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Beiträge von Grizzly

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 23:10
    Zitat

    Ich denke , Rügen sollte man ( wenn man nicht gerade zum Baden in der Ostsee dorthin will) nicht im Juli/August besuchen.

    - ähnlich wie andere touristische Highlights wzB. Rom :thumbup:

  • Die Ewige Stadt - zweiter Anlauf

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 14:24

    Das Vittoriano


    Über der Piazza Venezia thront ein Bau, den man auf den ersten Blick der Antike zuordnet, wie das Collosseum oder das Forum Romanum. Ist er aber nicht, sondern zwischen 1885 und 1927 fertiggestellt. Es ist das italienische Nationaldenkmal, am ehesten unserem Brandenburger Tor vergleichbar. Während aber letzteres nachträglich zum - inoffiziellen - Nationaldenkmal befördert wurde, war das Vittoriano von vorn herein als solches geplant. Benannt ist es nach dem ersten italienischen König Viktor Emanuel, verwirrenderweise dem Zweiten - der Erste war sein Großonkel, allerdings nur König von Sardinien, ein äusserst unbeliebter obendrein, der 1821 zugunsten seines Neffen Karl Albert, dem Vater von Viktor Emanuel II., abdanken musste.


    Wer mehr über diese Familie wissen will, bitte sehr:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Emanuel_I.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Emanuel_II.


    Der erste König war also tot (1878), er soll ein Denkmal kriegen und die ganze eben vereinigte italienische Nation mit ihm. Was vorher auf diesem Hügel war bzw. was dafür platt gemacht wurde, ist mir nicht klar - bei Wikipedia etc. liest man nur, was auf dem Kapitolshügel sonst noch steht.




    Der Eingang ist an einem Metallzaun an der Piazza Venezia. Mehrere in Zivil gekleidete Kontrolleur/innen schauen einem prüfend ins Gesicht und klären den Besucher auf, was man hier nicht darf: "Non si mangia, non si fuma, non si siede a gli scalini", nicht essen, nicht rauchen, nicht auf den Stufen sitzen, immer der gleiche Spruch.


    Tag und Nacht bewacht ist das Denkmal des Unbekannten Soldaten. Man darf auch abends noch rein, allein das Museum hat eh zu, das Panorama schau ich mir lieber tagsüber an.


    Ein Tag später.
    Bis ich die - kurze - Warteschlange passiert hab, kann ich den Spruch auswendig: "Non si mangia, non si fuma, non si siede a gli scalini". Im Sommer achten sie wahrscheinlich auch auf geziemende Kleidung, aktuell ist das bei Temperaturen unter 10°C, sobald die Sonne weg ist, kein Problem.






    Nach dem Sturz Mussolinis und dem Frontwechsel Italiens September 1943 wurden 650.000 italienische Soldaten von den Nazitruppen gefangen genommen und nach Deutschland, oft in Konzentrationslager, verschleppt.
    60.000 kehrten nicht zurück.


    Nach dem Museum des Risorgimento, der italienischen Einigungskriege, zieht es mich auf die Panoramaplattform. Das Museum und die Plattform kostet Eintritt, das Vittoriano als solches nicht.
    Für den Aufzug zahlt man 2€ mehr.


    Die Quadriga gibt's hier doppelt.


    Auf der Piazza Venezia brummt der Verkehr.


    Das Forum Romanum und das Collosseum, da komm ich grad her (Bilder später),


    das gleiche nochmal mit Vogelbegleitung.


    Und noch so ein Viech,


    wenigstens hat er mir den Blick auf den Vatikan freigehalten. Grazie mille !

  • Gewusst wie: Stadtrundfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 07:03

    Nochmal Hamburg:
    Eine Tageskarte ist (werktags ab 9:00, Sa/So immer) günstiger als eine Hin- und Rückfahrkarte, ausser auf Kurzstrecken. Zu zweit rentiert sich dann schon eine Gruppentageskarte (bis 5 Personen). Beide gelten auch für die erwähnten Hafenfähren 62 und 64.

