Beiträge von waldi

    Hallo Sylvi!


    Mein Sohn hatte im EuroParcs Resort Zuiderzee bei Biddinghuizen für zwei Wochen eine dieser containerartigen Ferienwohnungen gemietet.

    Ich war sehr skeptisch, aber ich habe mich dort recht wohl gefühlt.

    Der Park ist ziemlich neu und befindet sich noch im Aufbau.

    Das "Chalet" war wohl ein "Berkel 6" mit drei Schlafzimmern, Bad, zweite Toilette und großem Wohnraum mit Küche. Es hat alles funktioniert und es war sauber.

    Leider verfügte das Chalet nicht über eine Klimaanlage. Deshalb heizt es sich bei Sonnenschein recht schnell auf. An Ostern wurde es abends kühl und es ging leichter Wind. Türen und Fenster auf und für kuze Zeit Durchzug und es war wieder in den Räumen auszuhalten.

    Die leichte Bauweise sorgt für Hellhörigkeit und ein Anstoßen an der Wand überträgt sich gut. Die Eingangstür klemmte leicht und dadurch wackelte das Häuschen beim Schließen der Tür.

    Wir konnten auch abends draußen auf der Veranda sitzen.

    Am Grundstücksrand wurde während unserer Anwesenheit ein kleiner See gefüllt. Ich befürchte, dass dieses stehende Gewässer eine gute Brutgelegenheit für Stechmücken werden wird.


    Der Blick von der Veranda in der Dämmerung.


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    Das Zentrum des Parcs mit Restaurant und Einkaufsmöglichkeit und großem Spielplatz.


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    Über das Restaurant kann ich nichts berichten. Wir wollten mal dort Abendessen, haben uns aber umentschieden.

    Es kam ein Gruppe Männer, ca. 20 Stück, ließ sich am Nachbartisch nieder, und nacheinander kramten sie aus ihren Taschen rote, blaue, gelbe, usw. Perücken hervor, setzten diese auf und fingen an zu krakelen. Als sie dann anfingen zu singen und zu tanzen brachen wir unseren Aufenthalt auf der Veranda des Restaurants ab und suchten daheim was aus dem Kühlschrank. Es muss wohl ein "grazy british club" gewesen sein.

    Naja, Verrückte gibt es überall.


    Das Resort verfügt über einen eigenen Strand zum Veluwemeer und einen Hafen wo man Boote - auch Motorboote - mieten kann.

    Das Schwimmbad des Resorts war während meines Aufenthaltes geschlossen.


    Das Erkennungszeichen des Resort ist diese Tulpe.


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    Ich habe auch mir bisher Unbekanntes in Holland kennengelernt.

    Speculoos, eine Spekulatiuscreme, finde ich genial. Auch die dunkle Schokocreme! Lecker!


    Also Sylvi, weitere Infos findest Du in dem Link am Anfang.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Zufälligerweise habe ich für nächste Woche - wenn das Wetter mitspielt - eine Wanderung durch die Dünen von Overveen nach Zandvoort geplant.

    Im Moment ist es bei uns in Unterfranken noch recht ungemütlich. Aber es soll ja laaangsaaam wärmer und trockener werden.

    Ich wünsche es Dir, Helga!


    Mir ist bei meiner Strandwanderung keiner der erwähnten Bunkerreste des Atlantikwalls aufgefallen. Hat man die so gut getarnt dass man sie nicht sieht oder habe ich an der falschen Stelle gesucht?

    Falls Du so einem Überbleibsel der deutschen Strandschändung begegnest dann mach bitte ein paar Bilder davon.


    Deshalb ist Zandvoort eigentlich nur außerhalb der Saison empfehlenswert.

    Am Strand fand ich es gar nicht so schlimm für das Osterwochenende. Der Strand ist ja ziemlich lang und breit.

    Mir hat es gefallen.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Zandvoort



    "wo die Metropole die Küste küsst"


    oder


    "Sonnenbrand und Motoröl sind eine perfekte Kombination"



    So wirbt die Gemeinde Zandvoort um ihre Besucher.


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    An der Nordseeküste gelegen lebte die Stadt früher vom Fischfang.

    Das änderte sich im 19. Jahrhundert als die Prominenz den herrlichen Sandstrand zu bevölkern begann.

    1828 wurde das erste Badehaus eröffnet.

    Der aus Zandvoort stammende und in Amsterdamer Hotels praktizierende Physiotherapeut (damals noch Masseur genannt) Dr. Johann Georg Mezger war in der Hautevolee das Nonplusultra. Er brachte viele zahlungskräftige Patienten nach Amsterdam und Zandvoort.

    Deshalb hat man auch in Zandvoort eine Strasse nach ihm benannt.


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    So lockte er auch Kaiserin Elisabeth von Österreich nach Holland.

    Am Anfang der Mezgerstraat nennt sich eine Pension nach diesem ehemaligen hohen Gast.


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    Ein bescheidenes Häuschen das der Kaiserin und ihrer Suite sicher nicht gereicht hätte.


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    Im Mai 1884 reiste Kaiserin Elisabeth inkognito als "Gräfin von Hohenembs" nach Amsterdam, um dort wegen ihrer Gesundheit den berühmten Arzt aufzusuchen. Sie wollte ihre Ischias- und Nervenbeschwerden loswerden. Am 9. Mai 1884 fuhr Sie mit Ihrer Tochter Marie Valerie und Gefolge für einen langen Strandspaziergang nach Zandvoort. Denselben Abend dinierte sie im Hotel Kaufmann, in dem sie kurz danach, vom 18. Mai bis 10. Juni, auch logierte.

    Leider fiel dieses Hotel, so wie die ganze Strandpromenade, dem zweiten Weltkrieg zum Opfer.

