Deutschland, Bayern, München
St. Johann Nepomuk, Asamkirche, Filialkirche der Stadtpfarrei St. Peter
Präambel
1729, im Jahr der Heiligsprechung von Johannes Nepomuk, begann Egid Quirin Asam sein Projekt in München, nachdem sein Bruder Cosmas Damian bereits 1724 vor den Toren Münchens sein Projekt eines Landsitzes in Thalkirchen begonnen hatte. Egid Quirin Asam gelang es mit Hilfe der Karmeliterin Maria Anna Lindmayr, welche die Impulsgeberin der Dreifaltigkeitskirche war, die Cosmas Damian Asam freskiert hatte, seinen Plan einer Privatkirche und angrenzendem Wohnhaus umzusetzen. Egid Quirin Asam gelang 1729/1730 der Erwerb zweier spätmittelalterlicher Häuser in der Sendlinger Straße. Er baute sie zu seinem Wohnhaus um und versah sie mit einer einzigartigen Stuckfassade, die 1735 vollendet wurde. Im Haus wurden Wohnungen vermietet und der Künstler bezog mit seiner Bildhauerwerkstatt das dritte Obergeschoss. Gegen den Widerstand der Pfarrei St. Peter begann er den Genehmigungsprozess für eine kleine Privatkapelle mit Grablege für ihn selbst und seinen Bruder. Dies und die geplanten Fenster seines Wohnhauses, die einen direkten Blick in die Kapelle ermöglichen würden, stießen auf Bedenken. Der Kompromiss, der dann umgesetzt wurde, legte 1733 fest, dass die Privatkirche öffentlich zugänglich und hinreichend groß sein, aber auf Egid Quirin Asams Kosten errichtet werden musste. Sein Bruder half finanziell und vor allem mit der malerischen Ausgestaltung tatkräftig mit. So konnte Egid Quirin Asam 1733 den an sein Wohnhaus angrenzenden Bauplatz für die Kirche und ein Priesterhaus kaufen, und der bayerische Kurfürst legte am 16. Mai den Grundstein. Bezeichnend ist dies der Namenstag des damals bereits heiliggesprochenen Johannes v. Nepomuk. Die erste Messe in der Kirche konnte bereits 1734 gelesen werden. Doch selbst nach seinem Tod im Jahr 1750 – während der Stuckierung und Ausmalung der Jesuitenkirche in Mannheim, die er nicht mehr vollenden konnte – war seine Kirche in München noch immer nicht fertiggestellt. Nachdem er sein gesamtes Vermögen in die Johannes Nepomuk Kirche in München gesteckt hatte, waren für seine kümmerliche Beisetzung in Mannheim kaum noch Mittel vorhanden.
Die gesamte Kirche steht im Einfluss des Kults um den hl. Johannes Nepomuk, den auch die Kurfürstin Maria Amalie Josefa Anna von Österreich, jüngste Tochter Kaiser Josephs I. und der Wilhelmine Amalie von Braunschweig-Lüneburg, gefördert hatte. Sie war die Gemahlin des bayerischen Kurfürsten Karl Albrecht, der als Karl VII. Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurde. Die Kirche ist voller Darstellungen aus dem Leben des Johannes Nepomuk gemäß der Vita von Bohuslav Balbín. Als Berater für die umfassende Programmatik gilt der Kirchenhistoriker Karl Meichelbeck, der auch für das Ausstattungsprogramm des von den Brüdern Asam neu gestalteten Freisinger Doms verantwortlich und mit den Brüdern befreundet war. Auch Ignaz Franz Xaver von Willhelm, hochgebildeter Jesuitenzögling und Kabinettssekretär und Kunstberater von Kurfürst Max Emanuel stand in Beziehung zu den Brüdern und stand vermutlich beratend bei. Beim Betreten der Kirche eröffnet sich dem Besucher eine überwältigende Fülle an prächtiger Ausstattung auf engstem Raum. Den meisten Besuchern verschlägt es zwar den Atem, aber nur wenigen wird es gelingen, das gesamte Bildprogramm zu entschlüsseln.
Mit Genehmigung des Erzbischöflichen Ordinariats der Erzdiözese München und Freising, und Hilfe von Matthias Mehnert, Mesner der Sakristei der Asamkirche, hatten wir freien Zugang zu allen Bereichen der Kirche, auch in den Altarraum und auf die Galerie, von wo aus wir Fotos machen konnten, die wir auf dem Forum Schöner Reisen exklusiv zeigen dürfen. Alle Fotos sind nur für diesen Zweck genehmigt und dürfen nicht anderweitig verwendet werden.
Unsere Besuchergruppe bestand neben mir und meiner Frau aus meinem Bruder und seiner Gattin, die ebenfalls vom Nepomukfieber angesteckt wurden, Jürgen, der dazu kam und mit dem wir nachher noch auf ein Bier im Hirschgarten waren, und einer Bekannten die wir in einer anderen Mission trafen.
Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die Fotos, die sie beigesteuert haben. Leicht übersieht man ein Detail, aber gemeinsam haben wir es geschafft, die wesentlichen Darstellungen, zumindest, was den hl. Johannes v. Nepomuk betrifft, zu erfassen.
Im Folgenden wird mein Bericht sechs bebilderte Teile umfassen.
- Die Außenfassade und das Eingangstor
- Die Vorhalle vor dem Gitter
- Der Kirchenhauptraum bis zum Altarraum
- Der Altarraum
- Das Deckenfresko
- Die 10 Silberreliefs mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Nepomuks und die beiden Wandfresken, von der Galerie aus betrachtet
Johannes