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:48

    PS
    KIeiner Nachtrag zu Baabe (1. Tag auf Rügen):


    Wie an vielen Orten auf Rügen gibt's an Wasser hier nicht nur die Ostsee, sondern man kann auch in der Gegenrichtung nasse Füße bekommen. Dort stößt man auf den Rügen'schen Bodden bzw. die Baaber Bek,



    letztere macht den Eindruck eines Flüsschens, obwohl sie keines ist, sondern den Bodden mit dem Selliner See verbindet. Auf die andere Seite zum Ausflugslokal Moritzburg kommen Fußgänger und Radfahrer mit einer Ruderfähre.




    Ohne Sturmwetter könnte man auch eine Schiffstour auf dem Selgelschiff Schwart Johann oder der MS Lamara unternehmen,



    aber leider hapert's mit dem Wetter,



    was sich in den nächsten Tagen auch nicht viel ändern wird.

    Und damit ist, fünfeinhalb Jahre nach der Reise, mein Rügenbericht endlich fertig.

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:45

    Am Freitag 29.7. gings ab Richtung Heimat, mit noch arg feuchten Klamotten im Gepäck. Mein Wirt hat mich zum Binzer "Großbahnhof" gefahren - zwar hätte ich noch mit dem Roland bis Binz fahren können, aber zwischen dem Kleinbahnhof und dem Zug nach Hamburg klafft eine Lücke von zwei Kilometern, die zu überbrücken sich auch die Organisatoren des Binzer Bäderbähnle weigern (wenn der Reisende großes Gepäck hat, wie ich, für 3 Wochen Urlaub). Und zwischen dem Transport per Handkarren oder per Taxi wär zeitmäßig aufgrund des Dauerstaus kein großer Unterschied gewesen.


    Jedenfalls brauchte mein guter Wirt für die ca. 12 km über eine Stunde. Da wir das vorausgesehen und zwei Stunden eingeplant hatten, war das nicht weiter schlimm, ich konnte noch zwei Bier trinken und mich im IC Binz-Hamburg (Direktverbindung !) ausschlafen. Mit Photographieren am Rügen-Damm isses bei Dauerregen und fast undurchsichtigen Fensterscheiben eh nicht viel geworden, aber ich hab's immerhin probiert.




    Der dicke Turm gehört zur Stralsunder Nikolaikirche.


    Damit ist meine erste Rügen-Reise zu Ende, und es kann durchaus sein, dass es nicht die letzte war

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:43

    Ich verlasse irgendwann am Nachmittag Schloss Granitz in Richtung Binz. Es regnet nur einmal, aber das den ganzen Tag. Irgendwann, es ist schon Abend, beschliesse ich, mir die Tauchgondel in Sellin anzugucken, die ist wenigstens regendicht abgeschlossen.



    Wenigstens bin ich nicht die lange und dabei regennass-glitschige Seebrückentreppe runtergefallen - an guten Tagen funktioniert sogar der Aufzug, aber heut ist in mancher Hinsicht kein guter Tag. Bis die Tauchgondel öffnet, sind meine Jeans am unteren Ende der Regenjacke auch schon etwas durchgefeuchtet.


    Ich löhne also meine acht Euro und lasse mich bis vier Meter unter die Wasseroberfläche absenken. Um uns herum ist graues Seewasser mit ein bissl Dreck, das Meeresgetier lässt auf sich warten bzw. hat schon Feierabend. Dafür bekommen wir einen Film über die Tiefsee zu shen, alles schon bunt und eindrucksvoll und, grad was die Gefährdung dieses empfindlichen Ökosystems betrifft, auch sicher richtig und wichtig, aber den hätte man auch oben angucken können. Acht Euro für eine halbe Stunde Kino - naja.


    Irgendwann sind wir wieder oben und werden in den Regen entlassen. Ich rechne mir aus, dass bis ich am Bahnhof und dann mit dem Roland in Baabe bin, es vielleicht 22 Uhr ist, und die meisten Restaurants dicht haben bzw. nix mehr zu futtern. Also esse ich etwas im Seebrückenrestaurant und bestelle mir dann ein Taxi, denn der letzte Roland ist inzwischen abgedampft.


