Beiträge von Daniel_567

    Hast Du schon mal reingeschaut, Daniel?

    Ja, habe ich, Elke. Klar, sie ist schon nicht schlecht, jede Stadt möchte sich halt bestmöglich darstellen. Auf jemanden, der eine Region nicht persönlich kennt, wirkt so eine Seite ja auch etwas anders, denke ich mal. Ich habe einen etwas anderen Gesamteindruck, da ich halt vieles vor Ort live erlebe und mitbekomme. Ich sehe es nicht aus der Sicht eines Urlaubers, weisst Du, wie ich das meine?

    Ist Ampfurth weit von Dir entfernt?

    Es sind in etwa 20 km von hier.


    Liebe Grüsse, Daniel.

    Hallo Elke.


    Danke für das Vorstellen und Mitnehmen in diese schöne Region.

    Auch interessant finde ich, dass es dort noch so viele Reliefe und Zunftzeichen über Berufe gibt, die grösstenteils gar nicht mehr ausgeübt werden.. Es gibt dort ein hohes Traditionsbewusstsein.


    Liebe Grüsse, Daniel.

    Steffi ja, vieles davon nehme ich gar nicht wahr, ist halt Alltag hier.


    Wenn man es aber mal im TV sieht, wirkt alles ganz anders, und natürlich auch ein bisschen schöner. Und man muss sehr genau planen, wenn man die gezeigten Ziele besuchen möchte.


    Ideal für einen Kurzurlaub ist es, denke ich mal, gibt ja auch noch andere Sachen in der Nähe, wie z.B. den Harz und den Elm. Und wenn man den Umkreis um OC etwas erweitert, dann kann man auch noch das ein oder andere besuchen. Aber ohne Auto ist man ziemlich aufgeschmissen.

    Wäre echt mal interressant für einen Kurzurlaub und euch mal besuchen oder treffen.

    Das wäre schön, das bietet sich ja dann förmlich an.:)


    Liebe Grüsse, natürlich auch an Heinz, von uns.

    Hallo Elke.

    Wie hat Dir die Sendung über "Deine" Stadt gefallen, Daniel?

    Entpricht das, was gezeigt wurde und somit auch schwerpunktmäßig das Interesse des Zuschauers ( auch meines) auf bestimmte Dinge lenkte,

    dem Bild , das Du selber von Deiner Stadt hast?

    Die Sendung war nicht schlecht gemacht, erzeugte aber ein wenig das Bild, man könne sich die vorgestellten Dinge vielleicht an einem verlängerten Wochenende ansehen. Das, was gezeigt wurde, befindet sich in einem Umkreis von ca. 10 km um Oschersleben herum, und es sind schon, grob gesagt, die Highlights gewesen. Wenn man den Umkreis erweitert, dann kommt noch das ein oder andere hinzu.

    Es ist halt keine Urlauberregion. Der Hauptanziehungspunkt ist die Rennstrecke, unter anderem das angesprochene Opel-Treffen mit 60 000 Besuchern. Und der Lokalmatador Torsten Schubert baut mittlerweile auch Rennwagen in OC.

    Das (leider) deutlichste Bild von Oschersleben war zu sehen, als der Stadttorwächter auf dem Marktplatz gefilmt wurde, die Innenstadt ist leer, und das ist sehr oft zu beobachten. Die Händler haben mittlerweile eine Initiative gegründet, sie wollen wieder mehr Leute in die Stadt locken, hoffentlich haben sie Erfolg.

    ein Einkauf beim Werksverkauf von Bodeta könnten mich locken. :wink:

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit hast Du sogar schon Produkte der Bodeta gekauft, sie stellen auch unter anderem Namen Produkte für grosse Handelsketten her. Einer der Renner war, auch vor der Wende, diese dragierten kleinen Ostereier, ca 1cm gross, in verschiedenen Farben, und im Inneren sind sie flüssig.

    Auf der HP von Oscherlsleben habe ich gelesen, dass ein Wohnmobilstellplatz geplant ist. Hoffentlich wird was draus!

    Ja, mal schauen. Falls es dazu kommt, kann man nur hoffen, dass er Mangels Besuchern nicht gleich wieder zum Tode verurteilt ist, aus dem bereits oben genannten Grund.


    Hinweise auf aktive Vereine, auf Traditionen, die gelebt werden (den Nachtwächter möchte ich mal ausschließen), auf Einrichtungen für junge Menschen, Feste...

