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Religionsunterricht früher

  • Gast001
  • 23. Januar 2015 um 21:16
  • Gast001
    Gast
    • 23. Januar 2015 um 21:16
    • #1

    Im Rätsel von Jürgen habe ich geschrieben:
    https://www.schoener-reisen.at/forum/showthre…t-Indianerkopf/

    Zitat

    Für mich sind Klöster vor allem wegen ihrer Architektur interessant. (Z.B. die wunderbaren romanischen Kirchen und Kreuzgänge in Burgund und im Roussillon)

    Was mich nachdenklich macht, ist die eher neuzeitliche Darstellung des Indianers mit dem Kreuz. Soll wohl die Zielsetzung für die Missionstätigkeit sein.

    Und da habe ich eigenartige Erinnerungen an den Religionsunterricht in meiner Kindheit und was man da alles im Hinblick auf Missionierung der "armen Negerbuben" von uns Kindern verlangte...

    So etwas vergisst man nicht - dazu mehr vielleicht irgendwann mal in einem anderen Thread.

    Hier ist er:

    Ich erinnere mich nicht mehr viel an die Inhalte des Religionsunterrichts in meiner Kindheit.

    Aber an einiges "Drum- Herum".

    So hatten wir in einem Jahr eine Religionslehrerin , bei der mussten wir immer Geld für die "armen ungläubigen Negerkinder in Afrika" mitbringen, damit die missioniert werden konnten.

    Auf dem Pult stand ein Kässchen, an dem ein kleiner bemalter Kopf eines schwarzen Buben befestigt war.
    Jedesmal , wenn jemand eine Zehnpfennigstück einwarf, nickte die Figur mit dem Kopf. Ich glaube, es machte auch noch kurz "kling".

    Das war für uns lustig . ( Dabei ging dann auch immer die Hälfte der langweiligen Unterrichtszeit vorüber, bei der wir den Katechismus auswendig lernen mussten)

    Meine Mutter fand das überhaupt nicht lustig. Ich bekam nie Geld für dieses Kässchen .

    Meine Mutter hatte allerdings Wichtigeres zu tun als in die Schule zu gehen und eine Diskussion darüber zu beginnen, so wie das vermutlich heute wäre. Sie musste arbeiten - damals war die 48 -50 Stunden Arbeitswoche "normal".

    Bei der gleichen Lehrerin mussten wir auch immer sog. "Bildchen" vorweisen, die man sonntags in der Kirche bekam, wenn man den Gottesdienst besucht hatte.
    Außer meiner Großmutter ging bei uns niemand regelmäßig in die Kirche ( die Kirche war 4 km entfernt, Auto hatten wir keines.)

    So kam es, dass ich in den Religionsstunden weder das Negerköpfchen auf dem Kässchen nicken lassen konnte, noch konnte ich ausreichend Bildchen vorweisen . Irgendwie gab es da eine Verbindung zur Note im Zeugnis. Die war dann für Religion nie besonders gut.

    Zum Thema "Missionieren" habe ich allerdings seit dieser Zeit ein nicht ganz unvoreingenommenes Verhältnis.

    Elke

  • claus-juergen
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    • 23. Januar 2015 um 22:46
    • #2

    hallo Elke,

    obwohl ein paar Lenze jünger als du kenne sogar ich die Kasse mit dem nickenden Negerkopf noch. Ich kann mich jedoch nicht mehr daran erinnern, wo ich das Ding gesehen habe. Viele Erinnerungen aus der Jugendzeit sind einfach verblasst. Ich tröste mich mit dem Gedanken, daß mit zunehmendem Alter doch das ein oder andere im Kopf wieder auftaucht.

    grüsse

    jürgen

  • Gast001
    Gast
    • 24. Januar 2015 um 02:46
    • #3
    Zitat von claus-juergen

    Ich tröste mich mit dem Gedanken, daß mit zunehmendem Alter doch das ein oder andere im Kopf wieder auftaucht.

    Hallo Jürgen!

    Ich hoffe doch nicht, dass es ein Indiz für zunehmende Rückwärtsgerichtetheit ( sprich Gegenwartsverlust) ist, wenn ich mich an Dinge meiner Kindheit erinnere...
    Es gibt Szenarien, die hatte ich noch nie vergessen - so wie die oben beschriebene.

    Und erzählt habe ich die Geschichte wegen dem Rätselbild , das Du eingestellt hast .
    Da ist der Indianer , sogar mit Kopfschmuck und Ohrringen , der nahezu innig das Kreuz an sich drückt.
    Die deutliche Demonstration einer erfolgreichen Missionierung eines "Eingeborenen".

