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Olivenernte auf der Insel Korcula

  • Gast001
  • 20. Januar 2017 um 13:18
  • Gast001
    Gast
    • 20. Januar 2017 um 13:18
    • #1

    Dieters Bericht über ein kleines Brot- Wein und Olivenölmuseum in Istrien
    Galerija Konobon in Nova Vas
    hat mich an unsere Erfahrungen mit der Olivenernte in Süddalmatien erinnert.

    Es ist schon einige Jahre her- aber erst letztes Jahr konnten wir sehen, dass sich an der Arbeitsweise der kleinen Olivenbauern kaum etwas verändert hat. Olivenernte ist trotz kleiner Hilfgeräte immer noch anstrengende Handarbeit.

    Da ich meinen Bericht auf einer Festplatte gespeichert hatte, konnte ich ihn heraussuchen und möchte ihn hier einfügen.

    Teil 1

    Die Olivenhaine auf der Insel Korcula

    Wer auf der Insel Korcula nach Westen in Richtung Vela Luka fährt,wundert sich vielleicht über die vielen Steinmauern, die sich teilweise im Kiefernwald und in der Macchia befinden.
    Es sind die Reste ehemaliger terrassenförmig angelegter Weinberge, die von Bäumen und Sträuchern überwuchert wurden.

    Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts waren der Weinbau und der Handel mit Wein eine überragend wichtige Erwerbsquelle für die Bewohner der
    Insel.
    Alte Aufnahmen vom Hafen in Vela Luka zeigen das Verladen von Weinfässern in Schiffe und so manche Familie lebte von dem Einkommen der
    Männer, die als Hafenarbeiter schwere Arbeit leisteten.

    Um das Jahr 1918 wurde die Reblaus auf die Insel eingeschleppt. Man hatte damals keine Mittel, ihrer Herr zu werden und der Weinbau kam
    innerhalb von 2 Jahren zum Erliegen. Armut breitete sich aus und sehr viele Familien wanderten aus, vor allem nach Australien und nach
    Amerika.

    Es dauerte eine Zeit, bis man entdeckte, dass Boden und Klima der Insel Korcula sich hervorragend für den Anbau von Oliven eignen.
    Heute wird das Rekultivieren der alten Terrassen und das Anlegen von Olivenhainen staatlich subventioniert.

    Neben dem Tourismus, der nur wenige Monate im Jahr ein Einkommen sichert, spielt die Produktion von Olivenöl auf der Insel Korcula eine bedeutende Rolle.
    Dies gilt für alle Küstenregionen Kroatiens.

    Masline (Oliven) sind so wichtig, dass sogar die Rückseite einer kroatischen Münze dieses Motiv trägt.
    Zwei unterschiedliche 20 Lipamünzen von 2006 und 2007

    Schon viele Jahre wollte ich bei der Olivenernte dabei sein und sehen, welche Arbeit dahinter steckt, bis das goldgrüne Olivenöl in der Flasche
    ist.
    2007 hatte ich zum ersten Mal dazu die Gelegenheit, es folgten dann noch 2 weitere Male.

    Oliven blühen im Mai

    Sie brauchen dann jeweils zur richtigen Zeit Sonne oder Regen und werden dann Ende Oktober reif. Die Ernte kann sich bis in den Dezember hinein, manchmal auch länger erstrecken.


    Bei ausreichend Regen das ganze Jahr über sind die Früchte eher gelb und groß, bleibt der Regen aus, sind sie klein und von blauer oder violetter Farbe. Auf die Qualität des Öls hat dies keinen Einfluss, eher auf den Geschmack und auf die Erntemenge.
    2007 war eher ein trockenes Jahr gewesen.

    Qualität und Erntemenge werden von vielen Faktoren beeinflusst, vom Boden, vom Wetter und nicht zuletzt auch vom Befall mit Schädlingen. Im Westen der Insel Korcula, rund um Vela Luka gibt es tausende Olivenbäume, meistens auf relativ schmalen Terrassen, die teilweise nicht mit Fahrzeugen zugänglich sind.

    Olivenhaine

    Oft stehen noch Mandelbäume und Erdbeerbäume auf den Terrassen

    Rechts ein Mandelbaum

    Ein Erdbeerbaum, der im November reife, essbare Früchte trägt.

