Herbst 2011/3: Zrmanja und Zadar

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  • Liebe Foris,

    da das Ganze ja immer schon bis auf Unwägbarkeiten ziemlich vorbereitet wurde, verlief auch die Fahrt zur Zrmanja Schlucht gelöst.



    Überwacht von einem besonders markanten Brocken des Velebitgebirgszuges ( hier zugleich Auffahrt zum bekannten und fast 6 km langen Sveti Rock Tunnel)





    Und – dank entsprechendem Hinweis fanden wir genau beim Telegrafenmasten 87 von der D54 abzweigend, die Schotterstr. zum touristischen Highlight.








    Besondere Mühe die Einfahrt zu erkennen, gab man sich ja nicht, wenn man dieses Schild betrachtet,
    (auf einer 1km langen schnurgeraden Str. , wo "gebrettert " wird).





    Für all jene, die noch nicht dort waren und ihren Wagen schützen wollen, hier schon mal den Weg









    Bei der Auffahrt auf den Hügel kratzte das Ding schon mal ans Unterblech.


    Aber dann wurden wir belohnt, auch wenn es ziemlich Niedrigwasser war







    mit Blick direkt hinunter





    Fasziniert von dem überaus malerischen Aussichtspunkt, ganz zu schweigen von den Erinnerungen an den Karl May Film , im Tal des Todes, mit Winnetou u. Old Shatterhand, fuhren wir weiter nach Obrovac und überquerten dort die Zrmanja





    Zu dieser Zeit und um den Mittag herum war das ein extrem ruhiges Örtchen. Also fuhren wir über die Serpentinenstr. hinauf und von Obrovac aus auf der rechten Seite der Zrmanja über Bilišane nach Kaštel Žegarski.



    Vorbei an einer geschlossenen, aber pittoresk in die Landschaft gebauten Kirche





    kamen wir zu einem zauberhaften Landschaftsdiamant mit ausdrucksvoller Brücke und still vor sich hin dümpelnder Zrmanja. Ein Klassiker






    Da der Hunger nagte, entschloss ich mich fälschlicher Weise über die andere Seite der Zrmanja zurück zu fahren.
    Was zwar landschaftlich nicht übel war, aber die Straße wurde zu einem kleinen extrem kurvigen Weg durch Gebüsch und Macchia,und führte uns schließlich laut Magen knurrend wieder hoch oben auf die D 54 bis nach Maslenica.


    Dort hatten wir ein schönes Lokal ausgesucht und wurden auch nicht enttäuscht.
    Frisch gesättigt und frohgemut machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten
    Ziel ,Zadar.


    Geplant war die Reise über Biograd na moru, da wir so kurz vor der Dämmerung in Zadar eintreffen wollten, um , wie aus Berichten ersichtlich, den tollen Sonnenuntergang bei der dortigen Meeresorgel erleben zu können.


    Wir waren noch nicht aus der Ausfahrt des Lokals, als mein treuer elektronischer Fahrtenhelfer meldete: Bitte sofort Reifendruck überprüfen!


    Ach ist das schön, heiß war es ja schon (32 °) aber jetzt kamen gefühlte 40 ° hinzu.


    Grund: Schlechtes Gewissen wegen der spitzen Schottersteine. Nun nach sofortigem Augenschein sah ich die Misere, die Luft war sichtlich entwichen.


    Wo jetzt eine Tankstelle? Zum Glück bei Posedarje auf der Landstr.


    Puhh. , aufpumpen und fahren. Ich hoffte in Biograd na moru einen Vukaniseur zu finden.


    (Ich kannte ja schon die Prozedur aus Erfahrungen in Meribel in Frankreich bei einem früheren Fahrzeug.)


    Nebenbei fuhr ich noch am Hafen vorbei, da ich wusste, dass am 21.9. in Biograd na moru
    ein Friedensprojekt (Mirno more) läuft, also ein Sozialpädagogisches Projekt für vom Krieg benachteiligte, aber auch arme Kinder. Da trafen sich dann 105 Schiffe einer sog. Friedensflotte.


    https://www.mirnomore.org/file…dien/mirnomare_fertig.pdf


    Leider gestattete mir ein weiterer Blick auf den Reifen nicht mich näher um zu sehen, zwar fuhr ich an der Marina vorbei und sah, dass diese schon proppenvoll war, aber ins Detail gehen konnte ich nicht mehr.


