Es gibt Gegenden in den Alpen die sind auch von uns aus nicht einfach zu erreichen. Südlich vom Sylvensteinspeicher, das ist ein großer Stausee der Isar der als Hochwasserrückhaltebecken und der Stromerzeugung dient befindet sich die Ortschaft Vorderriß. Die Straße führt weiter nach Hinterriß und dort über die Eng zum Ahornboden. Den hat uns Elke vor vielen Jahren einmal vorgestellt.
Spaziergang auf dem Großen Ahornboden in Tirol
vorausgesetzt man kommt zur rechten Jahreszeit, am richtigen Tag, beim richtigen Wetter und mit der entsprechenden Offenheit an den Ort.
Genau das ist uns gestern "passiert:
Vor dem großen Besucheransturm zu Himmelfahrt und in den Pfingstferien und bei schönem Frühlingswetter ( getrübt am Spätnachmittag durch ein paar Gewitterwolken, aber das war nicht schlimm) besuchten wir den Großen Ahornboden im Karwendel.
Es ist wohl schon 30 Jahre her,…
Während Vorderriß noch in Deutschland liegt sind Hinterriß und die Weiler "dahinter" in Österreich, allerdings nur über Deutschland erreichbar. So kommt es, daß es für die Bewohner etwa 60 km Wegstrecke sind wenn die in ihre Heimatgemeinden fahren wollen.
Ausgangspunkt zur Torscharte war die kleine Ortschaft Hinterriß. Die 860 Höhenmeter über eine Distanz von 13,7 km waren für unsere Gruppe von 8 erfahrenen Bergwanderern des DAV kein Problem.
Anfangs geht es über einen Forstweg sanft bergan.
Das ist Hinterriß.
Gedenken an einen hier Verunglückten.
Hier müssen wir warten bis ein Baum gefällt ist. Erst dann dürfen wir weitergehen. Rechts im Bild ist Wolfgang zu erkennen. Unser ältester Teilnehmer steht kurz vor seinem 85. Geburtstag und kann bei der Tour locker mithalten.
Auch der Forstweg wird erneuert.
Diese Alpe im Torbachtal ist nicht bewirtschaftet. Wir legen hier die erste Rast ein um uns zu erfrischen und eine Kleinigkeit zu essen.
Es ist extrem heiß und wir freuen uns zumindest die ersten beiden Stunden viel im Schatten der Bäume gehen zu können.
Keine Angst! Da müssen wir nicht hinauf. Die Torscharte liegt rechts der schroffen Felsen.
Wir wandern über die Baumgrenze und sehen nicht weit entfernt eine Gämse.
Der grüne Sattel in der Mitte des Bildes ist unser Ziel.
Dabei passieren wir auf etwa 1800 Meter Höhe eine weitere Alpe die bewirtschaftet ist. Allerdings kann man dort als Wanderer nicht einkehren.
Hier wohnt im Sommer ein Hirte der sich um das Jungvieh auf den Almwiesen kümmert. Ein paar Hühner liefern die Eier zum Frühstück. Ansonsten muß alles andere heraufgetragen werden.
Wir kommen unserem Ziel näher.
Am Weg nach oben steht auf einem Felsen dieses Kreuz.
Hier legen wir eine Rast mit Trinkpause ein.
Nach etwa drei Stunden sind wir durch dieses Tal nach oben gewandert. Nun befinden wir uns auf knapp 2000 Meter Seehöhe. Das Jungvieh läuft hier frei herum und hat anscheinend ausreichend zu fressen und zu trinken. Nicht überall ist es in diesem Sommer knochentrocken.
Das Kreuz markiert den Übergang ins Rontal.
Die Berge rund um die Torscharte sind nur für Kletterer geeignet.
Am höchsten Punkt unserer Tour nehmen wir uns ausgiebig Zeit für eine Stärkung.
Dann gehts nach Westen hinunter ins Tal.
Rosi und Resi und Vroni und Kathi und die anderen Dreijährigen machen es sich hier gemütlich.
Eine der Landschönheiten betrachtet mich neugierig.
Teilweise ist der Steig unangenehm weil es über lockeres Geröll geht.
Die Rontalalpe liegt weit unten in einem relativ ebenen Hochtal. Der Bach selbst ist ausgetrocknet.
Der Brunnen mit kaltem Quellwasser ist eine willkommene Erfrischung. Hier können wir auch unsere Wasservorräte auffüllen.
Links von den schroffen Felsen waren wir.
Auch jetzt am späten Nachmittag wählen wir den Schatten vor der Alpe.
Hier hat man einst auch gekäst. Der Bauer ist da, erzählt von seinen gut vierzig Milchkühen im Stall und mehr als 200 Stück Jungvieh welches sich frei in den Bergen bewegt. Dazu können wir bei ihm ein Bier kaufen. Aus der Flasche natürlich. Schließlich ist das keine bewirtschaftete Hütte.
Nun geht es gemütlich auf einem Schotterweg bergab. Markant sind in der Gegend die alten solitär stehenden Ahornbäume.
Nach etwa sieben Stunden haben wir den Parkplatz erreicht. Direkt daneben kühlen wir jetzt unsere qualmenden Füße im Bach ab. Anschließend gehts noch auf ein Bier und für manche einen Imbiß in die Gaststätte in Hinterriß bevor wir etwa zweieinhalb Stunden wieder nachhause fahren. Eine tolle, aber anstrengende Tour liegt hinter uns.
Es verbleibt mir KIaus als Organisator und Kundschafter Dank zu sagen! Klaus ist diese Tour bereits vor ein paar Jahren gegangen.
jürgen