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Im Land der Pharaonen

  • Heiko705
  • 8. Dezember 2025 um 20:50
  • claus-juergen
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    • 31. Dezember 2025 um 12:31
    • #31

    hallo Heiko,

    und wieder zeigst du uns tolle Bilder von den Grabkammern. Erstaunlich wie gut du dich vorbereitet hat und all diese komplizierten Details mit den verschiedenen Tickets im Kopf hast. Deshalb waren wohl auch die Ägypter über den wohlinformierten Heiko erstaunt. Ich finde diese Eintrittspreise ehrlich gesagt ganz schön happig. Bucht man so wie wohl 99 % der Touristen die klassische Nilkreuzfahrt ist in einem Paket von gut 200 Euro ja der Eintritt und der Transport zu den Sehenswürdigkeiten enthalten. Aber anscheinend fehlt da dann mindestens die Hälfte. Dafür wird man wohl für diesen Preis auch in "ausgewählten Souvenirshops und Gaststätten" abgesetzt. ;)

    grüsse

    jürgen

  • Trogir
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    • 31. Dezember 2025 um 13:44
    • #32

    Klasse Bilder von dieser Reise, die wohl so die wenigsten planen werden.

    Tolles Erlebnis.

  • Heiko705
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    • 3. Januar 2026 um 13:16
    • #33

    Tag 7 – Das Tal der Könige (17.10.2024, 2. Tageshälfte)

    Ich begab mich zum Grab des Merenptah. Ich wurde überall sofort hindurch gewunken, wenn ich meinen Pass zeigte. Hier war der Gang nach unten steiler als in den vorherigen Gräbern. Das Innere des Grabes ist toll, doch in anderen Gräbern sind die Farben und Details teilweise besser erhalten. Die Zeichnungen auf dem Sarkophag waren dort, wo sie fehlten, teilweise nachempfunden und durch farblose Skizzen vervollständigt. Durch die erhaltenen Teile konnten Archäologen oft auf das Aussehen des kompletten Bildes schließen und es auf diese Art und Weise vervollständigen.

    Eingang zum Grab des Merenptah

    Relief am Eingang des Grabes von Merenptah

    Hier geht es hinunter

    Auf dem Weg hinab

    An einer Seitenwand

    Zwischenraum auf dem Weg zur Grabkammer

    Nachempfundene Zeichnungen auf dem Sarkophag

    Sargdeckel

    Die Grabkammer

    Nun folgte Ramses IX., in dessen Grab viele der Wände durch Glasscheiben geschützt sind. Ich kann schwer sagen, ob das die Zeichnungen nur vor dem Anfassen von Besuchern schützen soll oder welchen Zweck es ansonsten verfolgt. Wer weiß? Es gibt sicher auch solche Verrückte, die auf den Darstellungen rumtatschen würden, wenn niemand hinschaut. Mit zunehmender Länge wurde der Gang ständig prachtvoller, und auch hier ist es vor allem die Decke, die durch die Pracht besonders hervorsticht.

    Eingang zum Grab Ramses IX.

    Glasscheiben vor den Wänden des Ganges

    Der Gott Chnum

    Die Farben sind recht gut erhalten

    Prachtvolle Decke

    Chnum in der Mitte seiner heiligen Barke

    Blick hinunter zur kleinen Grabkammer

    Ich betrat das Grab von Ramses I., und hier wird der Gang zur Grabkammer bereits nach wenigen Metern deutlich steiler, was natürlich auch das Herauskommen anstrengender macht. Relativ schnell ist man jedoch in der Grabkammer, die wieder einmal besonders prachtvoll ist. Sie wurde durch nachträglich eingebaute Säulen stabilisiert. Der Sarkophag steht in der Mitte. Oftmals steht auf den Darstellungen der Pharao Osiris gegenüber, dem Gott der Unterwelt. Oft wird er mit grünem Gesicht dargestellt, um zu zeigen, dass er nicht mehr unter den Lebenden weilt.

    Eingang ins Grab von Ramses I.

    Gang hinunter zur Grabkammer

    In der Grabkammer von Ramses I.

    Wand in der Grabkammer

    Osiris mit dem typischen grünen Gesicht in Form einer Mumie

    Wieder hinaus in die Hitze. Nun das Grab von Ramses III., dessen Wände im langen Gang nach unten ebenfalls wieder durch Glasscheiben geschützt sind. Nach unten hin wird es immer sehenswerter. Besonders die quadratischen Säulen im Innern sind sehr gut erhalten und farbenreich. Als ich wieder hinauskam, sah ich einige Arbeiter, die Ausgrabungen durchführten, jedoch auf dem Weg in der Ebene. Was die dort wohl ausgraben?

    Mittlerweile knallt die Sonne mit ihren ganzen Kraft

    Eingang zum Grab von Ramses III.

    Der Pharao und Horus

    Gang zur Grabkammer

    Raum auf halber Strecke zur Grabkammer

    Dem Verstorbenen wird in einer Räucherpfanne Weihrauch dargereicht, um ihn im Jenseits zu reinigen

    Die Säulen sind schon beeindruckend

    Hier werden Ausgrabungen durchgeführt

    Tausert & Setnakht kamen an die Reihe, mittlerweile mein 9. Grab. Meine Kräfte schwanden, obwohl ich zwischendurch selbstverständlich immer wieder im Schatten kühle Getränke zu mir nahm. Im langen Gang nach unten sind die Reliefs größtenteils erhalten, doch ohne Farbe. Im unteren Bereich ändert sich dies jedoch schlagartig. Hier leuchten die Darstellungen in prallen Farben. Der große Sarkophag ist in der Mitte der Grabkammer postiert. Hier traf ich wieder auf den Engländer. Der war ja immer noch hier. Er schien eine ähnliche Kondition wie ich zu haben. Wir grüßten einander. Das Grab ist ein sehr Prächtiges.

    Eingang in das Grab von Tausert & Setnakht

    Der Gang hinunter in das Grab von Tausert & Setnakht

    Anubis

    Einige der Reliefs im Doppelgrab

    Hinab zur Grabkammer

    Horus, Maat und Thot

    Sarkophag in der Grabkammer

    In der Grabkammer

    Anubis bewacht den Ausgang

    Nun begab ich mich an das Ende des Tals und lief die Hügel hinauf. Einige Treppen führten hinauf. Ein kräfteraubender Aufstieg, nachdem man erst mal durchschnaufen musste. Von hier hat man eine hübsche Aussicht in das Tal. Hier oben liegt das Grab von Thutmosis IV., und es ging tief unter die Erde. Mein Grab Nummer 10. Der Weg hatte sich gelohnt, denn auch hier zeigen sich besonders schöne Darstellungen an Wänden und Decken. Der Ankh, das ägyptische Henkelkreuz, wird Thutmosis IV. übergeben. Es steht für Leben, Fruchtbarkeit und Unsterblichkeit. Osiris übereicht ihm den Ankh. Anubis überreicht ihm den Ank. Hathor überreicht ihm den Ankh. Am Sarkophag sind Augen aufgemalt, damit der Verstorbene hinausschauen kann. Das wurde durchaus ernst genommen. Manche der Künstler behaupteten später, dem Betroffenen „die Augen geöffnet“ zu haben.

    Aussicht hinunter in das Tal von den Treppen zum Grab von Thutmosis IV.

    Eingang zum Grab von Thutmosis IV.

    Dem Pharao wird der Ankh überreicht

    Tief hinab ins Innere

    Sarkophag von Thutmosis IV.

    Die Grabkammer

    Augen zum Hinausschauen aus dem Sarkophag

    Das sollte reichen. Meine Kraft war verbraucht. Insgesamt waren 13 Gräber für Besucher geöffnet, und mir fehlten noch Ramses VII., Siptah und Sethos II., aber 10 besuchte Gräber waren eine stattliche Zahl. Wir hatten Mittag. Ich lief zurück zum Eingang und fuhr die Straße wieder hinab. Mein Ziel war das Carter House. Hier hatte Howard Carter, der Entdecker des Grabes von Tutanchamun, 1922 während seiner Arbeiten gewohnt. Es ist ein typisch, orientalischer Flachbau mit einer kleinen Kuppel. Meine Kraft schien sich nicht wieder einstellen zu wollen; ja, mir wurde sogar leicht übel.

    Am Carter House

    Es ist schon was Besonderes, im Haus umherzugehen und sich vorzustellen, wie Howard Carter hier damals arbeitete. Die Gerätschaften aus den 20’er Jahren des letzten Jahrhunderts sind jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von ihm selbst, sondern eben nur typische Dinge dieser Zeit, damit man ungefähr einen Eindruck erhält, wie er hier gewohnt hat. Eine alte Fotoausrüstung, eine Tasche, Schirme, Schuhe und Hüte in der Garderobe, im Arbeitszimmer ein Schreibtisch mit Vergrößerungsglas, eine Truhe, ein Safe, dies ist, was man hier vorfindet. Viele alte Fotos hängen an den Wänden. Anhand solcher Quellen weiß man wohl auch in etwa, wie das Haus tatsächlich eingerichtet war. Ein anderer Tisch mit alter Schreibmaschine, Öllampe und typischem Hut. Ein Bett mit Vorhang im Schlafzimmer. Carter hatte eine hübsche kleine Veranda. Es gibt ein Gästeschlafzimmer, wo Carters Nichte Phyllis schlief, als sie ihn 1931 besuchte. Im Esszimmer hängt ein großes Bild von Carter selbst. Es gibt ein kleines Studio, in dem wohl Zeichnungen angefertigt wurden. Die Küche mit Feuerstelle, alten Töpfen und Spüle ist ein kleiner Hingucker. Das hat man schon hübsch hergerichtet. Auch ein kurzer Blick ins Badezimmer durfte natürlich nicht fehlen. Hinter dem Haus befindet sich eine komplette Kopie von Tutanchamuns Grabstätte. Das hätte ich nicht gebraucht, denn ich war ja schließlich schon im echten Grab.

    Die Garderobe

    Im Arbeitszimmer

    Typisches Mobiliar aus Carters Zeit

    Gästebett

    Veranda

    Howard Carter

    Fotoausrüstung

    In der Küche

    Nun fuhr ich zum unweit entfernten Totentempel von Sethos I., doch mein Zustand wollte sich nicht bessern. Im Tempel wurde Sethos I. nach seinem Tode verehrt. In solchen Tempeln wurde in den Wandreliefs eine mystische Vereinigung des Königs mit einer mächtigen Gottheit dargestellt, die im Glauben die Fortexistenz des Königs bewirkte. Die Tempelanlage wurde ursprünglich von einer 124 Meter breiten und 162 Meter langen Mauer umfasst. Die Mauer war 3,20 Meter dick und bestand aus Nilschlammziegeln und war wahrscheinlich 10,50 Meter hoch. Sie wurde durch mehrere Türme unterbrochen. Der Eingang in den Tempel erfolgte von Osten her durch den ersten großen Pylon, ein monumentales, doppeltürmiges Bauwerk, das als Eingangstor diente. Die Säulen sind von enormer Größe. Die Wandreliefs sind beeindruckend, weisen jedoch keine Farbpigmente mehr auf. Es handelt sich um eine klassische Tempelanlage, bestehend aus einem ersten und zweiten Pylon, dem Tempelgebäude und einem Gebäude mit Magazinräumen, einem Brunnen und dem Tempelpalast. Ein Führer gesellte sich zu mir und gab die eine oder andere Erklärung, doch ich konnte seinen Ausführungen immer weniger, am Ende kaum mehr folgen. Kraftlos lief ich hinter ihm her. Das hatte keinen Sinn mehr. Ich ließ ihn seine Ausführungen beenden und verabschiedete mich.