    Ich fuhr schnurstracks nach Zadar und fand gleich mal an der Stadtmauer einen Parkplatz , da sich komischer Weise der Reifen nach dem letzten aufpumpen noch als intakt erwies.


    Man kann z.B. gleich beim Eingang am Tor




    (gegenüber ist die lange Fußgängerbrücke über die Hafenbucht) für den dortigen Parkplatz nach dem Eingang rechts ein Billet für 5 Stunden kaufen.
    Bequemer wie Münzen.


    Hier die mit Palmen verzierte Hafenbucht




    Nach den ersten Schritten durch die hinreichend bekannten Altstadt Gässchen zum ebenso bekannten Forum und die unübersehbare markante Kirche Sv. Donat



    sowie am Narodni Trg, die städt. Loggia



    mit einer nicht so oft anzutreffenden Anschlagtechnik



    erreichten wir schließlich die berühmte Meeresorgel.









    Hier eine Kostprobe (Video der Kamera)




    Klangprobe









    mit dem ebenso außergewöhnlichen Gruß an die Sonne.



    Und staunten über die Größe der Fähre nach Ancona.




    Danach brachen wir wegen eines unguten Gefühls unsere Erkundungstour abrupt ab und liefen zurück zum Wagen.
    Das Gefühl trog nicht, der Reifen lag fast auf der Felge. Wollte mich wohl vorher ein bisschen foppen.


    Jetzt fiel mir auch noch ein, dass morgen Samstag war. Oh je (was aber in Kroatien eigentlich nichts sagt, denn die hatten sogar Sonntags noch offen). Wusste ich aber da nicht.



    Nun kurz erzählt, ich fuhr zur nächsten Tankstelle , die glücklicherweise nur 500m von der östlichen Stadtmauer am Ende des Hafenbeckens entfernt war.


    Also trotz Parkkarte für 5 Stunden zurück zu einer Tankstelle.


    Gott sei Dank wollte ich da in der falschen Richtung hinein, sogleich kam eine nette Polizistin aus einem düsteren Polizeiwagen, Marke alter martialischer Allrad, und bat mich in die richtige Richtung, obwohl ich direkt vor dem Aufbau der Luft für die Reifen war.


    Okay, hinterm Haus herum , ausgestiegen und in betonter Körpersprache entsetzt den Reifen angesehen. Dann ging ich in die Vollen. Soll heißen, ging kühn zum Polizeiwagen, die schauten entgeistert, ich bat die 'Fenster herunter zu klicken, und dann in Helmut Manier bat ich um eine Hilfestellung ( also die besagte Dame und zwei Herren, letztere sahen aus wie Catcher.


    Der eine knirschte schon mit dem gewaltigen Kiefer, dass ich heimlich dachte, ich komm jetzt in die Knochenmühle.


    Irgendwie kam mir plötzlich der Zusammenhang mit meinen vermeintlichen Sünden.

    AAAAber , so kann man sich täuschen. Mein lieblicher, hihi verzweifelter Antlitz voller Demut brachte wohl die Dame, die Englisch konnte, zum Schmelzen.


    Und , unglaublich, nach großem Palaver im Polizeiauto, also heute sagt man ,


    nach interkommunikativen verbalen Workshop im Auto,


    bot sie mir an, ich solle direkt hinter dem Polizeiwagen folgen, kurz sie versprach Hilfe mit einer Fahrt zu einer Werkstätte.


    Wohlgemerkt eine strenge Frau fordert mich auf, ihr zu folgen. Uaaaaahhhh
    Manche mögen das.


    So geschehen, nach kurzem Flugstress hinter dem Polizeiwagen vor einer Vulkaniseur Werkstatt gelandet. Und deshalb - wer immer auch das liest, herzlichen Dank an die Polizei von Zadar, war wirklich außergewöhnlich hilfsbereit!!!!



