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Schinderei auf das Steinmandl im Namlostal

  • claus-juergen
  • 31. Mai 2026 um 17:05
  • claus-juergen
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    • 31. Mai 2026 um 17:05
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    • #1

    Ich spreche bewußt nicht von einer Wanderung weil eine solche eigentlich auch mit Spaß verbunden ist. Das Steinmandl mit 1909 Meter Höhe östlich von Stanzach im Lechtal gelegen ist wohl nicht umsonst ein Berg den kaum jemand bezwingen will. Genau das war der Grund warum ich mir diesen Berg bereits im Vorjahr als Ziel ausgesucht habe. Vorgestern war es dann so weit, dass ich mit meinem Freund Klaus mein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte.

    Warum ist dieser Berg nicht sonderlich beliebt? Das liegt zum einen daran, daß man als Nicht-Kletterer nur auf einem kaum markierten Pfad zum Gipfel kommt und exakt den selben Weg auch wieder hinunter laufen muß. Am Weg gibt es nicht einmal eine Quelle oder einen Bach um Wasser nachzufüllen. Nicht zuletzt geht es ständig mit mehr als 30 Prozent Steigung über etwa 700 Höhenmeter nach oben. Einen Ausblick hat man auch erst kurz unterhalb des Gipfels.

    Steinmandl

    Wir sind über das Lechtal bei Stanzach ins Namlostal abgebogen und konnten das Auto nach ein paar Kilometer rechts abstellen. Der alte Wegweiser ist ein Vorgeschmack auf dieses Ende der Welt.

    Steinmandl

    Das sind glaublich die einzigen paar Meter wo es nicht steil nach oben geht. Ansonsten so steil, daß wir immer wieder mal zum Verschnaufen pausieren mußten.

    Steinmandl

    Der Weg ist oft nur schwer zu erkennen. Vor langer Zeit wurden Bäume oder weiter oben Latschen mit roten Punkten markiert die fast verblasst sind.

    Steinmandl

    Das ist das Namlostal. Irgendwo dort unten steht mein Auto.

    Steinmandl

    Der Schweiß rinnt uns nicht nur von der Stirn. Ab und zu legen wir Trinkpausen ein.

    Steinmandl

    Der Wald lichtet sich und so hat man mit der Zeit doch eine bessere Sicht.

    Steinmandl

    Das Lechtal zwischen Stanzach und Forchach.

    Steinmandl

    Noch weiter oben rückt Stanzach ins Blickfeld.

    Steinmandl

    Klaus hat eine schlaue App auf dem Handy die uns nicht nur die Höhenmeter, sondern auch die zurückgelegte Strecke und vieles mehr anzeigt was wir eigentlich gar nicht wissen wollen.

    Kurz unterhalb des Gipfel wird es noch etwas schwierig. Teilweise müssen wir auf losem Untergrund auch die Hände zuhilfe nehmen. Nun sind die Stöcke hinderlich.

    Steinmandl

    Nach zweieinviertel Stunden sind wir schließlich am Dollfußkreuz angekommen. Das ist nicht schlecht, stand doch unten ein Zeitansatz von drei Stunden. Das Kreuz wurde das erste mal 1934 unmittelbar nach der Ermordung des Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß aufgestellt um an den zu erinnern.

    Steinmandl

    Beim Gipfelbuch befindet sich die Geschichte des Kreuzes welches in der aktuellen Version aus Aluminium bereits das dritte hier oben ist. Die anderen aus Lärchenholz hielten die Stürme nur ein paar Jahrzehnte stand.

    Steinmandl

    Das Kreuz ist mit vier Drahtseilen abgespannt. Anscheinend bläst der Wind dort gelegentlich ziemlich heftig. Die viereckigen Balken sind der Rest eines alten Gipfelkreuzes.

    Steinmandl


    Steinmandl

    Der Ausblick ist natürlich an so einem Tag toll. Das ist das Hornbachtal. In der Bildmitte erkennt man den Hochvogel. Die Berge gehören zu den Allgäuer Alpen wohingegen die auf der anderen Seite des Lechs zu den Lechtaler Alpen zählen.

    Steinmandl

    Hinter Stanzach ist sehr gut zu sehen wieviel Platz der Lech hat um sich bei Bedarf in die Breite auszudehnen.

    Steinmandl

    Diese Berge um den Elmer Muttekopf sind nichts für uns. Da sollten nur Profis hinaufsteigen.

    Steinmandl

    Selbst der Weg auf das Steinmandl ist nicht als offizieller Wanderweg gekennzeichnet. Wer von hier oben weiter will kann das mit dem entsprechenden Können und der passenden Ausrüstung machen.

    Steinmandl

    Vom südlichen Lechtal sehen wir nur ein kleines Stück.

    Steinmandl

    Nach einer Stunde Rast und einer Brotzeit machen wir uns auf den Rückweg ins Namlostal.

    Steinmandl

    Wir müssen zwar immer noch darauf achten wo wir hintreten, schwitzen jetzt allerdings nicht mehr so stark. Deshalb fällt uns auch so manches Blümlein am Weg auf.

    Steinmandl

    Nach eindreiviertel Stunden sind wir am Ausgangspunkt angekommen. Ins Gipfelbuch haben wir uns natürlich auch eingetragen.

    Steinmandl

    Am Beginn des Weges fand ich bereits beim Aufstieg noch einen Autoschlüssel. Der passte auch am einzigen Pkw der an diesem kleinen Parkplatz abgestellt war. Ich klemmte den Schlüssel unter den Scheibenwischer weil ich nicht wußte, ob wir am Weg dem Fahrzeugeigner begegnen. Tatsächlich trafen wir den Herrn aus Füssen jedoch an und erklärten ihm wo er seinen verlorenen Schlüssel wiederfindet. Zum Dank fand ich dann einen Zettel mit einem 10 Euro Schein an meinem Scheibenwischer und dem Hinweis, daß wir uns dafür zwei Bier gönnen sollten. Eine nette Geste wie sie nicht alltäglich ist.

    Steinmandl

    Und dann fanden wir am Rückweg auch noch dieses verlorene Schild.

    Steinmandl

    Der Spar Laden in Stanzach hatte zwei kalte Bier für uns und ich kannte diese Stelle am Fluß.

    Steinmandl

    Von dort hat man einen Blick auf unser Steinmandl und so konnten wir den Flüssigkeitsverlust gut ausgleichen.

    Steinmandl

    An so einem Traumtag ging es anschließend mit geöffnetem Verdeck im Cabrio durch den Außerfern und das Ostallgäu nachhause.

    jürgen

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