    Ich weiß nicht , ob Du mein Missbehagen beim Betrachten dieses Kapitells nachempfinden kannst.
    Es war die spontane Erinnerung daran, was die kath. Kirche ( nicht nur die) alles unternommen hat, um den "rechten" Glauben verbreiten zu können.

    Das hat sich vermutlich/vielleicht heute geändert- aber ich habe mich schon lange nicht mehr mit dem Missionierungsgedanken der Kirche(n) beschäftgt.

    Viele Grüße ,
    Elke

  • Helga
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    • 24. Januar 2015 um 10:11
    • #4

    Oh Elke, da sprichst du ein Kapitel an.
    Wir mussten im Religionsunterricht immer Kapitel aus der Bibel auswendig lernen. :roll: Ich hab ja als Kind schon gerne gelesen, aber das war für mich immer der Horror.
    Außerdem wurde uns immer erzählt, die armen Kinder in der Region Hof, Selb usw. müssen in der Diaspora leben. In meiner Vorstellung waren das arme, kleine Negerkinder die nix hatten, sie taten mir wahnsinnig leid!
    Wenn wir heute in der Gegend unterwegs sind denk ich mir noch manchmal, jetzt sind wir in der Diaspora. :lol:

    Viele Grüße
    Helga

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  • Karin
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    • 24. Januar 2015 um 17:39
    • #5

    Oh Elke, du gräbst in meinen Kindheitserinnerungen.
    Dieser nickende Mohr stand wohl überall herum. Er schaffte es sogar nach Norddeutschland in die Diaspora.
    Meine Großmutter - gebürtig aus Paderborn (rabenschwarze Gegend) - gab mir jeden Sonntag den Mohrengroschen vor der Messe.

    Lieben Gruß Karin
    Wer der Sonne entgegen wandert lässt den Schatten hinter sich. (Bruno Hans Bürgel)

  • waldi
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    • 24. Januar 2015 um 21:50
    • #6

    Auweia! Da hast Du aber ein brisantes Thema angeschnitten, Elke.

    Als geborener Hesse mit einem hessischen evangelischen Vater und einer katholischen Mutter aus einem knapp 3 Kilometer entfernten bayrischen Ort ist mir das Problem der Mischehe haften geblieben. Als mein älterer Bruder geboren wurde war mein Vater irgendwo auf der Ostsee unterwegs (Wehrmacht). Bis meine Mutter richtig begriffen hatte, dass sie eine solche geworden war, hatten die Omas schon den neuen Erdenbürger beim jeweiligen Geistlichen zur Taufe angemeldet. Schon gabs den ersten Knaatsch!
    Die evangelische Oma gewann den Wettstreit und dadurch wurden wir vier Kinder evangelisch getraut. Dies hatte zur Folge, dass meine Mutter bis zu dem Zeitpunkt wo das jüngste Kind zur Konfirmation gegangen war, von der Kommunion ausgeschlossen war. Das waren etwa 22 Jahre! Grausam für eine gläubige Katholikin!

    Den Religionsunterricht habe ich in keiner schlechten Erinnerung. Es ging ja auch etwas liberaler zu als bei den Katholiken. Ich weiß aber von meinen Klassenkameraden (nach der dritten Klasse wurde die Konfessionsschule aufgelöst und wir "Ungläubigen" zogen bei den Katholiken ein = Diaspora) dass der damalige Pfarrer noch Schläge ausgeteilt hat - und der hatte Pranken!!! Wehe Du hast bei der Frühmesse gefehlt!
    Da hatten wir Evangelischen das große Los gezogen.

    Inzwischen bin ich der Meinung, dass der Religionsunterricht aus den Schulen bzw. aus dem allgemeinen Lehrplan verschwinden sollte.
    Man sollte den einzelnen Religionen Schulräume zur Verfügung stellen, aber außerhalb der regulären Schulzeit. Die Teilnahme muss freiwillig sein.


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • claus-juergen
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    • 24. Januar 2015 um 22:27
    • #7

    hallo Elke,

    vielleicht noch eine Anmerkung zum Thema Mission. Aufgrund des Pfarrermangels bei der katholischen Kirche haben wir im Dorf seit einigen Jahren einen Inder als Ortspfarrer. Dieser kommt aus Kerala, einem südlichen Bundesstaat. Dort ist die Mission der katholischen, vermutlich auch evangelikaler Kirchen sehr erfolgreich. Dies deshalb, weil das Kastenwesen der Hindureligion Angehörige bestimmter Kasten das ganze Leben lang zu Armut verdammt. Ein Ausbrechen aus der Kaste und sozialer Aufstieg ist hier nicht möglich. Anders bei den christlichen Glaubensgemeinschaften. Das ist meiner Einschätzung nach ein Riesen-Fortschritt für die dort lebenden Menschen.

    grüsse

    jürgen

  • Gast001
    Gast
    • 24. Januar 2015 um 22:49
    • #8

    Hallo Jürgen-
    ganz sicher hat sich bei der Zielsetzung und der Art des Vorgehens der Kirchen bei ihrer Missionstätigkeit in den letzten 40 Jahren etwas geändert.
    Solche diskriminierenen nickenden Negerköpfe auf Sparkassen sind heute ( da bin ich sicher) verschwunden.

