Ich hab den Blutmond auch gesehen, meine Kamera leider nicht, bzw. hat nicht so funktioniert wie ich das wollte.
Beiträge von Grizzly
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Am Samstag war ich wieder da, Bilder etc. demnächst.
Wie man hinkommt:
B4 zwischen Quickborn und Bad Bramstedt auf der rechten Straßenseite, ab Ortsende Quickborn sind es 11 km. -
Zitat
Nebenbei bemerkt : Das Bezahlen mit Karte ( auch kleinste Beträge) ist in F viel weiter verbreitet als in D
In Schweden auch.Die französischen Autobahnen hab ich nur selten benutzt, weil ich von Heidelberg aus nur im Grenzgebiet herumgefahren bin.
Von den italienischen hab ich in Erinnerung, dass die Ende 70 provinzweise kleine Scheine rausgegeben haben, die nur in dieser Provinz galten - weshalb man in die Röhre geschaut hat, wenn man damit ein paar 100 km weiter bezahlen wollte. Wir haben die (auf einer Studentereise 1978) dann im internen Zahlungsverkehr unter uns benützt - ich erinnere mich noch an einen völlig zerfledderten 200-Lire-Schein, der wie der Schwarze Peter immer im Kreis herumgegangen ist. -
Hier war das Krankenrevier ...
und hier der Strafbunker.
Über die Bunkerhaft in Springhirsch habe ich keine Quellen gefunden, hier ein Bericht aus Dachau:
Zitat"Ich wurde nun in eine dunkle Zelle gesperrt, in der ich 14 Tage zubringen musste. Es war schrecklich, ganz alleine in vollständiger Dunkelheit zu sein. Drei Tage musste ich hungern, dann endlich, am vierten Tage bekam ich etwas zu essen. Ich wusste nie, wie spät es war, manchmal war das fast zum Verrücktwerden. Meine Unterhaltung war, dass ich mir mein eigenes Leben erzählte, ich erinnerte mich an meine Festnahme, als ich von meinem Geigenspieler denunziert worden war; sonst sang ich leise alle möglichen Opern- und Operettenmelodien, dann Schlager, und erfand selbst neue Melodien. Und ständig sprach ich etwas, zählte meine Schritte (Sitzen war nicht gestattet) von 10 bis 5.000. Oft fasste ich mich an die Stirn und fragte mich, ob ich noch klar von Verstande wäre."
httpss://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/station07.htmlVon der Latrine sind noch ein paar Ziegelreste übrig.
Auf dem Appellhof mussten alle Gefangenen morgens und abends anstehen, oft stundenlang, bei jedem Wetter. Wer nicht mehr laufen konnte, musste mitgeschleppt werden, einschliesslich der im Lauf des Tages oder der Nacht Verstorbenen.
Lagerältester Johannes Wehres und Lagerschreiber Sergiusz Jaskiewicz überleben die Torturen ebenso wie der schon erwähnte Richard Tackx und können nach dem Krieg zur Aufklärung beitragen.
Die Gedenkstätte kann jederzeit besucht werden, Eintritt ist frei (Spende erwünscht), mehr dazu:
https://www.kz-kaltenkirchen.de/index.php/besucherinformationen -
Nach alliierten Bombenangriffen räumte die SS das Lager und brachte die Gefangenen nach Wöbbelin/Mecklenburg, wo die Bedingungen noch grausamer waren als in Springhirsch. Die Überlebenden wurden dort am 2. bzw. 3. Mai 1945 von US-Truppen befreit.
In die Lagerbaracken in Springhirsch wurden nach dem Krieg deutsche Flüchtlinge einquartiert, in den 60ern nutzte die Bundeswehr das Gelände, das sie Ende der 60er aufgab und das Lager dem Erdboden gleichmachte. Damals gab es Vorbereitungen zu einem Großflughafen Kaltenkirchen, der Hamburg-Fuhlsbüttel ersetzen sollte, weshalb auch die Ortschaften Springhirsch und Moorkaten weitestgehend geräumt wurden.
ZitatIn den neunziger Jahren kam es immer wieder zu einer Spurensuche. An der vermuteten Stelle wuchs ein „Wald des Vergessens“, nichts wies hier auf die Existenz des ehemaligen KZ-Außenkommando Kaltenkirchen in Springhirsch hin. Da wurde zufällig 1994 eine überwucherte Betonplatte im Waldboden gefunden. Dies führte zu einer systematischeren Suche und zur Entdeckung der Fundamente des Waschraumes und der Latrinengrube des Lagers.