    Früchte und Blüten am Erdbeerbaum

    Die Feigenbäume zwischen den Olivenbäumen haben im November meistens schon ihre Blätter abgeworfen

  • Gast001
    Gast
    • 20. Januar 2017 um 13:24
    • #2

    Teil 2

    Die Olivenernte

    Unser Gastgeber auf Camp Mindel besitzt mehrere hundert Bäume, die alle nicht gespritzt werden.
    Olivenernten auf der Insel Korcula ist Handarabeit.

    Es gibt zwar inzwischen Hilfsgeräte, aber noch immer muss Zweig für Zweig abgestreift werden.
    Bevor das Ernten beginnt, werden unter den Bäumen Netze und Tücher ausbreitet. Das erleichtert die Erntearbeit, da man die Oliven einfach abstreifen kann, sie fallen zu Boden und am Ende nimmt man Tücher und Netze zusammen.

    IMG_3872.jpg

    Abstreifen der Früchte mit der Hand

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    Man kann dazu auch diesen Kamm benützen

    IMG_3880.jpg

    Eine neue Errungenschaft war dieser pressluftgetriebene Kamm an einer Teleskopstange, mit der die Arbeit um einiges schneller ging

    IMG_3881.jpg

    IMG_3884.jpg

    Die Netze werden zusammengenommen und die Oliven auf einem Haufen gesammelt

    IMG_3895.jpg

    IMG_3885.jpg

    IMG_3886.jpg

    Oliven mit Blättern und kleinen Ästen werden in Schubkarren oder in Säcke gepackt und zum nächsten Arbeitsschritt, dem Aussortieren, nach Hause gebracht.

    IMG_3889.jpg

    Alle Oliven lässt man über eine genial einfache Erfindung rollen: ein Lattenrost von ca 150 cm Länge, bei dem die Abstände der Latten nur so breit sind, dass Blätter und kleine Zweige hindurchfallen, die Oliven kullern in eine große Tonne.
    Es ist die tägliche abendliche Arbeit, die nach der Rückkehr von der Olivenernte erledigt werden muss.

    IMG_3933.jpg

    IMG_3905.jpg

    IMG_3901.jpg

    IMG_3904.jpg

    Dies ist die Arbeit, die nach vielen Stunden im Olivenhain meistens abends noch erledigt wird.

    IMG_4410.jpg

    Von Blättern gereinigte Oliven

    IMG_3903.jpg

    Nun müssen die gereinigten Oliven wieder in Säcke verpackt werden und zu einem bestimmten, im Voraus angemeldeten Termin zur Ölmühle gefahren
    werden.
    An einem anderen Tag ging es hinaus in einen anderen Olivenhain – die Arbeitsbedingungen hier waren viel anstrengender, da die Bäume groß, ausladend waren und alle auf Terrassen standen.

    Die Netze mussten auf den Mauern ausgelegt werden und das Balancieren auf wackligen Steinplatten war doch ganz schön anstrengend.

    So sieht die Arbeit in den meisten Olivenhainen rings um Vela Luka aus

    IMG_4108.jpg

    IMG_4047.jpg

    Es gab noch ein anderes Hilfsgerät: Ein mit Akku betriebene Elektromotor versetzte die Stäbe in starke Schwingungen. Die schnell hin und her schwingenden Stäbe schlugen die Oliven herunter. Aber auch hier musste Zweig für Zweig bearbeitet werden.

    IMG_4014.jpg

    IMG_4016.jpg

    IMG_4017.jpg

    IMG_4093.jpg

    Dieser Olivenhain lag ca 3 km vom Haus entfernt.

    Daher gab es Mittagspause am Platz vor einem alten, mit Steinplatten gedeckten Haus, wie es auf Korcula noch viele gibt.

    IMG_4050.jpg

    Eine Mauereidechse schaute uns neugierig zu

    17.jpg

    Süddalmatinische Hausmannskost

    Fleisch vom Grill

    IMG_4020.jpg

    Oktopussalat

    IMG_4094.jpg

    Salzfisch in Olivenöl und selbst gebackenes Brot – eine Köstlichkeit!

    IMG_4095.jpg

    Dazu eine wohlschmeckende Suppe aus Kichererbsen – mit Salz und Olivenöl abgeschmeckt

    IMG_4096.jpg

    Natürlich Wasser und etwas Wein aus eigenem Anbau.
    Zum Nachtisch süße, saftige Granatapfelkerne

    GranatapfelRKJzU7s7TdFb2p6FkVa6vOY9gI5VoWXo0140.jpg

    Außerdem Kaffee nach türkischer Art und Lumblija, eine süße Brotspezilalität, die in Vela Luka und Blato nur zu Allerheiligen am 1.November gebacken wird.
    Es ist ein mit Zucker bestreutes , mit Muskat und Nleken gewürztes Brot, in dem sich Rosinen und geschnittene Mandeln befinden.

