Ich könnte mir auch Bilder vorstellen z.B. von Festen von früher, von Festumzügen, Veranstaltungen , Ausflügen, usw...wo man sieht wie es damals zuging, vielleicht ist etwas zu erkennen, was es heute gar nicht mehr gibt, z.B. ein Gebäude, ein Straßenzug, ein Gegenstand.....usw.
Ein kleine Geschichte dazu, Hintergünde, die erkennen lassen, warum das Bild etwas "Besonderes" ist.
Ich möchte euch gerne von einem unserer Skiausflüge aus vergangenen Tagen berichten.
Es war einmal.... Ein Skiausflug im Jahr 1962
Da wir kein eigenes Auto besaßen, nahmen uns die Freunde meiner Eltern öfters in ihrem VW Käfer 1200 De Luxe (Bj.1961) mit ins Skigebiet. Für vier Erwachsene, ein 5 ½-jähriges Kind und jede Menge Skiausrüstungen ging es von München in gut zwei Stunden zum Sudelfeld bei Bayrischzell.
Ich fand Autofahren großartig und besonders dieses Auto, denn am Armaturenbrett in den Lüftungsschlitzen hing eine trichterförmige Glasvase mit bunten Plastikblümchen, die ich jedes Mal aufs Neue bestaunte und mir gerne näher angesehen hätte. Aber ich als kleinster Passagier wurde im Käfer in der Mulde hinter den Rücksitzen transportiert. Ich musste mich ganz klein machen, damit der Fahrer durch die Heckscheibe nach hinten sehen konnte. Viel Ausblick bot sich für ihn allerdings nicht, denn die Skier waren am Heck des Autos befestigt und versperrten die Sicht. Ich liebte es, auf diese Art und Weise kutschiert zu werden, denn ich hatte es als Einzige ganz nah am Motor kuschelig warm.
Nach der weiten Anreise wurde sich erst einmal für den bevorstehenden Skitag gestärkt.

Ich erinnere mich, einen Parkplatz gab es damals nicht. Wir parkten wie alle anderen Skifahrer am Straßenrand mitten im Wald und mussten dann noch kilometerweit -so kam es mir immerhin vor- bergauf laufen bevor wir das Skigebiet erreichten. Für mich lauffaules Kind war das eine Qual. Die Skier waren gut einen Kopf länger als ich, massiv und dementsprechend schwer. Wenn ich auf dem Marsch nach oben zu weit zurückfiel, erbarmte sich meistens ein Erwachsener und nahm mir die Bretter ab.
Man trug zum Skifahren Norwegerpullis und Wollhandschuhe. So sah man richtig zünftig aus. Die überlangen Holzbretter hatten, man beachte, eine „Sicherheits“-Seilzug-Skibindung. Man schob die Schuhspitze der Lederschuhe mit Hakenschnürung unter einen Riemen. –Manche hatten schon eine Metallführung in der die seitlich überstehende Sohle arretiert wurde. Dann wurde eine Metallschlinge um den Schuhabsatz gezogen und mit einem Metallklipp auf Federzug vor dem Schuh festgespannt. Die Ferse blieb dabei beweglich wie bei Langlauf- oder Tourenskiern. Die Skistöcke waren zum großen Teil aus Bambus, hatten unten eine Metallspitze und einen Teller, der ebenso aus einem Holzring bestand. Für die Hände gab es einen Lederknauf mit Schlinge.

Da meine Eltern Angst hatten, mich mit dem Einer-Schwebelift alleine fahren zu lassen, sollte ich an der Talstation auf einem von ihnen bestimmten Buckel erst einmal eigenständig üben, hochkraxeln und dann hinunterfahren. Es war bitter sehen zu müssen, wie die Erwachsenen mit dem Lift nach oben entschwebten. Immer wenn sie eine Abfahrt hinter sich hatten, kamen sie wieder, um nach mir zu schauen.
Das mühselige Hochsteigen mit den lästigen Brettern an den Füßen, war mir schon nach kurzer Zeit zu umständlich. Ich gab den störenden Latten einen verächtlichen Schubs und sie landeten irgendwo im Tiefschnee. Ich wollte spielen, baute mir Schneemännchen oder kugelte Schneebälle oder mich selber den Hang hinunter. Deshalb hatte ich meistens nach einem sogenannten Skitag etwas von einem Schneemann. Der Schnee hatte sich in den Wollfäden meines Pullis festgesetzt und verhärtet. Ganz besonders die Wollhandschuhe hatten so eine steife, ungestaltete Form angenommen, dass ich kaum noch etwas damit greifen konnte.
Ich hatte meinen Spaß und manchmal sogar ein paar Gleichaltrige, die den Unfug -so nannten die Erwachsenen mein Treiben- mit mir mitmachten.
Trotz der äußerst unkonventionellen „Betreuung“ durch meine Eltern, habe ich Jahre später doch noch meine Liebe zum Wintersport entdeckt und ganz gut Skifahren gelernt.
Liebe Grüsse
Gabi



