Korcula > VELA LUKA > Olivenernte

Es gibt 11 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von ELMA.

  • Welche Verbindung besteht zwischen den 4 Bildern?


    Wie werden die 4 "Geräte" benützt?






    Gruß,

    Elke

  • Hallo,


    also erstes Bild zeigt einen pneumatischen Kamm, der zur Olivenernte eingesetzt wird. So wie eine Hand auch. Drittes Bild ist wohl auch so eine Art Rüttelkamm zur Olivenernte und das vierte Bild zeigt einen Rechen für die Olivenernte.


    Alles demnach Geräte für die Olivenernte.


    LG


    Johannes

  • Das ist richtig.

    DIe vier Bilder haben etwas mit der Olivenernte zu tun.

    Und zwar mit der traditionellen Art, wie sie auf der Insel Korcula immer noch stattfindet.


    Die Ernte beginnt immer mit dem sorgfältigen Auslegen von Netzen unter den Bäumen.

    Ist das Gelände eben, ist es nicht so schwierig.





    Die meisten Olivenhaine auf Korcula sind jedoch terrassenförmig angelegt.

    Da ist das Auslegen der Netze schon viel mühsamer,

    Wie auch das Ernten selbst.

    Muss man doch ständig auf Mauern und wackligen Steinene balancieren.




    Zum Ernten benützt man die Hand oder einen kleinen gebogenen Rechen aus Kunststoff. ( s- #1)

    Zweig für Zweig.....








    Manche Bäume sind recht hoch, da heißt es auf die Leiter steigen.



    Es gibt auch Hilfsgeräte.


    Da ist zunächst dieser Klapprüttler an einer langen Teleskopstange.




    Er wrd mit Druckluft betrieben.

    Dazu braucht man einen motorbetriebenen Druckluftkompressor und viele Meter Druckluftschlauch .




    Die Kompressoren sind leider relativ laut.




    Ein anderes Hilfsgerät ist dieser Rüttler mit Stäben , die vibrieren und sich ganz schnell drehen.





    Angetrieben werden die Stäbe von einem Elektromotor.

    Dazu braucht man einen Generator zur Stromerzeugung oder man benützt einen Akku mit ausreichend Kapazität.

    Vor allem , wenn das Gerät mit einem Akku betrieben wird, arbeit es leise. nur ein ständiges Surren ist zu hören.



    Die Arbeit mit diesen Teleskopstangen sieht so mühelos aus - aber spätestens nach einer Stunde tun Schultern und Rücken weh und am Abend gibt es Muskelkater.

    Sind die Bäume abgeerntet, liegen die Oliven auf den Netzen und müssen zusammengenommen werden.




    Aber so können sie noch nicht die die Ölmühle gebracht werden.

    Zu viele Blätter und Ästchen sind mit heruntergeschlagen worden.




    Die Oliven werden in der Ölmühle zwar sortiert und gereinigt, aber zu viel Blatt- und Astwerk erhöht den Arbeitspreis in der Mühle.


    Das Auslesen der Ernte ist der Abschluss der Arbeit. Dazu werden die Früchte auf dieses schäge Brett geschüttet, rollen hinunter in einen Behälter , die Äste werden per Hand ausgelesen und die Blätter fallen durch die Lücken auf den Boden.





    So vorgereinigt werden die Oliven am nächsten Tag in die Ölmühle gebracht.



    Olivenernten ist eine mühsam Arbeit. Viel Handarbeit.

    Auf den Terrassen weit außerhalb der Wohngebiete ist der Einsatz von Maschinen nur begrenzt möglich.

    Alle Geräte, die man braucht, müssen auf schmalen Wegen in die Olivenhaine gebracht werden.


    Neue Olivenhaine werden anders angelegt.

    Hier ein junger Olivenhain westlich von Vela Luka. Wem er gehört, weiß ich nicht,




    Ebene , breite Wege, viele hundert Bäume nebeneinander, keine Mauern...

    hier wird die Olivenernte in 2, 3 Jahren gewiss anders ablaufen.


    Vielleicht so , wie es in Italien schon weit verbretet ist


    https://media.giphy.com/media/10ErS1wxgNJMdO/giphy.gif


    Das Olivenöl wird dann vermutlich preisgünstiger angeboten werden.

    Aber ob die Qualität vergleichbar sein wird mit den Oliven, die auf steilen Terrassen der Sonne stärker ausgesetzt sind und mit der Wärme der dicken Mauern reifen können?


    Ich liebe das Öl von Petar und von Ivan aus den Olivenhainen bei Vela Luka auf Korcula .
    Tochter Annika hat das Etikett für das hauseigene Öl entworfen.



    Oliven spielen in ganz Kroatien eine große Rolle.

    Vermutlich deshalb findet man einen Olivenzweig auch auf der 20 Lipa Münze



    Elke

  • hallo Elke,


    ich habe vor Jahren in Vodnjan in Istrien in einer Ölmühle mal beobachtet, wie die Blätter mittels einem Gebläse herausgeblasen wurden. Die sind leichter als Oliven und so funktioniert das recht gut. Zweige allerdings habe ich nie in den Behältern für die Früchte gesehen.


