Historische Eichmaße in Europa

Es gibt 25 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Johannes56.

  • Dieser Strang war ursprünglich ein einzelnes Rätsel von Heilbronn.
    Es entwickelten sich daraus über das Rätsel hinausgehende interessante Beiträge.
    Ich habe sie von den Rätseln abgetrennt und als neues BILDTHEMA eingrichtet.
    Bildthemen


    Eine Fortsetzung ist erwünscht und ganz bestimmt interessant.
    DANKE an alle, die mitmachen!


    Elke



    Was ist das?

    Wozu sind die grauen "Streifen" und wo sind sie?


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_21046



    Gruß,

    Elke

  • Liebe Elke.


    Das sieht so aus, als sei es ein gefliester Fussboden, eventuell auch Wand, aber dafür sind die Fugen zu unregelmässig. Könnte aber auch gemauerter Sandstein sein?

    Sind die Streifen am oberen Bildrand aus Metall?


    Liebe Grüsse, Daniel.

  • Daniel, es ist eine Mauer aus Sandstein, einem Baumaterial aus der Region.

    Die Streifen sind aus Metall.


    Gruß,

    Elke

  • Ich denke an alte Längenmaße

    Ja !:401:

    Die Maße sind aber nicht an einem Rathaus angebracht, sondern an der Kirche , die auch am Rande des Marktplatzes steht.

    Die Stadt hatte das Recht, die Maße festzulegen,


    Die gotische Kirche mit dem schönen Renaissanceturm wurde aus Sandstein erbaut.


    Über den Maßen sind die Namen eingemeißelt.

    Den Namen der Stadt habe ich unkenntlich gemacht .

    Die Maße heißen hier etwas anders


    ....... MESSRUT SCHU UND ZOLL HIE AUCH DER WILL DIE ELEN HOL


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    Gruß,

    Elke

  • Ui, da kann ich nur raten. Am Stephansdom sind auch alte Maße angebracht, dort sind es Tuchmaße, diese hier sind ja besonders auffällig.


    Gotische Kirche mit Renaissance Turm ist ja auch keine Seltenheit, sind ja in der Gotik mit den Türmen oft nicht fetig geworden.


    Vielleicht ist es die Kilianskirche in Heilbronn?


    Johannes

  • In Eisenach habe ich diese Maße auch schon gesehen....

  • Danke für Euer Interesse!

    Ihr habt alle irgendwie Recht !

    Es gibt in Deutschland viele Städte, die im Mittelalter ihre Maße festlegten und dies auch oft an der Kirche oder am Rathaus festhielten.

    Meist nahe am Marktplatz.

    So konnte jeder prüfen, ob er vom Händler über's Ohr gehauen wurde.


    @Johannes , Du hast richtig geraten/ vermutet

    Die Kirche mit dem wunderschönen Renaissanceturm steht in Heilbronn am Neckar.


    HAILPRONNISCH RUT SCHU ZOLL und ELE


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_21050


    DieMaße, umgerechnet auf die heute bei uns gültigen Meter und Centimeter waren von Stadt zu Stadt unterschiedlich.


    Für Heilbronnn habe ich folgendes gefunden


    Quelle:

    https://stadtarchiv.heilbronn.…3-schrenk-masse-63-74.pdf


    Zitat:

    "Die Heilbronner Maße finden seit dem 14. Jahrhundert Erwähnung. Genaue Angaben liegen aber erst für das Jahr 1575 vor.


    Alle diese Werte galten bis 1806. Sie wurden danach durch das Württembergische Maßsystem ersetzt.


    Vier alte reichsstädtische Längenmaße waren an der Nordfront der Kilianskirche eingelassen:

    Zoll (2,31 cm), Schuh (27,72 cm), Elle (58,26 cm) und Rute (445,10 cm)."

    Die Kilianskirche mit dem reich verzierten Turm wurde aus hellem Sandstein aus der Region gebaut ( und nach den Zerstörungen vom 4. Dez 1944 damit auch vollständig wieder aufgebaut)


    12_Kiloanskirche_Altar_4_2.jpg


    Ich habe als Kind in Heilbronn gewohnt und habe die Arbeit der Steinmetze in der Bauhütte am Fuß des Turmes auf dem Heimweg von der Schule oft beobachetet . Ich habe sehr bewundert, wie die geschickten Arbeiter gekonnt die Tiergestalten, Fratzen und Köpfe aus dem Sandstein herausmeißelten.

    p1120659_8.jpg


    HIer ab #6 etwas mehr über den Turm

    D- 1671 Baden-Württemberg > HEILBRONN > Kilianskirche > das Männle


    Mein Bericht über meine frühere Heimatstadt Heilbronn ist schon etwas älter

    Heilbronn, die kleine Großstadt am Neckar


    Danke für's Mitraten !


    Heilbronn hat sich herausgeputzt!