    Du bist bei Deinem Besuch in St Ottilien bestimmt mit den Ordensbrüdern dort auch über dieses Thema ins Gespräch gekommen.
    Die soziale Komponente und Beachtung der Menschenwürde spielt in der Mission heute bestimmt eine viel größere Rolle als früher.

    Es liegt mir fern, hier im Forum eine Diskussion über Religion, Glauben usw... anzuzetteln.

    Zitat von waldi

    Auweia! Da hast Du aber ein brisantes Thema angeschnitten, Elke.


    Ich hoffe nicht, Waldi!!

    Unser Thread heißt:Ja, damals...( Erinnerungen)
    und das sind Erlebnisse und persönliche Eindrücke , die auf Fakten beruhen, die man erzählen kann, und die heute manchmal einfach Verwunderung hervorrufen.

    Das muss übrigens nicht nur der Religionsunterricht sein!!

    Viele Grüße,
    Elke

  • claus-juergen
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    • 24. Januar 2015 um 23:04
    • #9

    hallo Elke,

    wenn wir streng beim Thema bleiben, dann kann sich jeder mehr oder weniger an seine Kindheit erinnern. Die strengen und oft ungerechten, sogar schlagenden Kirchenmänner, sei es Laien oder sogar Priester, waren vor einigen Jahrzehnten anscheinend nicht unbedingt die Ausnahme. Ich habe beide Varianten erlebt. Trotz dieser Erfahrungen hat man mir bestimmte ethische oder religiöse Werte nicht ausgetrieben weil ich Religion nicht am Verhalten einzelner Personen bemesse.

    Generell meine ich, daß wir halt so wie bei vielen anderen Dingen auch in Sachen Religion einem Wertewandel unterzogen sind. Toleranz ist ein Begriff, der heute mehr als früher zählt.

    grüsse

    jürgen

  • Grizzly
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    • 25. Januar 2015 um 12:42
    • #10

    Bei dem Thema kommt ein ganzer Klumpatsch bei mir hoch.

    Mein Vater war von 1952-65 evangelischer Pfarrer in der krachkatholischen südlichen Oberpfalz (Parsberg). In der Klasse waren wir von 50 Kindern 4 Evangelische und hatten, naja logisch, war ja kein anderer da, zusammen mit den Übrigen aus den Klassen 1-4 Religionsunterricht bei meinem Vater. Darauf geh ich, wenn's recht ist, nicht weiter ein. Die Evangelischen stammten im Unterschied zu den Katholen fast ausschliesslich aus zugezogenen Familien (Flüchtlingen, Kriegsevakuierten) und sprachen in den Fünfzigern oft noch nicht den einheimischen Dialekt, auch wir nicht, zumal nur der Vater Oberbayer war, die Mutter ebenso wie später die Stiefmutter aus Pommern.
    Von meiner jüngeren damals (1955/56) 3jährigen Schwester wird der erste Spielversuch mit dem (einheimischen) gleichaltrigen Nachbarsbuben überliefert:
    "Den Hansi versteh ich nicht, der ist katholisch."

    Die Missioniererei war natürlich auch oft Thema, zumal die dazugehörigen Missionare meistens bei uns im Pfarrhaus übernachteten. Ich fand das, was die erzählten, unheimlich spannend. Ca. 1958 war eine aus dem Kilimandjarogebiet da (ich erinnere mich an ein Dia mit dem Ortsschild "Moshi"), die erzählte uns auch von der Landessprache Kisuaheli und schrieb uns einen Bibelspruch in dieser Sprache auf. Zweiundzwanzig Jahre später kam ich nach Tansania und mühte mich mit dieser Sprache ab, da fiel mir der Bibelspruch wieder ein ...

    P.S.

    Zitat von Helga


    Außerdem wurde uns immer erzählt, die armen Kinder in der Region Hof, Selb usw. müssen in der Diaspora leben. In meiner Vorstellung waren das arme, kleine Negerkinder die nix hatten, sie taten mir wahnsinnig leid!


    Diese Region war meine nächste Station, 1966-69 :D

    Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie Dir an (Kurt Tucholsky)

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