Das Wetter ist hier an der Andamanensee in Thailand abgesehen vom kurzen Starkregen vor zwei Tagen stabil. Nach wie vor Sonne mit ein paar Wolken am Himmel. Luft und Meer haben um die 30 °C. Nachdem ich in der Gegend ja schon das allermeiste in den vergangenen Jahren erkundet habe, schaut mein Tagesablauf eigentlich fast immer gleich aus. Ich gehe ein paar 100 m zum Frühstück mal links und einmal rechts aus dem Haus und dann verbringe ich mehrere Stunden am Hotelpool und das dazu meistens alleine.
Ab etwa 15:00 Uhr Ortszeit, dann ist es bei euch in Europa 9:00 Uhr telefoniere ich mit zuhause. Nach 17:00 Uhr wenn die Sonne schon viel niedriger steht, gehe ich ein paar Minuten zum Tiki Beach um dort eine Runde im Meer zu schwimmen und beim Betrachten des Sonnenuntergangs ein Bier zu trinken. Nun könnte mancher meinen, dass das langweilig ist. Der Sonnenuntergang ist auf jeden Fall aufgrund der Wolken jeden Tag anders. Online kann ich noch dazu verschiedene Zeitungen lesen. Die Zeit dafür fehlt mir meistens zu Hause oder die nehme ich mir nur, wenn wir Sauwetter haben und ich nicht außer Haus muss.
Am Abendessen gehe ich mal ein Stück weiter bis zur Nationalstraße und mal nur zwei Straßen weiter. Die Touristenlokale in der Chai Hat Bang Niang Road habe ich bisher gemieden. Dort gibt es Thai food europäisiert, Pizza, Schnitzel mit Pommes, Bars, Massage Gelegenheiten und Geschäfte aller Art, einschließlich dem in Thailand allgegenwärtigen und 24 Stunden geöffneten 7Eleven.
Dann esse ich zum Beispiel in einem der einfachen Lokale an der Landstraße Nummer vier. Dort kehren Thailänder und nur wenige Ausländer ein. Dafür geht es dort etwas rustikaler zu. Das Essen ist authentisch und die Preise niedriger. Dort steht dann immer dieser Kunststoffbehälter mit Trinkwasser auf dem Tisch und ungefragt wird einem ein Glas mit Eiswürfeln hingestellt. Hier aber gilt für uns Europäer, die Grundregel: bloß nicht trinken!
Warum ist ganz einfach erklärt. Die Eiswürfel sind vermutlich oder auch das Trinkwasser mit Keimen versetzt. Der Durchfall ist beim Genuss dieses Wassers garantiert. Die Thailänder vertragen das, wie Farang hingegen nicht.
Aufpassen auch beim Würzen . Das links in der Box sind dünn geschnittene Chilischoten in verschiedenen Farben die in einer Flüssigkeit schwimmen. Die beiden mittleren Behälter enthalten pulverisiertes Chili und rechts Salz. Vorsicht beim nachwürzen, weil thailändische Gerichte von Haus aus scharf sind.
Auch das hier ist teuflisch scharf.
An so einem Stand lasse ich mir gerne dann auf dem Rückweg zum Hotel einen Bananenroti frisch zubereiten. Das ist ein dünner Pfannkuchen gefüllt mit zum Beispiel Banane oder Mango oder Kocos oder für uns Europäer Nutella. Der kostet hier übrigens 40 Baht und in der Touristenmeile das Doppelte.
Kokosfett verhindert, dass der dünne Pfannkuchen anbrennt.
Ich liebe es, wenn man anschließend gezuckerte Kondensmilch darüber gießt.
An so einem Stand habe ich auch schon mal gegessen. Es handelt sich hier wohl um eine Art mobile Verpflegungskette die ausschließlich einfache Gerichte mit Schweinefleisch anbietet. Dazu dann in der Regel Nudeln oder Reis. Das Essen hier kostet weniger als 100 Baht, also unter drei Euro.