    Der Zugang zum Strand war ab 23. Mai 1942 verboten. Einige Monate später musste fast ganz Zandvoort evakuiert werden. Alle Gebäude entlang der Küste, darunter Badehäuser, Hotels, der alte Wasserturm und der Boulevard mit den Villen, wurden von der deutschen Wehrmacht zerstört für den Bau des Atlantikwalls. Dutzende von Bunkern sind heute immer noch in der Gegend vorhanden.

    Die Strandpromenade von Zandvoort musste nach Kriegsende völlig neu aufgebaut werden.


    Weil ich unbedingt nach Spuren von Kaiserin Elisabeth in Zandvoort suchen wollte, verbanden wir meine Passion mit einem Aufenthalt am Nordseestrand. Ausgerechnet am Ostersonntag bei Kaiserwetter!

    Schon auf der Hinfahrt empfahl das Navi eine Umleitung wegen Stau in Richtung Nordsee. Ganz Amsterdam schien auf dem Weg zu seinem "Hausstrand" zu sein. Ich erinnere an der ersten Werbespruch hier oben: wo die Metropole die Küste küsst.

    Aber wir erreichten unser Ziel und nutzten die erste sich bietende Parklücke.

    Ich machte mich zu Fuß auf der Strandpromenade auf den Weg nach Zandvoort. Das waren etwa 2 Kilometer.

    Die Familie ließ ich am Strand zurück wo die Enkel im Sand buddeln und im flachen Wasser planschen konnten.

    Ein eindrucksvolles Erlebnis - zur Meerseite ein breiter Sandstrand und im Ohr das Motorengeheul vom "Circuit Zandvoort" wo Niki Lauda 1985 den letzten "Grote Prijs van Nederland" gewann der hier 30 mal ausgetragen wurde. Die DTM, das Formel 3 Masters und andere Rennen finden weiter hier statt. Derzeit bemüht man sich darum die Formel 1 wieder nach Zandvoort zu holen. Darauf bezieht sich wohl der zweite Werbespruch oben:

    Sonnenbrand und Motoröl sind eine perfekte Kombination.

    Man kann aber auch selbst einen Tag Rennfahrer spielen!


    Der...


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    ... war mein erstes Ziel.

    Dort steht eine Büste die Kaiserin Elisabeth von Österreich gewidmet ist.


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    Die Kaiserin - eingerahmt von Fietjes -


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    ...blickt verträumt auf das Meer.


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    Das würde sie sehen wenn sie nicht aus harter kalter Bronze bestünde.


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    Diese neue in Bronze gegossene Büste ist gefertigt von der Zandvoorter Bildhauerin Kitty Warnawa und wurde am 10. Oktober 2009 enthüllt.

    Die ursprüngliche steinerne Ausfertigung war durch klimatische Einflüsse zerstört worden.

    Sie war anlässlich der 700 Jahr-Feier der Stadt Zandvoort von Hans Annerl gemacht und am 28.08.2004 enthüllt worden.

    Die Wiedereinsetzung wurde ermöglicht durch den Rotary Club Zandvoort.

    So ist es auf dem Infoschild zu lesen.


    Auf dem Weg zu Elisabeth wunderte ich mich über die Verrenkungen einer jungen Frau. (links im Bild)


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    Erst auf den zweiten Blick erkannte ich die Seifenblasen.


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    Aber kaum jemand interessierte sich für ihre Kunst.

    Weil wir gerade bei der Kunst sind: Dieses "Denkmal" fand mein Interesse.


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    Naja, unbekleidete Frauen fand ich schon immer interessant. :roll:


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    Aber warum hatte man dieser Schönheit den Oberschenkel aufgeschnitten?


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    Obiges Schild veriet mir dass es ursprünglich eine Sandskulptur war, und dazu stand eine Bronzeskulptur des Bildhauers de Haan Modell.

    "Gewinner der Europameisterschaft Sandskulpturen 2017

    Thema: Holländische Meister (Bildhauer Eppe de Haan)

    gemacht von Fergus Mulvaney (Irland)

    gestiftet von: Stiftung Strandkorrels"

    Der Sandbildhauer Mulvaney gewann die EU in Zandvoort auch schon 2013 und 2014!


    Die EM Sandskulpturenbauen ist seit einigen Jahren fest mit Zandvoort am Meer verbunden.

    2011 fing es mit einer niederländischen Meisterschaft an und schon im Jahr darauf folgte die Europameisterschaft.

    Ein Ereignis, das seitdem in Zandvoort aan Zee zuhause ist.

    Im Juli werden wieder sechs Sandbildhauer aus verschiedenen europäischen Ländern um den Titel wetteifern.

    Große Sandhaufen werden in dieser Woche in erstaunlich detaillierte Skulpturen verwandelt.

    Alle Skulpturen werden im Einklang mit einem Thema erstellt. In diesem Jahr 2019 ist es "75 Jahre Freiheit" und erinnert an das Kriegsende.

    Strandsand eignet sich wegen der Struktur nicht zum Bauen von Skulpturen, daher wird eigens für die EM mit LKWs Flusssand angeliefert.

    In der Stadt und am Strandboulevard werden wieder neue Sandskulpturen entstehen.



    Bleiben wir bei der Kunst.


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    Der "sitzende alte Mann" blickt einsam aufs Meer.


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    Der Bildhauer Kees (eigentlich Korstiaan) Verkade wurde 1941 im nahen Haarlem geboren und hatte zeitweise auch ein Atelier in Zandvoort.


    Am zentralen Punkt des Strandboulevards traf ich auf diese Skulptur.


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    Sitzt da einer der sich seinen Mantel vor den Kopf hält?


    Auch bei näherem Hinsehen konnte ich keinen Sinn erkennen.


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    Betrachten wir mal die andere Seite.


