waldis Besuch der BUGA 2011 in Koblenz
Die Anreise Teil 1
Mariesa hatte mir einen solchen Appetit auf die BUGA gemacht dass ich auch mal hinfahren musste.
Meine Frau hatte noch einen Gutschein von einem Reisebüro und den wollten wir verbraten.
Das Angebot des Reisebüros war leider enttäuschend bescheiden.
Es bestand praktisch nur aus Bustagesfahrten zur BUGA.
Wir wollten aber 3 Tage bleiben, wovon 2 Tage für die BUGA geplant waren.
Das von Mariesa empfohlene Hotel hatten sie leider auch nicht im Angebot.
Trotzdem entschlossen wir uns zur Buchung.
Am letzten Montag im Mai gings los.
Das ist zwar schon eine Weile her, aber ich hatte Probleme mit meinem Bildbearbeitungsprogramm.
Ich arbeite schon lange mit IranView und war bisher zufrieden.
Nach dem letzten update auf die aktuelle Version konnte ich plötzlich keine Bilder mehr über etwa 10 MB nach der Bearbeitung abspeichern.
Außerdem wurden verkleinerte Bilder pixelig.
Die Wolken bekamen Ecken! Es war grausam!
Nach langem Probieren und einigen Änderungen in den Einstellungen funktioniert nun alles wieder wie gewohnt.
Zurück zu meinem BUGA-Ausflug.
Wer mich kennt der weiß: Der Weg ist eines meiner Ziele!
Und wer mich besser kennt der weiß: Da muss doch was mit Sissi dabei sein!
Aber davon später.
Wir fuhren auf die A3 Richtung Köln.
Wir kamen hier vorbei …
Wer weiß wo das ist?
Dann die A66 bis Wiesbaden.
Es folgte ein kleiner Abstecher in den Taunus nach Bad Schwalbach um den Elisabethentempel zu besuchen und im Bild festzuhalten.
Wie Ihr ja schon gemerkt habt bin ich ein Verehrer der Kaiserin Elisabeth von Österreich und suche deshalb überall nach ihren Spuren.
Dieser Aussichtspavillon wurde an einem ihrer Lieblingsausflugsplätze während ihres Kuraufenthaltes in Langenschwalbach (so hieß Bad Schwalbach damals)
im Jahre 1897, also ein Jahr vor ihrem gewaltsamen Tod, aufgestellt.
Eine Gedenktafel im Pavillon erinnert daran.
Der Blick auf Bad Schwalbach aus dem Elisabethentempel heraus.
Im Moorbad habe ich diesen alten fahrbaren Badebottich mit dem sinnigen Spruch entdeckt.
Im Moorbad war ich deshalb weil sich in dem Gebäude auch ein Informationsbüro befindet.
Da habe ich nach Infos über den Aufenthalt der Kaiserin Elisabeth in Bad Schwalbach gefragt und man bemühte sich.
Die Broschüren las ich erst später, aber sie bewirkten, dass ich auf der Rückreise noch mal durch Bad Schwalbach fuhr.
Leider war es für einen Museumsbesuch zu spät und die Elisabeth-Kirche war auch schon zugesperrt.
Da werde ich also noch mal hinfahren müssen.
Aber ein paar Bilder hab ich noch gemacht.
An der Kirche zur heiligen Elisabeth, die leider verschlossen war, entdeckte ich diese Figur dieser mildtätigen Frau,
Tochter der bayerischen Prinzessin Gertrud von Andechs und dem ungarischen König András II.
Leider sind in Bad Schwalbach viele alte Villen und Hotels abgerissen und kaputtmodernisiert worden.
Bestes Beispiel ist das Kurhaus.
mein aktuelles Foto
das Kurhaus auf einer Ansichtskarte um 1900
Auch die Villa die durch den Besuch der französischen Kaiserin Eugenie im Jahre 1864 ihren Namen bekam sieht ziemlich heruntergekommen aus.
Selbst der Löwe vor der Villa erscheint mir altersschwach.
Aber manchmal entdeckt man noch was das an die gute alte Zeit erinnert.
Wir fuhren wieder zurück an den Rhein und besuchten Schloss Johannisberg.
Im Jahre 1716 erwarb Konstantin von Butlar - der Fürstabt von Fulda das Anwesen und ließ nach dem Abriss der alten Klostergebäude
mit Ausnahme der Kirche und des heute fast 900 jährigen Weinkellers (Bibliotheca subterranea) nach Plänen des Bamberger Baumeisters
Johann Dietzenhofer das barocke Schloss erbauen.
Schloss und Weingut wurden 1815 der österreichischen Souveränität unterstellt und Kaiser Franz I. überließ es seinem Außenminister Klemens von Metternich.
Bis heute muss der jeweilige Besitzer einen Zehnten an die Nachkommen des Kaiserhauses (zurzeit Otto von Habsburg) entrichten.
