waldis Besuch der BUGA 2011 in Koblenz
Schloss Stolzenfels
Kurz etwas Geschichte:
Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen machte 1815 seine erste Rheinreise. Dabei soll er folgendes gesagt haben:
ZitatAuf dem Rhein! Diese Seligkeit hier! O Dio! Dies ist die schönste Gegend von allen deutschen Landen!
An all den tausend göttlichen Burgen und Felsen und Bergen und Strömungen vorbei: Ich war matt vor Seligkeit.
Es war bekannt, dass er das mittelalterliche Leben der Ritter in ihren Burgen liebte und auch dessen absolute Herrschaft.
Das zeigte sich auch später in seiner Politik als preußischer König. Als er ein Parlament akzeptieren sollte gab er seine Krone ab.
Nun, Koblenz erkannte die Vorliebe des Kronprinzen und machte ihm die Burgruine Stolzenfels 1815 zum Geschenk.
Dieser nahm jedoch erst 1823, kurz nach seiner Heirat mit Elisabeth Ludovika von Bayern, die Schenkung an.
Stolzenfels wurde in den Jahren 1242 bis 1259 vom Trierer Erzbischof Arnold II. von Isenburg als kurtrierische Zollburg errichtet.
Nach ihrer Zerstörung 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Franzosen verfielen die Ruinen in den nächsten 150 Jahren.
Nun lag es an dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. etwas daraus zu machen.
Von 1826 bis 1830 ließ er von dem Architekten Johann Claudius von Lassaulx die klassizistisch-neuromanische Pfarrkirche Sankt Menas in Kapellen
(so hieß der Ort vor der Eingemeindung nach Koblenz) errichten. Gleichzeitig baute er die Burg als Sommersitz wieder auf.
In Schloss Stolzenfels verbinden sich die Gestaltungskräfte der preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel und Friedrich August Stüler mit denen des Gartendirektors Peter Joseph Lenné.
Besondere Bedeutung erwächst Schloss Stolzenfels aus dem glücklichen Umstand,
dass die damalige Ausformung der Gesamtanlage bis hin zur qualitativ hochwertigen Innenausstattung nahezu unverändert geblieben ist.
Seit mehreren Jahren erfährt Schloss Stolzenfels eine grundlegende Instandsetzung und erstrahlt zur BUGA in neuem Glanz.
Also rauf auf den Berg!
Das erste Stück ist so steil, dass meine Gattin streikte und unten blieb (Fußprobleme).
So machte ich mich alleine auf den Weg der dann gar nicht mehr steil war.
In Serpentinen mit sanfter Steigung schlängelt sich der Weg durch das Tal des Gründgesbaches unter dem Viadukt durch…
…vorbei an der kath. Kirche St Menas die im Zuge des Schlossbaues zwischen 1826 und 1833 neu entstanden ist …
ich wählte den Weg über die Kirchentreppe
Blick über das Kreuz auf dem Viadukt zur Kirche St. Menas
…zur Klause.
schönes Gründgesbachtal
Die Klause war gedacht als Unterkunft für die Bediensteten des Schlosses und Stallungen für die Pferde.
Auch hier sind wieder die Bretterzäune der vorbildlichen sanitären Anlagen zu sehen.
Die Klause wirkt schon wie eine kleine Burg.
Der Torturm
Der Hinweis auf die Stallungen.
Ich ging weiter und sah nach der Zugbrücke das äußere Burgtor…
… und über dem Tor das preußische Wappen mit dem preußischen Adler der die Buchstaben FR auf seiner Brust trägt.
FR steht für "Fredericus Rex" und geht zurück auf den ersten preußischen König Friedrich.
Erst noch das Schloss aus einer anderen Perspektive.
Interessant finde ich die Türme der Schlosskapelle die über den äußeren Schlosshof ragen.
Im äußeren Schlosshof empfängt mich eine wunderschöne Laterne.
Durch einen Arkadenbau komme ich in den inneren Schlosshof.
Über dem Durchgang ist dieses Fresko von J. A. Lasinsky angebracht.
Es zeigt das preußisch-bayrische Ehewappen und weist auf preußische Bautätigkeiten im Rheinland hin.