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    Huch! Noch ne Unbekleidete.

    De Zonnebaadster (die Sonnenbadende) ist eine Bronzeskulptur des holländischen Bildhauers Jan van Luijn (1966).


    Die Haltung der Dame muss sehr anstrengend sein, oder?

    Ich würde das nicht lange durchhalten. Das arme Modell!


    Die Sonnenbadende steht im Zentrum einer Windrose und blickt in Richtung Westen, ...


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    ... direkt auf ein Gitter mit Liebesschlössern.


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    Darüber hinweg blickt man auf den zentralen Teil des etwa 9 Kilometer langen und bis zu knapp 200 Metern breiten Sandstrand.


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    Dort drüben am Horizont muss Brexitland liegen.


    Hinter der Nackten war Ostermarkt.


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    Rechts davon liegen auf einem Stück Brachland eine alte Seemine...


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    ... und ein zerfallendes Fischerboot.


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    Ein Freilichtmuseum?


    Auf dem Weg zum neuen Wasserturm...


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    ... der erst nach dem Krieg gebaut wurde und - inzwischen außer Betrieb - als städtisches Denkmal zerfällt,

    konnte ich beobachten wie die Seenotrettung ausrückte.


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    Beim Spaziergang durch die Kerkstraat...


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    ... lief ich über Glasplatten die in den Boden eingearbeitet sind.


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    Der "Walk of Fame" von Zandvoort sollte auch eine Kachel beinhalten mit dem Bild von Kaiserin Elisabeth.

    Ich habe sie bei meinem Besuch nicht gefunden, zeige Euch aber ein Bild aus meinem Archiv.


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    Am Ende der Kerkstraat traf ich auf das alte Rathaus.


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    Ein Stück weiter steht die katholische Kirche von Zandvoort - die Sint Agatha Kerk.


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    In der Vorgängerkirche betete einst auch die österreichische Kaiserin und trug sich sogar ins Kirchenbuch ein.

    Leider war die Kirche verschlossen.


    Etwas enttäuscht trat ich den Rückweg zum Strand an.


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    Ob der Aufenthalt in solchen Ferienwohnungscontainern angenehm ist?

    Sie stehen mir zu nah beieinander!


    Außer am den am Strand herumfahrenden Fischwagen und Pommesbuden kann man auch in einem der Strandlokale seinen Hunger stillen.


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    Hier traf ich wieder auf meine Familie.


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    Ein letzter Blick zurück auf Zandvoort.


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    Es waren zwar nicht viele Bilder von Zandvoort und seinem Strand, aber ein kleines Stück davon wollte ich Euch zeigen.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Es war nicht leicht zu finden, aber wenn man hartnäckig sucht...


    Nr. 7 ist die Le Hong Phong Brücke über den Cà Ty in Phan Thiết.

    Der Hinweis auf den angeblich so berühmten Wasserturm der 1934 vom laotischen Prinzen Souphanouvong erbaut wurde hat dabei nicht geholfen.

    Auch die Nähe zum Meer und einem Traumstrand brachten mich nicht weiter.

    Nur die intensive Suche bei den vielen Brücken in Vietnam war zielführend.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Na dann probier ich es noch mal mit Nr. 6 und tippe auf die Erasmusbrug über die Nieuwe Maas in Rotterdam.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Zu Nr. 1 habe ich nur Busy Brigde in Da Nang gefunden.

    Nr. 2 ist die Cầu Rạch Miễu über den Mekong, also auch in Vietnam.


    Nr. 6 ist die Signature Brigde in Dehli in Indien und ist damit die einzige im Rätsel außerhalb Vietnams.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Was für eine geniale Erfindung !!!

    So sehe ich das auch, Elke.

    Vielen Dank für diese Erklärung der Abfallbehälter mit Solardeckel, Helga!

    Das ist wirklich super gelöst. Eine einmalige Investition spart einiges an CO². Muss man doch nur 1 mal hinfahren und den Müll abholen wo sonst 5 (oder mehr weil man ja nachgucken muss) Fahrten notwendig gewesen wären. So kommt das Müllauto nur bei Bedarf! Wenn dieses nun noch emissionsfrei wäre...

    Warum machen das andere Kommunen zumindest an den Brennpunkten nicht auch so?



    fragt waldi :174:

    Das ist super!

    Herzlichen Dank, Johannes!

    Da hatte Helga völlig richtig vermutet.


    Hast Du denn auch ne Idee wozu ein Abfallbehälter Solarzellen braucht?


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Ob Marie Louise, Tochter von Kaiser Franz 1810 glücklich war , den Napoleon I heiraten zu müssen?

    Das Gegenteil ist zu vermuten, Elke!

    Es war eine rein politische Hochzeit die hauptsächlich von dem neuen Stern am politischen Wiener Himmel, Metternich, unterstützt wurde.

    Angeblich verabscheute sie Napoleon, der ihren geliebten Vater mehrmals militärisch gedemütigt hatte.

    Auch das französische Volk lehnte die Habsburgerin ab.

    Nach der - damals durchaus üblichen - Stellvertreterhochzeit im März 1810 in der Augustinerkirche in Wien machte sich die neue Kaiserin von Frankreich - auf Wunsch Napoleons wie einst Marie-Antoinette - auf den Weg nach Paris. Sie erfüllte ihre Pflicht und gebar einen Sohn, Napoleon II.

    Schon 1814, nach der Abdankung Napoleons, flüchtete Marie Louise mit Sohn nach Wien. Der einzige legitime Sohn Napoleon I. wurde am Wiener Hof erzogen, starb aber schon im Alter von 21 Jahren und wurde wie ein Habsburger in der Kapuzinergruft beigesetzt.

    Die junge Mutter kümmerte sich nicht darum sondern vergnügte sich mit dem Grafen Neipperg in Parma und gebar mehrere Kinder um die sie sich auch nur wenig kümmerte.

