VILLENAS Burg, Altstadt, Museen und ein Goldschatz aus der Bronzezeit

  • Heute berichte ich Euch über einen sehr interessanten Ort, der im Hinterland der Provinz Alicante liegt, und zwar über Villena (ca. 34.000 Einwohner). Wir haben schon 2x dorthin einen Tagesausflug unternommen. Meine eingestellten Fotos sind ein Mix von beiden Ausflügen.


    Hier seht Ihr, wo sich Villena befindet.


    Zuerst zeige ich Euch Bilder von der Burg, dem Castillo de la Atalya, errichtet von den Mauren im 12. Jahrhundert. Im 13. Jahrhundert haben die Christen jedoch während der Reconquista (Rückeroberung) diese Burg bezwungen und für sich eingenommen.


    Zunächst Fotos vom Äußeren der schönen Burg.








    Ein Blick von der Burgmauer – als Vorgeschmack von der Aussicht weiter oben.




    Nun geht es weiter mit der Innenbesichtigung. Da entdeckten wir auch schon diesen Ritter.




    In diesem Turmzimmer haben Kriegsgefangene während des spanischen Unabhängigkeitskrieges (1808 bis 1813) Bilder in die rußgeschwärzten Wände geritzt. Der Feldzug Napoleons auf der Iberischen Halbinsel wird von spanischer Seite Spanischer Unabhängigkeitskrieg genannt.








    Einige enge Treppen führen weiter nach oben.




    Nun haben wir die Burgspitze erreicht und wir lassen die Aussicht auf uns wirken. Hier konnten früher im Mittelalter herannahende Feinde schnell entdeckt werden.










    Fortsetzung folgt demnächst...

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Liebe Jofina,


    wieder - wie schon so oft von Dir - schöne Bilder, ein interessanter Ausflug und Hintergrundinformationen, die sonst so nicht "mitgeliefert" werden.


    Danke!

    Susanne

  • Ich erinnere mich nicht, eine solch kompakte und außen abweisende Festung mit so vielen hintereinander gebauten Wehrmauern gesehen zu haben, wie Du sie uns auf dem ersten Bild zeigst.

    Und doch wurde sie bezwungen.

    Das erstaunt, so wie es erstaunt, wie so etwas im 12. Jahrhundert mt den damaligen Mitteln überhaupt erbaut werden konnte,

    Ein sehenswertes Bauwerk.


    Wieder lernen wir etwas aus Eurer Wahlheimat kennen, das man vermutlich als Badetourist kaum besucht.

    Danke !

    Bin gespannt auf die Fortsetzung.


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Eine imposante Anlage mit grandioser Aussicht! Hast du auch die Kirche besucht, die man von oben so schön sieht?


    LG


    Johannes

  • Hast du auch die Kirche besucht, die man von oben so schön sieht?

    Ich konnte auch in die Kirchen reinschauen und habe Fotos gemacht. Aber einen Nepomuk habe ich leider nicht entdeckt. ;)


    Wieder lernen wir etwas aus Eurer Wahlheimat kennen, das man vermutlich als Badetourist kaum besucht.

    Ja, das stimmt, diese Orte schaut man sich eher an, wenn man hier länger lebt oder man muss schon ein Liebhaber solcher Dörfer bzw. Kleinstädte sein. Aber Strände habe ich Euch ja auch schon reichlich gezeigt, insofern ist jetzt mal wieder das interessante Hinterland dran. ;)

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    Gruß Jofina

    Einmal editiert, zuletzt von Jofina ()

  • Ganz in der Nähe der Burg hat der ärmere Teil der damaligen Bevölkerung im 19. und 20. Jahrhundert sich in dem kalkhaltigen Felsen Höhlenhäuser geschaffen, also eng am Berg gebaute Häuser, quasi erweitert. Ein ortsansässiger Verein hat einen Teil dieser Höhlenhäuser freigelegt, renoviert und mit arabischem Inventar ausgestattet. Die Besichtigung eines Höhlenhauses war bei unserem Tagesausflug möglich.









