Es gibt Grünkohl mit Bregenwurst und Stich

Es gibt 30 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Daniel_567.

  • Es gibt Grünkohl mit Bregenwurst und Stich


    Gestern habe ich spontan beschlossen, dass es nun Zeit ist, mal wieder einen Topf Grünkohl zu kochen. Da ich die Zutaten eigentlich immer vorrätig habe, ging es also heute los.


    Als erstes nehme ich ca. 1 Liter Wurstesuppe. Da es unter Umständen schwierig sein kann, vernüntige zu bekommen, koche ich mir 1x im Jahr selber welche und friere sie portionsweise ein.

    Da hinein kommen 2-3 klein geschnittene Zwiebeln und 1-2 Opferwürste, in diesem Fall Knacker, aber man kann auch Bockwurst, Pferdewurst ober Bratwurst nehmen. Das ganze lasse ich 30-40 min köcheln.



    Nun kommt das wichtigste, nämlich der Grünkohl, hinein, in diesem Fall der aus dem Glas nach Oldenburger Art. Ich habe auch schon welchen aus der Dose genommen, der muss wesentlich länger kochen, und ich hatte manchmal Probleme, Geschmack hinein zu bekommen.



    Das ganze lasse ich nun wieder ca. 30 min leicht köcheln. Dann komen 3-4 TL mittelscharfer Senf und 2 halbe Birnen aus der Dose, diese kleingeschnitten, mit hinein. Man kann auch frische Birnen nehmen, davon dann aber etwas mehr. Und nun alles nochmal 30 min bei niedriger Hitze ziehen lassen.

    Nun geht es ans Würzen. Ich nehme Salz und Pfeffer aus der Mühle, Muskat und Piment. Je nach Geschmack kann man auch noch Chayennepfeffer nehmen. Einmal ordentlich durchrühren, und dann die Opferwurst rausfischen.

    Und nun kommt die "Bregenwurst" und das Stichfleisch dazu, und wird im Kohl erwärmt.



    Die Bregenwurst nennt sich heutzutage Kohlwurst, und ist eine grobe Brühwurst, es gibt sie geräuchert und ungeräuchert, entweder frisch vom Fleischer des Vertrauens, oder aber auch an der Frischetheke oder abgepackt im Supermarkt.


    So, nun ist alles gar, und dann sieht es so aus. Wenn Ihr das riechen könntet. Lecker.



    Dazu gibt es heute Bratkartoffeln. Und morgen, denn nochmal aufgewärmt schmeckt er noch eine Nuance besser, Pell- oder Salzkartoffeln.


    Hier ging es vor einiger Zeit schon einmal um das Thema "Bregenwurst".

    https://www.schoener-reisen.at/thread/7463-gesucht-fast-vergessene-wörter/?postID=83666&highlight=bregenwurst#post83666


    Guten Appetit.


    Viele Grüsse, Daniel.

    Einmal editiert, zuletzt von Daniel_567 ()

  • hallo Daniel,


    schon seltsam für uns Süddeutsche, was es wenige Kilometer südlich des Nordpols für eigenartige Gerichte gibt. ;)


    Im Ernst. Bekannte aus Rothenburg an der Wümme, auch ein seltsamer Name, kochen das jedes jahr im Winter. Das ganze ist dann mit vielen Teilnehmern eine Art Party. Dazu zieht die ganze Mannschaft von Haus zu Haus und überall gibts Alkohol. ;)


    grüsse


    jürgen

  • und überall gibts Alkohol. ;)

    Ok den lass ich mir eingehen aber das andere bekommen die anderen.:174:

    Liebe Grüße :auto3:


    Es geht nicht darum , dem Leben mehr Tage zu geben ,

    sondern den Tagen mehr Leben.

    Cicely Saunders

  • Lieber Daniel!


    Danke, das sieht ja wirklich fein aus und ich kann den Duft erahnen. Bei Stichfleisch musste ich erst nachlesen. Dieses sei für den menschlichen Verzehr gar nicht mehr zugelassen, da die Bakterienbelastung zu hoch sei, las ich?


    Grünkohl koch ich mir in der kalten Jahreszeit ab und zu selbst, mit einem „Burenhäutl“, wie man hier in Wien sagt, dazu, auch fein!


    Johannes

  • Im Ernst. Bekannte aus Rothenburg an der Wümme, auch ein seltsamer Name, kochen das jedes jahr im Winter. Das ganze ist dann mit vielen Teilnehmern eine Art Party. Dazu zieht die ganze Mannschaft von Haus zu Haus und überall gibts Alkohol. ;)

    Hallo Jürgen.

