Ohhh..., schon vorbei?
Ich hatte mich gerade daran gewöhnt Deine tollen Bilder mit etwas Hintergrund zu unterlegen, Jofina. Naja, die nächste Kreuzfahrt ist nahe! ![]()
Zum zweiten Teil von Valencia habe ich noch einige Anmerkungen.
Vor den Bildern der Catedral de Santa María (Bild 3) und der Basílica de la Virgen de los Desamparados (Bild 4) - den Namen der ersten Kirche brauche ich nicht zu übersetzen, der deutsche Name der zweiten Kirche ist Basilika Unserer Lieben Frau von den Verlassenen - in Valencia zeigst Du uns einen geflügelten Mann.
Es ist die Skulptur des El Arcángel San Miguel (Erzengel Michael). Diese geschichtsreiche Skulptur führt uns zu einer der wichtigsten Institutionen zurück, die heute in Valencia verschwunden ist, die Casa de la Ciutat. Jahrhundertelang war San Miguel der Hauptschutzpatron von Valencia, bevor er seine Position mit San Vicente Mártir und später mit San Vicente Ferrer teilen musste. (Vinzenz von Valencia, auch Vinzenz von Saragossa war ein Märtyrer in Hispanien. Vinzenz Ferrer war ein valencianischer Dominikaner und Prediger.)
Die Casa de la Ciudad de Valencia war ein altes Gebäude, das als Sitz des Gemeinderats von Valencia diente. Es stand an dem Ort, an dem sich heute die Gärten des Palastes der Generalitat Valenciana befinden. Es wurde zwischen 1302 und 1342 erbaut und bis ins sechzehnte Jahrhundert nach und nach erweitert. Nach dem Abriss zwischen 1850 und 1856 wurde die Stadtverwaltung in das neue Gebäude des Stadtrats von Valencia den Palacio de la Generalidad verlegt. Den kann man auf dem Bild nach den Krippenbildern im Hintergrund des Brunnens sehen. Die himmlische Gestalt des Erzengels Michael wurde nicht nur in religiösen Kreisen verehrt, sondern verkörperte auch Gerechtigkeit, Wachsamkeit und bürgerliche Ordnung – Tugenden, die (angeblich) eng mit der Stadtverwaltung verbunden sind. Aus diesem Grund stand sein Bild in einem der emblematischsten Räume der Casa de la Ciutat, der Kapelle der Juraten, einem Gebetsort für die Geschworenen und Ratsmitglieder, die das Schicksal Valencias in der Foralzeit bestimmten.
Als das Casa de la Ciutat 1854 abgerissen wurde gingen viele seiner künstlerischen Reichtümer für immer verloren. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beschloss der Stadtrat von Valencia den Geist dieser verschwundenen Institution wiederzubeleben indem er die Reproduktion mehrerer ihrer symbolischsten Bildhauerwerke förderte.
1967 wurde der Bildhauer Florencio Ramón Ruiz beauftragt, eine bronzene Nachbildung des gotischen Heiligen Michael mit dem Wachsausschmelzverfahren zu schaffen, mit dem Ziel, deren Haltbarkeit und öffentliche Präsenz zu gewährleisten.
Die Skulptur wurde in den Gärten des Palastes der Generalitat Valenciana aufgestellt, genau an der Stelle, die früher einen Teil des Geländes der Casa de la Ciutat einnahm. Dort, vor einer Steinkonstruktion mit gotischer Verzierung, steht das imposante Bild des Erzengels Michael. Dargestellt als mittelalterlicher Ritter mit Rüstung, Speer und Schild, dominiert er den Dämon, der die Gestalt eines Drachen annimmt, der an seine Füße gekettet ist. Es ist ein Bild, das das Religiöse überwindet und zu einer Allegorie von Ordnung über Chaos, von Licht über Dunkelheit wird.
Die Seite "Locos por Valencia" schreibt dazu:
"Die Figur des heiligen Michael steht nicht nur für den Glauben, sondern auch für die Erinnerung. Eine Erinnerung, die die mittelalterliche Stadtverwaltung, ihr verlorenes Haus und ihre verschwundene Kapelle mit ihrem ewigen himmlischen Wächter verbindet, der heute weiterhin schweigend über Valencia aus dem Schatten der Macht wacht."
Oben hatte ich schon den Brunnen vor dem Palacio de la Generalidad, dem Gebäude der Stadtverwaltung, erwähnt.
Der Fuente del Turia oder Turia-Brunnen (1976) ist ein Bronzewerk des Bildhauers Manuel Silvestre Montesinos, mit einer allegorischen Darstellung des Flusses Turia, umgeben von acht nackten weiblichen Figuren mit bäuerlichen Kopfbedeckungen, die die acht wichtigsten Bewässerungskanäle der Vega darstellen, welche die fruchtbaren valencianischen Obstgärten bewässern (Quart, Benáger und Faitanar, Acequia de Tormos, Mislata, Mestalla, Favara, Rascaña, Rovella). Die zentrale Figur, die sehr der römischen Figur des Gottes Neptun ähnelt, symbolisiert den Fluss Turia. Dieses Denkmal ist als Neptuns Brunnen bekannt, da es große Ähnlichkeit mit klassischen Werken griechischer und römischer Kunst hat.
Darunter zeigt uns Jofina den Miguelete-Turm (Valencianisch: Torre del Micalet), den Glockenturm der Kathedrale von Valencia.
Viel Freude auf der Kreuzfahrt zu den kanarischen Inseln, und grüße mir Elisabeth auf Madeira, Jofina!
Liebe Grüße von waldi ![]()
