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Im Land der Pharaonen

  • Heiko705
  • 8. Dezember 2025 um 20:50
  • Heiko705
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    • 23. Dezember 2025 um 21:24
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    Tag 4 – Erlebnisse südlich von Kairo (14.10.2025, 2. Tageshälfte)

    Schon von weitem sahen wir die Rote Pyramide von Pharao Snofru. Dieser Snofru war der erste altägyptische König der 4. Dynastie im Alten Reich. Er herrschte etwa von 2670 bis 2620 v. Chr., also ca. 30 – 50 Jahre nach Djoser. Und Snofru war der Erste, der Pyramiden in der Form baute, in der man sie heute kennt. Allerdings klappte das nicht von Anfang an. Der Beweis ist seine Knickpyramide, die man neben der Roten Pyramide im Hintergrund sieht. Sayed parkte auf dem Parkplatz an der Roten Pyramide und machte es sich im Auto bequem. Ich schnappte mir meinen Rucksack und marschierte hinüber. Es war sehr warm, und Schatten suchte ich vergeblich.

    Da steht die Rote Pyramide

    Snofru baute zunächst eine Art Stufenpyramide in Meidum. Das ist 50 km südlich im Fayyum. Offenbar im Vertrauen auf eine lange Regierungszeit begann nach einigen Jahren der Bau einer größeren Pyramide, die bereits in der später üblichen Pyramidenform geplant war, doch offenbar verschätzte man sich im Winkel, hatte deutlich zu steil mit dem Bau angefangen und musste den Winkel später anpassen. Dies war die Knickpyramide. Der letzte Schritt von einer Stufenpyramide hin zu einer echten Pyramide erfolgte nach einer mehrjährigen Bauunterbrechung dann hier in Dahschur und mündete in der Roten Pyramide, die mit einer Höhe von 105 m die Drittgrößte im Alten Ägypten war. Wahrscheinlich wurde Snofru hier beigesetzt. Der Kern der Pyramide besteht aus rötlichen Kalksteinblöcken, die aus Steinbrüchen in unmittelbarer Umgebung der Pyramide gewonnen wurden. Von der Färbung dieses Materials rührt der heutige Name der Roten Pyramide her.

    An der Roten Pyramide

    Von weitem ist die Knickpyramide zu erkennen

    Hier geht's hinauf

    Eingang zur Roten Pyramide

    Ich stieg die Stufen hinauf bis zum Eingang, der in einer Höhe von 28 Metern liegt. Dort am Eingang gibt’s es einen kleinen Holzunterstand. Die einheimischen Wärter sitzen hier im Schatten, und Besucher können vor oder nach dem Besuch im Innern der Pyramide kurz Platz nehmen. Ich schaute in den Eingang hinein. Es ging natürlich steil hinunter. Eine Dame in einem orangenen T-Shirt kam gerade nach oben. Die Rote Pyramide ist jedoch die einzige Pyramide, die keinerlei unterirdische Gänge besitzt. In meiner gebückten Art und Weise arbeitete ich mich wieder auf allen Vieren 62 Meter den Gang hinab. Der Gang ist nur 91 Zentimeter hoch. Danach ist man wieder auf der Höhe der Grundfläche. Ich hatte mir angewöhnt, hin und wieder eine Pause einzulegen. In den absteigenden Gängen setzte ich mich einfach an die Seite, ruhte eine Weile und ließ ab- oder aufsteigende Besucher an mir vorbei. Auf diese Weise ist ein solcher Ab- oder Aufstieg viel leichter.

    Der absteigende Gang

    Blick zurück zum Eingang

    Ist man unten angekommen, führt eine kurze horizontale Passage zu zwei Vorkammern. Diese Vorkammern haben ein Kraggewölbe, ähnlich wie die Große Galerie in der Cheops-Pyramide. Von der zweiten Vorkammer geht in rund 8 Meter Höhe der Gang zur Grabkammer ab. Man muss also zunächst wieder eine Holztreppe hinauf. Es folgt ein 7 m langer Gang, und man ist in der Grabkammer. Durch Grabräuber ist die Kammer stark beschädigt worden, mehrere Lagen der Bodensteine sind herausgerissen. Decke und Wände sind rußgeschwärzt, was von Fackeln und eventuell einer Verbrennung des hölzernen Sarkophags durch die Grabräuber herrühren kann. Nach insgesamt 19 Minuten war ich wieder draußen.

    Vorkammer mit Kraggewölbe

    Schacht zur zweiten Vorkammer

    Dann geht es noch diese Treppe hinauf

    Ebener Gang zur Grabkammer

    Grabkammer mit Loch im Boden

    Pause auf dem Weg nach oben

    Wieder draußen angekommen

    Zurück am Parkplatz bei Sayed

    Andere Urlauber erzählten mir, dass die Knickpyramide um Einiges schwerer wäre, denn man müsse noch tiefer hinab, was noch fordernder wäre. Auch Sayed war dieser Ansicht und war erstaunt, dass ich wirklich auch dort hinab wollte, doch er fuhr mich den gepflasterten Weg 2 km nach Süden. Zwischendurch hielten wir kurz, damit ich schon einmal ein Foto machen konnte. Und da lag sie vor mir, ursprünglich ebenfalls knapp 105 Meter hoch und heute noch 101. Sayed wünschte mir viel Glück, und ich lief auf die Pyramide zu. Im Gegensatz zu allen anderen Pyramiden ist die Außenverkleidung hier zu großen Teilen erhalten. Ich empfand es als sonderbar, mich diesem Bauwerk zu nähern, das sich durch seine Bauprobleme erheblich von allen anderen Pyramiden unterscheidet. An der Nordseite befindet sich ein Holzgerüst mit einer Treppe, die hinauf zum 11 m hoch gelegenen Eingang führt. Hier traf ich bereits auf einige Besucher, die mir kundtaten, sie hätten davon abgesehen, in diese Pyramide hinabzusteigen. Das änderte mein Vorhaben nicht.

    Auf dem Weg zur Knickpyramide

    Da liegt sie

    An der Knickpyramide

    Am Holzgerüst

    Blick vorbei an der Knickpyramide hinüber zu den Überresten der Schwarzen Pyramide von Pharao Amenemhet III.

    Fröhliche Gesellschaft am Eingang der Knickpyramide                                                           

    Auch hier saß man im Schatten am Eingang fröhlich beisammen. Einige Besucher scherzten, wobei die Meisten wohl den Weg nach unten nicht antraten. Die einheimischen Wärter beglückwünschten jeden Besucher, der aus dem absteigenden Gang wieder nach oben kam. Natürlich boten sie an, gegen etwas Bakschisch Fotos zu machen. Ich stieg hinab. Der Gang führte ins Nirgendwo. Man konnte ihn nicht enden sehen. Der Gang ist mit 74 Metern wirklich der Längste, den ich kenne. Hin und wieder pausierte ich. Dann kommt man zu einer unterirdischen Vorkammer. Man steigt eine kleine Holztreppe hinauf und erreicht die Hauptkammer, die wieder ein Kragsteingewölbe besitzt. In diesem Gewölbe ist ein großes Holzgerüst mit einer weiteren Treppe angebracht. In einer Höhe von 12 Metern geht es hinein zum oberen Kammersystem. Nun begann ein tiefer, horizontaler Schacht. Hier musste man wirklich krabbeln. Ich ließ einem jüngeren Kerl den Vortritt. Nach einiger Zeit rief ich, ob er denn bereits etwas sehen oder der Gang enden würde. Er antwortete mit einem „Nein“. Ich hatte keine Ahnung, wie lange man nun durch den tiefen Gang krabbeln musste. Ich würde meinen Rucksack vor mir herschieben müssen, und meine Knie würden es mir sicher danken. Ich gab auf. Das war mir jetzt zu viel. Ich hatte es ja fast geschafft. Das reichte mir.

    Der Eingang zur Knickpyramide

    Ein Ende ist nicht erkennbar

    Treppe in der Vorkammer

    Große Holztreppe in der Hauptkammer

    Tiefer horizontaler Schacht vor der Grabkammer

    Zurück in der Hauptkammer - Blick hinauf zur Decke

    Heiko auf dem Weg zurück zum Eingang

    Nach 24 Minuten erreichte ich schließlich wieder den Eingang, ließ Fotos von mir machen und konnte einem der Einheimischen einen Becher Tee abschwatzen. Er schmeckte himmlisch. Das brauchte ich jetzt. Manche der Besucher fragten mich, woher ich den Tee habe. Haha, nicht jeder bekam sowas. Dadurch würde ich etwas mehr Trinkgeld geben müssen, aber das war es mir wert. Dazu eine Marlboro. Ich war glücklich, obwohl ich es nicht ganz bis zum Ende geschafft hatte. Nun war ich insgesamt in 8 Pyramiden, wer hätte das gedacht? Zufrieden begab ich mich zurück zu Sayed und erzählte ihm von meinem Erlebnis. Er lachte.

    Geschafft

    Heiko und die Rote Pyramide

    Mein Tee

    Beim Teetrinken

    Sayed sagte, er sei glücklich, den Tag mit mir verbringen zu können. Warum könne er nicht jeden Tag einen Freund wie mich fahren? Es war unglaublich. Wir waren wirklich fast Freunde geworden. Sayed sagte, dass er mich gern mal mit zu seiner Familie zum Essen nehmen würde. Und sein Gesicht strahlte, wenn er mit mir redete. Das war nicht nur so daher gesagt.

