Die Singold ist ein kleines Flüsschen welches in Waal im Ostallgäu entspringt, durch meinen Heimatort Langerringen fließt und in Augsburg in die Wertach mündet. Eigentlich nichts besonderes, sieht man von gelegentlichen kleinen Wasserkraftwerken in privater Hand mal ab. Ein paar Kilometer südlich von Langerringen liegt der Ortsteil Schwabmühlhausen wo ich mit meinen Enkeln und zwei einfachen Schwimmhilfen in die derzeit Niedrigwasser führende Singold gestiegen bin. Diese Idee kam mir spontan vor zwei Tagen und nach dem ok der Eltern ging es los ab dem ehemaligen Hotel Untere Mühle. Bis Langerringen mäandert der Fluß oder eher aktuell der Bach durch eine wilde Urlandschaft.
Mit akkubetriebenen Pumpen waren die Gefährte schnell aufgeblasen und los ging es unter Aufsicht von Mama und Oma.
Eigentlich schaut es hier noch ganz passabel aus. Heike und Herbert die hier wohnen haben das Vorhaben beobachtet und uns gewarnt. Stechinsekten wie Bremsen und Mücken sollten uns die Fahrt genauso erschweren wie umgestürzte Bäume, Niedrigwasser und unpassierbare Stellen aufgrund von angeschwemmten Gestrüpp. Beide hatten zwei Tage zuvor mit den Enkeln die selbe Fahrt gewagt und wußten um die Schwierigkeiten.
Alex wartet auf die Luftmatratze während Tom das SUP in Besitz genommen hat. Ein Paddel wäre bei dem niedrigen Wasserstand keine Hilfe. Wir wollten mit den Händen paddeln und navigieren.
Die Gesamtstrecke bis zur Fischtreppe am Ortseingang von Langerringen dürfte etwa vier Kilometer sein. Eigentlich machbar, wenn da nicht...
...solche Stellen wären.
Nicht immer ist das Ufer dicht bewachsen. Westlich befindet sich meist ein Hang während östlich davon Wiesen vorhanden sind.
An der Stelle ist die Singold komplett gesperrt. Wir haben uns durch das Gestrüpp links geschlagen und dann ging es weiter.
Unsere luftgefüllten Schwimmhilfen konnten wir einfach über den oberen Stamm heben während wir drei zwischen den beiden Stämmen hindurchgeschlüft sind. Dabei sind die gelenkigen Enkel dem Opa Jürgen klar im Vorteil.
Und wieder ein angenehm zu befahrender Flußabschnitt.
Links erkennt man deutlich die Abbruchkante des Hangs.
Das SUP erweist sich im Laufe der "Kreuzfahrt" als robuster und besser zu handeln als die Luftmatratze.
Dann ist die Tour auf dem Wassser abrupt zu Ende. Wir kommen nicht ans avisierte Endziel. Dies weil eine ortsansässige Firma über das verlängerte Wochenende ein eigenes Grundstück an der Singold für ein Betriebsfest nutzt. Kaum sind wir da wird mir ein kaltes Bier vom Faß und der Jugend ein Spezi angeboten. Da sagt man nicht nein.
Während die Kids eineinhalb Stunden mit dem Schäferhund und dem Spiel Tennisball ins Wasser - Hund holt den beschäftigt sind unterhalte ich mich im Bach sitzend mit den Freunden und Angestellten. Schließlich kenne ich ein paar der Feiernden.
Ihr könnt euch denken wie das ist. Man trinkt bei der Hitze ein Bier, hat die Füße im Wasser und trinkt noch ein Bier und noch eines und irgendwann werden Tochter und Frau angerufen, uns doch hier abzuholen.
Es gäbe zwar noch ein paar nette Schnappschüsse. Aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und des Dorffriedens verzichte ich auf die Veröffentlichung.
So fand unsere spontane Fahrt flußabwärts ein unerwartetes aber lustiges Ende. Am nächsten Tag war Sonntag und ich weis nicht ob alle Anwesenden den so genießen konnten wie den heißen Samstag in der Singold. Die Kids hatten eine Freude, mir hat es Spaß gemacht und die Kommentare meiner Angelika und von Tochter Daniela habe ich vergessen. Auf jeden Fall bekam ich am Abend zuhause doch noch etwas zu essen weil ich mit den Enkeln einen schönen Tag im und auf dem Wasser verbracht habe.
jürgen