Wer nach dem Leeren des Stiefels noch geradeaus laufen kann, möge mir in Richtung Marktplatz folgen.
D.h. ich verabschiede mich mal kurz, um mit Bekannten aus einem anderen Forum in einer Brauereiwirtschaft Mittag zu essen, deren Namen ich vergessen habe, aus der heraus man aber einen wunderschönen Blick auf den Innenhof hat.
Eine Weile später - wir sind gesättigt, und die beiden müssen weiter - treffen wir uns wieder auf dem Marktplatz.
Gestatten, mein Name ist Luther - ohne mich geht nix in dieser Stadt, auch wenn ich mich derzeit hinter Gittern befinde, aus Gründen der Runderneuerung.
Mein Kollege Philipp Melanchthon hat schon wiedder freie Sicht.
Die Häuserzeile vor der Stadtkriche ist im späteren 16. Jahrhundert hingesetzt worden, weil man Wohnraum für die wachsende Anzahl an Studenten brauchte - viele Wittenberger lebten davon.
Der wichtigste Mann neben Luther und Melanchthon im Wittenberg des frühen 16. Jahrhunderts ist Lukas Cranach Hauptberuflich Maler, hatte er bald so viel Geld, dass er sich eine Apotheke kaufen (die es heute noch gibt) und zwei große Häuser einrichten konnte, das eine als Wohnhaus und das andere als Malereischule, die sogenannten Cranachhöfe.
Das Wohnhaus, in dem seine Frau auch eine Anzahl Studenten verköstigte (gegen Entgelt natürlich) ...
und die Cranachhöfe - von aussen ...
... und von innen.
1989 sahen die Cranachhöfe ziemlich ramponiert aus,
aber man hat ordentlich dran gearbeitet.



Vor Ort wartet dann schon der Fischaufkäufer in einer Korallenhöhle, in der er eine Waage aufgehängt hat. bevor der Fisch den Besitzer wechselt, sackt der Fischer, wenn er Glück hat, noch einen Touristendollar ein dafür, dass ein Strandspaziergänger seinen Fang photographieren darf.