    Wir hatten die Reihenfolge der Sehenswürdigkeiten getauscht. Sayed war der Ansicht, dass das vom Fahren her besser sei. Ich ließ in gewähren. Kurz vor 15:00 Uhr erreichten wir Memphis, oder wie es heute heißt: Mit Rahina. Memphis war die erste Hauptstadt des Alten Ägyptens und wurde 3.000 v. Chr. gegründet. Sie blieb auch später eine wichtige Stadt in der ägyptischen Geschichte. Die Stadt hatte eine strategisch günstige Position und beherbergte deshalb viele Werk- und Produktionsstätten, darunter auch für Waffen. Doch leider ist von der antiken Stadt nicht mehr wirklich viel übrig. Es gibt ein Museumsgebäude, eine Art Open Air Museum und ein Antikengelände, das jedoch für Besucher nicht zugänglich ist. Sayed ließ mich vor dem Museum aussteigen und sagte, er würde auf der anderen Straßenseite warten. Dort waren einige Stände und Cafés.

    In Mit Rahina

    Stände auf der anderen Straßenseite des Museumsgeländes

    Eingang zum Museumsgelände

    Zunächst betrachtete ich einige Statuen und betrat dann aber die große Museumshalle. Ich wusste ja, was mich darin erwartet, und doch ist man überwältigt. Am Nil stand in alten Zeiten der Tempel des Ptah. Dort sind heute leider nur noch einige Steine zu sehen, so dass selbst von einer Ruine kaum mehr die Rede sein kann. Das Gelände ist für Touristen nicht zugänglich. Unweit dieses ehemaligen Tempels fand man 1820 eine fast 13 Meter hohe Statue von Ramses II., die mit dem Gesicht nach unten in sumpfigem Gebiet neben dem Nil lag. In 1887 transportierte man sie nach Memphis und drehte sie endlich mit Hilfe von Riemen und Hebel auf die andere Seite. Zum Schutz baute man ein Gebäude darüber. Zu dieser Zeit musste man lediglich 2 Piaster zahlen, um die Statue zu bewundern. 1958 baute man ein neues Gebäude über der Statue, und in diesem befand ich mich gerade. Über Treppen kam ich eine Etage noch oben. Von hier sieht man die Statue besser. Der Koloss ist die Hauptsehenswürdigkeit des alten Memphis hier in Mit Rahina.

    Die Kolossalstaue von Ramses II.

    Stele aus Memphis

    Pharaonenkartuschen

    Die Statue des Ramses II.

    Blick von der Seite

    Ramses' Gesicht

    Blick von der oberen Etage

    Nach einer Zeit erkundete ich das Freilichtmuseum außerhalb des Gebäudes. Hier stößt man auf die Alabastersphinx. Die 8 Meter lange Schnitzerei soll zwischen 1.700 und 1.400 v. Chr. entstanden sein, also während der 18. Dynastie. Alabaster ist eine sehr häufig vorkommende, mikrokristalline Form von Gips. Chemisch gesehen handelt es sich beim Alabaster um wasserhaltiges Calciumsulfat. Ich mag den Stoff. Die Stücke wirken weich und sehen sowohl schön als auch elegant aus. Sie wirken, als würden sie langsam zerfließen. Die Alabastersphinx stellt vermutlich Amenophis III. dar, doch nimmt man das lediglich anhand der Gesichtszüge an. Eine weitere Kolossalstatue von Ramses II. steht im hinteren Teil des Anwesens. Ich inspizierte den Skulpturengarten mit verschiedenen Artefakten und kaufte noch ein kleines Andenken für daheim. Der Verkäufer wollte mir unbedingt noch ein weiteres Souvenir verkaufen, doch blieb ich standhaft.

    Die Alabastersphinx

    Statue im Freilichtgelände

    Weitere Statue von Ramses II.

    Auf dem Freilichtgelände

    Teile eines ehemaligen Gebäudes

    Als ich wieder auf die Straße trat, war von Sayed keine Spur. An den Ständen auf der anderen Straßenseite kaufte ich eine neue Sonnenbrille und trank einen Saft. Dann kam Sayed angefahren und sammelte mich ein. Nun fuhren wir wieder zurück zu meiner Unterkunft in Gizeh. Mit meinem Vermieter Ali hatte ich einen Preis von 50 € für die Tour mit Sayed ausgemacht, was ich als günstig empfand, wenn man bedenkt, dass er den ganzen Tag für mich da war. Doch Sayed erklärte mir, dass er davon nichts bekäme und immer auf das Trinkgeld angewiesen sei. Das konnte doch nicht sein, doch es klang glaubhaft, und Sayed war auch nicht der Typ, der mir etwas Falsches erzählen würde. Er sagte, er wolle noch etwas zu essen für sich und seine Familie kaufen, und als ich vorschlug, ihm 500 Pfund als Trinkgeld zu geben, war er glücklich. Das sind umgerechnet auch nur ca. 9,50 €, aber richtig angelegt, konnte ein Mann wie Sayed davon viele Lebensmittel kaufen. Am Ende drückte ich ihm 700 in die Hand. Er hatte es verdient. Wir umarmten uns, und Sayed fuhr zu seiner Familie.

    Unweit des Restaurants, in welchem ich am letzten Abend aß, suchte ich mir auch heute eines aus, weil mir das Essen am letzten Abend gefallen hatte. Bestimmten Ladenbesitzern, die mich am Abend zuvor unbedingt in ihren Laden lotsen wollte, versuchte ich weitläufig auszuweichen. Und es gelang mir auch. Ich trank ein Shake aus Früchten. Neben einer Suppe und Fischfilets mit Pommes und Reis, bekam ich den kompletten Tisch mit kleinen Speisen vollgestellt, und auf meine Nachfrage hin, betonte man, dass dies alles nur für eine Person sei. Es gäbe so Manche, die das alles essen würden. Unfassbar. Etliche Schälchen mit einheimischen Speisen füllten meinen Tisch. Ich probierte überall etwas von, doch schaffte wohl höchstens die Hälfte. Die Fischfilets waren von einfacher Sorte, doch einige der Speisen in den Schälchen schmeckten sehr interessant. Das Essen hier war einfach und bodenständig, aber gut. Und am Ende – ich wollte es nicht glauben – gab es noch einen Nachtisch, bestehend aus zwei kleinen süßen Stückchen Kuchen, zwei kleinen Melonenscheiben und Weintrauben und einem Schnäpschen. Wer soll mir jetzt glauben, dass das gesamte Essen wieder einmal unter 10 € kostete? War aber tatsächlich so.

    Meine Suppe

    Einfache Fischfilets

    Ein Tisch voller einheimischer Speisen

    Nachtisch

    Im kleinen Einkaufsmarkt gegenüber meiner Unterkunft kaufte ich wieder ein paar Getränke. Auch Zigaretten gibt es dort. Auf meinem Balkon schreibe ich nun einige Zeilen in mein Tagebuch, trinke noch etwas Bier, genieße den Blick auf die angestrahlten Pyramiden und denke über den Tag nach, denke an Sayed und lasse noch einmal Revue passieren, was ich heute erlebt habe. Wieder ein wunderbarer Tag. Der nächste Tag würde mein letzter Tag in Kairo bzw. Gizeh sein.

    Ich hatte meine Postkarten an die Bekannten und Freunde geschrieben und sie Ali gegeben, der sie zur Post bringen wollte. Das sollte wohl funktionieren. Das Online-Check-in bei Egypt Air war abgeschlossen, denn ich plante, übermorgen nach Hurghada (oder „Rarda“, wie die Einheimischen sagen) zu fliegen, um meine Reise in südlicheren Gefilden fortzusetzen. Einige Dinge meines Hab und Guts fanden bereits wieder den Weg in meinen Koffer, so würde ich es übermorgen einfacher haben.

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

  • claus-juergen
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    • 24. Dezember 2025 um 05:37
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    • #22

    Hallo Heiko,

    Nun ist mir auch klar, warum man in fast allen Reiseberichten keine Bilder vom Inneren der Pyramiden zu sehen bekommt. Du hast ja nicht nur die drei bekanntesten in Gizeh angeschaut, sondern auch einige andere die wohl kaum jemand kennt. Die Tatsache, dass die Stufenpyramide die Frühform derjenigen ist die wir als Pyramiden kennen wusste ich bereits. Auch wusste ich, das es eine Knickpyramide gibt und die wohl deshalb einen Knick hat weil man sich beim Bau verschätzt hat. Nun sehe ich das ganze Ensemble nicht mehr aus der Nähe, sondern auch die „Eingeweide“.

    Du kriechst da in Gängen herum die aus heutiger Sicht schon mehr wie abenteuerlich sind. Kein Wunder, dass sich kaum ein Tourist da hineintraut. Kein Wunder auch, dass du am längsten und engsten dieser Gänge kurz vor dem Ziel aufgegeben hast. Soweit wie du wäre wohl keiner von uns gekommen.

    Allerdings stellt sich mir noch eine ganz andere Frage. Wie haben denn die alten Ägypter nicht nur den Sarkophag, sondern auch die ganzen Grabbeigaben durch diese engen Gänge gebracht? Gerade der Sarkophag war doch aus Stein und unheimlich sperrig und schwer. Das muss schon eine Meisterleistung gewesen sein. Vielleicht noch anspruchsvoller als der bloße Bau einer Pyramide.

