Beiträge von waldi
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Herrlich! Diese Fülle an Nepomuks an einem Ort ist schon besonders.
Herzlichen Dank dafür, Johannes!Der zweifelhafte Nepomuk wird wohl zweifelhaft bleiben wenn keine Informationen dazu gefunden werden. Eine Frau bietet dem Heiligen ihr Kind an. Das wäre zumindest ungewohnt für einen Nepomuk.
Das Gemälde an der Hauswand hätte ich vermutlich übersehen. Meine Sinne hätten sich bestimmt auf den "süßen" Laden darunter konzentriert.

Liebe Grüße von waldi
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Als Laie würde ich das Ding als eine MiG klassifizieren.
Damit dürftest Du fast richtig liegen, Jürgen.
Es könnte sich hier um den chiesischen Nachbau einer MiG 19 handeln.
Weil sich Enver Hoxha 1961 mit den Sowjwets in die Wolle kriegte wechselte er zum Lieferanten China. Die Chinesen bauten in Lizenz die MiG 19 und verkauften sie als Shenyang J-6. Albanien kaufte sage und schreibe 84 dieser F-6C Farmer-Frontjäger, der aus der MiG 19S bzw. MiG 19SF entstand.
Das S steht für Stabilisator womit das Seitenleitwerk gemeint ist. Typisch für die MiG 19 ist der Knick in dieser vertikalen Heckflosse.
Davon dürfte einer den Kreisverkehr schmücken.Liebe Grüße von waldi

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H: Székesfehérvár, Kreisstadt, Komitat Fejér in Westungarn
Vor der Sebastianskirche in der Oberstadt von Székesfehérvár steht, geschützt durch einen schmiedeeisernen Zierzaun, eine Nepomukstatue im Barockstil.
Gerne hätte ich auch in die Sebastianskirche hineingeschaut weil da eine Nepomukskulptur als Gegenkanzel beschrieben wird, aber ich rüttelte vergeblich am Tor. Die Grundsteinlegung zur Kirche fand am 8.9.1739 statt. Das heute zu sehende Gebäude wurde 1801 mit Spenden der Gläubigen errichtet. Zwischen 1835 und 1837 wurde es mit zwei Türmen ausgestattet. 1866 war der Bau vollendet. Wer genau hinschaut kann den Hl. Sebastian zwischen den Türmen erkennen.Die Steinstatue des Nepomuk wurde 1705 von dem Deutschen Michael Kuglmann errichtet, der damals in der Stadt tätig war. Nach alten Dokumenten war auch Steinmetzmeister György János Glaser an der Entstehung der Statue beteiligt.
Sie ist eine der ältesten erhaltenen Statuen des Hl. Johannes Nepomuk in Ungarn. Sie wurde zum Gedenken an die Vertreibung der Kuruzen aus Székesfehérvár im Jahr 1704 angefertigt und am 6. Juli 1705 auf dem Marktplatz in der Nähe des Budaer Burgtors eingeweiht. Nach dem Abriss der Burgmauern im Jahr 1805 erhielt sie ihren heutigen Standort vor der Sebastianskirche in der Oberstadt. Der lateinische Text an den vier Seiten des Würfels erinnert an die Versetzung der Statue am 7. Mai 1805.
In ihrem Sockel ist die Inschrift eingraviert: „Nach der Niederlage durch die Streitkräfte des aufständischen Rákóczi im Jahr 1704 befahl der erste Kommandant der zurückeroberten Burg, Heinrich Mathäus Urli, am 6. Juli 1705, dass die zuvor zerstörte, jetzt wiederhergestellte Befestigungsanlage mit nicht weniger Prunk geschmückt werde als mit der Statue des heiligen Johannes Nepomuk.“
Passanten konnten diesen Text nur etwas mehr als hundert Jahre lang lesen. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts änderte sich das Urteil von Rákóczi in den Augen der Székesfehérvárer Entscheidungsträger. Sie sahen in ihm nun den Fürsten, der dafür kämpfte, das Schicksal seines Volkes zum Besseren zu wenden. Aus dem Rebellen wurde der Freiheitskämpfer. Deshalb wurde die Inschrift unleserlich gemacht.Das Originalwerk wurde 1978 vom Steinmetz György Bruzsa restauriert.