    Nach dem Tod von Napoleon I. heiratete sie (morganatisch) den Grafen was die 2 überlebenden Kinder legimitierte die später von Franz Joseph I. zu Fürsten Montenuovo befördert wurden.

    Marie Louise heiratete ein drittes Mal. Ob die Ehe mit dem Grafen Bombelles glücklich war?

    Marie Louise verstarb 1847 in Parma und wurde auch in der Kapuzinergruft beigesetzt.

    Die Heirat von Marie Louise mit Napoleon I. ist bei Wikipedia gut beschrieben.

    Auch das Leben Marie Louises ist dort zu finden.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Besuch bei Hänsel und Gretel


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    Unsere Kinder haben uns zum Pfannkuchenessen eingeladen.

    Zeewolde ist eine Gemeinde auf dem Polder Flevoland.

    Weit draußen, abseits von Trubel und Lärm, weist uns ein Schild den Weg.


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    Aber von wegen Ruhe und Abgeschiedenheit - am Osterwochenende wollten offensichtlich alle niederländischen Eltern ihren Kindern das Hexenhäuschen zeigen.


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    Es liegt bescheiden zwischen fantasievollen Gebäuden.


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    Über dem Torbogen beginnt die große Rutschbahn die nach rechts unten führt.


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    Ein Pavillon mit einem waghalsigen Turm.


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    Das Restaurant wo es die Pfannkuchen geben soll.


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    Der Eingang.


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    Im Eingang.


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    Über der Theke haut die Hexe in die Tasten und aus den Orgelpfeifen sprudeln bei einem Höllenlärm Seifenblasen.


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    In einem der Gasträume ist die Welt verkehrt und die Sachen hängen an der Decke.


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    In dem Gewusel kenne ich mich nicht mehr aus.


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    Der radelnde Hänsel?


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    Die zaubertrankbruzzelnde Hexe.


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    Über dem Schankraum verkehrt ein Güterzug.


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    In einem weiteren Gastraum hängen Gemälde alter Meister an der Wand.


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    Darüber ist eine Verjüngungsmaschine an der Arbeit.


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    Gegenüber dreht die Hexe an der Uhr.


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    Nicht nur die Enkel waren begeistert.


    Nun sollte auch unser Magen zu seinem Recht kommen und wir studierten die Speisekarte.


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    Ein Teil des Innenlebens der Speisekarte.


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    Ich hatte mir die dikke Heks ausgesucht.


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    Es hat prima geschmeckt!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Hallo Helga!


    Vielen lieben Dank für Deine Hilfe!

    Papiermülltonnen? :roll: Aber warum nicht?

    Elburg ist ja recht fortschrittlich in seiner Abfallpolitik!
    Ich habe mich über die solarbetriebenen Abfallbehälter gewundert.


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    Man kann es nur schlecht erkennen, aber der Deckel ist mit Solarzellen ausgestattet. :up:


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Danke, Elke!

    Es war leider nur ein Nachmittagsspaziergang durch diesen Ort, oder besser durch die ehemalige Festung Elburg. Es haben sich inzwischen außerhalb des Grachtenringes neue Stadtteile gebildet. Glücklicherweise blieb der Ortskern fast in seinem spätmittelalterlichen Stil erhalten. Ich habe darin kein Haus gefunden das nicht hineinpassen würde.

    Durch meine nachträglichen Recherchen habe ich viel dazugelernt. Ich hatte einfach drauflosfotografiert. Die Geschichten zu den Gebäuden, wie zum Beispiel die von den jüdischen Kindern, habe ich erst nachträglich erfahren. Bei einem Wiederbesuch würde ich schon mit anderen Augen durch dieses wunderschöne Städtchen wandern.

    Ich habe das Agnietenkloster und das Museum und das Bottenmuseum und die erhaltene Synagoge und den jüdischen Friedhof usw. nicht gesehen und mir nicht den Hafen angesehen, und in den Kasematten war ich auch nicht.


    In dem Ort Oostendorp, einem Ortsteil von Elburg habe ich übrigens meine einzige Windmühle fotografiert.


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    Windmühle "De Tijd", gebaut 1854, Getreidemühle, drehbar, reetgedeckt auf Steinsockel, Durchmesser 22,8 m,



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Hallo Rosi! Ich begrüße Dich herzlich in unserem Reiseforum!


    Ich finde nur einen Fehler: das dunkle Tor bei der Basilika heisst nicht so weil man " keine geeignete Beleuchtung" gefunden hat sondern weil dort bei den letzten Aufständen mehrere Jugendliche, die in einem Bus sassen und zu den Demonstrationen nach Budapest wollten, erschossen wurden.

    Ich habe meine Information von Wikipedia.

    Nevét a megfelelő világítás hiánya miatt kapta.

    "Sein Name ist auf die fehlende Beleuchtung zurückzuführen."

    Hast Du einen Beleg für Deine Behauptung, dass es sich dabei um einen Fehler handelt?

    Ich kann den Text im Beitrag nicht selbst ändern, aber die Admins darum bitten.

    Wie hiess dann der Tunnel vor 1956? Einfach nur alagút?


    Die Ereignisse 1956 waren schlimm. Ich bin ein großer Verehrer von Imre Nagy und und besonders von Pál Maléter.

    Auf die Ära Rákosi kann Ungarn nicht stolz sein. Und wie Kádár mit den Revolutionären umging war ein Verbrechen in meinen Augen.

    Meine Sicht des ungarischen Aufstandes.

    (Leider sind die Bilder verschwunden.)


    Ich wünsche Dir angenehme Tage in Ungarn!