An solchen Ständen kann man bis in die Nacht hinein Spiesse mit Hühnerfleisch, eine Art Brätknödel oder Würste kaufen. Das meiste ist vorgegart und wird dann nur kurz über dem Holzkohlengrill erhitzt.,
So ein Spieß kostet dann zwischen zehn und 20 Baht. Das entspricht 0,25-0,50 €.
Ärmere Thailänder haben keine eigene Waschmaschine. Die nutzen dann die Dienste eines Waschsalons. Der ist 24 Stunden zugänglich und lediglich überdacht.
Dort gibt es nicht nur Waschmaschinen in allen Größen, sondern auch kleine Packungen von Waschmittel zu kaufen. Alles natürlich mit Münzen am Automaten.
Waschpulver und Weichspüler kosten hier in der kleinen Packung zwischen fünf und zehn Bath was wiederum 15 bis 25 Cent entspricht.
Je nach Fassungsvermögen der Maschine zahlt man dann am Automaten neben dem Gerät mit Münzen.
Wer selbst keine Zeit hat in so einem Waschsalon seine Wäsche zu waschen kann die hier auch waschen lassen. Die Textilien werden gewogen. Abgerechnet wird in Kilogramm.
Bei dieser Maschine kostet der Waschgang beispielsweise 30 Bath, also etwa 0,85 €.
Im Eifer des Gefechts kann es natürlich vorkommen, dass man mal ein Wäschestück vergisst. Wer seinen Schlüpfer oder seinen BH vergisst muss keine Angst haben, dass den jemand klaut. Der wird dann im Waschsalon aufgehängt mit einem Zettel und Fragezeichen dahinter.
Wie viele Privathäuser, Hotels und auch Geschäfte hat natürlich auch dieser Waschsalon seinen buddhistischen Hausaltar.
Seit zwei Wochen will ich eigentlich auch mal bei der Aufführung einer Band in der Tiki Bar anwesend sein. Bisher war da nie viel los. Gestern am Samstagabend war das anders. Allerdings wollte ich dann doch nicht da hinein. Der Grund liegt darin, dass die örtliche Niederlassung der „Bandidos“ an dem Abend dort war.
„Die Bandidos Motorcycle Club (MC) sind eine international bekannte Biker-Gang, die auch in Thailand aktiv ist, vor allem durch ihre Support-Clubs wie den Diablos MC, der als lokaler Ableger fungiert und die Farben der Bandidos in Rot und Gold trägt, aber mit gelben Schriftzügen auf rotem Grund, um sich von den Originalen zu unterscheiden. Diese Gruppierungen agieren oft im Umfeld der organisierten Kriminalität und sind in Deutschland verboten, da ihre Aktivitäten gegen Strafgesetze verstoßen, während die thailändischen Ableger lokale Strukturen nutzen“
Dies habe nicht ich mir ausgedacht, sondern die viel geschätzte KI. ![]()
Beim schlendern zu meinem Hotel blieb ich dann doch noch in der Lion Bar hängen. Dort gab es auch Livemusik und so bestellte ich mir noch ein Bier.
Hier verkehren vor allem Engländer weil dort auch gestern Abend wieder neben der Musik im Fernsehen ein Fußballspiel eines englischen Clubs übertragen wurde.
Ich hatte noch nicht ausgetrunken als Michael und sein Sohn mit ihren thailändischen Lebensgefährtinnen vorbei kamen. Die beiden kenne ich vom Hotel. So sind wir kurz darauf zurück zum Hotel mit den Rollern gefahren und haben am Pool nach Mitternacht noch ein Bier getrunken. Dort konnten Michael und ich uns wenigstens ohne laute Musik im Hintergrund unterhalten.
Nach wie vor verspüre ich nicht das Bedürfnis irgendwelche Ausflüge zu machen. Ich kenne ja das allermeiste in der Gegend schon und bin mit diesem völlig entspannten und ruhigen Tagesablauf vollauf zufrieden. Morgen Abend habe ich einen Termin, weil die Hotelchefin des „the Waters“ mit mir essen gehen will. Ab Dienstag sind Freunde aus Oberösterreich hier mit denen ich auch den ein oder anderen Abend verbringen werde.
Grüße aus dem Land des Lächelns von
Jürgen