Thailand: Elefanten reiten auf der Insel Koh Chang

Es gibt 7 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Josef.


  • Ich habe euch ja vor ein paar Tagen den ausgetrockneten Wasserfall im Norden der Insel Koh Chang vorgestellt. Nicht weit davon entfernt befindet sich im Urwald eine kleine Siedlung, wo Thais Elefanten halten und Touristen auf diesen durch den Wald reiten können. Das durfte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. 600 Bath, also etwa 15 € kostet der etwa einstündige Ritt. Hier noch mal der link zum Wasserfall Klong Jao Leuam:


    https://www.schoener-reisen.at…h-Chang&p=65241#post65241


    Die Einheimischen leben dort unter wirklich sehr einfachen Verhältnissen. Jeder Elefant hat seinen persönlichen Mahout, das ist derjenige, der sich um das Tier kümmert. Ist der Mahout krank, wird mit dessen Elefant nicht geritten. Ist der Elefant krank, übernimmt der Mahout auch keinen anderen. Normalerweise sind die beiden bis ans Lebensende aneinander gebunden. So ein Elefant kann um die 80 Jahre alt werden. Die paar Elefanten, die für das Reiten ausgebildet sind, sind ausschließlich Weibchen von 25 bis 55 Jahren. Im Camp gibt es nur einen Bullen, der angekettet ist. Ansonsten gäbe es Ärger, weil die brünstigen Elefanten-Damen den Bullen mit Duftstoffen mehr als nervös machen. Die Weibchen sind besser zu führen. Vergleiche zum Homo Sapiens Sapiens lasse ich mal außen vor.









    Das einzige Auto der Truppe läuft anscheinend schon seit einer Weile nicht mehr.





    Online kann man kein Ticket reservieren. Wer jedoch wie wir die Handynummer des Veranstalters hat, ruft an und vereinbart einen Termin für seine Gruppe, so daß Wartezeiten aufgrund von größeren Andrang, den wir nicht erlebt haben oder Unlust der Belegschaft vermieden werden kann.





    Vor oder nach dem Ritt kann man noch ein paar passende Souvenirs spottbillig erwerben. Die kleinen Holzelefanten haben im Übrigen Stoßzähne aus Plastik. Der Elfenbeinhandel ist natürlich auch in Thailand verboten und wird selbst hier am Ende der Welt kontrolliert.




    Diese Bananen sind nicht für uns Farang, die einheimische Bezeichnung für Ausländer, sondern für die Elefanten, die wir im Anschluß an den Ritt damit füttern dürfen.







    Da ein Elefant ja doch etwas größer ist, gibt es diese Aufstiegshilfe.





    Der Mahout sitzt dem Tier im Nacken und bis zu zwei Touristen auf einem gepolsterten Gestell auf dem Rücken.





    Eigentlich wird immer die gleiche Runde gedreht. Wenn Jumbo aber Durst hat, dann weicht er selbstständig etwas vom Weg ab. Das Wasser befindet sich in einer Grube, die natürlich in einer Senke liegt. Jetzt sollte man sich gut festhalten, weil man sich sonst aus dem Sattel schwingt.









    Das Angebot des Mahouts, seinen Platz im Nacken des Elefanten für ein paar Meter einzunehmen, habe ich dankend abgelehnt.





    Hier kommen wir durch eine verwilderte Gummibaumplantage. Nachdem der Weltmarktpreis für Naturkautschuk vor einiger Zeit zusammengebrochen ist, pflegt niemand mehr die Bäume. Die Pflanzer erhalten jedoch eine geringe staatliche Entschädigung. Wenn irgendwann einmal der Preis wieder steigt, wird das wilde Gestrüpp zwischen den Bäumen gerodet und die Bäume werden wieder angezapft. Das Leeren der Plastikbecher geschieht dann einmal am Tag.





    Für die Mühe mit den Gästen dürfen diese nach dem Ritt die Elefanten mit Bananen füttern.





    Für mich hat sich dieser kleine Trip jedenfalls gelohnt. Auch das gehört dazu, dieses faszinierende Land kennenzulernen. Es soll im übrigen in freier Wildbahn noch um die 3000 Elefanten in Thailand geben.


