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Es war einmal..

  • Gast001
  • 3. März 2017 um 21:03
  • Olifan
    Gast
    • 7. März 2017 um 23:07
    • #11
    Zitat von ELMA

    Ich könnte mir auch Bilder vorstellen z.B. von Festen von früher, von Festumzügen, Veranstaltungen , Ausflügen, usw...wo man sieht wie es damals zuging, vielleicht ist etwas zu erkennen, was es heute gar nicht mehr gibt, z.B. ein Gebäude, ein Straßenzug, ein Gegenstand.....usw.
    Ein kleine Geschichte dazu, Hintergünde, die erkennen lassen, warum das Bild etwas "Besonderes" ist.

    Ich möchte euch gerne von einem unserer Skiausflüge aus vergangenen Tagen berichten.

    Es war einmal.... Ein Skiausflug im Jahr 1962


    Da wir kein eigenes Auto besaßen, nahmen uns die Freunde meiner Eltern öfters in ihrem VW Käfer 1200 De Luxe (Bj.1961) mit ins Skigebiet. Für vier Erwachsene, ein 5 ½-jähriges Kind und jede Menge Skiausrüstungen ging es von München in gut zwei Stunden zum Sudelfeld bei Bayrischzell.

    Ich fand Autofahren großartig und besonders dieses Auto, denn am Armaturenbrett in den Lüftungsschlitzen hing eine trichterförmige Glasvase mit bunten Plastikblümchen, die ich jedes Mal aufs Neue bestaunte und mir gerne näher angesehen hätte. Aber ich als kleinster Passagier wurde im Käfer in der Mulde hinter den Rücksitzen transportiert. Ich musste mich ganz klein machen, damit der Fahrer durch die Heckscheibe nach hinten sehen konnte. Viel Ausblick bot sich für ihn allerdings nicht, denn die Skier waren am Heck des Autos befestigt und versperrten die Sicht. Ich liebte es, auf diese Art und Weise kutschiert zu werden, denn ich hatte es als Einzige ganz nah am Motor kuschelig warm.

    Nach der weiten Anreise wurde sich erst einmal für den bevorstehenden Skitag gestärkt.



    Ich erinnere mich, einen Parkplatz gab es damals nicht. Wir parkten wie alle anderen Skifahrer am Straßenrand mitten im Wald und mussten dann noch kilometerweit -so kam es mir immerhin vor- bergauf laufen bevor wir das Skigebiet erreichten. Für mich lauffaules Kind war das eine Qual. Die Skier waren gut einen Kopf länger als ich, massiv und dementsprechend schwer. Wenn ich auf dem Marsch nach oben zu weit zurückfiel, erbarmte sich meistens ein Erwachsener und nahm mir die Bretter ab.

    Man trug zum Skifahren Norwegerpullis und Wollhandschuhe. So sah man richtig zünftig aus. Die überlangen Holzbretter hatten, man beachte, eine „Sicherheits“-Seilzug-Skibindung. Man schob die Schuhspitze der Lederschuhe mit Hakenschnürung unter einen Riemen. –Manche hatten schon eine Metallführung in der die seitlich überstehende Sohle arretiert wurde. Dann wurde eine Metallschlinge um den Schuhabsatz gezogen und mit einem Metallklipp auf Federzug vor dem Schuh festgespannt. Die Ferse blieb dabei beweglich wie bei Langlauf- oder Tourenskiern. Die Skistöcke waren zum großen Teil aus Bambus, hatten unten eine Metallspitze und einen Teller, der ebenso aus einem Holzring bestand. Für die Hände gab es einen Lederknauf mit Schlinge.



    Da meine Eltern Angst hatten, mich mit dem Einer-Schwebelift alleine fahren zu lassen, sollte ich an der Talstation auf einem von ihnen bestimmten Buckel erst einmal eigenständig üben, hochkraxeln und dann hinunterfahren. Es war bitter sehen zu müssen, wie die Erwachsenen mit dem Lift nach oben entschwebten. Immer wenn sie eine Abfahrt hinter sich hatten, kamen sie wieder, um nach mir zu schauen.

    Das mühselige Hochsteigen mit den lästigen Brettern an den Füßen, war mir schon nach kurzer Zeit zu umständlich. Ich gab den störenden Latten einen verächtlichen Schubs und sie landeten irgendwo im Tiefschnee. Ich wollte spielen, baute mir Schneemännchen oder kugelte Schneebälle oder mich selber den Hang hinunter. Deshalb hatte ich meistens nach einem sogenannten Skitag etwas von einem Schneemann. Der Schnee hatte sich in den Wollfäden meines Pullis festgesetzt und verhärtet. Ganz besonders die Wollhandschuhe hatten so eine steife, ungestaltete Form angenommen, dass ich kaum noch etwas damit greifen konnte.