    Nix war's mit Taxi ! Alle Rügener Taxler stehen in Ralswieck bei den Störtebecker-Festspielen und haben bei dem Regen gut zu tun - da ist keine Zeit für einen einsamen Seebrückentouristen in Sellin. Der Barkeeper schenkt mir einen Regenschirm, den ein anderer Gast vergessen hat, und ich stürze mich in die Fluten.


    Bis Baabe sind es fünf Kilometer, kurz nach Mitternacht bin ich im Quartier, und trotz Schirm und Regenjacke ist kein Faden an mir mehr trocken.

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:40

    Nach Entrichtung des Eintrittspreises und Freistrampeln durch das mitmenschliche Gewühle (ausser mir sind noch ein paar andere auf eine derartige Schlechtwetterprogrammgestaltung gekommen) lande ich im großen Saal und erwische, oh Wunder, auch nur zwei Tourist/inn/en (weniger wär nicht gegangen).



    Hier wurde gespeist, mit edlen Tellern auf dem Tisch und an den Wänden.



    Trotz feuchter Witterung zieht es mich nach oben - 126 Stufen (wenn ich mich richtig erinnere).



    Die Mühe wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt.







    Hier irgendwo muss mein Quartier sein.



    Hier ist Binz, Prora dahinter - selbst dieser Koloss kann sich unter Bäumen verstecken.



    Noch ein kleines Schlösschen - das Gästehaus.


    Die Wendeltreppe ist übrigens Einbahnstraße, zwei mit Funksprechgerät versehene Wächter spielen Ampel. So lange von unten nicht frei ist, kann es oben regnen wie es will, man wird halt nass. Wobei ich Glück habe, und sich die Befeuchtung während meines Höhenaufenthalts in Grenzen hält.

  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:39

    Donnerstag 28.7.11
    Mein endgültig letzter Rügen-Tag, und der Himmel weint :verzweiflung:
    Man sollte also ein, wie das auf neuhochdeutsch heisst, ein Indoor-Programm veranstalten :museumsbes:


    Roland dampft mit mir nach Granitz
    und ich darf das Dienstabteil photographieren, wo der Normaltourist nicht hinkommt.




    Es ginge auch mit 1 PS (d.h. Kutsche), aber noch schaffen es meine Haxen, und das Blätterdach der Buchen ist so dicht, dass man den Regen kaum mitbekommt.


    Nach einem Kilometerchen bergauf ist das Objekt meiner Begierde erreicht.


  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:35

    Noch ein paar Feuerwehrautos, dann verlassen wir das Museum.


    Ein Barkas-Mannschaftswagen

    und dahinter ein kleiner Flitzer (naja ...) für die Einsatzleitung.


    Zwischen die ehemaligen DDR-Fahrzeuge hat sich ein Schotte verirrt.


    Dieser Opel-LKW hat den Hitler-Faschismus und die DDR überlebt, immer im Einsatz,

    daneben ein Opel-Blitz aus den 50ern.


    Das letzte Fahrzeug ist zwar rot, aber keins von der Feuerwehr, sondern von der Berliner S-Bahn (Baujahr m.W. 1928), die ich bis vor ein paar Jahren noch im Verkehr gesehen habe - ob sie aktuell noch unterwegs sind, weiss ich nicht.


  • Rügen und der Rasende Roland

    • Grizzly
    • 28. Februar 2017 um 06:34

    Hab grad festgestellt, dass vom Technikmuseum noch ein paar Bilder fehlen (Bilder vom Juli 2011).

    Machen wir mal mit den Lokomotiven weiter. Hier ein paar Rangierloks.






    Die E 18 war eine Schnellzuglok aus den Vierzigern, manchmal fuhren die Züge,
    die mich in die Schule gebracht haben, damit.



    Und auf dieser E 44 bin ich mal auf dem Führerstand mitgefahren.



    Zwischendrin gibt's Schnee, dann braucht man einen Schneefräse für die Straße



    (Russischer ZIL Bj. 1944, bis 1994 in Stralsund eingesetzt)


    und auf der Schiene eine Dampf-Schneeschleuder

    (Bj. 1930) für Schneehöhen ab 1.50 Meter, wobei der Schnee bei Verwehungen schon mal Höhen von fünf bis sechs Metern erreichen konnte.

    .

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