    Es gibt z.B. 2 Schützenvereine, einen Lionsclub, 2 Fussballvereine. Speziell gelebte Traditionen fallen mir spontan jetzt nicht ein. Es gibt den Wiesenpark, dort kann man auch Tierpatenschaften übernehmen.

    Das Kino wurde z.B. geschlossen, es gibt eigentlich kein Restaurant mehr, in dem man die deutsche Küche vorfindet.

    Man hat eine gute Bahnverbindung Richtung Halberstadt und Magdeburg, da findet bald ein Betreiberwechsel statt, mal sehen, wie es sich entwickelt.

    Du lebst doch gerne dort?

    Ein klares "JEIN". Es ist halt zur Gewohnheit geworden, man arrangiert sich. Es hat Vor- und Nachteile. Das Land ist relativ flach, die Strassen manchmal kilometerlang Schnurgerade, zum Glück wenig Schnee. Man ist in 1,5 Stunden in Berlin oder Hannover, oder in 3 Stunden in Hamburg oder Dresden. Da es uns immer Richtung Süden zieht, ist es natürlich immer mit weiten Fahrstrecken verbunden.

    In feuchten Sommern ist die Luft schwer und stickig, viele Mücken. Und dann hört man abends auch schon mal ein Froschkonzert.

    Es ist auch manchmal wie eine Wetterscheide, war in diesem trockenen Sommer hier noch deutlicher zu spüren, während es ein paar Orte weiter schon mal etwas geregnet hat, kam hier nichts runter.

    ist das vielleicht sogar ein Rastplatz für Zugvögel?

    Steht unter Naturschtz- oder hab ich das nicht richtig verstanden?

    Ja, es ist ein Naturschutzgebiet und dient vielen Vogelarten als Brutplatz.

    Hier der Link zu Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Großes_Bruch


    Prima, dass Du den Link zur Mediathek ergänzt hast, danke.:)


    Liebe Grüsse, Daniel.

    Daniel, kann ich heute bei Euch auch noch "Bregenwurst" kaufen? Würde man mich verstehen?

    Elke, in vielen Fleischergeschäften ist der Begriff "Bregenwurst" bekannt, in der Regel auch an der Fleischtheke im Supermarkt. Aber es passiert oft, dass, wenn man an eine jüngere Verkäuferin gerät, die Rückfrage kommt, was das denn sei. Geläufig ist halt heutzutage "Kohlwurst", das steht auch auf den abgepackten Würsten so drauf, den Begriff "Bregenwurst" habe ich noch nicht gelesen. Und jeder Fleischer macht sie halt etwas anders, ich kaufe die am liebsten in meiner Stamm-Fleischerei.

    Es gibt in Sachen Grünkohl/Bregenwurst/Pinkel ein interessantes Nord-Süd-Gefälle, meine Frau und auch mein Vater, die ein gutes Stück südlicher geboren wurden, mögen das nicht, Grünkohl wird in ihrer Heimat als Hühnerfutter verwendet.

    Auch noch interessant, die Wurst schmeckt meist eigentlich nur zum Grünkohl.

    Mich würde auch mal interessieren, ob es diese Wurst in Süddeutschland überhaupt gibt, ist hier eine Saisonware, es gibt sie meist so ab Oktober und dann bis Februar.

    Dann finden hier auch regelmässig Grünkohlwanderungen statt.

    Hier mal ein Link zu Wikipedia:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bregenwurst_(Wurst)


    Liebe Grüsse, Daniel.

    Ich bin eben beim Stöbern auf diesen Thread gestossen.:)

    Wer von Euch kennt denn die "Bregenwurst"?

    Hier im mitteldeutschen Raum und auch weiter Richtung Norden wird dieser Name noch oft verwendet, obwohl es die eigentliche Bregenwurst gar nicht mehr gibt. Mit "Bregen" ist das Hirn gemeint, früher wurde dieser Wurst Schweinehirn mit beigemengt. Mittlerweile heisst sie Kohlwurst, in einigen Regionen auch Pinkel. Sie ist eine Brühwurst und wird gern zu Grünkohl gegessen, meine Oma z.B. nannte ihn auch "Braunkohl". Man kann auch Stich- bzw. Wellfleisch dazu essen oder auch Kasseler.

    So, und nun läuft mir das Wasser im Munde zusammen.;)


    Viele Grüsse, Daniel.

