Beiträge von Johannes56

    Lisboa, Portugal, Convento do Carmo


    Meine Frau fragt mich beim Nachtmahl: „na, was gibt es Neues am Forum, neue Nepomuks?“. Just in diesem Moment, vielleicht eine Minute später, erhalte ich eine E-Mail von meinem älteren Sohn. Ich erhalte selten E-Mails von meinem älteren Sohn, aber diese E-Mail beinhaltete eine besondere Information.


    Er stöberte auf seiner Festplatte und sah sich auch Fotos vom Convento do Carmo durch.




    Unter den Fotos fand er diesen Nepomuk, den er im Juni 2017, als ich gerade meine ersten Nepomuks fotografierte, aufnahm. Die Bedeutung dieses Fundes wurde ihm erst heute klar, denn es ist der erste Nepomuk hier am Forum aus Portugal!



    Diese Statue ist 3,35m hoch und misst samt Sockel stolze 6m. Sie wurde 1743 von einem Bildhauer aus Padua, Giovanni Antonio Bellini, João António de Pádua, geschaffen, nachdem er nach einer wundersamen Rettung von einem Schiffswrack gerettet wurde. Er schrieb die Rettung dem Wundertäter Johannes v. Nepomuk zu.


    Die Inschrift verweist darauf:



    Sinngemäß steht hier:


    „Für St. Johannes Nepomuk, den neuen Thaumaturgen der Welt, den Herrscher über Erde, Feuer, Wasser und Luft und, über all dem, den Patron der Gewässer, hat ein Verehrer in Anerkennung seines Beschützers, nachdem er gerettet wurde, diese Statue 1743 errichtet.“


    Am 8. Jänner 1744 wurde die Statue in Anwesenheit der Königin Maria Anna v. Österreich, der Gemahlin von König Johann V von Portugal, eingeweiht. Die Ironie des Schicksals war, dass den Geretteten, der die Statue errichten ließ, der Tod elf Jahre später beim großen Erdbeben in Lissabon ereilte. Er wurde nie gefunden, seine Statue überstand jedoch unbeschadet auf dem ursprünglichen Standort auf der Ponte de Alcântara.


    Als Gedenken wurde sie in die Ruine des damals beim Erdbeben zerstörten Klosters gestellt.


    https://statues.vanderkrogt.ne…webpage=ST&record=ptli022


    Johannes


    (Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Simon D.)

    Enns, Bezirk Linz-Land, Oberösterreich


    Den zweiten Nepomuk habe ich etwas unterhalb des Kirchenplatzes gefunden. Hier der Blick auf die Kirche vom Stadtturm aus gesehen:



    Diese Statue stand ursprünglich am Kirchenplatz und musste einem Kriegerdenkmal weichen.



    Die Familie Hohenlohe ließ die Statue vorbildlich renovieren, das Eigentum wurde am Sockel vermerkt.




    Die Statue steht bei der Stiege, die die Linzerstrasse mit dem Bahnweg verbindet.




    Johannes

    Enns, Bezirk Linz-Land, Oberösterreich


    Gerade in schlechten Zeiten darf man dem Nepomuk nicht untreu werden, und so bin ich am Rückweg von einer Reise nach Steyr nach Enns gefahren, wo Donau und Enns zusammenfließen und die Enns die Grenze zu Niederösterreich bildet.


    Hier muss es doch zumindest einen Nepomuk geben!


    An der Ennslände Am Damm wurde ich dann das erste Mal fündig:



    Gehen wir also hinauf zu ihm:



    Die Statue wurde schon mehrmals versetzt, aber jetzt hat er einen schönen Platz mit Blick auf die Enns und einem Bankerl bekommen:







    Die Inschrift auf der Marmorplatte am Sockel war gar nicht so leicht zu entziffern. Hier steht (wörtlich):


    „Ewiges Denckhmall

    Der schuldigsten Dankbarkeit

    Ihren Neuerwählten Heyl. SchutzPatron

    Joanni Nepomuceno

    WeLChen zV Ehren Diße BiLDnVs

    Ware gesetzet WorDen

    Von Seiner Königl. Stadt Enns aufgerichtet

    Dasselbe

    Anno 1741 den 31 Decembris von

    16 Wochen langer höchst beschwärlicher

    ChurBayrisch = und Französischer

    feindlichen Qauarnison durch

    Hochgräfl. Excell. Deren Hern

    Ludwig Graf v. Reuenhiller

    unserer dermaßen gnadig zu Hungarn

    Königl. Maiestat

    MARIA TAERESJA

    Comandierenden General Feldt

    Marschaln Erfreulichst befreijet worden.“



    Die Statue wurde als Erinnerung an den Erbfolgekrieg errichtet. Mit der Rechtschreibung und Satzstellung hatte man es damals nicht so genau genommen, auch musste zwecks Chronogramm aus einem I ein U werden, sodass aus dem Bildnis einfach ein Bildnus gemacht wurde, aber wenigstens schön geschrieben hat der Verfasser, meint schmunzelnd


    Johannes

    Das ist eine schöne Geschichte und es muss ein besonderes Erlebnis gewesen sein, nach zehn Jahren dann das renovierte Schloss zu sehen. Sogar deine beanstandeten Laternen wurden entfernt!


