1829 - Niederösterreich > SEMMERING > Südbahnhotel

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ELMA.

  • Es wird für euch nicht schwer zu erraten sein, in welchem Gebäude ich mich auf eine Reise in längst vergangene Zeiten bewegt habe.



    Johannes

  • Da hilft nur Eingrenzen.

    Ein Schloss in Österreich, in Niederösterreich?


    Gruß,

    Elke

  • Hallo, Elke, nein, ein Schloss ist es und war es nicht, auch wenn es so aussieht. Niederösterreich stimmt.


    Johannes

  • Handelt es sich um eine Bildungsstätte?


    Gruß,

    Klaus

    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.
    (Albert Schweitzer)

  • Ein Raum in einem Kloster?


    Gruß,

    Elke

  • Zitat

    Weder Bildungsstätte noch Kloster.

    Und auch kein Schloss...

    Gehört diese massive Mauer, die man ausserhalb des rechten Fensters sieht, zu einem privaten oder kirchlichen historischen Bauwerk?

    Im Semmeringgebiet?

    Darf jeder diesen schönen Raum betreten?


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Seniorenzentrum


    sieht aus wie ein Speiseraum aber auf höchstem Niveau.


    Nur so ein Verdacht oder Ahnung.

    Liebe Grüße :auto3:Dieter


    Es geht nicht darum , dem Leben mehr Tage zu geben ,

    sondern den Tagen mehr Leben.

    Cicely Saunders


    Und deshalb bleibt bitte gesund.

  • Ja, das war einmal ein Speiseraum auf höchstem Niveau für die feine Gesellschaft.


    Die Räumlichkeiten kann man nur zu besonderen Anlässen betreten, es befindet sich im Semmeringgebiet und wer das notwendige Kleingeld für der Erwerb und Erhalt hat, kann das Objekt jetzt kaufen.


    Johannes

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes56 ()

  • Semmering und feine Gesellschaft verbinde ich mit "Sommerfrische" der feinen Wiener, allen voran der Habsburger Familie.

    Ist eine ehemalige Residenz der Habsburger?

    Eine Villa?

    Oder ein vornehmes Hotel?


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Ja, Elke, feine Gesellschaft und Sommerfrische passt. Die Habsburger haben ausnahmsweise nichts damit zu tun. Vornehmes Hotel kommt hin. Hier ein Foto der Rezeption:



    Johannes

  • Ich habe das Hotel Panhans ( aber nicht diese Rezeption) gefunden, es ist zur Zeit geschlossen.

    Vielleicht wird es verkauft?


    Gruß,

    Elke

  • Nun, das Hotel Panhans war damals die schärfste Konkurrenz zu dem Hotel, in dem ich mich befand. Das Panhans wurde vor einigen Jahren an ukrainische Investoren verkauft und steht seither leer, schade.


    Doch das gesuchte Hotel, welches sich damals vom Panhans deutlich absetzte und die gesamte Hocharistrokratie anzog, ist ein anderes.


    Johannes

  • Dann kann es eigentlich nur das Südbahnhotel sein.

    Habt Ihr Euch ein Konzert während des dortigen Kultursommers gegönnt?

    Vielleicht in diesem schönen Saal,den Du in #1 gezeigt hast?


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Ja, Elke, ich war im Südbahnhotel, das nach längerer Zeit wieder im Rahmen des Kultursommers Semmering betreten werden kann.


    Bericht und Bilder folgen noch.


    Johannes

  • Das Südbahnhotel am Semmering



    Nachdem die Südbahngesellschaft mit dem Ausbau der Südbahn den mondänen Ort Abbazia (heute Opatija) mit Wien verbunden hatte, wurden entlang der Strecke Südbahnhotels errichtet, um die Strecke wirtschaftlich besser zu nutzen.


    1882 wurde das Südbahnhotel am Semmering in der Bauweise der Eisenbahningenieure errichtet. Bereits sechs Jahre später wurde das Grand Hotel Panhans eröffnet, welches eine ernsthafte Konkurrenz darstellte. Das Südbahnhotel musste sich neu erfinden und schuf dem damaligen Zeitgeist entsprechend eine Art Märchenschloss, ein Hotel, das Träume erfüllte und derart eingebettet in der Natur gestaltet wurde, dass der Übergang von der Natur über die großen Terrassen und Glasfronten fließend war.








    Gleich einer Schiffsrailing gestaltete man die Verbindungen zwischen Terrassen und atemberaubenden Ausblick auf die davor liegende Landschaft nahe der genialen Trassenführung der Semmeringbahn.


    Mit verwinkelten Dachlandschaften, luxuriösen Zimmern, Tennisplätzen und einem Schwimmbad wurde das Südbahnhotel zu einem bewohnbaren Märchen und Anziehungspunkt für die Hocharistokratie. Das Panhans positionierte sich moderner und sprach andere Bevölkerungsschichten an und so wurde der Semmering zu einem gut frequentierten Sommerfrischeort.





    Neben dem Stil des Späthistorismus finden sich, der Zeit entsprechend auch Jugendstilmotive und zahlreiche Ornamentik.










