Im Tiroler Lechtal gibt es den Weiler Martinau der etwa einen Kilometer von Vorderhornbach entfernt ist. Da befindet sich ein lichter Wald, und in dem soll angeblich Europas größtes natürliches Vorkommen von Frauenschuh Pflanzen sein. Die blühen allerdings nur Ende Mai bis Anfang Juni. In diesem Jahr haben wir es geschafft, zur Blütezeit uns dieses Naturereignis anzusehen. Man muss halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.
Die Sehenswürdigkeit ist ausgeschildert und dazu gibt es einen kleinen schattigen Parkplatz im Wald.
Es führen kleine ausgeschilderte Pfade hindurch die man auf keinen Fall verlassen darf. Dazu ist tagsüber auch immer eine Aufsicht vor Ort. Anscheinend ist das notwendig, weil sich doch manche Besucher irgendwelchen Blödsinn einfallen lassen oder gar die Pflanzen ausgraben wollen.
Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dies, weil wir trotz unserer Naturverbundenheit noch nie in der Wildnis Frauenschuh gesehen haben und weil sie hier in der Martinau in so einer Häufigkeit vorkommen.
Die Blüte hat so eine eigenartige Form, weil sie Insekten dazu verlockt, hinein zu fliegen um dort die Bestäubung vorzunehmen. Dann dauert es bis zu drei Tage bis das Insekt wieder hinaus findet. Der Frauenschuh hat somit seinen Zweck der Fortpflanzung mithilfe von Insekten erfüllt.
Jetzt waren wir in den letzten Jahrzehnten schon so oft im Tiroler Lechtal und dabei habe ich erst vor kurzem von dieser Naturschönheit erfahren. Es gibt also auch in der Heimat noch Neues zu entdecken.
Aber auch andere Pflanzen, die nicht allzu häufig sind kann man dort antreffen.
Und dann wachsen hier im Monat Mai auch jede Menge Maiglöckchen.
Ich glaube jeder sieht, welche Freude wir in diesem Blumenmeer hatten.
Jürgen