SK 1797 BRATISLAVA > Kirche der heiligen Elisabeth > die „Blaue Kirche“ Kostol svätej Alžbety

Es gibt 16 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von waldi.

  • Vor welchem Gebäude stehe ich in einer schwierigen Mission, aus welcher Zeit stammt es und welcher verborgene Schatz zierte einst das Innere des Gebäudes, den ich zu lüften versuchte?




    Johannes

  • Unten in der Altstadt oder oben im Burgbereich?


    Gruß,

    Elke

  • Es befindet sich nicht im Burgenbereich und auch nicht direkt im Altstadtbereich, aber in der Nähe der Altstadt.


    Johannes

  • Ja, absolut Jugendstil, Elke, richtig erkannt! Genau genommen Budapester Secession.


    Johannes

  • ich schleiche schon eine ganze Weile virtuell um die Blaue Kirche , St Elisabeth, rum. Sie ist am Rande der Altstadt zu finden.Aber ich finde das Dreiecksdekor (Majolikafliesen?) nicht.

    Und Deine schwierige Mission?

    Der Schatz könnte ein Nepomuk sein.

    Aber das sind nur Vermutungen.


    Liebe Grüße,

    Elke

  • Ich hab sie, die Fliesen !

    Winzig klein, rechts und links an den Säulen neben dem Portal.

    Oder doch nicht? Ich finde kein großes Bild.


    Der Schatz könnte ein Nepomuk sein.


    Oder hast Du für waldi etwas entdeckt?



    Liebe Grüße,

    Elke

  • Liebe Elke!


    Nun, zwei Teile des Rätsels hast du schon gelöst. Ja, es geht um die „Blaue Kirche“ Kostol svätej Alžbety, welche im Jugendstil erbaut wurde.






    Mehr davon, wenn auch der dritte Teil des Rätsels gelöst ist, der Schatz, der im Verborgenen blieb.


    Und nein, diesmal geht es um keinen Nepomuk, wir befinden uns in der Zeit um 1900.


    Johannes

  • Das war der Grund, weshalb ich an unseren Sissikenner Waldi gedacht habe:

    https://modrykostol.fara.sk/info/about-the-church-deutsch/


    Zitat (Auszug)

    Im Jahre 1907 wurde das Geburtsjubileum der hl. Elisabeth (geb. 1207), der Tochter des ungarischen Königs Andreas II. gefeiert. Die Sankt-Elisabethfeiern sollten mit dem Aufbau einer neuen, ihr eingeweihten Kirche in Bratislava gekrönt werden.......

    Der Grundstein wurde am 23. August 1909 feierlich vom Vertreter des Bischofs Dr. Simon Valö aus Estergom gelegt. Am 4. November 1909 war eine Delegation von Vertretern der Kirche in Wien beim Kaiser Franz Josef I., der den Kirchenplan genehmigte und seine Hilfe versprach. Er beantragte sofort den bekannten Bratislavaer Bildhauer Alojz Rigele, ein Relief der Königin Elisabeth aus Marmor auszuarbeiten, welches dann auf der linken Seite der Kirche angebracht wurde (jetzt befindet sich das Relief im Pfarramtsgebäude). Es ist aus weißem Carrara Marmor und stellt die betende Königin Elisabeth dar (die Ehefrau des Kaisers Franz Josef I.).


    Ich dachte vielleicht hast Du dieses Relief gesucht ud hast im Pfarramt geklingelt, es dort entdeckt und es vielleicht sogar fotografiert??


    Liebe Grüße,

    Elke




  • Kostel svaté Alžběty


    Die römisch-katholische Kirche der. heiligen Elisabeth in Bratislava.


    Wegen der Verkleidung mit blauen Ziegeln, einem Majolika Mosaik, wird sie auch „Blaue Kirche“ genannt. Sie ist der Heiligen Elisabeth von Ungarn geweiht.


    Der Stil ist die Budapester Secession, eine besondere Form des Jugendstils.




    1907 wurde das Geburtsjahr der Hl. Elisabeth (geb. 1207), der Tochter des ungarischen Königs Andreas II, gefeiert. Aus diesem Anlass wollte man eine Kirche erbauen.


