Beiträge von claus-juergen

    hallo bernd,


    das ding in oberhausen kenne ich auch. es ist glaublich etwas größer als der kessel im augsburger stadtteil.


    ich kann mich erinnern, daß vor vielen jahren christo eine kunstinstallation mit lauter gelben und roten ölfässern darin aufgebaut hat. danach soll das ding geflutet worden sein um tauchern das tauchen zu ermöglichen. ich würde da nie tauchen, nicht mal schwimmen! hast du kenntnisse, wie das ding im ruhrpott derzeit genutzt wird?


    grüsse


    jürgen

    Hallo Freunde von alter Industriearchitektur!


    Vor zwei Jahren hatte ich die Gelegenheit, im Augsburger Stadtteil Oberhausen auf den 84 m hohen Gaskessel steigen zu dürfen. Auch das Innere ist mittlerweile begehbar, nachdem das Gaswerk im Jahr 2001 stillgelegt wurde. Dieser größte von insgesamt 3 Gasbehältern wurde erst im Jahr 1954 in Betrieb genommen, hat einen Durchmesser von 45 Metern und fasst immerhin 100.000 Kubikmeter Gas.


    Das folgende Bild zeigt das Innere des Gaskessels. Darin war im Jahr 2009 ein Foucaultsches Pendel aufgehängt. Die Bewegung dieses Pendels wird durch die Erddrehung hervorgerufen. Die Stelen sind Lautsprecher. Gesteuert durch das 70 Meter lange Foucault Pendel erklingen die Töne von Bachs C-Dur Präludium in hypnotischer Langsamkeit.
    Synchron zur Pendelperiode von 17 Sekunden baut sich das Stück Note für Note über eine Zeit von 10.000 Sekunden auf. Ob dieses Ding heute noch installiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Es war jedenfalls ein sehr ungewöhnliches Klangerlebnis im Innern dieses gewaltigen Kessels.




    Oben war eine sogenannte Abdichtscheibe mit Betongewichten. Das ganze wog 356 Tonnen und verhalf so dem Gas zu einem Druck von ca. 23 bar. Diese Scheibe ist mittlerweile abgesenkt worden. Wenn man jetzt nach oben blickt, sieht man Licht, welches durch Öffnungen an der Decke bzw im oberen Bereich der Wand einfällt. Der jetzt abgesenkte Deckel wurde nur bis maximal knapp unterhalb der Fensteröffnungen angehoben.



    Der Blick auf das Gelände während des Aufstiegs.



    Auf das Dach des Kessels führt sowohl ein Aufzug als auch eine Treppe. Oben kann man herumlaufen und hat von dort natürlich einen tollen Blick über Augsburg. Hier der Blick nach Süden. Etwas links der Mitte der Hotelturm.





    Dies ist eines von mehreren Notventilen, über welche Druck abgelassen werden konnte.



    Die beiden benachbarten Gasbehälter waren kleiner und von anderer Bauart. Vom großen Kessel aus kann man erkennen, daß diese älteren ein wesentlich geringeres Fassungsvermögen haben als der jüngste Behälter. Hier ist der „Deckel“ eine Art umgestülpter Topf, der exakt in den unteren Teil passt und sich je nach Gasmenge nach oben schiebt. Abgedichtet wurde das ganze bei allen drei Gasbehältern durch Öl. Durch das Eigengewicht entsteht der Gasdruck. Diese beiden Gasbehälter wurden bereits in den Jahren 1910 bis 1913 gebaut.




    Die Eisengestelle außen um die Behälter dienten zum einen dem Deckel als Führung und zum anderen der Wartung, insbesondere dem Aufbringen des Dichtöls. Unvorstellbar für mich ist die Tatsache, daß die Dichtung allein durch dieses Öl erfolgt ist.


    In diesem Pumpen- und Maschinenhaus wurde das Gas gereinigt und bei Bedarf weiter verdichtet und ins städtische Netz eingespeist.



    Hier noch mal der große Gasbehälter von unten gesehen.


