Seit 2019 habe ich in Tinnye keine Sandskulptur mehr gesehen, außer dem Osterhasen im letzten Jahr. Den hatte ich Euch hier schon gezeigt.
Dieses Jahr entdeckte ich einen mächtigen Monolithen am Ortseingang.
Der Künstler hat das Material gewechselt.
Auf der Rückseite ist eine Informationstafel angebracht.
Der Text besagt sinngemäß: Errichtet im Jahre 2024 zum 750. Jahrestag der Gründung der Siedlung, zum Gedenken an die Helden und Opfer der Gemeinde im 20. Jhd.
Die Gemeinde Tinnye
Schöpfer: Ferenc Monostori
Hmmm....
Was hat ein schlafendes Mädchen mit den Helden und Opfern des Ortes zu tun?
Neugierig wie ich bin, habe ich ein bisschen gegraben und habe herausgefunden was es mit dem Mädchenkopf auf sich haben könnte.
Die Legende zur Entstehung des Garancsi-Sees.
Während der Türkenzeit lebte ein Adliger namens Csepke Hajmási in einer Burg in der Nähe von Tinnye, die von den Einwohnern als "Kleines Schloss" bezeichnet wurde. Dieser Herr hatte eine schöne unverheiratete Tochter, die der Sohn des türkischen Kommandanten des nahegelegenen Schlosses Zsámbék einmal auf der Jagd sah und sich unsterblich in das schöne Mädchen verliebte. Auch sie verliebte sich in den feschen Burschen. Um zu verhindern, dass die Eltern diese unschickliche Beziehung entdeckten, trafen sie sich heimlich an einem der schönsten Punkte der Gegend, in einem Tal, das von hohen bewaldeten Bergen umgeben war, wo sich eine erfrischende Quelle unter Trauerweiden befand. Unser Herrgott konnte aber nicht länger zusehen, dass ein ungarisches christliches Mädchen sich freiwillig in die Arme eines ungläubigen Heiden werfen würde. Es öffnete sich die Erde unter ihnen und verschlang sie beide, und das Wasser des Brunnens überschwemmte das gesamte Tal. Daraus entstand der noch heute existierende Garancsi-See, der seinen Namen von dem türkischen Jungen erhielt. Und an der Stelle des Brunnens gibt es immer noch einen Wirbel im Wasser des Sees, der in den Jahrhunderten seit seiner Entstehung mehr als eine hanfröstende Jungfrau oder ein badendes Kind mitgerissen hat.
Der Garancsi-See liegt am Rande von Tinnye in Richtung Piliscsaba, in einer wunderschönen Umgebung. Der einzige See der Region ist ein beliebtes Ausflugsziel. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird er erstmals in einer Karte erwähnt. Lange Zeit galt er als natürlichen Ursprungs, aber nach neueren Forschungen entstand er durch anthropogenen Einfluss irgendwann im Mittelalter, in einem Tal mit lehmigem Boden, das durch Straßenbau blockiert wurde. Seine Wasserversorgung wird nicht durch Quellen gewährleistet, wie bisher angenommen, sein Wasservolumen ist ausschließlich eine Funktion des Niederschlags. Im Sommer 2000 wurde hier größtenteils der Film "Glastiger" gedreht und später mehrere Szenen der zweiten und dritten Fortsetzung des Films. Der Buffetwagen, der während der Dreharbeiten verwendet wurde, blieb vor Ort und wurde zu einer Touristenattraktion am Ufer des Sees.
In Verbindung mit dem See und seiner Umgebung haben sich in den umliegenden Siedlungen mehrere Legenden und Erzählungen entwickelt. Die obige Geschichte ist eine davon.
Ich fand zwar keinen Beleg dafür, aber das Mädchengesicht im Monolithen soll vermutlich die verschwundene Fürstentochter darstellen.
Liebe Grüße von waldi ![]()