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  2. Grizzly

Beiträge von Grizzly

  • Lutherstadt Wittenberg

    • Grizzly
    • 31. Oktober 2015 um 10:23

    Wer nach dem Leeren des Stiefels noch geradeaus laufen kann, möge mir in Richtung Marktplatz folgen.

    D.h. ich verabschiede mich mal kurz, um mit Bekannten aus einem anderen Forum in einer Brauereiwirtschaft Mittag zu essen, deren Namen ich vergessen habe, aus der heraus man aber einen wunderschönen Blick auf den Innenhof hat.

    Eine Weile später - wir sind gesättigt, und die beiden müssen weiter - treffen wir uns wieder auf dem Marktplatz.

    Gestatten, mein Name ist Luther - ohne mich geht nix in dieser Stadt, auch wenn ich mich derzeit hinter Gittern befinde, aus Gründen der Runderneuerung.

    Mein Kollege Philipp Melanchthon hat schon wiedder freie Sicht.

    Die Häuserzeile vor der Stadtkriche ist im späteren 16. Jahrhundert hingesetzt worden, weil man Wohnraum für die wachsende Anzahl an Studenten brauchte - viele Wittenberger lebten davon.

    Der wichtigste Mann neben Luther und Melanchthon im Wittenberg des frühen 16. Jahrhunderts ist Lukas Cranach Hauptberuflich Maler, hatte er bald so viel Geld, dass er sich eine Apotheke kaufen (die es heute noch gibt) und zwei große Häuser einrichten konnte, das eine als Wohnhaus und das andere als Malereischule, die sogenannten Cranachhöfe.
    Das Wohnhaus, in dem seine Frau auch eine Anzahl Studenten verköstigte (gegen Entgelt natürlich) ...

    und die Cranachhöfe - von aussen ...

    ... und von innen.

    1989 sahen die Cranachhöfe ziemlich ramponiert aus,

    aber man hat ordentlich dran gearbeitet.

  • Lutherstadt Wittenberg

    • Grizzly
    • 31. Oktober 2015 um 10:22

    Der Schlosshof und das Schloss sind eher unspektakulär, was daran liegt, dass es Jahrhundertelang erst in Trümmern lag und dann Kaserne war. Heute beherbergt es u.a. die Jugendherberge. Ursprünglich hatte es auch Knast-Funktion, zwei Tafel erinnern an Menschen, die dort in "Schutzhaft" waren, was bedeutet, dass man einerseits stinkig auf sie war und andererseits ihnen nichts richtig vorwerfen konnte.

    Michael Stifel war ein Zeitgenosse Luthers, Theologe und Mathematiker. Er war als Pfarrer und Mathematikdozent tätig, als solcher errechnete er aus Buchstaben aus der Bibel, die er in römische Zahlen umwandelte, den Weltuntergang, welcher am Morgen des 19. Oktober 1533 stattfinden sollte. Einige seiner Gemeindemitglieder hauten daraufhin ihr Vermögen auf den Kopf, weil sie glaubten, nichts mehr zu verlieren zu haben.

    Der 19. Oktober 1533 kam, und die Welt ging nicht unter. Das war natürlich ein Problem, und die Leute standen ohne Wintervorrat, aber mit einer Stinkwut auf Stifel da. Aus dieser Zeit stammt der Spruch "einen Stiefel rechnen", sowie die von Studenten (er durfte später wieder Mathematik lehren) aufgebrachte Tradition des Stiefeltrinkens.

    Der andere hier vorübergehend Internierte, Johann Friedrich Böttger, hatte erklärt, Gold machen zu können, was nicht gelang. Später erfand er mit dem Meissner Porzellan dann doch noch etwas Ordentliches.

  • Lutherstadt Wittenberg

    • Grizzly
    • 31. Oktober 2015 um 10:21

    Bleiben wir noch ein bissl am Schloss.

    Hier links im Innenhof geht's ins Museum, das machen wir später.