    In Spanien funktioniert zumindest in Andalusien die Ernte ähnlich wie in Italien. Die großen Plantagen auf ebenen Flächen setzen Maschinen ein, die denen im Video ähneln. Damit können Bäume mit einem erheblichen Stammdurchmesser geschüttelt werden. Diese Methode ist schonender als man meinen könnte. Neben Oliven fallen eigentlich auch nur Blätter in die Behälter.


    Kleinere Olivenhaine sind meist in Familienbesitz. Hier ist der ganze Clan gefordert, die Ernte von Hand zu bewerkstelligen. Ob dabei ähnliche Hilfsmittel wie von dir vorgestellt verwendet werden, weis ich nicht. Dazu kommen Erntehelfer, die für sehr wenig Geld dabei sind. In der Region halten sich viele Flüchtlinge aus Nord- und Schwarzafrika auf, die am Straßenrand darauf warten, daß sie jemand für die Ernte anstellt und dann auch gleich mitnimmt. Die Bezahlung wird wohl bar und für jeden Arbeitstag separat erfolgen.


    Generell gilt für diese Region, daß Olivenöl sehr preiswert und in großen Mengen produziert werden kann. Die o. g. Faktoren tragen mit dazu bei. Die Öle, die dann in Spanien auf den Markt gelangen, werden nach Auskunft meines Bekannten auch nicht mit Importölen aus Nordafrika vermischt. Da sind die Spanier wohl eigensinnig. Wie es sich mit dem "Spanischen Olivenöl" verhält, welches in den Export z. B. nach Deutschland gelangt, ist wieder eine andere Sache.


    grüsse


    jürgen

  • Was für ein Aufwand, wie das Elke zeigt! Aber man schmeckt es, wenn es richtig gutes Olivenöl ist, dass auch viel Liebe und Handarbeit drinnensteckt und genießt es mit einer gewissen Ehrfurcht.


    Das beste Olivenöl ist jenes, welches von Bäumen stammt, die man selbst kennt.


    LG und danke für den interessanten Bericht.


    Johannes

  • Wie schmackhaft das Olivenöl von Petar ist, haben wir selbst erfahren dürfen. Die mitgebrachten 15 Liter waren aber zu schnell verbraucht.


    Gruß,

    Klaus

    Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das Leben will.
    (Albert Schweitzer)

  • Oliven-"plantagen" werden in vielen Ländern so angelegt, dass sie maschinell bewirschaftet werden können,

    Ob Italien, Spanien, Istrien usw... die Überproduktion von Olivenöl nimmt zu.

    Die Preisunterschiede sind riesig. Wenn bei der Ernte neben großen Maschinen auch noch gering bezahlte Arbeitskräfte eingesetzt werden, ist es leicht, den Liter Olivenöl für weit weniger als 10 Euro zu verkaufen.


    Die riesigen Plantagen werden auch anders "gepflegt", sicher kommen künstlicher Dünger, Insektizide zum Einsatz. Vielleicht auch noch MIttel, mit denen das "lästige" Gras zwischen den Baumreihen vernichtet werden kann (was in den alten Olivenhainen immer noch durch Mähen klein gehalten wird - aber dafür den seltenen Pflanzen wie Orchideen, Safran, Cyclamen, Freesien, Traubenhyazinthen und den Eichdechsen , Käfern, Schmetterlingen usw eine Lebenschance lässt - s. meine Berichte vom März in den Olivenhainen )

    Ich weiß es von Spanien nicht , in Italien ist es so.


    Beim Geschmack spielen neben der Bodenbeschaffenheit auch die Sorten eine große Rolle.

    Das ist mit Wein vergleichbar.

    Auf Korcula ist es zu 90 Prozent die autochthone Sorte "Lastovka" mir einem Anteil der Sorte "Drobnica", die sehr viel Wärme ud Sonne brauchen und relativ spät geerntet werden,

    Ich mag dieses etwas scharfe Olivenöl sehr gerne ( aber nicht für alles- manchmal ziehe ich das milde, fast geschmackose Olivenöl aus der Toskana vor)


    Das beste Olivenöl ist jenes, welches von Bäumen stammt, die man selbst kennt.

    Johannes, so ist es !!

    Und von Bauern, bei denen man weiß, wie sie arbeiten.

    Jedesmal , wenn ich das Öl verwende , werde ich daran erinnert.


    ( ich habe nur noch eine Flasche - es wird Zeit, dass ich mich wieder auf den Weg nach Vela Luka mache!!)


    Ich hoffe, dass auf Korcula, speziell rund um Vela Luka, der arbeitsaufwändige Olivenanbau auf Terrassen weiter geführt wird.





    Es gibt sie, die neu angelegten Terrasen an den steilen Hängen


    vor ca 3 Jahren neu angelegt


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    Alte Terrassen, ein alter Olivenhain - keine Chance , dort mit großen Maschinen zu arbeiten


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    Winterarbeit : Bäume schneiden





    Oliven und Wein auf steinigem Boden



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    War das jetzt eine LIebeserklärung an die Olivenhaine auf Korcula?