    Mit deinem Fahrer hattest du ja wohl ziemliches Glück, dass der auf all deine Wünsche eingegangen ist und dich noch dazu fachkundig beraten hat. Und doch glaube ich nicht, dass der Fahrer völlig ohne Bezahlung für dich tätig gewesen sein soll, auch wenn er beispielsweise nicht der Eigner des PKW ist und auch nicht den Sprit bezahlen musste. Rein vom Trinkgeld kann er sich und seine Familie sicher nicht durchbringen. Ich will deinem Bericht ja nicht vorgreifen. Aber an dieser Stelle hätte ich schon gerne gewusst, ob du die Einladung zum Essen gemeinsam mit der Familie von Sayed angenommen hast?

    Grüße

    Jürgen

  • Heiko705
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    • 24. Dezember 2025 um 10:18
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    • #23

    Zu einem Essen bei Sayeds Familie ist es nicht gekommen. Ich kenne eine Grabkammer, an dessen Eingang an der Seite ein großes Stück vom Stein herausgemeißelt wurde. Dies wahrscheinlich, weil der Sarkophag so schwer hineinzubekommen war und sonst nicht gepasst hätte. Ich habe von einem anderen Sarkophag gehört, der wahrscheinlich erst im Innern der Grabkammer angefertigt wurde, weil man ihn im Ganzen nie hätte hineinbekommen können. Vielleicht war es manchmal sogar möglich, zuerst Grabkammer und Sarkophag zu errichten und den Rest darum herum zu bauen. Oftmals bleibt es sicher ein Rätsel.

    Liebe Grüße

    Heiko

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  • Heiko705
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    • 26. Dezember 2025 um 22:37
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    • #24

    Tag 5 – Das koptische Kairo (15.10.2024)

    Heute Morgen hatte ich es nicht allzu eilig. Deswegen hatte ich Ali mitgeteilt, dass ich heute auf der Dachterrasse frühstücken möchte. Das Frühstück bestand aus recht trockenen Brötchen, etwas Butter, Käse, Erdbeermarmelade, 2 Eiern und Orangensaft. Es wurde jeweils schon am Abend zuvor vor die Tür der Gäste gestellt, so dass am Morgen nicht extra jemand vorbeikommen musste. Nun ja, es war nicht das Beste, aber gemeinsam mit dem Ausblick von der Dachterrasse war es fantastisch. Dazu konnte ich mir eine Tasse Tee zubereiten.

    Frühstück vor toller Kulisse

    Die üblichen Tragkopter an den Pyramiden

    Um 08:00 Uhr kam ein mir bis dato unbekannter, recht junger Fahrer mit einem schwarzen BMW und brachte mich zum Alten Ägyptischen Museum am Midan El-Tahrir in der Downtown. Wir verabredeten, dass er mich zwei Stunden später wieder abholt. Dann stand ich vorm Eingang. Alle warteten bereits, dass es um 9:00 Uhr seine Pforten öffnet. Das Ticket hatte ich ja bereits im Voraus gebucht. Ich hatte ja im Vorfeld bereits einige Dokumentationen gesehen und wusste ein wenig, wie es im Innern aussah. Es hatte stets die Atmosphäre einer Art Rumpelkammer, in der man einfach alle Exponate, die man erhält, auf engstem Raum aufstellt. Doch genau das machte seinen Charme aus. Unzählige Dinge werden hier dicht an dicht aufbewahrt, und man muss sich viele Stunden darin aufhalten, um den Überblick über alles zu gewinnen. Nun hatte ich jedoch Angst, dass das Meiste bereits ausgeräumt und in das Grand Egyptian Museum gebracht worden ist, also nicht mehr viel zu sehen wäre. Man sagte ja auch, 95 % der Artefakte seien bereits umgezogen.

    Vor dem Museum

    Doch dem schien überhaupt nicht so zu sein. Das große Tor öffnete sich pünktlich. Große Statuen hinter dem Eingang heißen einen willkommen. Hinter dem Eingang erblickte ich sofort die Narmer-Palette, das einzige Zeugnis des wohl ersten Königs von Ober- und Unterägypten, der ca. 3.000 v. Chr. herrschte. Geht man geradeaus in den großen Raum, blickt man noch immer direkt in die Gesichter der sich ganz hinten im Raum befindlichen, großen Kolossalstatuen von König Amenophis III. und seiner Frau Tyi. Doch da ich nur 2 Stunden hatte, entschied ich mich, das Wichtigste zuerst in Angriff zu nehmen. Ich ging eine Treppe hinauf in die 2. Etage zur Tutanchamun-Ausstellung. Das war eine gute Entscheidung, denn kaum jemand war schon hier.

    Statue hinter dem Eingang

    Die Narmer-Palette

    Blick durch den Hauptraum hinter dem Eingang

    Scheintür

    Dann stand ich vor der Totenmaske. Es ist nicht das Gleiche, sie auf Bildern zu sehen oder in Wirklichkeit. Ich erkannte, wie fein sie gearbeitet war, den Detailreichtum in Form kleinster Steinchen und Stäbchen im Kragen der Maske, die feinen Maserungen im Gold der Wangen und wie toll sie restauriert ist. Sie ist umwerfend. Vor dem Raum wird bereits darauf hingewiesen, dass Fotos nicht erlaubt sind, und auf Nachfragen beim nahen Wächter bekam ich die gleiche Antwort. Beim zweiten Mal fragen, sagte er, es tue ihm leid, aber er könne nichts machen. Als ich noch ein drittes Mal fragte und dem Wächter schließlich Geld bot, grinste er, nahm das Geld nicht an, sagte aber, dann solle ich schnell ein Bild machen. Aber nur ein Einziges.

    Eingang zur Tutanchamun-Austellung

    Mein einziges Bild - zum Glück recht gut geworden

    Tutanchamun hatte insgesamt drei Särge. Die äußeren beiden Särge sind aus vergoldetem Holz gefertigt und mit Halbedelsteinen verziert. Der innerste Sarg, in dem die Mumie des Pharaos lag, besteht aus massivem Gold. Die beiden inneren dieser 3 Särge waren ebenfalls hier im Raum ausgestellt und überzeugten mich in der Feinheit der Arbeiten genau in dem Maße, in dem das die Totenmaske tat. Sie zeigen den König mit über der Brust gekreuzten Armen. In den Händen hält der Pharao einen Krummstab und einen Dreschflegel. Das sah alles so neuwertig aus, das haute mich um, aber auch, wie viel Mühe man sich damals bereits gemacht hatte.

    Nun konnte ich systematisch weitermachen, ging also wieder nach unten setzte meinen Weg fort. Neben verschiedenen Stelen und Statuen sah ich auch verschiedene Scheintüren. Sie waren dazu gedacht, dass der Verstorbene seine Grabstätte verlassen konnte und von Lebenden nicht zu gebrauchen. Eine Statue von König Djoser, die Statuette von König Cheops, weitere Scheintüren, eine Statue von König Chephren, Steintafeln, Holzfiguren, Sphingen, Darstellungen von Göttern, das gesamte Museum wirkte auf mich noch derart voll, als wäre hier noch gar nichts weggebracht worden, ein Sammelsurium des Alten Ägyptens, ein Konglomerat verschiedenster Teile, und es machte großen Spaß, alles zu entdecken. Gut und gern einen halben Tag hätte man sich hier aufhalten können. Als ich wieder an der Ausstellung von Tutanchamun vorbeikam, hatte sich eine große und dicke Menschenschlange vor dem Eingang gebildet. Ich musste grinsen. Feinste Särge in Körpergestalt und sogar vereinzelte Mumien bekam ich zu Gesicht, verschiedenste Mosaike, Streitwagen und Darstellungen von König Echnaton. Der Besuch hatte mich sehr fasziniert. Ein Streifzug durch das Alte Ägypten.

    Kolossalstauen von Pharao Amenophis III. und seiner Frau Tyi

    Pharao Djoser

    Die einzige jemals gefundene Figur von Pharao Cheops

    Scheintür aus dem Grab des Priesters Ika aus Saqqara (5. Dynastie, Altes Königreich)

    Pharao Chephren

    Statue von König Hor I. (13. Dynastie)

    Gedränge vor der Tutanchamun-Ausstellung - haha, ich war schon vorher drin

    Sarg in Menschengestalt

    Etwas gruselige Kanope, wie ich finde (Kanopen sind die Behälter zur Aufbewahrung der mumifizierten Organe)

    Sarg mit den Augen, damit der Tote hinausschauen kann

    Streitwagen von Yuya, altägyptischer Beamter

    Mumie von Yuyas Frau Thuya

    Pharao Echnaton

    Nach 2 Stunden fand ich mich wieder an der Straßenseite ein. Mein Fahrer kam fast pünktlich. Er brachte mich zum Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation. Hier verabschiedete ich mich von ihm. Den Rest des Tages würde ich ohne ihn klarkommen. Dieses Museum ist modern. Das Highlight ist hier die Ausstellung der Mumien der Ägyptischen Könige, von denen 22 hier ausgestellt sind. Hier herrscht nun wirklich striktes Fotografierverbot, und überall hängen auch Kameras. Hier traute ich mich nicht zu fragen. König Seqenenre, Königin Ahmose Nefertari, König Amenophis I., König Thutmosis I., König Thutmosis II., Königin Hatschepsut, König Thutmosis III., König Amenophis II., König Thutmosis IV., König Amenophis III., König Sethos I., König Ramses II., König Merenptah, König Sethos II., König Siptah, König Ramses III., König Ramses IV., König Ramses V., König Ramses VI., König Ramses IX. – alle liegen sie hier und können einfach so betrachtet werden. Das war unglaublich. Desweiteren beherbergt das Museum noch Kleidung, z. B. verschiedene alte Trachten der verschiedensten Wüstengebiete, Keramiken, Stoffreste, aber auch einige Särge, Grabbeigaben und Statuen.

