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  2. Grizzly

Beiträge von Grizzly

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 29. Juni 2017 um 12:12

    Die Insel sieht so klein aus, und am Ende einer Tagestour hab ich gemerkt, wieviel ich noch nicht gesehen hab. Und jetzt drei Tage gebucht und dann noch einen Tag verlängert (Schnuppi: "Das hab ich mir schon gedacht und Dir für einen Tag länger Deine Blutdrucktabletten eingepackt ..."), und man entdeckt immer noch mehr.


    20.6.2017

    Auf meinem heutigen Morgenprogramm steht eine Bootsrundfahrt um die Insel, und ich werde schon gewarnt, dass die Nordsee "etwas unruhig" sein könnte. Das ist sie dann auch, die Wellen sind zeitweise über zwei Meter hoch, und das ist für Ungewohnte schon eine gewissen Herausforderung an die Stabiltät der Verdauungsorgane bzw. für den Verbleib dessen Inhalts. Immerhin hat das nicht nur für seeuntüchtige Landratten Bedeutung, sondern auch für die Wartungsteams der Offshore-Anlagen, die bei Wellengang über zwei Meter nicht ausrücken.

    Der Wind kommt offensichtlich vom Osten, d.h. es wird schlagartig ruhig, als wir auf der Westseite der Insel angekommen sind. Interessanterweise wird mir bei ruhiger See noch flauer als vorher, anscheinend hatte sich mein Magen schon an das Geschaukel gewöhnt und vermisst es jetzt. Egal, das Frühstück bleibt drin, auch wenn das erst klar ist, als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe.

    Hier sieht man erstmal gar nix ...

    ... erst in der Vergrößerung.


    Das sind Lummen, selbst als Junge schon gute und schnelle Schwimmer.

    Hafen in Sicht, Erleichterung bei meinen Innereien.

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 28. Juni 2017 um 13:09

    Ich hoffe, dass Ihr meinen Rundgängen nach dieser historischen Aufrüstung besser folgen könnt.

    Bilder vom Unter- und Oberland lass ich erstmal weg. Die ersten rund 150 Stufen dazwischen lassen sich bequem durch 60 Cent (für längere Aufenthalte empfehle ich die 12er-Karte) und einen Aufzug überbrücken. Ein kurzer Weg durchs Oberland-Dorf und schon sind wir am Klippenrand (der Weg ist durch eine Absperrung geschützt).

    Die größten Vögel sind die Basstölpel,

    die erst seit 1991, von Schottland kommend, hier in immer größerer Anzahl brüten.

    Das hier sind Dreizehenmöwen

    und die Trottellummen,


    wegen deren spektakulären Sprüngen ich gerade um diese Zeit gekommen bin.

    Der Vogeltourist ameist vor sich hin (frei nach Gerhard Polt),

    zumindestens von den Tölpeln auch gutmütig toleriert.

    An die anderen Piepmätze kommt man nicht so nah heran, Felsklettern ist strengstens verboten.

    Nein, das ist kein Vogelballett ("Alle Schnäbel hoch !") -

    diese Haltung dient der Gefiedertrocknung.

    Nach ca. 1500 Metern sind wir schon am Nordrand und bei der Langen Anna,

    die in dieser Form seit 1860 steht.

    Davor war sie Teil eines Torbogens, etwa so (von mir nachgemalt)

    der damals einstürzte.

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 28. Juni 2017 um 12:39

    Kurzgeschichte Helgolands
    (aus Führungen, Infotafeln und Literatur)

    Ende der Eiszeit
    Durch Meeresspiegelanstieg geht die Landbrücke zwischen England und Schleswig-Holstein langsam unter, ein Sandsteinfelsen - Helgoland - bleibt übrig. Manche sprechen von einer Kultstätte, die Helgoland gewesen sein soll ("Heiliges Land"), der Name wird aber auch anders erklärt. Besiedelt ist die Insel seit mehreren tausend Jahren.

    Mittelalter bis 1807
    Helgoland ist zeitweise Piratenstützpunkt, u.a. von Klaus Störtebeker, ansonsten abwechselnd Herrschaftsgebiet von Dänemark oder Schleswig-Gottorf. Durch Gipsabbau am Kreisefelsen auf der heutigen Düne bricht dieser 1721 zusammen, und die Düne wird vom übrigen Helgoland getrennt.