    ROW kenne ich, da war ich mal vor 20 Jahren, schöner Ort.

    Hier werden von Vereinen und der FFW auch regelmässig Grünkohlwanderungen durchgeführt, jeder Teilnehmer hat einen Rucksack voll mit flüssigen Betriebsmitteln mit dabei. Es wird im Schnitt 10 km gewandert und die Rucksäcke werden geleert, manchmal wird eine Zwischen-Rast bei einem Bekannten gemacht, auch er stellt Flüssiges zur Verfügung. Und wenn der Trupp wieder zurück im Ort ist, wird gemeinsam Grünkohl gegessen. Und dann gibt es wieder flüssige Betriebsmittel. Schon seltsam.:)


    Viele Grüsse, Daniel.

  • Bei Stichfleisch musste ich erst nachlesen. Dieses sei für den menschlichen Verzehr gar nicht mehr zugelassen, da die Bakterienbelastung zu hoch sei, las ich?

    Hallo Johannes.


    Ja, bei dem eigentlichen "Stichfleisch" ist es so, wie Du sagst. Zumindest hier in meiner Region (nördliches Harzvorland) wird der Begriff zwar immer noch verwendet, gemeint ist hier Wellfleisch bzw. Bauchfleisch.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Kesselfleisch

    mit einem „Burenhäutl“, wie man hier in Wien sagt, dazu, auch fein!

    "Burenhäutl" habe ich mich eben belesen, die sieht auch lecker aus und schmeckt mit Sicherheit auch so.


    Bei Grünkohl gibt es ja ein Nord-Süd-Gefälle, südlich des Harzes kenne ich eigentlich kaum Jemanden, der diesen isst, dort ist es oft als Hühnerfutter verschrien. Umso mehr freut es micht, dass Du ihn in Deiner Heimat Wien kennst und Dir auch hin und wieder welchen kochst. Aber allzu verbreitet ist Grünkohl dort nicht, oder?


    Viele Grüsse, Daniel.

  • Tolles Essen Daniel!

    Ich liebe Grünkohl. Habe ich dieses Jahr schon einmal gegessen. Da muss ja erstmal 1 x Frost drüber gewesen sein. Du siehst schon, Glas oder Dose wäre für mich ein No-Go. Aber der Rest ist schon ähnlich, nur dass ich manchmal Kassler anstatt des Wellfleisches reinmache. Wenn ich nach D zum Einkaufen komme, dann nehme ich Mettenden mit - ich nehme an, das ist so ähnlich wie Deine Bregenwurst.

    Und wenn ich es mit lokalen Sachen hier in NL hinkriegen muss, dann kommt diese

    https://www.vers-inspiratie.nl…orst/geldrookw_grof_O.jpg

    = Gelderse Rookworst darein.

    Dass es den nächsten Tag noch viel besser schmeckt, kann ich nur bestätigen. Dann ist es richtig durchgezogen. :up:


    Liebe Grüße

    Helga

  • Hallo, Daniel,


    Grünkohl gehört sehr wohl in die Altwiener Küche und wird auch in Wiener Beisln serviert. Er wird hier auch Burenkohl genannt. Ich habe das Gefühl, dass er auch wieder modern wird. Die leicht bittere Note hebt ihn von anderen Kohlsorten ab und Bitterstoffe haben ja durchaus einen gesunden Effekt.


    In Bioläden erfreut er sich zunehmender Beliebtheit.


    Hier wird etwa auf Grünkohl mit Pinkel verwiesen, aber Pinkelwurst glaube ich, bekommt man hier nicht, muss mal nachfragen.


    http://www.naturkost-spittelbe…ca--250g.html?language=de


    Johannes

  • Er wird hier auch Burenkohl genannt. I

    Das ist ja lustig! Hier in NL wird er auch boerenkool genannt (im Niederländischen wird "oe" wie "u" ausgesprochen).

    Die leicht bittere Note hebt ihn von anderen Kohlsorten ab und Bitterstoffe haben ja durchaus einen gesunden Effekt.


    In Bioläden erfreut er sich zunehmender Beliebtheit.

    Ja, man spricht in Zusammenhang mit Grünkohl manchmal auch von dem neumodischen Begriff "superfood".


    Liebe Grüße

    Helga

  • Hallo Daniel,


    ich Grünkohl von meiner Oma von früher noch, denn meine Oma war gebürtig aus Westfalen.


    Meins war es nie so, aber Heinz schon, seitdem er den Grünkohl mal probiert hatte, obwohl er von Bayerisch-Schwaben ist.


    Zitat von Daniel

    die "Bregenwurst"


    Bei meiner Oma sah die Wurst genauso aus wie deine, nur hießen die bei ihrem Metzger Kränzchen und waren geräuchert.