    Ich werde leider erst im Juli hinkommen.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Elburg


    2. Teil



    Quer zur Vischpoortstraat verläuft ein Kanal "De Beek", was nicht mehr bedeutet als "der Bach".


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    Der Wassergraben um Elburg und die Stadtkanäle werden von der Puttenerbeek gespeist.

    Das überschüssige Wasser wird über die historische Hafenschleuse (neuerdings mit Fischpassage) und den Hafenkanal in das Drontermeer eingeleitet.

    In trockenen Perioden reicht die Wassermenge nicht mehr aus um die Stadtkanäle zu erhalten und den historischen Stadtbach zu speisen der durch die Innenstadt fließt. Die Gemeinde hat daher eine künstliche Wasserversorgung für den Stadsbeek geschaffen.

    Der Nachteil ist, dass der fließende Charakter des Stadsbeek verloren gegangen ist.

    Der Stadtbach wird von fünf Brücken überspannt.

    In der Mitte der Festung Elburg steht ein Pavillon über dem Bach.


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    Ob hier manchmal das Tanzbein geschwungen wird?


    Auffallend sind die extrem getrimmten Bäume am Kanalrand.


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    Wer genauer hinschaut der erkennt die alten Ablaufrinnen.


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    Ob in dem Bach früher auch Wäsche gewaschen wurde?


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    Auf einer der Brücken fand ich die Aufschrift "Papier". Darauf kann ich mir keinen Reim machen.


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    Und überall stehen Fiets rum!

    Das stört diese Dohlen aber überhaupt nicht.


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    Diese "Bakfiets" (Transporträder) sah ich an den Osterfeiertagen sehr oft.


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    Wie Ihr lesen könnt kann man sie auch "huuren". Das hat nichts mit dem horizontalen Gewerbe zu tun! Man kann sie mieten.


    Manche sind mit zwei Sitzbänken und Sicherheitsgurten für vier (kleine) Personen ausgestattet.

    So ist es ein ideales Gefährt zum Ausfahren des Nachwuchses!

    Wenn das Fiet mit Akku ausgestattet ist, so wie hier, dann ist das durchaus machbar.


    Außer den Häusern in einfacher Backsteinromantik...


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    ... fielen mir zwei Gebäude auf die aus diesem Rahmen fallen.


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    Hinter der Fassade der Beekstraat 6 verbirgt sich die Christelijke Gereformeerde Kerk – Christlich reformierte Kirche.

    Im Jahr 1863 verkaufte der Wirt Lubbertus van Hulzen seine Räumlichkeiten in der Beekstraat dem Kirchenrat der christlich reformierten Kirche. Seit diesem Jahr trägt die Fassade dieses Gebäudes den Text: Frieden durch das Blut des Kreuzes 1863.

    Bei meinen Recherchen zu diesem Beitrag stellte ich fest, dass es in Elburg eine Aufteilung in verschiedene Richtungen des Protestantismus gab.


    Auf der anderen Straßenseite, getrennt durch Stadtbach, steht dieses Gebäude.


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    Dieses alte Kanalhaus hat einen schönen Halsgiebel – eine Fassade, deren mittlerer Teil zwischen den Flügeln zu einem rechteckigen Oberteil mit Tympanon angehoben ist.


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    Der lateinische Text "Luctor et Emergo" bedeutet "Ich kämpfe und komme nach oben".

    Es ist der Titel einer regionalen Glaubensgemeinschaft. Außerdem steht der Spruch unter dem Wappen der Provinz Zeeland.

    Ursprünglich befand sich in diesem Gebäude eine Zigarrenfabrik.

    Seit 1968 nutzt es die "wiederhergestellte reformierte evangelische Kirche Kerkbelang" als "Evangelisierungsraum" wo jeden Freitagabend ein Gottesdienst stattfindet.

    Im Gebäude befinden sich auf jeder Seite des Ganges 13 helle Holzbänke hintereinander und eine einfache Kanzel. Außerdem gibt es Platz in einer Galerie. In der Galerie befindet sich auch eine einfache elektronische Orgel mit Soundsystem. Leider hatte ich keine Führung gebucht denn das Gebäude hat noch eine andere geschichtliche Bedeutung.

    Im Gebäude Beekstraat 3 wurde die jüdische Maud Peper (geb. 1936) mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Rita Ende 1944 von der Familie Westerink versteckt.

    Die Geschichte von Maud Peper wurde verfilmt und kürzlich im amerikanischen Fernsehen unter dem Titel "The hidden child" gezeigt.

    Es ist die Lebensgeschichte des lokalen Rabbiners Waaker und des Versteckens von Maud und Rita Peper und deren Leben.


    Am Ende der Beekstraat steht ein Haus über dem Bach.


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    Das Stadttor daneben wurde leider abgerissen, aber der Erdwall und die Kasematten an der Brücke existieren noch.


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    Ein Stück der Stadtmauer steht auch noch.


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    Im Süden fällt mein Blick auf die Sint Nicolaaskerk.


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    Die wollte ich mir näher ansehen.


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    Grote of Sint-Nicolaaskerk – Große oder Sankt Nikolauskirche


    Die Kirche wurde im Jahre 1396 gegründet, als die Stadt umgesiedelt wurde. Sie wurde um 1450 fertiggestellt. Der Schutzpatron ist der heilige Nikolaus, der Schutzpatron der Seefahrer und Fischer. Es ist eine dreischiffige Pseudobasilika mit Kreuzgewölben aus Ziegelsteinen. Die Kirche befindet sich seit etwa 1580 in protestantischer Hand. Die Kirche wird derzeit von der reformierten Gemeinde Elburg genutzt. Die Eichenchorwand und zwei Chorstände stammen aus der Zeit vor der Reformation.