    1807-1890 Britische Zeit
    Die Briten besetzen die Insel, um einen Stützpunkt gegen Napoleons Kontinentalsperre zu haben. Wirtschaftliche Blütezeit durch Schmuggel, Krise danach, die etwa 1830 infolge des Bädertourismus langsam abklingt. Mehr bürgerliche Freiheiten als in den deutschen Teilstaaten, weshalb viele Künstler und Freigeister die Insel besuchen und u.a. Heinrich Hoffmann von Fallersleben neben diversen anderen Trink- und Freiheitsliedern

    Zitat

    Welch ein Land! kein Soldat,
    Kein Gendarm, kein Vogt, kein Magistrat;
    Nicht einmal ein bisschen Polizei –
    Nein, o nein, das ist mir doch zu frei!"


    ... 1841 das spätere Deutschlandlied verfasst.
    Quelle: http://www.deutschlandfunkkultur.de/hoffmann-von-f…ticle_id=364148


    So hätte es weiter gehen können wenn nicht ...

    1890: Helgoland wird deutsch
    Nicht im Tausch gegen Sansibar, wie oft gesagt wird, sondern gegen diverse deutsche Kolonialansprüche unter anderem auf diese ostafrikanische Insel. Danach wird massiv aufgerüstet, Helgoland wird Kriegshafen, offiziell um die Enfahrt zum Nord-Ostsee-Kanal zu schützen.

    1914 - 1918 Erster Weltkrieg
    Die Helgoländer müssen die Insel verlassen und finden ihre Häuser 1918 verwohnt, geplündert und verwüstet vor. Die umfangreichen Militäranlagen müssen unter britischer Kontrolle abgebaut bzw. unbrauchbar gemacht werden. Nur langsam erholt sich die Insel wieder.

    NS-Zeit
    Massiver militärischer Ausbau, bis zu 12.000 Soldaten auf der Insel, unter anderem entstehen 13 Kilometer unterirdische Bunkeranlagen. Durch Anlage des Südhafens sowie Anschwemmungen am Nordostrand der Hauptinsel sowie an der Düne wird die Insel vergrößert, zu der geplanten Ausdehnung auf das sechsfache der ursprünglichen Größe, wie im Plan Hummerschere vorgesehen, kommt es jedoch nicht.
    Im obigen Link zur "Hummerschere" sind auch Bilder von aufgerüsteten und vom zerstörten Helgoland zu sehen.

    Das Unterland wird bereits 1944 durch Bombenangriffe weitgehend zerstört, der Rest der Insel am 18./19. April 1945. Danach werden alle Helgoländer evakuiert. Unmittelbar vor dem Angriff wird eine Widerstandsgruppe verraten und verhaftet, fünf von ihnen werden am 21. April 1945 in Cuxhaven erschossen.

    Zitat

    Ihnen zu Ehren ließ das Helgoländer Museum am 17. April 2010 Stolpersteine auf Helgolands Straßen verlegen. Ihre Namen sind: Erich P. J. Friedrichs, Georg E. Braun, Karl Fnouka, Kurt A. Pester, Martin O. Wachtel. Ein sechster Stolperstein gilt der Erinnerung an den Friseur Heinrich Prüß, der seine Ablehnung des Nationalsozialismus öffentlich aussprach und 1944 verhaftet und im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet wurde.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Helgoland

    Gedenkstein im Turm der evang. Kirche

    Nach 1945
    Zunächst ist die Insel menschenleer und verwüstet. Was die Briten noch steigern, indem sie das Hohlraumsystem mit Sprengkörpern füllen und am 18. April 1947 zünden - der sogenannt Big Bang. Danach wird Helgoland weiter als Bombenabwurfübungsplatz genutzt.

    Zitat

    Am 20. Dezember 1950 besetzten die beiden Heidelberger Studenten René Leudesdorff und Georg von Hatzfeld zusammen mit dem damals in Heidelberg Geschichte dozierenden Publizisten Hubertus zu Löwenstein[62] die Insel und hissten die deutsche Flagge, die Flagge der Europäischen Bewegung und die Flagge Helgolands. Nach einem anderen Bericht folgte Löwenstein am 29. Dezember. Am 3. Januar 1951 holten britische Offiziere die Besetzer wieder von der Insel.


