Aspach, Bezirk Braunau, Oberösterreich
Mein Sohn Benjamin hat mich auf die Kirche in Aspach hingewiesen, in der sich ein besonderer Nepomukaltar befindet. Er hatte ihn zufällig entdeckt, da er auch in alle offen stehende Kirchen hineischaut.
Die Kirche ist auf Mariä Himmelfahrt geweiht und hat einen prominent hohen Turm.
Im Inneren fällt die barocke Ausstattung und der Wessobrunner Stuck mit den barocken Gemälden auf.
Links befindet sich der Nepomukaltar, der gegen das hell einfallende Licht etwas schwer zu fotografieren ist. Die nachfolgenden Fotos stammen teilweise von meinem Sohn, teilweise von mir, wir haben versucht, mit verschiedenen Handycameras und Perspektiven die Details einzufangen.
Auffällig ist die dreifache Darstellung des hl. Nepomuks. Oben, im Medaillon befindet sich ein Bild, das wir nicht wirklich deuten konnten, in der Mitte der hl. Nepomuk in typischer Darstellung, flankiert von plastischen Darstellungen der Beichte und des Brückensturzes und unten der tot in der Moldau liegende Nepomuk.
Betrachten wir einmal das Medaillon ganz oben näher:
Hier sitzt Nepomuk an einem rot gedeckten Tisch mit Kreuz. Ein Knabe mit langer Schürze zeigt Nepomuk etwas, was aussieht wie eine Schrift. Nepomuk schaut in ein Buch (Waldi, dem ich das Foto schickte, meinte, er würde auf sein Handy schauen
)
In der Vita Balbins auf den Kupferstichen des Johann Andreas Pfeffel wird eine Szene mit Nepomuk als Lehrer beschrieben. Vielleicht bezieht sich diese ungewöhnliche Darstellung darauf. Allerdings habe ich die Darstellung des Knaben in diesem eher merkwürdigen Gewand weder auf den Kupferstichen, die im Salzburger Dommuseum ausgestellt waren, noch in meiner umfangreichen Literatur gefunden. Nachdem sich ein Wappen darunter befindet, nimmt diese Darstellung vielleicht auf eine Szene dieser Adelsfamilie Bezug. Gräfin Maria Johanna von Wartenburg stiftete 1728 diesen Bruderschaftsaltar.
Die Szene des dreidimensional gestalteten Altarbildes enthält hingegen die bekannten Elemente. Nepomuk in der typischen Mozetta mit Märtyrerpalme und Kreuz umgeben von einem Strahlenkranz mit fünf Sternen.
Links und rechts im Bild sind Beichte und Brückensturz in einer ungewöhnlichen 3-D Schnitzarbeit dargestellt.
Unter dem Altartisch liegt, wie so oft, der tote Nepomuk, hier allerdings nicht als Figur in einem Sarg, sondern gemalt in der Moldau.
Die Inschrift "Et flumina non operient te löel 43" besagt, "die Flüsse werden dich nicht bedecken, sie segnen dich" (oder so ähnlich). Worauf sich 43 bezieht weiß ich nicht, vielleicht wird auf den Psalm 43 verwiesen.
Insgesamt handelt es sich bei diesem Altar um eine bemerkenswerte Darstellung, die, wie so viele barocke Bilder, gewisse Fragen für mich offen lässt.
Johannes