    Als Laie habe ich mir angelesen, daß zur Gasproduktion Steinkohle aus Bayern, Böhmen und dem Saarland per Bahn angeliefert und mittels Hitze zu Kokskohle verschwelt wurde. Dabei entstand das sogenannte Stadtgas, welches im übrigen giftig war. Dieses Stadtgas wurde in das seit dem 19. Jahrhundert ständig weiter ausgebauten städtische Gasnetz eingespeist und diente der Beleuchtung von Straßen sowie Wohnungen und auch zum Kochen. Natürlich konnten sich dies nur wohlhabende Bürger leisten.

    Für die ärmeren Mitmenschen blieb immerhin noch der Kauf eines Leiterwagens voll Kokskohle, die immer noch einen guten Heizwert hatte. Das Gaswerk in Augsburg wurde während des Krieges trotz wiederholter Bombenangriffe nicht zerstört und stellt heute ein einzigartiges Industriedenkmal in Europa dar.


    Wer mehr darüber wissen will, kann unter diesem Link technische und geschichtliche Details nachlesen:


    https://www.gaswerk-augsburg.de/


    Ich hoffe, mit diesem Beitrag euch interessantes aus der Nachbarschaft nahe gebracht zu haben.


    Ein Nachtrag noch zur dieser Technik der Speicherung von Gas. In Pula in Kroatien gibt es noch solche Behälter wie die hier gezeigten älterer Bauart. Die Anlagen stehen beim Yachthafen Veruda und sind noch in Betrieb.

    Jürgen

    hallo elke,


    ich sehe schon, auch im neuen jahr verteidigst du deinen ruf als hartnäckige rätselknackerin erfolgreich. gratulation!!!


    hier gleich mal vorab der link mit bildern vom großen gaskessel im augsburger stadtteil oberhausen. weitere bilder und infos folgen.


    https://www.gaswerk-augsburg.de/gasbehaelter3.htm


    dieses rätsel zeigt mal wieder, was für interessante dinge doch vor unserer haustüre liegen.


    vielen dank fürs mitmachen sagt


    jürgen

    Handelt es sich um Sonnen- oder Kunstlicht das da durchscheint?


    hallo waldi und die anderen rätselfreunde,


    ich muß mich leider berichtigen. es handelt sich nicht um kunstlicht! die hellen flecken sind tageslicht, welches den raum durch eine art fenster beleuchtet. ich habe dies erst heute herausbekommen.


    auf gehts, die lösung liegt nah, zumal dieses industriedenkmal schon etwas besonderes nicht nur in deutschland sondern in europa ist.


    grüsse


    jürgen

    hallo elke,


    nein, in haigerloch war ich nicht. das ding hat auch gar nichts mit atom, sei es in form von kriegerischer oder friedlicher nutzung oder schutz vor atomwaffen zu tun.


    es handelt sich um ein industriedenkmal, wie es nur wenige hierzulande gibt. dieses industriedenkmal ist fast vollständig erhalten und somit eine seltenheit in deutschland. weit musste ich im übrigen nicht fahren, um das ding zu besichtigen.


    grüsse


    jürgen

    hallo elke,


    vor gut zwei jahren war dieser raum für jeden zugänglich. viele jahre davon war der raum für niemanden zugänglich. jetzt ist der raum alle paar tage für jedermann zugänglich. somit könnte tatsächlich jeder dort stehen und nach oben schauen. allerdings schaut es heute oben anders aus....


    so, jetzt muß ich in die heia, denn sonst kann ich morgen in der arbeit keine leistung bringen.


    viel spaß beim weiterraten wünscht euch


    jürgen


    ps: nach der auflösung gibts einen interessanten reisebericht, versprochen!

    hallo helga,


    das befremdet mich jetzt schon etwas. gibts da was zu schmuggeln oder wieso haben die da einen zaun gebaut? der ist doch sicherlich mehrere hundert kilometer lang und behindert viele wandernde tiere auf ihren wegen.


    grüsse


    jürgen

    hallo rätselfreunde,


    nein, ich war heute nicht schon wieder unterwegs. dieses bild schlummert seit zwei jahren auf meiner festplatte. vielleicht könnt ihr mir sagen, wohin ich mich verirrt habe, als ich das foto aufgenommen habe?