    Liebe Grüße

    Steffi

  • Ich mag auch gerne Grünkohl im Winterhalbjahr essen. Es gibt hier sogar in Spanien an der Costa Blanca ein Lokal, welches ihn gelegentlich im Angebot hat. Hier mal ein Foto.




    Es war ein schöner Abend mit netten Leuten. Wir waren alle begeistert von dem Essen.

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Zitat von Jofina

    Wir waren alle begeistert von dem Essen.

    Hallo Jofina,


    das Essen schaut auf dem Foto auch sehr lecker und ansprechend aus.


    Zitat von Jofina

    Es gibt hier sogar in Spanien an der Costa Blanca ein Lokal, welches ihn gelegentlich im Angebot hat.


    Das ist aber sehr schön, wenn fern ab der Heimat die einheimischen Gerichte angeboten werden.


    Liebe Grüße

    Steffi

  • nur dass ich manchmal Kassler anstatt des Wellfleisches reinmache.

    Hallo Helga.


    Ja, mit Kassler schmeckt das auch sehr gut. Nimmst Du dann auch die Fleischbrühe mit dazu? Manche nehmen auch Schmalz.

    dann nehme ich Mettenden mit - ich nehme an, das ist so ähnlich wie Deine Bregenwurst.

    Ja, so ist es. Vielleicht variiert mal ein Gewürz etwas, aber das macht wahrscheinlich jeder Fleischer nach seinem eigenen Geheimrezept.


    Liebe Grüsse, Daniel.

  • Meins war es nie so, aber Heinz schon, seitdem er den Grünkohl mal probiert hatte, obwohl er von Bayerisch-Schwaben ist.

    Hallo Steffi.


    Ja, entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht. Bei uns ist es so, dass meine Frau ihn nicht isst, meine Mutter isst ihn, mein Vater wieder nicht.

    Schön, dass Heinz auf den Geschmack gekommen ist.


    Liebe Grüsse, Daniel.

  • Ich mag Kohl in vielen Variationen - aber Grünkohl habe ich noch nie gegessen.

    Du beschreibst ein Rezept, Daniel , mit Zutaten ,die ich erst hier im Forum kennengelernt habe,


    Bregenwurst und Stich


    Wurstesuppe.


    Opferwürste,

    Und das Resultat ??

    Wenn Ihr das riechen könntet. Lecker.

    Schade, dass noch kein Duftinternet gibt.

    Ja, ich würde es gern probieren.


    Sieht alles sehr appetitlich aus,

    Ein richtiges Winteressen, denke ich .


    Und wie oft bei Kohl oder Kraut - am nächsten Tag schmeckt es auch noch , sogar oft besser. Wie praktisch!


    Ich muss nächste Woche mal auf den Wochenmarkt gehen und schauen ob es Grünkohl gibt.

    In Gläsern hab ich ihn bei uns auch noch nie gesehen. Ist der schon gewürzt ??


    Danke für diesen Blick in Deine Küche!


    Liebe Grüße,

    ELke

    Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.


    Epiktet
    * um 50, † um 138

  • Gemeinsames Grünkohlessen ist bei uns Tradition. Im Januar/Februar sind an drei Terminen etwa 50 Personen bei uns zu Gast. Danach mag ich keinen Grünkohle mehr sehen. Da wir noch nie eine(n) Kohlekönig/Kohlkönigin ermittelt haben, findet das Essen nach wie vor bei uns statt.


    Vor wenigen Jahren haben wir den Grünkohl noch selbst angebaut, aber nachdem ich den Kohl einmal aus Eis und Schnee ausgraben musste, nehmen wir den Tiefkühlkohl aus dem Supermarkt, das vereinfacht die Sache ungemein. Kasseler Rippenspeer/Nacken, Mettenden und Speck gehören in den großen Topf.


    dsc_1893.jpg


    Etwas Gänseschmalz, Senf und ein paar Zwiebeln finden im Einkochtopf auch noch Platz.


    dsc_1896.jpg


    Ich hatte vor zwei Jahren schon einmal darüber berichtet - Daniel, was hast du da für Erinnerungen geweckt! Unser Forumsmitglied Karin wollte damals zum nächsten Grünkohlessen die im Norddeutschen dazugehörigen Pinkel beisteuern, hat es aber leider nicht mehr erleben dürfen.


    Daniel, herzlichen Dank für deinen kulinarischen Beitrag mit den für manchen verbundenen Erinnerungen!


    Lieben Gruß,

    Klaus

    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.
    (Albert Schweitzer)

  • Hallo Elke.