    Hallo Tom.


    Alles Top, danke für Deine Arbeit. Bei mir laden die Seiten mit vielen Bildern nun schneller.:)

    Allerdings "zappeln" bzw. "ruckeln" diese Seiten etwas, wenn ich scrolle. Besteht da ein Zusammenhang? (Opera+Win10)


    Viele Grüsse, Daniel.

    Hallo Jürgen.


    An dieser Stelle möchte ich Euch auch einen schönen Urlaub und gute Erholung wünschen. Ihr werdet bestimmt wieder viel sehen, erkunden und erleben. :)

    Und im Oktober steht ja noch ein Termin an.;)


    Viele Grüsse, Daniel.

    Liebe Steffi.


    Vielen Dank für das Mitnehmen in die sehr schöne Region, in der Du viel Zeit in Deiner Kindheit verbracht und viele Erinnerungen daran hast. Und die Du zusammen mit Deinem Mann nun bald wieder besuchen wirst. Ich freue mich für Euch und wünsche eine gute Fahrt und natürlich viel Spass in Bacharach, Du wirst sicher sehr viel Bekanntes und auch Neues entdecken.


    Liebe Grüsse aus der Börde von Daniel, der Deinen schönen Bericht erst heute entdeckt hat.

    Hallo Jürgen.


    Vielen Dank für Deine ergänzenden Links, ich bin ihnen mit grossem Interesse gefolgt.

    Wir wurden im Westen aber auch so erzogen, daß wir ständig vor der riesigen sowjetischen Militärmaschinerie im Verbund mit den anderen Warschauer-Pakt-Staaten Angst hatten.

    Hier war es genau anders herum, es wurde die NATO als Feind dargestellt.

    Gerade in jungen Jahren hatte ich Angst vor einem Atomkrieg und dem möglichen Einmarsch der DDR Volksarmee und deren Verbündeten zumal die zumindest auf dem Papier uns haushoch überlegen waren.

    Zum Glück ist es dazu nie gekommen. Und wie diese Situation ausgegangen wäre, da wage ich gar nicht dran zu denken.

    Die Verbündeten (Sowjets) waren ja hier sehr präsent, im Umkreis von wenigen Kilometern kann ich mindestens 4 Stellen benennen, wo sich Stützpunkte bzw. kleinere und grössere Bunker befanden. Ob dieser aus 15 Staaten zusammengewürfelte Haufen im Ernstfall richtig funktioniert hätte, kann ich nicht sagen, intern gab es unter den kleinen Soldaten oft Streit, weil einer den anderen nicht mochte. Und wie sie oft behandelt wurden von den Vorgesetzten, ich weiss nicht, ob das alles förderlich für das gute Funktionieren der Armee gewesen ist.


    Ich sehe es auch so, gut dass es 1989 so gekommen und friedlich geblieben ist, und wir uns schreiben und besuchen können, wann immer wir wollen. Und es spielt keine Rolle, wer wo wann geboren wurde.


    Viele Grüsse, Daniel.

    Hallo Steffi.


    Gott sei Dank gibt es es diese Grenze nicht mehr und wir können alle miteinander in Frieden leben.

    Ja, genau so sehe ich das auch, ich kann aber sagen, dass gerade hier im ehemaligen grenznahen Bereich die Grenze in den Köpfen vieler Menschen bleiben wird, meist von der Alters-Generation 45+, meiner Meinung nach auch teils aus Überzeugung, finde ich schlimm.

    Unsere deutsche Geschichte hat den Menschen in West und Ost sehr viel Leiden gebracht.

    Von meinen Eltern und Grosseltern weiss ich, dass meine Urgrossmutter z.B.immer sehr verbittert war, sie war in den 1920er Jahren aus dem Raum Langelsheim hier her gezogen, und hat, immer wenn es möglich war, mit ihrer Schwester in Höxter telefoniert, was auch ein riesen Problem darstellte, erst ein Gespräch anmelden, und dann konnte man ja auch nicht alles sagen. Sie ist nie mit der Teilung klar gekommen.


    Über diese Erlebnisse könnte ich noch so vieles berichten, aber dass alles zu schreiben ist für mich gar nicht so einfach, und es würde ins politische abrutschen.


    Liebe Grüsse aus der Börde, Daniel.

    Hallo Elke.

    Haben Deine Eltern gewusst, wie die Grenze aussieht?