    Ich sofort beim Cheffe der Werkstatt, auf die Polizeimacht gedeutet, wenn schon die Polizei mich herbringt, ist es wichtig, hihi.


    Was sage ich, nur 35 Minuten und das Ding war repariert. Und das für sage und schreibe 60 Kuna, ich liebe dieses Land.
    Also, da lachst du dich zu Tode, was so ein kleines Schnipsel für so viel Aufregung sorgen kann.



    Ein Mini kleiner Eisenstift und auch noch genau in den Rillen der Reifen.


    Irgendwie beruhigt, trotz allem Stress, dass nicht die Schottersteine zur Zrmanja Schlucht der Auslöser waren.

    Also, wieder sofort zurück in die Altstadt, jaja, nicht aufgeben !!und unterkriegen lassen,


    und die untergehende Sonne und alles Mögliche in der Nacht fotografiert. Wahnsinn.



    Und es hat sich gelohnt, überzeugt euch selbst:


    Über die Varoška und Stormica wanderten wir zur Obala kralja Petra Krešimira und genossen erst mal ein gelungenes Abendessen, wenn auch etwas preislich erhöht. Aber zum Suchen hatten wir jetzt keine Lust mehr, zumal sich ein wunderbarer Ausblick auf den beginnenden Sonnenuntergang ergab.


    Noch das Stativ geholt (also wieder schnell zurück zum Parkplatz, wohl bisschen verwirrt gewesen ) und gerade noch rechtzeitig zurück, fantastisch.


    Die Entstehung will ich euch unbedingt zeigen.








    Dann gaben wir unseren bequemen Platz zum Fotografieren auf und man weiß ja , je dunkler es war , desto kräftiger die Farben des Grußes an die Sonne.


    Auch hier wieder eine kleine Bildfolge, die zunächst aussah , als ob man in die Brennstäbe eines AKW (Atomkraftwerkes) sah,
    ich sage nur überragend (musste langwierig einige Träumer bitten, mir freie Sicht zu gewähren)



    Eine kleine Einlage



    mit Meerespromenade im Hintergrund



    Und auf freie Sicht auf eine wechselnde Farbe




    Glücklich über das zuletzt Erlebte gingen wir über die Liburnska obala entlang des mit wartenden Fähren gefüllten Hafenbeckens vorbei an der nunmehr illuminierten Brücke




    zum Parkplatz und fuhren für die letzte Nacht in Starigrad Paklenica zur Wohnung.


    Aber oh je, was war da los? Wir kamen so gegen 22, 30 Uhr an.


    Nebenan im Haus ( in der Nacht von Donnerstag auf Freitag war noch niemand anwesend) haben ein paar Irre ( Junge Leute aus Zagreb mit 7 er BMW, 500er Mercedes und Landrover) den Lautsprecher so laut aufgedreht, dass sich die Ziegel fast aus der 'Wand drückten und dann noch schnapsgetränkten ( oder vernebelten) Gröl-Gesang hinten nach sandten.


    Es blieben einem aber nach 3 Stunden und erfolgloser Einwände nur spontane Gedanken:
    Hat denn niemand eine Panzerfaust?


    Ich, mit den Nerven fast fertig, brauch Erhoooooooooooooooooooooooooooooooooooooolunnng!!! Meine Güte drüben kracht bald das Haus ein, und Cilli schnarcht nebenan.


    Ich glaub ich gehe ins Meer.


    Ja, das war der Ausklang eines erlebnisreichen Tages, denn nach den 3 Stunden und einem mehrmaligen Ruf nach Policija war plötzlich Ruhe und 2 Wägen fuhren davon.
    Voll irre, so angesoffen oder benebelt. Manchmal schneit es ja sogar an der Küste.


    Der Hausherr war nicht anwesend, erst am nächsten Tag, und er war sichtlich von der ihm erzählten Geschichte betroffen.
    Wie ich später erfuhr von verschiedenen Seiten, fahren die Hauptstädter gerne mal zum „ Sau rauslassen“ ans Meer. Ist wohl wie überall.
    Gut , man kann nicht alles haben,


    aber davon ließen wir uns nicht verdrießen, ein paar Stunden Schlaf hatten wir ja, Cilli mehr, lach,


    und so fuhren wir zum Abschluss der Anreise über die Autobahn nach Kastela, wo wir wohlbehalten


    um ca. 11 Uhr ankamen und gleich mal höchst freudig von unseren liebenswerten bekannten Gastgebern begrüßt wurden.


