Wanderung auf die Hohe und Niedere Bleick

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von waldi.

  • Vor ein paar Tagen habe ich eine Wanderung unternommen, die eigentlich nicht sonderlich anspruchsvoll ist. Hingegen ist mir bekannt, daß ich bei meiner Wanderung auf die Hohe Bleick und auf die Niedere Bleick zwar 800 Höhenmeter überwinden mußte, aber dies eigentlich nicht allzu anstrengend sein sollte, weil man bei dieser Tour eine Distanz von etwa 15 Kilometern hin und zurück überwinden mußte.


    Eigentlich kein Problem für mich, war ich doch vor Jahren sogar einmal im Winter auf der Niederen Bleick. Das war damals jedoch ziemlich anstrengend weil eine Menge Schnee lag. Doch nun zur Wanderung dieser Tage.


    Mein Auto habe ich in Unternogg bei Saulgrub abgestellt. Das liegt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Die beiden Berge hingegen befinden sich im Ostallgäu. Der Parkplatz jedoch war mein Kardinalfehler. Dort standen vor allem Pkw mit Radlträger und Wohnmobile. Folglich ist dies der Ausgangspunkt für Radtouren auf den Forstwegen der Ammergauer Berge. Die Hohe und Niedere Bleick waren nirgendwo angeschrieben. Eine Rücksprache mit einem vermeintlich Einheimischen ergab, welchen Wegen ich folgen sollte. Zuerst ging es immer an der Halbammer entlang.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38891


    Auf den gut ausgebauten Radwegen sah ich gelegentlich einen Radler.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38893


    Überhaupt war es sehr angenehm zu gehen weil die Steigung meist sehr moderat ist.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Nach der Beschreibung des Einheimischen sollte ich mich hier nach rechts wenden.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38898


    Die Hohe Bleick war übrigens bis zum Gipfel nie zu sehen. Der Berg liegt viele Kilometer entfernt und ich bin fast nur im Wald unterwegs.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38910


    Im Ammerwald gibt es viele private Hütten, die heute nicht mehr zur Waldarbeit sondern als Freizeitresort genutzt werden.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Wer mal auf den Topf muß, hat immerhin ein Plumpsklo ein paar Meter neben der Hütte.


    Fließendes Wasser gibt es im Bach daneben. Überhaupt ist dieses Vorgebirge mit vielen Bächen durchzogen, die alle in die Ammer fließen. Die wiederum fließt in den Ammersee südwestlich von München.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Die Sonne ließ sich zwar an diesem Tag nicht allzu oft blicken. Aber der einsame Weg ist wunderschön.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38901


    Ich geniesse die Tour und achte auf Kleinigkeiten am Weg.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38912


    Nach knapp zwei Stunden Gehzeit komme ich an der vom Einheimischen beschriebenen Wildfütterung vorbei.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38914


    Immer wieder sieht man Holzstapel am Wegrand. Scheinbar gehören viele Wälder hier dem Staat.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38931


    Der Forstweg nimmt nun jedoch einen Verlauf, der überhaupt nicht zur Hohen Bleick führt. Auch zeigt mir meine schlaue App im Handy namens maps.me nicht einmal einen Pfad auf den Gipfel. Vielmehr bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als den steilen Hang weglos zum Gipfel zu gehen. Den einen Kilometer schaffe ich doch mit links, dachte ich. Weit gefehlt!


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38932


    Hier müssen irgendwann einmal Menschen vorbeigekommen sein. Baumstämme liegen am Boden und wurden mit Sägen zerteilt. In der Ferne sehe ich eine Hütte.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Die steht an der einzigen ebenen Fläche weit und breit. Ich werfe einen Blick ins Innere - romatisch würde man sagen, wäre ich nicht mitten im weglosen Wald.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Es hilft nichts. Wenn ich auf den Gipfel möchte, muß ich irgendwie schauen wie ich nach oben komme. Es wäre doch gelacht wenn...


