1509 Bayern > Sperreinrichtung (Trägerstecksperre) am Lech

  • hallo Rätselfreunde,


    nach dem Rätsel ist vor dem Rätsel. Ich habe euch mal wieder ein Bild aus meiner Heimat mitgebracht. Wer kann mir sagen, was ich hier abgelichtet habe? Wo befindet sich diese "Einrichtung"?





    Viel Spaß wünscht euch


    jürgen

  • Es dürfte sich hier um eine Trägerstecksperre (engl.: beam post obstacle) handeln.


    Zitat

    Meist vollkommen unbeachtet von der zivilen Bevölkerung, waren sie über die ganze Bundesrepublik verteilt - Tausende von sogenannten "vorbereiteten Sperren" oder auch "vorbereiteten Bausperren". Im Verteidigungsfall hätten sie den Vormarsch der Truppen des Warschauer Vertrages behindern sollen. Seit dem Ende des Kalten Krieges sind sie zum allergrößten Teil überflüssig geworden, doch noch heute findet man diese Relikte allerorten.


    Diese praktisch zerstörungsfreien Sperren wurden vor allem in innerstädtischen Gebieten und bei speziellen Problemen eingesetzt. Die dafür vorgesehenen Schächte erinnern im verschlossenen Zustand ebenfalls an Gullys, besitzen auch eine Mittelschraube, die Deckel haben aber nur einen Durchmesser von ca. 52cm. Unter ihnen verbergen sich achtzig Zentimeter tiefe, rechteckige Schächte, in die spezielle, 2,20m lange I-Träger mit einem Gewicht von je 216kg eingesteckt werden. Im eingesetzten Zustand ließen sich die rund 1,4m aus der Fahrbahn ragenden Träger nicht mehr herausziehen.
    Meist wurden Trägerstecksperren versetzt installiert (siehe Bild), der Abstand der Elemente betrug jeweils 1,25m. Häufig war im Abstand von 4,5 Metern eine zweite und dritte Doppelreihe Träger installiert. Hätte ein Panzer die erste Reihe schräg angefahren und sie überwunden, hätte er zwischen den Sperren gestanden - und die zweite mangels Anlauf kaum überwinden können. Die jeweils hintere Trägerreihe jeder Doppelreihe wäre zusätzlich mit S-Draht-Rollen gesichert worden. Die gesamte Sperre wäre anschließend mittels Tarnnetzen getarnt worden.


    Quelle: https://www.geschichtsspuren.d…-sperren-wallmeister.html


    In diesem Falle sollte im "Bedarfsfall" die Benutzung der Brücke verhindert werden, nehme ich an.
    Wo sich diese Sperre befindet konnte ich aber nicht herausfinden.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • hallo Waldi,


    du bist schon ein Hund, wie man hier in Bayern zu sagen pflegt. Respekt!


    Der erste Teil des Rätsels wurde von dir hervorragend gelöst. Wenn du nun meinen Heimatort betrachtest, dürfte es ein leichtes sein, den genauen Ort zu finden. Solche Sperren wurden hier in diesen Fällen auch als vorbereitete Sprenglöcher gebaut. Unter den Deckeln befinden sich tiefe Schächte, in die in kürzester Zeit vorbereitete Sprengladungen eingebracht werden konnten um diese dann gleichzeitig zu zünden. Damit wäre der Vormarsch der sowjetischen Streitkräfte und ihrer Verbündeten zumindest eine Zeitlang aufgehalten worden.


    Die von mir gezeigte Sperre ist im übrigen nicht an einer Brücke installiert sondern an einer anderen Infrastruktureinrichtung. Es gibt davon bei uns in der Gegend eine ganze Reihe davon, auch auf Brücken. Alle zusammen bilden eine Linie.


    grüsse


    jürgen

  • Hallo Jürgen - Deine neue Kamera macht es ein bißchen leichter den Standort festzustellen.


    Ich sage nur: Lech, andere sollen weiter suchen.
    Servus Hannes

    [SIZE=4]Liebe Grüße
    Hannes[/SIZE]


    [COLOR="#0000FF"]Wenn wir später auf "Damals" zurück schauen, lachen wir über die Dinge an denen wir verzweifelten.[/COLOR]

  • hallo Hannes,


    der Begriff Lech genügt. Scheinbar muß ich doch an der Kamera rumschrauben, so daß nicht alles gleich veraten wird. Scheiß moderne Technik!