    Erbaut wurde sie vom Architekten Ödön (Eduard) Lechner mit der Firma Pittel und Brausewetter 1909-1913, das Baumaterial ist Beton. Wikipedia gibt hier gegenüber dem offiziellen Kirchenführer eine andere Erbauungszeit 1907 - 1908 an. Aber laut Kirchenführer genehmigte Kaiser Franz Josef I erst 1909 den Bau. Er beauftragte auch sogleich den Bildhauer Alojs Rigele, ein Relief der Königin Elisabeth (Sissi) aus Marmor anzufertigen.


    Die unterschiedlichen Zeitangaben der Erbauung dieser Kirche fielen mir erst auf, als ich den Kirchenführer studierte, im Internet steht oft 1908. Aber auch auf der offiziellen Seite Bratislava steht das Fertigstellungsdatum 1913.


    https://www.visitbratislava.com/de/setzt/blaue-kirche/


    Ebenso steht das Datum der Erbauung 1909 bis 1913 auf der Homepage der Kirche:


    https://modrykostol.fara.sk/info/about-the-church-deutsch/


    Welche Jahreszahlen nun richtig sind, kann ich nicht beurteilen.


    In einem damals neu entstehenden Stadtteil wurde jedenfalls unter dem Architekten Ödön Lechner ein königlich katholisches Gymnasium erbaut, welches auch eine Kapelle haben sollte.


    Da aber die Kapelle auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollte, wurde die ursprünglich kleiner geplante Kapelle innerhalb des Schulhofes in Form der heutigen Kirche neben dem Gymnasium realisiert.




    Das Eingangstor des Gymnasiums ist im gleichen Stil wie das der Kirche gebaut.




    Rechts beim Haupteingang in der Kirche ist ein kleines Relief aus Carrara Marmor angebracht, es stellt den Grafen Peter Szäpäry dar.




    Er war ein Sohn der Gräfin Gabrielle Maria Szäpäry, die größte Wohltäterin der Kirche. Er verstarb jung und aus seinem Nachlass wurde eine Orgel angekauft.


    Die Kirche hat nicht nur von außen einen besonderen Reiz, auch innen setzt sich konsequent der Stil in allen Elementen, Bänke, Kerzenhalter, Türen, weiter.











    Auf der linken Seite, wo derzeit eine Krippe steht und dahinter ein Vorhang aufgehängt ist, befindet sich ein Altar mit einer Nische, in der ein Relief der Hl. Theresia aus Lisieux angebracht ist. Dieses Relief stammt auch von Alois Rigele, welcher das Relief der Königin Elisabeth (von Ungarn) geschaffen hat.




    Und genau um dieses Relief der Königin Elisabeth von Ungarn geht es. Denn es stand ursprünglich an der Stelle, wo heute das Relief der Hl. Theresia aus Lisieux steht. Elisabeth kniet betend mit dem Blick auf das Altarbild der Hl. Elisabeth.




    Waldi hat es hier beschrieben:


    aus Ungarn kurz berichtet 2017


    In den Kriegswirren des Ersten Weltkrieges nach dem Trianon Vertrag und der Gründung der Tschechoslowakei hatte man Angst um das Relief. Eigentlich war es Angst vor der eigenen Bevölkerung, wie mir der Vikar bei einem Besuch erklärte, aus gewissem Ressentiment gegen Ungarn und damit auch gegen Sissy, das Relief zu zerstören.


    Es wurde damals im Pfarrhaus untergebracht und befindet sich dort unter Verschluss.


    Versuche, eine Genehmigung für eine Besichtigung zu erhalten scheiterten bislang, auch in meiner Mission für Waldi, als ich beim Herrn Vikar persönlich vorsprach.


    Aber es gibt Hoffnung, denn auch der Vikar schien meinem Gedanken, das Relief eines Tages wieder an seinem ursprünglichen Ort anzubringen, zumindest nicht abgeneigt.


    Wir, das heißt Waldi und ich, bleiben jedenfalls dran, dass dieser verborgene Schatz eines Tages wieder der Öffentlichkeit gezeigt wird oder dass wir das Relief zumindest besichtigen dürfen.


    Die Kirche ist jedenfalls auch ohne Sissi sehenswert, die Öffnungszeit außerhalb von Messen ist nur von 17:30 bis 18:00.


    Johannes

    3 Mal editiert, zuletzt von Johannes56 ()

  • Es ist eine wunderschöne, helle, freundlich und verspielt wirkende Kirche.

    in einer schwierigen Mission

    Dann war der Versuch, den Vikar zu überreden, das Relief sehen zu dürfen, diese schwierige Mission?

    Aber - Du bist hartnäckig :wink:, das wissen wir. Irgendwann gelingt es Dir !


