• Amsterdam Teil 1


    Wir hatten uns einen Mittwoch für den Besuch von Amsterdam reserviert. Weil die Parkplätze in dieser Stadt rar und teuer sind holten wir uns im Büro vom Marinapark in Volendam eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel im Waterland mit Amsterdam für 19,50€. Damit kann man alle Bus-, Tram- und U-bahnlinien in diesem Bereich nutzen.

    Vom Marinapark fuhr alle halbe Stunde ein Bus zum Zentrum von Amsterdam, der Centraal Station oder Hauptbahnhof. Das geht recht flott weil der Bus eine eigene Spur mit intelligenter Ampelschaltung zu alleiniger Verfügung hat. So erreichten wir nach einer knappen halben Stunde Amsterdam.


    An der Nordseite des Bahnhofs befindet sich die Busstation. Im Jahr 2003 wurde mit dem Bau eines überdachten Busbahnhofs am IJ begonnen. Dieser ersetzte die fünf alten Haltestellen, die zwischen 2009 und 2018 auf der Stationsinsel verteilt waren. Die Busstation wurde 2009 teilweise in Betrieb genommen, zunächst für den Regionalverkehr. Nachdem die gesamte und die umliegende Infrastruktur fertiggestellt waren, halten hier ab Juli 2018 alle Busse.


    Ein Plan vom Hauptbahnhof.


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    Mein erster Blick fiel auf oder über das IJ, ursprünglich ein Meeresarm der Zuiderzee der teilweise eingepoldert und durch einen Damm von der Zuiderzee abgetrennt wurde.


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    Am anderen Ufer in Noord-Amsterdam sehen wir ein futuristisches Gebäude und ein Hochhaus auf welche ich während der Grachtenrundfahrt zurückkommen werde.


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    Im Vordergrund sieht man im oberen Bild die Fähren die unterhalb des Busbahnhofs anlegen und teilweise kostenlos Fahrgäste nach Noord-Amsterdam übersetzen.


    Wir wollten aber erst mal in der Stadt einen Spaziergang machen.

    Dazu durchquerten wir den Bahnhof von Amsterdam und landeten auf dem Bahnhofsplatz, dem Stationsplein.


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    Amsterdam Centraal wurde auf drei künstlichen Inseln gebaut und er steht wegen des sandigen, feuchten Untergrundes auf 8687 Holzpfählen. Er wurde zwischen 1881 und 1889 nach einem Entwurf von den Architekten P.J.H. Cuypers und A.L. van Gendt erbaut. Am 15. Oktober 1889 wurde der Bahnhof eröffnet.

    Das Gebäude besteht aus rotem Backstein mit Dekorationen aus Naturstein und ist im Stil der Neorenaissance gehalten. Der etwas vorspringende Haupteingang wurde von Cuypers bewusst als Stadttor mit zwei Türmen entworfen, wodurch die Reisenden den Eindruck bekommen, durch ein Tor die Stadt zu betreten.


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    Die Verzierungen der Türme zeigen Szenen vom damaligen Handel, der Industrie und der Schifffahrt. Der östliche Turm (rechts) ist mit einer Uhr, und der westliche mit einer Windrichtungsanzeige versehen.


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    Der Giebel zeigt das Reichswappen zwischen zwei Löwen. Darunter befinden sich vierzehn Wappen von Städten, unter anderem von Berlin, Sankt Petersburg und Paris, die zur Zeit des Bahnhofsbaus mit einer Bahnverbindung erreicht werden konnten.

    An der östlichen Seite (am rechten Rand des folgenden Bildes) befindet sich der "Koningspaviljoen" (Königlicher Pavillon) mit einem Fürstenzimmer mit Dekorationen von Georg Sturm.


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    Durch ein breites Tor konnten die hohen Fahrgäste mit einer Kutsche in das Innere fahren. Der Platz kann heute für ein Auto genutzt werden.

    Ab 1904 wurde der Platz vor dem Hauptbahnhof (Stationsplein) zum wichtigsten Knotenpunkt für Straßenbahnen und Metro.


    Gegenüber dem Hauptbahnhof liegt das 1911 gegründete Smits Koffiehuis.


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    Das Noord-Hollands Koffiehuis wurde 1911 auf dem Amsterdamer Bahnhof Stationsplein nach einem Entwurf des Architekten J.H.W. Leliman gebaut. Am 29. April 1912 wurde es vom damaligen Bürgermeister von Amsterdam eröffnet. Vom Kaffeehaus aus fuhr ein Boot zur Straßenbahnhaltestelle auf der anderen Seite des IJ, um sich mit der Waterland-Straßenbahn zu verbinden. Das Kaffeehaus und nicht die Straßenbahnhaltestelle in Noord war der Ausgangspunkt der Reise nach Purmerend oder Volendam. Seit der Übernahme der Linien durch die NZHVM wird der offizielle Name Tramboat Station verwendet.

    Ab dem 1. Dezember 1932 wurde der Betrieb vom Noord-Zuid-Hollandsche Stoomtramweg-Maatschappij übernommen - seitdem hieß das Gebäude Noord-Zuid Hollandsch Koffiehuis. Aber es wurde oft einfach als The Coffee House bezeichnet.

    Das im späten Jugendstil erbaute Kaffeehaus musste 1972 dem U-Bahn-Bau Platz machen. Es wurde komplett abgetragen. Die nummerierten Gebäudeteile wurden eingelagert. Es wurde 1980 wieder aufgebaut, wenn auch an einem etwas anderen Ort.

    Im gleichen Stil wurde auch eine Erweiterung für das Informations- und Ticketverkaufsbüro des Transportunternehmens GVB realisiert. Darüber hinaus beherbergt das Gebäude auch das Tourismusbüro, und Lovers Canal Cruises hat hier auch einen Pier für seine Ausflugsboote.

    Smits Koffiehuis war von 1919 bis 2014 fast ein Jahrhundert lang in dem Gebäude untergebracht.

    2016 wurde im ehemaligen Smits Koffiehuis eine Filiale von Loetje, einer holländischen Restaurantkette, das "Loetje Centraal", eröffnet.


    Über den Hafen erhebt sich die Basiliek van de Heilige Nicolaas. Der Baubeginn war 1884 und am 7. Februar 1887 wurde sie feierlich eingeweiht.


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    2012 wurde sie zur Basilica minor erhoben.


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    Der Sturm ließ uns frieren und mir zitterten die Hände beim Fotografieren. Außerdem begann es mal wieder zu regnen. Kein guter Zeitpunkt für einen Spaziergang. Deshalb entschlossen wir uns zu einer Grachtenrundfahrt.


    Alles beginnt in Amsterdam an der Centraal Station – auch die Rundfahrten.


    Wir entschieden uns für die Ludwig van Beethoven weil wir da gleich einsteigen konnten und vor Wind und Regen geschützt waren.