    Ja, das war es !!

    :grin:


    Elke

  • Bei der Olivenernte dabei zu sein ist ein Erlebnis.


    Wir durften das schon zwei Mal in familärem Rahmen für jeweils eine Woche miterleben.

    In dieser Zeit lebten wir mit und in der Familie.


    Die Olivenhaine liegen zum Teil weit außerhalb von Vela Luka.

    Die Arbeit beginnt gegen 9 Uhr und endet bei Sonnenuntergang.


    Gegessen wird "draußen"

    Wir wurden dabei regelrecht verwöhnt.

    Lena stand schon sehr früh morgens in der Küche und bereitete köstliche Mahlzeiten vor.


    Gegen MIttag machte Ivan Feuer und Lena "deckte " beim alten Steinhaus den "Tisch".

    Zum Händewaschen gab es in der Zisterne genug Wasser.





    Und das gab es:


    Natürlich ein Stück Fleisch

    Ohne Foto : Wasser und Wein - selbstverständlich



    Wer errät was das alles ist?






    Zum Nachtisch direkt vom Baum



    Dann


    Kaffee und selbst gebacken:



    Wer erkennt das eine oer andere ?


    Bei Dämmerung wurden die Kisten mit den geernteten Oliven zu den Autos getragen.




    Für uns gab es manchmal keinen Platz mehr im Auto - aber wir genossen es oft, die 2 oder 3 Kilometer zu Fuß zurückzugehen.


    Blick am Abend über Vela Luka




    Rechts hinten am Horizont : DIe Insel Vis


    Elke

  • Hmmmmmm, da läuft mir das Wasser im Munde zusammen. Die kleinen Fische könnten Sardellen sein? Dann sehe ich noch Kichererbsen, dann ein Gericht, welchs mein Freund, mit dem ich oft im damaligen Jugoslawien war „Erdäfel mit Nix“ genannt hat, Granatäpfel und einen Mandelkuchen?


    Ja, man sieht in deinen Bildern die Liebe zu dieser Gegend und ich weiß, wie das ist, so eine Liebe in einem Konzentrat eines Geruches und Geschmacks eines Produkts von dort zu schmecken.


    LG


    Johannes

  • hallo Elke,


    die Kichererbsen hat ja Johannes schon erkannt.


    Das da nennen wir Bauerngröstl, bestehend aus Kartoffeln, Speck, Zwiebel, Pfeffer, Salz und Kümmel. Allerdings braten wir im Allgäu es stärker in der Pfanne an. Es muß etwas Biß haben.


    ?random=0&maxWidth=0&embedded=1#imageAnker_19746


    grüsse


    jürgen

  • Kicherebsen in einer schmackhaften Brühe- das war wirklich gut!


    Aber das andere:


    Kartoffeln, ja,

    vermischt mit fein gehackten roten Zwiebeln und

    sehr zarten kleinen Stücken eines Octopus.


    Gut gewürzt mit Pfeffer, Essig und Öl ( kein Olivenöl)


    Es war Octopussalat , Hausmacher Art, so wie ich ihn mag.

    Da könnte ich mich reinlegen !!


    Kartoffeln und Zwiebeln aus dem eigenen Garten,

    den Octopus hat Ivan selbst aus dem Wasser geholt.

    Donnerstags ist für ihn und seine Freunde von Vela Luka immer "Männertag" in einer Hütte in einer abgelegenen Bucht bei Vela Luka.

    Dort wird geangelt, mit Netzen von einem Boot aus gefischt, im Sommer auch nach Octopus getaucht...


    Alles kommt immer ganz frisch in Lenas Küche .

    So auch dieser Octopus.


    DIe Fischlein?

    Ich vermute wie Johannes , dass es Sardellen waren. Auch selbst gefangen .

    Aber , wie es in Vela Luka tradionell oft gemacht wird:

    als Salzfisch.


    Die Fischlein liegen viele Tage im Salz , bevor sie dann ( roh) gegessen werden.

    Man kann höchstens 1 oder 2 Fischlein essen. In Olivenöl tauchen und Stück füt Stück abbeißen. Dazu ein Schluck Mali Plavac (natürlich vom eigenen Weinberg. s. letztes Bild in #8))

    Köstlich, mit einem Stück von dem frischen Weißbrot, das Lena auch sebst gebacken hatte.


    Als Nachtisch : saftigen Granatapfel , der im November reif ist , Zwischen den Olivenbäumen findet man immer mal wieder einen Granatapfelbaum.


    Zum Kaffee ein Stück von diesem Gebäck aus Hefteig mit Mandeln, Orangeat und verschiedenen Gewürzen , Lumblja genannt ( auch selbst gebacken)


    Solch ein Menu kann man man selbst im teuersten Restaurant nicht kaufen!!!


    Liebe Grüße,

    Elke

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