Danach wurde die Statue 1990 von Zsolt Zoltán Varga restauriert.
Um den Zustand des Werkes zu schützen fertigte Balázs Kocsis in den Jahren 2004-2005 eine Kopie der Statue an. Die Einweihung der Kopie fand im Dezember 2005 statt. Seitdem ist auch der Sockeltext wieder lesbar.
Über den Verbleib der Originalstatue habe ich keine Information.Liebe Grüße von waldi

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H: Székesfehérvár, Kreisstadt, Komitat Fejér in Westungarn
In einer Nische an der Fassade des Hauses in der Lépcső utca 1 in Székesfehérvár mit Blick auf die Liszt-Ferenc-Straße ist eine Nepomukstatue zu sehen. Weil bei meinem Besuch der Platz mit vielen Menschen gefüllt war bediene ich mich eines Bildes vom ungarischen Nepomukexperten Attila Terbócs.
Autor: Pasztilla aka Attila Terbócs
Quelle: WikimediaRechts im Bild führen Stufen die Lépcső utca, die Treppengasse, hinauf zur Stefansbasilika.
Die Skulptur wurde um 1750 von einem unbekannten Bildhauer geschaffen.
Mehr Informationen habe ich nicht gefunden.
Liebe Grüße von waldi
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H: Vértesboglár, Kreis Bicske, Komitat Fejér in Westungarn
Vor der Kirche in Vértesboglár, die dem Hl. Franz von Assisi geweiht ist...
...stehen drei Heiligenfiguren.
Rechts steht der Hl. Florian und in der Mitte der Hl. Wendelin.Links steht der Hl. Johannes Nepomuk.
Ich freute mich, dass sich diese Kirchentür öffnen ließ, doch ich wurde durch ein Gitter gebremst.
Im Hauptaltar wird die Herz-Jesu-Statue vom Hl. Franz von Assisi (links) und dem Hl. Josef flankiert.
Eines der Deckenfresken konnte ich etwas aufbereiten.
Im Vorraum der Kirche entdeckte ich diese Tafel.
Hat auch diese Gemeinde eine "deutsche Vergangenheit"? Meine Neugier war geweckt und ich sah mich nach weiteren deutschen Spuren um.
Auf dem Kirchenplatz wurde ich fündig.
Der Gedenkstein erinnert an die Vertreibung der ungarndeutschen Bevölkerung des Dorfes nach dem II. Weltkrieg.
Dazu etwas Ortsgeschichte:Während der Zeit der türkischen Besatzung wurde das Dorf vollständig entvölkert. Im Jahr 1696 wurde erwähnt, dass Boglárpuszta aus einer Wiese und einem Wald besteht, der sich für den Holzeinschlag eignet.
Im 18. Jahrhundert wurde das zerstörte Dorf von der Familie Esterházy zusammen mit den umliegenden Siedlungen gekauft und von deutschen Siedlern aus Bayern und dem Schwarzwald besiedelt, unter der Bedingung, dass „Ansiedler von gottesfürchtigen, friedlichen und gerechten Charakteren Boglárpuszta in Besitz nehmen“ würden. Der Graf gab den Siedlern drei abgabefreie Jahre Zeit, in denen die Wohnungen gebaut, die Rodung durchgeführt, das Vorbereiten der Felder, und die Anpflanzung von Weinbergen begonnen werden mussten. Auf die erfolgreiche Wiederbesiedlung folgte der Bau von Kirchen und Bildungseinrichtungen. Nach einer anfänglichen Kapelle wurde im Jahre 1810 mit Unterstützung der Familie Esterházy die römisch-katholische Kirche erbaut.