    Totentempel von Sethos I.

    Vor der Front des Tempels

    Eingang

    Reliefs an den Seitenwänden der Front

    Portal zu einem der Seitenräume

    Sethos I. reicht Opfergaben dar

    Darreichung der Räucherpfanne

    Mächtige Säulen

    An der Decke

    Hinterer Tempelbereich

    An dieser Stelle brach ich meine Aktivitäten für diesen Tag ab. Der Besuch des Tals der Könige hatte einfach zu viel Kraft gekostet. Normalerweise wollte ich noch den für mich sehr wichtigen Totentempel der Hatschepsut und einen Isis-Tempel anschauen, doch heute sicher nicht mehr. Ich fuhr zurück zu meiner Unterkunft, drehte die Klimaanlage auf, entledigte mich meiner Kleidung und legte mich für zwei Stunden auf mein Bett. Das brauchte ich jetzt.

    Und es half. Gegen 17:00 Uhr ging es mir besser. Nun konnte ich noch in Ruhe hinüber zum Nil schlendern und ein schönes Abendessen einnehmen. An einer Stelle des Ufers fanden Bauarbeiten statt. Wahrscheinlich soll hier eine Promenade angelegt werden. Ganz in der Nähe des Restaurants vom Abend zuvor – ja, eigentlich direkt daneben – nahm ich wieder am Ufer Platz. Das war das „Nile View Restaurant“. Das Essen war hervorragend und ähnelte dem des Vorabends. Auch der Preis war wieder ausgesprochen günstig.

    Blick zur anderen Nilseite

    Sehr gutes Abendessen

    Tisch mit Blick auf den Nil

    Nach einem kurzen Einkauf im Hamada Market begab ich mich wieder nach Hause. Auf dem gemütlichen Balkon schaute ich mir die Fotos an, trank etwas Wein und versendete Nachrichten an Freunde. Ibrahim gesellte sich zu mir. Wir führten eine wunderbare Unterhaltung. Er studiert Ägyptologie. Sein Englisch ist sehr gut, besser als meines. Ich erzählte ihm von meinen Unternehmungen des Tages. Ibrahim berichtete mir von einem ägyptischen Jungen namens Hussein Abdel-Rassoul. Er arbeitete 1922 als Wasserträger für das Team um Howard Carter. Er entdeckte den Treppenabsatz, der zum Grab des Pharaos führt, als er seinen Krug im Sand abstellt. Deswegen behaupten die Ägypter gern, es sei letztendlich nicht Howard Carter gewesen, der das Grab fand, sondern der ägyptische Junge. Selbstverständlich erzählt man sich das in Ägypten gern, so hat doch ein Einheimischer die berühmte Entdeckung gemacht, und kein Ausländer, haha. Und Ibrahim kennt seiner Aussage nach die Familie des ägyptischen Jungen.

    Einkauf im Hamada Market

    Auf Ibrahims Frage, ob ich mich in Ägypten wohl fühle, konnte ich mit ja antworten. Nur, dass man ständig angesprochen werde, weil man etwas verkaufen wollte, ein Boot oder Taxi oder sonstige Hilfe anbot, weil man hoffte, mit dem Ausländer etwas Geld zu verdienen, dies störe mich ein wenig, sagte ich.

    Ich erzählte von meinen Plänen für den nächsten Tag. Ich plane, das Auto hier in Qarna an der Unterkunft stehen zu lassen, vorbei an den Memnon-Kolossen zu laufen, den Totentempel von Ramses III. und das Tal der Königinnen zu besuchen, mir Deir el-Medina (Tal der Handwerker) und die Gräber der Noblen anzuschauen und das ursprünglich geplante Ramesseum, Totentempel von Ramses II., zugunsten des Totentempels der Hatschepsut, den ich unbedingt nachzuholen gedenke, wegzulassen.

    Nun hatten wir eine kleine Meinungsverschiedenheit. Ibrahim sagte, der Totentempel der Hatschepsut läge in Deir el-Medina. Ich sagte, das stimme nicht. In Deir el-Medina sind die Gräber der Arbeiter. Hatschepsuts Tempel liegt in Deir el-Bahari. Er sagte: Nein, das kann nicht sein. Ich: Doch, das ist so. Ibrahim rief seinen Vater. Und was sagte der? Ich hatte recht, hahaha.

    Ibrahim zu Folge wäre mein Plan aber Wahnsinn. Das könne ich nicht alles zu Fuß ablaufen. Ich fragte seinen Vater nach seiner Meinung, und er war der Ansicht, dass das durchaus machbar wäre. Aber gut, man muss auch an die Temperaturen denken. Die Besuche will ich auf jeden Fall alle zu Fuß machen, aber es kann durchaus sein, dass ich dann am Ende etwas geschlaucht bin, und der Rückweg dann etwas unangenehm für mich werden kann. Ibrahim hat einen Sportwagen. Er bot mir also an, wenn ich fertig sei mit meiner Tour und am Totentempel der Hatschepsut keine Kraft mehr hätte, sollte ich ihn anrufen, und er würde mich abholen. Und so haben wir es nun besprochen. Ich denke, das ist ein guter Plan.

    Hach, es war ein herrlicher Tag. Ich habe wieder mal viel erlebt und muss sagen, dass ich mich hier wirklich sehr wohl fühle. Zufrieden kann ich nun in mein Bett gehen und schlafen.

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

  • Heiko705
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    Kroatien, Griechenland
    • 5. Januar 2026 um 21:57
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    • #34

    Tag 8 – Von Qarna bis Deir el-Bahari (18.10.2024, 1. Tageshälfte)

    Ein neuer Tag begann. Ich packte alles, was ich heute brauchen würde, in meinen Rucksack, band mir meinen Schal um den Kopf, rauchte auf dem Balkon eine Zigarette und startete. Muezzin-Rufe schallten durch den Ort. Es war noch dunkel. Ich lief der sandigen Straße am Nil entlang und folgte dann der Al Qarna Road nach Nordwesten. Es waren noch nicht viele Menschen unterwegs. Einige Taxifahrer standen schon bereit. Ich folgte der Straße immer weiter, vorbei an geschlossenen Geschäften, und wies einer Touristin, die auch schon so früh unterwegs war, die Richtung zu den Taxis.

    50448346ev.jpg Marsch durch die noch dunklen Straßen

    Nach 40 Minuten erreichte ich die Memnon-Kolosse, und nun wurde es hell. Die Statuen befanden sich in der Vergangenheit vor dem Eingang zum Tempel des Amenophis III., eines Pharaos der 18. Dynastie. Die Statuen sind stark beschädigt. Sie stellen den König Amenophis III. dar, der auf einem Thron sitzt, mit den Händen auf den Knien. Er blickt Richtung Nil. Die Gesichtszüge des Pharao sind nicht mehr kenntlich. Und doch sind die Figuren atemberaubend. Sie sind 17 bzw. 18 Meter hoch. Ihren falschen Namen haben sie von den Griechen und Römern erhalten, die sie mit dem Helden Memnon aus der griechischen Mythologie verbanden. Dieser Name entstand, weil die nördliche Statue bei Sonnenaufgang Geräusche von sich gab, die die Menschen als Klagen des Memnon an seine Mutter Eos (die Morgenröte) deuteten. Es war ein tolles Gefühl, direkt vor ihnen zu stehen. Ein Reisebus kam an, und nun war ich hier nicht mehr allein. Ich ging also weiter.

    50448353uj.jpg Die Memnon-Kolosse

    50448355nv.jpg Die linke Statue

    50448359ao.jpg Die rechte Statue

    50448360ll.jpg Andere Touristen kamen mit einem Bus

    50448362st.jpg An der Seite

    50448363fm.jpg Die Kolosse von hinten

    50448365cq.jpg Mein Weg führt weiter

    Mein Weg führte an den Ruinen des eigentlichen Tempels vorbei. Ich traf auf einen Ägypter, der mir irgendwelchen Krimskrams verkaufen wollte. Da ich ihn nicht abwimmeln konnte, meinen Weg aber unbeirrt fortsetzte, kam er mit. Immer wieder versuchte er mich von den Vorteilen seiner Figuren zu überzeugen, die ich aber nicht haben wollte. Er schenkte mir einen Prospekt mit Infos zu den Sehenswürdigkeiten, den ich in meinem Rucksack verstaute.

    50448375wi.jpg Auf dem Weg nach Medinet Habu

    50448381qg.jpg Ein Café in der Nähe des Tempels

    Schließlich erreichte ich Medinet Habu, den Totentempel von Ramses III., der bereits von außen einiges hermacht. Seine Größe ist enorm, und er stellt eines der stilistisch vollkommensten Bauwerke Ägyptens dar. Ich war einer der ersten Besucher. Die teilweise noch ausgezeichnet erhaltenen Reliefs am Tempel stellen in blutrünstigen Details die Siege des Pharaos über die Seevölker und Libyer dar, zeigen die Opferung von Gefangenen sowie den Pharao, der die Gefangenen zu Amun führt. Es war unglaublich, ganz allein durch die Tore und über die Plätze des beeindruckenden Tempels zu laufen, nur beobachtet von einheimischen Angestellten. Ein unbeschreibliches Gefühl, welches man nur früh am Morgen erleben kann.

    50448385gp.jpg Medinet Habu

    50448388um.jpg Am Eingang

    50448390rm.jpg Sachmet flankiert den Weg

    50448396gq.jpg Seitengebäude

    Nach dem Eingangsportal und einigen weiteren Bauten überquert man einen großen Platz, und erst dann beginnt der eigentliche Tempel. Unübersehbar sind die großen Darstellungen auf beiden Seiten der Außenwände. Ramses III. streckt seine Feinde unbarmherzig nieder. Dann betrat ich den eigentlichen Tempel. Atemberaubend. Auf beiden Seiten stehen beeindruckende Säulen. Wieder einmal sind es oft die Decken, an denen noch Teile der ehemals wunderschönen Farbe erhalten sind, aber auch an manchen der Säulen ist sie noch wunderbar zu sehen. So langsam liefen mir auch andere Besucher über den Weg. Im hinteren Bereich sind nur noch Teile der ehemaligen Säulen vorhanden. Der Tempel hat mich sehr beeindruckt. Ramses III. herrschte von ca. 1221–1156 v. Chr.; zu dieser Zeit hieß das Dorf hier Tahut.

    50448410ys.jpg Hier beginnt der eigentliche Tempel

    50448432wg.jpg Blick von der Seite

    50448446rs.jpgBlick zur Decke des Portals

    50448464nv.jpg Im ersten Hof

    50448472uf.jpg Blick in eine Nische

    50448488sj.jpg Runde Säulen

    50448489sz.jpg Eckige Säulen

    50448505px.jpg Reliefs an der Wand zum zweiten Hof

    50448517dj.jpg Seitenwand des Durchgangs zum zweiten Hof

    50448525iv.jpg Portal zum zweiten Hof

    50448538se.jpg Beeindruckende Säulen

    50448551la.jpg Säulenreste und Wände im hinteren Bereich

    50448553ln.jpg Es geht weiter

    50448556re.jpg Schöner Eingang

    Mein nächstes Ziel war das Tal der Königinnen. Ich sah einige alte Häuser am Berghang. Dies ist Qurnet Murrai; hier befinden sich einige Gräber aus der Zeit des Neuen Reichs, ca. 1550 bis 1070 v. Chr.. Leider musste ich einen Umweg laufen, denn das Gebiet vor mir war abgesperrt. Hier hatte man die altägyptische Stadt Aton entdeckt. Sie wurde im April 2021 von einem Team ägyptischer Archäologen entdeckt und gilt als die größte antike Stadt, die jemals in Ägypten gefunden wurde. Von weitem erkannte ich die Ruinen eines alten Viertels, das von schlangenförmigen Lehmziegelmauern gebildet wurde. Hier wurde auch ein Bäckereiviertel ausgegraben, das voll von Gegenständen des täglichen Lebens und der Arbeit war, die mit dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben der Stadt in Verbindung standen.