    Nun zum Rätsel. Der Lech fliesst östlich meines Heimatortes von Füssen im Süden bis Rain am Lech im Norden in die Donau. Alle Brücken der 50er bis in die 80er Jahre sind genauso wie die Staudämme zur Sprengung im Verteidigungsfalle vorbereitet. Der Lech ist somit eine potentielle Verteidigungslinie mitten im Land gegenüber den aus dem Osten vorrückenden Streitkräften der UdSSR. Den Nato-Strategen war klar, daß diese im V-Falle nicht an Deutschlands Grenzen aufgehalten werden hätten können. Somit wurden im Land selbst Sperren vorbereitet.


    Kleiner Nachtrag zum kalten Krieg. Natürlich sollten solche Zerstörungen nicht nur durch konventionelle Sprengmittel erfolgen. Da, wo es nötig war, sollten Atomminen eingesetzt werden. Was das im Ernstfall bedeutet hätte, darüber wollen wir mal nicht nachdenken.


    Vielen Dank beim Mitmachen bei diesem etwas anderen Rätsel sagt


    jürgen


    @Hannes
    Nun ist es auch klar, wie du auf Germaringen beim Ernst Mosch Rätsel gekommen bist. ;-)

  • Ich glaube ich hätte Dich nicht auf die GPS-Funktion auf der neuen Kamera aufmerksam machen sollen und wäre öfters der Rätselkönig geworden.


    Wäre aber unfair.

    [SIZE=4]Liebe Grüße
    Hannes[/SIZE]


    [COLOR="#0000FF"]Wenn wir später auf "Damals" zurück schauen, lachen wir über die Dinge an denen wir verzweifelten.[/COLOR]

  • Ich glaube ich hätte Dich nicht auf die GPS-Funktion auf der neuen Kamera aufmerksam machen sollen ....



    Egal , wie das Rätsel gelöst wurde..
    Ich wäre da nicht drauf gekommen.


    waldi - Woher weißt Du denn so etwas?


    Mich überfällt das Grauen, wenn ich das alles lese....
    .....bis in die 80er Jahre.... "Atomminen ..."
    und der größte Teil der Bevölkerung wusste nichts davon.


    Liebe Grüße,
    Elke


  • ...Mich überfällt das Grauen, wenn ich das alles lese....
    .....bis in die 80er Jahre.... "Atomminen ..."
    und der größte Teil der Bevölkerung wusste nichts davon...


    hallo Elke,


    wer heute noch glaubt, daß wir nie Atommacht in militärischer Hinsicht waren, der ist auf dem Holzweg. Ein Beispiel aus meiner Heimat kann ich dir nennen:


    Zwischen Marktoberdorf und Kempten befindet sich der Kemptener Wald. Dort erwarb irgendwann einmal der Bund den Ochsenhof, einen alten Gutshof. Um 1970 herum wurde mitten im Wald ein Militärstandort mit Silos oder Bunkern für Atomraketen gebaut. Dieses Areal war zweigeteilt. Amerikanische und Deutsche Soldaten hatten jeweils einen Stützpunkt. Auf den deutschen Pershing-Raketen waren atomare Gefechtsköpfe montiert. Den Code oder Schlüssel hatten anscheinend die Amerikaner. Vielleicht auch nicht. Ich bin nie näher als bis zum Zaun gekommen. Im V-Fall genügte ein Knopfdruck und los ging es. Die Ziele der Raketen waren der Bevölkerung nicht bekannt.


    Fakt ist, daß irgendwann einmal von heute auf morgen das Militär mitsamt allem Gerät abzog.


    https://www.all-in.de/nachrich…belaktion;art2757,1022416


    Eigentlich logisch, daß dieses Wissen sicherlich mehr oder weniger detailliert auch den Militärs der Warschauer Pakt Staaten bekannt war. Hätte es gescheppert, könnten wir heute sicherlich nicht im Rahmen dieses Forums chatten. Da würde ich schon lange die Radieschen von unten betrachten. :blink:


    Sind wir froh, daß es anscheinend derzeit bei uns in Mitteleuropa nicht nach einer kriegerischen Auseinandersetzung aussieht. Was die Zukunft bringt, kann ich nicht sagen. Ewigen Frieden gibt es nicht und gab es sowieso noch nie.