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    Das Grachtennetz in Amsterdam ist ein Touristenmagnet und ein Wahrzeichen der Stadt. Der Grachtengürtel besteht aus drei Hauptgrachten, der Heren-, Keizers- und Prinsengracht, die wie halbe konzentrische Kreise um die Centraal Station angeordnet sind und gemeinsam mit dem mittelalterlichen Festungsgraben Singel, der bis Ende des 16. Jahrhunderts die Stadt im Westen begrenzte, den Kern des alten Amsterdam, die heutige Innenstadt (Binnenstad) umschließen.

    Die Hauptgrachten werden durch zahlreiche Quergrachten verbunden, insgesamt sollen es angeblich rund 160 sein,

    Nach Hamburg (2500) und Wien (1716) ist Amsterdam die Stadt mit den meisten Brücken in Europa. Rund 1.300 Brücken zählte man 2016 in der Stadt.


    Im Dampfer suchten wir uns einen Platz, stöpselten unseren Audioguide ein und wählten eine der zehn angebotenen Sprachen.


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    Leider konnte ich jetzt nur durch die verschmutzten und verkratzten Kunststoffscheiben fotografieren.

    Das verursachte Schleier und Spiegelungen, aber die Schiebefenster aufzumachen traute ich mich nicht.


    Die Nieuwe Brug befindet sich im Verlauf der Prins Hendrikkade und überquert das Wasser das den Damrak mit der Open Havenfront verbindet.


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    Das DoubleTree by Hilton Hotel Amsterdam Centraal Station auf Oosterdijkeiland.


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    Das Sea Palace nennt sich das erste schwimmende Restaurant in Europa. Ich habe da meine Zweifel. Seit 1984 bietet es chinesische Spezialitäten an.


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    Das NEMO Science Center führt anschaulich und mit vielen Experimenten in die Welt der Physik, Biologie, Chemie und Technik.

    Die Architektur des NEMO Science Centers hat etwas Spektakuläres. Wie ein riesiges Schiff liegt das Gebäude im Hafen von Amsterdam.


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    Entworfen hat das Gebäude der italienische Architekt Renzo Piano, der auch das Centre Pompidou in Paris gebaut hat. 1997 wurde das Gebäude direkt auf dem Fundament des IJtunnels erbaut und bildet seitdem auch den Tunneleingang, das bedeutet, die Autos fahren direkt unter dem Museum hindurch.

    Den wohl schönsten Blick vom NEMO aus hat man vom schrägen Dach des Gebäudes. Von dort aus kann man die gesamte Stadt überblicken. Außerhalb der holländischen Schulferien und einiger Feiertage - wenn besonders viele Besucher im Museum sind - darf man die Dachterrasse kostenlos betreten. Die Amsterdamer veranstalten deshalb gern auf dem Dach des NEMO ein Picknick. Es ist ausdrücklich erlaubt, sich selbst etwas zu essen auf die Terrasse mitzubringen.

    NEMO ist die Abkürzung für "New Metropolis". Der Name erinnert an den berühmten Film von Fritz Lang, der bereits in den 1920er Jahren eine beeindruckende Zukunftswelt zeigte. Bis zum Jahr 2000 hieß NEMO noch offiziell "New Metropolis", danach wurde es in NEMO umbenannt.


    Wir fuhren durch die Kikkerbilssluis.


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    Die Hebebrücke hat ihren Namen von "de Kikkerbil", dem Namen eines benachbarten Holzhändlers aus dem 17. Jahrhundert.


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    Sie trennt die Oude Schans vom Oosterdok.


    Der Montelbaanstoren ist ein historischer Turm in Amsterdam.


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    Der Name entstand, weil der Herzog von Alva (Alba) eine Burg in der Nähe dieses Turms bauen und dieser Burg den Namen Monte Albano geben wollte. Der Turm hieß damals "Monte-Albaens-Tooren" und im Volksmund wurde er zu einem Montelbaan-Turm.

    Er wurde 1516 an der Oude Schans, die auch Montelbaansgracht genannt wird, erbaut und erfüllte im 16. Jahrhundert als Teil der mittelalterlichen Stadtmauer zunächst die Funktion eines Wartturms über die Hafenanlagen und das Gewerbeviertel Lastage, nachdem dieses mehrmals von den Geldernschen in Brand gesetzt wurde.

    Ab dem Jahr 1606 wurde der Turm für seine ursprüngliche Aufgabe nicht mehr genutzt und erhielt eine vom Architekten Hendrick de Keyser entworfene Holzspitze inklusive einer Uhr mit Schlagwerk. Seitdem misst der Turm eine Höhe von 48 Metern. Der Turm trägt den Spitznamen Malle Jaap (Dummer Jaap), weil die Glocken des Turms zu unregelmäßigen Zeiten spontan zu läuten begannen.

    Da der Turm von 1878 bis 2006 der Stadtbehörde zur Wasserstandsregulierung in den Grachten unterstand, war er nicht öffentlich zugänglich. Danach wurde er gründlich renoviert. Von Sommer 2010 bis 2013 wurde es für einen geringen Betrag an die Secret Garden Foundation vermietet, einer Interessengruppe, die sich für schwule, bisexuelle und transgender Muslime einsetzt. Seit 2014 befindet sich das Büro von Private Boat Tours im Turm.


    Links sehen wir die Peperbrug die den Ripenburgwal überspannt.


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    1860 wurde die damalige hölzerne Zugbrücke durch eine eiserne Zugbrücke ersetzt welche 1929 erneuert wurde. Seitdem wurde an der Technik nichts mehr verändert. Nur der Straßenbelag wurde immer wieder erneuert.


    Eines der vielen Hausboote an den Kaimauern der Kanäle.


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    De Sint Antoniessluishoogwaterkering, die St. Antonius-Hochwasserschutzschleuse trennt die Oude Schans vom Zwanenburgwal.

    Daneben steht das Goslerhuisje.


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    Das freistehende Gebäude ist die einzige verbliebene Rest der Joden Houttuinen-Straße, deren Gebäude Ende der 1960er Jahre abgerissen wurden, bevor das Maupoleum 1971 gebaut werden konnte. Das moderne Maupoleum galt als das hässlichste Gebäude Amsterdams und wurde deshalb 1994 wieder angerissen.

    Das etwas schief stehende Häuschen soll 1695 gebaut wurden sein. Es war die Wohnung des Schleusen- bzw. Brückenwärters. Den Namen erhielt das Häuschen von seinem letzten Besitzer Abraham Gosler der 1942 in Auschwitz starb. Nachdem der Großteil der Familie getötet worden war stand das Gebäude jahrelang leer. 1979 hat man es renoviert. Es wurde von einer Immobilienfirma aufgekauft und beherbergt seit 2013 ein Café mit einer Terrasse namens „De Sluyswacht“.


    1639 erwarb Rembrandt van Rijn das gegenüberliegende Haus mit den roten Fensterläden. Dieses Gebäude dient heute als Museum für seine Radierungen und trägt seinen Namen: "Rembrandt-Haus". Leider habe ich das auf keinem meiner Fotos.


    Das neue Rathaus von Amsterdam zwischen Waterlooplein, Amstel und Zwanenburgwal auf der im 16. Jahrhundert erbauten Halbinsel Vlooienburg, wurde 1986 eröffnet.


