der Hafen von Bremerhaven

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  • Vor mehr als einhundert Jahren war die Weser im Bereich von Bremen so stark versandet, daß der Hafen von Bremen nicht mehr für die Handelsschifffahrt genutzt werden konnte. Was lag da näher, als direkt an der Mündung der Weser in die Nordsee einen neuen Hafen zu bauen. Schließlich hatte Bremen etablierte Handelshäuser, die auf den Handel mit Übersee angewiesen waren.


    Ich möchte euch heute etwas vom dortigen Hafen zeigen. Dort ist der Fluß 2700 Meter breit und für Schiffe mit einem Tiefgang von bis zu 14 Metern geeignet. Moderne Containerschiffe, die bis zu 20.000 Container laden können haben jedoch einen Tiefgang von bis zu 16,5 Metern. Folglich wird der Hafen für die langsam zu klein. Genauso wie in Hamburg erwägen die Verantwortlichen das Ausbaggern.


    Es gibt auch die gleichnamige Stadt die zum Bundesland Bremen gehört. Wir beginnen die Rundfahrt am Aussichtspunkt, der aus mehreren gestapelten Containern besteht.



    Zweieinhalb Kilometer lang ist der Kai mit diesen Ladekränen. Früher wurden die in Deutschland hergestellt, heute kommen solche Monster aus China. Im vorderen Bereich liegen Turmsegmente für Offshore-Windanlagen, weiter hinten werden Container-Frachter entladen.






    Kommt ein Schiff wird die Brücke mit Eisenbahnschienen und der Straße einfach zur Seite geschwenkt.



    Auf dem Aussichtsturm sind Tafeln angebracht, die manches dem Laien erklären.





    Das blaue Ding der Lloyd Werft ist ein Schwimmdock. Dieses wird auf Grund gesenkt, dann fahrt das Schiff, welches repariert werden soll in dieses Dock. Alle Schotten werden danach geschlossen und das Wasser wird herausgepumpt. Dann schwimmt das Ding und am Schiff kann gearbeitet werden.



    Die gelben Anlagenteile gehören zu einem Kabelleger-Schiff. Diese werden derzeit vor allem dazu gebraucht, die Windparks auf dem Meer mit dem Land zu verbinden.



    Das Schiff im Vordergrund ist ein Autofrachter. Die einzelnen Etagen sind in der Höhe verstellbar. So kann das Schiff nicht nur für Pkw, sondern auch für LKW, Busse, Baumaschinen oder Traktoren verwendet werden. An den Aufbauten ist das Schiff daran erkennbar, daß große Lüftungskamine eingebaut sind. Der Laderaum muß auf See ständig entfeuchtet werden, sonst kommt das Auto verrostet in Bremerhaven an. Die Autos haben fünf Liter Sprit im Tank. Das reicht zum Rangieren auf das Schiff und zum Abstellen in den Parkhäusern im Hafen. Ein großer Teil des Hafens selbst ist Zollhafen. Es ist jedoch für Besucher möglich, diesen mit dem eigenen Pkw zu befahren.






    Das grüne Schiff im Vordergrund ist die Nathalie Ehlers, ein früheres Containerschiff, welches gerade umgebaut wird. Dahinter sieht man einen Autofrachter.



    Das graublaue Schiff mit dem seltsamen Design ist ein Wohnschiff. Es wird verwendet, wenn auf See Arbeiten verrichtet werden müssen.



    Der Windkraftanlagenhersteller Senvion hat hier direkt im Hafen ein neues Werk errichtet. Die Gondeln und Stahltürme für Windanlagen auf dem Meer werden vor Ort gebaut und verschifft. Achtet mal auf den Pkw vor der 45 Meter hohen Montagehalle für die Turmsegmente oder die grüne Zugmaschine vor der Gondel. Bei diesem Vergleich wird dem Betrachter erst klar, wie groß so ein Windrad ist.




    Nordergründe ist ein Windpark in der Nordsee welcher gerade im Bau ist. Die einzelnen Anlagen haben eine Leistung von 6,2 Megawatt. Mittlerweile testen Vestas und Siemens schon Anlagen mit 8 Megawatt Leistung für den späteren Einsatz auf dem Meer.



    Vom vielen "Schiffe kucken" haben wir einen Hunger bekommen. Deshalb sind wir in den alten Fischereihafen gefahren und haben uns ein leckeres Fischbrötchen genehmigt. Der Fischereihafen ist mittlerweile umgebaut und beherbergt ein paar Gaststätten wo man natürlich Meeresfrüchte geniessen kann.




    Dieses Seezeichen dient den Schiffen zur Orientierung. Heutzutage gibt es natürlich alle möglichen modernen Hilfsmittel. Vielleicht wird das Seezeichen noch genutzt, vielleicht ist es aber auch nur Nostalgie.



    Obwohl die Weser hier 2,7 Kilometer breit ist, darf nicht ohne Begleitung eines Lotsen gefahren werden. Der setzt mit so einem Lotsenboot über zum ein- oder ausfahrenden Schiff.



    Ich hoffe, mein Ausflug in den hohen Norden und noch dazu in einen Industriehafen hat euch gefallen. Ich als süddeutsche Landratte könnte ja stundenlang hier zuschauen. So fasziniert bin ich von der Technik und der Größe der Anlagen.


    jürgen

  • ch hoffe, mein Ausflug in den hohen Norden und noch dazu in einen Industriehafen hat euch gefallen. Ich als süddeutsche Landratte könnte ja stundenlang hier zuschauen. So fasziniert bin ich von der Technik und der Größe der Anlagen

    Ja, das hat mich auch alleine schon vom Betrachten begeistert. Es gefällt mir immer wieder , wie du passend jedesmal


    die gut recherchierten Hintergrundberichte schilderst. Beispielhaft , dass der Autoexport der großen Drei 80 % beträgt!


    Man stelle sich vor, was da alles dahinter steckt!



    Solche Häfen sind schon eine eigene Welt für sich.


    Wenn ich mir da vor Augen führe, welche Massen an Waren jeweils umgeschlagen werden. Da verwundert es nicht , dass der Zoll eigentlich recht hilflos agieren muss.


    Dabei gibt es weltweit noch viel größere Umschlagplätze. Ich erwähne nur die Asiatischen .


    Solche Berichte tragen auch dazu bei, dass man jeweils ein bisschen tiefer stöbert, bei großem Interesse auch mal im Internet gräbt.


    Danke, dass du auch diesen eigenen Kosmos einer riesigen Hafenanlage so detailliert ins Bild gerückt hast.


    Lieben Gruß
    Helmut

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

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