    Das Südbahnhotel verfügte auch über modernste Technik, so gab es auch ein eigenes Telegrafenamt und Telefonhütten im Hotel.



    Nach dem Krieg konnte das Hotel an die Erfolge nicht mehr anschließen und wurde in den 60er Jahren geschlossen. Dann erfolgte Verfall, Rettung durch einen Investor, der das Dach komplett neu machen ließ und eine Zeit lang wurde es von den Festspielen Reichenau bespielt, bis es daraufhin wieder ungenutzt und nicht betretbar in der Landschaft stand.


    Letztes Jahr gelang es dem Kulturverein Semmering, das Südbahnhotel wieder für ein reichhaltiges Kulturprogramm im Sommer für die Besucher zu öffnen.


    Hier die Bestuhlung im Obergeschoss im Waldorfsaal und Ausblick auf eine der Terrassen:




    Im großen Speisesaal kann man ein Menu à la Belle Époque buchen.


    https://www.kultursommer-semmering.at/souper



    Derzeit steht das Hotel zum Verkauf und die weitere Nutzung ist ungewiss.


    https://suedbahnhotel-semmering.at


    Die notwendigen Investitionen übersteigen mit Sicherheit den Kaufpreis, man kann hoffen, dass dieses Juwel erhalten bleibt.


    Johannes

  • Die Habsburger haben ausnahmsweise nichts damit zu tun.

    Da widerspreche ich mal, Johannes!

    Der weitaus größte Teil der Bauphase der Semmeringbahn und damit der Südbahn fiel in die Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I. der am 16. Mai 1854 gemeinsam mit Ritter von Ghega, dem Planer der Semmeringbahn, die Strecke erstmals befuhr. Am 17. Juli 1854 wurde sie für den Personenverkehr freigegeben.


    Einer der ersten Gäste im Südbahnhotel war Erzherzog Albrecht, wie die Neue Freie Presse vom 24. Juli 1882 (Eröffnung 15. Juli 1882) schreibt.

    Zitat

    [Hof- und Personalnachrichten]

    Erzherzog Albrecht, der, wie wir gemeldet, sich seit einigen Tagen in dem Südbahnhotel am Semmering aufhält, dürfte, da es ihm dort ausnehmend gut gefällt, daselbst noch einige Tage verweilen. Der Erzherzog bewohnt mit seinen beiden Adjutanten 5 Zimmer des Hotels...

    Mehr habe ich "auf die schnelle" nicht gefunden.

    Aber irgendein Habsburger war immer und überall dabei. Es waren ja genug. ^^


    ...man kann hoffen, dass dieses Juwel erhalten bleibt.

    Dem kann ich nur zustimmen! Es wäre schade wenn es wieder dem Verfall preisgegeben würde.

    Ich liebe diesen Baustil und denke an das was die Zimmer dieses Hauses schon erlebt haben. Wenn Steine reden könnten...


    Leider musste ich bei meinem Besuch in Budapest feststellen dass auch dort denkmalwürdige alte Hotels, Sanatorien und Villen an dubiose Investoren verkauft wurden die keinen Wert auf Wiederherstellung legen, die Gebäude verrotten lassen, bis eine Renovierung unwirtschaftlich wird und der Abriss Platz schafft für moderne Wohnanlagen die teuer verkauft werden können.

    War da nicht irgendwo eine Parallele zu Kroatien?

    Stöhn...


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

  • Wenn es nicht so riesig wäre, würde ich das Gebäude mit den Türmchen und Erkern als Märchenschloss im Märchenbuch suchen.

    Was für ein Aufwand vor knapp 150 Jahren!

    Von der Inneneinrichtung ganz zu schweigen, von der heute sicher nur noch wenig vorhanden ist.

    Ein paar dekorative Elemente, die Du uns gezeigt hast, lassen es vermuten.

    Und es fand sich damals ein Publikum . Wohlhabende Gäste .

    Man muss sich vorstellen, wer dort alles verkehrte und wie man sich dort zeigte.

    Umgangsformen, Benehmen , Garderobe unterlagen gewiss strengen Erwartungen.

    Gesehen werden, war wohl das Wichtigste,


    Ein eindrucksvolles, schönes Haus in Top Lage.


    Was heute tun mit solch einem Gebäudekomplex?

    Für den Tourismus wird es als Ganzes wohl kaum mehr restauriert werden können. Und wenn, dann stellt sich die gleiche Frage wie bei allen denkmalgeschützten Gebäuden: Wie weit darf verändert werden, um den heutigen Wünschen der Urlauber gerecht zu werden?

    s. ab #4

    Es kommt wie es kommen muss

    Das ist kein Problem nur von A, HR oder D.

    Auch Waldi hat in Budapest dazu seine Beobachtungen gemacht s-.#17


    Das Südbahnhotel ist wunderschön, es ist erhaltenswert.

    Hoffentlich gelingt es. Wenigstens teilweise.


    Danke, dass Du es uns vorgestellt hast , Johannes.


    Liebe Grüße,

    Elke

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