    IMG_3987.jpg

    Gegen 4 Uhr begann es im November schon dunkel zu werden.

    Die Oliven in den Säcken mussten noch zum Auto getragen werden, um zu Hause für die Ölmühle vorbereitet zu werden.

    Da das Auto mit den Säcken mit rund 300kg Oliven voll war, machten wir uns zu Fuß auf den Heimweg und genossen noch einen wunderschönenSonnenuntergang.

    IMG_4081.jpg

    Blick nach Süden zur Insel Susac, einer kleinen Nachbarinsel von Lastovo.

    SU4_letzter_Tag_Kopie.jpg


    https://www.adriaforum.com/kroatien/threa…C3%BChle.61999/

    Gruß,
    Elke

  • claus-juergen
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    • 20. Januar 2017 um 18:14
    • #3

    hallo Elke,

    mir ist in den letzten Jahren in Istrien aufgefallen, daß die Oliven nun etwa zwei Wochen früher reif werden. Vor mehr als 10 Jahren begann die Ernte immer erst Ende Oktober. Nun jedoch gehts schon Mitte Oktober los. Das kann nicht alleine daran liegen, daß die letzten Jahre eine andere Witterung oder wärmer waren als die Jahre zuvor. Mal regnet es mehr, mal weniger, mal ist der Sommer heisser und mal weniger.

    Was das Aussortieren von Blättern und Stengeln angeht, sind modernen Pressen heute Gebläse vorgeschalten, die diese unerwünschten Dinge entfernen.

    grüsse

    jürgen

  • Gast001
    Gast
    • 20. Januar 2017 um 18:44
    • #4

    Jürgen- da gehen die Ansichten wohl auseinander.
    Die Oliven sind nicht früher reif, aber manche Bauern beginnen mit der Ernte einfach früher.
    Manche schon im September- früher undenkbar.
    Vor allem in Istrien gibt es einige die behaupten, nicht ausgereife Oliven geben besseres Öl als solche von Oliven, die länger hängen.
    Die Süddalmatier schütteln darüber nur den Kopf.
    Ist sicher Geschmackssache ( und Sache der geschickten Vermarktung - im September kann man mehr für neues Öl verlangen) Ich mag das Olivenöl aus Süddalmatien. Ich mag kein Öl, das nach Gras schmeckt.

    Auch 2016 war bei unseren Freunden die Olivenernte erst Ende Oktober / Mitte November zu Ende. Es ist auch immer eine Frage, wieviel Arbeitskräfte zur Verfügung stehen ( Die jungen Leute sind oft berufstätig, helfen vielleicht nur am Wochenende . Ausländische Helfer anzuheuern lohnt sich bei Familienbetrieben nicht und die Nachbarn haben selbst zu tun)
    Die Ernte war leider wieder nicht besonders gut- die Olivenfliege richtet ziemlichen Schaden an - und gespritzt wird nicht
    (Wie das in Istrien bei den Vollerwerbs-Olivenbauern ist, weiß ich nicht, ob da Pestizide verwendet werden)

    Gruß,
    Elke

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    • 20. Januar 2017 um 18:59
    • #5

    Sehr interessant Elke! Das war sicher ein außergewöhnliches Erlebnis, einmal bei der Olivenernte - nicht nur dabei zu sein - , sondern auch selbst mitzuarbeiten. Dankeschön für den Bericht.

    Liebe Grüße
    Helga

  • wallbergler
    Gast
    • 21. Januar 2017 um 09:33
    • #6

    Vielen Dank, liebe Elke,

    dass wir bei dieser Olivenernte bis ins kleinste Detail dabei sein durften. Schritt für Schritt, Eindrücke , die die oberflächliche Romantik eines

    Touristen verblassen lassen und zeigen, welche , ja Knochenarbeit, dahinter steckt.

    Und das alles ist letztlich ausschließlich von günstigen Wetterperioden abhängig.

    Diese Abhängigkeit von äußeren , nicht beeinflussbaren Verhältnissen zehrt mit Sicherheit das ganze Jahr über hie und da an den Nerven, hängt doch auch bei vielen das Einkommen davon ab.