    Die Kirche ist jedenfalls auch ohne Sissi sehenswert, die Öffnungszeit außerhalb von Messen ist nur von 17:30 bis 18:00.

    Deshalb konnte ich sie nur von außen sehen und habe sie irgendwie "links" liegen lassen. Hab kein einziges Fotos davn.


    Seit ich vor einigen Jahren in Prag war, liebe ich den Jugendstil.

    Und Bratislava hat in dieser Beziehung genug zu bieten!


    Danke, Johannes, für diesen Beitrag.


    Gruß,

    Elke

  • Ja, ich war auch schon oft in Bratislava und habe diese Blaue Kirche noch nie gesehen, geschweige denn besichtigt. Das habe ich waldi zu verdanken und es ist wie ein Krimi, den es zu lösen gilt.


    Heute habe ich die Bestätigung des Vikars von der Kirche erhalten, dass das Datum auf Wikipedia und allen anderen Quellen, die davon abgeschrieben haben definitv falsch ist. Einer schreibt vom anderen ab und alle glauben es. Ist wie mit dem Eisen im Spinat.


    Die Bauzeit war 1909 bis 1913. Und am 4.11.1909 gab Kaiser Franz Josef den Auftrag für das Relief, welches am 12. Juni 1912 in der Kirche angebracht wurde.


    Das Relief hat eine besondere Ausstrahlung und bereits beim Betrachten eines Fotos und der Vorstellung des ursprünglichen Standortes bekommt man eine Gänsehaut, wie ich finde.....


    Waldi hat ein aktuelles Foto, für welches der Herr Vikar eine Erlaubnis zur Publikation erteilt hat, aber die Vorstellung des Reliefs möchte ich gerne Waldi überlassen.


    Johannes

  • Wir werden sicherlich noch mal eine Donau-Kreuzfahrt bis nach Budapest machen. Auf der Route wird auch Bratislava angelaufen. Dann werde ich mir diese blaue Kirche natürlich auch anschauen :)und auch die Highlights, die Elke schon in einem Bratislava-Fotobericht vorgestellt hat. :)


    Danke für den schönen Besichtigungstipp. :)

    El mundo es un libro, y quienes no viajan leen sólo una página.(Aurelio Agustín)
    Gruß Jofina

  • Danke für Deine Bemühungen, Johannes!


    Ich hatte es bisher nicht geschafft einen Kontakt zum Pfarramt der Elisabethkirche herzustellen.

    Deine offenbar hervorragenden Beziehungen zur Geistlichkeit haben mich um Deine Hilfe bitten lassen.


    Meine wiederholten Besuche in Bratislava verliefen bisher negativ. Die Kirche war leider immer verschlossen.

    Deshalb konnte ich nur Bilder aus dem vergitterten Vorraum machen.


    Die derzeit verhängte Wandnische wo ursprünglich das Relief der Kaiserin hing war aus diesem Grund nur schwer zu fotografieren, aber man kann es erahnen.


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    Links seht Ihr das Relief der Kaiserin Elisabeth wie es früher in der Kirche zur Heiligen Elisabeth zu sehen war.

    Rechts seht Ihr das Foto, dass uns der von Johannes erwähnte Vikar der St. Elisabeth-Kirche in Bratislava freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.

    Dafür danke ich dem Herrn Vikar und dem Pfarrer der St. Elisabeth-Kirche recht herzlich!

    Ich finde das Relief von Aloyz Rigele wunderschön realisiert!

    Leider hat es ein paar Risse, aber auch Marmor ist ein Produkt der Natur und hält nicht ewig. Es tut der Ausstrahlung keinen Abbruch, finde ich.

    Wie sang doch schon Drafi Deutscher: Marmor, Stein und Eisen bricht...

    Ich ergänze das auf meine Weise: ... aber meine Liebe zur Kaiserin Elisabeth von Österreich nicht!


    Die "blaue Kirche" ist wirklich sehens- und besuchenswert!

    Besonders gefiel mir das Glasfenster über dem Eingang das die Heilige Elisabeth mit ihrem Rosenwunder zeigt.


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    Herzlichen Dank für Deine Hilfe, Johannes!

    Wenn Dich Dein Optimismus nicht trügt dann könnte ich vielleicht doch noch in den Genuss kommen, dieses herrliche Relief mit eigenen Augen sehen zu können!


    Liebe Grüße von waldi :174:

    Und immer neugierig bleiben!

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