    50448557il.jpg Qurnet Murrai

    50448562xm.jpg Altes Viertel in Aton

    Ich traf auf einen Deutschen, der hier ebenfalls zu Fuß unterwegs war und jedes Jahr hierher kommt. Er wies mir den Weg. Schließlich erreichte ich das Tal der Königinnen. Vor dem Eingang befinden sich einige Shops, die nun aber alle noch geschlossen hatten. Das Tal liegt südlich des Tals der Könige. Hier wurden in über 90 Gräbern die nahen Angehörigen der Herrscher der späten 17. – 20. Dynastie bestattet. Der Begriff ist analog zu „Tal der Könige“ gewählt worden, doch ist diese Bezeichnung irreführend, da hier nicht nur Königinnen bestattet wurden. Das bedeutendste Grab ist das der Nefertari, der großen königlichen Gemahlin von Ramses II., für welches man normalerweise ein ca. 70 € teures Extra-Ticket benötigt, das aber im Premium Luxor Pass enthalten ist. Doch dass es wegen Restaurationsarbeiten geschlossen hatte, wusste ich ja.

    50448568hs.jpg Hinein in das Tal

    Zuerst kam das Grab von Cha-em-Waset, Sohn von Ramses III., an die Reihe. Es finden sich wunderbare, meist auch von Glasscheiben geschützte Hieroglyphen und Zeichnungen. Oftmals zeigen sie den Sohn des Königs mit verschiedenen Gottheiten wie Thot, Osiris, Sachmet, Anubis und Horus. Die Farben sind wunderbar erhalten. Unter der Decke sind die Sterne abgebildet. Am Grab der Nefertari ging ich vorbei.

    50448586la.jpg Eingang zum Grab des Cha em-Waset

    50448596ja.jpg Farbenfrohe Reliefs

    50448599bn.jpg In einer Raumnische

    50448600ff.jpg Cha-em-Waset beschwört die Götter

    50448679dh.jpg Grab und Decke

    50448701ut.jpg König und Anubis

    50448704df.jpg Osiris

    Das Nächste war das Grab der Königin Titi. Sie war Gemahlin eines Ramses. Ich sah beeindruckende Zeichnungen, die jedoch etwas mitgenommen aussehen und deren Farben nicht ganz so gut erhalten sind wie die im Grab zuvor. Das Grab des Amun-her-chepeschef, ein weiterer Sohn von Ramses III., ist wieder beeindruckender. Dieser Sohn scheint ziemlich jung gestorben zu sein. Der Erhaltungsgrad der Farben ist wieder sehr prächtig. Die Zeichnungen werden wieder von Glasscheiben geschützt. Die Decken weisen keinerlei Zeichnungen mehr auf, außer an manchen Übergängen zu tieferen Decken, wo Adlerschwingen zu sehen sind. Der Sarkophag ist im Grab verblieben. Die Grabkammer ist recht tief. Ich passte mit meinen 187 Zentimetern gerade so hinein, musste mich aber bereits ein wenig bücken, sonst wäre ich an die Decke gestoßen. Nur diese 3 Gräber waren heute für Touristen geöffnet. Dann blieb ich wieder bei einem Shop hängen. Ich kaufte Hefte über das Tal der Königinnen und speziell das Grab von Nefertari. Eine gute Unterhaltung mit dem Verkäufer mündete wieder darin, dass ich mit ihm einen Tee trinken durfte. Er war sehr nett und gastfreundlich.

    50448712xt.jpg Eingang zum Grab der Titi

    50448734ik.jpg Die Zeichnungen an den Wänden werden durch Glasscheiben geschützt

    50448866nc.jpg Die Farben sind etwas verblasst

    50448782oz.jpg Ein wohlriechender Raumduft wurde bei den hohen Herrschaften sehr geschätzt

    50448879te.jpg Eingang zum Grab des Amun-her-chepeschef

    50448887ws.jpg Die Farben sind hier wieder kräftiger

    50448890ro.jpg

    In der Grabecke

    Prächtige Reliefs im Grab von Amun-her-chepeschef

    Blick in Richtung des Sarkophages

    Sarkophag von Amun-her-chepeschef

    Beim Teetrinken

    Der Verkäufer und ich

    Nach einem weiteren Fußmarsch – ein Touristenbus fuhr an mir vorbei – erreichte ich Deir el-Medina. Hier ist das Tal der Handwerker, die am Bau der Gräber im Tal der Könige beteiligt waren. Vielleicht verwundert es ein wenig, dass sich auch hier teilweise sehr schöne Gräber befinden, da es doch meistens keine besonders wohlhabenden Menschen waren, die sich keine kostspieligen Gräber leisten konnten. Aber dies waren jene, die die Gräber der Könige anlegten und ausschmückten, also Fachleute, die dieser Kunst mächtig waren. Also legten sie in ihrer Freizeit oftmals noch Hand an ihr eigenes Grab, um auch sich selbst ein Leben nach dem Tod zu ermöglichen. Früher war man der Annahme, dass Sklaven die Pyramiden in Gizeh und Gräber im Tal der Könige angelegt hätten, doch konnte man dies anhand vielerlei Funde widerlegen. Es waren gut bezahlte Fachleute, die mit Bier und Getreide bezahlt wurden, da es noch kein Geld gab. Es waren freie Männer, die sich sogar mit den ersten Streiks in der Geschichte gegen das Ausbleiben der termingerechten Zahlung des Lohns wehren konnten, wie sich anhand gefundener Texte herausgestellt hatte. Man hat Brauereien ausgegraben, die ein für heutige Verhältnisse alkoholarmes Bier herstellten, welches enorm zur Ernährung der Arbeiter und ihrer Familien beitrug. Wie ich gelesen habe, erhielt man zeitweise 5 Liter davon pro Tag.

    Deir el-Medina

    Deir el-Medina sieht beeindruckend aus. Es handelt sich um die Ruinen eines richtigen Dorfes, in dem die am Bau der Gräber mitwirkenden Handwerker lebten. Vom Ticketgebäude kann man es wunderbar überblicken. 5 Gräber waren für Besucher geöffnet. Direkt neben dem Ticketgebäude konnte man in das erste der geöffneten Gräber gelangen. Jedoch musste man Krabbeln. Ich hätte meinen schweren Rucksack vor mir herschieben müssen. Diese Tortur wollte ich mir ersparen. Also besuchte ich das nächste Grab, das dem Arbeiter Anherkha gehörte (Nr. 359). Ein Einheimischer kam mit mir und schloss es auf, nachdem wir einigen Treppenstufen hinabgestiegen waren.

    Eingang in das Grab des Anherkha

    Man darf natürlich nicht die Größe und Pracht von königlichen Gräbern erwarten. Das Grab hat kleine, an der Decke oftmals abgerundete Kammern, doch die Zeichnungen und Beschwörungstexte an den Wänden sind herrlich. Die Farben der Malereien sind gut erhalten. Oft zeigen sie den Toten gemeinsam mit seiner Frau, auch bei alltäglichen Beschäftigungen. Die betreffenden Personen werden auch oft mit ihrem Ba dargestellt. Im Alten Ägypten unterschied man drei Aspekte des Seelischen im Menschen, für welche die Begriffe Ka, Ba und Ach verwendet wurden. Die Seele war also dreigeteilt.

    Der Ka war die Quelle der Lebenskraft. Er verlässt zwar den Menschen beim Tod, bleibt aber in der Nähe des Leichnams. Nach dem Tod ist es seine Hauptaufgabe, den Toten zu schützen und ihm zu einem Dasein zu verhelfen, das seinem bisherigen sozialen Rang entspricht. Der Ka wird mit zwei erhobenen Armen dargestellt. Damit das Weiterleben des Verstorbenen auch im Jenseits gesichert werden kann, müssen die Bedürfnisse des Ka durch Nahrungsmittelopfer befriedigt werden.

    Die alten Ägypter glaubten fest an den Ach, die göttliche Kraft, sie war ewig und unveränderlich. Der Ach ist eine Existenzform, die erst nach dem Tod durch entsprechende Bemühungen erlangt wird, indem der Tote sich die Ach-Kraft aneignet und dadurch zum Ach wird.

    Der Ba ist die eigentliche Seele. Er wird gewöhnlich als Vogel mit Menschenkopf dargestellt. Zu Lebzeiten des Menschen ist der Ba im Körper eingeschlossen, beim Tod löst er sich vom Körper. Mit dem Leichnam – der Mumie – bleibt er auch nach dem Tod dauerhaft verbunden. Nach dem Wunsch der Hinterbliebenen soll der Ba das Grab aufsuchen, was nach ihrer Vorstellung zu einer Art Wiederbelebung des Leichnams führt, mit dem der Ba sich regelmäßig vereinigen soll. Um ihn dorthin zu locken, wird ihm Trinkwasser bereitgestellt. Der Ba ist keineswegs von Natur aus unsterblich und unverletzlich; er kann gepackt und gefangengesetzt, ja sogar vernichtet werden.

    Im Grab des Anherkha

    Unter der Decke

    Der Ba wird beschworen

    Auch Anherkha wird mit einigen der Götter dargestellt. Die Zeichnungen im Grab der Arbeiter haben nicht die Genauigkeit derer in königlichen Gräbern, in denen mittels vorgezeichneter Raster, die später wieder entfernt wurden, alle Figuren die gleiche Größe haben, aber die Malereien sind ebenfalls von enormer Schönheit. Das Grab des Anherkha ist prächtig und unbedingt sehenswert.

    Dieser Herr bringt Speisen zum Essen

    Damenrunde

    Mein nächstes Grab war das des Sennedjem (Nr. 1), eines der Wichtigsten. Den Abstiegsgang zieren keine glatten Wände mit aufwendigen Zeichnungen, nein, es sind einfach nur einzelne, behauene Steine. Unten angekommen, zeigt sich jedoch eine Pracht, die man in einem Grab eines Arbeiters nicht erwarten würde. Unter Anderem sieht man Sennedjem mit seiner Frau im Himmelsreich, dem Gefilde der Binsen. Man stellte sich das Himmelsreich so ähnlich vor wie ein fruchtbares Gebiet im realen Leben, mit einem landwirtschaftlichen Feld zur Bewirtschaftung, in dem es einem an nichts mangelte und man in Frieden leben konnte. Dort kam jedoch nur hin, wer das Totengericht überstand. Das Herz wird von Osiris auf eine Waage gelegt, auf der anderen Seite die Feder der Wahrheit. Ist das Herz (und damit auch die Sünden) schwerer, wird die Seele des Verstorbenen vom Dämon Amnit, der großen Fresserin, vernichtet, ist es aber im Gleichgewicht, darf man im Gefilde der Binsen ewig leben. Die Wände und Decken des Grabes von Sennedjem sind aufwendig bemalt und in einem sehr schönen Zustand. Man sieht Anubis, der den Toten einbalsamiert und ihn ins Jenseits begleitet.