    Und wieder war es die warmherzige Aufnahme, die uns einen weiteren schönen Urlaub ahnen ließ,
    zumal wir schon mal gleich auf der Terrasse die herrliche Aussicht genossen





    und !!!!!!!!!!den kommenden Nächten mit äußerstem Wohlgefallen entgegensehen konnten




    Hüpf, hüpf, Service pur.


    Jetzt konnten wir in die Detail Planung einsteigen, mehr darüber in den nächsten Folgen



    Euer wallbergler


    Siehe auch:

    Herbst 2011,Teil 1,Anreise
    Herbst 2011,Teil 2,Starigrad-Paklenica


    Herbst 2011,Teil 4,Kastela/Split
    Herbst 2011,Teil 5,Peljesac/Korcula
    Herbst 2011,Teil 6, Imotski, Vinisce
    Herbst 2011,Teil 7,Omis
    Herbst 2011,Teil 8,Hvar
    Herbst 2011,Teil 9,Wanderung Kozjak
    Herbst 2011,Teil 10,Sibenik
    Herbst 2011, Teil 11, Brac
    Herbst 2011,Teil 12, Zurück zu den Wurzeln
    Herbst 2011, Teil 13, Kozjak, Sv. Ivan
    Herbst 2011,abschl.Teil 14, Marjan

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

  • Welch ereignisreicher Tag
    mit wundervollen Landschaften und Stadtbildern,
    dem glücklichen Ausgang einer Panne,
    herrlichen,fast unwirklichen Nachtaufnahmen
    und schließlich dem Bild eines paradiesischen Himmelbetts.


    Danke, Helmut, dass Du uns in so lebendig erzählter Weise und mit solch schönen Bildern mit auf Eure Reise nimmst!


    Gruß,
    Elke

  • Da schliesse ich mich Elke an ,


    es macht spaß deine Bilder und Kommentare zu verfolgen.


    Manchmal meine ich , ich wäre dabei.


    Danke

    Liebe Grüße :auto3:


    Es geht nicht darum , dem Leben mehr Tage zu geben ,

    sondern den Tagen mehr Leben.

    Cicely Saunders

  • Ja bei diesen Gebirgsfahrten wird man schon belohnt.


    Die herrlichen Aufnahmen von den Schluchten und Wasserläufen.


    Der gesamte Bericht ist wunderschön, danke.


    Liebe Grüße


    Josef

    Liebe Grüße

    Josef

  • Wunderschöne Landschaftsaufnahmen, Zadar immer ein Erlebnis, die Panne gemeistert, traumhafter Sonnenuntergang...was will mehr?


    Aaaaber das mit den schiefen Fotos (Horizont ausrichten), das üben wir nochmal...damit Deine Bilder noch eindrucksvoller werden :)


    Klasse Bericht!


    burki

  • Tolle Fotos von der Gebirgsfahrt. Da kann man sich garnicht sattsehen von der weißen Steinwüste und dem Kontrast mit dem blauen Wasser. Herrlich zu lesen auch Eure Erlebnisse in Zadar.


    Danke für die gelungenen Bilder

    Viele Grüße
    Bernd
    _______________________
    Wenn Du auf Reisen gehst um etwas anderes zu sehen, dann beklage Dich nicht wenn alles anders ist.
    www.Bernds-Reiseziele.de

  • Bin eurer Route auf der Karte gefolgt und stelle mit Entsetzen fest, dass wir auf unserer Rückfahrt im letzten Jahr ganz in der Nähe diser wunderschönen Zrmanja Schlucht (ohne Kenntnis von derselben) genächtigt haben. Auf jeden Fall habe ich deine Bilder jetzt abgespeichert und sollten wir demnächst dort in der Nähe sein...


    Herzlichen Dank,
    Klaus

    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.
    (Albert Schweitzer)

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