AETNA der RhE mit zwei Zwischenwagen auf der Landebrücke und der Ponte.

    In der Mitte der Ponte seht Ihr die Seilantriebsräder und den Dampfkessel.

    Ein Foto aus dem Jahre 1913, Trajektierung eines Personenzuges in Welle. Gegenüber steht die Ölmühle von Spyck.


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    Ende 1912 wurde der Trajektverkehr eingestellt und die Gleisrampen auf beiden Ufern abgebaut.

    Die Fahrgäste wurden mit einem Dampfboot übergesetzt.

    Während des Ersten Weltkriegs wurde der Zugbetrieb auf zwei Zugpaare reduziert.

    Nach Kriegsende kündigte die Nederlandse Spoorwegen (NS) den Vertrag und die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (DRG) betrieb den Zug- und Fährdienst noch bis zum 31. August 1926.

    Um 1930 wurden auf der rechten Rheinseite die Gleise der Strecke Welle – Elten abgebaut.

    Dagegen wurde linksrheinisch der Personenverkehr bis zum 29. Mai 1960 und der Güterverkehr zu der direkt am Rhein liegenden Ölmühle noch bis 1987 durchgeführt. Danach wurde auch dieser Streckenabschnitt stillgelegt.


    Bis heute erhalten blieb die 100 Meter lange Griethausener Eisenbahnbrücke die über den toten Rheinarm auf die Halbinsel Salmorth führt und dort mittels zwanzig Fachwerkträgerbrücken das Hochwasserbett überquert.

    Auf dem Damm von Griethausen beginnt die Brücke.


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    Das Geheimnis des guten Zustandes der Brücke liegt im Werkstoff! Das im Puddelverfahren hergestellte Schmiedeeisen zeichnet sich durch einen sehr niedrigen Gehalt an Kohlenstoff und einen hohen Gehalt an Phosphor aus. Beides beeinflusst in Verbindung mit geringen Kupfer- und Nickelanteilen die Korrosionsbeständigkeit des Werkstoffs mit der Wirkung, dass die Brücke so gut wie nicht rostet, obwohl der letzte Schutzanstrich in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre aufgetragen wurde.


    Eine zweite Infotafel neben dem leider verschlossenen Tor zur Brücke erzählt von alten Eichenpfählen im Wasser.


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    Die konnte ich leider nicht sehen weil gerade das Sturmtief Sabine über uns hinweg zog und für Hochwasser sorgte.


    Um zum Platz der Trajektanlage von Spyck zu kommen überquerte ich die Straßenbrücke zur Halbinsel Salmorth.

    Davor musste ich durch das "Rheintor" im Damm von Griethausen fahren.


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    Dann konnte ich die Eisenbahnbrücke gut fotografieren.


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    In der Fortsetzung der Gleise über das Hochwasserbett des Rheins hat man auf einen Bahndamm verzichtet und Einzelbrücken mit Flutöffnungen gebaut.


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    Das gesamte Brückenbauwerk erstreckt sich über eine Länge von knapp 485 Metern.


    Die Rampen an der Ölmühle und am gegenüberliegenden Ufer sind nicht mehr erkennbar.


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    Da drüben müsste irgendwo der Eisenbahnhafen von Welle gewesen sein.


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    Trajekt Rheinhausen-Hochfeld


    Als bei Spyck das Trajekt überwiegend problemlos funktionierte erteilten die Preußen am 16. Juli 1863 die Konzession für den Bau eines Trajektes zwischen dem linksrheinischen Rheinhausen und dem Duisburger Stadtteil Hochfeld. An den Ufern wurden größere Hafenbecken ausgebaggert um die Anlegestellen von der Strömung freizuhalten. Die Gleisrampen führten mit einer Neigung von 1:48 von den Rangierbahnhöfen an beiden Ufern zum Wasser hinab. Für den Transport der Wagen wurden bei der Kölner Maschinenanstalt in Köln-Bayenthal fünf Fährponten bestellt. Die 47 Meter langen Ponten "Ruhr", "Lahn" und "Mosel" konnten jeweils acht Güterwagen oder fünf Personenwagen tragen. Die vierte Ponte, die 63 Meter lange "Rhein" trug zehn Güter- oder sieben Personenwagen. Die fünfte Ponte, genannt "Eisponte", fasste fünf Güterwagen. Auf jeder Ponte war neben dem Gleis eine Dampfmaschine mit 30 PS Leistung aufgestellt, die über ein Getriebe und eine 2,5 Meter große Seilscheibe die Ponte am Zugseil über den Rhein zog. Die Waggons wurden über eine fahrbare Landebrücke mit leichten Zwischenwagen auf die Ponte geschoben bzw. am anderen Ufer abgezogen.


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    Das Trajekt mit zwei Fährstraßen für den Güterverkehr wurde am 23. August 1866, und für den Personenverkehr am 1. September 1866 aufgenommen. Die dritte und vierte Fährstraße wurden erst im folgenden Jahr fertiggestellt.

    Durch Sturm, Hochwasser und Eisgang war der Trajektverkehr in jedem Jahr etwa vier Wochen lahmgelegt.

    Trotzdem stieg die Leistung der Trajektanstalt von 104.000 Wagen und 51 Lokomotiven im Jahre 1867 bis auf fast 350.000 Wagen und 286 Lokomotiven im letzten Betriebsjahr 1873 an.

    An Kohlen wurden im Jahr 1867 über 8 Millionen Zentner und 1873 über 28 Millionen Zentner über den Rhein befördert.


    Als die preußische Militärführung den Bau von Rheinbrücken außerhalb von Garnisonsstädten nicht mehr als problematisch betrachtete, genehmigte sie den Bau einer Eisenbahnbrücke als Ersatz für das Trajekt zwischen Rheinhausen und Hochfeld.


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    Am Heiligen Abend von 1873 lief sämtlicher Güterverkehr über die neue Brücke. Die Personenzüge wurden noch bis zum 14. Januar 1874 trajektiert. Danach wurden die Trajekt-Anlagen abgebaut.

    1925 baute man direkt neben der ersten Brücke eine zweite. Sie war den Anforderungen nicht mehr gewachsen und wurde abgerissen. Nur der Brückenturm auf der Rheinhausener Seite blieb stehen.


    Mein Besuch in Hochfeld begann am alten Eisenbahnbassin das gerade von Dreck befreit wurde den "Sabine" reingeblasen hatte.


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    Die Rampe existiert nicht mehr.


    Am Hafen entlang ging ich in Richtung Brücke.


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    Es schien zwar momentan die Sonne, aber der starke Wind war eisig.


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    Die neue Brücke wurde auf dem erweiterten alten Brückenpfeiler in Strommitte gelagert.


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    Nicht nur Brückenturm, sondern ein kleines Kunstwerk, meine ich.


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    Er befindet sich übrigens in Privatbesitz.


    Die Brückenrampe auf der Hochfelder Seite.


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    Damit bin ich am Ende meiner Exkursion auf den Spuren der Trajektanlagen am deutschen Niederrhein.

    Es ist sicher nicht für jeden interessant, aber mich hats fasziniert.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Also, Bild 3 zeigt kein Costa-Schiff sondern ein Blick in das Dolby Theatre, früher Kodak Theatre in Hollywood.

    Dazu passt auch die Insolvenz.

    Vielen Dank für die prima Vorarbeit, Tom!


    Groetjes von waldi :174: