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der Luftschutztunnel in Rijeka

  • claus-juergen
  • 1. Januar 2021 um 22:45
  • claus-juergen
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    • 1. Januar 2021 um 22:45
    • #1

    Rijeka ist neben Split die wichtigste Hafenstadt Kroatiens. Hier gibt es eine besondere Sehenswürdigkeit aus dem Zweiten Weltkrieg, die seit kurzem für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Es handelt sich um einen zu Beginn des Krieges erbauten Luftschutztunnel mitten in der Stadt, der die Bevölkerung und die dort stationierten Militärs und Angehörigen der Verwaltung vor den Luftangriffen der Alliierten schützen sollte.

    Der Großteil Rijekas gehörte bis 1945 zu Italien. Die Grenze zu Jugoslawien verlief entlang des Flusses Rjecina, der die Stadt vom Stadtteil Susak trennt. Nach der Eroberung Jugoslawiens im Jahr 1941 durch italienische und deutsche Truppen wurde die gesamte Stadt italienisch. Im Jahr 1943 landeten die Angloamerikaner im Süden Italiens, weshalb Rijeka in Reichweite der angloamerikanischen Bomber kam.

    Im Herbst hatte ich Gelegenheit, dieses Tunnelsystem zu betreten. Hier also Bilder aus einem Bauwerk der Vergangenheit, welches sicherlich vielen Menschen das Leben gerettet hat.

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    Infos zum Tunnel findet man auch auf der Website der Stadt Rijeka.

    "Mit seinem Bau wurde deshalb begonnen, weil sich die Stadt in einer Region befindet, wo in der Vergangenheit viele Länder aneinander angrenzten, so dass sie auch zu einem Ort von besonderer militärischer Bedeutung wurde. Häufige Grenzverschiebungen führten zum Bau der Festungsobjekte. Die meisten von ihnen wurden angesichts des Zweiten Weltkriegs erbaut, während des Baus des sog. Alpenwalls (Vallo Alpino), der die Grenze zwischen dem Königreich Italien und dem Königreich Jugoslawien schützen sollte. Mit dem Bau der unterirdischen Festungsanlagen, der Waffen- und Ausrüstungslager, Durchgänge und Bunker wurde im Jahr 1931 zur Verteidigung der Stadt begonnen, damit diese gegen Artillerieangriffe so geschützt wie möglich ist.

    Der Tunnel ist für Besucher geöffnet und sein Eingang befindet sich neben der Kathedrale des Hl. Vid und erstreckt sich unterhalb der Altstadt von Rijeka bis zum Schulhof der Grundschule Dolac. Er wurde von der italienischen Armee zwischen 1939 und 1942 in Form einer Menschenkette in einer Länge von 330 Metern gegraben. Dies geschah zum Zweck des Schutzes der Zivilbevölkerung vor Luftangriffen, weshalb der Tunnel stellenweise bis zu zehn Metern tief ist. Er ist etwa vier Meter breit und durchschnittlich 2,5 Meter hoch. Die Haupttunnelröhre hat zwei Abzweigungen, eine führt zum Gebäude des ehemaligen kommunalen Munizipals und die andere zur Kathedrale des Hl. Vitus.

    An mehreren Stellen entlang des Tunnels sind noch immer die Original-Inschriften aus dem Zweiten Weltkrieg zu sehen: „Riservato alle U.N.P.A.“ („Reserviert für die Luftverteidigung“). Diese war zu der Zeit in dem Gebäude der Grundschule Dolac untergebracht. Der Tunnel wurde gegen Ende des Krieges 1944 und 1945 überaus wichtig, als Rijeka von Angriffswellen überflutet und von alliierten Flugzeugen bombardiert wurde. Er hat auch während des Heimatkrieges seinen Zweck erfüllt, als ein Teil der Bevölkerung damals zweimal in ihm Schutz suchte.

    Der Tunnel ist mit Leuchten ausgestattet. Der Boden ist mit Sand bestreut, um leichter darauf laufen zu können. Er ist über die gesamte Länge hindurch begehbar, wobei die Innentemperatur 15 Grad beträgt. Eine neue Zeit hat dem Tunnel auch eine neue Rolle eingebracht - anstatt wie zuvor zu militärischen Zwecken genutzt zu werden ist der Ort heute in den touristischen Reiseführern der Stadt zu finden."

    http://www.visitrijeka.eu/de/Was_sehen/S…r_Rijeka_Tunnel

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    Decken und Wände sind nur teilweise mit Beton verschalt.

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    Vermutlich mußte es schnell gehen beim Bau und sicherlich dürfte die Dicke der Decke und die Stabilität des Felsens eine Rolle gespielt haben.

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    Dieser Teil ist nur aus dem Felsen geschlagen und gesprengt worden.

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    Da sich die Schutzsuchenden nur während eines Bombenangriffs hier unten aufhielten, benötigte man keine besondere Infrastruktur.

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    Ein abgebrochener Bohrer steckt auch heute noch im Fels.

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    Hier gehts zum Nebenein- und Ausgang.

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    Ob die Beleuchtung und somit die Orientierung zu Kriegszeiten auch so gut war wie heute?

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    Während des Unabhängigkeitskrieges Kroatiens in den Neunziger Jahren wurde der Tunnel nicht als Schutzraum genutzt. Rijeka wurde seinerzeit auch nicht angegriffen. Oben wird zwar darauf hingewiesen, daß die Bevölkerung zwei mal im Tunnel Schutz suchte. Aber das war wohl eine Vorsichtsmaßnahme der Behörden vor einem nie stattgefundenen Angriff der Serben.

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    Die italienische Aufschrift besagt, daß ein spezieller Bereich des Tunnels für die Angehörigen der damaligen Luftverteidigung reserviert war.

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    Die Rohrleitungen in diesem Seitentunnel stammen sicherlich aus neuerer Zeit. Das selbe gilt für die Wand rechs im Bild.

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    Bei meinem Stadtrundgang war dieser Tunnel jedenfalls ein Stück Rijeka welches ich noch nicht kannte. Wie in allen Tunnels und Höhlen war es auch dort drin recht kühl im Gegensatz zu Außentemperaturen von knapp über 30 Grad Celsius. Einige Zeit später ging ich an einem Stadtstrand noch schwimmen und so hat es schon gepaßt an diesem Spätsommertag.

    jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von claus-juergen (1. Januar 2021 um 22:47)

  • Gast001
    Gast
    • 2. Januar 2021 um 11:34
    • #2

    Wo Du Dich überall rumtreibst!;)

    Werden die Tunnel nur noch für touristische Zwecke " genützt"

    So ein Aufwand , sie instand zu halten, zu beleuchten, belüften usw...

    Das kann ich mir schwer vorstellen.

    Gruss,

    Elke

  • claus-juergen
    Administrator
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    • 2. Januar 2021 um 11:44
    • #3

    Hallo Elke,

    Dieses Tunnelsystem ist erst seit wenigen Jahren öffentlich zugänglich. Ob und wie die Anlage zuvor genutzt wurde, weis ich nicht. Eintritt wird derzeit nicht verlangt. Lediglich am Eingang stand eine Person, die wohl drauf achten sollte, dass wegen der Pandemie nicht zu viele Besucher auf einmal drin sind. Ich war übrigens der einzige Besucher und hatte somit den Tunnel für mich alleine.

    Ein Belüftungssystem ist nicht vorhanden. Damit fallen wohl nur geringe Kosten für Personal und Strom an. Im Inneren sind Kameras installiert. So wird hoffentlich am Abend niemand im Tunnel vergessen wenn er geschlossen wird.

    Grüße

    Jürgen

    Einmal editiert, zuletzt von claus-juergen (2. Januar 2021 um 13:27)

  • Gast001
    Gast
    • 2. Januar 2021 um 13:02
    • #4

    Vielleicht kommen die Ideen für eine rentable Verwendung noch.

    In D und auch in A werden solche Tunnels und Bunker u.a. für Champignonzucht benützt.

    z.B.

    https://www.swrfernsehen.de/natuerlich/pil…-dem-bunker-100.

    https://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock

    https://www.speisvorchdorf.at/hersteller/28-Holzinger-Champignon

    Und noch viele mehr

    Sinnvolle Verwendung, finde ich.

    Sicher kann "man" auch anderes verstecken.

    Gruß,

    Elke

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