    Im Jahre 1693 wurde der Turm von einem Blitz getroffen, wonach er bis auf das Mauerwerk niederbrannte. Die Turmspitze wurde danach nicht wieder aufgebaut, sondern der Turm wurde mit einem flachen Dach gedeckt, was seitdem nicht geändert wurde. 1797 wurde beschlossen, die Fresken in der Kirche mit weißem Kalk zu überdecken. Diese Fresken tauchten während der Restaurierung von 1971 bis 1975 wieder auf.

    Die Orgel der Kirche wurde 1825 von Heinrich Quellhorst gebaut. Darüber hinaus gibt es seit 1974 eine Chororgel.

    Derzeit wird die Kirche wieder restauriert und ich stand vor verschlossenen Kirchentüren.


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    Neben der Nikolauskirche steht das HKC (Hervormd Kerkelijk Centrum - Zentrum der reformierten Kirche).


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    Das ehemalige Waisenhaus wurde 1778 von der Gilde der Schiffsleute gegründet.

    In seinen späten Jahren wohnte Admiral Jan Hendrik van Kinsbergen, Graf von Doggersbank, Sohn eines deutschen Auswanderers (Salchendorf bei Siegen), in einem Haus in Elburg. Er interessierte sich sehr für die Bildung und unterzeichnete am 16. Mai 1809 einen Bund mit dem Rat von Elburg. Die Gemeinde würde die Mittel aus dem Schipluiden-Fonds (einem Fonds zur Unterstützung von Witwen und Waisen umgekommener Fischer) für die Schule zur Verfügung stellen. Der Admiral würde "gönnerhaft ergänzen", wenn es Engpässe gäbe. Da die Schule ursprünglich von der Gemeinde gegründet wurde, war sie tatsächlich eine öffentliche Schule. Mit der Teilhabe von Admiraal Van Kinsbergen und der Einrichtung eines Kuratoriums, von dem die Hälfte vom Rat und die andere Hälfte von Van Kinsbergen ernannt wurde, wurde die Schule halb öffentlichkeit und halb privat. Wahrscheinlich einzigartig in den Niederlanden.


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    "Hier trauert ein Waisenkind mit Geduld" ??? Hier hoffe ich auf Helgas Hilfe. Bitte! Bitte!


    Nachtrag: Helga hat meinen Wunsch erfüllt und mir den Text übersetzt:

    Herzlichen Dank, Helga!


    Im Tympanon lesen wir diesen Spruch.


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    INTENDASANIMUM

    STUDIITREBUS HONESTIS

    HOR. EPIST. 1.2 VS.36

    ein Text des römischen Dichters Horace.

    Der Spruch kann wie folgt übersetzt werden:

    Wir werden unseren Geist durch ehrenvolle Hingabe untersuchen (oder: Wir werden gut studieren und unseren Geist entwickeln).


    Schräg gegenüber von dem Kirchenzentrum stand das Kasteel Elburg.
    Im Jahr 1393 erhielt Rentmeister Arent thoe Boecop von Herzog Willem I van Gelre den Auftrag, eine neue Stadt zu entwerfen und in dieser neuen Stadt ein Stadtschloss zu errichten. Die alte Burg wurde dafür komplett abgerissen. Das neue Schloss war wahrscheinlich das erste Steingebäude in Elburg. Als der Bau abgeschlossen war und der Herzog die Stadt besuchte, schenkte er das Schloss Arent Thoe Boecop. Das Haus war Teil der Befestigungsanlagen der Stadt. Sein Sohn erbte das Schloss und verkaufte es am 7. März 1400 für 1800 Gulden an die Stadt. Danach diente das Schloss bis 1954 als Rathaus. Ein linker Flügel wurde Mitte des 15. Jahrhunderts hinzugefügt und das Gebäude mehrmals umgebaut. Der Turm wurde 1905-1906 vom Dach entfernt. Die Fassaden besitzen über den Spitzbogenfriesen einen Wehrgang und an den hinteren Ecken Giebeltürme. Die Ausladung auf dorischen Säulen an der Front wurde 1773 hinzugefügt.

    Die Restauration fand 1959-1968 statt. Heute befindet sich das Nationale Orgelmuseum darin.


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    Am Anbau ist über dem Eingang das alte Wappen von Elburg angebracht.


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    Das alte Stadtwappen von Elburg zeigt ein breites Tor vor dem ein kleiner Löwe liegt.

    Dieses Wappen wird von zwei Löwen gehalten.


    Das war der Bericht über meinen Besuch in Elburg, einer Stadt die es wert ist sie zu besuchen!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Herzlich willkommen im Forum, Evelyn!


    Ja, die Wagenhoffer waren sicher eine bekannte Familie oder Sippe in Kirwa!

    Ein Dr. Vilmos (Wilhelm oder Willi) Wagenhoffer schrieb auch die Geschichte des Ortes nieder.

    Dr. Wagenhoffer Vilmos - Máriahalom története (pdf, 5 MB)

    Ich habe sie leider nur in ungarischer Sprache gefunden. Die müsste eigentlich auch in deutscher Sprache zur Verfügung stehen. Die habe ich aber nicht gefunden.

    Darin wird in der kurzen Chronik 1923 ein János (Johannes) Wagenhoffer erwähnt.

    Zitat

    Die Baumschule zieht unter der Leitung des Gesangslehrers (Kantors) János Wagenhofferan den Rand der Wiese auf dem Hoplzschlagberg (Irtás-hegy).

    Eine Frau von János Wagenhoffer ( -né am Ende des Vornamens des Mannes bedeutet - übrigens heute noch! - Frau von ..., Mária Endrődi war der Mädchenname ) wird 1955 erwähnt.

    Zitat

    Am 4. April 1955 fand die erste Aufführung des deutschen Minderheitenensembles im Kulturhaus statt, angeführt von Wagenhoffer Jánosné, Endrődi Mária.

