Der Lappwaldsee bei Helmstedt

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Daniel_567.

  • Der Lappwaldsee bei Helmstedt


    Heute möchte ich Euch den Lappwaldsee vorstellen. Es ist ein noch recht junger See, er entsteht langsam durch die Flutung des Restloches des ehemaligen Braunkohlen-Tagebaus Wulfersdorf im Helmstedter Revier.

    Erliegt im Osten von Niedersachsen unmittelbar südlich von Helmstedt. Durch den entstehenden See verläuft im südlichen Zipfel die Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt.

    Der See wird ausschliesslich mit Grundwasser gefüllt, da nicht genügend Oberflächenwasser durch z.B. Flüsse zur Verfügung steht. Dadurch dauert es natürlich wesentlich länger, und es ist geplant, dass ca. im Jahr 2033 die Flutung abgeschlossen sein wird und er dann hoffentlich als Freizeitsee freigegeben werden kann.


    Der Tagebau Wulfersdorf wurde 1935 eröffnet und wies zu Zeiten der deutschen Teilung eine Besonderheit auf, und zwar wurde in diesem in einem gewissen Zeitraum sowohl von der DDR auf Westdeutschem als auch von der BRD auf Ostdeutschem Gebiet Kohle abgebaut. Unmittelbar östlich des Tagebaus befindet sich der Ort Harbke (im heutigen Sachsen-Anhalt), hier stand ein Kraftwerk, welches die Kohle dringend benötigte. Im Tagebau existierten zeitweise keine Grenzanlagen, diese wurden nach dem Ende dieser Sonderregelung in der 2. Hälfte der 1980er Jahre wieder aufwendig errichtet, um ca. 1 Jahr später dann gegenstandslos zu werden, denn am 9.11.1989 öffnete sich glücklicherweise der eiserne Vorhang.


    Nun aber auf zum Lappwaldsee. Nachdem wir den Parkplatz, der von der B1 her kommend schlecht ausgeschildert ist, erreicht hatten, empfing und dort eine Infotafel, auf der man sich über die Wasserstände des Sees seit Beginn der Flutung 2004 informieren kann, und auch über weitere Ausflugsziele in der Nähe.


    Der Parkplatz.




    Die Infotafel.





    Der Zugang zum See ist mit einer Schranke abgesperrt, sodass man nur zu Fuss oder mit dem Rad dorthin kommt. Unmittelbar hinter der Schranke führt der Weg über eine Brücke, die die B1 überspannt. Die B1 ist an dieser Stelle ein Neubau und dient als Umfahrung für Helmstedt.


    Die Schrankenanlage.



    Blick von der Brücke nach Osten Richtung Kreisverkehr, von dem aus man den Parkplatz am günstigsten erreichen kann,



    und nach Westen.



    Dann führt der Weg immer leicht bergab an die nordwestliche Seite des Sees.




    Es wird darauf hingewiesen, dass es strengstens verboten ist, die Hänge zu betreten.



    Nach ca. 10-12 Gehminuten, ich schätze mal 1 km, erreicht man einen ersten Aussichtspunkt, hier steht eine weitere Infotafel, aber lest am besten selbst.






    Der Platz wurde offensichtlich auch schon als Feuerstelle genutzt.



    Und von hier aus hat man diesen Ausblick, die Bilder sind in ihrer Reihenfolge von Osten nach Westen aufgenommen.





    Ich ging ein kleines Stück die Böschung hinab, ich hoffte, von dort aus eventuell einen besseren Blick zu haben.





    Von hier aus führt ein Trampelpfad weiter hinab bis ans Ufer des Sees.



    Aber ich erinnerte mich an die Warnschilder und kehrte wieder um. Auch ohne diese Warnschilder wäre ich nicht weiter hinab geklettert, da ich nicht mehr der Gelenkigste bin, und ausserdem schon die Blicke meiner Frau im Rücken spürte.



    Also machten wir uns auf den Weg zurück zum Parkplatz, denn wir hatten an diesem Tag noch eine andere Sehenswürdigkeit auf unserem Plan stehen.


    Das ist die Zu- und Abfahrtsstrasse für den Parkplatz Lappwaldsee, hier der Blick Richtung Helmstedt.



    So richtig zufrieden war ich mit der Aussicht auf den See noch nicht, und so fuhren wir zu einer anderen Stelle, von der ich vermutete, dass man dort einen besseren Ausblick haben würde, und ich denke, es war die richtige Entscheidung. Hier nun zum Abschluss meines Berichtes noch ein paar Aufnahmen, wieder von Osten nach Westen geschwenkt. Ab Bild 29 ist im Hintergrund zwischen den Windrädern das Kraftwerk Buschhaus zu sehen.









    Fazit: Der Lappwaldsee ist in seiner momentanen Konstellation ideal für Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger, die Ruhe und Entspannung suchen. Meine Frau und ich waren in der Tat überrascht, wie ruhig es doch war, so gut wie kein Strassenlärm, sodass man das Rauschen der Blätter und das Zwitschern der Vögel gut hören konnte.