    Jürgen

  • Dieses schöne Erlebnis kann ich sehr gut nachempfinden!


    Ich hatte vor Jahren ein ähnliches Erlebnis im
    Chitwan Nationalpark in Süden Nepals.


    Dort gab es jedoch keine breiten Trampelpfade.
    Man ritt auf den Elefanten quer durch den Dschungel, um Nashörner zu entdecken. ( Auf dem Rücken der Elefanten relativ ungefährlich, da Nashörner die Elefanten nicht als Bedrohung sehen). Tiger haben wir damals leider nicht zu Gesicht bekommen. Auch das wäre möglich gewesen.


    Es gab auch jene "Aufstiegshilfen", die Du gezeigt hast.
    Aber es gab auch besonders friedliche Elefanten, die die Touristen mit ihrem kräftigen Rüssel auf ihren Rücken befördert haben.
    Ich habe es damals ( ja da war ich noch fit) auch probiert und landete dann dort, wo normalerweise der Mahout sitzt.
    Ich werde es nicht vergessen.


    Liebe Grüße,
    Elke

    Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.


    Epiktet
    * um 50, † um 138

  • Danke für die beeindruckende Vorstellung deines Ritts auf dem Elefanten.


    Das Rundherum ist da schon ein wirklich ärmlicher Bereich. Ich hoffe , den Elefanten geht es soweit gut, sehen furchtbar traurig aus.


    Gut, wir können die Welt nicht verändern und schon gar nicht einmischen, weil es soviel Ärmlichkeit gibt. Da dürften die Kamelritte ( ich nenn sie jetzt mal so, weil es viele Arten gibt , die zur Familie der Kamele gehören) ebenso dazu gehören, wie die unseligen Eselsritte in Griechenland mit abgescheuerten Rücken usw.
    Aber wir dürfen uns auch zwei Seiten ansehen.


    https://www.peta.de/thailandelefantenverrat


    Trotzdem nix für unguat, da alles nicht so einfach ist, andere Mentalitäten, andere Verhältnisse usw. usw.


    ganz lieben Gruß
    Helmut

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

  • hallo Helmut,


    soweit ich als Laie erkennen konnte, geht es den dort gehaltenen Elefanten gut. Solche Elefanten-Camps in Gegenden, wo Touristen sich aufhalten, gibt es in vielen Gegenden Thailands. Ich war etwa zwei Wochen später noch in der Gegend von Chiang Mai in einem staatlichen Zentrum, wo derzeit 71 arbeitslose Elefanten mit ihren Mahouts ein Auskommen finden. Viele Touristen besuchen dieses Camp. Ich hoffe, es euch auch noch vorstellen zu können.


    Woraus ich nicht schlau werde, ist der Bericht deines links zu peta, einer "Tierschutzorganisation", die ich durchaus mit gemischten Gefühlen sehe. Zu welchem Zweck soll hier ein junger Elefant gefangen oder gequält werden? Aufgrund der Tatsache, daß seit Jahren kein Teakholz mehr im Lande geerntet werden darf, sind nun hunderte Elefanten arbeitslos. So ein Tier frißt etwa 300 Kg Grünzeug am Tag. In die Freiheit kann man die Tiere nach jahrzehntelanger Haltung nicht entlassen. Wie oben bereits geschildert, bilden Mahout und Elefant eine Einheit. Also bleibt eigentlich nur eine touristische Nutzung bzw. eine staatliche Unterstützung wie im Camp in Mae Rim bei Chiang Mai. Es gibt also genügend domestizierte Elefanten im Land, die den Eigentümern auf der Tasche liegen, so daß irgendwie mit den Tieren Geld verdient werden muß. Da macht es keinen Sinn, weitere Elefanten aus der Wildnis zu fangen, zumal dies nicht einfach ist. Auch der Asiatische Elefant lebt nicht alleine. Die Elefantenkuh bzw die Herde würden ihr Leben geben um ein Jungtier vor Angreifern zu beschützen. Der Fang eines Jungtieres würde sicherlich ein Blutbad auslösen. Ich kann deshalb mit diesem verlinkten Bericht ehrlich gesagt nichts anfangen. Ich bezweifle sogar dessen Wahrheitsgehalt.


