Von der U-Bahn Station Souq Waqif fuhr ich weiter zwei Stationen bis zur Endhaltestelle namens Ras Bu Abboud. Dort gibt es ein Fußballstadion welches ich mir zumindest von außen noch anschauen wollte.
Soweit ich mich entsinnen kann, war ich der einzige, der an dieser Endhaltestelle aus der U-Bahn ausgestiegen ist. Dann geht’s zu Fuß über den riesigen Parkplatz zum Stadion welches hell erleuchtet ist.
Nur wenige 100 m entfernt von der U-Bahn Station steht dieses Bauwerk. Leider konnte ich nicht herausfinden, um was es sich hier handelt.
Ich bin etwa einen km über den komplett leeren Parkplatz bis zum äußeren Zaun des Stadions gegangen. Die Arena war komplett erleuchtet. Bis auf Sicherheitspersonal habe ich niemanden gesehen. Insgesamt gibt es acht Fußballstadion in Katar. Die wurden alle extra für die Fußball Weltmeisterschaft 2022 gebaut.
Dieses Stadion hier trägt die Nummer 974. Die Zahl ist gleichzeitig die Internationale Vorwahl für Qatar. So hat man für den Bau des Stadions 974 ausgediente Container verwendet. Eigentlich sollte das Bauwerk auch nach der WM wieder abgerissen werden. Und doch steht es noch. Seinerzeit war man stolz, dass dieses Stadion als nachhaltig im Verhältnis zu allen anderen in Katar gilt. Dies deshalb, weil beim Bau 40 % weniger Energie und Materialien verwendet wurden wie für andere Stadien mit etwa 40.000 Zuschauern Fassungsvermögen. Tatsächlich finden wohl bis heute immer wieder Fußballspiele in diesem Stadion statt.
Das war also mein Tag in Doha. Ich fuhr wieder mit der U-Bahn bis zur Station Msheireb und dort mit der roten Linie bis zum internationalen Flughafen Hamad.
Die große Figur kenne ich bereits seit Jahren. In der Kneipe nebenan haben meine Frau und ich im März 2020 Bekannte aus unserem Heimatort getroffen, um mit denen zusammen ein Bier zu trinken. Die beiden waren am Rückweg von Khao Lak, während wir auf dem Hinweg dorthin waren. Da gab es natürlich manches zu besprechen. Das teuerste Bier meines Lebens kostete seinerzeit etwa 16 €. Mittlerweile kann ich abwarten, bis ich zwei Stunden später im Flugzeug gut gekühltes Bier aus der Dose bekomme so viel ich möchte. Und das dazu bei Qatar Air natürlich gratis. ![]()
Den Weg von der U-Bahn Station zum Abfluggate über die Immigration kannte ich ja mittlerweile vom Vortag.
Dabei passierte ich auch eine Ausstellung von Hochleistungssportwagen und einem Formel-1-Boliden. Wie bereits oben erwähnt sollte zwei Tage später das Formel 1 Rennen im Land stattfinden. Nachdem ich kein Fan dieser Sportart bin weiß ich auch gar nicht, welcher Fahrer mit welchem Auto gewonnen hat. Tom kann uns das sicherlich sagen. ![]()
Sicherlich gibt es Einwohner in Katar, die das nötige Kleingeld haben, um diesen Mercedes AMG käuflich zu erwerben.
Vom Design her gefällt mir allerdings dieser MacLaren deutlich besser. Mercedes AMG hat doch hierzulande jeder Dönerbuden- und Barbershop Inhaber oder?
Aber auch Maserati hat für die betuchte Kundschaft ein durchaus formschönes Sport Coupé im Angebot.
Das war er also mein knapper Tag in Doha, der Hauptstadt des kleinen Ländchens Qatar mit der angeblich weltbesten Airline. Ich glaube, in der kurzen Zeit relativ viel gesehen zu haben und bin ehrlich gesagt positiv überrascht. Positiv deshalb weil in Katar augenscheinlich der ganze Prozz von Dubai fehlt. Sicherlich zeigt das Land, dass man über viel Geld verfügt. Sicherlich ist es nun mal eine Laune der Natur, dass im Boden Erdöl und Erdgas in wohl unermesslichen Mengen vorhanden sind und den wenigen Einwohnern zugute kommen. Natürlich verhält es sich in Katar nicht anders wie in anderen reichen Staaten der Region. Es gibt eine Vielzahl von eingewanderten Arbeitskräften aus Asien die für geringen Lohn dazu beitragen, dass die Einheimischen ein luxuriöses Leben führen können.
Wenn ich mich allerdings daran erinnere, wie seinerzeit Fußball Fans unmittelbar vor Beginn der WM 2022 mit der Begründung Korruption und Verstoß gegen die Menschenrechte diese WM boykottiert haben oder dazu aufriefen jetzt anhand der aktuellen politischen Situation und der bevorstehenden Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko keinen Piep von sich geben, dann fehlt es meiner Meinung nach an jeglicher Objektivität.
In Katar ist sicherlich nicht alles Gold was glänzt. Und doch sichert dieser Reichtum an Bodenschätzen für Millionen arme Menschen aus Asien und deren Angehörige das Überleben.
An Weihnachten werde ich gegen Mittag erneut in Katar ankommen und hier eine Nacht verbringen, bevor es zurück nach Deutschland geht. Auch dann will ich den halben Tag nutzen, mir etwas von der Hauptstadt des Landes anzuschauen. Es bleibt abzuwarten, was dann auf meinem Plan steht.
Grüße
Jürgen