    Durften Grenzposten, die dort eingesetzt waren, darüber sprechen?

    Den Grenzaufbau sollte hier keiner kennen, um nicht doch mal ein Schlupfloch zu ersinnen und die DDR verlassen zu können. Meine Eltern und Grosseltern erfuhren einerseits nur etwas, wenn im damaligen"West-Fernsehen" mal über eine Republikflucht berichtet wurde, und andererseits, wenn unsere Verwandtschaft im kleinen Grenzverkehr zu einem Tagesbesuch kam und über die Schikanen in Helmstedt/Marienborn berichtete. Allerdings wurden diese Gespräche bewusst von mir fern gehalten, was ich damals nicht verstand, aber im Nachhinein betrachtet sollte ich nicht irgend etwas aufschnappen und mich dann eventuell in der Schule z.B. verplappern.


    Von den Grenzern durfte keiner darüber sprechen, es waren Hauptberufliche und auch Soldaten, die ihren Wehrdienst verrichten mussten. Wahrscheinlich haben die Soldaten zu Hause im engsten und vertrauenswürdigem Familienkreis über ihre Erlebnisse an der Grenze berichtet.


    Es gibt im TV ja zig Reportagen darüber, wie in der DDR der Alltag war, auch werden oft Zeitzeugen dazu befragt. Einige Berichte sehe ich, gerade wenn sich das entsprechende Klientel zu Wort meldet, als Verklärung und Schönfärberei.


    Wann hat sich das denn gelegt? Wart Ihr später öfter in Schöningen und wann wurde es für Euch zur Selbstverständlickeit, dass Ihr einfach dorthin fahren konntet?

    Bei mir hat es schon ein paar Jahre gedauert, bis es zur Normalität wurde. Für meine Mutter z.B. wurde es eher zur Selbstverständlichkeit, sie fing bald in Niedersachsen zu arbeiten an und fuhr täglich diese Strecke.


    So dicht am Grenzzaun zu leben war für die meisten ( vor allem älteren) Dorfbwohner sicher eine sehr große Belastung- mehr als sie vermutlich im fernen Mecklenburg Vorpommern zu spüren war.

    Das denke ich auch, und hier im ehemaligen grenznahen Raum waren die militärischen Aktivitäten ja auch höher als in weiten Teilen der restlichen DDR. Und es gab z.B. "Verdunkelungsübungen", alle Fenster mussten mit Decken verhangen werden, die eh schon spärliche Strassenbeleuchtung wurde ausgeschaltet, und es wurde, wenn ich mich recht erinnere, von der ZV überwacht. Den Sinn habe ich damals nicht verstanden, aber im Nachhinein betrachtet, war es wieder eine weitere Kriegsübung.


    Es freut mich, dass ich mit dem Bericht ein wenig aus einer für manche unbekannten Perspektive berichten kann. und vor allen Dingen, dass man zum Glück generell überhaupt darüber sprechen kann, obwohl ich sagen muss, dass das "Klappe halten" aus DDR-Zeiten mich bis heute geprägt hat, ich bin eigentlich immer ein verschlossener Typ geblieben.


    Liebe Grüsse, Daniel.

    Das Grenzdenkmal Hötensleben


    Im Landkreis Börde in Hötensleben befindet sich direkt an der L104 an der Landesgrenze zu Niedersachsen das Grenzdenkmal, hier war Deutschland bis 1989 geteilt. Es ist ein Teil der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Der Ort befand sich unmittelbar an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, man konnte praktisch nach „Drüben“ schauen, nur durfte man sich dabei nicht erwischen lassen. Des weiteren gab es auf DDR-Seite das Sperrgebiet bzw. die 5-km-Sperrzone, diese wurde in den 1970er Jahren teilweise dahingehend geändert, dass einige Orte aus dieser Zone heraus genommen wurden, und dadurch waren es an einigen Stellen auch mal nur 3 km bis zu den Grenzanlagen. In diese Zone, die es an der gesamten Grenze zum ehemaligen Westdeutschland gab, durfte man nur mit einem Passierschein einreisen, diesen erhielten Personen, die in den jeweiligen Ortschaften wohnten. Wenn man dort in der Sperrzone dienstlich zu tun hatte, konnte man einen Passierschein für den entsprechenden Ort beantragen, dieser Antrag wurde von den dementsprechenden Stellen geprüft, und wenn man nicht als „Staatsfeind“ auffällig geworden oder dem Regime aus anderen Gründen ein Dorn im Auge war, dann erhielt man diesen auch befristet.