    Ich würde sagen: die Renovierung und Revitalisierung ist gut gelungen! Danke für den Bericht,


    Johannes

    Lučko, Ortsteil von Zagreb, Novi Zagreb, Kroatien

    Mein Kroatischer Kollege vermittelte mir gestern einen Termin in der RIMOKATOLIČKA ŽUPA SVETOG IVANA NEPOMUKA vor der um 18:30 am Donnerstag stattfindenden Messe.



    In der Dunkelheit kann man den hl. Nepomuk außen an der Kirche schwer erkennen.



    Aber das spielt hier keine Rolle, denn das Innere der Kirche bietet eine absolute Besonderheit von Nepomuk-Geschichte auf Fresken, die man erst vor ca. 40 Jahren freigelegt und restauriert hat. Davor waren alle Fresken komplett übermalt. Sie sind etwa 200 Jahre alt.


    Aber betreten wir erst einmal die Kirche, findet sich ein Gnadenbild am Eingang.



    Danach der Blick in die Kirche. Da lasse ich mir immer Zeit, um das gesamte Ensemble auf mich wirken zu lassen. Hier blicken wir auf die gesamte Lebensgeschichte des Johannes von Nepomuk bis zu seinem gewaltsamen Tod.




    Aber zuerst sehen wir uns den Altar mit dem Hl. Nepomuk genauer an:






    Dann lassen wir uns Licht machen, sodass auch die Kuppel schön beleuchtet wird:



    Und nun richten wir unseren Blick hinauf in das himmlische Gewölbe




    Ob der Vielfalt des Bildes muss man genau schauen, um die einzelnen Szenen zu erkennen, in jeder Ecke eine andere, in der Mitte Nepomuk auf Wolken schwebend:






    Dargestellt ist Nepomuk als Pilger nach Altbunzlau, das Verhör mit Weigerung, das Beichtgeheimniss zu verraten, die Folter. Das vierte Bild kann ich derzeit nicht interpretieren, auf dem ein Mann seinen entblößten Arm hochsteckt. Ist das Nepomuk, der neben ihm kniet? ich lese etwas mit „Patienta“, soll es seine Zuwendung zu den Kranken zeigen? Ich weiß es nicht.


    Aber das ist noch lange nicht alles, es gibt weitere Fresken an der Decke im Kirchenschiff




    Der Hund des Königs, dem wir auch in Prag auf derKarlsbrücke begegnen ist auch dabei (oben links), unten links ist die Beichtszene zu erkennen.


    und oberhalb der Orgelempore:





    Hier sitzt der Hund beim Johannes v. Nepomuk an der Tafel mit König und Königin!


    Das Fresko, welches den Brückensturz zeigt, hat man nach der Freilegung belassen, wie es war:




    Leider konnte ich noch nicht herausfinden, wer der Künstler war und ich konnte auch noch nicht alle Darstellungen der einzelnen Szenen interpretieren. Irgendwie erinnert mich das ganze Konzept an die Minoritenkirche in Tulln:


    (5) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 5


    Ich hoffe, noch mehr über diese eindrucksvolle Kirche in Erfahrung bringen zu können.


    Johannes

    Razkrižje, Slowenien

    Nahe der Grenze zu Kroatien steht im Ort Razkrižje die Kirche Župnijska cerkev Svetega Janeza Nepomuka.




    Bei der Kirche befindet sich das Pfarrhaus.



    An der Fassade ist auch die Beichtszene dargestellt.




    Leider war niemand im Pfarrhaus zugegen, der mir die Kirche aufsperren konnte. Aber Johannes gibt ja nicht so leicht auf. Also spazierte ich ins Gemeindeamt, wo ich zwei nette und hilfsbereite Damen antraf. Sie vermittelten mir den Mesner, der auch in kurzer Zeit herbeieilte, um mir die Kirche zu öffnen...


    Vielen Dank!



    Die Seitenaltäre:




    und schließlich der Hauptaltar:



    Da standen dann die vier Johannes:




    Links Johannes der Evangelist, rechts Johannes der Täufer, in der Mitte Johannes von Nepomuk und staunend davor Johannes, der den Altar fotografierte.