Damit bot es sich naturgemäß an, an dieser Stelle eine KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch zu errichten. Die Gedenkstätte entstand als das notwendige und folgerichtige Ergebnis des seit mehr als zwanzig Jahren bestehenden Willens, für die Jugend und für die breite Öffentlichkeit in der Region den eigenen zeitgeschichtlichen Hintergrund bewusst zu machen und wach zu halten, damit ähnliches Unrecht zukünftig niemals mehr angerichtet werden kann.
Nach diesem Aufdecken erster Spuren beteiligten sich eine Reihe von Schulen der Nachbargemeinden an den Arbeiten zur Gestaltung einer Gedenkstätte. Die mündeten in sogenannte Schulpatenschaften, die die Gedenkstätte zu einem Lernort der Geschichte machten.
Am 5. Juli 1999 wurde mit Hilfe der Stadt Kaltenkirchen der „Trägerverein für die KZ-Gedenkstätte Springhirsch“ gegründet. Gerhard Hoch wurde Vorsitzender des Vereins. Am 30. April 2000 konnte die Gedenkstätte feierlich eröffnet werden. Seitdem befindet sie sich in ständigem Ausbau. So konnte Anfang Dezember 2002 eine umfangreiche Dauerausstellung von Bildern, Grafiken und Texten auf Wandtafeln der Öffentlichkeit präsentiert werden. Seit dem April 2002 ist das Dokumentenhaus für Besucher geöffnet.
Ganzer Text: https://www.kz-kaltenkirchen.de/index.php/gesc…/nachkriegszeitDie Toten wurden an verschiedenen Stellen in der Umgebung meistens ohne irgendeine Zeremonie vergraben, zum Teil in unmittelbarer Nähe des Lagers. Funktionshäftlingen wie dem Lagerschreiber Sergiusz Jaskiewicz und dem Tischler [URL=Richard Tackx überlebte den fürchterlichen KZ-Aufenthalt, weil er und zwei Kameraden im April 1945 während einer Bombennacht aus dem Lager geflohen und von der Anwohnerin Herta Petersen in ihrem Hause versteckt und bis zum Eintreffen der Engländer versorgt worden war. Noch im Mai 1945 gelang es ihm, mit aus der Umgebung von Alveslohe zusammengetrommelten französischen Zwangsarbeitern und überlebenden Häftlingen mehr als 100 Holzkreuze an den Massengräbern aufzustellen. So konnte die Stelle in Moorkaten 1951 wiedergefunden werden. Heute befindet sich dort die von der Stadt Kaltenkirchen gepflegte Gräberstätte, die es ohne Richard Tackx nicht gäbe. ]Richard Tackx[/URL] gelang es, durch heimliche Grabbeigaben und unter Lebensgefahr angefertigten Protokolle die Identität vieler Toter aufzudecken.
ZitatRichard Tackx überlebte den fürchterlichen KZ-Aufenthalt, weil er und zwei Kameraden im April 1945 während einer Bombennacht aus dem Lager geflohen und von der Anwohnerin Herta Petersen in ihrem Hause versteckt und bis zum Eintreffen der Engländer versorgt worden war. Noch im Mai 1945 gelang es ihm, mit aus der Umgebung von Alveslohe zusammengetrommelten französischen Zwangsarbeitern und überlebenden Häftlingen mehr als 100 Holzkreuze an den Massengräbern aufzustellen. So konnte die Stelle in Moorkaten 1951 wiedergefunden werden.
Ganzer Text: https://www.abendblatt.de/region/norders…des-Vaters.html
Fernand und Francois LeBall waren wohl verwandt, evtl. Vater und Sohn ...Fernand LeBall finden wir in der Totenbuchliste von Neuengamme wieder:
ZitatAlles anzeigenVorname: Fernand Louis Marie
Nachname: Le Ball
Geburtsdatum: 16.04.1918
Geburtsort: Gommenech-par-Lanvollon
Geburtsland: Frankreich
Todesdatum: 17.03.1945
Todesort: Außenlager Kaltenkirchen
Francois LeBall ist dort ebenfalls verzeichnet, allerdings nur mit seinem Geburtsdatum 18.10. 1896.Ein Teil der Opfer sind drei Kilometer entfernt in Moorkaten begraben - jahrzehntelang war der Friedhof fälschlicherweise als "Kriegsgräberstätte" tituliert, das wurde erst in den 90ern korrigert.
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Elkes Kommentar zu meinem KZ-Wittmoor-Beitrag ...
Du hast uns auf eine KZ Gedenkstätte in Deiner Umgebung aufmerksam gemacht.
Es ist immer unbegreiflich, was sich in unmittellbarer Umgebung eines Wohnortes ereignen konnte.