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    1979 wurde beschlossen, den Bau der Oper mit dem Bau des neuen Rathauses zu verbinden.


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    "Stopera" ist der Spitzname des Amsterdamer Komplexes aus Rathaus und Oper (Stadhuis en Opera).

    Andere sehen den Ursprung im Protest gegen den Bau des Komplexes mit dem Slogan "Stop de Opera".


    Wir fuhren unter der Blauwbrug durch deren Konturen man neben unserem Kapitän erkennen kann.


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    Die Walter Süskindbrug überspannt die Nieuwe Herengracht, ein Kanal der von der Amstel abzweigt.


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    Walter Süskind wurde 1906 in Lüdenscheid geboren, emigrierte 1938 mit seiner Familie nach Amsterdam. 1941 wurde in Amsterdam der Joodsche Raad (Jüdischer Rat) von deutschen Behörden gebildet, der ab 1942 die Deportation der Juden aus der Stadt in die deutschen Vernichtungslager gezwungenermaßen organisierte. Süskind wurde für den Jüdischen Rat tätig und wurde von der NS-Kommandantur beauftragt, die Deportationen zu koordinieren. Im Rahmen dieser Tätigkeit versuchte Süskind, anderen Juden zu helfen, indem er Papiere fälschte, sich beim Erstellen der Quote "verzählte" und Juden gelbe Armbinden verschaffte, wodurch sich deren Deportation als vermeintliche Mitglieder des Jüdischen Rats zumindest herauszögern ließ. Er versuchte, Kleinkinder zu retten, indem er sie mit Rucksäcken, in Wäschekörben und Einkaufstaschen versteckt wegschaffen ließ und mittels einer Untergrundorganisation versteckte. Für den Zählappell gab er den Eltern Strohpuppen, die heimlich hergestellt wurden. Etwa 1000 Kleinkinder sollen so gerettet worden sein.

    Am 4. September 1944 wurde Süskind mit seiner Frau und seiner Tochter über das NS-Lager Theresienstadt als Zwischenstation in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Frau und seine Tochter wurden dort kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet. Walter Süskinds Todesumstände sind ungeklärt – er starb im KZ Auschwitz oder auf einem Todesmarsch; nach den Erinnerungen von Henriette Brandel starb er kurz nach der Befreiung in Bergen-Belsen.


    1972 brachte man an der Brücke eine Bronzetafel an:

    WALTER SÜSKIND

    * LÜDENSCHEID 29 OCTOBER 1906

    † NA EVACUATIE AUSCHWITZ

    JANUARI-FEBRUARI 1945

    HIJ ONTTROK TIJDENS DE DUITSE BEZETTING

    MET GROOT GEVAAR VOOR EIGEN LEVEN

    VELE JOODSE MEDEBURGERS AAN DEPORTATIE.

    Ich nehme an dass jeder den Sinn des Textes erkennt.


    Der Amstelhof ist ein Gebäude am Ufer der Amstel aus dem Jahre 1683.


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    Ursprünglich hieß das Gebäude "Diaconie Oude Vrouwenhuis", im Volksmund "Besjeshuis" (alte Beeren / alte Frauen), bis es nach einer Renovierung im Jahre 1718 in "Diaconie Oude Vrouwen en Mannen Huis" umbenannt wurde. 1999 übergab der Verwalter das Gebäude an die Stadt Amsterdam. Im März 2007 wurden die letzten "Alten" in andere Heime umgesiedelt.

    Nach einigen Umbauten wurde darin das Hermitage, ein Ableger der Eremitage in Sankt Petersburg, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt, eröffnet. Hier findet man regelmäßig wechselnde Ausstellungen zu geschichtlichen und kunsthistorischen Themen.


    Die Amstelschleusen sind ein Schleusenkomplex an der Amstel zwischen der Prinsengracht und der Singelgracht aus dem Jahre 1673. Diese Schleusen wurden gebaut, um den Wasseraustausch der Gezeitenflüsse Amstel und Burgwallen zu verbessern. Dies soll die stark erhöhte Verschmutzung von Amstel und Kanälen verhindern.


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    Links steht das Theater Carreé, das seit seiner Gründung 1887 als festes Zirkusgebäude oder große Music-Hall genutzt wird. Das Theater wurde von dem deutschen Zirkusdirektor Oscar Carré als Circus Carré erbaut, um auch während der Wintermonate Vorstellungen geben zu können. In den Wintermonaten wird nach wie vor ein Zirkusprogramm gezeigt.


    Vor den Schleusen bogen wir nach rechts in die Prinsengracht ein.


    De Duif (Taube) ist ein Kirchengebäude aus dem Jahr 1857 an der Prinsengracht, das ursprünglich der römisch-katholischen Kirche gehörte. 1796 wurde hier die Sint-Willibrordus-Kirche gebaut. 1857 wurde die alte Kirche durch eine neue ersetzt. Seit 1974 ist sie die Basis der ökumenischen Gemeinde.


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    Das frühere Paleis van Justitie (Justitpalast) entstand zwischen 1825 und 1829 durch die großzügige Renovierung und Vergrößerung eines Armen- und Waisenhauses aus dem Jahre 1665.


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    Das Gebäude wurde erst am 4. Oktober 1836 in Betrieb genommen und die Justiz vom Prinsenhof an den neuen Standort an der Prinsengracht verlegt. 1990 zog der überwiegende Teil der Justizbehörden in ein neues modernes Gebäude um. Das Gebäude an der Prinsengracht wurde 2015 verkauft. Im Mai 2019 wurde bekannt gegeben, dass das Gebäude in ein Luxushotel umgebaut werden soll.


    Das Haus Bartolotti wurde 1617 im Auftrag von Willem van den Heuvel erbaut, dem Erben von Giovanni Baptista Bartolotti, einem reichen Geschäftsmann aus Bologna.


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    Das Haus liegt gegenüber der Driekoningenstraat in der sogenannten "kleinen Kurve" der Herengracht. Diese Kurve wurde geschaffen, weil der ehemalige Stadtkanal um eine Festung gelegt wurde. Das Bartolotti-Haus hat deshalb zwei Knicke, um dieser Kurve zu folgen. Das Huis Bartolotti war teilweise Teil des Theatre Instituut Nederland.


    Auf dem Gebäude der ehemaligen Noord-Brabander levensverzekering (Lebensversicherung) Ecke Singel/Haarlemmerstraat aus dem Jahre 1843 steht dieser Schutzengel.


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    Er wurde 1925, als die Versicherungsgesellschaft das Gebäude erwarb, aufs Dach gestellt. Das Gebäude mit Engel wurde 2014 renoviert.


    Als wir wieder auf dem IJ um den Bahnhof herumfuhren konnte ich das futuristische Gebäude, das ich bei der Ankunft im Busbahnhof schon fotografiert hatte noch besser sehen. Das EYE Filmmuseum ist ein Museum, Kino und Café mit Aussicht in einer beeindruckenden Architektur.


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    Das EYE Film Instituut Nederland ist das niederländische Zentrum für Film. Es bewahrt und zeigt das Erbe und die Kultur des niederländischen Films.