    Die Sperrzone war an allen Zufahrtsstrassen mit Schlagbäumen und einem Postenhäuschen versehen. Diese sind, zumindest hier in der Region, nicht erhalten wurden, aber ich kann mich an die Standorte noch sehr gut erinnern, als wir uns nach der Grenzöffnung hier frei bewegen durften und daran vorbei fuhren. Den Ort Hötensleben, wie auch alle anderen Orte im damaligen Sperrgebiet, kannte ich bis 1989 nur vom Namen her, obwohl er nicht sehr weit von meinem Heimatort entfernt war.

    Das Grenzdenkmal hat für mich auch eine persönliche Bedeutung, hier reiste ich 1989 das erste Mal ins damalige Westdeutschland. Wir fuhren an einem Samstag morgen mit dem Bus nach Hötensleben, liefen dann bis zur Grenze, natürlich wurden unsere Ausweise kontrolliert, und dann ging es weiter über einen provisorisch angelegten Betonplattenweg im direkten Grenzbereich, rüber nach Niedersachsen. Unmittelbar an der Grenze befand sich auf niedersächsischer Seite der „Fährturm“, bis zur Wende ein Ausflugspunkt, man konnte von einem Podest aus, welches sich in unmittelbarer Nähe befand, über die Grenze schauen.

    Über den „Fährturm“ habe ich mich kürzlich mit einem gebürtigen Schöninger unterhalten, er ist ca. in meinem Alter. Er berichtete mir, dass er und seine Freunde als Kinder immer mit ihren Fahrrädern über die schmale Kopfsteinpflaster-Strasse von Schöningen aus dort hin zum Eis essen gefahren sind. Im Fährturm wurde ein Kiosk betrieben, der auch noch viele Jahre nach der Wende ein beliebter Anlaufpunkt für Besucher und Einheimische war. Diese Strasse wurde Anfang 1990 asphaltiert, als dann der Übergang Hötensleben auch für den Fahrzeugverkehr freigegeben wurde. Mittlerweile ist sie mindestens 1x verlegt wurden, da der Schöninger Tagebau in dem Bereich erweitert wurde.

    Von hier aus liefen wir ins ca. 3 km entfernte Schöningen, es war sehr neblig und kalt, man konnte höchstens 50 m weit sehen und wir kannten uns hier ja auch nicht aus, also immer dem Vordermann hinterher. Alles war so neu, alle Geschäfte waren geöffnet, vor einer Fleischerei wurde Wurstsuppe ausgeschenkt, an der ich mir gehörig den Mund verbrannte. Gekauft habe ich nichts, ich wusste nicht, was, ich war einfach überwältigt von der Vielfalt der angebotenen Waren.

    Am frühen Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg zurück nach Hötensleben, an der Grenze wieder Ausweiskontrolle und der provokatorische Blick der Grenzer in die Einkaufsbeutel der vielen Menschen, und dann fuhren wir mit dem Linienbus wieder nach Hause.

    Immer, wenn ich hier Richtung Niedersachsen entlang fahre, läuft es mir heute noch kalt den Rücken runter, und die Bilder und Erlebnisse von 1989 sind sofort wieder in meinem Kopf. Und ich bin froh, dass es für mich zur Selbstverständlichkeit geworden ist, dorthin fahren zu können, wo auch immer ich sein möchte.

    Ich möchte noch erwähnen, dass auch ich in den 1990er Jahren, als feststand, dass hier ein Stück der innerdeutschen Grenze erhalten werden soll, nicht unbedingt begeistert davon war, und ich denke, auch einige Hötenslebener nicht. Aber mittlerweile sehe ich es als ein Stück Zeitgeschichte, und die Schrecken, die diese unmenschliche Grenze verbreitet und die vielen Opfer, die sie gefordert hat, sollten niemals in Vergessenheit geraten.


    Soweit meine persönlichen Anmerkungen, und nun zum Denkmal.


    Als erstes habe ich mal ein paar Bilder, auf denen der gesamte Aufbau der Grenzanlage zu sehen ist, von Ost (links) nach West (rechts).








    Nun der Blick von Hötenslebener Seite Richtung Westen.






    Der Aufbau der Grenzanlage, beginnend auf der Ostseite, also nun von rechts nach links. Alle Einzelabschnitte sind beschriftet.