    Ich hatte meinen Spaß und manchmal sogar ein paar Gleichaltrige, die den Unfug -so nannten die Erwachsenen mein Treiben- mit mir mitmachten.

    Trotz der äußerst unkonventionellen „Betreuung“ durch meine Eltern, habe ich Jahre später doch noch meine Liebe zum Wintersport entdeckt und ganz gut Skifahren gelernt.

    Liebe Grüsse
    Gabi

  • tosca
    VIP Mitglied
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    690
    • 7. März 2017 um 23:49
    • #12

    Hallo Gabi,

    das ist eine sehr schöne Geschichte, die Du uns erzählst. Und die tollen Fotos, ganz klasse!!

    Ich erinnere mich daran, als Kind auch schwarze Steghosen und so einen ähnlichen Norwegerpulli in weiß mit grünem Muster gehabt zu haben. Das trugen früher viele Kinder, das wir irgendwie in Mode. So einen originalSkistock wie Du ihn beschreibst, den haben wir als Deko im Partykeller ^^

    Allerdings ist bei uns keiner Ski gefahren. Meine Eltern hatten zwar ein Auto, aber Skifahrer waren sie nicht. Das hab ich erst so mit Anfang 20 gelernt, weil mein Mann Skifahrer war.

    Mit den hinten offenen Skiern: seid Ihr damals, bzw. Deine Eltern im Telemarkstil gefahren? Weißt Du das noch?
    Das erlebt seit einiger Zeit wieder eine Renaissance....

    :blume17: Grüssle von Sylvi

    Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an!

  • Olifan
    Gast
    • 8. März 2017 um 06:57
    • #13

    Silvi das ist richtig. Mit den an der Ferse beweglichen Skibindungen, hätte man Telemark fahren können.
    Meine Eltern waren wenig erfahrene Skiläufer und beherrschten diesen komplizierten und zu der Zeit auch schon fast wieder überholten Fahrstil nicht.
    Sie schwangen sich mit Schrägfahrten und Stemm- oder auch Pflugbögen einigermaßen gut und sicher die Pisten hinunter.


    Liebe Grüsse

    Gabi

  • wallbergler
    Gast
    • 8. März 2017 um 08:43
    • #14

    Liebe Gabi,

    das Sudelfeld. Das war das Skigebiet schlechthin für die Münchner. (neben Spitzingsee mit altem Lyralift.)

    Meinen Wallberg mit irrem Glaslhang fuhr ich erst später runter.

    Da hatten mein Bruder und ich ihren ersten VW Käfer, aber gebraucht, noch mit Kugelgas. lach.
    ,
    Und der Lift von Bayrischzell hinauf , war auch nicht gerade eine Augenweide.

    Keilhosen, ja, Foto natürlich nein, Kampf durch den Tiefschnee, da war ich ja erst 18 Jahre.

    Ich bevorzugte es, immer wenn ich stürzte , mich äußerst akkurat zu säubern. Mein Bruder war richtig sauer, der ja schon Tiefschneefahren beherrschte. Egal, trotzdem war ich durch und durch nass am Schluss.

    Später verfrachtete er mich auf den Auslaufhang bei Bayrischzell, um alleine zügig die Abfahrt herunter zu wedeln. War damals das Non Plus!!

    Danke für den Erinnerungsanstoß.

    lieben Gruß
    Helmut

  • Gast001
    Gast
    • 8. März 2017 um 10:23
    • #15

    Danke , Gabi !! :D:D
    Was für eine treffende Beschreibung und ein Stimmungsbild von früherem Skivergnügen!
    (Wobei die kleine Gabi anscheinend von den Brettern, mit denen man sie allein an einem kleinen Buckel gelassen hatte, nicht viel hielt...- aber das hat sich ja später geändert)

    Oh ja, die Holzbretter ( ich habe 2 Paar davon in wilden Buckelpisten "zerlegt", "Skisalat" nannte man das ) ,
    die modernen Lastex-Keilhosen, mit denen man nach Sesselliftfahrten ( auf Holzleisten, ohne Sitzpolster) bei Schneetreiben blau geforen oben ankam,

    die

    Zitat von Olifan

    Lederschuhe mit Hakenschnürung

    selbstverständlich "zwiegenäht" ( man konnte sie im Sommer zur Not auch als Bergschuhe tragen)
    drückten und waren schnell nass...
    usw..

    und doch war Skifahren damals ein wunderschönes, doch ein absolutes Privileg ( zumindest wenn man nicht am Alpenrand wohnte)

    und für die meisten , die einmal damit angefangen haben ( und es sich leisten konnten), wurde es eine Sportart, von der man nicht mehr loskam.