    Wie es sich hier weiter entwickelt, wenn der See eines Tages gefüllt ist und als Freizeitsee seiner Bestimmung übergeben wird, bleibt abzuwarten. Ich hoffe für die Region, dass er sich dann zu einem beliebten Ausflugsziel etablieren wird.



    Und wie immer zum Schluss ein paar Links.


    Zu Wikipedia - Lappwaldsee:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Lappwaldsee


    Zu Wikipedia - Wulfersdorf:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tagebau_Wulfersdorf


    Zur MDR-Mediathek, hier eine interessante Reportage zur Geschichte des Tagebaus:

    (Ich hoffe, dass diese Reportage noch einige Zeit in der Mediathek ist)

    https://www.mdr.de/mediathek/f…171a0f60_zs-1638fa4e.html


    Zu Google Maps:

    https://www.google.com/maps/pl…3d52.2055311!4d11.0142802


    Und hier die günstigste Anfahrt zum Parkplatz von der B1 aus:

    https://www.google.com/maps/di….0063592!2d52.2154432!3e0


    Zur Homepage der Stadt Helmstedt:

    https://www.stadt-helmstedt.de…s-kultur/lappwaldsee.html


    Zu Elm Freizeit:

    http://www.elm-freizeit.de/ind…m-lappwald/np-lappwaldsee


    Zu Outdooractive mit der Lappwaldsee-Radtour-Route:

    https://www.outdooractive.com/…ppwaldsee-route/21907927/


    Und hier für die Camping-Freunde einige Links zu Plätzen in der näheren Umgebung:

    https://www.stadt-helmstedt.de…tur/wohnmobilplaetze.html


    https://www.campingplatz-mariental.de/


    http://www.campingplatz-raebke.de/


    Zu Youtube:

    Hier eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2013:

    https://www.youtube.com/watch?v=wm0Ffxo9Ns4


    https://www.youtube.com/watch?v=7nzzdYu5U-o


    Und hier noch ein paar Vorschläge für Radtouren rund um Helmstedt.

    https://www.komoot.de/guide/1232/radtouren-rund-um-helmstedt



    Viele Grüsse, Daniel.

    Einmal editiert, zuletzt von Daniel_567 ()

  • Interessant, danke Daniel, für die große Mühe, die du dir gemacht hast. Und wenn es irgendwann mal so schön wird, wie Neuseenland, dann ist was richtig Gutes aus einem altenTagebauloch geworden.


    Viele Grüße Evelin

  • Hallo Evelin.


    Ja, bis dahin werden zwar noch einige Jahre ins Land gehen, aber dann wird der See bestimmt ein beliebter Anlaufpunkt für Erholung Suchende werden.


    Viele Grüsse, Daniel.

  • Hallo Daniel,


    das ist ja sehr interessant, was Du uns hier vorstellst, ich hätte nicht gedacht, daß es so lange geht, bis sich der See gefüllt hat.

    Das wird sicher mal ein sehr schönes Naherholungsgebiet.


    Danke für diesen informativen gut recherchierten und mit Links dazu versehenen Bericht.

    :blume17: Grüssle von tosca


    Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an!

  • Hallo Sylvi.


    Ja, 30 Jahre ist schon eine lange Zeit. Aber wer weiss, wozu es gut ist. Vielleicht hat die natürliche Flutung ja den angenehmen Nebeneffekt, dass das Ufer und die Hänge dadurch, wie soll ich sagen, eine mehr oder weniger natürliche Stabilität erhalten. Bei den mit Gewalt gefluteten Seen gibt es ja doch hin und wieder Probleme mit den Hängen.


    Viele Grüsse, Daniel.

  • Zu allererst ein herzliches DANKE, lieber Daniel, dass Du gemacht hat , was Du am Ende dieses Beitrags über Harpke

    Das Grenzdenkmal Hötensleben

    versprochen hast.

    Ich hatte den Beitrag des mdr angschaut ( leider ist er inzwischen nicht mehr in der Mediathek , aber ich habe ein paar Textausschnitte eingefügt)


    Danke , dass Du ( Ihr) hingefahren seid und Du uns von verschiedenen Seiten zeigst , wie weit die Renaturierung bereits gelungen ist.

    Noch fehlen etliche Meter, bis der See voll ist.

    An den Bilder der Infotafeln kann man erkennen , wie tief dieses Loch ist , das der Braunkohleabbbau hinter sich gelassen, hat . Und wie steil die Uferböschung ist. Du hast sicher Recht, wenn Du an die Probleme mit solch steilen Böschungen hinweist.

    An eine Bebauung rund um den See ist sicher so schnell nicht zu denken.

    Noch scheint es ein ungestörtes Bioptop zu sein.


    Der See wird bestimmt eine Bereicherung für die Region.


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Hallo Elke.


    Ja, es war dann so, dass es mich auch mal interessierte, wie es dort am Lappwaldsee so aussieht. Bin schon so oft daran vorbei gefahren, meist keine Zeit, weil ich immer terminlich gebunden war, wenn ich nach HE fuhr. Und nun haben wir es endlich mal mit einem Tagesausflug verbunden und sind hingefahren.:)


    Liebe Grüsse, Daniel.

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