    Weiter in Richtung Westen. Auf dem nächsten Bild sind ganz rechts die Lampen zu sehen, dann weiter nach links folgen der Kolonnenweg, der gepflügte Kontrollstreifen (Todesstreifen), er diente zur Erkennung von Spuren eventueller Grenzübertritte, dann die Fahrzeugsperren und die Grenzmauer oder auch Grenzzaun.








    Hinter der Grenzmauer, im nächsten Bild ganz rechts, befand sich das vorgelagerte Hoheitsgebiet, welches durch Tore in der Grenzmauer betreten werden konnte, natürlich nicht von jedem Grenzsoldat, dafür waren die Grenzaufklärer zuständig.




    Das nächste Bild ist von der Brücke über die Schöninger Aue aus aufgenommen, die hier in diesem Bereich in etwa die eigentliche Grenze markierte. Von links das vorgelagerte Hoheitsgebiet und dann die Grenzmauer.




    Die grossen Tafeln sind überall an der ehemaligen Grenze aufgestellt, mit dem Datum versehen, wann an der jeweiligen Stelle die Grenze geöffnet wurde.




    Hier nochmal ein Blick Richtung Westen, unmittelbar dahinter, wo die Strasse nach links abbiegt, befindet sich der Tagebau Schöningen.




    Der Blick von West nach Ost, und die Stelle, an der sich der weiter oben erwähnte Fährturm befand.






    Nun folgen Bilder, die ich auf dem Rundweg aufgenommen habe. Er ist mit vielen Informationstafeln versehen. Die Bilder von den Tafeln sind mir leider nicht so gut gelungen, da ich mit der Sonne zu kämpfen hatte, und daher teilweise etwas schräg fotografieren musste. Aber ich möchte sie Euch trotzdem zeigen, auch, weil darauf abgebildet ist, wie es dort vor 1989 aussah bzw. zuging.

    Erstmal die Gesamtübersicht.




    Der Rundweg beginnt im Bereich des Kolonnenweges und führt zuerst Richtung Norden.







    Hier noch einmal, von rechts nach links.








    Durch dieses Tor konnte das vorgelagerte Hoheitsgebiet betreten werden.





    Kurz ein Blick zurück.




    Weiter geht es vorbei am Fahrzeugsperrgraben.





    Ein Blick den Kolonnenweg entlang Richtung Süden.




    Oben auf dem Berg steht dieser Turm, in dem die Führungsstelle untergebracht war. Und daneben der Fahrzeugstellplatz mit Sichtschutz Richtung Westen.







    Blick aus Richtung Osten, dieser Plattenweg war vermutlich die Zufahrt für die Grenzeinheiten.




    Das nächste Bild spricht für sich.




    Die Grenzbeleuchtung.





    Die Hötenslebener Seite.





    Das Schaupodest befand sich in der Nähe des Fährturms.




    Nun geht es südlich der L 104 weiter. Dort wurde eine Baumreihe gepflanzt, an der Stelle, an der die Grenzmauer stand. Und ein Stück Grenzmauer steht noch zwischen den Bäumen.






    Ein Stück weiter südlich entlang des Kolonnenweges kommt man zu diesem Beobachtungsturm.




    Was es mit diesem zugeschütteten Ring aufsich hat, kann ich leider nicht sagen. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe des Beobachtungsturmes. Vermutlich war es ein Fäkalien-Sammler, so wie er auch auf der schematischen Darstellung der Führungsstelle abgebildet ist.




    Der Turm steht auf einer Anhöhe, dachte ich zumindest, aber darunter befindet sich der Zugang zum Turm, von westlicher Seite aus war der Eingang nicht einsehbar.






    Der Blick vom Beobachtungsturm aus Richtung Norden über den Parkplatz bis hinauf zum Führungsstelle.




    Dem aufmerksamen Leser wird wahrscheinlich nicht entgangen sein, dass die Informationstafeln 14 und 19 von mir nicht fotografiert wurden.

    Hier nochmal das Bild mit der Übersicht.




    Die Nummer 14 habe ich übersehen, sie beschreibt die Hundelaufanlage, und die Nummer 19 steht, wenn man den Kolonnenweg am Beobachtungsturm weiter südwärts läuft, an der Eisenbahnbrücke. Über diese führte die Strecke von Oschersleben nach Schöningen, nach dem Krieg wurde sie unterbrochen, und der Endbahnhof war dann Hötensleben. Ende der 1960er Jahre wurde die Strecke stillgelegt.