    Daneben steht der A‘DAM-Turm.


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    Auf der Spitze des Turmes in Amsterdam Nord befindet sich über dem 360°-Restaurant der A’DAM LOOKOUT, Europas höchste “Over the Edge”-Schaukel. Auf der rechten Seite der Terrasse sieht man das Gerüst der Schaukel. Wer also ein bisschen Nervenkitzel braucht…

    14,50€ Eintritt mit Fahrstuhl plus 5€ für die Schaukel ist allerdings nicht billig.

    Für mich wärs nix!


    Muziekgebouw aan ’t IJ ist der Name des berühmten Konzerthauses am Südufer des IJ. Sein Hauptgebäude wird für Aufführungen klassischer Musik genutzt.


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    Das Bimhuis ist ein auf Pfählen seitlich vom Hauptgebäude abstehender schwarzer Kasten, dessen Glasfassade von innen einen Blick auf die Altstadt ermöglicht. Das Bimhuis ist die zentrale Spielstätte für Jazz und improvisierte Musik. Der Name leitet sich von der Abkürzung des Berufsverbands Improvisierender Musiker (B.I.M.) ab, der die Einrichtung betreibt. Seit 2005 ist es Teil des Muziekgebouw aan 't IJ.


    Wir kamen noch mal am NEMO vorbei.


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    Das Scheepvaarthuis (Schifffahrtshaus) an der Prins Hendrikkade in Amsterdam wurde 1913 als gemeinsames Bürogebäude für sechs Amsterdamer Reedereien gebaut. Das Gebäude an der Westspitze des Waalseilandes gilt allgemein als das erste Gebäude, das vollständig im Stil der Amsterdamer Schule errichtet wurde.


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    Der Schreierstoren ist ein ehemaliger Wehrturm in Amsterdam, der früher Bestandteil der Stadtmauer war.


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    Der Turm wurde um 1487 an der Ecke zwischen IJ und der Ostseite der Stadt erbaut. Es ist der einzige heute noch erhaltene Verteidigungsturm von Amsterdam. Nachdem der Turm seine Verteidigungsfunktion verloren hatte, diente er bis 1960 als Hafenbüro. Eine Gedenktafel wurde im September 1927 an der Nordostwand angebracht, um daran zu erinnern, dass Henry Hudson am 4. April 1609 hier in die Neue Welt aufbrach, um im Auftrag der VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie) eine westliche Passage nach Indien zu finden. Die Gedenktafel war eine Initiative der Greenwich Village Historical Society aus New York.


    Unser Dampfer legte vor der Nikolauskirche an und wir bedankten uns beim Kapitän. Es empfing uns wieder die ungünstige Witterung. Deshalb entschlossen wir uns dazu den Weg zum Amstelhotel mit der Metro vorzunehmen. Das waren nur 3 Stationen, aber warm und windstill.


    Der zweite Teil folgt!



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

    Einmal editiert, zuletzt von waldi () aus folgendem Grund: Titel geändert

  • Hallo Waldi,


    vielen Dank für Deinen ausführlichen Fotobericht.

    Ich bin immer wieder fasziniert, wie viel Mühe Du in die Detailrecherche steckst - Hut ab!

    Ich kenne i. d. R. 95 % der Fotomotive Deiner Berichte aus den Niederlanden, aber ich weiß noch keine 5 % von dem, was Du darüber weißt.


    Liebe Grüße

    Helga

  • waldi

    Hat den Titel des Themas von „Amsterdam, Teil 1“ zu „Amsterdam“ geändert.
  • Amsterdam Teil 2

    ...den Weg zum Amstelhotel mit der Metro vorzunehmen. Das waren nur 3 Stationen, aber warm und windstill.

    Warum Amstelhotel? Was ist daran so interessant, dass ich unbedingt da hin will?

    Natürlich hängt das mit Kaiserin Elisabeth von Österreich zusammen! Darauf komme ich gleich zurück.


    Das 1867 als erstes Amsterdamer "Grand Hôtel" eröffnete Amstelhotel befindet sich südöstlich des Grachtengürtels am Professor Tulpplein 1 direkt am Ufer der Amstel. Wenn der Grachtenrundfahrtdampfer nicht vor den Amstelschleusen abgebogen wäre, dann hätten wir danach die Hoge Sluis passiert.


    Nach der Realisierung der vierten Erklärung von Amsterdam wurde 1662 eine 220 Meter lange Brücke über die Amstel gebaut, die die Stadtmauer auf beiden Seiten des Flusses verbinden sollte. Die Brücke hatte die gleiche Höhe wie die Stadtmauer, etwa sechs Meter, und wurde daher bald "Hoge Sluis" genannt. Die Brücke bestand ursprünglich aus 35 Steinbögen, von denen sich 11 über dem Fluss befanden. Das Foto wurde vor 1882 aufgenommen.


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    Die alte Brücke wurde 1882 abgerissen und eine neue monumentale Brücke auf den Backsteinpfeilern aus dem 17. Jahrhundert errichtet, die vom Architekten Willem Springer nach dem Vorbild der Pariser Brücke Pont Neuf über die Seine entworfen wurden. Diese neue Brücke wurde auch eine Klappbrücke mit Doppelklappen. Die Brücke sah um 1890 so aus.


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    In dieser Form hat sie auch Kaiserin Elisabeth überschritten.

    Weil sich bei warmem Wetter das Material der Brückendecke ausdehnte kam es vor dass die Brücke nach einer Öffnung nicht meht richtig geschlossen werden konnte. Deshalb musste die Oberfläche der Klappen im Sommer gekühlt werden. 2007 wurde sogar eine Sprühanlage installiert. Auch das funktionierte nicht gut.


    2009 begann der Abriss der alten Brücke, wobei die monumentalen Natursteinteile zunächst abgebaut und eingelagert wurden. Die alten Pfeiler waren in schlechtem Zustand, wurden abgerissen und durch neue Betonsäulen auf einem neuen tiefen Fundament ersetzt. Die alte Steinverkleidung wurde dann wieder angebracht, wobei das frühere Aussehen wiederhergestellt wurde. Am 15. Juli 2012 wurde die 350 Jahre alte Brücke festlich wieder für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtkosten der Renovierung betrugen letztendlich 27 Millionen Euro. Seit 2016 wird die Brücke ferngesteuert.


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    Über die Hoge Sluis führt die Sarphatistraat.


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    (Blick auf die Torontobrug)


    Die Sarphatistraat wurde 1870 nach dem Arzt Samuel Sarphati (1813-1866) benannt, der einen großen Einfluss auf die Expansion und Verschönerung Amsterdams hatte. Er trug zur Schaffung des Volksvlijt-Palastes am Frederiksplein (existiert nicht mehr, ist aber auf dem Bild von 1890 zu sehen) und des Amstel-Hotels am Professor Tulpplein bei.