    In Spanien wird in vielen Orten das Fest Moros und Christianos gefeiert.

    Hier ein Link dazu von Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Moros_y_Cristianos


    Prachtvolle Kostüme sind dabei zu sehen. Auch in Museen kann man sie bewundern. Diese Feiern live zu erleben, ist sicherlich sehr interessant, aber uns ist es zu laut und zu voll. Direkt bei den Höhlenhäusern konnten wir einen Raum besichtigen, in dem Bilder von den Umzügen der vergangenen Jahre hingen und einige Deko-Figuren mit der schönen und aufwändigen Kleidung.








    Nach dieser Besichtigung ging es weiter in die Altstadt


    Fortsetzung folgt...

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    Gruß Jofina

  • hallo Jofina,


    eine tolles Bauwerk in einem netten Städtchen, wo sich wohl fast nie ein ausländischer Tourist hin verirrt stellst du uns da vor.


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    Diese Festung beeindruckt schon sehr! Ich stelle mir gerade vor, ich wäre ein feindlicher Krieger und mein Vorgesetzter würde mich dagegen anrennen lassen. Da kann ich mir mein Ende spätestens beim Erreichen der Mauer vorstellen. :(


    Und doch wurde das Bauwerk bezwungen. Mit welchem Blutzoll, frägt heute niemand mehr. Ein Mosaiksteinchen mehr auf dem Weg der Reconquista.


    Klasse finde ich auch, daß zumindest ein Teil der Höhlenhäuser wenigstens als Museum erhalten werden konnte. Ich nehme an, daß die im Sommer schön kühl und im Winter nicht zu kalt waren, bzw. die Menschen sich hier vor den kalten Winden schützen konnten.


    Danke fürs Zeigen. Vielleicht schaffe ich es ja noch mal in diese Gegend nach Corona. ;)


    grüsse


    jürgen

  • Unsere Altstadtbesichtigung führt uns zunächst zur Marienkirche (Iglesia de Santa María). Sie wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Wir konnten auch einen Blick hineinwerfen.






    Danach geht es weiter durch den Ort...









    Hier haben wir unser Ziel erreicht und zwar die Plaza Santiago. Auf diesem Platz befindet sich u.a. die Kirche, das Rathaus und ein Palast aus dem 19. Jahrhundert. Hier hielten wir uns eine geraume Zeit auf, denn es gab viel zu besichtigen.





    Fangen wir also mit der Kirche = Iglesia de Santiago an. Sie hat mir sehr gut gefallen mit ihren diversen Seitenaltären und dem schönen Taufbecken.









    Fortsetzung folgt...

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    Gruß Jofina

  • Tolle Fotos, von teils menschenleeren Gassen. Eine schöne Altstadt und die Fotos in der Kirche geben gut die Stimmung wieder. Gefällt mir. Auch die Lichteffekte sind gut ins Bild gebracht.


    Johannes

  • Nun geht es zur nächsten Innenbesichtigung und zwar zum Festero-Museum, das in dem Stadtpalast untergebracht ist. Das Hauptthema ist hier auch wieder die Geschichte der Mauren- und Christenumzüge seit dem 19. Jahrhundert. So kann man sich schon vorstellen, wie schön herausgeputzt die Bewohner am Umzug teilnehmen.











    So zeigte man sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wenn man ausging (während der Winterzeit). Sehr elegant, nicht wahr?




    Als nächstes wurde das Rathaus angesteuert, denn hier ist das Archäologische Museum mit dem Goldschatz aus der Bronzezeit (1000 v.Chr.) ausgestellt. Dieser Schatz wurde übrigens erst 1963 entdeckt.


    Aber zunächst schauten wir uns im kleinen Museum um.












    Der wichtigste Fund ist hier wohl die Dama de Caudete aus dem 4. Jahrhundert vor Chr. Zu dieser Zeit lebten die Iberer in dieser Gegend. Auf Grund dessen spricht man auch von der Iberischen Halbinsel.