    Ich habe diesen Bericht so geschrieben, wie sich das Grenzdenkmal mir bei meinem Besuch erschloss. Auch meine Kenntnisse um die Grenze sind mit eingeflossen.


    Hier ein paar Links zu Hötensleben, dem Grenzdenkmal und der innerdeutschen Grenze.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzdenkmal_Hötensleben

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hötensleben

    https://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze


    Die Oschersleben-Schöninger Eisenbahn (OSE).

    https://de.wikipedia.org/wiki/Bahnstrecke_Oschersleben–Schöningen


    Das Sperrgebiet.

    https://www.mdr.de/damals/archiv/artikel84666.html


    Ich möchte nicht versäumen, einen Hötenslebener zu erwähnen, der sich sehr für das Grenzdenkmal eingesetzt hat. Achim Walther war viele Jahre Vorsitzender des Grenzdenkmal-Vereins. Für seine geleistete Arbeit und Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.

    http://www.hoetensleben.de/new…z_fuer_achim_walther.html


    Er hat auch Bücher über diese Region geschrieben, zum einen "Die Heringsbahn", darin geht es um die OSE und auch, wie es nach Ende des Krieges bis 1952 dann war, und man erfährt auch, warum sie Heringsbahn heisst. Auch das Folgebuch möchte ich erwähnen, "Die eisige Naht", darin schildert er die Ereignisse von 1952 bis 1989.

    https://www.volksstimme.de/nac…aht-Zeitzeugen-reden.html


    In diesen beiden Videos berichtet Achim Walther über den Aufbau der Sperranlagen.

    Teil 1: https://www.youtube.com/watch?v=PDCTiy_3ULg

    Teil 2: https://www.youtube.com/watch?v=dP09yGnIwfE



    Im Forum gibt es bereits einen Beitrag aus dem Jahr 2008 zum Grenzdenkmal Hötensleben.

    https://www.schoener-reisen.at/thread/914-sachsen-anhalt-grenzdenkmal-hötensleben/



    Viele Jahre fand hier auch "Rock am Denkmal" statt, 2009, als sich die Grenzöffnung zum 20. mal jährte, traten sogar die Scorpions in Hötensleben auf, unter anderem mit dem Wende-Klassiker "Wind of Change". Seit 2013 gibt es die Veranstaltung leider nicht mehr.

    https://www.volksstimme.de/nac…nkmal-hat-ausgerockt.html


    Wer das Grenzdenkmal einmal besuchen möchte, hier die Karte dazu.

    https://www.google.de/search?q=hötensleben+grenzdenkmal+karte&npsic=0&rflfq=1&rlha=0&rllag=52121839,11018688,396&tbm=lcl&ved=2ahUKEwiGuPPYgovdAhWEwAIHHUc1AroQtgN6BAgEEAQ&tbs=lrf:!2m1!1e2!3sIAE,lf:1,lf_ui:2&rldoc=1#rlfi=hd:;si:;mv:!3m8!1m3!1d396849.15584505047!2d11.018688450000013!3d52.12183910000001!3m2!1i946!2i486!4f13.1



    Viele Grüsse, Daniel.

    Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich mir Daten-Auskünfte von den von mir genutzten Plattformen einhole. Da ich ein kleiner Skeptiker bin, gehe ich aber davon aus, dass ich nur die Daten zugeschickt bekomme, die die jeweiligen Unternehmen auch rausgeben wollen. Also würde ich immer Zweifel haben bzw. es ihnen sowieso nicht glauben, deshalb habe ich bis jetzt immer davon abgesehen.

    Ich versuche, so wenig Daten wie möglich herauszugeben, bin auch nicht bei Facebook und Co, mache kein Online-Banking, zahle so wenig wie möglich mit EC-Karte. Und ich sammle beim Einkaufen auch keine Deutschlandpunkte und ähnliches. Auch habe ich z.B. in der Apotheke kein Kundenkonto, weil mir die Vorzüge davon keineswegs plausibel erscheinen.

    Ist zwar bestimmt nur ein Tropfen auf den heissen Stein mit meinen Unternehmungen, denn dass , was Google, Amazon und Co über mich gesammelt haben, stellt dieses garantiert sowas von in den Schatten...


    Viele Grüsse, Daniel.