    Am Museum der Ägyptischen Zivilisation

    Grabbeigaben

    Teil eines Streitwagens

    Sphinx aus der ptolemäischen Periode

    Das trug man auf der Halbinsel Sinai

    Kleidung aus der Oase Siwa

    Mein Weg führte mich nun durch die Straßen zum Koptischen Viertel. Es liegt in Alt-Kairo, dem ältesten Viertel der Stadt. Bevor Ägypten im 7. Jahrhundert durch die Araber erobert und damit islamisiert wurde, hatte man eine christliche, griechisch- und koptischsprachige Gesellschaft. Kopten sind ägyptische Christen, die hauptsächlich der koptisch-orthodoxen Kirche angehören. Noch heute sind sie die größte christliche Minderheit in Ägypten und haben ihre Wurzeln in der altägyptischen Kultur und Sprache. Bald stand ich vor der ehemals römischen Festung Babylon (Mogamma el-Diyanat). Hier befinden sich die Überreste zweier römischer Türme. Der Eingang in das eigentliche koptische Viertel war nicht so leicht zu finden. Eine Treppe neben der Straße führt durch ein unterirdisches Tor. Das ist es. Ich hatte mich etwas verlaufen und drehte immer wieder um. Die einheimischen Wächter, die hier und da vor einem Tor standen, waren von meinen Fragen schon etwas genervt.

    Im koptischen Viertel

    Einer der beiden römischen Türme

    Vor der Kirche Abu Serga

    Zuerst betrat ich die Kirche der Hl. Sergius und Bacchus, auch Abu Serga genannt. Das Innere des Backsteinbaus ist durchaus prächtig. Ein kleines Schild weist extra darauf hin, dass man die Schuhe nicht ausziehen braucht (im Gegensatz zu den Moscheen). Über eine Treppe gerät man hinab zum ursprünglichen Fußboden, über den auch Jesus von Nazareth mit seiner Familie geschritten sein soll, nachdem sie vor König Herodes geflohen sind. Einige der Holzwände in der Kirche sind sehr kunstvoll gestaltet. Dann kam ich in die Ben Ezra-Synagoge. Auch hier durfte man nicht fotografieren, aber 3 Bilder habe ich trotzdem gemacht. Ich besuchte die Kirche der Hl. Barbara und das Kloster des Hl. Georg mit einem Schrein, einer Quelle und einer Holzdecke aus dem 10. Jahrhundert. Hier standen einige Zettelboxen. Die Menschen schrieben ihre Wünsche auf und steckten sie hinein. Da man sich das nicht nehmen lassen darf, machte auch ich das so. Wer weiß? Vielleicht hilft ja doch mal was. Die einzelnen Kirchen im Koptischen Viertel stehen so dicht an dicht, dass man die Außenfassaden kaum fotografieren kann.

    Kirche Abu Serga

    An der Kirche

    In der Kirche Abu Serga

    Unglaublich künstlerisch

    Hinab zum ursprünglichen Fußboden

    Der Fußboden, den auch Jesus von Nazareth mit seiner Familie betreten haben soll

    Vor der Ben Ezra-Synagoge

    In der Synagoge

    Kirche der Hl. Barbara

    In der Kirche der Hl. Barbara

    Eingang zum Kloster des Hl. Georg

    Bildnis im Schrein des Hl. Georg

    Im Schrein

    Ich betrat die große Rundkirche des Hl. Georg mit römischem Turmbau und Gefängnis. Nachdem ich die Treppen erklommen hatte, konnte ich die Gleise der Metro sehen. Der große Kuppelbau war beeindruckend, und auch hier machte ich einige heimliche Fotos. Durch ein Areal mit verschiedenen Mausoleen kam ich an die Kirche der Jungfrau Maria. An ihr wehten zwei griechische Flaggen. Ansonsten muss man sie nicht unbedingt gesehen haben. Schließlich betrat ich das koptische Museum. Hier interessierte mich vor allem der alte Bau, in dem es untergebracht war. Das Kloster St. Jeremiah scheint darin integriert. Das Anwesen hat einen Innenhof mit Palmen; die Verzierungen an den Deckenvertäfelungen sind absolut klasse. Auch in den weiteren Räumen sind die kunstvoll gestalteten Decken ein absoluter Hingucker.

    Rundkirche des Hl. Georg

    Georg war wohl ein Drachentöter

    Auf dem Weg in die Kuppel

    Blick zur Kuppeldecke

    Eingang zum Koptischen Museum

    Viele alte koptische Tücher werden ausgestellt und Priesterkleidung, religiöse Bilder, heilige Schriften und auch lange koptische Texte. Da sich das alte Ägyptisch ständig weiterentwickelte – zunächst war es ja fast nur eine Bilderschrift, doch später kamen immer weitere Buchstaben und Wörter hinzu – wurde es zum Ende seines Gebrauchs, bevor die Römer es verboten, auch von der koptischen Schrift inspiriert. Viele der Studierenden des alten Ägyptisch kamen deshalb zu dem Schluss, dass sie nur dann alles verstehen könnten, wenn sie auch das Koptische verstünden. Das Gebäude hatte wunderbar verzierte, hölzerne Erker.

    Im Koptischen Museum

    Koptische Bildnisse

    Im integrierten Kloster des Hl. Jeremiah

    Beeindruckende Holzverzierungen

    Hölzerne Wand

    Das Koptische

    Deckenvertäfelung

    Dann kam ich zur el-Moallaqa-Kirche, oder auch „hängende Kirche“ genannt. Sie ist nach ihrem Ort über einem Torhaus der Festung Babylon benannt; ihr Kirchenschiff befindet sich über einem Durchgang. Um die Kirche zu erreichen, müssen 29 Stufen erstiegen werden. Frühe Reisende nach Kairo nannten sie die „Treppen-Kirche“. Das Ganze sieht auf jeden Fall recht gut aus. Die Seiten des kleinen Gartens, durch den man zu ihr kommt, sind mit einigen Mosaiken verziert. Im Innern befindet sich eine Art Innenhof, ein Riad. Der originale Fußboden kann durch ein Fenster im Boden betrachtet werden.

    Portal zur Hängenden Kirche

    Hängende Kirche

    Innenhof in der Hängenden Kirche

    In der Hängenden Kirche

    Ich verließ das Koptische Viertel und schaute mich im Souq el-Fustat um. Es ist eine Markthalle für Kunst und traditionelles Handwerk. Ich blieb schließlich in einem Modegeschäft hängen, um eine Bluse für eine liebe Person in der Heimat zu kaufen. Die Inhaberin schien sehr amüsiert und glücklich, dass ich von ihr etwas kaufen wollte. Letztendlich bat ich sie, ein Teil für mich anzuprobieren, weil ich der Meinung war, wenn es ihr passen würde, könnte es die richtige Größe haben. Sie tat es und musste viel lachen. Letztendlich kaufte ich es dann.

    Im Souq el-Fustat

    Zu guter Letzt wollte ich mir die älteste Moschee Kairos anschauen, die Amr Ibn el-As-Moschee. Sie wurde im Jahr 642/643 im Norden der Festung Babylon im Bereich der neu gegründeten Stadt al-Fustat im Süden des heutigen Kairos durch den General ʿAmr ibn al-ʿĀs angelegt. Sie ist der erste Moscheebau in Ägypten und in ganz Afrika. Al-Fustat war sozusagen die Vorgängerstadt Kairos und eine der ersten Städte, die die Araber nach ihrer Eroberung des Vorderen Orients gründeten. Ein merkwürdiger Taxifahrer hatte mich entdeckt und kam auf mich zu, witterte wohl ein Geschäft. Ein komischer, recht alter Kauz, der unentwegt redete mit einem alten Taxi, das nicht besonders vertrauenerweckend aussah. Eigentlich konnte man ihn kaum ernst nehmen. Doch mit ihm würde ich sicher später keinerlei Probleme bekommen, weil er plötzlich mehr verlänge, als vereinbart war. Es war kein furchteinflößender Kerl. Und da ich sowieso mit dem Taxi zurück nach Gizeh musste, sagte ich ihm, ich würde mir die Moschee anschauen und käme dann zurück.

    Amr Ibn el-As-Moschee

    Im Innern der Moschee mit dem Brunnenhaus

    Die Moschee hat ein beeindruckendes Äußeres. Ich zog meine Schuhe aus und marschierte auf Teppichen in den Innenhof. Ich war sicher der einzige Ungläubige hier, doch niemand schaute mich schief an. Der große, spiegelnde Hof wird auf den Seiten von mehrschiffigen Arkadenhallen umschlossen, die zum Beten dienen. In der Mitte des Hofes befindet sich das Brunnenhaus, das der Legende nach wohl mit dem heiligen Brunnen Zamzam in Mekka in Verbindung stehen soll.

    Hier wird gebetet

    Ich kam zurück zum Taxifahrer. Er freute sich sehr. Nun folgte die verrückteste Fahrt, die ich im Urlaub erlebte. Am Fahrzeug funktionierte so gut wie nichts. Man konnte nicht sehen, wie schnell wir fuhren, da der Tacho stehengeblieben war. Die Türen schlossen nur noch gerade so. Der Fahrer hatte von Gicht gezeichnete Finger und umfasste mit den Händen eines seiner Beine, um mir zu zeigen, dass er krank war. Das Bein war sowas von dünn – unfassbar. Es konnte aus nicht viel mehr als aus dem Knochen bestehen. Er sagte, er müsse bald ins Krankenhaus. Doch ich verstand nicht viel, da er so gut wie kein Englisch sprach. 3 Tage zuvor hatte ich ja bereits eine verrückte Taxifahrt erlebt, während der ich dem Fahrer mit aktiviertem Google Maps zeigte, wohin er fahren und wohin er abbiegen sollte.

