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  2. waldi

Beiträge von waldi

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 20. Oktober 2025 um 17:49

    H: Székesfehérvár, Kreisstadt, Komitat Fejér in Westungarn

    In einer Nische an der Fassade des Hauses in der Lépcső utca 1 in Székesfehérvár mit Blick auf die Liszt-Ferenc-Straße ist eine Nepomukstatue zu sehen. Weil bei meinem Besuch der Platz mit vielen Menschen gefüllt war bediene ich mich eines Bildes vom ungarischen Nepomukexperten Attila Terbócs.

    Székesfehérvár,_belvárosi_Nepomuki_Szent_János-szobor_2021_01.jpg
    Autor: Pasztilla aka Attila Terbócs
    Quelle: Wikimedia

    Rechts im Bild führen Stufen die Lépcső utca, die Treppengasse, hinauf zur Stefansbasilika.

    Székesfehérvár Lépcső utca1.jpg

    Székesfehérvár Lépcső utca2.jpg

    Székesfehérvár Lépcső utca3.jpg

    Die Skulptur wurde um 1750 von einem unbekannten Bildhauer geschaffen.
    Mehr Informationen habe ich nicht gefunden.

    Székesfehérvár Lépcső utca4.jpg

    Székesfehérvár Lépcső utca5.jpg


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 19. Oktober 2025 um 10:05

    H: Vértesboglár, Kreis Bicske, Komitat Fejér in Westungarn

    Vor der Kirche in Vértesboglár, die dem Hl. Franz von Assisi geweiht ist...

    Vértesboglár1.jpg

    ...stehen drei Heiligenfiguren.

    Vértesboglár2.jpg
    Rechts steht der Hl. Florian und in der Mitte der Hl. Wendelin.

    Vértesboglár3.jpg Vértesboglár4.jpg

    Links steht der Hl. Johannes Nepomuk.

    Vértesboglár5.jpg

    Vértesboglár6.jpg

    Vértesboglár7.jpg

    Vértesboglár8.jpg

    Vértesboglár9.jpg

    Ich freute mich, dass sich diese Kirchentür öffnen ließ, doch ich wurde durch ein Gitter gebremst.

    Vértesboglár10.jpg
    Im Hauptaltar wird die Herz-Jesu-Statue vom Hl. Franz von Assisi (links) und dem Hl. Josef flankiert.

    Vértesboglár11.jpg
    Eines der Deckenfresken konnte ich etwas aufbereiten.

    Vértesboglár12.jpg

    Im Vorraum der Kirche entdeckte ich diese Tafel.

    Vértesboglár13.jpg
    Hat auch diese Gemeinde eine "deutsche Vergangenheit"? Meine Neugier war geweckt und ich sah mich nach weiteren deutschen Spuren um.
    Auf dem Kirchenplatz wurde ich fündig.

    Vértesboglár14.jpg
    Der Gedenkstein erinnert an die Vertreibung der ungarndeutschen Bevölkerung des Dorfes nach dem II. Weltkrieg.
    Dazu etwas Ortsgeschichte:

    Während der Zeit der türkischen Besatzung wurde das Dorf vollständig entvölkert. Im Jahr 1696 wurde erwähnt, dass Boglárpuszta aus einer Wiese und einem Wald besteht, der sich für den Holzeinschlag eignet.
    Im 18. Jahrhundert wurde das zerstörte Dorf von der Familie Esterházy zusammen mit den umliegenden Siedlungen gekauft und von deutschen Siedlern aus Bayern und dem Schwarzwald besiedelt, unter der Bedingung, dass „Ansiedler von gottesfürchtigen, friedlichen und gerechten Charakteren Boglárpuszta in Besitz nehmen“ würden. Der Graf gab den Siedlern drei abgabefreie Jahre Zeit, in denen die Wohnungen gebaut, die Rodung durchgeführt, das Vorbereiten der Felder, und die Anpflanzung von Weinbergen begonnen werden mussten. Auf die erfolgreiche Wiederbesiedlung folgte der Bau von Kirchen und Bildungseinrichtungen. Nach einer anfänglichen Kapelle wurde im Jahre 1810 mit Unterstützung der Familie Esterházy die römisch-katholische Kirche erbaut.
    Nach den Daten der Volkszählung von 1941 betrug die Einwohnerzahl des Dorfes 1288 Personen. Vor 1945 waren die Einwohner des Dorfes mehrheitlich Deutsche, nur zehn oder zwölf ungarischsprachige Familien lebten hier, die alle als landwirtschaftliche Hilfsarbeiter arbeiteten. Gemäß dem internationalen Abkommen wurden die deutschsprachigen Einwohner im Mai 1946 deportiert. Vierundachtzig Familien zogen weg, das war etwa 70% der Bevölkerung, und vierundneunzig ungarische Familien aus verschiedenen Teilen Rumäniens, der Tschechoslowakei und Ungarns wurden an ihrer Stelle angesiedelt. Nach der Wende bildeten die verbliebenen deutschstämmigen Bürger die Ungarndeutsche Nationalitäten-Selbstverwaltung. Diese veranstaltete eine Sammlung, und am 14. Mai 2021 wurde in Vértesboglár ein neues Denkmal zum Gedenken an die aus Boglar am 14. Mai 1946 vertriebenen 806 ungarndeutschen Bewohner eingeweiht. Am Denkmal ist die damalige Kundmachung in beiden Sprachen zu lesen.

    Vértesboglár15.jpg

    Mein Foto lässt die Schrift kaum erkennen. Deshalb zeige ich die "Kundmachung bezüglich der Rücksiedlung der Deutschen aus Ungarn nach ihr Mutterland" in lesbarer Fprm.

    Vértesboglár16.jpg

    Ein Sack mit 100 kg! Was würde ich da wohl einpacken?
    Ich halte dieses Vorgehen der Siegermächte für eines ihrer größten Kriegsverbrechen!
    Ein trauriges Kapitel unserer Geschichte das sich hoffentlich nicht wiederholt!


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 18. Oktober 2025 um 11:07

    H: Vértesacsa, Kreis Bicske, Komitat Fejér in Westungarn

    An der Hauptfassade der römisch-katholischen Kreuzauffindungskirche in Vértesacsa befindet sich in der linken Wandnische eine steinerne Statue eines Nepomuks die mit dem Heiligen Sebastian gepaart ist.

    Vértesacsa1.jpg

    Im Jahr 1688 wurde diese Kirche zusammen mit dem Dorf von den umherziehenden Türken niedergebrannt. Am Anfang des XVIII. Jahrhunderts gehörten die ungarischen Bewohner des Dorfes der reformierten Kirche an aber durch den Zustrom von deutschen Einwanderern wurde das Dorf katholisch. Im Jahr 1740 ließ der Gutsbesitzer Graf Friedrich Schmidegg de Sárladány ein Oratorium mit Glockenturm errichten. Die Fassade war mit acht Statuen geschmückt – Figuren des Guten Hirten, der Jungfrau Maria, des Hl. Johannes Nepomuk, der Hl. Barbara, des Hl. Florian, des Hl. Josef, des Hl. Rochus und des Hl. Sebastian. Einen Teil der Figuren der 1741 geweihten Kapelle wurde später von den Paulisten in die zwischen 1768 und 1780 neu erbauten Kirche gebracht, und die Statuen des heiligen Johannes von Nepomuk und des heiligen Sebastien wurden in den Nischen des Gebäudes aufgestellt. Die Reste der anderen Statuen fand man 1970 in einem Getreidespeicher der abgerissen wurde. Sie kamen nach Székesfehérvár.

    Vértesacsa2.jpg

    Ursprünglich stand der Nepomuk in der Nische auf der rechten Seite der alten Kirche, damals noch gepaart mit der heiligen Barbara.

