Venezia, Venedig, Italien
Auch in Venedig wurde mein Bruder fündig, obwohl Beschreibungen am Internet von Nepomuks hier sehr spärlich sind. Erst einmal hat er die schöne, etwas versteckte Kirche Chiesa di San Canciano besucht.
In den diversen Kirchenführern werden Marienaltäre beschrieben, aber Nepomuk wird nicht erwähnt. Auch auf Wikipedia finden sich Erwähnungen von Altären, darunter von Bartolomeo Letterini.
Diese zwei Altäre stammen von Letterini:
Madonna del Carmine und Unsere Liebe Frau der Schmerzen mit dem Heiligsten Herzen Jesu
Bartolomeo Litterini – Wikipedia, die freie Enzyklopädie
Beim Altar, welcher als der Altar der Lieben Frau vom Berg Karmel bezeichnet wird, steht allerdings eindeutig der hl. Nepomuk im Fokus.
Im Zentrum des Bildes befindet sich ein Putto, der die Schweigegeste macht, unten im Bild sieht man den Hund von König Wenzel und einen Putto mit Märtyrerpalme. Nepomuk blickt zur Madonna mit Kind empor, die ihm durch einen Putto das Amulett reicht, welches typischerweise mit dem Palladium aus Altbunzlau verbunden ist.
Links im Bild ist ein Pilger mit Pilgerstab zu sehen, ein weiterer Hinweis auf Altbunzlau. Und rechts hinter Nepomuk hält jemand ein Kreuz, wer es ist, kann ich nicht sagen. Beide gezeigten Personen könnten allegorische Darstellungen des Nepomuk selbst, einmal als Pilger, das andere mal als Priester, sein.
Für mich ist das ein klassischer Nepomuk-Altar mit Bezug zum Palladium und Altbunzlau und kein Marienaltar.
Die ki meint dazu allerdings:
"Die Geschichte der Madonna del Carmine und Nepomuk ist eng miteinander verbunden. Nepomuk, der berühmte Märtyrer, wird oft mit der Madonna del Carmine in Verbindung gebracht, da er als Zeuge des Wunders, das die Fischer von San Felice in einem Unwetter rettete, gilt. Dieses Wunder wird mit der Verehrung der Madonna del Carmine in Verbindung gebracht, die als Muttergottes der Gnade oder der Zisternen bekannt ist. Die Legende besagt, dass Nepomuk, der als Zeuge des Wunders gilt, von der Madonna del Carmine befehligt wurde, die Fischer zu retten."
Allerdings sehe ich hier keinen Fischer, sondern einen Pilger, ich bleibe bei meiner Interpretation. Was meint ihr?
Johannes