    Mein Taxifahrer

    Das nun Folgende war noch chaotischer. Auf den unzähligen „Fahrspuren“ Kairos schlängelte er sich durch den Verkehr und drückte ab und zu auf so eine Art Krankenwagensirene, in der Hoffnung, hier und da dadurch durchgelassen zu werden, aber auch, um wahrgenommen zu werden. Laufend war der Fahrer anderer Meinung als ich und wollte woanders abbiegen. Er wusste, dass ich nach Gizeh wollte, doch ich traute ihm nicht, setzte mich aber jedes Mal lautstark durch, so dass er dann doch noch gerade so dorthin abbog, wohin ich wollte. Das war nervenaufreibend. Zwischendurch immer irgendein Gerede auf ägyptisch, dass ich nicht verstand. Doch es war ein lustiger Vogel, den ich dominieren konnte, so wie ich angenommen hatte.

    Nach und nach kamen wir meinem Ziel näher. War er auf der Autobahn falsch abgebogen, fuhr er einfach rückwärts zurück, um sodann die richtige Fahrspur wählen zu können. Ist man dann letztendlich wirklich angekommen, muss man sich wundern, wie man das geschafft hat. Wir hatten 1.000 Ägyptische Pfund vereinbart. Freiwillig gab ich ihm 100 mehr. Das waren umgerechnet über 20 Euro und rettete sicher seinen Tag. Andere hätten nun sicher noch mehr verlangt, doch bei ihm konnte ich einfach sagen, mehr gebe ich nicht, und er war schließlich zufrieden. Die 17 Kilometer wären bei uns in Deutschland viel teurer gewesen.

    Für das Abendessen hatte ich mir das Restaurant Rooftop 700 ausgesucht, mit Pyramidenblick, ein typisches Touristenrestaurant, zwar mit ägyptischen Speisen, doch nicht gerade das Günstigste. Man geht durch das Hotel Great Pyramid Inn und fährt mit dem Fahrtsuhl in die 5. Etage. Ich hatte mir gegrilltes Ägyptisches Kebap ausgesucht, mit einem Dip, Brot, Reis, Nüssen und Gemüse, dazu 2 leckere Fruchtsäfte. Der Blick auf die Pyramiden, den ich dabei genoss, war unbezahlbar.

    Das Restaurant Rooftop 700

    Abendessen

    Essen mit unbezahlbarer Aussicht

    So endete mein letzter Tag in Kairo, denn am nächsten Morgen würde es weiter gen Süden gehen. Es war eine schöne Zeit. Ich unterhielt mich noch einmal mit Ali und gab ihm das restliche Geld für die heutigen Fahrten und auch für den Flughafentransfer für morgen. Ich habe mich gut mit ihm verstanden. Die restlichen Sachen wurden gepackt, und ein Bier auf meinem Balkon durfte natürlich nicht fehlen.

    Liebe Grüße

    Heiko

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  • Trogir
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    • 27. Dezember 2025 um 20:57
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    • #25

    Danke für den tollen Über-und die Einblicke in die Pyramiden.

    Gut für mich denn das stand auch noch auf meiner Reiseliste, wie gesagt stand...denn für Typen mit Platzangst ist das wohl offensichtlich der falsche Ort.

    Ich gehe aber mal davon aus das die Steigungen innerhalb der Pyramiden absichtlich künstlich dramatisch fotografiert wurden?

  • Heiko705
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    • 27. Dezember 2025 um 22:52
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    • #26

    Hallo! Ja, wenn man Platzangst hat, ist das Erkunden des Inneren der Pyramiden vielleicht jetzt so nicht das Beste, da hast Du wohl recht. Es gibt aber eine Menge an Sehenswürdigkeiten im Land, gerade wenn man an der ägyptischen Geschichte interessiert ist. Man muss ja nicht unbedingt in die Pyramiden rein. Aber künstlich dramatisch fotografiert habe ich nichts. Es geht da schon ganz schön steil hoch bzw. runter.

    Liebe Grüße

    Heiko

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  • claus-juergen
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    • 28. Dezember 2025 um 06:40
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    • #27

    Hallo Heiko,

    Ich wusste zwar, dass etwa 10 % der Bevölkerung Ägyptens koptische Christen sind. Mir ist auch bekannt, dass die überwiegend in Kairo oder in der Gegend von Kairo bis zum Mittelmeer wohnen. Immer wieder mal kommt es zu Terroranschlägen gegen diese Bevölkerungsgruppe. Anscheinend kann der Staat trotz einem stark ausgebauten Sicherheitsapparat das auch nicht verhindern. Allerdings wusste ich noch nicht, dass es in Kairo ein koptisches Viertel mit so vielen Kirchen gibt.

    Du berichtest uns, dass der Eingang zu diesem Viertel in Kairo gar nicht so einfach zu finden ist. Wie soll ich das verstehen? Handelt es sich hier um ein abgeschlossenes Viertel, welches nur durch bestimmte Zugänge erreichbar ist? Gibt es dort eine Art Art Zugangskontrolle? Wenn dem so wäre stelle ich mir das eher wie ein Ghetto vor.

    Auf jeden Fall ist dein Bericht über den Besuch in diesem Viertel etwas besonderes weil da vermutlich auch kaum ein Tourist hinkommt.

    Grüße

    Jürgen

  • Heiko705
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    • 28. Dezember 2025 um 12:37
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    • #28

    Hallo Jürgen, nein, es ist kein Ghetto, und es gibt auch keine Zugangskontrolle. Aber um zu dem einzigen Zugang zu kommen, den ich ausmachen konnte, muss man eine Treppe neben der Straße hinab und dann durch eine Art Unterführung, die dann in eine Gasse des tiefergelegenen Viertels übergeht.

    Liebe Grüße

    Heiko

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  • Heiko705
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    • 29. Dezember 2025 um 20:27
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    • #29

    Tag 6 – Vom Roten Meer bis an den Nil (16.10.2024)

    Ein letztes Mal genoss ich den Ausblick von meiner Dachterrasse und verabschiedete mich von den Pyramiden. Ein Anblick, von dem man sich nur schlecht lösen kann. Auch heute kreisten wieder die Tragkopter um die Pyramiden. Das war wohl jeden Morgen so. Ich denke mal, dass man entsprechende Aktivitäten im Internet buchen kann. Für die Mutigen. Für mich wäre das nichts. Die Motoren waren deutlich bis zu meiner Unterkunft zu hören. In der Nähe der Pyramiden sah man bereits vereinzelte Ägypter hier und da mal mit einem Kamel entlanglaufen. Ein neuer, warmer Tag kündigte sich an. Ich war gespannt, was er bringen würde.

    Mit meinem Hab und Gut stellte ich mich vor das Haus und wartete. Ich staunte nicht schlecht, als nach einer Weile der Fahrer kam. Es war doch wirklich Sayed, mit dem ich vorgestern den ganzen Tag unterwegs war. Er strahlte, und ich schloss mich ihm an. Ich hätte nicht erwartet, ihn noch mal wiederzusehen. Er hatte das extra so arrangiert, dass er mich heute zum Flughafen bringen würde. Auch gestern hatte er versucht, mich fahren zu dürfen, aber musste leider nach Alexandria. Unsere Freude war groß. Es war ein schönes Wiedersehen, und wir hatten wieder einiges zu lachen. Also fuhr er mich nun zum Flughafen. Leider war unser Zusammensein heute von kurzer Dauer, und zum Abschied umarmten wir uns. Ich gab ihm noch ein paar Euro an Trinkgeld. Mach’s gut, Sayed. Hoffentlich ergeht es Dir gut.

    Ankunft am Flughafen

    Bereit für die Weiterreise

    Hier sind die Schalter der Egypt Air

    Hier geht's lang zu den Inlandsabflügen

    Zum Frühstück holte ich mir am Flughafen ein Baguette und einen Kaffee. Es ging alles recht unkompliziert. Wir flogen mit einer recht kleinen Maschine der Egypt Air nach Hurghada. Flug MS 46. Gegen 10:00 Uhr ging es los. Eine Amerikanerin saß neben mir. Wir kamen ins Gespräch. Sie favorisierte Donald Trump als Präsident. Kamala Harris wollte sie nicht. Die hätte noch nie etwas Anständiges für die USA getan. Der Amerikaner sieht das Ganze für gewöhnlich etwas anders als wir in Deutschland, wo Donald Trump ja doch eher als verrückt und untauglich angesehen wird.

    Mein Frühstück

    Maschinen der Egypt Air

    Hinein in die gute Stube

    Im Flieger

    Über dem weitestgehend sandigen Land

    Dann gab es einen Snack

    An der Küste

    Der Anflug auf Hurghada war schön. Ich saß am Fenster. Als Snack teilte man ein Päckchen Cracker und eine kleine Flasche Mineralwasser aus. Da die Amerikanerin ihrer Cracker nicht mochte, hatte ich nun zwei Päckchen. Die Küste sah von oben himmlisch aus. Das Meer strahlte azurblau. Nach knapp 50 Minuten landeten wir. Mit dem Bus wurden wir zum Terminal gefahren. Bei einem Inlandsflug gab es nicht so viele Sicherheitsvorkehrungen und Bürokratie, weswegen ich recht rasch zu meinem Koffer kam. Der Flughafen in Hurghada wirkte auf mich recht modern und professionell.

