13.9.1813: Brückeneinsturz in München

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von wallbergler.

  • Heute vor 200 Jahren, am 13. September 1813, stürzte die Schwanenbrücke ein, eine Holzbrücke über die Isar an der heutigen Zweibrückenstraße, und riss über 100 Menschen, meist Schaulustige, in den Tod.
    Mehr dazu hier:
    https://www.br.de/radio/bayern…chwasser-bruecke-100.html


    Menschen sterben aus den unterschiedlichsten Gründen. Die am weitesten verbreiteten Ursachen sind wohl Krankheit und Altersschwäche. Eine zugegeben eher seltene Todesursache ist die Neugier, oder vielmehr: die Sensationsgier. So wie bei über 100 Menschen, die am 13. September 1813 in München ums Leben kamen. Die Frage ist, ob die Sensationslust im Katalog der offiziell gültigen Todesursachen mit aufgeführt ist, ob sie also ein Arzt in den Totenschein überhaupt eintragen darf.


    Die Katastrophe jedenfalls, die an diesem 13. September 1813 am frühen Abend so viele Menschen das Leben kostete, würden eher sachlich veranlagte Charaktere übertiteln mit "selber schuld" . Das mag herzlos erscheinen, liegt aber wohl recht nah an der Wahrheit, denn die späteren Opfer waren eindringlich gewarnt: durch den Kutscher eines Brauerei-Wagens, der deutlich das Schwanken der Brücke gespürt hatte.( ... )


    Auf der Schwanenbrücke in die Au hinüber drängen sich rund zweihundert Menschen. Der Fluss hat in seiner Wucht das Fundament des Kaiserwirtshauses halb weggerissen - drüben am rechten Isar-Ufer. Von der Brücke aus hat man den besten Blick auf das Gebäude: alle warten gespannt darauf, das Haus in die Fluten stürzen zu sehen. Besagter Bierkutscher fährt zwischen den Schaulustigen hindurch, brüllt nach links und rechts, versucht die Menschen von der Brücke zu treiben - keiner beachtet ihn. Währenddessen haben die Wassermassen nicht das Wirtshaus am Ufer, sondern das Fundament zweier steinerner Brücken-Pfeiler komplett unterspült. Mit einem Mal krachen gleich mehrere Bögen zusammen. Die Menge auf der Brücke hat keine Chance: alle stürzen ins Wasser, über einhundert Menschen ertrinken oder werden von herabfallenden Holzteilen erschlagen.


    Es ist die schlimmste Hochwasser-Katastrophe, die München je erlebt hat. Erst Jahre später beginnt der Architekt Leo von Klenze mit dem Bau einer neuen, prächtigeren Brücke, die zu Ehren des Königs "Ludwigsbrücke" heißt.


    Im Jahr 1899 stürzt dann noch einmal eine Isarbrücke im Stadtgebiet ein - weiter flussabwärts. Diesmal kommt gottseidank niemand ums Leben. Das Unglück geschieht jedoch wieder an einem 13. September. Abergläubische Münchner überqueren die Isar an diesem Datum möglichst nicht. Sicherer erscheint da heutzutage die Unterquerung, mittels S- und U-Bahn.


    (Aus dem o.g. Link)

  • Das wusste ich nicht.
    Interessanter Beitrag!
    Danke, Grizzly!


    Gruß,
    Elke

  • In unserem eigenen Forum hab ich einen historischen Kalender, da such ich mir dann immer solche Sachen raus - und ich dachte, in diesem Bayern-lastigen Forum interessiert das.

  • In unserem eigenen Forum hab ich einen historischen Kalender, da such ich mir dann immer solche Sachen raus - und ich dachte, in diesem Bayern-lastigen Forum interessiert das.


    Ist doch wohl selbstverständlich, dass es die Bayern, oder quasi Münchner interessiert. Kann nur nicht schnell schalten, da ja in der Reha.


    Die Isar wird ja durch die Museumsinsel in der heutigen Verlängerung der Zweibrückenstr. zweimal von der Ludwigsbrücke überquert.


    Angeblich war ja das rechte Isarufer betroffen.


    Dagegen spricht , dass hier so ein kleines Bruckerl gezeigt wird, also auch der Auer Mühlbach angesprochen sein könnte, soll heißen, dieser geht heute unter der Ludwigsbrücke auf der dem Gasteig zugewandten Seite durch. Vorbei am Volksbad und der Museumsinsel auf der rechten Seite.


    Aber es zeigt halt wieder, dass Unfälle auch durch Unvernunft passieren.


    Was anderes ist es , wie ich denke, hier schon mal angeführt zu haben, dass auf Grund eines wohl vom Architekten bevorzugten zwar fragilen, aber die Leichtigkeit des Sein verwirklichenden Bauwerks , entsprechend der den Architekten allzu oft eigenen Rhetorik ,
    beim Münchner Tierpark eine "in die Landschaft eingebettete Brücke" gebaut wurde.


    Nur, wenn Hochwasser ist, was ja bekanntermaßen vorkommen kann, dann muss das Baureferat die Brücke sperren.


    Was dort zu erheblichen Staus führt. Lieber doch in Schönheit sterben, lach.


    (derzeit laufen seitens einer Partei in München Erhebungen, hier eine Seilbahn zu errichten. schluck.)



    Ganz lieben Gruß


    Helmut

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

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