Nach den Daten der Volkszählung von 1941 betrug die Einwohnerzahl des Dorfes 1288 Personen. Vor 1945 waren die Einwohner des Dorfes mehrheitlich Deutsche, nur zehn oder zwölf ungarischsprachige Familien lebten hier, die alle als landwirtschaftliche Hilfsarbeiter arbeiteten. Gemäß dem internationalen Abkommen wurden die deutschsprachigen Einwohner im Mai 1946 deportiert. Vierundachtzig Familien zogen weg, das war etwa 70% der Bevölkerung, und vierundneunzig ungarische Familien aus verschiedenen Teilen Rumäniens, der Tschechoslowakei und Ungarns wurden an ihrer Stelle angesiedelt. Nach der Wende bildeten die verbliebenen deutschstämmigen Bürger die Ungarndeutsche Nationalitäten-Selbstverwaltung. Diese veranstaltete eine Sammlung, und am 14. Mai 2021 wurde in Vértesboglár ein neues Denkmal zum Gedenken an die aus Boglar am 14. Mai 1946 vertriebenen 806 ungarndeutschen Bewohner eingeweiht. Am Denkmal ist die damalige Kundmachung in beiden Sprachen zu lesen.Mein Foto lässt die Schrift kaum erkennen. Deshalb zeige ich die "Kundmachung bezüglich der Rücksiedlung der Deutschen aus Ungarn nach ihr Mutterland" in lesbarer Fprm.
Ein Sack mit 100 kg! Was würde ich da wohl einpacken?
Ich halte dieses Vorgehen der Siegermächte für eines ihrer größten Kriegsverbrechen!
Ein trauriges Kapitel unserer Geschichte das sich hoffentlich nicht wiederholt!
Liebe Grüße von waldi
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H: Vértesacsa, Kreis Bicske, Komitat Fejér in Westungarn
An der Hauptfassade der römisch-katholischen Kreuzauffindungskirche in Vértesacsa befindet sich in der linken Wandnische eine steinerne Statue eines Nepomuks die mit dem Heiligen Sebastian gepaart ist.
Im Jahr 1688 wurde diese Kirche zusammen mit dem Dorf von den umherziehenden Türken niedergebrannt. Am Anfang des XVIII. Jahrhunderts gehörten die ungarischen Bewohner des Dorfes der reformierten Kirche an aber durch den Zustrom von deutschen Einwanderern wurde das Dorf katholisch. Im Jahr 1740 ließ der Gutsbesitzer Graf Friedrich Schmidegg de Sárladány ein Oratorium mit Glockenturm errichten. Die Fassade war mit acht Statuen geschmückt – Figuren des Guten Hirten, der Jungfrau Maria, des Hl. Johannes Nepomuk, der Hl. Barbara, des Hl. Florian, des Hl. Josef, des Hl. Rochus und des Hl. Sebastian. Einen Teil der Figuren der 1741 geweihten Kapelle wurde später von den Paulisten in die zwischen 1768 und 1780 neu erbauten Kirche gebracht, und die Statuen des heiligen Johannes von Nepomuk und des heiligen Sebastien wurden in den Nischen des Gebäudes aufgestellt. Die Reste der anderen Statuen fand man 1970 in einem Getreidespeicher der abgerissen wurde. Sie kamen nach Székesfehérvár.Ursprünglich stand der Nepomuk in der Nische auf der rechten Seite der alten Kirche, damals noch gepaart mit der heiligen Barbara.
Liebe Grüße von waldi
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H: Velence (Venedig), Kreis Gárdony, Komitat Fejér in Westungarn
Vor der römisch-katholischen Kirche, die Szt. István (Stefan) geweiht ist, steht laut Denkmalschutzdaten eine Steinstatue, die im 18. Jahrhundert im spätbarocken Stil errichtet wurde. Die Modellierung und die ikonographischen Merkmale der heute zu sehenden Figur lassen Zweifel an der Datierung des 18. Jahrhunderts aufkommen, meint Attila Terbócs, der ungarische Nepomukexperte. Der Überlieferung zufolge ließ einer der Dorfbesitzer im Zeitraum von 1810 bis 1820 eine Statue für seinen Sohn Johannes Nepomuk Meszlény errichten (1817–1822), der nach heutigen Vorstellungen ein hyperaktives Kind gewesen sein könnte und schwer zu behandeln war. Der Legende nach wurde die Statue nach dem Tod des Kindes vor der Kirche aufgestellt.
Das Denkmal ist durch einen massiven Steinzaun gut geschützt.