    So hat dieses Rätsel euch vielleicht etwas zum Nachdenken angeregt. Mal was anderes, wie ich meine.


    grüsse


    jürgen

  • Hallo miteinander


    Hier noch als Nachtrag zwei Links zum Sondermunitionslager Landsberg-Leeder, dort habe ich während meiner Bundeswehrzeit des öfteren Wache geschoben:


    httpss://de.wikipedia.org/wiki…onslager_Landsberg-Leeder


    Noch viel erschreckender ist dieser Zeitungsbericht:


    https://www.merkur.de/lokales/…ketenangriff-1171564.html


    Viele Grüsse
    Viktor

    [COLOR="#0000CD"]Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.(Albert Einstein)[/COLOR]

  • Es war um das Jahr 1975 herum, dass auch Nike-Raketen in Deutschland atomar bestückt wurden. Für diese Boden-Luft Raketen gab es jeweils zwei räumlich getrennte Stellungen, die Launching Area, in der sich die Raketen befanden sowie die Kommando- und Feuerleitstelle. Letztere war gemeinsam mit den Amis besetzt, die allein die "Schlüsselgewalt" hatten.


    Mich schüttelt es,
    Klaus

  • Wenn man das alles liest wird einem ganz mulmig auf welchen Pulverfass wir alle sitzen.


    Und das erfährt man so nebenbei an einem Freitag den 13.


    Aber ich sage einfach 13 ist für mich eine Glückszahl - Basta

    [SIZE=4]Liebe Grüße
    Hannes[/SIZE]


    [COLOR="#0000FF"]Wenn wir später auf "Damals" zurück schauen, lachen wir über die Dinge an denen wir verzweifelten.[/COLOR]

  • Ich hätte mich eigentlich erinnern müssen.


    In Heilbronn bin ich aufgewachsen
    und das war am 11. Januar 1985:
    Niemand wusste vorher so richtig Bescheid, was da in Stadtnähe lagerte.


    "Vor 30Jahren sterben auf der Waldheide drei Soldaten. Mit dem Unfall wird erstmals von offizieller Seite eingeräumt, dass auf der Heilbronner Waldheide die gefürchteten Pershing-2-Raketen stationiert sind."
    https://www.stimme.de/heilbron…ewissheit;art1925,1734635


    Die US Armee zog bis 1991 ab
    httpss://de.wikipedia.org/wiki/Waldheide


    Aber weiß ich , was heute anderswo gelagert wird????


    Liebe Grüße,
    Elke

  • ... waldi - Woher weißt Du denn so etwas? ...


    Das kann ich Dir nicht sagen weil ich es nicht weiß, Elke.
    Ich vermute mal, dass ich solche Reihen von Löchern schon irgendwo gesehen habe und mich informiert habe.
    Jedenfalls war mein erster Gedanke beim Anblick des Fotos "Sprenglöcher".
    Ob darüber während meiner Bundeswehrzeit gesprochen und gelehrt wurde? Ich weiß es nicht mehr.
    Ist ja auch schon ein paar Tage her.
    Meine Internetsuche brachte mich dann auf die unten zitierte Seite, die meinen Verdacht auf einen militärischen Grund für die Löcher bestätigte.



    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!


  • In Heilbronn bin ich aufgewachsen
    und das war am 11. Januar 1985:
    Niemand wusste vorher so richtig Bescheid, was da in Stadtnähe lagerte.


    "Vor 30Jahren sterben auf der Waldheide drei Soldaten. Mit dem Unfall wird erstmals von offizieller Seite eingeräumt, dass auf der Heilbronner Waldheide die gefürchteten Pershing-2-Raketen stationiert sind."
    https://www.stimme.de/heilbron…ewissheit;art1925,1734635


    Irgendwann in den 80ern hab ich mal, natürlich in von der Polizei bewachtem Abstand, auf der Waldheide demonstreirt. Wann und weitere Details wiess ich nicht mehr, da waren so viele Demos, Mutlangen, Menschenkette von Stuttagrt nach Neu-Ulm (wozu ich mit 6000 anderen Heidelbergern in Geislingen eingefallen bin) ...

    Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)


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