    Es ist wieder mal beeindruckend zu sehen, welcher Arbeitsaufwand erforderlich ist, um ein gutes Flascherl Olivenöl in der Hand zu halten.

    Auch kann ich mir , wenn alle Arbeit in jeder Hinsicht getan ist , das Wetter mitgespielt hat, die Zufriedenheit beim verdienten Feiern mit

    den von dir gezeigten "Schmankerln" bestens vorstelllen.

    Herzlichen Dank für diese überzeugende Recherche.

    Lieben Gruß
    Helmut

  • claus-juergen
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    • 21. Januar 2017 um 11:46
    • #7
    Zitat von ELMA

    Jürgen- da gehen die Ansichten wohl auseinander.
    Die Oliven sind nicht früher reif, aber manche Bauern beginnen mit der Ernte einfach früher.
    Manche schon im September- früher undenkbar.
    Vor allem in Istrien gibt es einige die behaupten, nicht ausgereife Oliven geben besseres Öl als solche von Oliven, die länger hängen.
    Die Süddalmatier schütteln darüber nur den Kopf.
    Ist sicher Geschmackssache ( und Sache der geschickten Vermarktung - im September kann man mehr für neues Öl verlangen) Ich mag das Olivenöl aus Süddalmatien. Ich mag kein Öl, das nach Gras schmeckt.
    ...

    Alles anzeigen

    hallo Elke,

    vor Jahren habe ich mal bei der Presse San Lorenzo in Vodnjan frisch gepresstes Olivenöl verkostet. Ich war erstaunt, wie scharf das geschmeckt hat. Zudem war die Farbe fast grasgrün. Eigentlich kenne ich Ölivenöl eher hellgrün bis gelblich gefärbt.

    Ich habe seinerzeit wie jedes Jahr dort ein paar Liter gekauft. Tatsächlich war die Schärfe nach ein paar Wochen weg.

    Nun kann ich nur für Istrien sprechen, habe jedoch schon den Eindruck, daß mit Olivenöl hier ein Riesengeschäft gemacht wird. Kein Mensch kann kontrollieren, was letztendlich für Oliven gepresst werden. Einheimische bringen gewöhnlich ihre Ernte zur Presse und wollen oft beim Pressen dabeisein. Leider wird dann häufig genau zu dem Zeitpunkt gepresst, wo der Eigner der Oliven nicht anwesend ist. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Ich kaufe mittlerweile in den regionalen Pressen kein Öl mehr. 140 Kuna pro Liter sind unverschämt zumal ich nicht weis, was letztendlich zusammengemischt wird.

    Wenn schon unsere italienischen Olivenöle, die wir beim Discounter in Deutschland kaufen laut Etikett "Olivenöl aus Italien und anderen Ländern" enthält, dann bedeutet das doch nichts anderes als daß der Preis des Rohprodukts den Preis des Öls bestimmt. Die Maghreb-Staaten produzieren nun mal Oliven für weniger als einen Euro pro Kilogramm. Da ist es verständlich, daß der italienische Ölproduzent verstärkt auf diese Ware zurückgreift. Ob nun Öl aus tunesischen Oliven schlechter als kroatisches oder griechisches oder italienisches Öl ist, kann ich als Laie eh nicht beurteilen.

    grüsse

    jürgen

  • Jofina
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    • 21. Januar 2017 um 13:42
    • #8

    Ein wunderschöner Bericht über die Oliven-Ernte. :) Danke dafür.

    Spanien ist auch ein Oliven-Land. Hier gibt es z.B. in Andalusien (in der Provinz Jaen) riesige Oliven-Plantagen. Aber auch in anderen Regionen wurden Olivenbäume von Klein-Bauern gepflanzt. Da wird sich die Olivenernte wohl ähnlich abspielen wie Elke beschrieben hat.

    Wir haben uns mal mit spanischen Erntehelfern in Andalusien unterhalten. Sie sind richtig stolz auf „ihr“ Olivenöl und lobten es in hohen Tönen.

    Für unseren Salat nehmen wir immer das Olivenöl der besten Güteklasse: Aceite de Oliva Virgen extra. Man gönnt sich ja sonst nix... ^^
    Ich hoffe mal und vertraue darauf, dass da nix gepanscht ist.

    Gruß
    Jofina

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Gast001
    Gast
    • 21. Januar 2017 um 13:52
    • #9
    Zitat von Jofina

    Für unseren Salat nehmen wir immer das Olivenöl der besten Güteklasse: Aceite de Oliva Virgen extra. Man gönnt sich ja sonst nix...