Es gibt viele, viele solcher Plätze in Deutschland ( nicht nur in D)
Aber es braucht immer einige engagierte Menschen, die etwas gegen das Vergessen tun.
hat mich darauf gebracht, dass es bei uns in der Nähe noch andere KZ-Gedenkstätten gibt, und ich von einem auch schon Bilder habe, seit fast 4 Jahren.Vom ehemaligen KZ Springhirsch nahe Kaltenkirchen an der Bundesstraße 4 ist nicht viel übrig geblieben - und das, was jetzt daran erinnert, ist der unermüdlichen Aufklärungsarbeit engagierter Menschen zu verdanken, angefangen von Überlebenden dieses KZ.
Infobaracken des GedenkstättenvereinsZitatAb August 1944 errichtete das KZ Neuengamme eine Außenstelle in Springhirsch. Auf dem hier bereits vorhandenen Militärflugplatz sollten neuartige düsengetriebene Jagdflugzeuge eingesetzt werden. Dazu mussten die Start- und die Landebahn verlängert werden. 500 Häftlinge aus dem KZ-Neuengamme mussten hier unter unvorstellbaren Bedingungen arbeiten. Das Prinzip „Vernichtung durch Arbeit“ stand im Vordergrund und so sind bis zur Evakuierung des Lagers im April 1945 bis zu 700 Häftlinge elendig ums Leben gekommen.
Nach ersten Anfängen aus dem Jahre 1975, die Geschichte dieses Lagers zu erforschen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, dauerte es noch fast ein Vierteljahrhundert, bis endlich im Jahre 1999 der Aufbau einer Gedenkstätte begann und sich der Trägerverein für die KZ-Gedenkstätte Kaltenkirchen in Springhirsch gründete.
Ganzer Text und weitere Infos: https://www.kz-kaltenkirchen.de/index.php -
Noch ein paar Wittmoor-Bilder, jetzt ohne KZ (die Gedenkstätte lag nur zufällig auf meinem Weg ...):
Wenn man von der Gedenkstätte weiter geht, kann man nach ca. 1 km nach rechts in östlicher Richtung abbiegen und direkt auf einem Damm, auf dem früher die Moorbahn fuhr, ins Hamburger Gebiet laufen.
Irgendwo soll da noch ein Hinweisschild sein, aber ich hab's nicht gefunden, ebensowenig den Hamburger KZ-Gedenkstein -
aber irgendwo steht der. Alles was man an Hinweistafeln findet, sind Beschreibungen seltener Moorpflanzen,und ein Bronzegrab von ca. 1500 v.Chr.
In östlicher Richtung landet man irgendwann an der Alster und im Rodenbeker Quellental.
Aber davon hab ich schon Bilder von einigen Ausflügen, z.B. hier:
https://weitblickforum.de/forum/thread.php?threadid=1011 -
Das war zunächst die Willi-Bredel-Gesellschaft, die damals auch die Führung veranstaltet hat, ausserdem die Gesellschaft Chaverim - Freundschaft mit Israel. Es gibt im übrigen noch einen Gedenkstein auf Hamburger Gebiet, das war der erste:
httpss://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Wittmo…enkst.C3.A4tten
Das kam dadurch zustande, weil das Moorgebiet, auf dem die Gefangenen arbeiten mussten, riesengroß war, und in der Tat alle Gedenksteine auf dem ehemaligen KZ-Gebiet liegen. Korrekterweise müsste ein sichtbares Denkmal aber am ehemaligen Eingang aufgestellt sein, und der war eben vor dem heutigen Baumarkt an der Segeberger Chaussee, dessen Besitzer sich dem verweigerte. -
Zitat
@Grizzly- wirst Du noch Kontakt zu Deinem Berufskollegen aus Minnesota haben?
Ich hab's versucht - eine Emailadresse hab ich nicht gefunden. Und die Fax-Nummer, wenn sie stimmt, wär erst nach seiner Rückkehr hilfreich. Hingefaxt hab ich schon mal. -
Vorspann:
Neonazis aus der ganzen BRD wollten gestern in Hamburg einen "Tag der Patrioten" begehen, das bekommen sie durch alle Instanzen verboten. Eine große Gegendemo gibt's trotzdem, und Grizzly natürlich dabei.Hachmannplatz (am Hauptbahnhof) 10:30:
Tausende von Demonstranten sammeln sich, dazwischen locker kleine Polizeitrupps aus Hamburg, Bundespolizei und interessanterweise auch Bayern (München). Noch ist die Stimmung locker. Die Polizei hat ein "Kommunikationsteam" mit blauen Westen aufgestellt, ich frage sie, ob das jetzt sowas wird wie Blauhelme ? "Ja, so ähnlich".Die Hotelgäste (oder ist es Polizei ?) haben eine hervorragende Aussicht aufs Geschehen.