    Vértesacsa3.jpg

    Vértesacsa4.jpg

    Vértesacsa5.jpg


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 17. Oktober 2025 um 17:21

    H: Velence (Venedig), Kreis Gárdony, Komitat Fejér in Westungarn

    Vor der römisch-katholischen Kirche, die Szt. István (Stefan) geweiht ist, steht laut Denkmalschutzdaten eine Steinstatue, die im 18. Jahrhundert im spätbarocken Stil errichtet wurde. Die Modellierung und die ikonographischen Merkmale der heute zu sehenden Figur lassen Zweifel an der Datierung des 18. Jahrhunderts aufkommen, meint Attila Terbócs, der ungarische Nepomukexperte. Der Überlieferung zufolge ließ einer der Dorfbesitzer im Zeitraum von 1810 bis 1820 eine Statue für seinen Sohn Johannes Nepomuk Meszlény errichten (1817–1822), der nach heutigen Vorstellungen ein hyperaktives Kind gewesen sein könnte und schwer zu behandeln war. Der Legende nach wurde die Statue nach dem Tod des Kindes vor der Kirche aufgestellt.

    Velence1.jpg

    Das Denkmal ist durch einen massiven Steinzaun gut geschützt.

    Velence2.jpg

    Velence3.jpg

    Velence4.jpg

    Velence5.jpg
    Velence6.jpg

    Leider war auch diese Kirche verschlossen. So konnte ich das Nepomukgemälde darin nicht fotografieren.

    Am Rande des Kirchplatzes kann man sich im "Szent János Retro Szórakozóhely", einer Kneipe mit Nachtclub im Stil der 70er Jahre amüsieren.

    Velence7.jpg


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 16. Oktober 2025 um 13:43

    H: Tabajd, Kreis Bicske, Komitat Fejér in Westungarn

    Neben der Brücke über einen Bach der ins Váli-víz fließt, am Eingang zum Barfußweg in Tabajd, steht diese Nepomukstatue von 1790.
    Mehr habe ich zu diesem Nepomuk nicht erfahren können.

    Tabajd1.jpg
    Tabajd2.jpg

    Tabajd3.jpg

    Tabajd4.jpg

    Tabajd5.jpg

    Tabajd6.jpg


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • Sandskulptur in Tinnye

    • waldi
    • 15. Oktober 2025 um 14:25

    Seit 2019 habe ich in Tinnye keine Sandskulptur mehr gesehen, außer dem Osterhasen im letzten Jahr. Den hatte ich Euch hier schon gezeigt.

    Dieses Jahr entdeckte ich einen mächtigen Monolithen am Ortseingang.

    Tinnye Skulptur1.jpg
    Der Künstler hat das Material gewechselt.

    Tinnye Skulptur2.jpg
    Auf der Rückseite ist eine Informationstafel angebracht.

    Tinnye Skulptur4.jpg
    Der Text besagt sinngemäß: Errichtet im Jahre 2024 zum 750. Jahrestag der Gründung der Siedlung, zum Gedenken an die Helden und Opfer der Gemeinde im 20. Jhd.
    Die Gemeinde Tinnye
    Schöpfer: Ferenc Monostori

    Hmmm....
    Was hat ein schlafendes Mädchen mit den Helden und Opfern des Ortes zu tun?
    Neugierig wie ich bin, habe ich ein bisschen gegraben und habe herausgefunden was es mit dem Mädchenkopf auf sich haben könnte.

    Die Legende zur Entstehung des Garancsi-Sees.
    Während der Türkenzeit lebte ein Adliger namens Csepke Hajmási in einer Burg in der Nähe von Tinnye, die von den Einwohnern als "Kleines Schloss" bezeichnet wurde. Dieser Herr hatte eine schöne unverheiratete Tochter, die der Sohn des türkischen Kommandanten des nahegelegenen Schlosses Zsámbék einmal auf der Jagd sah und sich unsterblich in das schöne Mädchen verliebte. Auch sie verliebte sich in den feschen Burschen. Um zu verhindern, dass die Eltern diese unschickliche Beziehung entdeckten, trafen sie sich heimlich an einem der schönsten Punkte der Gegend, in einem Tal, das von hohen bewaldeten Bergen umgeben war, wo sich eine erfrischende Quelle unter Trauerweiden befand. Unser Herrgott konnte aber nicht länger zusehen, dass ein ungarisches christliches Mädchen sich freiwillig in die Arme eines ungläubigen Heiden werfen würde. Es öffnete sich die Erde unter ihnen und verschlang sie beide, und das Wasser des Brunnens überschwemmte das gesamte Tal. Daraus entstand der noch heute existierende Garancsi-See, der seinen Namen von dem türkischen Jungen erhielt. Und an der Stelle des Brunnens gibt es immer noch einen Wirbel im Wasser des Sees, der in den Jahrhunderten seit seiner Entstehung mehr als eine hanfröstende Jungfrau oder ein badendes Kind mitgerissen hat.