    Jofina, was kostet in Spanien "vor Ort" ein Liter von diesem Olivenöl?

    Zitat von wallbergler

    Es ist wieder mal beeindruckend zu sehen, welcher Arbeitsaufwand erforderlich ist, um ein gutes Flascherl Olivenöl in der Hand zu halten.


    Helmut, wir haben an einem Tag zu sechst 300 kg Oliven geerntet.

    Zeitaufwändig war es immer, die großen Netze auf den Steinmauern von einem Baum zum anderen zu ziehen.

    Ich war auch in der Ölmühle und habe das Weiterverarbeiten verfolgt. Jeder Bauer schaute zu, wie seine eigenen Oliven gewaschen, gepresst, zentrifugiert wurden. Und jeder bekam für sein Öl die Analysedaten./(Säure etc))

    Daher musste jeder Bauer sich einen Termin bei der Ölmühle holen. Einfach hinfahren und abliefern geht nicht.
    Das hört sich rückständig an, aber den Kleinbauern ist das wichtig. Auch heute noch.

    Ich versuchte mich zu informieren.

    Wieviel Öl pro Hundert Kilo Früchte entsteht, hängt davon ab, ob es ein gutes, nicht zu trockenes, aber auch nicht zu nasses Jahr gewesen war. 15% waren in diesem Jahr eine eher durchschnittliche Ausbeute.

    Man rechnet durchschnittlich 600 bis 700 kg Oliven für 100 Liter Olivenöl.

    Das heißt, an diesem Tag hatten wir Oliven für ca 50l Öl geerntet.

    6 Personen arbeiteten einen ganzen Tag. ( morgens ab ca halb 10 Uhr, wenn der Tau abgetrocknet war, bis nachmittags gegen 16 Uhr als es anfing zu dämmern)

    An die Arbeiten , die das ganze Jahr über im Olivenhain gemacht werden müssen ( Bäume schneiden, Gras mähen, Neupflanzungen)denkt niemand.

    Auch die Ölmühle verlangt für das Pressen Geld ( man kann auch statt mit Kuna mit einer bestimmte Menge Öl bezahlen)

    Nun rechne mal!

    Es gibt Leute, denen sind in Kroatien 10 Euro für einen Liter kalt gepresstem Öl aus ungespritzten Oliven hergestelltes Öl zu viel!!

    15- 20 Euro sind meines Erachtens derzeit die unterste Grenze für kalt gepresstes Öl aus unbehandelten Oliven und die bezahle ich auch , wenn mir das Öl schmeckt.


    Ich habe letztes Jahr in Luino am Lago Maggiore auf dem großen Markt dieses Schild gesehen.

    Es wurde besonders Werbung gemacht für Öl von handgepflückten Oliven.
    Es war teurer als das andere.

    Ob es besser ist ,weiß ich nicht.


    @Jürgen

    In istrien ist das Marketing professionell - das wissen auch die Dalmatier ( aber die Dalmatier auf den Inseln sind in vielen Dingen immer noch mehr den Traditionen verhaftet als die Kroaten im Norden des Landes.)

    Ich kenne Dalmatier, die winken ab, wenn man von Istrien spricht, als gehöre es nicht zu Kroatien.
    Liegen ja auch viele hundert Kilometer dazwischen.

    Übrigens hat mir letztes Jahr das Olivenöl , das ich in Griechenland in der Mani ( Peloponnes) gekauft habe, sehr gut geschmeckt. Aber es hatte auch seinen Preis.

    Liebe Grüße,
    Elke

  • Jofina
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    • 21. Januar 2017 um 17:53
    • #10

    Hallo Elke,

    für unseren Salat nehmen wir immer das Olivenöl der besten Güteklasse: Aceite de Oliva Virgen extra.
    Wir bezahlen für 750 ml = 5,10 € im Supermarkt.

    Hier mal einige Fotos von den riesigen Olivenplantagen aus der Provinz Jaén in Andalusien. Olivenbäume, so weit das Auge reicht.

    Da wird die Olivenernte natürlich anders erfolgen als bei einem Klein-Bauern. Insofern kann das Olivenöl dann auch preisgünstiger angeboten werden.

    -----------------------------------

    Mein schönstes Fotos von Olivenbäumen ist dieses – mit dem Blumenteppich unter den Bäumen. Es wurde im Hinterland der Costa Blanca aufgenommen.


    Gruß
    Jofina

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    Gruß Jofina

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