    Eingang in das Grab des Sennedjem

    Am Raumende

    Blick zur anderen Seite

    Den Damen wird Duft dargebracht

    Anubis führt die Einbalsamierung durch

    Ein Führer ging mit mir zum Grab des Paschedu (Nr. 3), welches neben dem Grab des Sennedjem, das Wichtigste und Schönste ist. Ich stieg Treppenstufen hinab und staunte. Ursprünglich hatte es auch eine oberirdische Grabkapelle, von der jedoch kaum mehr was zu sehen ist. Die innerste Grabkammer hat eine gewölbte Decke und ist mit Bildern aus dem Totenbuch dekoriert. Dieses sollte dem Verstorbenen den Weg in das Himmelreich weisen.

    Eingang in das Grab von Paschedu

    Sehr aufwändige Ausarbeitungen

    In einem Durchgang

    Ende mit Sarkophag

    Blick in den Sarkophag

    Neben einem Durchgang

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

    Einmal editiert, zuletzt von Heiko705 (5. Januar 2026 um 22:45)

  • claus-juergen
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    • 6. Januar 2026 um 11:20
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    • #35

    hallo Heiko,

    sagenhaft was dort noch alles nach viertausend Jahren erhalten geblieben ist. Ganz tolle Bilder zeigst du uns die ich so im Detail noch nie gesehen habe. Mich wundert zudem wie du uns all diese Details der altägypischen Geschichte präsentierst.

    Die Tatsache, daß all diese Monumentalbauten nicht von Sklaven sondern von Fachhandwerkern errichtet wurden war mir bereits bekannt. Egal ob Steinmetz oder Malerarbeiten. Jeder der Beteiligten mußte sein Handwerk erlernen und hat diese Dienstleistung vermutlich genauso wie heute möglichst teuer an den Auftraggeber verkauft. Das wiederum zeigt uns, daß nicht nur der Klerus und Adel, sondern auch der Geldadel sich solche prächtigen Stätten fürs Jenseits leisten wollte.

    Du schilderst uns den Glauben der damaligen Bewohner detailliert. Der ist ja eigentlich die Grundlage für die Entstehung dieser prachtvollen Bauten.

    grüsse

    jürgen

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    • 6. Januar 2026 um 18:28
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    • #36

    Welchen Eindruck müssen diese herrlichen Bauten in all ihrer Pracht auf die damaligen Menschen gehabt haben. Einfach nur Klasse Eindrücke.

  • Heiko705
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    • 8. Januar 2026 um 22:08
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    • #37

    Tag 8 – Von Qarna bis Deir el-Bahari (18.10.2024, 2. Tageshälfte)

    Am Ende des Areals befindet sich der Deir el-Medina-Tempel, der aufgrund seiner Größe unübersehbar ist. Er ist ein der Göttin Hathor geweihtes Heiligtum aus ptolemäischer Zeit (332 – 30 v. Chr.). Nach der Christianisierung Ägyptens im 3. und 4. Jahrhundert wurde der ptolemäische Hathor-Tempel in ein koptisches Kloster umgewandelt. Von dieser Nutzung leitet sich der arabische Name Deir el-Medina ab, was „Kloster der Stadt“ bedeutet und der auf die gesamte Ausgrabungsstätte der altägyptischen Siedlung übertragen wurde. Der Tempel besitzt viele aufwendige Reliefs und Säulen und einige Kammern mit wunderbaren Darstellungen. Man darf ihn nicht verpassen, wenn man hier ist.

    Der Deir el-Medina-Tempel

    Zum Eingang hin

    Am Eingang

    Portal in das Innere

    Loch in der Seitenwand

    Einige der vielen Darstellungen

    Sehenswerter Seitengang

    Rechts scheint eine der ptolemäischen Regentinnen zu sehen zu sein...

    ...und hier wohl einer der vielen auf den Namen Ptolemaios hörenden Herrscher gemeinsam mit Horus

    Dann lief ich weiter, vorbei am Totentempel des Merenptah. Er ist nicht gut erhalten, und es gibt auch nicht allzu viel zu sehen, doch die beiden Kolosse, die Amenophis III. zeigen, sind bereits von weitem zu sehen. Ich wand mich hinüber zu den Gräbern der Noblen nordwestlich von Al-Asasif. Das Gebiet liegt an einem Hügel. Unweit des Straßenrands wurde ein Ägypter auf mich aufmerksam. Auf den ersten Blick kam er mir sympathisch und ehrlich vor. Er bot sich mir als Führer an. Von den Gräbern der Noblen waren sicher weit über 10 Gräber für den Touristen geöffnet. Wenn man jedoch wie ich eine bestimmte Vorstellung hat, welche man sehen will und sich nicht auskennt, ist hier ein Führer unabdingbar, sonst läuft man sich tot, einen Hügel hinauf, den nächsten wieder runter, auf der Suche nach den bestimmten Gräbern. Ich gab ihm sicher umgerechnet ca. 15 €. Ich zeigte ihm meine Liste, und wir machten uns auf. Am jeweiligen Grab war dann natürlich noch ein weiterer Herr, der es sodann aufschloss. Manchmal kam man nicht umhin, auch diesen Zeitgenossen einen kleinen Obolus zuzuschieben, doch das hält sich in Grenzen.

    Kolosse von Amenophis III. am ehemaligen Totentempel des Merenptah

    Mein Führer geht voraus

    Das erste Grab war das Grab des Nakht (Nr. 52), „Schreiber und Priester der Stunden des Amun“. Es hat eine Scheintür, und auch eine kleine Statue des Verstorbenen ist zu sehen. Auf einer der hervorragenden Darstellungen sieht man Musikerinnen, die während eines Banketts spielen. Und auch die Gefilde der Binsen sind wieder zu sehen. Der Verstorbene und seine Ehefrau sind auf vielen der Bildnisse. Die Gräber der Adligen schienen sich von denen der Arbeiter nicht großartig zu unterscheiden.

    Eingang in das Grab des Nakht

    Das ist sicher Nakht und seine Frau

    Getreideernte

    Musikerinnen

    Das Ehepaar mit einer Lotosblüte

    Zielstrebig ging mein Führer voran. Wir kamen an Unterständen mit Krügen vorüber. Von hier konnte ich auch bereits einen Blick auf den Totentempel der Hatschepsut erhaschen, den ich selbstverständlich noch besuchen wollte. Wir kamen einen kleinen Hügel hinunter zum Grab des Menna (Nr. 69). Er war ein hoher Beamter aus der Regierungszeit von Thutmosis IV. und der Frühzeit von Amenhotep III. aus der 18. Dynastie. Da die Art der gemalten Wandbilder im Stil große Ähnlichkeiten mit der Malerei im Grab von Nakht haben, kann man die Vermutung haben, es handelt sich bei beiden Gräbern um den gleichen Künstler.

    Unterstände mit Krügen

    Mein Führer durch die Gräber der Noblen

    Blick hinüber zum Totentempel der Hatschepsut

    Das Grab des Menna wird aufgeschlossen

    Teile der Dekoration sind stark beschädigt worden, dabei ist besonders auffallend, dass die Unkenntlichmachung fast aller Gesichter bei den Darstellungen von dem Grabherrn Menna sehr konsequent durchgeführt wurde. Es könnte sich dabei um die “Verdammung des Andenkens” Verstorbener handeln. So etwas kam öfters vor. Man sieht Beamte beim Vermessen der Felder und Bestimmen der Erntemengen für die Steuer. Es ist naheliegend, dass auch Menna mit solchen Tätigkeiten zu tun hatte. Andere Bilder zeigen die ganze Familie von Menna beim Vogel- und Fischfang am Nil. Das Grab ist wunderschön.

    Der Eingang

    Menna mit Frau und Osiris

    Gefilde der Binsen

    Blick zum Ende eines Gangs

    Hier befand sich einst eine Sitzstatue des Verstorbenen

    Vogel-und Fischfang

    Wir gehen weiter

    Wir kamen zum Grab des Sennefer (Nr. 96). Er war der Bürgermeister von Theben. Im Vorraum zur Sargkammer ist der Verstorbene gemeinsam mi seiner Tochter Muttui zu sehen. Auf anderen Wandbildern sind die Opferträger zu sehen. Sie schreiten in langen Reihen und bringen die Grabbeigaben des Sennefer.

    Eingang zum Grab des Sennefer

    Weinreben an der Decke

    Über dem Eingang zur Sargkammer bewacht Anubis in Form von zwei schwarzen Schakalen den Zugang. Es findet sich eine herrlich dekorierte Deckenmalerei in der Sargkammer des Grabherrn. Die Muster, wie auch die lebendigen Farben, sollen dekorative Stoffe darstellen. Andere Deckenmuster zeigen Weinreben. Sennefer und seine Frau Merit sind bei dem” Herausgehen am Tage“ zu sehen.

    Sennefers Frau

    Der Gang durch das Grab

    Hier ist das Ehepaar zu sehen

    Das Grab von Rekhmire (Nr. 100) war das Nächste. Er war ein hoher Beamter aus der 18. Dynastie und bekleidete die Ämter als Bürgermeister der Stadt Theben und diente auch als Wesir von Unterägypten; in dieser Position war er sogar der 2. starke Mann des Landes gleich nach dem Pharao. Zu sehen ist unter Anderem eine wilde Jagdszene mit recht unterschiedlichen Tieren wie z.B. Hyänen, Gazellen, Antilopen und Kaninchen, die auf der Flucht den zahlreichen Speeren und Pfeilen von Rekhmire entkommen wollen. Man sieht eine Szene im Gerichtssaal des Wesirs, in der Steuerbetrüger vorgeführt werden. Das Grab hat einen sehr schmalen Längsraum mit einer Länge von ca. 25 Metern. Man sieht Dutzende und Aberdutzende von Handwerkern, deren Arbeit vielfach von Rekhmire überwacht wird. Unter Amenophis II. hatte die Familie von Rekhmire stark an Einfluss verloren, und so wurden auch hier viele der Darstellungen bald nach seinem Tode zerstört.

    Eingang in das Grab des Rekhmire

    Viele Arbeiter

    Szene mit Pferd

    Man hat erfolgreich eine Giraffe gefangen

    Der Weg durch das Grab

    Diese Herren mussten wohl von Rekhmire beaufsichtigt werden

    Alle erdenklichen Arbeiten werden durchgeführt

    Userhat (Nr. 56) war königlicher Schreiber und Brotzähler. In dessen Grab sieht man unter Anderem eine Szene mit neuen Rekruten, die unter einem Baum sitzend ihre Haare geschnitten bekommen. Ebenso erkennt man einfache Soldaten bei der Essensausgabe. In einer Nische war ursprünglich eine Doppelstatue vom Ehepaar Userhat / Mutneferet errichtet. Die Statue von Userhat ist völlig zerstört und es sind nur noch die Überreste von seiner Frau Mutneferet zu erkennen. Auch er muss ein leidenschaftlicher Jäger gewesen sein, da viele Szenen ihn bei der Jagd darstellen.