    Hier noch der link zum Staatlichen Elefantencamp Mae Rim bei Chiang Mai.


    httpss://translate.google.de/t…hantcamp.com/&prev=search


    grüsse


    jürgen

  • :wink:


    Ich hatte Euch in meinem Fotobericht über Koh Samui (Thailand)
    https://www.schoener-reisen.at…oh-Samui-(Inselrundfahrt)


    ebenfalls gezeigt, dass Touristen mit Elefanten Runden durch das Gelände machen können. Die Elefanten sahen, soweit ich das beurteilen konnte, auch ganz gepflegt aus. Mir war jedoch aufgefallen, dass die Tiere, die nix zu tun hatten, laufend den Kopf und ihren Rüssel hin und her bewegt haben.



    Vielleicht hast Du das ja auch beobachtet, Jürgen?


    Auf Grund dieser kleinen Diskussion in diesem Thread habe ich mal recherchiert, was das auf sich hat. Diese immer wiederkehrenden Schaukelbewegungen nennt man „weben“.
    Es ist zwar kein ganz normales Verhalten, aber auch nicht unbedingt schädlich. Allerdings deutet es wohl darauf hin, dass sich das Tier nicht gerade wohlfühlt (z.B. aus Langeweile...). Vielleicht sind diese Touristen-Touren eine willkommene Abwechslung für sie.


    Gruß
    Jofina

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Jürgen, danke für diesen herrlichen Bericht.
    Leider werden wir diese Länder nicht mehr besuchen können.
    Obwohl ich durch diese Berichte große Lust verspüren würde.

    Liebe Grüße

    Josef

  • ...Leider werden wir diese Länder nicht mehr besuchen können.
    Obwohl ich durch diese Berichte große Lust verspüren würde.


    hallo Josef,


    du hast ein gewisses Alter und so weit ich das sehe auch eine ausreichende körperliche Fitness und vielleicht auch ein paar Euro auf der Seite. Mach das und schau dir mal Asien, z. B. Thailand an. Es ist nie zu spät. Ich bin so froh, daß ich es endlich angepackt habe. Die ganzen Ausreden haben mich jahrelang davon abgehalten, mir mal dieses Land anzusehen. Heute bin ich froh, daß ich der Einladung meines Feundes Manni gefolgt bin. Ich habe so viel neues gesehen obwohl ich für meine Verhältnisse fast nichts unternommen habe. Dabei habe ich mich in drei Wochen sehr gut erholt und bin nach so kurzer Zeit ein richtiger Fan von Thailand geworden. Asien ist einfach etwas ganz anderes als Europa. Wenn nichts dazwischen kommt, bin ich nächsten Winter wieder ein paar Wochen vor Ort.


    Ich schreibe einfach noch ein paar Berichte um dir die Zunge lang zu machen...:up:



    hallo Jofina,


    ich habe nur den einen im zweiten Bild angebundenen Elefanten gesehen. Der hat gerade gefressen. Da konnte ich diese Bewegungen nicht sehen. Die anderen Elefanten waren für das Reiten gesattelt. Ich glaube auch, daß es den Tieren Spaß macht, mit den Menschen unterwegs zu sein. Ein Elefant steht ja auch nicht bloß im Dschungel herum, sondern ist ständig unterwegs um Nahrung zu suchen. Dabei ist er sehr gesellig. Die Sippschaft ist ein Leben lang zusammen.


    Ich möchte euch in diesem Zusammenhang noch auf den Bericht von Dieter verweisen, der ebenfalls in Thailand schon auf einem Elefanten geritten ist. Auch er war positiv beeindruckt.


    https://www.schoener-reisen.at…ttaya-nach-Hua-Hin-Teil-3



    grüsse


    jürgen

  • Jürgen, ja Thailand muss wirklich ein herrliches Land sein.
    Du hast die Neugierde in uns geweckt. Freuen uns schon auf Deine nächste Beiträge.

    Liebe Grüße

    Josef

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt dir der Thread, willst du was dazu schreiben,
    dann melde dich bitte an.
    Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du
    das Forum fast uneingeschränkt nutzen.