    Es folgen Verhandlungen der britischen mit der deutschen Regierung mit dem Erfolg, dass Helgoland ab dem 1. März 1952 wieder besiedelt werden darf. Der Wiederaufbau gestaltet sich schwierig, weil vor jedem Neubau mehrere Meter tief nach Bombenresten gesucht werden muss - bis heute.

    Heute
    Helgoland hat zwischen 1400 und 1500 Dauereinwohner. Die Einnahmen durch Tourismus und zollfreien Einkauf (Sonderrechte die schon die Briten gewährt und die Deutschen nicht angetastet hatten) waren zuletzt rückläufig, neuer Wirtschaftszweig ist die Wartung der zahlreichen Off-shore-Windkraft-Anlagen in der Nordsee, die großenteils von Helgoland aus erfolgt.


    Karte aus Baedeker um 1910


    NASA-Satellitenbild 2010,
    alles aus https://de.wikipedia.org/wiki/Helgoland

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 27. Juni 2017 um 12:12

    Hab ich ja oben geschrieben:

    Zitat

    Man beachte den "Heimathafen" Limmasol/Cypern


    Monrovia bezog sich auf die uns begegnenden Containerschiffe.

  • Helgoland im Juni

    • Grizzly
    • 27. Juni 2017 um 12:02

    Rückblick zum Mai 1996


    Um die "Wappen von Hamburg" nicht zu verpassen, mussten wir um 4:00 aufstehen, um 6:00 gings los, ab Hamburg-Landungsbrücken. Die Fahrt dauerte ca. sechs Stunden, vor Helgoland wurden wir "ausgebootet", weil das große Schiff nicht in den Hafen passte.

    Rechts von mir Schnuppi (rote Jacke).


    Postkarte der Insel, wie sie kurz vor 1990 aussah.


    Das war Anfang Mai 1996 - jetzt isses wärmer.


    Ähnlich wie damals schenkte mir Schnuppi die Helgoland-Reise zum Geburtstag, nur dass sie jetzt aus Gesundheitsgründen nicht mehr mitfahren konnte, und dass ich mir mehrere Tage Zeit nehmen sollte (und wollte), u.a. um den Lummensprung zu sehen, deshalb auch der spätere Zeitpunkt.

    Im Gegensatz zu 1996 haben wir jetzt ein Schnellboot, den andernorts schon erwähnten Katamaran Halunder Jet, der mit maximal 65 km/h über die Wellen brettern kann, mit Erschütterungen, die im Regelfall geringer sind als in einem ICE. Und wir können bis in den Hafen (Südhafen) fahren, d.h. man muss nicht mehr ausbooten.


    Man beachte den "Heimathafen" Limmasol/Cypern - die Unsitte des Ausflaggens greift auch hier.


    Die meisten der Containerschiffe, die uns unterwegs begegnen, sind in Monrovia registriert, und ich glaube kaum, dass die betreffenden Reeder in der liberianischen Hauptstadt wohnen oder gar Kinder oder Enkel dort zur Schule gehen lassen. Das machen sie lieber hier und sparen sich die Steuern dafür.


    Das schwere Gepäck muss man vorher aufgeben, es wird in rollende Käfigen gestapelt und mit einem Kran an Bord gehievt - d.h. man sollte mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt da sein, noch besser 45 Minuten, dann fängt die Gepäckaufgabe an.
    In Helgoland geht's dann umgekehrt, wobei die Käfige mit einem Schwung am Rand der ungesicherten Hafenkante entlang geschubst werden, dass man sein Gepäck schon im Wasser wähnt. Es bleibt aber alles trocken.

    Aber noch sind wir nicht da. Nach einem kurzen Zwischenstop in Wedel-Schulau nehmen wir eine größere Anzahl an Passagieren in Cuxhaven auf.

    Die Kugelbake

    Eine gute Stunde später ist Land in Sicht.


    Nach der schon erwähnten Gepäckeinsammlung geht's Richtung Quartier am westlichen Ende der Siemensterrasse. Siemens hat hier nichts mit Elektrik zu tun, sondern mit dem Helgoländer Begründer der Badetouristik,
    Jakob Andresen Siemens
    der ab 1826 nach einigen Startschwierigkeit vielen Insulanern das wirtschaftliche Überleben sicherte.