    Sie durfte demnach in Máriahalom bleiben!

    Am 4. August 1985, dem 200. Jahrestag der Dorfgründung gab es eine Feier. Die Ausstellung wurde von János und Vilmos Wagenhoffer organisiert

    1995 kam das lokale Geschichtsbuch "Von Kirwa bis Máriahalom" (Kirvától Máriahalomig) von Autor Dr. Vilmos Wagenhoffer heraus.

    An andere Stelle steht dass "Die Geschichte von Máriahalom" von Dr. János Wagenhoffer schon 1980 veröffenticht wurde und von Vilmos Wagenhoffer für diese Abhandlung verwendet wurde.

    Es sollten also zwei Bücher über den Ort geben.


    In meinem Beitrag hast Du sicher auch den Grabstein mit den Brüdern Wagenhoffer entdeckt die am Kriegsende umgekommen sind.


    Auch der Name Locher taucht in der Chronik auf. Sie soll aus Stetten stammen, vermutlich Stetten am kalten Markt.

    Auf Seite 10 der Abhandlung ist ein Bild eines 200 Jahre altes Siedlungshauses der Familie Locher zu sehen.

    Auf Seiten 19/20 wird ein János Locher als Richter (1918) zitiert.

    János Wagenhoffer und János Locher tauchen 1925 als Ausbilder einer Jugendbrigade auf. Seite 20

    Ich vermute, dass auf dem Bild auf dieser Seite Deine Vorfahren zu sehen sind.

    Ab 1931 kümmerte sich u.a. ein Mihály (Michael) Locher um die Armen im Ort, so auch um Peda (Peter) den Dorfnarren. Seite 21

    Auf dem Bild auf Seite 24 erscheint ein Mihály Locher als zweiter von links in der oberen Reihe.

    Der frühere Weinkeller von Paul Locher den ich auch in meinem Bericht gezeigt habe erscheint auf Seite 40.

    Auf Seite 43 unten erscheint eine Agnes Locher...

    Zitat

    Die Schulbehörde sorgte nicht nur für die Schule, sondern auch für das Material der Kirche, der Gemeinde, der Siedler, die Siedlungen wurden in den 1910er Jahren von Mihály Locher (Ágnes Locher, Otto Richter und ...) durchgeführt.

    Und so geht es weiter.

    Auf Seite 49 ist auf dem Bild aus dem Jahre 1968 die achte Klasse der Ortsschule mit der Lehrerin Wagenhoffer Jánosné zu sehen.


    Das soll genug sein. Es wäre sicher einfacher wenn diese Abhandlung in deutscher Sprache verfügbar wäre.

    Vielleicht besitzt es jemand in der Verwandtschaft oder es ist beim Verband der Vertriebenen erhältlich.


    Jedenfalls freut es mich, dass mein Beitrag über Máriahalom oder Kirwa auf Interesse stösst und auch Emotionen weckt.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Danke für Euren Zuspruch! Das motiviert zu mehr!


    Johannes, der Besuch fand am Osterwochenende statt. Da hatten wir in den Niederlanden Kaiserwetter!


    Weisst Du, ob die historischen Botter im Sommer vielleicht auch für Rundfahrten vemietet werden? Sie haben mich spontan an ein Erlebnis erinnert, das ich in Holland mit wunderbar gastfreundlichen Holländern einmal auf einem Skutje hatte.

    Aber sicher doch, liebe Elke!

    Schau mal bei dem Verein der historischen Botter rein.

    Hier kommst Du gleich zu den Tarieven (Preisen).

    Ich versuche mal ein wenig nachzuhelfen:

    Darauf hatte ich heimlich gehofft, Helga! Es ergab keinen Sinn im Zusammenhang mit dem ins Horn stoßenden Mann.

    Herzlichen Dank für Deine Hilfe! Ich hoffe, dass Du nichts dagegen hast wenn ich Deine Übersetzung in den Beitrag übernehme.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Elburg


    Teil 1



    Elburg ist eine Hansestadt in der Provinz Gelderland und liegt südlich von den Veluwerandmeeren Veluwemeer und Drontermeer.

    Elburg ist eine Hansestadt? Meer heisst doch in Holland See!? Das soll doch Süßwasser in diesen Seen sein!

    Eine Fahne am Rathaus weist aber darauf hin!


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    Elburg lag mal am Rand eines Moorgebietes mit Binnenseen. Dann kamen Flutkatastrophen die die natürlichen Wälle am Rande zur Nordsee zerstörten und das Gebiet nördlich von Elburg zu einer Bucht in der Nordsee machten. Im 20. Jh. baute man einen Damm und trennte die frühere Zuiderzee von der Nordsee wieder ab.


    Es wird angenommen dass Elburg im 13. Jh. seine Stadtrechte erhielt.

    Früher bildete eine lange Häuserreihe an der Zuiderzee die Gemeinde.

    1392 beauftragte der Herzog von Gelre seinem Rentmeister Arnt ten Boecop den Auftrag zur Erstellung eines Planes zur Umsiedlung der Gemeinde.

    Es entstand eine Festung mit quadratischem Grundriss und geraden Straßen - ähnlich meinem Rechenheft in der Schule.

    Sie wird von einem Wassergraben (Gracht) und einem Wall mit Kasematten und einer teilweise erhaltenen Stadtmauer umgeben.


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    Die Karte ist etwa 60° im Uhrzeigersinn verdreht. Norden ist ungefähr in der rechten oberen Ecke der Gracht.

    Man kann sich auch an der Kirche im rechten unteren Eck orientieren. Sie ist - wie bei Kirchen üblich - "geostet". Der Chor mit dem Altar steht also in Richtung des Sonnenaufganges.


    Meine Unterkunft befand sich auf diesem Polder Flevoland und ich kam von Norden über die Elburgerbrug nach Elburg.