    Manche Bezeichnungen sind dann doch regionaler, als ich dachte.

    Zum Beispiel "Stich", da bin ich erst durch den Beitrag von Johannes wieder darauf gekommen, dass es eigentlich eine alte Bezeichnung ist und es dieses so gar nicht mehr gibt.

    Eine gute Wurstesuppe oder auch Wurstbrühe zu bekommen, ist problematisch, da der Fleischer bemüht ist, das beim Kochen und Brühen der Wurst so wenig wie möglich platzen, und Hausschlachtungen nicht mehr allzu oft stattfinden. Ich hole mir von meinem Fleischer manchmal diese Brühe als Basis, und dann koche daraus, wie in Beitrag 1 geschrieben, eine ordentliche Suppe daraus, indem ich z.B. Leberwurst, Rot- bzw. Blutwurst, manchmal noch ein Stück Fleisch darin zerkoche, noch ein bisschen Majoran mit rein.

    Ja, und die "Opferwurst", die gibt nochmal einen guten zusätzlichen Geschmack, sie ist nach 1 Stunde im Topf total ausgekocht, ich habe die Wurst praktisch geopfert.


    Bei Grünkohl im Glas ist es unterschiedlich, selbst bei Kühne gibt es verschiedene Sorten, mancher ist schon servierfertig, mancher ist nur vorgegart. Der servierfertige ist schon gewürzt, allerdings kannst Du ihn noch verfeinern. Den Lipperland aus der Dose habe ich auch schon genommen, der ist noch ungewürzt.

    Falls Du keinen Grünkohl auf dem Markt oder als Konserve bekommen solltest, ihn aber gern mal kochen möchtest, dann kann ich Dir gern ein paar Dosen schicken, wenn Du möchtest.:)


    Liebe Grüsse, Daniel.

  • Hallo Klaus.


    Ja, das mit dem selbst angebauten Grünkohl kenne ich hier auch noch von meinen Grosseltern. Oma hat jedes Jahr welchen in ihrem Garten angebaut, den ersten Frost abgewartet, dann geerntet (auch schon, so wie es Dir erging, im Schnee), etliche Kisten voll, dann alles von den Strunken abgepult und dann gekocht.

    Und er wurde auch so in etwa zubereitet, wie Du in Deinem Rezept schreibst.

    Ich habe es auch schon so versucht, aber so richtig habe ich ihn nicht hinbekommen, na ja, der Kassler, den es hier manchmal zu kaufen gibt, ist oft auch nicht mehr das, was er mal war. Ob es daran lag?


    Pinkel ist auch lecker, den gab es bei meiner Tante in Nienburg/Weser immer, hier bekomme ich ihn leider auch nicht. Dafür macht mein Fleischer des Vertrauens eine gute Kohlwurst bzw. Mettenden nach einem speziellen Rezept. Er hat seine Lehre damals bei einem Fleischer der alten Schule in der Nähe von Hannover gemacht, und daher stammt dieses.


    Die Wahl des/der Kohlkönigs/in ist eine schöne Sache, die kannte ich noch nicht, das macht Spass, wenn man so in geselliger Runde beisammen ist.


    Liebe Grüsse, Daniel.

  • Na, ihr habt mir ja richtig Guster gemacht, wieder einmal Grünkohl zu kochen. Heute gibts bei mir Steirisches Wurzelfleisch. Köchelt schon alles, wenns fertig ist, gibts ein Foto.


    Die Opferwurst hat bei uns der Physiker und Kabarettist Werner Gruber bekannt gemacht:




    Johannes

  • Ja, mit Kassler schmeckt das auch sehr gut. Nimmst Du dann auch die Fleischbrühe mit dazu? Manche nehmen auch Schmalz.

    Hallo Daniel,


    bedingt durch meinen Wohnsitz in NL muss ich immer sehr flexibel sein, da es hier einfach nicht alles gibt oder nur sehr selten. (Die Geschmäcker sind hier einfach anders ^^)

    Fleischbrühe nehme ich meistens nicht zum Köcheln des Grünkohls, sondern Gemüsebrühe.

    Schmalz kann man zum Abschluss einen Esslöffel hinzugeben (Kohl muss glänzen :)), allerdings ist Schmalz hier auch nahezu unbekannt, manchmal bekomme ich das im polnischen Laden oder eben in D.

    Würzen tu ich auch nur sehr wenig: Salz, Pfeffer, gemahlener Kümmel und einen Hauch gemahlenen Salbei. Der Grünkohl hat einfach einen wunderbaren Eigengeschmack, da braucht m.M. nicht so viel rein.


    Liebe Grüße

    Helga

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