    Empfangen von meiner überaus freundlichen Pensionswirtin und vom Gepäck befreit geht's wieder los. Normalerweise nehme ich immer einen Rucksack auf meine Wanderungen mit, aber hier liegt alles so eng beieinander, dass das, was ich unterwegs unbedingt brauche, in die Westentasche passt oder sich (Kamera, Fernglas) um den Hals hängen lässt.
    Auf geht's zum ersten Inselrundgang.

  • Helgoland im Januar

    • Grizzly
    • 24. Juni 2017 um 12:33
    Zitat

    Der heutige Leuchtturm von Helgoland ist bereits der dritte Turm, der hier gebaut wurde. Der Vorgänger wurde übrigens nach denselben Plänen wie der Leuchtturm vom Kap Arkona auf Rügen gebaut. Leider wurde er durch die Kriegseinwirkungen im April 1945 zerstört.

    Stimmt so nicht ganz, lieber Huewer. Tatsächlich wurde zwar der Leuchtturm zerstört, dagegen hat der abgebildete ehemalige Flakturm als einziges Gebäude überhaupt die Bombardements (leidlich) überlebt und wurde beim Wiederaufbau zum Leuchtturm umfunktioniert.

  • Bargeldoses Bezahlen ...

    • Grizzly
    • 10. Juni 2017 um 08:27

    Bei meiner letzten Schwedenreise wollte ich ein paar hundert Euro in Kronen umtauschen. Geh in Ulricehamn (immerhin ca. 30.000 Einwohner) in eine Bank. Die erste: "Machen wir nicht". Die zweite: "Das geht nur in Borås" (Provinzhauptstadt, 40 km entfernt).
    Ich: "Warum nicht gleich in Stockholm ?"
    "Borås ist näher".

    Wär ich nie drauf gekommen.

    Ende vom Lied: Bargeld nur aus dem Automaten. Das funktioniert noch. Manchmal erkennt der sogar an der EC-Karte, dass man Deutscher ist und gibt die Anweisungen gleich auf Deutsch.

  • Kraftfahrt- und Technikmuseum Cunewalde

    • Grizzly
    • 10. Juni 2017 um 08:19

    Die Stadt Bautzen hat mich an die Ostdeutschen Eisenbahnfreunde verwiesen, die hab ich eben angemailt.

  • Das Volvo-Museum Göteborg

    • Grizzly
    • 5. Juni 2017 um 10:51

    Der Schauspieler und langjährige James-Bond- bzw. Simon-Templar-Darsteller Roger Moore ist am 23. Mai 89 jährig verstorben - was hat das mit Volvo und dem Museum zu tun ?

    "Sein" Auto, ein PV 1800 hat hier einen Ehrenplatz.


    Hier Baujahr 1969 (Kühlergrill gegenüber dem "Moore-Modell" von 1964 geändert).


    Das Originalfahrzeug steht im Museum "Cars of the Stars" in Keswick, England (z.Zt. leider geschlossen), mehr dazu:
    http://www.saint.org/volvo.htm oder http://www.v1800.org/index.php/hall…r-moore-de.html

    Moore spielte während der 60er den Abenteurer Simon Templar in der in der deutschen Fassung gleichnamigen Serie, die im britischen Original "The Saint" hiess und in Schweden sehr beliebt war, unter anderem, weil er einen P1800 fuhr - nicht nur als "Dienstwagen" im Film, sondern auch privat:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Volvo_P18…ltrey.27s_P1800

    Laut Gunilla besuchte Roger Moore auch noch in den letzten Jahren (Stand: 1015) wieder das Volvo-Museum.

  • OLDTIMER > Alte PKW-Modelle unterwegs

    • Grizzly
    • 5. Juni 2017 um 10:39

    Diese Straßenecke gibt immer wieder Anlass, die Kamera zu zücken. Wahrscheinlich ist dann irgendetwas an der Polsterung zu machen, den der Bewohner des Straßeneckenhauses ist ein Polsterer. Dieses Prachtstück ist ein Volvo PV444, Baujahr vermutlich 1953.

    Ob der Besitzer mit den historischen Skiern auf dem Dachgepäckträger noch fährt ?

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