Madeira , die Vulkan- aber auch Frühlingsinsel, Teil 2

  • Liebe Foris,


    auch wenn zuletzt vieles so schroff und abweisend aussah, es gibt genügend herrliche Wanderwege , die nicht von konditionell und extrem Tritt sicheren Bergsteigern begangen werden können. Dazu weiter mit den Sehenswürdigkeiten:


    Levadas u. Lorbeerbäume


    Bewässerungskanäle, die Levadas (übrigens in Südtirol heißen sie Waalwege, z.B. der Marzlinger bei Meran), gibt es auf Madeira seit Siedlungsbeginn im 15. Jh. Sie dienten hauptsächlich der Bewässerung von Zuckerplantagen. , vermutlich von den Maurensklaven angelegt.


    Aber erst das Projekt der Salazar Regierung , das 1969 abgeschlossen wurde, schien alle Wasserprobleme zu lösen. Damit war auch Schluss mit der privaten Willkür der Wasserverteilung, damals ein Hemmschuh für die Landwirtschaft.


    Heute schwinden die Wasserreserven wieder. Damit steht im Zusammenhang auch der bedrohte Lorbeerwald, und mithin auch die Grundwasserneubildung.
    Durch die enorme Steigerung des Energieverbrauches der letzten Jahre ist auch die Strom und Wasserversorgung vor einer ungewissen Zukunft.


    Wir sind natürlich nicht die steilen Hänge entlang gegangen, in denen die Levadas angelegt wurden.
    Aber ein paar gab es schon, an denen entlang marschiert werden konnte. Und man spürte auch oft das Treibhausklima an manchen Tagen.


    Erleben sollte man es unbedingt, es war einfach mit zu viel Naturschönheiten verbunden









    auch schattige Wege






    hier mit Ablaufschieber



    und mit einem kleinen Zuweg zum ganz lieblichen Tea House







    Rundfahrt mit mehreren Sehenswürdigkeiten, einschl. Straßenführungen


    Die Hochebene Paul da Serra schließt im Westen an das zentrale Bergland Madeiras an.




    Getrennt durch den 1007 m relativ hohen Encumeadapass. Hoch deshalb, dass diese Höhen ja immer schon ab Meereshöhe gelten!




    Der Name Paul da Serra bedeutet Gebirgssumpf. Damit ist die Landschaft treffend charakterisiert, wenn man das windreiche Plateau verlässt.


    Sehenswert und sicher auch beeindruckend ist die Fahrt hinunter zu dem an der Nordwestspitze gelegenen Porto Moniz.
    Dort befindet sich eine Hauptattraktion, ein Meeresschwimmbad.
    Natürliche Becken , von der Brandung gezeichneter Lavafels und Liegeflächen auf Betonmauern.



    Rundherum schwarzer abweisender und unzugänglicher Lavafels. Da helfen dann auch Badeschuhe nichts mehr.



    Sicher ein Schauspiel bei schlechtem Wetter, wenn da die Brandung kommt.
    Selbst die Einheimischen gönnen sich hier ein paar Tage im Sommer, um der Hitze in Funchal zu entkommen.


    Noch am Überlegen, ob man begeistert sein sollte, geht es nun auf die Straße , mit abenteuerlichen Verlauf Richtung Sao Vicente.


    Sie wurde in den 50 ger Jahren mit Spitzhacken in den Basaltfels gehauen.
    Wenn man die Straßen in Innervielgraten im Hochpustertal kennt, sind diese gar nicht mehr so Schwindel erregend . Aber ich meine, sehr imposant , an die Strapazen beim Bau möchte ich gar nicht denken. Hier geht es harmlos an




    Ein Weidenschutz am Straßenrand. Hilft auch den vielen Ziegen und Schafen die halbwild umher grasen vor Absturz.



    Und auf diesen Bildern zeigt sich das ganze Ausmaß





    Immer weiter an der Küste entlang nach Santana.
    Dort sind die traditionellen Bauernhäuser , schön für die Touristen drapiert 2 Stück am Rande der großen Straße. Na ja,



    Angeblich gibt es noch rd. 100 Häuser davon in der Gemeinde, mit ihren intakten Strohdächern .
    Größere davon werden im Park von Queimadas noch heute als Pousadas genutzt. Pousadas sind die zum Hotel umgebauten portugiesischen Herrenhäuser.



    Auf der Weiterfahrt fiel mir dieser Kuhstall auf, den ich als solchen gar nicht erkannt habe.



    Interessehalber ging ich den kleinen Weg von der Straße hinunter und bemerkte eben eine Kuh im Innern.
    Jetzt war mein Interesse geweckt bis ich irgendwo etwas darüber zu lesen bekam, denn die Tierhaltung war alles andere als Art gerecht.
    Gehen wir zurück auf die herkömmliche Form der Viehhaltung in den steilen Bergen von Madeira.


    Man sieht zwar Terrassenfelder in großer Zahl, wenn auch teilweise winzig, auf denen Gemüse und Obst angebaut werden, aber selten Haustiere.


    Des Rätsels Lösung sind eben diese Fenster losen! Hütten, die auf der ganzen Insel, vor allem im Norden Madeiras stehen. Sie hießen früher , weil Stroh bedeckt Palheiro. Heute mit Wellblech.


    Insges. 16000 !!! Rinder verbergen sich in solchen Ställen. Lediglich zum wöchentlichen Sparziergang am Strick kommen die Tiere ans Tageslicht. Der Stall wird täglich ausgemistet, wenigstens das und mit Sichel geschnitten bekommen sie frisches Gras und anderes Grünzeug.


    Andere Länder , andere Zwänge.


    Denn, das Acker und Weideland war eben immer streng getrennt und wenn Vieh fremde Felder zertrampelte, oder gar Ackerfrüchte fraß, gab es hohe Strafen.
    Auch das Land war immer teuer und knapp und so erfand man eben die Palheiros, die die Kühe in dem teilweise extrem steilen Gelände vor Brüchen und Absturz bewahrten.


    Bucht von Abra



    Fährt man um den Flughafen herum, gelangt man über Canica zur Bucht von Abra.
    Und hat die bizarren Felsformationen der Halbinsel vor sich. Das Weitergehen erfordert teilweise auch Schwindelfreiheit.







    Im nächsten Teil, die Trennung ist durch die vielen Bilder erforderlich, warten weitere Sehenswürdigkeiten und eine kleine Kurzgeschichte.


    euer
    wallbergler


    Übersicht über die drei Teile


    Teil 1


    Teil 2


    Teil 3

    Wer nichts weiß, muss alles glauben.
    Marie von Ebner-Eschenbach

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