    Eingang in das Grab des Userhat

    Darstellungen mit Stieren

    Mein Führer macht es sich derweil am Eingang bequem

    Auf der Jagd

    Nur Teile der Ehefrau sind von der Doppelstatue erhalten

    Schließlich führte mich mein Führer in das Grab des Ramose (Nr. 55). Er war Beamter im höheren Dienst. Als Wesir war er ebenfalls nach dem Pharao der zweite Mann im Staate. Das Grab gibt in seiner Gesamtheit den Eindruck wieder, dass es unvollständig, hastig und überstürzt abgeschlossen wurde. Obwohl die Dekoration der Nordwand bereits mit verschiedenen Szenen aus der Zeit von Echnaton (Amenophis IV.) angefangen wurde, bleibt die Hast und Eile bei der Fertigung ein geheimnisvolles und noch nicht geklärtes Rätsel. Entweder war Ramose vor der Fertigung frühzeitig verstorben und die Arbeiten mussten deshalb in kürzester Zeit abgeschlossen werden oder Ramose fiel in der wirren Amtszeit Echnatons zeitweise in Ungnade. Die obere Reihe ist in vielen Szenen nicht mehr so gut erhalten, weil durch eingedrungenes Regenwasser viele Bilder der Malerei Schaden erlitten haben. Das Grab besitzt große Säulen, die rekonstruiert worden sind.

    Eingang zum Grab des Ramose

    Die Säulen wollen nicht so recht in das Gesamtbild passen, wie ich finde

    Unfertige Darstellungen

    Ramose und Ehefrau

    Unglaubliche Reliefs

    Ich verabschiedete mich von meinem Führer. Von hier aus könne ich einfach quer hinüber zum Totentempel der Hatschepsut laufen, sagte er. Das war ja auch viel kürzer. Über den offiziellen Eingang zu kommen, extra wieder zurück zur Straße zu laufen, um dann den offiziellen Eingang zu nehmen, würde ja einen Umweg bedeuten. Ich war doch bereits direkt daneben. Also lief ich durch Sand und Geröll zum Tempel. Dann erblickte man mich. Hey, was hatte ich da zu suchen? Es sei verboten, sich von der Seite dem Tempel zu nähern. Ich reichte Ihnen meinen Premium Luxor Pass, und die Sache hatte sich erledigt. Ich begab mich zum ersten Aufgang, der von zwei Sphingen flankiert wird.

    Am Totentempel der Hatschepsut

    Vor dem ersten Aufgang

    Eine der Sphingen

    Hatschepsut war eine der wenigen Frauen auf dem höchsten Thron Ägyptens. Als sie regierte, gab es keine Kriege und der Wohlstand wuchs. Zuerst stellvertretend für ihren Neffen und Stiefsohn Thutmosis III. das Land regierend, krönte sie sich schließlich selbst zur Pharaonin. Ihr Totentempel ist der am besten erhaltene Tempel in Deir el-Bahari und wurde völlig aus Kalkstein erbaut. Von der Tempelanlage führt die gerade ca. einen Kilometer lange Prozessionsstraße nach Osten zum Taltempel der Hatschepsut am Rand des Fruchtlandes. Anstatt einer Toranlage besitzt er offene Pfeilerhallen am Anfang jeder Terrasse. Auf ihn hatte ich mich besonders gefreut, da ich den Tempel ja am Vortag auslassen musste. Wenn man einen Ort oft in einer Dokumentation sieht, wächst seine Bedeutung stetig an und macht das tatsächliche Vor-Ort-Sein dann zu etwas ganz Besonderem.

    Bevor ich die zweite Rampe hinauflief, inspizierte ich die Säulen im unteren Teil des Flachgebäudes. Dies ist die erste Terrasse. Sie enthalten viele Reliefs, Hieroglyphen und Malereien. Das Gesicht (und manchmal auch der ganze Körper) Hatschepsuts wurde von den politischen Nachfolgern oft weggemeißelt, um die Erinnerung an die Frau auf dem Pharaonenthron zu tilgen. Der Tempel diente dem Königskult. Auf manchen Abbildungen sieht man die Göttin Hathor, als Kuh mit Sonnenscheibe dargestellt, Horus in seiner Form als Falke oder Anubis. Diese Vereinigung mit mächtigen Gottheiten diente der Fortexistenz des jeweiligen Königs. Hatschepsut selbst stellte sich oft als männlicher Pharao mit Pharaonenbart dar, doch geschah dies wahrscheinlich weniger, um ihr Geschlecht zu leugnen, sondern eher, um sich als Pharao zu legitimieren. Die Farben sind teilweise erhalten. Neben dem Tempel erkennt man die Überreste des Totentempels von Mentuhotep II., von dem jedoch nur noch einige Steine übrig sind.

    Vor der zweiten Rampe

    Zwischen den Säulen im unteren Teil des Gebäudes

    Säulen mit dem Konterfei der Königin Hatschepsut

    Die Übereste des Totentempels von Mentuhotep II., dessen Gänge jedoch 150 Meter tief in den Fels hineinführen

    Reliefs am unteren Gebäudeteil

    Durch die nächste Rampe auf der zweiten Terrasse angelangt, bestaunte ich die vor den Säulen platzierten Statuen der Hatschepsut, die zum Teil sehr gut erhalten sind. Von den ursprünglich 26 Statuen stehen die meisten noch. Durch die Säulenhalle gelangt man zum Festhof und weiteren Heiligtümern. Hier traf ich wieder auf den Engländer, mit dem mich tags zuvor im Tal der Könige unterhalten hatte. Das war ja’n Ding! Wir staunten nicht schlecht über den Zufall und mussten lachen. Er war mir sympathisch.

    Die Statuen der Hatschepsut vor den Säulen

    Hier geht es hindurch

    Im Bereich des Festhofs

    Im inneren Heiligtum

    Im Anschluss rief ich Ibrahim an, der wenig später mit seinem Sportwagen vorgefahren kam. Er musste extra 30 Ägyptische Pfund Strafe bezahlen, denn man darf hier offenbar nicht einfach auf den Parkplatz fahren und jemanden abholen. Doch das war ihm ziemlich egal. Er schien den Wächter, der die Strafe eintrieb, zu kennen. Ibrahim hatte ein weißes, langes Auto, einen Toyota oder Ähnliches. Auf meine Bemerkung, dass es schade sei, dass er ihn ja nirgendwo ausfahren könne, da überall Geschwindigkeitsbeschränkungen herrschen, entgegnete er: Ach, man kann das schon. Man muss eben nur wissen, wo geblitzt wird und wo nicht. Ich gab ihm ca. 10 €.

    Kamelkarawane mit Touristen am Nilufer

    Auf dem Weg zum Abendessen ritten einige Touristen auf Kamelen an mir vorbei. Für das Essen hatte ich mir das Nubian House Restaurant ausgesucht. Es liegt ebenfalls an der Straße am Westufer des Nils, wo ich auch die beiden Abende zuvor gegessen hatte. Doch dieses Restaurant ist etwas ganz Besonderes. Man fühlt sich fast im Kreise der nubischen Familie aufgenommen, deren Mitglieder man im Laufe des Essens alle zu sehen bekommt. Man isst im Hof. Die Tische und Stühle sind authentisch mit Decken und Kissen bestückt. Ein australisches Pärchen war ebenfalls zum Essen hier. Die Wandmalereien und die Decken und tragen ebenfalls zur Atmosphäre bei. Die verschleierte Ehefrau kocht das Essen und die Tochter bringt es. Das kleine Kind der Familie spielte gemeinsam mit dem Kind der Australier. Der Hibiskus-Saft war eine Wucht. Ich bekam zwei Fische, Brot, Reis, eine Suppe, Gemüse, Tahini-Paste und Molokhia, ein spinatähnliches Blattgemüse. Es war vorzüglich. Der Preis blieb wieder einmal deutlich unterhalb von umgerechnet 10 €, obwohl ich noch ein zweites Getränk bestellte. Der Hausherr, wahrscheinlich Opa des kleinen Kindes der Gastgeberfamilie setzte sich gemeinsam mit dem Kind auf ein Motorrad. Das machte ihm sichtlich Spaß. Der Motor wurde angelassen. Auch das Kind des australischen Pärchens durfte mit drauf. Es ist unglaublich, welch Atmosphäre und Gastfreundschaft hier herrscht. Ich kann nur meine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

    Das Nubian House Restaurant

    Hier nimmt man gemütlich Platz

    Durchgang ins Innere

    Gemälde an der Wand

    Zwei Fische

    Das vorzügliche Abendessen

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

  • Heiko705
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    • 10. Januar 2026 um 22:12
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    • #38

    Tag 9 – Auf dem Weg nach Nubien (19.10.2024)

    Heute hatte ich wieder einen recht weiten Weg vor mir. Und dennoch habe ich unterwegs viel gesehen. Es war ein wunderbarer Tag. Meine Unterkunft in Assuan wartete auf mich. Zunächst bin ich am Morgen nach Esna gefahren. Hier steht der Chnum-Tempel. Er wurde auf den Resten eines altägyptischen Tempels erbaut. Dies geschah jedoch während der Herrschaft der Ptolemäer im 2. Jahrhundert vor Christus. Die Römer haben in ihrer Zeit noch einiges hinzugefügt. So sieht man die römischen Kaiser Tiberius, Claudius und Nero als Pharaonen neben ägyptischen Göttern dargestellt. An den Außenwänden des ehemals viel größeren Tempels befinden sich die römischen Kaiser Titus, Domitian und Trajan. Chnum galt bei den Ägyptern als Schöpfer der Menschen und Götter und hatte nebenbei noch die Aufgabe, für die alljährliche Nilschwemme zu sorgen, damit die Bauern ihre Felder bestellen konnten.

    50465957nh.jpg Esna

    In Esna selbst erlebte ich ungeheuerliche Armut. Sandstraßen gibt es ja in Ägypten vielerorts. Dass verendete Tiere wie Pferde oder Rinder am Straßenrand liegen, ist ja normal. Hier kam jedoch noch hinzu, dass auf den Straßen und Plätzen derart viel Müll und Plastik herumlag, in dem die Ziegen gewühlt haben und die Hunde fraßen, dass es schon extrem war. Nebenher gehen die Einheimischen barfuß ihrer Wege. Ich geriet mit dem Auto in Trauben von schwarz vermummten Damen, die alle auf einem Markt waren und musste mir den Weg mit dem Auto durch sie hindurch bahnen.

    50465959gj.jpg Marktgasse vor dem Tempel

    Natürlich hat man vor dem Tempel wieder eine Marktgasse geschaffen, durch die der arme Besucher unweigerlich hindurch muss. Der Tempel selbst war leider von einem Gerüst umgeben. Und er wirkt auch erst einmal gar nicht so groß. Betritt man ihn jedoch, wundert man sich. Die Farben sind unfassbar gut erhalten, besonders an den Oberteilen der Säulen und an der Decke. Das ist ganz wunderbar. Sie waren vom Staub und Ruß verdeckt, doch als man ihn mit einem Laser entfernte, waren die originalen Farben alle noch erhalten. Natürlich gibt es auch hier wunderbare Bilder, Darstellungen und Hieroglyphen zu betrachten. Die Wände sind von oben bis unten damit überfüllt.