    Der Garancsi-See liegt am Rande von Tinnye in Richtung Piliscsaba, in einer wunderschönen Umgebung. Der einzige See der Region ist ein beliebtes Ausflugsziel. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird er erstmals in einer Karte erwähnt. Lange Zeit galt er als natürlichen Ursprungs, aber nach neueren Forschungen entstand er durch anthropogenen Einfluss irgendwann im Mittelalter, in einem Tal mit lehmigem Boden, das durch Straßenbau blockiert wurde. Seine Wasserversorgung wird nicht durch Quellen gewährleistet, wie bisher angenommen, sein Wasservolumen ist ausschließlich eine Funktion des Niederschlags. Im Sommer 2000 wurde hier größtenteils der Film "Glastiger" gedreht und später mehrere Szenen der zweiten und dritten Fortsetzung des Films. Der Buffetwagen, der während der Dreharbeiten verwendet wurde, blieb vor Ort und wurde zu einer Touristenattraktion am Ufer des Sees.

    In Verbindung mit dem See und seiner Umgebung haben sich in den umliegenden Siedlungen mehrere Legenden und Erzählungen entwickelt. Die obige Geschichte ist eine davon.
    Ich fand zwar keinen Beleg dafür, aber das Mädchengesicht im Monolithen soll vermutlich die verschwundene Fürstentochter darstellen.


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 15. Oktober 2025 um 10:21

    H: Perbál, Kreis Budakeszi im Komitat Pest

    Eigentlich dachte ich, diesen Nepomuk schon vor einigen Jahren hier vorgestellt zu haben. Doch meine Suche im Forum blieb erfolglos. Dann hole ich es hiermit nach.
    Er steht an der Hauptstraße vor dem Pfarrhaus in Perbál.
    Die ersten drei Bilder stammen aus dem Jahr 2012.

    Perbál1.jpg

    Perbál2.jpg

    Perbál3.jpg

    Mit Freude stellte ich fest, dass er inzwischen restauriert wurde.

    Perbál4.jpg

    Perbál5.jpg

    Perbál6.jpg

    Perbál7.jpg

    Sogar die Inschrift im Sockel ist wieder lesbar. Bravo!

    Perbál8.jpg

    Zu Ehren des allmächtigen Gottes und in Verehrung des Hl. Johannes, gewidmet dem Gedenken an Josef Tserno, Bürger der königlichen Stadt Esztergom der an diesem Ort seinen Tod fand, aufgestellt von seiner Lebensgefährtin Anna Gubovics im Jahr 1820.


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 14. Oktober 2025 um 17:55

    H: Pákozd, Kreis Gárdony, Komitat Fejér in Westungarn

    Hinter der römisch-katholischen Szent József-templom (St. Josef-Kirche) steht eine spätbarocke Nepomukstatue.

    Pákozd1.jpg
    Pákozd2.jpg
    Pákozd3.jpg

    Pákozd4.jpg

    Pákozd5.jpg

    Die Inschrift im Sockel verrät uns dass das Denkmal 1834 aufgestellt wurde.

    Pákozd6.jpg

    Ursprünglich wurde die Statue des Hl. Johannes Nepomuk im Jahr 1834 aufgrund der Spende von Sándor Szabó, dem Kassierer des Gutshofes, vor dem herrschaftlichen Verwaltungsgebäude enthüllt. Der Zeitpunkt der Umsiedlung an die Kirche ist mir nicht bekannt.


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • Martonvásár in der Tök Jó Hét

    • waldi
    • 13. Oktober 2025 um 23:40
    Zitat von claus-juergen

    Offizielle Biografien des bekannten Komponisten verschweigen diese Tatsache.

