Český Krumlov, deutsch (Böhmisch) Krumau oder Krummau , Südböhmen (Tschechien)
Teil 2 - Stadtteil Latrán, ehemaliges Minoriten- und Klarissen Kloster
Wir kommen beim Ausgang aus der Burganlage in den Stadtteil Latrán zum Eingang in den Klosterkomplex. Im Vorhof steht dieser Torso, den mein Bruder bereits fotografiert hat.
Mozetta und Birett zu den Füßen lassen keinen Zweifel an Nepomuk, was vom Museumsmitarbeiter des Klosters auch bestätigt wurde. Und es ist nicht so, wie mein Bruder erzählt hat, dass man als Normalsterblicher nicht ins Kloster kommt, um den darin befindlichen Nepomuk anzusehen, ganz im Gegenteil, es gibt hier ein Museum, bei dessen Besuch auch die Klosterkirche inkludiert ist und es gibt gleich drei weitere Nepomuks zu entdecken.
Man betritt das ehemalige Kloster und steht im herrlichen Kreuzgang. Gleich hier ist der Eingang in die Klosterkirche des Leibes Christi und der Schmerzreichen Jungfrau Maria. Die Kirche trennt das Minoritenkonvent vom Klarissenkonvent. Die Kirche ist im Kern gotisch und wurde unter Johann Christian von Eggenberg barockisiert.
Der zweite Altar links vorne ist der prachtvolle Nepomukaltar.
Wieder einmal vier Johannes. Links Johannes der Täufer, rechts Johannes der Evangelist, in der Mitte Johannes Nepomuk und davor der staunende Johannes der Fotograf. Von den zwei schwebenden Putti macht der rechte brav die Schweigegeste. Ob die Reliquien von Nepomuk stammen, konnte ich nicht herausfinden. Die Figur ist archetypisch und entspricht im Habitus der ersten Darstellung, die in der Kirche Johannes am Felsen bzw. auf der Karlsbrücke in Prag zu sehen ist.
Bei einem Rundgang durch das Museum kommen wir auch zu diesem Schmerzensmann.
Man hat ihn hier vor einen, so wie ich vermute, Altaraufsatz gesetzt. Unterhalb der Krone sehen wir ein Medaillon mit Nepomuk auf Wolken und über ihm einen Putto, der einen Lorbeerkranz hält.
In der Barocken Gemäldegalerie hängen auch Bilder von Heiligen, die aus der Klosterkirche stammen. Sie wurden von František Jakub Prokyš 1760 geschaffen, einem bedeutenden Schwarzenberger Hofmaler. Einer der Heiligen, der hier dargestellt ist, ist der Hl. Johannes Nepomuk.
Der Brief mit Siegel verheißt nichts Gutes. Doch Nepomuk blickt gelassen auf das Kreuz.
Vom Schlossturm aus blicken wir auch auf die Lazebnický most (Baderbrücke).
Sie verbindet den historischen Stadtkern mit dem Latrán. Olifan hat den Nepomuk auf dieser Brücke als modern beschrieben. Gar so modern ist er nicht, das Chronogramm besagt 1835.
Den großen weißen Sockel fanden wir jetzt nicht so attraktiv.
Im Hintergrund sieht man den Turm der ehemaligen St. Jošt Kirche im Latrán sowie den Schlossturm im Burgareal und auf der anderen Seite die St. Veit Kirche in der Altstadt, unser nächstes Ziel.
Teil 3 folgt
Johannes



