Niederlande: Ausflug auf einem friesischen Skutje

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ini und Micha.

  • Ausflug auf einem friesischen Skutje


    Ein Skutje ist ein ca 12m langes, ca 4,50m breites Segelboot aus Holz, ohne Kiel , mit nur ganz geringem Tiefgang ( rd 50cm), ohne Hilfsantrieb, das in Friesland in der Zeit um 1900 für den Transport von Waren auf den Kanälen benutzt wurde.
    Heute gibt es im holländischen Fryslan noch Liebhaber dieser alten Frachtsegler, die sie mit Liebe restaurieren und pflegen.
    In Earnewoude, nahe bei Drachten werden jedes Jahr Wettrennen mit diesen alten Booten veranstaltet, an denen Mannschaften aus 7 verschiedenen friesischen Dörfern gegeneinander antreten.
    Oft gibt es heftigen Wind, viel Geschick und gute Kooperation der Crew ist gefragt, und immer wieder passiert es, dass einer der Segler kippt.
    Auf einer Reise nach Friesland hatte ich das Glück, von meinen holländischen Freunden zu einer Fahrt auf dem Skutje der Mannschaft aus Oudega eingeladen zu werden.


    Earnewoude ist ein hübscher Ort mitten in einem großen Kanal- und Seengebiet.- ein traumhaftes Revier für Bootsfreunde, in dem sehr viel für den Wassersport getan wird .



    Hier wartete das Schiff auf uns.



    Das Schiff besteht vollständig aus Holz und besitzt einen großen Masten.
    Da es nur geringen Tiefgang hat, gibt es auch unter Deck nur wenig Platz. Passagiere müssen auf dem Boot, unter dem beweglichen Baum sitzen, bzw liegen.
    Alle Passagiere mussten Rettungswesten tragen, da es leicht vorkommen kann, dass das Boot beim Kreuzen im starken Wind sehr schräg liegt und jemand über Bord geht.


    Die Crew aus Oudega war gut eingespielt ( 2006 gewannen sie das alljährliche Wettrenen),
    6 Männer hatten alle Hände voll zu tun, Ruder, Segel, Leinen, Ketten..... zu bedienen und blitzschnell auf Wind- und Richtungsänderungen zu regieren. Eine harte, anstrengende Arbeit!
    Beim Kreuzen gegen den Wind wurde die gesamte Breite der oft relativ schmalen Kanäle ausgenutzt. Hier wurde verständlich, weshalb die Boote keinen Kiel haben können und auch nur sehr flach sind, näherten wir uns doch oft bis auf 1m dem lehmigen Ufer.






    Immer wenn das Segel und der bewegliche Baum die Richtung änderten, hieß es „down!!“ – man musste sich flach auf das Deck legen und der Baum fuhr dicht über den Köpfen hinweg auf die andere Seite.
    Träumen und Dösen waren nicht angesagt, da man ständig aufpassen musste, von dem dicken Baum nicht über Bord gefegt zu werden.
    Es machte riesigen Spaß.


    Down!!!





    Wir hatten einen recht stürmischen Tag erwischt. Das Boot lag oft recht schräg und die typisch friesische Landschaft flog an uns vorbei.









    Als „Landratte“ und ohne GPS oder Kompass hätte ich in dem Gewirr aus Kanälen, Schleusen und Flussläufen den Rückweg nach Earnewoude wohl nicht gefunden.
    Aber für unsere Crew war dies natürlich in ihrem Heimatrevier kein Problem.




    Begegnung mit einer Motorjacht



    Rückkehr nach Earnewoude



    Durchgefroren, aber erfüllt von diesem einmaligen Erlebnis und dankbar, dass wir holländische Freunde haben, die uns dies ermöglicht hatten, kehrten wir in Earnewoude noch in einem gemütlichen Lokal am Hafen ein und wärmten uns mit heißem Tee und auch dem einen oder andern alkoholischen Seelenwärmer auf.


    ELMA


    Bericht über eine Reise nach Friesland siehe hier

    Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.


    Epiktet
    * um 50, † um 138

  • hallo Elma,


    das kann ich mir denken, dass ihr nach solch einer erlebnisreichen Fahrt euch erst einmal aufwärmen musstet.


    Die Bilder sind wie immer spitzenmäßig! Aber irgendwie sieht es a... kalt aus, da bibbert man ja gleich mit!


    liebe Grüße


    Ini

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  • Zitat von Ini und Micha

    Aber irgendwie sieht es a... kalt aus, da bibbert man ja gleich mit!


    Das war es , in der Tat!
    Aber das dürfte Dich erfahrenen Nordlandfahrer ( Dänemark, Schweden.....) nicht abschrecken.
    Da weißt Du sicher auch , wie man sich helfen kann - und was tut man nicht alles, wenn man die Gelegenheit bekommt, ein Abenteuer zu erleben!


    Gruß,
    ELMA

    Nicht Tatsachen, sondern Meinungen über Tatsachen bestimmen das Zusammenleben.


    Epiktet
    * um 50, † um 138

  • hallo Elma,


    stimmt, für interessante Ausflüge tun wir schon ein bissel was und wenn wir hinterher erkältet sind, diese geht auch wieder vorbei *g*


    aber mein Töchting nennt mich immer Fröstelchen *rotwerdundverschwind*


    liebe Grüße


    Ini

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