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    Zu den bekanntesten Gästen des Hotels zählten Queen Elizabeth II., Henry Kissinger, Audrey Hepburn, Steven Spielberg, Rihanna, The Rolling Stones, U2 und Robbie Williams. Das Amstelhotel ist heute ein Fünf-Sterne-Hotel mit 55 Zimmern und 24 Suites. Es verfügt über ein Schwimmbad, einen Fitnessraum, eine Bar, eine Brasserie sowie das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant La Rive. Mich interessierte dieses Hotel weil dort der Masseur Johann Georg Mezger seit 1870 seine Behandlungsräume hatte. Die Kaiserin war bei ihren Besuchen in Amsterdam 1884 und 1885 im Hotel Doelen abgestiegen und spazierte täglich zu Mezger um sich behandeln zu lassen.

    Das Amstelhotel war ursprünglich als Haus mit drei Flügeln mit Hauptfront zur Sarphatistraat geplant, aber es wurde nur ein Flügel fertiggestellt.


    Wir fuhren mit der Metro wieder zurück zum Bahnhof und spazierten kurz durch die Gassen dort. Weil ich unbedingt noch zum Hotel Doelen wollte und meine Gattin schon genug hustete suchten wir uns ein Lokal aus wo man Pannenkoeken kriegt. Dort ließ ich sie erst mal allein und spurtete durch die Binnenstad in Richtung Hotel Doelen.


    Im "spiritistischen Herzen von (Amsterdams) Chinatown", dem Zeedijk, den die chinesischen Bewohner "Sin Tak Tai" nennen, kam ich am buddhistischen

    "Tempel Fo Guang Shan He Hua", kurz He-Hua-Tempel (Tempel der Lotusblume) vorbei der im Jahre 2000 eröffnet wurde. Dies ist der größte Tempel in Europa, der im traditionellen chinesischen Palaststil erbaut wurde.


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    De Waag ist ein Gebäude aus dem 15. Jahrhundert am Nieuwmarkt.


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    Eine Tafel weißt auf die Entstehung hin: "Am 28. April 1488 wurde der erste Ziegel dieses Tors gelegt." Das Gebäude war ursprünglich ein Stadttor, der Sint Antoniespoort, und war in die Stadtmauer von Amsterdam integriert. Der heutige Nieuwmarkt entstand 1614 durch die Auffüllung des Stadtkanals zu beiden Seiten des Sint Antoniespoort. Der Sint Anthoniesmarkt fand einmal pro Woche auf dem Platz statt. Es wurde bald ein täglicher Markt, weil die Seeleute jeden Tag neuen Handel über den nahe gelegenen Hafen einbrachten.

    Das Stadttor erhielt im 17. Jahrhundert eine neue Funktion. Der Sint Antoniespoort wurde 1617-1618 umgebaut. Die neue Stadtwaage (De Waag) musste die Waag am Damm entlasten, die inzwischen zu klein geworden war. De Waag in Amsterdam war zum Wiegen schwerer Waren wie Tabakballen, Schiffsanker und Kanonen gedacht. Die Kombination aus Waagenhaus und Marktplatz war der Grund dafür, dass sich der 1755 als allgemeiner Markt anerkannte Nieuwmarkt zu einem besonders geschäftigen Teil Amsterdams entwickelte. In den oberen Stockwerken der Waag waren einige Gilden untergebracht, nämlich die von Schmieden, Malern, Maurern und Chirurgen. Jede Gilde hatte ihren eigenen Eingang: die Tore rund um das Gebäude. Die Embleme der Gilden sind noch über den Toren zu sehen. Rembrandt malte in dem Saal der Chirurgen sein berühmtes Gemälde "Die Anatomiestunde von Dr. Nicolaes Tulp".


    In den Jahren 1690-1691 nahm De Waag seine heutige Form durch den Bau eines großen kuppelförmigen Raums an, der von einem mittleren Turm gekrönt wurde. Das wertvolle Interieur stammt noch aus dieser Zeit. Seit 1819 wird die Waage nicht mehr genutzt. 1827 gab es Pläne, die Waag abzureißen, um Platz für die Errichtung einer großen römisch-katholischen Kathedrale für die Diözese Amsterdam zu schaffen, welche aber verworfen wurden. Im 19. Jahrhundert diente das Gebäude nacheinander als Stadtarbeitsraum, Schreinerei, Werkstatt für Stadtölbeleuchtung, Feuerwache und Gemeindearchiv. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde vor dem Gebäude die Todesstrafe vollstreckt und körperliche Bestrafung durchgeführt. Es gab sogar eine Guillotine.

    Später diente das Gebäude als Ausstellungsräumlichkeit für diverse Museen. Inzwischen sind Waagen, Zünfte und Museumsgegenstände verschwunden und ein Restaurant ist eingezogen.


    Die Aluminiumbrug (Aluminiumbrücke) ist eine Zugbrücke die den Kloveniersburgwal überspannt und so die Nieuwe Doelenstraat mit der Staalstraat verbindet.


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    Ihren Namen bekam sie weil sie 1956 die erste Klappbrücke mit einem beweglichen Teil aus Aluminuim in den Niederlanden war.

    Schon in den Stadtplänen von 1599 erscheint hier eine Holzbrücke mit beweglichem Mittelteil. Die moderne Geschichte der damaligen Dwingerbrug (Zwingerbrücke) beginnt im September 1875 als man den hölzernen beweglichen Teil der Holzbrücke erneuerte. Diese Brücke für 8888 Gulden hielt nicht lange. Eine neue Ausschreibung folgte im Dezember 1896. Eine neue Brücke musste gebaut werden, eine eiserne Klappbrücke. 1955 musste die Brücke wieder erneuert werden. Die Verbreiterung erfolgte von 7,40 auf 8,60 Meter, und es wurde außerdem geschätzt, dass das Brückendeck durch den Einsatz von Aluminium von 13,5 Tonnen kaum schwerer als vorher (13 Tonnen) war, aber fünfmal stärker. Die Zugbrücke hat aber weiterhin Stahlhebeketten und Stahlbrückentore.


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    Am westlichen Zugang zur Brücke stand Swych Utrecht, ein Stadtturm. Er wurde 1482 zur gleichen Zeit wie die Stadtmauer im Auftrag von Kaiser Maximilian von Österreich (HRR) erbaut. Der Name des Turms (Schweig Utrecht) bezieht sich auf den Hauptzweck des Turms und der gesamten Stadtmauer: die Verteidigung der Stadt gegen mögliche Angriffe von Truppen der Bischöfe von Utrecht. Zum Turm kamen die "Clovereniers Doelen" dazu, der Namensgeber der Nieuwe Doelenstraat und des späteren Hotels. Als Doelen wurde ein Übungsplatz oder Schießstand bezeichnet. Hier übte ein Teil der Miliz, der Kloveniers genannt wurde, nach der Schusswaffe, die die Soldaten benutzten, dem Vorgänger einer Muskete. Im Bürgersaal des Gebäudes hing bis etwa 1715 ein weltberühmtes Gemälde mit Kloveniers, Rembrandts Nachtwache.


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    Zwischen 1635 und 1637 wohnte Rembrandt van Rijn mit seiner Frau Saskia van Uylenburgh in der Nieuwe Doelenstraat.

    Der Doelenkomplex wurde 1815 zu einem damals sehr bekannten Hotel mit dem Namen "Brack's Doelen Hotel" umfunktioniert.