Anzumerken ist noch, dass auch die Theater ordentlich gegen die Nazis plakatiert haben,
wie hier das Schauspielhaus,und das Ohnsorg-Theater, standesgemäß, in der Landessprache.
Jetzt geht's langsam los, Richtung Rathaus.
Dort darf man anscheinend nicht hin,
sonst entsendet die Hauptstadt Wasserwerfer mit futuristischem Outfit
und grüne Räumfahrzeuge - wie die funktionieren, weiss ich nicht,
hab sie noch nie in Aktion gesehen - vielleicht besser so.Am Rathausmarkt und am Jungfernstieg gibt's Kundgebungen und ohrenbetäubende Musikbeiträge.
Kleine Polizeitrupps, diesmal aus Niedersachsen, stehen locker herum
und ziehen plötzlich Richtung Hauptbahnhof ab, als die Nachricht kommt, es wären Nazis gesichtet worden,
auf dem Weg per Bahn Richtung Bremen.Viele Demonstranten ziehen - ohne Formation - hinterher, ich auch.
Ich hab mir inzwischen eins von den Fähnchen "Hamurg bekennt Farbe" angesteckt.
An den Eingängen zum Hauptbahnhof stehen inzwischen Polizeitrupps, zunächst kommt man noch durch. Ich geh hier- und dorthin, einfach zu gucken was los ist (Irgendwo auf den Gleisen haben Nazis Gegendemonstranten überfallen, während aus deren Reihen Steine auf den Zug geflogen sind, in dem die Nazis saßen - hätte jetzt auch nicht sein müssen). Aber anstatt die Naziverbrecher mit vorgehaltener Waffe aus dem Zug zu holen und zu verhaften, hat die Polizei sie in eine S-Bahn nach Harburg gesetzt, wo sie friedlich weiter hetzen dürfen (oder nach Bremen fahren, die Richtung stimmt ja) und das geht natürlich gar nicht - das bekomme ich aber selber erst abends in den Nachrichten mit.
Vom Nordsteg Richtung Hachmannplatz kommt man nicht mehr durch, dort steht eine Polizeikette mit Hunden. Dafür versucht sich eine ältere amerikanische Touristin mit einer der Beamtinnen zu verständigen, die selber hilflos ist, weil sie von ihrem Posten nicht weg darf. Schliesslich bittet die mich, nach dem ICE Richtung Berlin zu sehen, wann der fährt ...
d.h. es ist noch Zeit, aktuell fährt eh nix. Die 45minütige Verspätung wird bald auf 70 Minuten erweitert.Das Problem:
Der Ehemann der Touristin, beide frisch aus Minnesota eingeflogen und hier völlig fremd, steht irgendwo draussen vorm Bahnhof und wird nicht duch die Polizeikette gelassen. Eine Kommunikation der einzelnen Polizeiketten untereinander ist nicht möglich, wie auch - hier Bundespolizei, da Niedersachsen, Hamburger, Hessen, Bayern, MeckPomm, alles durcheinander. Das Ehepaar hat SMS-Kontakt, Sprachverständigung geht nicht, da Umgebung zu laut.
Ich verspreche, rauszugehen und den Mann zu suchen, lasse mir Namen und Personenbeschreibung geben - älterer Herr im grüner Regenjacke - tippe meinerseits meinen Namen in das Mobilgerät der Touristin und gehe, mit meinem bunten Fähnchen wedelnd wie ein Touristenführer, nach draussen. Erkläre an jeder Polizeikette, was ich will, und sie lassen mich durch.
Irgendwo vorm Bahnhof läuft mir der per SMS inzwischen informierte Mann in die Arme. Ich lotse ihn ihn durch die Absperrungen zu seiner Frau und bringe die glücklich wiedervereinigte Familie noch zum Berliner Zug - irgendwann im Lauf des Nachmittags ist der dann wohl abgefahren.P.S.
Neugierig wie ich nun mal bin, setze ich mich abends an meinen Compi und google den Mann, finde ihn auch schnell - es ist ein Kollege.Was die Demo betrifft, so stehen die Leute noch etwa zwei Stunden lang bei Rap- und Rockmusik vorm Hauptbahnhof und verlaufen sich dann langsam. Die Randale im Schanzenviertel bekomme ich nicht mehr mit - für so einen Scheiss bin ich zu alt.