    Auch für mich.


    Liebe Grüße,

    Elke

  • waldi
    Administrator
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    • 8. März 2017 um 16:04
    • #16
    Zitat von Olifan

    Aber ich als kleinster Passagier wurde im Käfer in der Mulde hinter den Rücksitzen transportiert.

    So ähnlich erging es noch mehr Kindern!
    Ich durfte immer in den Laderaum unseres Kombi. Beim Sonntagsausflug mit Oma, Opa und Geschwistern war sonst kein Platz mehr.
    Im FORD Taunus 15m war nicht viel Platz, aber für mich und meine kleine Schwester reichte es.

    Ich liebte diese "Weltkugel"!
    Wenn man heute versuchen würde einen Zehnjährigen in diesem Outfit auf die Straße zu schicken, gäbe es wahrscheinlich heftigen Widerstand!

    Bei diesem Modell war die Hecktür links angeschlagen.

    Sie öffnete sich also zur Straße hin. Heute sind diese Türen meist rechts angeschlagen. Das finde ich unpraktisch!
    (OBB steht nicht für Oberbayern! Das war Obernburg)
    Dieses Problem hatten wir bei dem Nachfolger nicht.

    Beim FORD Taunus 17m (P3), auch liebevoll "Badewanne" genannt, war die Heckklappe unten angeschlagen.
    Zum Öffnen der Klappe musste das rahmenlose Fenster runtergekurbelt werden um die Klappe nach unten klappen zu können.

    Das hatte für uns Heckpassagiere den Vorteil dass wir das Fenster während der Fahrt manchmal geöffnet lassen konnten - wenn wir durften!

    Beim nächsten 17m (P7) wars vorbei mit dem Huckepackfahren, denn es war eine Limousine.
    Außerdem waren wir dann nicht mehr bereit im Kofferraum mitzufahren. Den fuhr ich dann schon selber!


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • Josef
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    • 8. März 2017 um 21:47
    • #17

    Waldi, das sind herrliche Erinnerungen.

    Der Ford 15 M war ein schönes Auto.
    Vom Ford 17 M konnte man nur träumen.
    Für mich damals zu teuer.

    Liebe Grüße

    Josef

  • Olifan
    Gast
    • 9. März 2017 um 06:48
    • #18

    Man erkennt an der Haltung, das Auto war der ganze Stolz des Fahrers. - Kein Wunder bei der Aerodynamik. Und welch ein fortschrittlicher Anblick die ovalen Scheinwerfer.

    Zitat von waldi

    Beim FORD Taunus 17m (P3), auch liebevoll "Badewanne" genannt, war die Heckklappe unten angeschlagen.

    Bei meinem jetzigen „Smartie“ öffnet man das Heck auf ähnliche Weise (Scheibe nach oben, Klappe nach unten), was ich sehr praktisch finde. –Das war wohl schon damals keine schlechte Lösung.


    Danke fürs Vorstellen der schönen Oldtimer.


    Liebe Grüsse

    Gabi

  • Gast001
    Gast
    • 9. März 2017 um 09:43
    • #19
    Zitat von waldi

    Im FORD Taunus 15m war nicht viel Platz, aber für mich und meine kleine Schwester reichte es.

    An dieses Modell erinnere ich mich!
    Ich hatte nie die Chance, in so etwas mitzufahren....bei uns hatte niemand einen Führerschein.
    (So ein Auto war unerreichbar, so dass ich nicht einmal den Wunsch verspürte...)

    Aber wie viel Personen passten denn da rein??


    Zitat von waldi

    Wenn man heute versuchen würde einen Zehnjährigen in diesem Outfit auf die Straße zu schicken, gäbe es wahrscheinlich heftigen Widerstand!

    Da hast Du Recht!!
    Früher kleidete man Kinder wie Erwachsene..

    Und heute?
    Heute laufen Erwachsene manchmal in der Mode von Jugendlichen rum , obwohl sie längst dem Alter entwachsen sind.

    Viele Grüße,
    Elke

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    • 9. März 2017 um 10:04
    • #20
    Zitat von ELMA

    Heute laufen Erwachsene manchmal in der Mode von Jugendlichen rum , obwohl sie längst dem Alter entwachsen sind.

    Öhämmmm - darf ich dann mal ganz provokativ fragen, ab welchem Geburtstag man denn dem jugendlichen Alter entwachsen ist und sich "anständig" kleiden muss? :-?

    Liebe Grüße
    Helga

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