    1883 wurde das Hotel abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, das Doelen Hotel.


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    Schon kurz nach der Eröffnung 1883 hatte sich Kaiserin Elisabeth von Österreich bei ihren Besuchen in Amsterdam hier niedergelassen.

    Die Ausflugsboote von Amsterdam, heute eine der größten Touristenattraktionen, haben ihren Ursprung im Doelen Hotel. Das erste Ausflugsboot der Stadt, De Tourist, startete 1909 von diesem Hotel aus. Die Beatles übernachteten am 5. und 6. Juni 1964 im Hotel Doelen.

    Das Hotel wurde 1997 von Krasnapolsky gekauft. Als die Krasnapolsky-Gruppe im Jahr 2000 von der spanischen Hotelkette NH Hotels aufgekauft wurde, wurde es unter dem Namen NH Doelen Teil dieser Gruppe. 2016 wurde das Hotel komplett renoviert und unter dem Namen "NH Collection Doelen" wiedereröffnet.

    Das NH Collection Doelen ist ein Fünf-Sterne-Hotel an der Binnen-Amstel am südlichen Ende des Kloveniersburgwal. Es rühmt sich damit das das älteste und berühmteste Hotel in ganz Amsterdam zu sein.


    Die Kloveniers, die das Zifferblatt der Uhr auf dem Turm flankieren, verweisen auf den früheren Doelen.


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    An seiner Schmalfront zeigt eine Tafel den Swych Utrecht der hier früher stand..


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    Am Ende der Nieuwe Doelenstraat konnte ich den Munttoren (Münzturm), auch bekannt als De Munt fotografieren. Er heißt offiziell Regulierstoren und war früher Teil des Regulierspoort. Dieses Stadttor war eines der drei Haupttore der mittelalterlichen Befestigungsanlagen von Amsterdam. Das Tor wurde nach dem Reguliersklooster (1394-1532) benannt. Dieses Kloster stand auf der Höhe der späteren Keizersgracht vor dem Regulierspoort.


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    Der Turm steht auf dem Muntplein (Münzplatz), der bis 1877 Schapenplein und von 1877 bis 1917 Sophiaplein (nach Königin Sophie) hieß.

    Die Bezeichnung Münzturm bezieht sich auf die Tatsache, dass im 17. Jahrhundert im angrenzenden Wachhaus Münzen geprägt wurden. Der Turm erhielt seinen Spitznamen im Katastrophenjahr 1672, als Amsterdam vorübergehend das Recht auf Münzprägung erhielt, weil französische Truppen große Teile des Landes besetzt hatten und es nicht möglich war, Silber und Gold aus den Münzstädten Dordrecht und Enkhuizen zu holen.

    Der zwischen 1480 und 1487 erbaute Regulierspoort bestand aus zwei Türmen und einem Wachhaus. Nachdem das Tor 1618 in Flammen aufgegangen war, wurde nur der Westturm wieder aufgebaut. Der stumpfe Turm erhielt 1619-1620 eine Uhr mit vier Zifferblättern und 1668 ein Glockenspiel, einen achteckigen Aufbau und eine dekorative offene Laterne. Jeden Samstagnachmittag um 14 Uhr gibt der Stadtglockenspieler Gideon Bodden ein Konzert auf diesem Glockenspiel.


    Im Auftrag der Regenten der Binnen- en Buitengasthuis wurde 1881 für den Binnengasthuis-Komplex das Gebäude

    "Modellapotheke und Labor für Gesundheitsstudien" errichtet.


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    Über dem Eingang sehen wir ein Wappen mit Attributen der Medizin im Lorbeerkranz.


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    Der Doelenzaal ist ein Theatersaal am Kloveniersburgwal 87-89.


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    Das Gebäude wurde 1883 im Auftrag der 1854 gegründeten „Maatschappij voor den Werkenden Stand“ gebaut, die sich zum Ziel gesetzt hat, die moralischen und materiellen Interessen des Arbeitsstandes zu fördern. Die Gesellschaft engagierte sich auch für die Einrichtung von Handwerksschulen.

    Über dem Namen an der Fassade sind drei Skulpturen zu sehen, den Tischler, den Maurer und den Schmied.


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    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude für viele Zwecke genutzt, bis es in den 1970er Jahren oft leer stand. 1985 wurde De Doelenzaal in ein Theater mit Büro- und Proberäumen umgewandelt. Es wurde die Heimatbasis für das Internationale Tanztheater.


    Die Zuiderkerk ist die erste Kirche in Amsterdam, die für den protestantischen Gottesdienst entworfen und 1614 fertiggestellt wurde. Die Zuiderkerk blieb bis 1929 im Gebrauch für Gottesdienste. In den sechziger Jahren fanden regelmäßig Präsentationen mit Modellen über die Pläne für die Zukunft von Amsterdam in der Kirche statt. Das Gebäude wurde um 1970 geschlossen, weil es zu baufällig war, und dann zwischen 1976 und 1979 restauriert. 1979 wurde ein kirchliches Informationszentrum darin eröffnet. Von 1992 bis 2010 fungierte das Kirchengebäude wieder als Informationszentrum für die Raumplanungsabteilung der Stadt Amsterdam. Aufgrund von Budgetkürzungen musste das Informationszentrum am 7. November 2010 schließen.


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    Im Turm ist ein Carillon aus dem Jahr 1656 untergebracht. Es ist jede Woche am Dienstagnachmittag um 14.30 Uhr und am Samstag um 19.00 Uhr für eine halbe Stunde zu hören.


    Ich kam zurück zum Damrak, einer Straße und einem Gewässer zwischen dem Damm und dem Hauptbahnhof.


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    Die Südseite wird von der Beurs van Berlage gekennzeichnet.


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    Das ist ein nationales Denkmal an Damrak und Beursplein das von Hendrik Petrus Berlage entworfen wurde. Die Börse wurde in den Jahren 1898-1903 gebaut. Doch bereits 1912 verließ die Börse das neu errichtete Gebäude in Beursplein 5 wieder. Der Hauptgrund dafür war das schnelle Wachstum des Wertpapierhandels und der dafür fehlende Platz. 1987 verließ der Optionshandel, und 1998 der Agrar-Terminmarkt das Beurs van Berlage. Am 2. Februar 2002 erlebte das Beurs van Berlage seinen vorläufigen Höhepunkt als "Palazzo Pubblico": Die Stadt Amsterdam bestimmte die Große Halle - mit Zustimmung des zukünftigen Paares - als Ort für die standesamtliche Trauung von Kronprinz Willem-Alexander und Prinzessin Máxima, dem heutigen Königspaar.


    Das Gebäude wird derzeit als Zentrum für Ausstellungen, Kongresse und andere Versammlungen genutzt.


    Häuserzeile am Damrak mit nicht immer ganz senkrechten Linien.


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    Ich gesellte mich wieder zu meiner Gattin und stärkte mich auch mit einem Pfannkuchen bevor wir – etwas verärgert über das grausige Wetter - mit dem Bus die Heimfahrt antraten.


