Spaziergang an der Nordküste von Madeira

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von tosca.

  • Als wir vor gut einem Jahr die Insel Madeira im Atlantik besucht haben, war natürlich nicht nur die touristisch erschlossene Südküste, sondern auch die weniger bekannte Nordküste mein Ziel. Zwischen den Ortschaften Sao Vicente und Ponta Delgada ragen die Felsen ziemlich steil fast ausnahmslos bis zur Küste. Nur gelegentlich gibt es flachere Einschnitte. Dort mündet meist ein Fluß ins Meer. So ein Fluß hat im Laufe von Jahrtausenden einiges an Geröll angeschwemmt.





    Von der Straße ER101 führen immer wieder mal Stichstraßen fast bis zum Meer.





    Die Brücke überspannt einen solchen Fluß. Dahinter befindet sich ein Meerwasserschwimmbad, welches nur im Sommer genutzt wird. Durch den starken Wellengang füllt es sich immer wieder neu mit Frischwasser. Folglich braucht man weder eine Entkeimung noch eine Umwälzung des Wassers. Im Meer selbst kann man nicht baden, weil der Wellengang fast ausnahmslos ziemlich stark ist.









    Direkt am Meer findet man eine schmale kurze Straße, die zu wenigen Häusern führt. Nur zwei scheinen noch bewohnt zu sein.




    Gehen wir mal zum Strand. Ein ganz normaler Tag im Dezember mit normalem Wellengang und normalem Wetter für den Norden der Insel. Wir sollten eine gute Stunde später noch einen kräftigen Regenschauer erleben. Der vertrieb uns von dieser Seite der Insel. Durch den Tunnel bei Sao Vicente ging es später nach Süden und dort erwartete uns nicht nur strahlender Sonnenschein, sondern auch wesentlich höhere Temperaturen. Aber auch das ist ganz normal auf Madeira.






    Ich folge dem schmalen Weg, weil mir bekannt ist, daß mich hier ein Saumpfad direkt am Felsen erwartet, der ursprünglich mal bis Sao Vicente verlief.





    Blick zurück. Winzige Parzellen werden auch heute noch zum Anbau von Zuckerrohr oder Bananen genutzt.









    Genau da will ich hin, obwohl ich jetzt schon weis, daß ich da nicht hin komme...







    Der Weg schaut bisher doch recht gut aus. Dazu irgendwie romantisch.












    Der Pfad wurde von Hand vor mehr als 100 Jahren in das weiche Vulkangestein gehauen. Er diente dem Transport von Waren zwischen den oben genannten Dörfern. Dieser Weg war einfacher als über die tiefen Taleinschnitte ständig rauf und runter zu laufen.




    Da vorne gehts für mich nicht mehr weiter. Das Gestein ist zu locker und naß. Der Pfad wird immer schmaler und ist überhaupt nicht abgesichert. Wie es weiter geht, seht ihr im folgenden Video. Ich glaube, darauf ist gut zu erkennen, warum ich hier umgedreht habe. Das kommt selten vor, aber hier mußte es einfach sein.


    Etwa nach gut fünf Minuten kommt die entscheidende Stelle.



    Vielleicht wird der Weg ja eines Tages wieder instand gesetzt. Die EU leistet sicherlich auch einen Beitrag dazu. Dann würde ich hier gerne die gesamte Strecke absolvieren. Aber so wie er jetzt ist, absolut nicht.


    Für mich war der "Spaziergang" hier trotzdem etwas Besonderes. Kaum ein Besucher der Blumeninsel kommt hierher. Dabei hat doch auch dieser Küstenabschnitt seine Reize.


    jürgen

  • Für mich war der "Spaziergang" hier trotzdem etwas Besonderes. Kaum ein Besucher der Blumeninsel kommt hierher. Dabei hat doch auch dieser Küstenabschnitt seine Reize.

    Schön, dass Du uns diesen Weg gezeigt hast. Ich würde den natürlich nie entlang gehen. ;)


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=1#imageAnker_20005


    Aber Du bist ja ziemlich trittsicher, 8) wie man schon auf einigen anderen Wanderrouten sehen konnte.


    Vielleicht wird ja auch noch mal der gefährliche Wegabschnitt (auf dem Video zu sehen) restauriert, wie es in Andalusien beim Camino del Rey der Fall ist.


    Durch den stark bewölkten Himmel, sehen manche Fotos richtig dramatisch aus. :thumbup:

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página. (Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Eine aufregende, tolle Küste !

    Aber dieser Weg wäre lebensgefährlich geworden. Ich habe mir das ausgesetzte Stück in dem Video angeschaut. Selbst dieses Filmteam scheint umgedreht zu sein.

    Könnte man auch die umgekehrte Richtung bis zu dieser Stelle gehen?


    Gruß,

    Elke

  • hallo Elke,


    ich bin wie oben schon erwähnt rechtzeitig umgekehrt. Anschließend sind wir zwar weiter nach Sao Vicente gefahren. Von dort aus hätte es auf der alten Straße weiter nach Porto Moniz gehen sollen. Die ist jedoch auch häufig wegen Steinschlag gesperrt. Da es aber in Sao Vicente stark geregnet hat, sind wir sofort in den Süden der Insel gefahren. Dort in Ribeira Brava war das Wetter dann völlig anders.


    Madeira kannst du in Bezug auf das Wetter mit Teneriffa vergleichen. Dort hast du im Süden praktisch immer höhere Temperaturen und Trockenheit im Vergleich zur Region um Puerto de la Cruz. Nur ist es in Madeira noch extremer und dazu häufiger.


    Aus diesem Grund habe ich erst gar nicht nach dem westlichen Einstieg in den Wanderweg gesucht.


    grüsse


    jürgen

  • was für ein Weg Jürgen, was für eine Kulisse - so ganz nach meinem Geschmack.


    Mir ist schon beim Anschauen des Videos schwindlig geworden, wie ist das erst wenn man dort entlang geht. Fantastisch.

    :blume17: Grüssle von tosca


    Nicht woher der Wind weht, sondern wie man die Segel setzt, darauf kommt es an!

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt dir der Thread, willst du was dazu schreiben,
    dann melde dich bitte an.
    Hast du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst du
    das Forum fast uneingeschränkt nutzen.