    50465960lf.jpg Der Chnum-Tempel in Esna im Gerüst

    50465965dj.jpg Dann betrachten wir ihn uns mal näher

    50465974hy.jpg Hier ist Chnum in seiner Widdergestalt zu sehen

    50465975jp.jpg Reliefs an der Frontseite

    50465989ek.jpg Das Begießen mit dem Lebenselexir erneuert den ewigen Lebensstrom des Pharaos

    50466000tj.jpg Stattliche Säulen und Decken

    50466003gq.jpg Papyrusbündelsäulen unter der reich bebilderten Decke

    50466010dh.jpg Die Decke des Tempels ist einfach einmalig

    50466014qj.jpg Säulenwald

    50466021oo.jpg Die Wände sind von oben bis unten voll

    50466034da.jpg Kurzer Blick in die Karawanserei Wakālat al-Jiddāwī in der Nachbarschaft

    Bevor ich zurück zum Auto ging, fand ich noch die Überreste einer antiken Kaianlage am Ufer des Nils. Auf den sandigen Straßen – manchmal wäre hier ein Jeep gar nicht verkehrt – verließ ich den Ort, um weiter an der Westseite des Nils über die Autobahn nach Edfu zu kommen. Das geht schneller, als direkt am Nil entlang zu fahren. Also wieder durch die Geröllwüste. In Edfu waren einige Eselkarren auf den Straßen unterwegs.

    50466039ze.jpg Raus aus Esna

    50466042cu.jpg Auf dem Weg nach Edfu

    50466050kq.jpg Ankunft in Edfu

    Ich parkte auf dem Parkplatz am Horustempel in Edfu. Mein Schal saß nicht mehr gut auf meinem Kopf. Ein Einheimischer wollte mir seinen weißen Schal schenken. Natürlich tut man das immer, weil man im Hinterkopf hat, dass der reiche Tourist einem noch gewissen Krimskrams abkauft, und so wollte er mir auch gleich noch einiges Anderes in die Hände drücken. Doch das wollte ich nicht, sondern begnügte mich mit dem neuen Schal und ließ ihn mir umbinden. Als ich zurückkam, wartete der feine Herr natürlich immer noch auf mich, und als ich ihm nichts weiter abkaufen wollte, verlangte er eine Gegenleistung. Also gab ich ihm ein paar Euro. Der Schal und das Umbinden war ja schließlich auch was wert.

    Nun aber zum Tempel. Zuerst passierte ich das Mammisi (Geburtshaus). Es wartet bereits mit einigen sehenswerten Säulen und Reliefs auf. Danach stand ich auf dem Vorplatz und hatte den großen, durchaus mächtigen Tempel vor mir. Sieht schon beeindruckend aus. Auch dieser entstand in der Zeit der ptolemäischen Herrschaft. Der Tempel von Edfu war lange Zeit bis zum oberen Ende der Säulen mit Sand überdeckt, was seinen guten Erhaltungszustand erklärt. Zu beiden Seiten des Portals sind jeweils zwei senkrechte Aussparungen in der Fassade erkennbar, die der Aufnahme von Fahnenmasten mit farbigen Fahnen dienten. Was auf derartigen Fassaden immer wieder zu sehen ist: der amtierende Pharao – hier ist es Ptolemaios XII. – streckt seine Feinde nieder. Schließlich musste die Macht und Kampfeskraft angemessen dargestellt werden, ob dies nun der Wirklichkeit entsprach oder man sich lediglich so darstellen wollte.

    50466057qr.jpg Mammisi

    50466084ol.jpg Geburtshaus von hinten

    50466086lq.jpg Der mächtige Horustempel von Edfu

    50466145th.jpg Der Pharao schlägt seine Feinde nieder

    Ich betrachtete zuerst die 137 Meter langen Außenmauern, die ebenfalls eine Vielzahl an Reliefs zeigen, die tatsächlich gut erhalten sind. Dann ging ich durch die beiden Horusstatuen durch den Eingang. Wieder einmal war es ein ganz unbeschreibliches Gefühl für mich, hier zu sein. Man kann das kaum in Worte fassen. Der Innenhof ist gewaltig. Er wird auf beiden Seiten von großen Säulen flankiert. Auch an der Nordseite – hier ist der Eingang zum Tempelinneren – thronen noch einmal 6 große Säulen, wodurch man insgesamt auf 32 Säulen kommt. Im Innern kommt man in die erste Säulenhalle. Die Säulen sind imposant, die Decken sind hier allerdings noch weitestgehend rußgeschwärzt. Auch hier zeigt sich, dass einige der Darstellungen von späteren Gegnern weggemeißelt wurden. Die Reliefs wirken teilweise, als wurden sie erst vor 20 Jahren geschaffen, es ist unglaublich. Man sieht verschiedene Götter, die den Pharao segnen, Diener tragen ihn in einer Sänfte und so weiter. Im hinteren Teil hat der Tempel noch einige Gänge zu bieten. Unter den Decken hingen die Fledermäuse. Am Ende gelangt man in das Allerheiligste. Hier ist ein Sonnenschiff, eine heilige Barke, aufgestellt.

    50466152ud.jpg Durch den Eingang

    50466158ic.jpg Weggemeißelte Gesichter

    50466164dx.jpg Der große Innenhof

    50466166uc.jpg Es kommen mehr Touristen in den Innenhof

    50466168yd.jpg Auch im Innenhof noch einmal Horus in seiner Falkengestalt

    50466182yf.jpg In das Allerheiligste

    50466185xw.jpg Dicke Säulen im Allerheiligsten

    50466187rd.jpg Hier sind die Decken rußgeschwärzt

    50466200sx.jpg Der Weg ins Innere

    50466205ag.jpgDiese Reliefs sind wunderbar erhalten

    50466219cd.jpg Fledermäuse

    50466220jp.jpg Die Reliefs wirken neuwertig

    50466221qt.jpg Das Barkensanktuar

    50466224xz.jpg Weiter geht's

    Mein weißes Tuch war in der Wärme angenehmer zu tragen als ein Farbiges. Nun fuhr ich weiter nach Süden, jetzt aber direkt am Nil entlang. Mein Ziel war der 60 km nördlich von Assuan gelegene Steinbruch Gebel el-Silsila, für mich etwas ganz Besonderes, da man von hier in der Antike vielfach die Steine zum Bau einiger Pyramiden geholt hat, die mit Schiffen auf dem Nil nach Norden transportiert wurden. Man fand am Grund des Nils auch Obelisken, die auf der Fahrt gen Norden an den Fluss verloren wurden. Für mich als Ägypten-Fan ist dieser Steinbruch vor allem daher bekannt, da die durch National Geographic bekannten Archäologen John Ward und Maria Nilsson hier seit vielen Jahren ihre Forschungen betreiben und Ausgrabungen durchführen. Sie konnten unter Anderem beweisen, dass auch Tutanchamun Steine von hier holen ließ.

    50466236zq.jpg Am Nil entlang

    Der Eingang zum Gelände ist nicht ganz leicht zu finden. In einer Rechtskurve unterhalb eines Hügels fand ich einen Weg. Auf der Schotterpiste fuhr ich weiter bis zu einem Tor. Davor stellte ich den Wagen ab. Große Nilkreuzfahrtschiffe fuhren auf dem Fluss dahin. Hier war ich goldrichtig. Ich schritt durch das Tor und traf auf Einheimische. Yes. Ich bekam einen in weiß mit Pistole gekleideten Führer zugeteilt, der mich durch das Gelände begleiten würde. Wir wanderten am Nil entlang. Er konnte nur schlecht bis gar nicht Englisch, doch ich verstand zumeist, was er mir zu erklären versuchte. Er war sehr nett. Wir kamen an den Schrein des Haremhab, ein in den Stein gehauener Kleintempel mit zahlreichen Gravuren und Reliefs. Weiter ging‘s. Hier, oberhalb des Nils, liegt ausschließlich Sand, und so war es zumeist nicht einfach zu laufen. Dann passierten wir königliche Stelen, die in den Fels hineingearbeitet waren. An vielen Felsen sieht man noch gut, dass hier Quader herausgehauen wurden.

    50466251tu.jpg Wir starten unseren Rundgang am Nil entlang

    50466259rp.jpg Kreuzfahrtschiffe

    50466261mt.jpg Mein Führer ist weit voraus gelaufen

    50466264lz.jpg Schrein des Haremhab

    50466272lu.jpg Überreste einer Statue

    50466345na.jpgIm Innern des Schreins

    50466353au.jpg Em Ende eines Gangs

    Unter Felsüberhängen führte der Weg weiter. Ich fragte den Herrn nach dem mir bekannten Archäologenpaar. Zunächst verstand er nichts, aber als die Namen John Ward und Maria Nilsson fielen, wurden seine Augen groß. Ich erfuhr, dass deren Ausgrabungssaison nur bis Juli ging und sie nun nicht mehr hier waren. Mein Führer zeigte mir einen Felsenschrein, an dessen Ende drei Statuen zu sehen waren. Es ist ganz unbeschreiblich, wie ich mich hier direkt oberhalb des Nils fühlte. Es war fantastisch, sich hier aufzuhalten. Der Ort ist ganz wunderbar gelegen. Der majestätische Fluss floss direkt unter dem Weg entlang. Die Sonne knallte. Was für ein herrlicher Ort. Weitere Schreine folgten, teilweise spektakulär zwischen Felswänden gelegen. Insgesamt sind es 28 Felskapellen aus dem Neuen Reich und zahllose Felsstelen von Sethos I., Ramses II., Merenptah sowie Ramses V., Scheschonq I. und Ramses III.; dass ich sie nicht genau zuordnen konnte, war halb so schlimm.

    50466354ds.jpg Zwischen den Felsen

    50466359qp.jpg Zeichnungen am Fels

    50466375hw.jpg Hier wurden Steinquader rausgehauen

    50466376ew.jpg Der Weg geht weiter

    50466386xm.jpg Felsenschrein mit 3 Statuen

    50466390lw.jpg Spektakuläre Durchgänge

    50466392gv.jpg Gerade fährt ein weiteres Schiff vorbei

    50466395ck.jpg Unglaubliche Orte

    Mein Führer machte auch Fotos von mir. Er machte mich auf einige Löcher in den Felsen aufmerksam. Hier hatte man damals die Schiffe festgezurrt. Dann zeigte er mir eine Zeichnung im Fels. Dieses Motiv hatten John Ward und Maria Nilsson als Aufdruck für ihre T-Shirts „Friends of Silsila“ benutzt, die man sie oftmals in den Dokumentationen tragen sieht. Er zeigte mir Markierungen, die Maria Nilsson gemacht hat, um bestimmte Stellen an den Felsen später wiederzufinden. Dann stiegen wir auf ein Plateau mit vielen Bruchstücken aus Keramik. Er zeigte mir eine Stelle, an der Maria Nilsson saß, als sie die Bruchstücke sortierte. Das alles gefiel mir außerordentlich. Viel besser, als ich mir den Besuch vorgestellt hatte. Ein außergewöhnliches Erlebnis für mich, eigentlich das Highlight des Tages.

    50466398uh.jpg Auch hier wurden Steine gewonnen

    50466400nl.jpg Außergewöhnliche Schreine

    50466402me.jpg Löcher zur Befestigung von Schiffen

    50466405lm.jpg Heiko am Abgrund

    50466411lq.jpg Wir gehen zurück

    Dann schritten wir zurück. Es war Zeit für ein Päuschen. Da ich weiß, dass die Ägypter doch alle irgendwie laufend Tee trinken, fragte ich den Führer und einen weiteren Bediensteten nach Einer Tasse Tee. Und ja, sie brachten Tassen für mich und für sie, und gemeinsam auf einer Bank tranken wir also eine Tasse Tee. Ein schöner Abschluss, also gab ich auch ein großzügiges Trinkgeld. Ich musste auf die Toilette. Dass man hier nirgendwo Klopapier vorfindet, ist wohl normal. Vor mir hatte ein Einheimischer sein Geschäft verrichtet. Man sieht das wohl nicht so eng, verrichtet einfach sein Geschäft und lässt sein Ganzkörpergewand einfach wieder runter. Nun ja.

    50466416ec.jpg Teepause

    Jetzt war es daran, meine Unterkunft „Habibi Nubian Guest House“ im Dorf Gharb Aswan auf der gegenüberliegenden Flussseite Assuans zu finden. Allein schon der Weg dahin war spektakulär und nicht einfach zu lokalisieren. Die Seitenstraßen durch das Dorf, die ich benutzen musste waren so voller Sand, dass sie mit einem herkömmlichen Auto kaum noch zu befahren waren. Wo war ich hier nur gelandet? Außergewöhnlich. Die Einheimischen starrten mich alle groß an, erkannten den im Auto sitzenden Fremden schon von Weitem. Keine Ahnung, wie sie das anstellen, da ich doch auch einen Schal auf dem Kopf trug und noch eine Sonnenbrille. Doch man ist hier sehr gastfreundlich. Als hier Ansässiger fühlt man sich nicht als Ägypter, sondern als Nubier. Die damalige Grenze muss in etwa hier gewesen sein. Vielfach hörte ich von den Einheimischen die Begrüßungsworte „Welcome to Nubia“. Und dann fand ich tatsächlich einen großen sandigen Dorfplatz, an dem meine Unterkunft lag. Ich parkte direkt davor. Die Kinder spielten im Sand und bemalten auch meinen staubigen Mietwagen. Ich ließ sie gewähren. Die nubischen Frauen sitzen hier abends einfach auf einer Decke im Sand und unterhalten sich.

    50466435zh.jpg Meine neue Unterkunft

    50466436vg.jpg Bemalung eines Nachbarhauses

    Mein Gastgeber hört auf den Namen „Habib“. Er besitzt noch ein weiteres Gebäude. Um dorthin zu gelangen, geht man durch eine kurze Gasse, biegt nach rechts ab, und dann steht man davor. Dieses Gebäude ist das Haupthaus, das „Nubian Holiday House“. Hier traf ich mich mit ihm. Er erklärte mir alles. Wenn ich will, kann ich mich auch im Haupthaus aufhalten. Es hat eine wunderbare Terrasse mit Blick direkt auf den Nil. Und man sieht auch die nördlichen Teile von Assuan im Hintergrund. Der Wahnsinn. Auf dieser Terrasse soll ich am Morgen frühstücken können. Sollte ich mich dazu entscheiden, auch das Abendmahl hier einzunehmen, könne ich ebenfalls hier essen oder einfach abends hier mein Bier trinken. Es war ein unfassbares Gefühl, hier zu sitzen. Es sah alles verdammt authentisch aus mit orientalischen Bögen und gemütlichen Sitzecken.

    50466446hk.jpg Die Terrasse mit Blick auf den Nil

    50466447zm.jpg Äußerst gemütlich

    50466449eo.jpg Im Schlafzimmer

    50466456fn.jpg Mein Balkon

    50466459bb.jpg Blick vom Balkon zum Hügel Qubbet el-Hawa mit der Kuppelruine von Sidi Ali Bin el-Hawa

    50466463vh.jpg In meiner Unterkunft

    50466465iw.jpg Flurgemälde meiner Unterkunft

    50466466ww.jpg Weiteres Flurgemälde

    50466468px.jpg Blick über den nun dunklen Nil

    50466469iz.jpg Schmackhaftes Abendessen

    Ich nahm das Abendessen hier ein. Man muss das essen, was eben heute gekocht wurde. Ich mag sowas. Ich bekam eine Nudelsuppe, Hähnchen, Brot, Reis und Gemüse in Soße. Schmeckte klasse. Und dabei schaute ich über den mittlerweile dunklen Fluss mit den Lichtern der Stadt im Hintergrund. Mein Bier trinke ich aber auf meinem eigenen Balkon mit Blick auf den sandigen Dorfplatz, schreibe nebenbei auf dem Notebook oder verschicke Nachrichten an Freunde. Auf dem Platz ist bis tief in die Nacht immer was los. Er ist beleuchtet, und so können die Kinder auch im Dunkeln noch Fußball spielen; die Mütter sitzen daneben und tauschen sich aus. Das Haus ist sehr gut und sauber. Mein Zimmer ist gut, und das Bett ist weich. Hier werde ich gut schlafen.

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

    Einmal editiert, zuletzt von Heiko705 (10. Januar 2026 um 22:15)

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    • 11. Januar 2026 um 18:42
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    • #39

    Hallo Heiko,

    Einfach toll, wie du Ägypten kennen gelernt hast. Deine Reise unterscheidet sich wohl von allen anderen die selbst noch so enthusiastische Kulturtouristen in diesem Land unternehmen. Mich wundert nur, dass es auch hier am Oberlauf des Nils so viele Dinge zu sehen gibt. Und die sind noch dazu teilweise extrem gut erhalten. Was wird denn dann bloß den klassischen Touristen präsentiert die hier auf dem Nil eine einwöchige Kreuzfahrt unternehmen? Du hast in jedem Fall viel mehr gesehen und noch dazu durch die Wahl deiner Unterkünfte auch Land und Leute richtig kennen gelernt.

    Allerdings war das sicherlich mit einer entsprechend langen und peniblen Vorbereitung dieser Reise verbunden. Im vorigen Beitrag zeigst du uns die antiken Steinbrüche. Wer denkt denn an so etwas bei einer Reise nach Ägypten? Und doch gefällt mir gerade dieser Aspekt besonders gut.

    Ich bin gespannt, was uns noch alles erwartet.

    Grüße

    Jürgen

  • Heiko705
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    • 13. Januar 2026 um 21:19
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    • #40

    Tag 10 – Die Stadt Assuan (20.10.2024)

    Von meinem Balkon blicke ich auf einen sandigen Berg. Auf dem Gipfel thront die Kuppelruine des Scheich-Grabes des Sidi Ali Bin el-Hawa. Es gehört zur Nekropole Qubbet el-Hawa. Das sind die Gräber der Noblen des alten Nubiens. Dazu jedoch später mehr. Im Haupthaus von Habib nahm ich zunächst einmal mein Frühstück ein. Im Garten stehen ein Kamel und ein Pferd. Die Morgensonne fiel direkt auf meine Frühstücksterrasse. Herrlich. Der Morgen über dem Nil war noch frisch, aber bereits warm.

    Hier habe ich die Nekropole Qubbet el-Hawa mal etwas herangezoomt

    Im Garten von Habib's Haupthaus

    Meine Frühstücksterrasse in der Morgensonne

    Ich schaute mich auf der Terrasse ein wenig um

    Gemütliche Sitzecke

    Im Flur

    Ein Frühstück am Morgen...

    Ich startete meinen Wagen und fuhr auf die Autobahn. Es gibt hier keine wirkliche Auffahrt nach Süden. Wenn auf der Spur in die nördliche Richtung nichts kommt, fährt man einfach auf die Straße, überquert den breiten sandigen Streifen zwischen beiden Fahrspuren an einer beliebigen Stelle und dann auf der anderen Spur in südliche Richtung. Aber nicht weit. Dann geht es wieder nach Osten ab und über den Alten Assuan-Staudamm (el-Sadd el-Safla) in die Stadt. Vor dem Alten Staudamm hielt ich aber erst einmal an, da man auf ihm nicht halten kann. Der Neue Staudamm ist meiner Meinung nach nicht besonders sehenswert. Es ist der alte Damm, der mich interessierte. Er wurde 1902 fertiggestellt. Ziel war es, die Wassermassen des Nils vor allem bei der jährlichen Nilschwemme so zu regulieren, dass in der anschließenden Niedrigwasserphase ausreichend Wasser für die bereits auf ganzjährige Kanalbewässerung umgestellten Felder verfügbar war. Er ist fast 2 Kilometer lang. Doch das Bauwerk erwies sich schon bald als zu klein, da es nicht ausreichend in der Lage war, die niedrige Flut auszugleichen. Deswegen begann man 1960 mit dem Bau des neuen Damms. Oberhalb des Damms gibt es heute keine Krokodile mehr. Deswegen braucht man sich also keine Sorgen zu machen.

    Der Alte Staudamm

    Der untere Teil Assuans gleicht mit seinen verfallenen Häusern eher einem Slum. Dann fand ich den Abzweig zur Marina Philae Temple, denn dieser Tempel war das erste Ziel des Tages für mich. Am Tickethäuschen kauft man das Ticket für Tempel und Boot. Man muss zur Flussinsel Agilkia übersetzen und hat normalerweise dort einen Aufenthalt von einer Stunde. Das sollte reichen. Wie so manche Tempel wurde aufgrund des Staudammbaus der Tempel in einer unfassbar aufwändigen Art und Weise vollständig umgesetzt. Die ursprüngliche Heimat des Tempels, die Insel Philae, lag zu niedrig. Hier wäre der Tempel überflutet worden. Heute steht der Tempel mitsamt allen seinen Anlagen ganz genau so auf der Insel Agilkia, wie er damals auf Philae stand. Man kann sich das kaum vorstellen. Der Umzug des Philae-Tempels auf die Insel Agilkia fand zwischen 1977 und 1980 statt. Die Tempelanlage wurde in über 37.000 Blöcke zerlegt und originalgetreu an ihrem neuen Standort wiederaufgebaut.

    Mole in der Marina Philae Temple

    An der Mole mit den Booten findet sich wieder mal eine Art Markt, wo der willige Tourist vielerlei Andenken erwerben kann. Ich war nicht willig. Wir legten ab. Allein die Fahrt hinüber nach Agilkia war schon ein Erlebnis. Es fahren ständig Boote hinüber, denn selbstverständlich ist das ein gut besuchtes Ziel. Und dann fährt man am Tempel vorbei, der langsam am Boot vorüberzieht. Klasse.

    Es geht los

    Überfahrt nach Agilkia

    Wir fahren am Tempel vorbei

    Wir legten an, und ich betrat die Insel. Der Philae-Tempel ist ein ganzer Gebäudekomplex. 800 Jahre lang war Philae das letzte, späte Zentrum altägyptischer Religion. Nicht nur griechische und römische Pilger, sondern auch Nubier besuchten ihn regelmäßig und sogar Meroiten aus dem tiefen Süden. Direkt neben der Bootsanlegestelle befindet sich sogleich der Kiosk des Nectanebos I. – ein altägyptischer Kiosk ist ein nach mehreren Seiten geöffneter Pavillon. Dies ist der älteste Teil der Anlage und wurde ca. 370 v. Chr. erbaut. Nectanebos I. herrschte in der 30. Dynastie, der letzten Dynastie, bevor die Ptolemäer in Ägypten die Macht übernahmen. Vor der Hauptanlage, dem Isis-Tempel, befinden sich beiderseits große Säulengänge, so genannte Kolonnaden. Der Blick über den Vorplatz (Dromos) bis hin zum Isis-Tempel ist beeindruckend. Den Isis-Tempel ließ ich zunächst einmal liegen. Vor den Säulengängen liegt der Arsenophis-Tempel. Was mir sehr gefällt, ist auf der östlichen Seite der Insel der Kiosk des Trajan, der aus der römischen Zeit stammt. Er ist mit 15 Meter Höhe ein durchaus wuchtiges Ding. Über den Imhotep-Tempel kam ich dann schließlich zum Isis-Tempel, der bei einem Besuch selbstverständlich im Mittelpunkt steht.

    Kiosk des Nectanebos I.

    Kolonnadenreihe vor dem Isis-Tempel

    Blick zum Isis-Tempel

    Kiosk des Trajan

    Imhoteb-Tempel

    Der Isis-Tempel

    Griechische Lettern

    Blick zurück zu den Säulen

    Ich schritt zum Eingangstor, das von zwei steinernen Löwen flankiert wird. Auf der Mauer der Toranlage ist Ptolemaios XII. zu sehen, wie er die Feinde des Landes niederringt. Hinter der ersten Toranlage kam ich auf einen zweiten Platz. Hier befindet sich westlich das Geburtshaus. Hinter diesem Platz gelangt man dann in den Kern des Isis-Tempels. Es öffnet sich ein Säulenatrium, eine in der Mitte nach oben offene Säulenhalle mit zehn ehemals bemalten Säulen. Alle Reliefs sind recht gut erhalten. Die Farben wurden weitgehend durch das Wasser des Stausees des Assuan-Staudamms im 20. Jahrhundert ausgewaschen. An den Wänden sind zahlreiche koptische Kreuze eingeritzt. Sie stammen aus dem 6. Jahrhundert, als die Halle unter dem oströmischen Kaiser Justinian I. in eine christliche Kirche umgewandelt war. Am Ende des Tempels befindet sich das eigentliche Heiligtum. In der Mitte des Heiligtums steht noch heute der Sockel, auf dem sich die Barke mit dem Abbild der Göttin Isis befand. Auch hier zeigen die Wände reichhaltige Reliefs der Gottes- und Königsdarstellungen. Verschiedene Herrscher bringen der Isis und dem Osiris Opfergaben dar.

    Platz hinter der Toranlage

    In das Heiligtum hinein

    Angekommen

    Sachmet und der Pharao

    Nebenraum im Heiligtum

    Neben dem Isis-Tempel betrachtete ich den kleinen Horus-Tempel und das Hadrianstor. Hier befindet sich ein Nilometer, mit welchem sich der Wasserstand des Nils messen ließ. An der Höhe des Nils hat man die steuerlichen Abgaben bemessen. Bei einem höheren Wasserstand war die Ernte ertragreicher, also konnte man den Bauern auch höhere Belastungen auferlegen. Ganz im Norden der Insel befindet sich der Augustus-Tempel. Schließlich kam ich über den Hathor-Tempel wieder zurück zu meinem Ausgangspunkt. Ich hatte die Stunde gut ausgenutzt. Mit dem bereits wartenden Boot ging es wieder nach Assuan.

    Augustustempel

    Ich fuhr zu einem Duty Free Shop in Assuan und kaufte zwei Flaschen roten Wein. Eine für mich, die Andere für eine Arbeitskollegin. Um es vorweg zu nehmen: der Wein war recht gut. Aber warum auch nicht? Schließlich wurde bereits im Alten Ägypten Wein gemacht. Dann parkte ich in einer Seitenstraße der Corniche. So nennt sich die große Uferstraße in Assuan. Der Blick über den Nil ist schön. Wenn man hier entlang läuft, ist man ein Opfer der Einheimischen. Man braucht ein dickes Fell. Brauchst Du ein Taxi? Brauchst Du ein Boot? Brauchst Du Hilfe? Willst Du was kaufen? Kutschen halten neben Dir am Straßenrand. Jeder Zweite haut Dich an. Und darauf antwortete ich immer ganz freundlich „nein“.

    An der Corniche

    Das ist die Corniche

    Seitenstraße

    Ich tat nun etwas noch Schlimmeres. Ich schaute mir den alten Souk, die Marktgasse von Assuan an. Natürlich geht es hier nicht anders zu. Und man muss bedenken, dass ich hier eigentlich der einzige Ausländer war. Aber der Souk ist schön, und ich bin das Ganze ja auch schon von Marokko gewohnt. Also durch. Jeder starrte mich an. Kleidung, vielerlei schöne Gewürze, Fleisch, Schuhe, Gemüse, Brot, frisches Obst und Nüsse, Spielsachen, all das findet man hier in den oft durch Stoffbahnen vor der Sonne geschützten Gassen.

    Eingang in den Souk

    So sieht es hier aus

    Gewürze

    Ich gehe weiter

    Am Obststand

    Eine Zeit lang geht es durch diese Holztore, zwischen denen die Gasse machmal überdacht ist

    Hey, Kutsche gefällig?

    Ich besuchte das Nubische Museum. Alte Gefäße, Totenmasken (so genannte Kartonagen), bemalte Stelen aus Sandstein, Holzsärge, bunte Statuetten aus Holz, Leichentücher, Mumien nubischer Priester und deren Frauen, Mumien von Widdern, die wegen des Gottes Chnum verehrt wurden, Felszeichnungen, alte nubische Gerätschaften, Figuren nubischer Krieger, alte Landkarten, Pferdeschmuck, Waffen, eine 8 Meter hohe Statue von Ramses II., all das gib es hier zu begutachten. Auch ein altes Senet-Spiel war dabei. Es war ein Vorgänger des Schachspiels, welches im Alten Ägypten von allen Bevölkerungsschichten bis hin zum Pharao gespielt wurde. Es gibt viel zu sehen. Man kann hier Stunden verbringen.

    Überreste einer Kartonage

    Sarg mit sehenden Augen

    Mumie von Hor-Wdja, Wesir und Schatzmeister aus der 22. Dynastie

    Ramses II.

    Antike Felszeichnungen

    Kaum zu glauben, das ist ein Kamm

    Senet-Spiel

    Szene aus dem Leben in Nubien

    Weitere Szene

    Im Anschluss, der Nachmittag war bereits fortgeschritten, fuhr ich zum Unvollendeten Obelisken. Auch in Assuan befand sich – oder befindet sich – ein Steinbruch. Hier wurden die vielfach benötigten Obelisken gehauen, große und lange, spitz zulaufende Steinpfeiler, die aus einem einzigen Stück bestanden. Ich folgte dem vorgegebenen Weg im Steinbruch und kam zum Objekt der Begierde. Das Besondere an diesem Obelisken ist eben, dass er nicht fertiggestellt wurde, weil er während des Heraushauens aus dem Rosengranit einen Riss bekam und somit wertlos wurde. Es wird vermutet, dass er unter der Königin Hatschepsut begonnen wurde und für den Tempel von Karnak bestimmt war. Was wirklich interessant ist: Man sieht genau die Arbeitsweise der alten Ägypter anhand der bereits entstandenen Vertiefungen rund um den Obelisken. Die Arbeiter haben so lange mit Kugeln aus härterem Gestein, dem Basaltgestein Dolerit, rund um den Obelisken geschlagen, bis Kuhlen entstanden, immer tiefere Kuhlen, so lange, bis der fertige Obelisk vollständig herausgearbeitet war und er abtransportiert werden konnte. Schon irre. Das muss ewig dauern, war aber bei vielen alten Völkern eine gängige Art und Weise, um Gestein in die gewünschte Form zu bringen. Dumm waren die Ägypter nicht, und sie hatten viel Zeit und viele Arbeiter.

    Der Unfertige Obelisk

    Mit diesen Kugeln wurde der Stein behauen

    Man sieht hier gut die mit den Kugeln geschlagenen Kuhlen

    Und dann fuhr ich zurück zu meiner Unterkunft in Gharb Aswan. Ich hatte eine Fahrt mit einer traditionellen Feluke in der Abendstimmung auf dem Nil gebucht und sollte um 17:00 Uhr abgeholt werden. Also zog ich schnell frische Sachen an und wartete vor dem Haus. Man kam mit einem Motorrad mit Anhänger, ließ mich darauf Platz nehmen, und fuhr zu einer Anlegestelle am Fluss.

    Ein ca. 20-jähriger Nubier erwartete mich auf seinem Boot. Ich stieg zu und machte es mir gemütlich. Er brachte die Segel in Stellung, und wir legten ab, fuhren den Nil hinauf. Er erzählte mir viel, was aber nicht bedeutet, dass ich auch viel verstanden habe. Ist manchmal nicht ganz leicht mit diesem arabischen Englisch. Er verachtete Ägypter. Aufgrund ihrer Hautfarbe waren die Nubier, deren Herkunftsgebiet weitestgehend deckungsgleich mit dem Sudan ist, stets ein Volk zweiter Klasse. Man soll es kaum glauben, im Sudan gibt es mehr Pyramiden als in Ägypten. Das Volk wäre es wert, dass man sich näher mit ihm beschäftigt, doch man kann eben nicht alles machen. Ich erfuhr noch, dass er mit seinen Freunden gern Alkohol trinkt und Einiges mehr.

    Mein Boot wartet schon

    Letzte Vorbereitungen

    Wir fahren los

    Wir fahren in Richtung des Staudamms

    Blick über den Nil zur Nekropole Qubbet el-Hawa

    Dieses Hotel liegt auf der Insel Elephantine

    Wir fuhren entlang der großen Flussinsel Elephantine – zu ihr später mehr – zwischen Elephantine und Kitchener Island, auf dem sich ein Botanischer Garten befindet, ließen uns treiben, ganz ruhig und leise, ganz gemächlich. An dieser Stelle hat der Nil keine große Fließgeschwindigkeit, wirkt fast wie ein See. Dann begann die Rückfahrt. Da ich in puncto Segeln völliger Laie bin, fragte ich mich, wie wir mit den Segeln wieder zurück kommen wollten, denn der Wind kam nun einmal von der anderen Seite, aber mittels einer Zickzack-Fahrt, dem so genannten „Kreuzen“, gelangten wir langsam wieder zurück. Die Sonne ging langsam unter, und es entstand eine herrliche Abendstimmung. Die Fahrt dauerte ca. 75 Minuten, und ich gab ihm ein Trinkgeld.

    Die Sonne geht unter

    Als ich wieder am Ufer war, kam ein weitestgehend zahnloser Ägypter auf mich zu. Er fragte mich, ob ich denn nicht die Gräber von Qubbet el-Hawa, sie lagen über uns am Berg, besuchen wolle. Er bot sich mir als Führer an. Um ihn loszuwerden, erzählte ich ihm, dass ich das in einigen Tagen machen wollte, was durchaus der Wahrheit entsprach, und dann gern wieder auf ihn zukommen würde, was jetzt nicht so ganz der Wahrheit entsprach. Hauptsache dieser nervende Typ würde bald verschwinden. Es ist schön hier, unterhalb von Qubbet el-Hawa, ein Sandgebiet, viele Kamele waren hier angebunden und warteten auf eventuelle Ausritte.

    Am anderen Ufer

    Kamele unter Qubbet el-Hawa

    Abendessen

    Auch heute speiste ich wieder im Haupthaus meiner Unterkunft. Der einzige Unterschied zum Essen am vorherigen Tag war, dass es neben Nudelsuppe, Hähnchen, Brot, Reis und Gemüse auch noch Hackbällchen (Koftas) gab. Doch es war in Ordnung, denn schließlich schmeckte es hervorragend. Und mit Blick auf den Nil schmeckt es doppelt so gut. Beim Schreiben auf dem Notebook auf meinem Balkon schlich sich ein Gecko unter die Balkondecke. Die Kuppelruine von Qubbet el-Hawa oben auf dem Berg wird im Dunkeln angestrahlt. Das sieht sehr gut aus. Und so fand ein weiterer wunderbarer Tag so langsam sein Ende. Ich musste heute früher ins Bett, da ich am nächsten Morgen früh starten wollte.

    Besucher

    Liebe Grüße

    Heiko

    Heute sind die guten, alten Zeiten, nach denen Du Dich in 10 Jahren sehnst. Genieße sie!!!

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