    Das ist nicht so, Jürgen. Ich habe meine Informationen größtenteils von der deutschen Wikipediaseite von Ludwig van Beethoven. Dort ist eine ausführliche Abhandlung dem Verhältnis zwischen ihm und der Gräfin Josephine Brunsvik gewidmet und belegt. Und sie war wahrhaftig nicht die einzige der ein Verhältnis zu Beethoven nachgesagt wird.

    Gräfin Josephine Brunsvik

    250px-Josephine_Brunsvik.jpgGräfin Josephine Brunsvik als Gräfin Deym, unbezeichnete Bleistift-Miniatur, vor 1804

    Besonders freundschaftlich wurde Beethoven von der ungarischen Familie Brunsvik aufgenommen. Die Schwestern Therese, Josephine, Charlotte und ihr Bruder Franz begegneten dem Komponisten erstmals 1799.[72] Als die Familie nach 18 Tagen wieder in ihre ungarische Heimat zurückkehrte, schrieb Beethoven in Josephines und Thereses Album einen Auszug von Goethes Gedicht Ich denke dein.

    Auf Drängen der Mutter, die ihre schöne Tochter mit einem wohlhabenden Adligen vermählen wollte, heiratete Josephine Brunsvik noch im Sommer 1799 den Grafen Joseph von Deym, zog zu ihm nach Wien und gebar in ihrer kurzen Ehe vier Kinder. In dieser Zeit war Beethoven regelmäßiger „standhafter Besucher der jungen Gräfin“[73] und erteilte ihr „viele Stunden hintereinander“ „kostenlos“[74] Klavierunterricht. Nachdem Graf Deym Anfang 1804 unerwartet gestorben war, entwickelte sich zwischen Beethoven und Josephine eine Liebesbeziehung. Zwischen 1804 und 1809 schrieb Beethoven ihr mindestens vierzehn teils leidenschaftliche Liebesbriefe, in denen er sie unter anderem als „Engel“, „mein Alles“ und als seine „einzig Geliebte“ bezeichnete und ihr „ewige Treue“ schwor. Trotz heißer Liebesworte blieben aber beide Partner nicht nur vor der Verwandtschaft, sondern auch in den Briefen bei der förmlichen Anrede „Sie“, während Beethoven Josephines Bruder Franz ja duzte.[75] Der Briefwechsel, soweit erhalten, dokumentiert denn auch die seelischen Konflikte des Paares, die aus dem Widerspruch zwischen ihren persönlichen Gefühlen und den Zwängen der Realität resultierten:[76] Josephine hatte vier Kinder zu versorgen, und im Falle einer Heirat mit dem nichtadligen Beethoven hätte sie die Vormundschaft für sie verloren.[77] Im Herbst 1807 zog sich Josephine schließlich auf Druck ihrer Familie von Beethoven zurück. Bereits 1805 hatte Therese voller Besorgnis an Charlotte geschrieben: „Aber sage mir, Pepi und Beethoven, was soll daraus werden? Sie soll auf ihrer Hut sein! … Ihr Herz muß die Kraft haben nein zu sagen, eine traurige Pflicht, wenn nicht die traurigste aller.“[78]

    1810 ging Josephine eine zweite Ehe mit dem estländischen Baron Christoph von Stackelberg ein, die sich für sie äußerst unglücklich entwickelte. Ende Juni/Anfang Juli 1812 verließ Stackelberg sie. In ihrem Tagebucheintrag vom 8. Juni 1812 heißt es: „Ich habe heute einen schweren Tag. – Die Hand des Schicksals ruht düster auf mir – Ich sah nebst meinem tiefen Kummer auch noch die Entartung meiner Kinder und – fast – aller Muth wich von mir –!!!“[79] Kurz darauf notierte sie in ihrem Tagebuch, dass sie beabsichtigte, nach Prag zu reisen: „St. will daß ich mir selbst sitzen soll [er hat mich sitzen gelassen]. er ist gefühllos für bittende in der Noth. […] Ich will Liebert in Prague [!] sprechen. ich will die Kinder nie von mir lassen. […] Ich habe Stackb zu liebe [mich] physisch zugrunde gerichtet indem ich […] noch so viele Kummer und Krankheit durch ihn zugezogen habe.“[80] In Prag traf Beethoven am 3. Juli eine Frau, die er drei Tage später in einem (nie abgeschickten) Brief an sie, ohne ihren Namen zu erwähnen, seine „Unsterbliche Geliebte“ nannte. Der Brief ist nicht nur seiner intimen Sprache wegen bemerkenswert, sondern auch deshalb, weil es sich hierbei um den einzigen erhaltenen Brief Beethovens an eine Frau handelt, in dem er die Adressatin durchweg duzt.[81]