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38877


    Die Bäume hier sind nicht von Menschenhand gefällt worden. Das war wohl die Natur mit Wind und Eis und Schnee. Irgendwie komme ich da schon durch. Aber es geht verdammt langsam und verdammt steil nach oben.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Etwas Buntes im dunklen Wald


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large



    Hier müssten sie eigentlich wohnen, die Elfen und Waldgeister. Allerdings sehe ich keine.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Als ich einen provisorischen elektrischen Weidezaun mitten im Wald entdecke, schöpfe ich Hoffnung. Dahinter gibt es Jungvieh. Der Zaun wurde deshalb im Sommer angebracht, daß die Jungrinder sich nicht im Wald verlaufen. Tatsächlich höre ich nach einiger Zeit Kuhglockengeläut. Ein gutes Zeichen.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38879


    Der Anblick der Schumpen lässt mein Herz höher schlagen. Nun kann es nicht mehr weit sein auf den Gipfel der Hohen Bleick.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38880



    Geschafft! Nach einer Stunde Gehen oder Kraxeln durch den weglosen Wald habe ich doch noch den Gipfel entdeckt. Der ist wie erwartet eine Enttäuschung. Vor einiger Zeit wurden wohl hier oben aus welchem Grund auch immer die Bäume abgesägt.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38881



    Hier oben treffe ich eine einzige Bergfreundin die mich verblüfft frägt, ob es noch einen Weg auf dem Berg gibt. Nein, antworte ich. Aber ich habe einen gefunden. ;)


    Die Tatsache, daß die Hohe Bleick keinen besonderen Ausblick bietet, ist allgemein bekannt. Dafür ist der Berg zu niedrig und war bisher auch zu stark bewaldet. Deshalb schnell ein Bild in Richtung Südosten.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38878


    Nach einer kräftigenden Brotzeit mache ich mich auf den Weg zur Niederen Bleick. Wie auch im Wald ist nach den tagelangen Regenfällen in der Region der offizielle Wanderweg teils matschig und teils glitschig.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0&thumbnail=large


    Der Grasbuckel ist die Niedere Bleick. Im Vordergrund steht die Bleickhütte. Diese ist nicht bewirtschaftet.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38883


    Am Gipfelkreuz warten ein paar "nackte Jungfrauen" auf mich. Rechts im Bild erkennt man den Ammersee.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38884


    Bei besserem Wetter wäre die Fernsicht nicht schlecht.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38885


    In der Ferne erkennt man die Wieskirche.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38886


    Irgendwo da hinten im Tal liegt Unterammergau und irgenwo hinter den bewaldeten Hügeln wartet mein Auto auf mich. Ab und zu kommt man wie schon am Hinweg an Hütten vorbei, die immer noch genutzt werden.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38887


    Jetzt ist der Rückweg einfach. Auf einem Pfad geht es runter ins Tal und dann wieder auf guten Forstwegen zum Parkplatz. In zweieinhalb Stunden bin ich ziemlich abgekämpft nach 22 Kilometern am Ausgangspunkt meiner Tour. Der eigentliche Wanderparkplatz wäre übrigens nur 200 Meter vom anderen Parkplatz entfernt gewesen. Auch steht dort ein Wegweiser auf meine zwei Berge. So habe ich halt an diesem Tag eine Tour unternommen, die ich mir anders vorgestellt habe.


    Insgesamt war ich sechseinhalb Stunden unterwegs.


    jürgen

  • 22 km, 800 Höhenmeter, nicht schlecht. Schöne, ziemlich naturbelassene Gegend. Die Rinder sehen auch gut aus.

    Und das mit dem Verlaufen passiert uns ständig. Ich bin geradezu erleichtert zu lesen, dass es auch Anderen manchmal so geht, Elke hat ja auch schon davon berichtet. Habe schon an meinem Verstand gezweifelt.

    Viele Grüße Evelin

  • Irgendwie gefällt mir dieser Bericht ganz besonders!

    Jürgen bereitet sich offensichtlich auf einen Outdoor- Wildnistrip in Kanada vor ! ;)


    Ja, ich kenne das auch . Eine kleine Abzweigung übersehen oder falsch gewählt und schon ist man darauf angewiesen,die richtige Himmelsrichtung nicht zu verlieren. Gut , wenn man eine ordentliche Karte dabei hat (z.B. mit Höhenlinien)

    Aber die Spannung steigt, der Erlebniswert auch, vor allem wenn man wie Du , auch noch das "richtige " Ziel" erreicht und trotz allem die richtige Einstellung hat .

    Ich geniesse die Tour und achte auf Kleinigkeiten am Weg.

    Das ist Dir gelungen!:401:

    Fingerhüte , ein wunderschöner Schmetterling ( kennt ihn jemand??)


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_38912



    und noch mehr.

    Danke !


    Viele Grüße,

    Elke

    • Neu
    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt dir der Thread, willst du was dazu schreiben,
    dann melde dich bitte an.
    Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du
    das Forum fast uneingeschränkt nutzen.