    Wikipedia-Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Dama_de_Caudete




    Danach ging es zur Hauptattraktion dieses Museums, also zum Goldschatz aus der Bronzezeit. Er wurde erst im Jahr 1963 entdeckt. Wikipedia-Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Tesoro_de_Villena


    Gewöhnlich ist der Schrank verschlossen und wird nur für Besucher zu bestimmten Zeiten für eine Weile geöffnet.









    Geht gleich weiter...

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    Gruß Jofina

  • Zum Abschluss unserer Tagestour besichtigten wir noch am Ortsrand von Villena das Santuario de Nuestra Señora de las Virtudes (Heiligtum unserer lieben Frau der Tugenden). Es wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Anschauen konnten wir es im renovierten Zustand.













    Das war es, was wir uns in Villena angesehen haben – schon sehr beeindruckend für diesen kleinen Ort im Hinterland der Costa Blanca. :)




    ENDE

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    Gruß Jofina

  • "Das war es, was wir uns in Villena angesehen haben – schon sehr beeindruckend für diesen kleinen Ort im Hinterland der Costa Blanca."


    hallo Jofina,


    das ist der Kernsatz deines Beitrags. Wirklich sehr beeindruckend. Mir gefällt zudem, daß diese wertvollen Fundstücke vor Ort geblieben sind. Bei uns in Bayern kommt alles was aus vergangener Zeit gefunden wird, nach München. Wenn überhaupt, dann bekommt der Fundort gerade mal Kopien der Fundstücke. Sicherlich ist es auch nicht ganz einfach, diese wertvollen Artefakte sicher aufzubewahren. Aber am Fundort sollten sie schon zu besichtigen sein. Das ergänzt einfach den Eindruck der gesamten Stadt perfekt.


    grüsse


    jürgen

  • Danke, liebe Jofina, für den mehrteiligen Bericht aus dem sogenannten Hinterland...


    Es sind eben sehr vielfältige Dinge, die die Welt schön machen - nicht nur das Meer und hohe Berge...


    Ich stimme Jürgen sehr zu, dass es wichtig ist, Wertvolles am Ursprungsort zu zeigen.


    Kleiner Exkurs: In vielen österreichischen Kirchen erfährt man, dass dieses Fresko abgenommen wurde und im Museum gezeigt wird. Oder andere bedeutende Figuren... Natürlich geht es auch um Schutz von Wertvollem.

    Aber allzu oft auch um die Entwertung der kleinen Landkirche. Nach dem Motto: das muss ins Museum in die Stadt.


    Wie denkt Ihr darüber?

    Susanne

    Einmal editiert, zuletzt von Susanne M ()

  • Als ich in #1 die Bilder von Villenas von oben gesehen habe, mit den nicht sehr attraktiven Wohnhäusern, hatte ich nicht geglaubt, dass die Stadt so viel Schönes birgt.


    Wie Jürgen bewundere ich, dass es in diesem Ort gelungen ist, historisch Wertvolles im Ort zu behalten.

    Susanne schreibt von "Entwertung" der Originalorte, wenn man nur Kopien sehen kann.

    Da hast Du sicher Recht, Susanne.

    Angehäufte Schätze in großen Museen überfordern den Besucher sehr oft.

    Hier kann man in Ruhe die überschaubaren Ausstellungsstücke bewundern und die Informationen lesen, ohne irgendwann todmüde zu sein.


    Mit welcher Bewunderung steht man vor den Originalen, z.B. vor diesem wunderbaren Goldschatz.

    Hoffen wir, dass er sicher genug verwahrt wird. (Ich denke da an den professionellen Diebstahl in Dresden)


    Jofina , werden in Villenas hohe Eintrittsgelder für die Sehenswürdigkeiten verlangt ?

    Ich hätte dafür Verständnis.


    Ganz herzlichen Dank für diesen reich bebilderten informativen Bericht über eine Sehenswürdigkeit in Spanien, die einen Besuch wert ist !


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Jofina, danke für diese ausführlichen und herrlichen Berichte.

    Habe selten so wunderschöne Fotos von Museen und Kirchen gesehen.

    Liebe Grüße

    Josef

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