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    Es hätte noch einige lohnenswerte Ziele in Amsterdam gegeben, das Rijksmuseum, das Anne Frank Haus, die Oude Kerk, viele Brücken, usw.

    Naja, vielleicht gibt es ein nächstes Mal.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

    Einmal editiert, zuletzt von waldi ()

  • Jetzt habe ich mir sehr viel Zeit genommen, Deinen Amsterdambericht aufmerksam zu lesen.

    Mir schwirrt der Kopf!

    Waldi, ganz ehrlich, kannst Du Dir das alles merken? Auch die Namen ( und ihre korrekte Schreibweise)?

    Waldi, Du solltest Stadtführer in Amsterdam werden.


    Ganz großes Kompliment für Deinen Beitrag und die Bilder, die trotz Regen aussagekräftig sind. An manchen Stellen bin ich richtig hängengeblieben.

    Ich war noch nie in Amsterdam.

    Aber sollte ich selbst nach Amsterdam kommen, so werde ich diesen Bericht als Grundlage für eine Stadtbesichtigung nehmen.

    Wieder einmal ist es so, dass sich durch einen Bericht hier im Forum mein Bild von einer Stadt verändert, präzisiert hat.

    Du hast mich nach Amsterdam mitgenommen ( obwohl ich vermutlich mir Dir nicht hätte Schritt halten können und wahrscheinlich Deiner Frau beim Pfannkuchessen Gesellschaft geleistet hätte;)


    Lieber Waldi, herzlichen Dank für diesen fundierten Beitrag!


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Waldi, ganz ehrlich, kannst Du Dir das alles merken? Auch die Namen ( und ihre korrekte Schreibweise)?

    Leider nicht, liebe Elke! Aber ein bisschen davon bleibt schon hängen.

    Die folgenden Sätze relativieren auch Helgas 5%!


    Wenn ich nach einer solchen Reise daheim meine Bilder betrachte und anfange zu erforschen was meine Bilder überhaupt zeigen, dann wundere ich mich sehr oft über die Ergebnisse. Einige Punkte habe ich mir vorher schon ausgesucht, aber das meiste wird spontan geknipst und später recherchiert.

    Ich kannte z.B. nicht die Route der Grachtenrundfahrt. Da hielt ich einfach drauf wenns interessant aussah.


    Ein prägnantes Beispiel ist die Walter Süskindbrug. Die sieht nicht viel anders aus wie die meisten anderen Brücken in Amsterdam auch. Ihre Geschichte und der Bezug zu Judenverfolgung und Auschwitz haben mich sehr überrascht und nachdenklich gemacht. Das bleibt garantiert noch einige Zeit im Gedächtnis!


    Auch die Nachforschungen in Dutch haben mich ein bisschen mit der Sprache vertraut gemacht. Bei manchen einfachen Texten brauche ich keinen Übersetzer mehr. Es kommt mir fast wie ein deutscher Dialekt vor. Das betrifft aber nur die Schrift. Eine Unterhaltung verstehe ich wahrscheinliuch nicht und kann keine führen.


    Diese "Nachlese" bei der Aufbereitung meiner Reiseberichte lässt mich die Tage noch mal durchleben. Ich mache das hauptsächlich für mich! Es vertieft meine Eindrücke. Da sehe ich das Forum als Ersatz für das frühere Erzählen auf der Bank unter der Linde. :wink:

    Wenns dann gefällt und jemand sich die Mühe macht auch den Text dazu zu lesen und Antworten kommen, dann freut mich das riesig.


    Ich bin auch noch nicht ganz am Ende meiner Hollandreise angekommen. Auch zu Amsterdam kommt noch ein Anhang. Aber...

    "Gut Ding will Weile haben, und vortreffliche Sachen werden ohne große Mühe und Arbeit nicht erworben" schrieb Grimmelshausen schon 1669 in seinem Simplicissimus.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • Aber sollte ich selbst nach Amsterdam kommen, so werde ich diesen Bericht als Grundlage für eine Stadtbesichtigung nehmen.

    Ich war zwar schon vor etlichen Jahren mal in Amsterdam, aber ich hoffe, dass es noch mal einen zweiten Besuch geben wird. Für die Festlegung der Besichtigungsroute werde ich natürlich auch Deinen Fotobericht zur Hilfe nehmen, Waldi. Danke für Deine interessanten Ausführungen. :)

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Auch dieser Bericht über Amsterdam ist ein echter "Waldi wie er leibt und lebt". Elke hat es ja bereits erwähnt. Wahnsinn, wie man so viel geballte Infos in einen Bericht packen kann. Ich überprüfe das alles mal nicht auf seine Richtigkeit. ;)


    Recht herzlichen Dank jedenfalls für Zeigen der Stadt, die euch wohl wettertechnisch nicht gerade willkommen hieß.


    grüsse


    jürgen

  • Amsterdam Teil 3


    Die einzige Zufahrt von der Nordsee zum Hafen von Amsterdam führte früher durch die Zuiderzee.

    Die versandete immer mehr und der Tiefgang der Schiffe wurde immer größer.


    Ab 1824 verband der 80 Kilometer lange Nordhollandkanal Amsterdam mit dem Nordseehafen Den Helder. Doch der Kanal mit zehn Metern Sohlbreite und einer Wassertiefe von sechs bis sieben Metern wurde recht schnell zu klein für die immer größer werdenden Schiffe und den angewachsenen Schiffsverkehr. Daher musste erneut nach einer Alternative gesucht werden.

    Die Stadtverwaltung von Amsterdam bevorzugte eine möglichst kurze Kanaltrasse direkt zur Nordsee über das IJ und 1865 begannen die Bauarbeiten zum Noordzeekanaal.

    Der Nordseekanal, ein 21 Kilometer langer Kanal für Seeschiffe mit einem maximalen Tiefgang von derzeit 14,05m (13,75m in Salzwasser) verbindet seit 1878 den Hafen von Amsterdam in westlicher Richtung mit der Nordsee bei IJmuiden (Mündung des IJ).


    Hinter dem Seehafen von Amsterdam am Mercuriushafen geht der Kanal in das Binnen-IJ über, das über sieben Kilometer bis nach Schellingwoude an das Markermeer nordöstlich von Amsterdam reicht. Das Binnen-IJ weist noch eine Wassertiefe von 11 Metern auf. Dadurch können Kreuzfahrtschiffe am Passenger Terminal Amsterdam, östlich vom Hauptbahnhof, festmachen. Für Binnenschiffe steht das Binnen-IJ in direkter Verbindung zum Amsterdam-Rhein-Kanal, der nach 72 Kilometern bei Tiel die Waal und damit das Flussgebiet des Rheins erreicht. Um den Wasserstand im Kanalsystem bei 40 Zentimeter unter NAP (NAP = Normaal Amsterdam Peil) zu halten sind an allen Enden des Systems Schleusen angeordnet.