    1817 notierte Therese, die weiterhin mit Beethoven in Verbindung blieb, in ihrem Tagebuch über ihre kranke Schwester: „Ob Josephine nicht Strafe leidet wegen Luigi’s Weh? Seine Gattin – was hätte sie nicht aus dem Heros gemacht!“[82] Eine Tagebuchnotiz Thereses von 1848 lautet: „Ich Glückliche hatte Beethovens intimen, geistigen Umgang so viele Jahre! Josephinens Haus- und Herzensfreund! Sie waren füreinander geboren und lebten beide noch, hätten sie sich vereint.“[83]

    Zahlreiche Beethoven-Forscher, vor allem im deutschsprachigen Raum, darunter La Mara, Siegmund Kaznelson, Harry Goldschmidt, Brigitte und Jean Massin, Marie-Elisabeth Tellenbach, Carl Dahlhaus und Rita Steblin, halten Josephine für Beethovens „Unsterbliche Geliebte“. Neun Monate nach dem wahrscheinlichen Treffen der beiden in Prag brachte Josephine ihre Tochter Minona (* 8. April 1813 in Wien; † 21. Februar 1897 ebenda) – Minona ist ein Palindrom zu Anonym – zur Welt. Sie soll in jungen Jahren eine verblüffende („striking“) Ähnlichkeit mit Beethoven gehabt haben.[84] Daher erachten etliche Forscher es für wahrscheinlich, dass Beethoven der leibliche Vater Minonas ist.[85][86]

    Quelle: Wikipedia


    Liebe Grüße von waldi :174:

  • (14) SANKT NEPOMUK, der Brückenheilige, Teil 14

    • waldi
    • 13. Oktober 2025 um 20:36

    H: Martonvásár, Kreisstadt, Komitat Fejér in Westungarn

    Die Suche nach Nepomukstatuen führte mich Ende September an einem Samstag auch nach Martonvásár, einer Kleinstadt mit etwa 6000 Einwohnern in der Mitte zwischen Budapest und Székesfehérvár. Ich wunderte mich über die vielen Menschen im Zentrum des Ortes und hatte Mühe einen Parkplatz in der Nähe der Kirche zu finden, wo der gesuchte Nepomuk stehen sollte. Ich stellte fest, dass ich in der "Tök Jó Hét" zu Besuch war. Mehr darüber findet Ihr hier.

    Ich fand das gesuchte Denkmal an der Kirche im Schlosspark.

    Martonvásár1.jpg

    Der Nepomuk ist rechts neben der Kirche im dunklen Schatten kaum erkennbar.

    Das Brunszvik-Schloss ist an die Kirche angebaut.

    Martonvásár2.jpg
    Die Statue wurde 1775 von der Familie Brunszvik an der Brücke des Baches Szent László aufgestellt, von wo aus sie in den 1950er Jahren neben die Kirche umgesiedelt wurde.

    Martonvásár3.jpg

    Martonvásár4.jpg

    Martonvásár5.jpg

    Martonvásár6.jpg

    Martonvásár7.jpg

    Im Sockel ist das kleine Wappen derer von Brunszvik zu sehen.

    Martonvásár8.jpg

    In der Kirche steht auch ein Nepomukaltar mit dem Gemälde Nepomuks Himmelfahrt. Aber auch an diesem Samstag war die Kirche leider verschlossen.


    Liebe Grüße von waldi :174:

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