    Das einer preussischen Pickelhaube nachempfundene Schlosskirchendach ist ein Geschenk der Preussen im späten 19. Jahrhundert; ansonsten sind die Wittenberger - so vermittelt das die Stadtführung - über die Preussen nicht so glücklich, vor allem weil sie ihnen 1817 die Universität weggenommen haben. Dafür wurde Wittenberg zur Garnisonsstadt ausgebaut, erst für die Preussen, dann die Wehrmacht, zuletzt die Russen - ein angemessener Ersatz für die verlorene Universität war das nicht.

    Die Turmhauben des Schlosses wie der Schlosskirche waren 1547 während des Schmalkaldischen Krieges abgetragen worden, damit man auf den Türmen Kanonen aufstellen konnte. Der Schlossturm steht heute noch so "kahl" da.

    Neben dem Schlossturm steht ein interessanter Baum,
    der zwei verschiedene Sorten Früchte trägt.

    Gegenüber der Schlosskirche

    liegen auf einem Rest des Stadtverteidigungswalls sowjetische Soldaten,
    die 1945 um Wittenberg gefallen sind. Ihnen ist ein Denkmal gewidmet.


    "Ehre und Ruhm den Helden der Sowjetunion"

    Bis 1989 stand da noch ein Sockel mit einem Panzer drauf, den haben sie abmontiert und eine Weile durch einen bunten Trabbi ersetzt, bis der ganze Sockel dann abgetragen wurde. Was aus dem Trabbi geworden ist, weiss ich nicht.

  • Lutherstadt Wittenberg

    • Grizzly
    • 31. Oktober 2015 um 10:20

    Passend zum Reformationstag hab ich in unserem eigenen Forum einen Uraltbericht über meine Wittenberg-Reise (Oktober 2009) entdeckt - auf geht's !

    Zum Ankommen ist der Bahnhof Wittenberg-Altstadt sehr praktisch,
    da ist die Schlosskirche schon in Sichtweite ...

    ... und zur meiner Pension sind's auch nur ein paar Schritte.

    Aber Achtung !
    Wer z.B. von Berlin kommend am WB-Hauptbahnhof aussteigt und einen Zug in Richtung Altstadt sucht, muss unbedingt Richtung Dessau fahren, und nicht etwa Richtung Leipzig ! Sonst geht's Euch so wie mir und Ihr müsst von einem gottverlassenen Dorfbahnhof aus wieder zurück (wenn Ihr gleich losmarschiert zur anderen Seite, kommt der nächste Zug 5-10 Minuten später. Ich sag Euch das, weil Fahrplan = Fehlanzeige).
    Die Züge Richtung Dessau über WB-Altstadt fahren derzeit immer um x Uhr 11 am Hbf ab und sind 2 Minuten später da.
    PS
    Das war 2009, hat sich inzwischen etwas geändert - guckt Ihr hier:

    https://reiseauskunft.bahn.de/bin/query2.exe…afasScrollDir=1

    So, wir haben's geschafft, den Koffer im Zimmer deponiert, uns ein bissl frischgemacht
    und sind in 5 Minuten auf dem Marktplatz mit Rathaus und Stadtkirche.

    Als ich angekommen bin, war's schon dunkel (die Bilder hab ich später in Ruhe geschossen)
    und ich bin die Schloßstraße am Stadtbach entlang gegangen bis zur Schlosskirche.

    Hier hat der damalige Augustinermönch und Universitätsdozent Martin Luther am Abend des 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an die Tür genagelt. Er konnte davon ausgehen, dass er am nächsten Morgen zum Allerheiligengottesdienst zahlreiche Leser finden würde.

    Die Originaltür ist nicht mehr da, die jetzige ist aus Bronze, und die Thesen sind gleich hineingearbeitet, damit niemand auf die Idee kommt, noch ein paar Thesen dranzuhängen, weil er etwa die Hundert vollmachen will -

    es würde auch nicht mehr viel hinpassen.

  • D - 1504 Bayern > NESSELWANG > Alpspitze < Zipline

    • Grizzly
    • 28. Oktober 2015 um 18:54

    Nachdem ich jetzt zwei lange Seiten ohne Ergebnis gegoogelt hab - isses im Allgäu ?
    Wenn nicht: in welcher Himmelsrichtung müssen wir weiter suchen ?