    Kurz vor der Landung

    Alles raus

    Mit dem Bus geht's zum Terminal

    Am Kofferband

    Ich holte mir von meinem Autoverleiher den Mietwagen ab, einen Chevrolet Optra. Er war noch recht neu und demzufolge gut in Schuss. Ein paar kleine Schäden wurden von mir fotografisch festgehalten, obwohl ich ja eine Vollkaskoversicherung hatte. Man weiß ja nie. Nun hieß es, rund 4 Stunden quer durch die Wüste nach Luxor zu fahren. Es ist ein besonderes Gefühl, nun plötzlich mit eigenem Auto in diesem Land unterwegs sein zu können. Die Strecke gilt gemeinhin als etwas gefährlich, doch wahrscheinlich stammt dieser Ruf eher aus der Zeit des Arabischen Frühlings. Vielleicht sollte man zusehen, nicht allzu lang zwischendurch stehen zu bleiben, da man nicht abschätzen kann, wer anhält. Ein paar Mal hielt ich jedoch kurz im Sand neben der Fahrbahn an, um Fotos zu machen. Dies ist keine komplette Sandwüste. Einige Teile bestehen zwar aus Sand, viele jedoch auch aus Geröll.

    Mein Mietwagen

    Durch die Wüste

    Es geht zumeist geradeaus

    Etwa auf halber Strecke gingen mir meine Getränke aus, und auch mein Feuerzeug hatte seinen Geist aufgegeben. Obwohl es ein Nichtraucherwagen war, gestattete ich es mir auf der langen Fahrt, hin und wieder aus dem Fenster raus eine Zigarette zu rauchen. Da war eine Art Raststätte. Ich stoppte und ging hinein. Ein kleiner Shop mit Kleidung und Souvenirs war ebenfalls in der Raststätte integriert. Ich suchte mir drei Getränke aus und fragte nach einem Feuerzeug. Auf den Produkten waren keine Preise angebracht. Einer der beiden Verkäufer tippte auf seiner Rechenmaschine. Insgesamt war ich nun bei umgerechnet ca. 22 €. Wow! Das konnte doch nicht ihr Ernst sein. Aber klar, ein Tourist mitten in der Wüste? Den konnte man doch abzocken. Ich zeigte meinen Unmut und gab 1 Getränk zurück, was den Gesamtpreis auf 17 € reduzierte, ca. 900 EGP. Ich bezahlte. Ich hatte Durst. Der andere Verkäufer verlangte, dass ich noch etwas beim integrierten Shop kaufen solle. Ich erwiderte, dass 900 Ägyptische Pfund für zwei Getränke und ein Feuerzeug sehr unfair seien. Der Verkäufer sagte nichts mehr. Ich ging.

    Halt an der Raststätte

    Auf der Fahrt hinüber an den Nil erreichte ich ca. 4 Checkpoints. Hier kontrolliert das Militär. Dies ist aber nicht weiter schlimm. Ich zeigte meinen Reisepass, sagte, woher ich komme und wohin ich wolle, und dann konnte ich wieder fahren. Die Fahrt war recht lang, doch mit dem neuen Mietwagen quer durch die Wüste vom Roten Meer hinüber zum Nil zu fahren, war auch etwas Besonderes. Um kurz vor 16:00 Uhr kam ich am Nil an. Ein tolles Gefühl. Zum ersten Mal würde ich ihn selbst fahrend überqueren. Das Gebiet war schlagartig grün geworden. Einige Palmen standen am Fluss. Ich hielt erst mal an und machte ein paar Fotos. Das musste ich schließlich festhalten.

    Kurzer Halt am Nil

    Ich tankte in Qena. Ich wollte gar nicht glauben, was das Benzin hier kostet. Für deutsche Verhältnisse wird es geradezu verschenkt und kostet ca. 20 Cent der Liter. Wie ich später erfuhr, ist das für die Ägypter überhaupt nicht günstig, denn noch vor wenigen Monaten kostete der Liter umgerechnet 3 Cent. Wenn der durchschnittliche Ägypter umgerechnet ca. 200 € pro Monat verdient, ist es schon heftig, wenn man plötzlich siebenmal so viel für Benzin zahlen muss wie zuvor.

    Nach einer weiteren halben Stunde war ich an der West Bank angelangt. So nennt man die Seite westlich des Nils in Luxor. Früher war dies Theben, die Hauptstadt Ägyptens während des Neuen Reiches (etwa 1550 bis 1070 v. Chr.). Die Seite östlich des Nils war für die Lebenden, denn im Osten geht die Sonne auf. Die Seite westlich des Nils war für die Toten. Die Sonne geht sowieso nur dann wieder auf, wenn der Sonnengott Re auf seiner allnächtlichen Reise mit seiner Barke durch die Unterwelt allen Gefahren wie z. B. immer wieder den Angriffen der Monsterschlange Apophis trotzt, um dann am Tage über den Himmelsbogen fahren zu können. Schafft er es einmal nicht, bedeutet das das Ende aller Tage. In der Unterwelt warten auch viele der Toten, die sich erhoffen, mit der Barke wieder in die Welt der Lebenden kommen zu können.

    Ankunft an der West Bank

    Dort steht der Luxor Tempel

    Bunte Boote standen am Ufer, entweder zur Überquerung des Flusses oder für Ausflüge. Selbstverständlich wird man sofort von mindestens 10 Ägyptern angesprochen, ob man ein Boot brauche und ob man nicht den Fluss überqueren wollte. Ich wollte nicht. Ich hatte die Reise extra so geplant, dass ich hier kein Boot brauchen würde. Auf der anderen Seite des Nils sah ich den Luxor-Tempel. Die Straßen hier sind Sandwege, nichts ist geteert. Es war ein erhabenes Gefühl, hier in Luxor direkt am Nil zu sein. Dann fand ich die Villa Diletta. Hier sollte ich nun für 3 Nächte unterkommen. Sie sah gut aus. Ich rief meinen Vermieter Mohammed an. Er kam alsbald auf einem kleinen Motorrad. Leider könne ich nicht in der Villa Diletta wohnen. Diese sei voll. Angeblich habe ein Pärchen zeitgleich mit mir gebucht, und nun würden sie bereits dort wohnen. Mohammed habe jedoch in einem anderen Haus noch etwas frei, nicht weit entfernt. Ich sollte ihm folgen.

    Sandige Straßen

    Vor der Villa Diletta, doch hier war mein Apartment bereits besetzt

    Keine 100 Meter, dann standen wir vorm Nefertarie Guest House. Das sah sogar noch besser aus; einziger Nachteil wäre, dass ich von hier den Nil nicht sehen konnte. Nun ja, halb so schlimm. Ich ließ mir meine Unterkunft zeigen. Sie war schön. Also willigte ich ein. Ich konnte direkt vorm Haus parken. Andere Gäste haben selbstverständlich keinen Mietwagen. Mein Apartment war geräumig, mit großer Küche und einem recht gemütlichen Schlafzimmer. Das Haus hatte einen Pool und Palmen im Innenhof und herrliche Balkone, auf denen man des Abends sitzen konnte. Hier wohnte ein Bekannter von Mohammed mit seinem Sohn Ibrahim in der untersten Etage. An der Treppe stand eine Waschmaschine, die ich kostenlos nutzen konnte.

    Ankunft an meiner Unterkunft

    Das Nefertarie Guesthouse

    Pool vor dem Haus

    Sogar die Waschmaschine durfte ich nutzen

    Der Bekannte Mohammeds machte mir ein Angebot. Wenn ich Bier oder Wein brauchen würde, solle ich ihm Bescheid geben. Er würde es mir holen. Das gefiel mir. Selbstverständlich würde er etwas mehr verlangen, als die Getränke kosten, aber das war in Ordnung. Ich hatte keine Lust mehr, heute Abend noch einkaufen zu fahren. Man bot mir auch an, abends für mich kochen zu können, doch ich sagte, ich würde es mir überlegen. Ich wollte lieber auswärts essen. Doch ich unterhielt mich recht gut mit Mohammeds Bekanntem und schaute ihm ein wenig beim Essen machen zu.

    Auf dem Balkon

    Im Vordergrund ist der schöne Gemeinschaftsbalkon, im Hintergrund sieht man meinen eigenen Balkon

    Blick vom Balkon

    Später stellte ich fest, dass ich vom Balkon aus sogar noch ganz wenig vom Nil sehen konnte. Die Unterkunft war toll. Hier konnte ich mich wohlfühlen. Viel besser als die Unterkunft, die ich in Gizeh hatte. Mein Apartment hatte auch einen eigenen Balkon, doch würde ich wahrscheinlich den großen Gemeinschaftsbalkon nutzen. Er war viel schöner. Mohammed hatte ein paar Euro mehr verlangt, als in den Buchungsunterlagen standen, aber 60 € waren für 3 Nächte hier beileibe nicht zu viel.

    In meiner Küche

    Das Schlafzimmer

    Das kleine Badezimmer

    Blick von meinem Balkon

    Blick hinüber zum Gemeinschaftsbalkon

    Meine Unterkunft im Dunkeln

    Nun war es langsam dunkel geworden. Direkt am Fluss setzte ich mich an einen Tisch des „Thebes Restaurant“. Ich hatte einen wunderbaren Blick über den Fluss und die beleuchteten Gebäude wie auch den Luxor-Tempel auf der gegenüber liegenden Seite. Es war ein schöner Abend. Zu meinem Erstaunen servierte man hier Bier. Das hatte ich in Gizeh nicht erlebt, doch war wohl völlig normal hier. Sicher für die Touristen.