    viel spaß beim raten wünscht


    jürgen


    ps helmut: dieses mal habe ich hoffentlich richtig abgeklärt, daß dieses foto im www nicht zu finden ist. :c8l:

    hallo gabi und albert,


    vielen dank für euren mit viel liebe und zeitaufwand erstellten bericht. ein feuerwerk von farben und eindrücken, welches hier nur nur teil wiedergegeben werden kann. es fehlen die gerüche, die sicherlich die exotik dieses für mich immer noch unbekannten landes verstärken.


    zu welchem zweck wird denn auf den märkten sandelholz verkauft? ist es kultmittel für die altäre oder tempel oder ergänzt es die speisen?


    grüsse


    jürgen

    hallo bernd,


    super bilder! wenn ich nur meine chefin dazu bewegen könnte, endlich auch mal da hin zu fliegen, zumal die kombinierten hurghada-nilkreuzfahrten derzeit sehr billig verhökert werden.


    grüsse


    jürgen

    hallo helga,


    danke erst mal für die ersten bilder deines berichts, der ja, deiner ankündigung zufolge fortgesetzt werden soll.


    wieso sieht man die grenze zu botswana aus der luft? gibt es da einen grenzzaun?


    grüsse


    jürgen

    gratulation waldi!!!


    rätsel gelöst. es ist die hohenzollernburg bei hechingen:


    https://www.preussen.de/de/heute/burg_hohenzollern.html


    ich hatte gestern jedoch das pech des nebligen wetters und der schneebedeckten straßen, dafür das glück, gemeinsam mit nur drei spaniern und zwei russinnen an einer führung teilnehmen zu können.


    die krone ist die preussische königskrone und da wilhelm II neben dem titel deutscher kaiser (eine kaiserkrone gibt es nicht, nur die des kaisers des heiligen römischen reichs deutscher nation - die wird in wien aufbewahrt) auch den titel des königs von preussen innehatte, war er der letzte preussische könig, dem die krone zustand. ob er sie jemals getragen hat, kann ich nicht sagen.


    die beiden kapellen hast du richtig erkannt. hier sollte erwähnt werden, daß das geschlecht der hohenzollern seit jahrhunderten in einen evangelischen und katholischen zweig getrennt ist. stammburg ist die zwei mal wiederaufgebaute, zuletzt mitte des 19. jahrhunderts, burg hohenzollern.


    bis anfang der 90er jahre ruhten in der einen kapelle die gebeine des alten fritz und von friedrich wilhelm, dem soldatenkönig. die umsetzung erfolgte dann nach potsdam.


    wer einmal in die gegend kommt, sollte sich das gemäuer ansehen. der blick vom berg, auf dessen spitze die burg thront, ist traumhaft. ich habe mir fest vorgenommen, noch einmal im sommer extra mit meiner frau dort hin zu fahren. man kann dort auch wunderbar wandern.


    vielen dank fürs mitmachen sagt


    jürgen


    PS: rätsel scheint auch ohne ein bild geglückt zu sein...

    hallo rätselfreunde,


    die tatsache, daß ich gestern in deutschland unterwegs war, ist ja nun geklärt. ihr seit jedenfalls schon ein gutes stück weiter gekommen, das rätsel zu lösen.


    ich war nicht in einer simultankirche wie die von mir genannte augsburger annakirche eine ist. der weltliche teil überwiegt in dem von mir besuchten gebäude. das gebäude steht nicht in wittenberg sondern in baden-württemberg. die kopfbedeckung ist tatsächlich eine krone. das gebäude ist keine gedenkstätte im eigentlichen sinne, wobei man in historischem gemäuer grundsätzlich immer was "zu gedenken" hat.


    zum schluß bitte ich noch meinen relativ frühen feierabend hier im forum zu entschuldigen. ich bin gestern ein paar hundert km gefahren und dies teilweise bei schneebedeckter fahrbahn und habe daneben "von der arbeit" noch einen kofferraum voll papier mit "nach hause" geschleppt. der abstecher in das gesuchte gebäude war praktisch meine verspätete mittagspause.


    grüsse


    jürgen


    so, nun hoffe ich auf eine schnelle lösung des rätsels. auf gehts, wer macht den nächsten schritt?