    Um den Hafen von IJmuiden und den Nordseekanal sicher zu erreichen, folgen die Schiffe aus der Nordsee der Lichtlinie, die die ersten 23 Kilometer des IJgeul (Geul = Fahrrinne) markiert. Diese Lichtlinie wird vom (kleinen) Leuchtturm Lage und vom (hohen) Leuchtturm Hoge von IJmuiden gebildet. Beide Lichter müssen direkt übereinander gesehen werden, um sicher durch das IJgeul und zwischen den Molen von IJmuiden durchzufahren. Beide Molen verfügen über jeweils 2 Molenfeuer, 2 x Backbord, 2 x Steuerbord.

    Der Bau beider Leuchttürme erfolgte 1878. Anfangs hatten beide Türme eine fast identische Höhe und zeigten über feste Fresnel-Linsen jeweils ein weißes Licht. Dies erwies sich in der Praxis als ungeeignet, weshalb der östliche Turm (Oberfeuer, innerer Leuchtturm) 1907 ein rotierendes Licht erhielt. Der westliche Turm (Unterfeuer, äußerer Leuchtturm) behielt das konstante Licht und diente nur als Leitlicht für die Einfahrt in die Hafenmündung.


    De "hoge vuurtoren van IJmuiden" steht zwischen dem Haringhaven und dem Vissershaven und hat eine Höhe von 43,3 Metern.

    Im November 1988 wurde der alte Leuchtturm durch einen neuen ersetzt. Der alte Leuchtturm stand jahrelang am Kai vor dem Museum Vlaardingen. Seit 2019 dient er als Kiosk am Strand von Vlaardingen.

    Das Licht hat eine Lichtintensität von 3,5 Millionen Candela und eine Sichtweite von 29 Seemeilen (etwa 54 km). Das Licht blitzt alle 5 Sekunden auf.


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    De "lage vuurtoren van IJmuiden" ist ein runder, rotbrauner Turm aus Gusseisen. Der Turm hat eine Höhe von 24 Metern und steht weiter westlich zwischen Haringshaven und IJmondhaven. Der Leuchtturm war identisch mit dem gleichzeitig gebauten hohen Leuchtturm von IJmuiden. Als Unterfeuer erwies sich der kleine Turm als zu hoch, da die Navigation zur Ansteuerung der Hafenanfahrt beeinträchtigt wurde. Daher beschloss man 1909 vom Turm die oberen 10 Meter einschließlich der Laterne abzutragen. Dieser Teil hat auf der Westfriesischen Insel Vlieland einen neuen Platz gefunden, wo er als eigenständiger Leuchtturm auf der Vuurduin sein Licht zeigt. Auf dem Rumpf des kleinen Turms wurde eine neue Laterne aufgesetzt. Als die Hafendämme Ende der 1960er Jahre verlegt wurden, musste die Lichtlinie angepasst werden. Aus diesem Grund wurde der Turm 1966 insgesamt 40 Meter südlich auf ein neues Fundament verlegt. Erleichtert wurde das Vorhaben durch die Konstruktion aus Gusseisen, da der Turm "nur" abgeschraubt werden musste, um an den neuen Standort verschoben und neu angeschraubt zu werden. Ende 1989 wurde der 1909 installierte Leuchtturm durch einen neuen ersetzt. Der alte Leuchtturm befindet sich jetzt am Nordseekanal in Velsen-Noord.

    Das weiße Licht hat eine Lichtintensität von 23.000 Candela und eine Sichtweite von 16 Seemeilen. Das rote Licht hat eine Lichtintensität von 5.500 Candela und ist bis zu 13 Seemeilen sichtbar. Beide Lichter sind konstant.


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    Übrigens: In der ehemaligen "Seinpoststelling", dem Büro der "Signalaufstellung", kann man heute übernachten. Das ist das untere Glashaus am Fuß des Leuchtturms, ein 40 Quadratmeter großes Ein-Apartment-Hotel das aus den folgenden Räumen besteht: Wohnzimmer mit offener Küche, Schlafzimmer, Badezimmer, WC. Darüber hinaus gibt es eine 2-Personen-Hängematte, TV, Radio, Klimaanlage und einen geräumigen Balkon.

    Die Woche für nur 900€! Frühstück inbegriffen. Wer also mal in einer Hängematte schlafen möchte…


    Den roten inneren Molenturm (oude Noorderhoofd) konnte ich vom Leuchtturm Lage aus erkennen.

    Molenfeuer rot = Backbord, Feuerhöhe 12m, Tragweite rot 9sm, 4 Sekunden rotes Licht, 4 Sekunden dunkel


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    In der Hafeneinfahrt liegt das Forteiland.


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    Das Fort auf der Insel bewacht den Zugang zum Nordseekanal. Das Fort hat drei Stockwerke und eine einzigartige Panzerbatterie mit fünf schweren Kanonen zur Verteidigung der Küste sowie eine Panzerkuppel mit zwei Kanonen zur Verteidigung der Schleusen und des Nordseekanals. Das Fort wurde zwischen 1880 und 1887 gebaut und lag ursprünglich am nördlichen Ufer der Mündung des Nordseekanals. Seit der Verbreiterung des Kanals in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts liegt das Fort auf einer Insel. Im Jahr 1910 wurde die Position von IJmuiden mit zwei Küsten- und zwei Landbatterien verstärkt. Während der deutschen Besatzung wurde die Fortinsel zum Kernwerk (letzter Zufluchtsort) innerhalb der Festung IJmuiden. Im Zweiten Weltkrieg gehörte die Fortinsel IJmuiden zum Atlantikwall, damals wurden auch die Bunker auf der Insel errichtet. Die Panzerkuppel und die Kanonen wurden von den deutschen Besatzern entfernt und eingeschmolzen, die Panzergalerie ist jedoch erhalten geblieben. Lange Zeit war es nicht gestattet, diese Fortinsel zu besuchen. An jedem ersten Sonntag des Monats zwischen März und November werden von erfahrenen Guides des Vereins 'Freunde des Forteilands' auf der Fortinsel interessante Führungen angeboten.


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    An der südlichen Küste von IJmuiden kann man noch Bunker des Atlantikwalls finden.


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    Das dazugehörige Bunker-Museum ist leider nur jeden ersten und dritten Sonntag von April bis September und jeden ersten Sonntag im Oktober von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

    Das Museum besteht aus fünf Bunkern der ehemaligen Marine Küstenbatterie Heerenduin die durch ein Grabensystem miteinander verbunden sind. Auch das Wrack eines Mini-U-Bootes ist zu sehen. Außerdem gibt es regelmäßig Führungen durch die Bunker der Marine Küstenbatterie Heerenduin und der Flugabwehrbatterie Olmen.

    Weitere Informationen: http://bunkermuseum.nl/


    Im Haringhaven standen zwei Schnellbootbunker. Bunker A wurde nach dem Krieg mit TNT gesprengt. Vom Bunker B stehen noch die Reste die von Firmen genutzt werden und nicht zugänglich sind.


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    Bunker A war durch eine Schmalspurbahn mit einem Torpedobunker verbunden der zwar noch vorhanden ist, aber den ich im Vorbeifahren nicht fotografieren konnte.

    Weitere Informationen: https://www.zandvoortsebunkerp…hnellbootbunker-IJmuiden/



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

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