Abgesehen davon, daß irgendwann in der Nacht wohl Kinder etwas Lärm im Hotel verursachten war die Nacht ruhig und ich konnte ausgeschlafen an meinen Rückflug nach München denken. Leider war das Wasser in der Dusche kalt. Das wiederum habe ich beim Auschecken dem Portier gesagt. Aber das lies den dann kalt. Schulterzucken! Den Fußweg zur wenige Minuten entfernten U-Bahn Station kannte ich ja vom Vortag. Somit sollte die Benutzung der Bahn mit Umsteigen in Mseireb und die Fahrt zum Airport reine Formsache sein.
Hitzestress hatte ich auch keinen. Um die 14 Grad war die Lufttemperatur morgens um halb acht.
Wenig los heute in den Katakomben da unten. Seltsam!
Schließlich saß da ums Eck ein Uniformierter der mich darüber aufklärte, daß die U-Bahn erst ab neun Uhr an dem Tag in Betrieb ist. Wieso das? Es war ein Freitag und der Freitag entspricht in islamischen Ländern dem Sonntag bei uns. Deshalb der eingeschränkte Fahrplan. Hätte ich eigentlich wissen müssen. Was tun?
Der U-Bahn Angestellte meinte, daß oben an der Hauptverkehrsstraße eine Bushaltestelle ist und ich doch dort mal nachfragen soll. Als ging es zu Fuß nach oben.
Wie es der Zufall will steht da auch schon ein Bus. Also nichts wie hin. Der Busfahrer hat die Kappe übers Gesicht gezogen und schläft. Da macht es wohl keinen Sinn den nach einer Verbindung zum Flughafen zu fragen. Kurz entschlossen ging ich zurück zum Hotel um über den Portier ein Taxi zu bestellen.
Das sollte kein Problem sein. Der Portier meint zwar, daß es eine viertel Stunde dauert. Die Zeit habe ich. Dazu nennt er mir den Preis von 50 Rial, also gut 10 Euro. Das ist auch ok. Dann die Frage nach der Art der Bezahlung. Da ich nicht über die lokale Währung Rial verfüge schlage ich meine Kreditkarte vor. Auch kein Problem. Tatsächlich steht nach einer guten Viertelstunde dieses Auto vor dem Hotel. Der Fahrer scheint den Portier zu kennen. Ich hingegen erkenne keine für Taxen üblichen Ausstattung an dem Auto.
Als der Fahrer mir erklärt, daß ich mit meiner Kreditkarte im Laden nebenan bezahlen müsse fällt bei mir das Zehnerl. Der "Taxifahrer" ist ein Verwandter oder Bekannter des Portiers der sich heute am Feiertag etwas durch diesen Taxidienst hinzuverdienen möchte. Genauso verhält es sich mit dem Ladenbesitzer.
Ich zahle am mobilen Terminal und mein Handy piept weil die App meiner Bank die Zahlung des Betrags sofort vermerkt. Dann kann es also losgehen zum etwa 10 km entfernten Flughafen.
Ich setze mich auf den Beifahrersitz und tatsächlich kann ich mich mit dem englisch sprechenden Chauffeur unterhalten. Er kommt, das war ja eigentlich klar, aus Bangladesh.
Nichts los um die Zeit auf der gut ausgebauten Straße.
Zum Airport gehört auch ein militärischer Teil. Dort ist die Qatarische Luftwaffenbasis. Uncle Sam ist zwar auch im Land. Die Amis haben jedoch einen eigenen Luftwaffenstützpunkt.
Mein Fahrer kennt die Radarsäulen in der Nähe des Airports wohl von früheren Fahrten hierher genau weshalb es sich penibel an die Geschwindigkeitsbegrenzung hält.
Leider habe ich nicht herausgefunden was das für ein markantes Gebäude ist.
Mein Fahrer hält direkt vor dem Terminal.
Ich betrachte den Falken als Symbol des Landes neben der Antilope.
Durch eine automatische Schleuse wo ich meinen Pass scanne verlasse ich das Land Qatar und gehe gemütlich zum Terminal B6 wo meine Boeing 787 mit Ziel München auf mich wartet.
Hätte ich mehr Zeit könnte ich an diesem Tisch mein Ipad anstöpseln und im Internet surfen.
Dahinter befinden sich Bereiche wo man gemütlich fernsehen kann. Hier läuft gerade Al Jazeera. Meine Wartezeit bis zum Boarding ist kurz. Im Flieger stelle ich fest, daß der gerade mal zur Hälfte besetzt ist. Folglich habe ich weder links noch rechts in der Economy Class einen Nachbarn. Wie üblich schaue ich mir einen Film an und höre danach etwas Musik. Dazwischen gibts zum Essen ein paar Bier und natürlich auch noch den Absacker auf Kosten des Hauses oder der Airline.
Wir fliegen über den persischen Golf, den Irak und die Türkei. Auf dem obigen Bild erkennt man wie wir gerade die bulgarische Küste erreichen. Überpünktlich landen wir nach einem ruhigen Flug in München.
Doha hat mir gut gefallen. Aus meiner Sicht gibt es in dem Wüstenstaat oder zumindest der Metropole noch manches zu entdecken. Die Strände die ich gesehen habe sind natürlich kein Vergleich zu Thailand. Aber wer weis. Vielleicht komme ich ja mal wieder in dieses kleine Land am Golf wo Geld kein Problem ist.
jürgen