    Es wird empfohlen sein Fahrzeug auf einem kostenfreien Parkplatz außerhalb der ehemaligen Festung abzustellen.

    Dort habe ich diesen schönen alten Citroën Traction Avant 11CV fotografiert.


    Es empfing mich ein ansehnlicher Yachthafen.


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    Mir fielen die teilweise recht alt aussehenden Segelschiffe auf.


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    Die passen nicht unter den Brücken wie der Elburgerbrug durch!


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    Das sind "Botter" - Fischerboote mit flachem Boden - wie sie früher in der Zuiderzee, aber auch an der Nordseeküste zur Fischerei genutzt wurden.


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    Bei dem EB 18 verriert ein Schild etwas über diesen Botter.


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    Obwohl Elburg an der Zuiderzee lag, hatte Elburg lange Zeit keinen Hafen. Da der Handel mit den anderen Städten der Hanse immer wichtiger wurde entschied man sich 1443 einen Hafen zu graben. Da die Stadt Elburg etwas weniger als zwei Kilometer vom Meer entfernt lag wurde auch ein zugehöriger Hafenkanal gegraben. Erst um 1850 wurde beschlossen, den Hafen und den Hafenkanal zu vertiefen. Diese Arbeit wurde 1853 abgeschlossen. Durch das Abtrennen der Zuiderzee von der Nordsee verlor Elburg einen großen Teil seiner Wirtschaftskraft. Die Fischerei kam praktisch zum Erliegen weil die Salzwasserfische aus dem IJsselmeer verschwanden. Das frühere Ende des Kanals und der Hafenkopf liegen heute im Bereich des Polders Flevoland, und der Hafenkanal mündet heute in das Drontermeer. Der Hafen von Elburg wurde hauptsächlich als Fischereihafen mit eigener Werft und Fischauktion genutzt. Im Jahr 2008 konnte die Botterstiftung die Werft, den Ort an dem historische Holzschiffe gebaut wurden erwerben. Dort werden die vereinseigenen Botter restauriert und instand gehalten, und neue gebaut. Die historische Flotte hat einen festen Liegeplatz im alten Hafengebiet. Jetzt weiß ich wo die alten Segler herkommen.

    Für Freizeitboote gibt es viele Liegeplätze am alten Zugangskanal.


    Über die Vischpoortbrug...


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    ... kommt man zum Vischpoort (Fischtor).


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    Den Durchgang durch den Wall kann/konnte man verschließen.

    In den Wall sind Kasematten zur Verteidigung eingebaut.


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    Mit der Einführung von Bronze- und Eisenkanonen wurde die Festung Elburgs mit Erdwällen verstärkt. An den verschiedenen Toren wurden Kasematten errichtet, um die Eingänge zur Stadt zu schützen.

    Eine Kasematte bedeutet: Raum, der gegen feindliches Feuer gedeckt ist und mit Schusslöchern zum Abfeuern von Schusswaffen versehen ist; zunächst Teil einer Festung, später freistehend. Die Kasematten in Elburg gehören zu den ältesten Kanonenkellern der Niederlande und können besichtigt werden.


    Das Vischpoort oder Fischtor war früher ein geschlossener Verteidigungsturm der 1392 errichtet wurde. Wenn man genau hinguckt dann erkennt man an der Meerseite des Fischtores keine Fenster, aber ein Küstenlicht.


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    Er diente also auch als Leuchtturm.

    Im Jahr 1592, als die Befestigungsanlagen erweitert wurden, wurde ein Durchgang in den Turm eingebaut.

    Die schweren Eichentore des Vischpoort konnten im Gefahrenfall geschlossen werden.

    1853 hatten die Stadtbehörden einige Teile der Festung und seiner Mauern und Tortürme abgerissen, nur das Fischtor blieb erhalten.

    Nur die Tore hat man hier entfernen lassen, weil ein Jahr zuvor die Torgebühren abgeschafft wurden.

    Damit verschwand auch die Funktion des Torwächters.

    Die aktuellen Tore wurden 1992 eingebaut.


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    Links und rechts in der...


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    ...stehen die für Holland typischen Häuschen...


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    ...mit "Durchblick".


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    Man kann durch die Fenster in die Zimmer und durch das Fenster zum Hof in denselben gucken.

    Mir wurde erzählt dass die Frauen der Seeleute so ihre Treue zeigten. :roll:


    Nach dem Vischpoort beginnt die Fußgängerzone.


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    Ein Blick zurück auf die Stadtseite des Fischtors.


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    Ein Blick in die Noorderwalstraat mit einem Stück Stadtmauer auf der rechten Seite.


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    Ein Blick in die Ellestraat.


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    Die vielen kleinen Läden in der Vischpoortstraat luden uns zum Stadtbummel ein.

    Unser erster Anlaufpunkt war ein Fischgeschäft wo wir uns Kibbeling holten.

    Das sind Kabeljauwürfel (auch Seelachs oder Seehecht) in Teighülle frittiert mit Remouladen- oder Knoblauchsoße. Köstlich!

    Davon habe ich leider kein eigenes Bild. Aber wozu gibt es Wikipedia?


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    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/…ia/File:Kibbeling_001.JPG gemeinfrei


    Eine Bäckerei.


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    Das Aushängeschild konnte ich trotz Translator nicht interpretieren.


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    Nachtrag: Helga hat mir bei der Übersetzung geholfen!

    Du siehst mich an und

    kannst nichts hören

    trete einfach ins Haus ein

    wir kommen nach vorne


    Ein Backsteinhaus mit dem typischen Pflastermosaik, eine Tradition in Elburg, davor, genannt Keitjesstoepen.


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    Der Bummel durch Elburg geht im zweiten Teil weiter!



    Liebe Grüße von waldi :174: