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die Kohletunnel von Bakar in Kroatien

  • claus-juergen
  • 13. November 2022 um 11:48
  • claus-juergen
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    • 13. November 2022 um 11:48
    • #1

    In Bakar wenige Kilometer südlich der Hafenstadt Rijeka gibt es ein Industriedenkmal der besonderen Art. Es handelt sich um die Reste einer Eisenbahn die einst von einer Seite der Bucht auf die andere Seite verlief. Dies noch dazu in zwei Tunneln. Einer teilweise an Land bzw. auf Stelzen im Meer während der andere das Meer unterquerte. Doch der Reihe nach.

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    Auf diesem Bild kann man gut erkennen, daß der viereckige Tunnel bis zur Kohlehalde reicht. Der einstige Zweck ist schnell erklärt. Oberhalb des Kohlebergs sieht man die Jadranska Magistrale.

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    Dort wo bis heute Schiffe aus Übersee Kohle anlanden wurde diese einst zuerst durch diesen Tunnel mittels einer Schmalspurbahn die im Meer parallel zur Küste verlief bis zum eigentlichen Kohletunnel und dann durch diesen auf die andere Seite der Bucht gefahren.

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    Auf diesem Bild sieht man im Vordergrund den viereckigen Tunnel. Links davon ist der Berg Kohle. Rechts davon die Stadt Bakar. Im Hintergrund erkennt man zwei Tanks. Unterhalb von denen befand sich eine Kokerei. Was das ist erklärt uns Wikipedia.


    de.wikipedia.orgKokerei –


    Wikipedia


    de.wikipedia.org


    Die Bahn führte bis zu diesem Tunnel. Von dort aus ging es unter dem Meer quer durch die Bucht auf Schienen bis zur Kokerei. Da sowohl die Kokerei als auch die angelandete Kohle einen ziemlichen Dreck durch Staub und Rauch verursachte wurde beides nicht direkt bei Bakar gebaut. Zudem fehlte dort der Platz. Somit blieb nur die Lösung auf der einen Seite die Importkohle von Schiffen anzulanden und auf der anderen Seite die Kokerei zu bauen.

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    Genauso wie auf dieser Seite schaut der Tunnelausgang auf der anderen Seite aus. Daneben befindet sich ein Hotel. Sicherlich war das vor einem halben Jahrhundert ein toller Ausblick für die Hotelgäste. Hinzu qualmte die Kokerei und staubte es drüben beim Löschen der Kohlefrachter.

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    Das Industriedenkmal Kohletunnel wurde mittlerweile anders gestaltet.

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    Dahinter versperrt seit der Schließung dieses Gitter den Eingang. Ob der Tunnel mittlerweile abgesoffen ist weil er undicht wurde, kann ich zwar nicht sagen. Allerdings ist das wohl wahrscheinlich.

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    Warum dieser Aufwand hier betrieben wurde um Kohle auf diese Weise über eine relativ kurze Distanz zu transportieren ist nicht ganz geklärt. Für den Standort spricht die Nähe zur Industriestadt Rijeka. Neben der Kokerei, die vor vielen Jahren abgerissen wurde befindet sich heute eine Raffinerie. Das Rohöl wird allerdings nicht hier angelandet, sondern auf der Insel Krk und von dort mittels einer unter dem Meer verlegten Pipeline an Land gepumpt. Auf Krk ist das Gelände wesentlich flacher und Platz ausreichend vorhanden.

    Der erste Tunnel wurde wohl deshalb gebaut, weil möglicherweise direkt nach dem Aufladen der Waggons die Staubentwicklung ziemlich stark war. Auch die hier gelegentlich herrschende Bora dürfte eine Rolle gespielt haben. Dann ging es etwa 300 Meter auf Schienen weiter bis zum Kohletunnel unter dem Meer.

    Und dann gibt es noch eine ganz andere Erklärung für den Bau der Kohlebahn mit den Tunneln. Josip Broz Tito war in der Festung von Bakar in der Zwischenkriegszeit inhaftiert weil er sich bereits damals politisch gegen das Königreich Jugoslawien betätigt hatte. Deshalb sprechen manche davon, daß die Entscheidung, in der Bucht von Bakar einen Kohlehafen und eine Kokerei zu errichten als eine Art späte Rache des Dikators an der Stadt angesehen werden kann. In Bakar selbst gibt es nur die schmale Straße an der Küste die wohl ungeeignet für den zeitgleichen Schienen- und Straßenverkehr gewesen wäre.


    Die bis zum heutigen Tag hier aus Übersee importierte Kohle geht seinerzeits ins benachbarte Ausland. Per Zug wird die Kohle nach Tuzla und Sarajewo gefahren um dort in Kohlekraftwerken verfeuert zu werden. Ob das arme Land Bosnien-Herzegowina in nächster Zeit auf Kohlestrom verzichten kann weil erneurbare Energien in dem Maße ausgebaut werden bezweifle ich. So wird oder muß wohl Bakar noch eine Zeit lang mit dem Dreck und dem Anblick des Kohlebergs vor der Haustüre leben.


    Der ehemalige Kohlebergbau in Labin auf der Halbinsel Istrien und das dort befindliche Kohlekraftwerk bei Plomin haben mit dieser Einrichtung hier übrigens nichts zu tun.

    Jürgen

  • Daniel_567
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    • 13. November 2022 um 19:39
    • #2

    Hallo Jürgen.

    Danke für diesen interessanten Bericht über Bakar und deren Geschichte.

    Bisher bin ich an Bakar immer nur vorbeigefahren. Aber wenn ich mal wieder dort in der Nähe bin, werde ich mir den Ort und die Tunnel auch einmal genauer ansehen.

    Das Kraftwerk Plomin kenne ich ja schon aufgrund eines kleinen Navigationsfehlers im Sommer 2019. ;)


    Viele Grüße, Daniel.

  • claus-juergen
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    • 13. November 2022 um 21:09
    • #3
    Zitat von Daniel_567

    ...Bisher bin ich an Bakar immer nur vorbeigefahren. Aber wenn ich mal wieder dort in der Nähe bin, werde ich mir den Ort und die Tunnel auch einmal genauer ansehen.

    hallo Daniel,

    dann mußt du unbedingt hier direkt am Meer etwas futtern. Die kleine Kneipe hat nur Fischgerichte und auch nur ein paar Tische draußen. Drinnen ist es zu eng.

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    Ich war dieses Jahr schon zwei mal auf der Durchreise dort und habe jedes mal nur wegen dieser Konoba meine Reise unterbrochen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_71193

    Ligne für zwei Personen. Dazu einen Zhlatina (Weißwein von der Insel Krk)

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_71190

    Die Preise sind niedriger wie in den Touristenhochburgen.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_71192

    Die Fischsuppe habe ich noch nie probiert. Vielleicht beim nächsten Mal.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_71194

    Das Quellwasser vom ehemaligen Waschplatz nebenan strömte Anfang Oktober mit Wucht ins Meer.

    ?random=0&maxWidth=0&embedded=0#imageAnker_71195

    Nur Parken ist derzeit schwierig in Bakar weil in der Straße neue Wasserleitungen verlegt werden. Bis nächstes Jahr könnten diese Arbeiten abgeschlossen sein.

    grüsse

    jürgen

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  • Kohletunnel

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