Das Schloss und die Weinberge sind heute im Besitz des Oetker-Konzernes.
Nach dem Krieg wurde das Schloss bis 1965 von Paul Alfons Fürst von Metternich (Urenkel des Staatskanzlers) in seinem heutigen Zustand wiederaufgebaut.
Bis zu ihrem Tod 2006 bewohnte seine Witwe Fürstin Tatiana noch Schloss Johannisberg.
Sie war die letzte Vertreterin des Hauses Metternich-Winneburg.
Sie wurde im Familiengrab an der Basilika neben ihrem Gatten bestattet.
Leider ist das Schloss nicht zugänglich. Deshalb habe ich nur Fotos von außen.
Der Garten zum Rheintal hin ist auch verschlossen. Deshalb habe ich auch kein frontales Bild.
Über einem Kellereingang prangt das Wappen derer von Metternich-Winneburg.
Die Weinlage "Schloss Johannisberg" ist eine der besten des Rheingaues.
Bei den Neuanpflanzungen der vernachlässigten Weinberge wurde ein Teil 1720 erstmals mit Rieslingreben bepflanzt
(ältester Riesling Weinberg der Welt), womit eine neue Ära für den Rheingau und die Weißweine insgesamt eingeleitet wurde.
.....
Die Legende sagt, dass in Johannisberg die Spätlese entstanden ist. Davon zeugt der „Spätlesereiter“.
Die Legende auf dem Sockel des Denkmals:
ZitatDer Kurier des Klosters Johannisberg bringt den
verzweifelt wartenden Mönchen verspätet die Lesegenehmigung
des Fürstabtes von Fulda. So entdeckte man um 1775 den
Wert der Edelfäule und der Spätlese.
Es ist aber bekannt, dass es schon vor 1775 im Rheingau die Spätlese und sogar Eiswein gab.
ein Nebengebäude des Schlosses
Im Schlosspark stehen schöne alte Bäume.
Vom alten Kloster zeugt noch die Basilika.
Die ehemalige Benediktiner-Abtei wurde im Jahre 1130 durch Mainzer Benediktiner dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht.
1563 fand die erste Aufhebung des Klosters statt.
Während des 30jährigen Krieges wurde die Kirche im Jahre 1634 durch schwedische Truppen teilweise zerstört.
1716 ging die Abtei an die Benediktiner in Fulda über.
Es folgte ein Umbau in barocke Form.
Durch Napoleon wurde die Kirche im Jahre 1802 säkularisiert.
Nach dem Wiener Kongress wurde das Anwesen 1816 mit Schloss und Kirche
Fürst von Metternich für seine großen Verdienste während des Kongresses geschenkt.
Metternich wurde somit Kirchenpatron.
Es folgte ein klassizistischer Umbau durch Georg Moller.
Während des Zweiten Weltkrieges, in der Nacht vom 12. auf den 13. August 1942,
wurde die Kirche durch einen Fliegerangriff der Alliierten bis auf die Mauern zerstört.
Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau durch die Johannisberger Bevölkerung unter Pfarrer Christian Neuroth
und Anleitung der Architekten Schwarz und Steinbach mit weitestgehender Rückgewinnung der romanischen Urgestalt.
Am 8. Juni 1952 konnte die Neueinweihung der Kirche durch den Limburger Bischof Dr. Wilhelm Kempf stattfinden.
2003 wurden nach den Plänen von Frau Schwarz, der Witwe des verstorbenen Architekten,
die liturgischen Orte des Altarraums, die Querschiffe und der Taufbereich umgestaltet.
Am 29. November 2003 konnte die Gemeinde die Kirche in der nun zu sehenden Form wieder beziehen.
Der romanische Innenraum wirkt sehr nüchtern und schmucklos.
Ein Blick in den Vierungsturm und auf das zentrale Kreuz.
Vermutlich gab es auf dem Berg bereits eine Kapelle, die dem Hl. Nikolaus geweiht war.
Deshalb wurde der Hochaltar auch zunächst auf den Hl. Nikolaus geweiht.
Die Figur am rechten Eckpfeiler des Chorraumes der Basilika erinnert bis heute daran.
Ihm gegenüber sitzt der Apostel Johannes mit einem Weinkelch in der Hand.
Er erinnert an die alljährliche Johannisweinsegnung.
Im rechten Seitenschiff hängt die Skulptur von der Heiligen Elisabeth.
Im Gedenken an unsere verstorbenen Eltern entzündeten wir im linken Seitenschiff einige Lichte vor der Heiligen Jungfrau.
Am Ende des Langhauses steht der Kirchenpatron Johannes der Täufer.
Ihm gegenüber steht ein Mönch ohne Hände dessen Identität ich nicht herausfinden konnte.
Nach dem Essen im Restaurant am Schloss Johannisburg fuhren wir wieder ins Tal und nach Rüdesheim.
Davon mehr in Teil 2.
waldi