Obwohl in Österreich gelegen zähle ich das Lechtal zu meiner Heimat. In eineinhalb Stunden sind wir mit dem Auto mittendrin in diesem langen Tal und unternehmen dort immer noch unbekannte Wanderungen, mal hoch in die Berge und mal nur als Rundweg am Fluß entlang wie zuletzt vor ein paar Tagen. Ausgangspunkt war die Brücke bei Elmen.
Dabei ist das hier keine Brücke die dem Verkehr über den Fluß dient. Vielmehr befindet sich im Aufbau eine Ausstellung über den Naturpark Tiroler Lech.
Es existiert ein Wanderweg von der Quelle des Lechs im Formarinsee. Der wiederum liegt bereits in Vorarlberg. Der Weg endet in Deutschland an der Mündung des Flusses in die Donau. Landschaftlich attraktiv sind meiner Meinung nach nur die Varianten des Rad- oder Wanderweges durch Österreich. Wochentags und in der Urlaubersaison im Sommer ist dort oft viel los. Die einen mit Rad, die anderen zu Fuß. Wieder andere Bergsteiger nehmen jeden Gipfel am Talrand mit.
Wir blieben im Tal und peilten Häselgehr flußaufwärts an.
Wir kommen an einem Steinbruch vorbei.
Das Gebäude war einst ein Bauernhof. Heute steht er leer. Wenigstens wird er vom Eigentümer instand gehalten.
Diese Hütte dient der Fütterung von Rothirschen im Winter.
Als nächstes passieren wir den Standort eines Anbieters für Schlauchboottouren und Canyoning auf dem Lech und manchem Bach welcher in den Fluß mündet. Über Dutzende Kilometer ist der Fluß hier unverbaut. Das erste Wasserkraftwerk befindet sich in Reutte nahe der deutschen Grenze.
Die Vielzahl der Neoprenschuhe deutet darauf hin, daß das Geschäft anscheinend brummt.
Nach gut einer Stunde haben wir den Abzweig zum Doser Wasserfall erreicht. Nun gehts 20 Minuten leicht bergauf.
Das ist noch nicht der Wasserfall.
Schon von weitem hört man das Geklapper.
Das da ist der Doser Wasserfall. Eigentlich handelt es sich hier um mehrere Fälle hintereinander.
Manchmal versiegt der Wasserfall im Sommer komplett. Es wird angenommen, daß der Bach aus einem unterirdischen großen natürlichen Reservoir gespeist wird.
Einen besseren Platz für unsere Brotzeit hätten wir nicht finden können.
Wir bewegen uns wieder bergab nach Häselgehr.
Dort überquert die Bundesstraße den Lech.
Obwohl das Dorf ziemlich klein ist gibt es dort ein Freibad.
Nachdem wir am Fuße der Allgäuer Alpen hierher gewandert sind nehmen wir jetzt für den Rückweg die Seite der Lechtaler Alpen. Allerdings bleiben wir nun immer nahe am Fluß.
Wir wählen die private Zufahrtsstraße zum Steinbruch auf der anderen Seite und wandern folglich die letzten eineinhalb Kilometer zurück auf dem gleichen Weg wie vor etwa zwei Stunden.
Das Luxushotel nahe der Brücke besuchen wir dieses mal nicht. Alle Tische auf der Terrasse sind belegt.
Dreieinhalb Stunden waren wir etwa zehn Kilometer unterwegs. Als Tipp für alle Wanderer sei erwähnt, daß die ufernahen und oft geteerten Wege stark von Radfahrern frequentiert werden. Wer die Begegnungen vermeiden will muß die Varianten der Wege weiter oben am Hang nehmen wo es dann jedoch immer wieder mal bergauf und bergab geht. Der Lechweg ist übrigens sehr gut markiert.
Es bleibt abzuwarten ob wir ín diesem Jahr noch weitere Abschnitte erwandern können. Insbesondere das Teilstück zwischen Warth und Lech soll landschaftlich sehr schön sein. Allerdings gab es auf der Rückfahrt das Problem, daß die B179 ab Reutte Nord vermutlich wegen einem Unfall gesperrt war. Die Umleitung über die Landstraße zum Grenztunnel Füssen zog sich hin. Warum bin ich nicht über den Gaichtpass ins Tannheimer Tal und von dort über Pfronten nach hause gefahren, zumal wir eh im Cabrio bei geöffnetem Verdeck angereist sind? Manchmal ist man erst hinterher schlauer. ![]()
jürgen