    Blick über den Nil zum Luxor-Tempel

    Thebes Restaurant

    Hach, war das Essen herrlich. Ich hatte mich für eine ägyptische Tajine entschieden, mit Rindfleisch. Eine marokkanische Tajine hat mich – ehrlich gesagt – schon mehrere Male enttäuscht. Oft besteht sie aus wenig Fleisch und ansonsten nur Reis und Gemüse, so dass man schon den Eindruck hat, dass ein bisschen gespart werden soll; noch dazu kommt sie oft eher trocken und ohne Soße daher. Die ägyptische Tajine bestand aus viel Fleisch in einer Tomatensoße mit Kräutern und schmeckte gut. Dazu gab es eine Tahini – diese Paste, die ich in Gizeh zuerst für Erdnussbutter gehalten hatte, aber wirklich gut schmeckt – etwas Gemüse, Reis und Brot. Dazu hatte ich mich für die Suppe des Hauses entschieden und trank ein Bier. Das war klasse und kostete alles insgesamt umgerechnet ca. 8 €. Der Wahnsinn. Mein Tisch war voll.

    Hier ließ es sich aushalten

    Abendessen

    Im Anschluss schlenderte ich noch zu einem kleinen Mini-Markt direkt an der Ecke. Das war der Hamada-Market mit einem sehr netten Verkäufer. Er hatte wunderbare Limonaden und Säfte zu lächerlichen Preisen. Als ich ihm ein kleines Trinkgeld dazu gab, bedankte er sich überschwänglich. Sicher wird man hier laufend angesprochen, wenn man allein in den Straßen unterwegs ist, ob man denn nicht irgendwelche Hilfe benötige, ein Boot oder sonst etwas. Da muss man drüber stehen und freundlich ablehnen.

    Im Hamada-Market

    Die restliche Zeit verbrachte ich auf dem Balkon, trank etwas Bier und verschickte Nachrichten an Freunde. Der Vater des 19-jährigen Ibrahims telefonierte unten am Pool und ließ sich auch noch bei mir auf dem Balkon blicken, um eine kleine Unterhaltung zu führen. Das gefiel mir alles sehr gut. Ich erzählte ihm von den Halsabschneidern in der Wüste in der Mitte zwischen Hurghada und dem Nil, die mir 17 € für zwei Getränke und ein Feuerzeug abnahmen. Er schlug die Hände über dem Kopf zusammen, denn er kannte sie. Das Wort „Mafia“ kam aus seinem Mund. Ich staunte, als auch er ein Bier trank. Das hätte ich nicht gedacht. Manche sehen das mit dem Alkohol wohl nicht so eng. Nun hatte es mich also nach West-Luxor verschlagen, und das, was ich bisher kennengelernt hatte, gefiel mir sehr gut. Es waren heute nur um die 30°; in Kairo waren es um die 35. Doch hier schlief ich gleich viel besser als in Gizeh; allein das Bett war viel bequemer.

    Im Dunkeln auf dem Balkon

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

  • Heiko705
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    • 31. Dezember 2025 um 12:06
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    • #30

    Tag 7 – Das Tal der Könige (17.10.2024, 1. Tageshälfte)

    Der Morgen begann. In Kairo hatte ich dauernd mit einem lästigen Durchfall zu kämpfen, nun plötzlich nicht mehr. Nun – ich war ja nun schließlich auch in Oberägypten. Das macht wohl den Unterschied, haha. Ich startete früh mit dem Mietwagen in Richtung des Ticket Office des Tals der Könige. Hier gedachte ich zunächst einmal – ähnlich wie in Kairo – den Luxor Pass zu kaufen. Auch hier benötigt man den Reisepass, ein Passbild, eine Kopie des Reisepasses und einwandfreie Banknoten in Euro oder Dollar, natürlich wieder passend. Wenn man bereits im Besitz des Kairo Pass ist, bekommt man den Luxor Pass für die Hälfte. Mit einem solchen Pass kann man sich so viele der geöffneten Gräber anschauen, wie man will. Zahlt man den normalen Eintrittspreis, kann man nur 3 Gräber besuchen. Ein solches Ticket wird bei jedem Grab gelocht, ein Luxor Pass jedoch nicht.

    Ich wollte jedoch nicht den Standard Luxor Pass für normalerweise 120 €, sondern den Premium Luxor Pass für 220 €, den ich nun ja für 110 € bekommen würde. Denn durch diesen hat man nicht nur Zutritt zu allen Sehenswürdigkeiten in Luxor, sondern darf sich im Tal der Könige zusätzlich noch das Grab von Sethos I. anschauen. Dies ist das aufwendigste und sehenswerteste Grab, welches neben ein paar Anderen Extra-Eintritt verlangt und allein schon ca. 60 € Eintritt kostet. Auch das Grab der Nefertari (Ehefrau von Ramses II.) im Tal der Königinnen ist hier mit inbegriffen, welches ebenfalls Extra-Eintritt kostet (60 – 70 €), doch zur Zeit ist es zwecks Restaurationsarbeiten geschlossen, doch es lohnt sich dennoch.

    Einen solchen Pass will nicht jeder. Man hieß mich zu warten. Ein Herr würde extra für mich kommen. Ich wartete sicher 20 Minuten. Dann kam ein Herr und nahm mich mit auf sein Büro. Ich kam mir vor wie im Büro eines Sheriffs mit großem Schreibtisch, Namensschild und Ledersesseln. Er reichte mir und sich einen Kaffee, und dann begann er in aller Ruhe, mir das Dokument auszustellen. Zwischendurch noch ein Gespräch. Man war verwundert, dass ich als Deutscher einen solchen Pass wollte und dann auch noch alles dabei hatte, was man benötigt. Irgendwann war er endlich fertig, und ich bekam endlich den Pass, der wieder in eine Schutzhülle wanderte.

    50426478ui.jpg Das Ticket Office ist passiert

    50426480wx.jpg Ich lief zu Fuß

    Endlich konnte ich los. Zwischen dem Ticket Office und den Gräbern fahren Shuttle-Busse, doch da ich das als lächerlich empfand – es sind nur 500 – 600 Meter – lief ich zu Fuß. In der Nähe der Gräber gibt es einen Shop, wo man neben Souvenirs auch kühle Getränke bekommen und Schatten finden kann, was gut ist, denn ansonsten brennt die Sonne erbarmungslos in das Tal hinunter. Das Wichtigste kommt zuerst – wie immer.

    50426485iz.jpg Hier kann man sich über die geöffneten Gräber informieren

    50426488yo.jpg Ankunft im Tal der Könige

    50426501by.jpg Souvenirshop

    Ich schritt also zielsicher zum Grab des Tutanchamun. Und es ist ein Wahnsinnsgefühl, muss ich sagen, wenn man dann tatsächlich vor einem Grabeingang steht, und da ist ein Schild „Tomb of Tut Ankh Amun“, und dann schreitet man tatsächlich hinunter, den selben Weg, den Howard Carter damals nahm, als er 1922 das Grab entdeckte. Dieses Grab war das Einzige, welches nicht geplündert vorgefunden wurde. Durch einen Erdrutsch war es mit vielen Tonnen Schutt und Sand bedeckt und blieb so unentdeckt. Howard Carter hatte damals, finanziert durch den englischen Lord Carnarvon, einfach überall dort gesucht, wo bislang noch nicht gesucht worden war. Das Tal der Könige galt als erschöpft, doch Carter war sich sicher, dass es da noch irgendwo sein musste. Und so fand man das Grab KV62, eines von 65 Gräbern im Tal. Als er zum ersten Mal hineinschauen konnte, sagte er: „Ich sehe wunderbare Dinge“. Über 5.000 Artefakte und Grabbeigaben, teilweise aus purem Gold, waren darin.

    50426522dr.jpg Am Grab des Tutanchamun

    Viele der damaligen Archäologen starben wenige Jahre nach dem Besuch des Grabes. Von der Presse wurde das damals als „Der Fluch des Tutanchamuns“ ausgeschlachtet. In Wirklichkeit lag es an einem Pilz, der sich an solch finsteren Orten sehr wohlfühlt und weil niemand zur damaligen Zeit an einen Mundschutz dachte. Lord Carnarvon starb 1923, weil ihn eine Mücke gestochen hatte, er sich rasierte und die Wunde sich entzündete. Hätte er sich doch nur mal für ein paar Tage nicht rasiert.

    50426525bg.jpg Hier geht es hinein

    Ich schritt also hinab, gar nicht weit, und kam in den ersten Raum, in dem noch immer die Mumie des Pharaos liegt. Dies ist die einzige Mumie, die noch hier im Tal aufbewahrt wird. Er war jung, das sieht man noch immer, 19 Jahre alt, als er starb. Viele hielten ihn für einen schwachen König, der dank seines – infolge der damals unter Pharaonen üblichen Inzest – vorhandenen Klumpfußes von Anfang an beeinträchtigt war. Zunächst dachte man, er sei ermordet worden, da er ein Loch im Schädel hat, bis man erkannte, dass dieses Loch nur im Laufe der Einbalsamierung entstand, da man üblicherweise das Gehirn aus dem Schädel zog. Nur das Herz verblieb üblicherweise im Körper, da es als Sitz der Seele galt.