Leider war auch diese Kirche verschlossen. So konnte ich das Nepomukgemälde darin nicht fotografieren.Am Rande des Kirchplatzes kann man sich im "Szent János Retro Szórakozóhely", einer Kneipe mit Nachtclub im Stil der 70er Jahre amüsieren.
Liebe Grüße von waldi
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Seit 2019 habe ich in Tinnye keine Sandskulptur mehr gesehen, außer dem Osterhasen im letzten Jahr. Den hatte ich Euch hier schon gezeigt.
Dieses Jahr entdeckte ich einen mächtigen Monolithen am Ortseingang.
Der Künstler hat das Material gewechselt.
Auf der Rückseite ist eine Informationstafel angebracht.
Der Text besagt sinngemäß: Errichtet im Jahre 2024 zum 750. Jahrestag der Gründung der Siedlung, zum Gedenken an die Helden und Opfer der Gemeinde im 20. Jhd.
Die Gemeinde Tinnye
Schöpfer: Ferenc MonostoriHmmm....
Was hat ein schlafendes Mädchen mit den Helden und Opfern des Ortes zu tun?
Neugierig wie ich bin, habe ich ein bisschen gegraben und habe herausgefunden was es mit dem Mädchenkopf auf sich haben könnte.Die Legende zur Entstehung des Garancsi-Sees.
Während der Türkenzeit lebte ein Adliger namens Csepke Hajmási in einer Burg in der Nähe von Tinnye, die von den Einwohnern als "Kleines Schloss" bezeichnet wurde. Dieser Herr hatte eine schöne unverheiratete Tochter, die der Sohn des türkischen Kommandanten des nahegelegenen Schlosses Zsámbék einmal auf der Jagd sah und sich unsterblich in das schöne Mädchen verliebte. Auch sie verliebte sich in den feschen Burschen. Um zu verhindern, dass die Eltern diese unschickliche Beziehung entdeckten, trafen sie sich heimlich an einem der schönsten Punkte der Gegend, in einem Tal, das von hohen bewaldeten Bergen umgeben war, wo sich eine erfrischende Quelle unter Trauerweiden befand. Unser Herrgott konnte aber nicht länger zusehen, dass ein ungarisches christliches Mädchen sich freiwillig in die Arme eines ungläubigen Heiden werfen würde. Es öffnete sich die Erde unter ihnen und verschlang sie beide, und das Wasser des Brunnens überschwemmte das gesamte Tal. Daraus entstand der noch heute existierende Garancsi-See, der seinen Namen von dem türkischen Jungen erhielt. Und an der Stelle des Brunnens gibt es immer noch einen Wirbel im Wasser des Sees, der in den Jahrhunderten seit seiner Entstehung mehr als eine hanfröstende Jungfrau oder ein badendes Kind mitgerissen hat.Der Garancsi-See liegt am Rande von Tinnye in Richtung Piliscsaba, in einer wunderschönen Umgebung. Der einzige See der Region ist ein beliebtes Ausflugsziel. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird er erstmals in einer Karte erwähnt. Lange Zeit galt er als natürlichen Ursprungs, aber nach neueren Forschungen entstand er durch anthropogenen Einfluss irgendwann im Mittelalter, in einem Tal mit lehmigem Boden, das durch Straßenbau blockiert wurde. Seine Wasserversorgung wird nicht durch Quellen gewährleistet, wie bisher angenommen, sein Wasservolumen ist ausschließlich eine Funktion des Niederschlags. Im Sommer 2000 wurde hier größtenteils der Film "Glastiger" gedreht und später mehrere Szenen der zweiten und dritten Fortsetzung des Films. Der Buffetwagen, der während der Dreharbeiten verwendet wurde, blieb vor Ort und wurde zu einer Touristenattraktion am Ufer des Sees.
In Verbindung mit dem See und seiner Umgebung haben sich in den umliegenden Siedlungen mehrere Legenden und Erzählungen entwickelt. Die obige Geschichte ist eine davon.
Ich fand zwar keinen Beleg dafür, aber das Mädchengesicht im Monolithen soll vermutlich die verschwundene Fürstentochter darstellen.
Liebe Grüße von waldi