    Der Schweigeputto:



    Und der beschwingte, sehr poppige Johannes von Nepomuk, der mich irgendwie an John (!) Travolta in Saturday Night Fever erinnerte.



    Seine Sterne hat er vor dem Discobesuch in der 2001 Odyssey sicherheitshalber an der Garderobe abgelegt?


    fragt sich


    Johannes

    Weinburg am Saßbach, Katastralgemeinde von Sankt Veit in der Südsteiermark


    Auf einer leichten Anhöhe in der Murebene liegt das Schloss Weinburg, welches sich im Besitz der Lucchesi Palli befindet.



    Vor dem Schloss steht eine offensichtlich recht alte, barocke Statue des hl. Nepomuk



    Sie steht zwischen zwei Magnolienbäumen, deren Knospen schon auf den Frühling warten. Was muss das für ein Anblick im Frühling sein!





    Samstags kann während des Gottesdienstes in der Schlosskapelle auch der Arkadenhof besichtigt werden. Leider war heute nicht Samstag, so konnte ich nur bei dem verschlossenen Tor durch das Schlüsselloch blicken....



    Da blickt man dann direkt auf eine Statue des hl. Nepomuk. Ein Ort zum Wiederkommen! Im Frühling an einem Samstag.....



    Johannes

    Breiteneich, Katastralgemeinde der Stadtgemeinde Horn, Niederösterreich


    Am Ortsende steht dieser Bildstock und schon von Weitem dachte ich mir: „was geht hier vor“?




    Nepomuk wird hier von den zwei Putti ganz schön bedrängt. Der eine hält ihm das Kreuz vor die Nase, während der andere von hinten so tut, als ob er mit der Märtyrerpalme auf den hl. Nepomuk einschlagen würde.



    Man beachte die Unschuldsmiene, welche noch mit der Schweigegeste verstärkt wird. So ein scheinheiliger Bengel!



    Johannes

    Kattau, Ortschaft in der Gemeinde Meiseldorf, Bezirk Horn, Niederösterreich


    Auf einer Brücke über den Viehgrabenbach, der in Kattau in den Maigner Bach mündet, steht diese eher moderne Nepomukstatue. Über das Datum konnte ich leider nichts herausfinden.



    Links der Hl. Vincentius, rechts der Hl. Nepomuk.




    Johannes

    Wien 1230, Liesing, Kalksburg


    Vor dem Jahreswechsel war ich ja in Liesing unterwegs und habe einige Nepomuks dort eingesammelt. Ich war auch in Kalksburg in der Pfarrkirche St. Petrus in Vinculis (St. Petrus in Ketten) und habe diese Fotos von der wunderschönen Kirche vor der hl. Messe angefertigt:




    Es war auch ein Ehepaar vom Pfarrgemeinderat in der Kirche und sie erklärten mir einiges über diese Kirche und das imposante Deckenfresko von Josef Keller.




    Ich hatte etwas in Wikipedia über die Glasfenster gelesen und dass sich dabei auch eine Nepomuk Darstellung befinden soll.


    Doch beim genauen Hinsehen wurde mir klar, dass dies nicht der hl. Nepomuk, sondern der hl. Borromäus in rotem Gewande ist. Im Kirchenführer, der von dem Ehepaar des Pfarrgemeinderates geschrieben wurde, ist dies auch richtig vermerkt.



    Erst zuhause fiel mir das große Gemälde mit der Überschrift S. Joannes auf.



    In der Kirche dachte ich mir noch, es sei Johannes der Täufer, das Gemälde war auch sehr schwer auszunehmen, es ist sehr dunkel und reflektiert das Licht.


    Heute bekam ich einige Fotografien von dem Herrn aus dem Pfarrgemeinderat, der damals in der Kirche anwesend war, zugeschickt (vielen herzlichen Dank!).


    Auf diesen Bildern ist klar zu erkennen, das es ich um den hl. Johannes v. Nepomuk handelt:


    Foto: Pfarre St. Petrus in Vinculis, Kalksburg


    Er kniet vor dem Gnadebild der hl. Maria mit Jesuskind, einer identischen Darstellung wie in Stará Boleslav, Altbunzlau, wohin Johannes v. Nepomuk häufig pilgerte.



    Foto: Pfarre St. Petrus in Vinculis, Kalksburg


    Rechts sieht man einen Putto sitzen, der die Schweigegeste macht.



    Foto: Pfarre St. Petrus in Vinculis, Kalksburg


    Diese Darstellung des hl. Nepomuk vor dem Gnadenbild aus Altbunzlau ist jedenfalls eine archetypische Darstellung, die ihn mit dem Marienkult in Verbindung bringt, was zu seiner unglaublichen Popularität maßgeblich beigetragen hat.


    Johannes