  • Karibikinsel Aruba

    • Grizzly
    • 27. Oktober 2015 um 11:41
    Zitat von Jofina


    Insofern muss ich annehmen, dass in der Inselsprache Papiamento auch spanische Elemente mit eingeflossen sind.
    Das finde ich auch auf dieser Webseite https://www.aruba.com/the-island/language bestätigt.
    Dort sind einige Ausdrucke auf Englisch und Papiamento gegenübergestellt werden. Es sind sehr viele spanische Wörter in dieser Sprache vorhanden.


    Interessanter Link - danke !
    Vom Lesen her scheint man einiges dieser Sprache zu verstehen, wenn man Spanisch spricht. Wie sich as bei gesprochenem Papiamento verhält - keine Ahnung.

  • Das neue PRORA auf der Insel Rügen, 2015 und 2016

    • Grizzly
    • 27. Oktober 2015 um 11:17

    Vielleicht schau ich ja auch mal vorbei - immerhin gibt's zwei Bahnstationen, Prora und Prora-Ost.

  • Fremde Menschen fotografieren - ja oder nein ?

    • Grizzly
    • 14. Oktober 2015 um 11:44

    Auf meinen beiden Tansania-Reisen (1980 Festland, 2007 Sanibar) stellte ich fest, dass es zwei Extreme gab:
    Die einen mögen das überhaupt nicht und werden dann auch aggressiv. Und die andern lassen sich gegen Geld photographieren - im Einzelfall hab ich dann auch bezahlt.

    Für die zum Beispiel:

    Zitat


    Anstatt einzeln für Fotos zu löhnen, kann man auch Muscheln kaufen,
    dann ist der Preis für Bilder von Muscheln, Verkäufer/innen und Bootsbauern inclusive.

    oder für den hier (der hat seinen Dollar gekriegt):

    Zitat

    Vor Ort wartet dann schon der Fischaufkäufer in einer Korallenhöhle, in der er eine Waage aufgehängt hat. bevor der Fisch den Besitzer wechselt, sackt der Fischer, wenn er Glück hat, noch einen Touristendollar ein dafür, dass ein Strandspaziergänger seinen Fang photographieren darf.

    Bei den "Residents" (europäische Spezialisten in Tansania) war es ein Running Gag, wenn der eine den anderen photographierte,
    zu sagen: "Nipe hela !" (Suaheli für: "Gib mir Geld").
    Fazit: Vorsichtig sein, ggf vorher fragen, wenn das geht, und die Antwort respektieren. Etwas entspannt hat sich m.E. die Lage, seit man auf der Digitalkamera den Aufgenommenen zeigen kann, was man photographiert hat.

  • Karibikinsel Aruba

    • Grizzly
    • 14. Oktober 2015 um 10:54

    Schöne Bilder - danke !
    Inwieweit spielt eigentlich die - laut Wikipedia - auf Aruba, Curaçao und Bonaire angesiedelte Kreolsprache Papiamentu in der Alltagssprache eine Rolle ?
    Ich mag ja Minoritäten-Sprachen, zumal diese für jemand mit Spanischkenntnissen noch einigermaßen verständlich ist:
    httpss://pap.wikipedia.org/wiki/Papiamentu

    Das hier scheint Papiamentu zu sein:

    Bei "stima" hab ich ein bissl gerätselt, schliesslich kann der Google-Translator diese Sprache nicht, bei Spanisch hat er gepasst, bei Portugiesisch erschien "die Siebte". Ob "unsere Königin Wilhelmina" diese Nummerierung tatsächlich hatte (oder ob sie die siebte für die Antillen zuständige niederländische Königin war), hab ich nicht rausgebracht.

  • 1493 CITROEN > Schwan als Kühlerfigur des CITROEN ROSALIE

    • Grizzly
    • 9. Oktober 2015 um 07:48

    Obwohl Fan alter Autos, muss auch ich im Moment passen.
    Steht das gute Stück dort, wo es die Autonummer suggeriert - im Département Bouches-du-Rhône, d.h. bei Marseille, bzw. ist es eine französische Marke ?

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