    Am 17, April 2109 beginnt die Bundesgartenschau.

    https://www.buga2019.de/de/index.php


    Ich freu mich drauf und werde sicher dort sein.


    Liebe Grüße,

    Elke




    Habt Ihr auch solch alte Messmarkierungen oder Ähnliches schon irgendwo gesehen?
    Fotografiert und zeigt sie uns !








  • Wir waren zum Lutherjubiläum in einer phantastischen Ausstellung auf der Wartburg in Eisenach und haben dort auch noch eine abendliche Stadtführung mitgemacht (empfehlenswert!)...sozusagen, die Welt v damals zu Luthers Zeiten aus Sicht einer Magd.

    Diese erklärte uns anschaulich die Sache mit den Maßen, die am Rathaus eingelassen sind, damit jeder gleich überprüfen kann, ob er übers Ohr gehauen wurde oder nicht.


    Und wisst Ihr, an was man einen unehrlichen Handwerker für immer erkennen konnte?


    Jeder Handwerker trug einen Ohrring seiner Zunft - der wurde ihm herausgerissen bei Unehrlichkeit.


    Und so entstand der Begriff des Schlitzohres!

  • Das waren früher drastische Strafen...

    aber Schlitzohren gibt es auch heute noch.

    Man sieht es nur nicht sofort.


    ( Wobei heute jemand eher augenzwinkernd so genannt wird, wird, finde ich)


    Ein Foto von den Eisennacher Maßen hast Du nicht zufällig gemacht?


    Gruß,

    Elke

  • Ich muss mal schauen gehe, Elke.


    Der Begriff scheint sich tatsächlich ein wenig gewandelt zu haben, vielleicht so in Richtung einer gewissen Bauenschläue.

  • Elke,


    wir waren beim abendlichen Stadtrundgang und das im Okt 17.

    Da wars zu dunkel um gscheite Bilder zu machen, aber im Kopf sind sie, genauso wie die Sache mit der Schlitzohrigkeit.

  • Interessantes Thema. Wir haben in unserer Stadt auf dem Marktplatz einen "Kornstein" von 1525. Das ist ein schön behauener Felsblock mit 4 unterschiedlich großen Kuhlen, die Maße für Getreide waren.

    Ja, unsere Vorfahren wussten sich zu helfen, auch wenn sie nicht unbedingt lesen und schreiben konnten.

    Da bin ich schon 100te Male vorbei gegangen, ohne mir Gedanken zu machen, was für ein Kulturgut da zu sehen ist.

  • Wir haben in unserer Stadt auf dem Marktplatz einen "Kornstein" von 1525. Das ist ein schön behauener Felsblock mit 4 unterschiedlich großen Kuhlen, die Maße für Getreide waren.

    Zeig ihn doch mal !


    Ich kenne aus Istrien ähnliche " Kuhlen" mit Löchern und Stöpseln, das waren Eichmaße für Olivenöl.

    Das muss in Gracisce gewesen sein ( Muss mal in meinen BIldern stöbern)


    Viele Grüße,

    Elke

  • Ja, genau, mit Löchern und Stöpsel.

    Werd mal ein Bild machen. Ob ich es dann auch hochladen kann, ist eine andere Frage, hab ein bisschen Bammel davor, ob ich es hinkriege.

  • hallo Elke,


    Genau, in Gracisce in Istrien steht so ein Ding. Zuhause auf der Festplatte habe ich sicher ein Bild davon.


    Grüsse


    Jürgen

  • In Wien am Stephansdom



    sind links am Haupteingang zwei Maße angebracht.



    Es handelt sich um Tuchmaße. Unweit des Stephansdoms, wenn man den Graben quert, befindet sich die Tuchlauben, wo edle Tücher gehandelt wurden. Auch heute befinden sich dort die prominentesten Modegeschäfte.





    Oberhalb der Tuchmaße am Stephansdom sieht man eine kreisförmige Einkerbung



    In Wiener Legenden wird das als Brotmaß interpretiert, wo man die Brotlaibe anhalten konnte. Waren diese zu klein, wurden die Bäcker mit dem Bäckerschupfen bestraft, indem sie, an einen Sessel angebunden in die Donau getaucht wurden.


    Jedoch stimmt diese alte, urbane Legende nicht. Wenn man auf der rechten Seite genau schaut, gibt es dort auch so eine runde Einkerbung. Die ist mit einem Kartenstandl verstellt und findet keine Beachtung.




    Die zwei kreisrunden Einkerbungen sind keineswegs ein Brotmaß, sondern Einkerbungen der Torverriegelungen von den Toren, die früher nach außen aufgingen.


    http://www.viennatouristguide.…dt/Stephansdom/z_brot.htm


    Aber viele Menschen in Wien glauben wider besseren Wissens lieber die Brotgeschichte, da sie einfach besser klingt. Legenden werden so oftmals zu vermeintlichen Wahrheiten.


    Heute würde man fake news sagen.



    Johannes

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