    50426537mr.jpg Hinab in das Grab des Tutanchmanun

    50426543cu.jpg Die Mumie des Tutanchamun

    50426565hx.jpg Der Kopf des Königs

    50426552zm.jpg Vor der Mumie

    Man hat jedoch herausgefunden, dass er in der Körpermitte einen immensen Bruch hatte und zweimal einbalsamiert worden ist. Also ist es auch durchaus denkbar, dass er wirklich im Krieg starb, die Verletzung durch einen heranfahrenden Streitwagen entstand, er im „Ausland“ zunächst unprofessionell einbalsamiert wurde, was man dann zuhause noch einmal korrekt durchführen musste und er also durchaus der Anführer gewesen sein kann, den man auf Darstellungen – auf dem Streitwagen in den Krieg ziehend – oft sieht. Wer weiß? An den Streitwagen in seinem Grab fand man Vorrichtungen, die einem etwas Beeinträchtigten das Fahren auf einem solchen erleichtern und Abnutzungserscheinungen, die beweisen, dass diese Streitwagen auch benutzt wurden.

    Ich bog nach rechts ab. Hier kommt man in die Grabkammer, die viel zu schnell fertiggestellt wurde. Man fand heraus, dass die Wände bereits bemalt wurden, als der Putz noch nicht trocken war. Es musste schnell gehen, entweder, weil man mit seinem Tod noch nicht gerechnet hatte, oder weil sein Nachfolger Eje ihn schnell in einem Grab verschachern wollte, welches gar nicht für ihn gedacht war, und sich selbst das Schönere sicherte. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Haremhab, der Oberbefehlshaber des Heeres, gerade unterwegs war, und Eje sich schnell zum Pharao krönen wollte, solange sein Widersacher fort war. Tatsache ist, dass ein nach rechts abbiegendes Grab eher auf eine Frau hinweist und auch an der Totenmaske Spuren gefunden wurden, dass unter Tutanchamuns Kartusche „Nofretete“ stand. War das alles eigentlich für Nofretete gedacht, die Hauptfrau von Tutanchamuns Vater Echnaton? Man weiß es nicht so genau.

    50426609yz.jpg In der Grabkammer

    50426616wg.jpg Blick in die Ecke des Raums

    50426620uj.jpg Die zwölf Paviane symbolisieren die 12 Stunden der Nacht

    Eine Archäologin vermutete anhand der Beschaffenheit einer der Wände der Grabkammer, dass hier noch ein verborgener Eingang sein könnte. Ich versuchte, mir das genau anzuschauen, doch konnten meine laienhaften Augen keinerlei Anzeichen dafür finden. Grade die Wände der Grabkammer mit ihren Zeichnungen waren für mich etwas ganz Besonderes. Tutanchamuns Nachfolger König Eje, der beim Verstorbenen das so genannte Mundöffnungsritual durchführt, damit er auch im Himmelreich noch sprechen kann. Die zwölf Paviane an der Hinterwand, die als Gottheiten dargestellt wurden, symbolisierten die 12 Stunden der Nacht, die der Pharao auf seiner Reise durch die Unterwelt (Duat) durchqueren musste. Nun selbst hier zu stehen, war unglaublich, und es fiel mir schwer, diesen Ort zu verlassen.

    50426626co.jpg Anubis an der Rückwand

    50426630gm.jpg Steht man vor der Kammer, ist dies die rechte Wand

    50426642ia.jpg Das Mundöffnungsritual

    50426647en.jpg Ganz links im Bild Osiris, der Gott der Unterwelt

    50426652bq.jpg Die Sonne gelangt in das Tal

    Anschließend besuchte ich das Doppelgrab der Pharaonen Ramses V. und VI., für das normalerweise ebenfalls ein Extra-Ticket notwendig ist. Ein langer Gang führt langsam hinab. Auf beiden Seiten sind selbstverständlich viele Reliefs, Hieroglyphen und Zeichnungen angebracht, die Farbe ist vor allem noch an der Decke relativ gut erhalten. Vielfach wurden an der Decke Barken dargestellt, mit denen die Fahrt durch die Unterwelt angetreten werden musste und Sterne des Himmels, um dem Toten den Aufstieg in das Himmelsreich zu erleichtern. Ich hatte mich immer gefragt, wie es wäre, selbst durch solche prächtigen Gänge zu gehen. Nun war es Wirklichkeit geworden. Immer tiefer geht es hinab, und man passiert herrliche Säulen. Dann steht man in der Grabkammer, in der die Hinterwand besonders prachtvoll ist.

    50426667dc.jpg Eingang zum Doppelgrab von Ramses V. und VI.

    50426677ps.jpg Durch den Gang zur Grabkammer

    50426681xy.jpg Einige der Zeichnungen

    50426682rx.jpg Prachtvolle Decke

    50426732wx.jpg Kartusche

    50426825pr.jpg Arbeiter

    50426829pg.jpg In der Ecke

    50426831vh.jpg Hieroglyphen und Reliefs

    50426842tu.jpg Säule

    50426850su.jpg Tiefer hinab

    50426859xx.jpg Decke in der Nähe der Grabkammer

    50426868fb.jpg Blick in die Grabkammer

    50426872qn.jpg Die Decke der Grabkammer

    50426874dp.jpg Vor der Hinterwand

    Dann nahm ich mir Sethos I. vor, das Prächtigste der Gräber. Ähnlich wie im vorherigen Grab, führt ein langer Gang immer tiefer hinunter. Über eine kleine Treppe gelangt man in den unteren Bereich. Hier sind alle Wände und auch die Säulen in einem sehr guten Zustand. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Um alle dargestellten Szenen genau zu verstehen, zu begreifen, was dort gemacht wird und warum, wäre ein tieferes Studium der Materie unerlässlich. Gottheiten wie Horus, Osiris, Anubis, Hathor, Thot, Sachmet oder Sobek erkenne ich aber mittlerweile oft. Auf vielen dieser alten Reliefs wurden die betreffenden Pharaonen mit zahllosen Gottheiten dargestellt, um zu symbolisieren, dass sie sich mit Ihnen auf Augenhöhe befanden. Auch die Reise durch die Unterwelt sieht man immer wieder. Manche der Zeichnungen waren noch nicht fertiggestellt.

    50426883db.jpg Eingang zum Grab von Sethos I.

    50426892pk.jpg An einer der Seitenwände

    50426921wm.jpg Die reich bemalten Säulen und Wände

    50426930ki.jpg Decke im Grab Sethos I.

    50426940cv.jpg Männer ziehen eine Barke

    50426945wb.jpgDie prächtigen Säulen im Grab des Sethos

    50426952ac.jpg Eine der Säulen im Grab des Sethos

    50426956ps.jpg Sethos I. zwischen Horus uns Osiris

    50426962fe.jpgManche der Zeichnungen sind nicht fertiggestellt worden

    Hier kam ich mit einem allein und individuell reisenden Engländer mit Palästinenser-Kopftuch ins Gespräch. Ich freute mich ständig über solche Begegnungen, bewiesen sie mir doch, dass es noch mehr solche Verrückte wie mich gab. Er sagte, er reise allein, weil seine Freunde immer erst um 10 Uhr aufstehen würden und man dann nichts mehr unternehmen könne. Hahaha, das verstand ich nur zu gut. Er war mir sehr sympathisch. Abschließend muss ich sagen, dass das Grab von Sethos I. in der Tat das Bemerkenswerteste ist. Die Pracht der Farben ist teilweise umwerfend. Zwischen den Besuchen der einzelnen Gräber musste ich immer wieder auf die öffentliche Toilette. Manche der Besucher hatten herkömmliche Regenschirme zur Schutz vor der heißen Sonne dabei.

    50427023rz.jpg Opfergabe an die Königin

    50427051ph.jpg Reiche Verzierungen

    50427054jc.jpg Hinterwand

    50427059zv.jpg Sethos I. und Osiris

    50427061eb.jpg Hinterwand und Decke

    50427062rz.jpg Anubis führt das Mundöffnungsritual durch

    50427068en.jpg Zeichnungen über dem Eingang zur Grabkammer

    50427084ut.jpg Hathor

    50427085wk.jpg Mittlerweile ist es warm geworden

    Ramses IV. war an der Reihe. Der Gang hinab war ungefähr vergleichbar mit dem Eingang des Grabes von Ramses V. und VI., nur die Farben an den beiden gegenüberliegenden Wänden waren hier noch besser erhalten. In früheren Jahren war das Fotografieren in den Gräbern verboten oder man benötigte ein Extra-Ticket, um Fotos machen zu können. Das ist heutzutage zum Glück um ein Vielfaches leichter. Handy-Fotos sind erlaubt, nur mit Kameras hat man es schwer. Im Grab von Ramses IV. waren vor allem die Zeichnungen in der Grabkammer sehr beeindruckend. Der Sarkophag hat eine beeindruckende Größe. Der Besuch der Gräber kostete Kraft. Natürlich ist das längst nicht so anstrengend wie der Besuch von Pyramiden, doch das ständige Hinunter und wieder Heraus und dann wieder in die Sonne schlaucht mit der Zeit.

    50427090pk.jpg Eingang zum Grab Ramses IV.

    50427101mp.jpg Gerader Gang

    50427106kj.jpg Texte an den Wänden im geraden Gang

    50427115fg.jpg Es geht tiefer hinab

    Vor der Grabkammer

    50427129xy.jpg Prachtvolle Grabkammer

    50427134sk.jpg Sarkophag im Grab Ramses IV.

    50427143ln.jpg Kräftige Farben

    50427151vg.jpg Männer ziehen die Götterbarke

    50427153wh.jpg Mittlerweile sind viele Besucher hier

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

    3 Mal editiert, zuletzt von Heiko705 (31. Dezember 2025 um 12:39)

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