Man muss schon genau hingucken um links unten die Porta Nigra in Trier, und rechts unten den Kölner Dom zu erkennen.
Letzteren hätte ich ohne die Beschreibung des Flyers nicht erkannt.
Ich durchschritt den Schlosshof und blickte zurück. Das Bild wird beherrscht vom "rauhen Turm", dem fünfeckigen Bergfried.
Vor mir sah ich den Durchgang zum Pergolagarten der nach alten Unterlagen Lennés wieder neu angelegt wurde...
Der Adjutantenturm beherrscht das Bild
Durch eine kleine Pforte gelangte ich in die äußeren Umschlussgärten.
Es eröffnen sich interessante Durchblicke.
Blick in Richtung Koblenz
Hier können wir die Kapelle "Zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, der Muttergottes und aller Heiligen" auf dem Lahnsteiner Allerheiligenberg erkennen.
Ein Besuch würde sich lohnen, aber dazu reicht unsere Zeit nicht.
Gegenüber im Lahntal thront Burg Lahneck.
Ein weiterer Blick zeigt uns die Lahnsteiner Höhe. Links vom Hochbau des Best Western Hotels verbirgt sich unsere Unterkunft, das Waldhaus.
Noch ein Durchblick auf Lahnstein ohne Zoom.
Die östliche Rheinterasse mit dem Adlerbrunnen vor der Sommerhalle erlaubt eine herrliche Aussicht ins Rheintal.
Ein Foto aus der Sommerhalle heraus.
Die ausgebreiteten Schwingen des Adlers symbolisieren den preußischen Schutz des Rheinlandes.
In der Sommerhalle steht dieser Herr.
Ich nehme an, dass es sich um den ehemaligen Burgherren handelt.
Die blau-weißen Kacheln huldigen seiner Gattin aus dem bayrischen Haus Wittelsbach.
An der Außenwand über dem Eingang zur Sommerhalle prangt ein großes Gemälde.
Vermutlich zeigt es die Ankunft der bayrischen Prinzessin in Stolzenfels.
Ein besonderes Kleinod ist die Schlosskapelle.
Durch diese Pforte gelangt man auf die Empore der Kapelle.
Eine (leider verschlossene) gusseiserne Wendeltreppe führt nach unten in den Kirchenraum.
Mein Blick von der Empore zum Altar.
Die Kapelle ist reich bemalt aber ziemlich dunkel.
Vom Sündenfall (oben) über die Opferung Isaaks durch Abraham und der Auferstehung Christi bis zum Pfingstwunder
und dem jüngsten Gericht spiegeln die Gemälde Szenen aus dem alten und neuen Testament.
In den Fenstern sind die Wappen des Burgherren…...........… und seiner Gattin zu erkennen.
.....
Etwas ungewöhnlich finde ich diesen Kopf der aus der Kapellendecke guckt und alles beobachtet.
Für einen Spaziergang durch die Innenräume und den Park reichte leider meine Zeit nicht mehr. Der Dampfer kommt bald.
Elke, Du kannst daraus erkennen, dass auch zwei Tage zu kurz sind um alle Sehenswürdigkeiten zu besuchen und alle Angebote wahrzunehmen.
Noch ein Blick in den Schlosspark…
… und ich ging den Weg zurück den ich gekommen war.
Das Viadukt ist ein interessantes Objekt für einen Fotografen.
Die "Stadt Vallendar" brachte uns wieder zurück zur Anlegestelle am deutschen Eck.
Noch eine ungewöhnliche Aufnahme von Kaiser Wilhelm…
…und wir fuhren mit der Seilbahn wieder hinauf zur Festung.
Auf dem Weg zum Ausgang habe ich noch ein paar Blümchen entdeckt.
Dieses Kunstwerk ist wieder eines von denen die ich nicht verstehe.
Kurz vor dem Ausgang steht dieses futuristische Vogelhaus.
Damit verabschiedeten wir uns endgültig von der BUGA und fuhren die Lahn hinauf über Bad Ems…
…dessen Promenade mich immer wieder fasziniert, und Nassau…
… Richtung Heimat.
Alles in allem waren es drei erlebnisreiche Tage und trotz schlechten Wetters kam ich auf meine Kosten.
Ich kann einen Besuch der BUGA jedem empfehlen, aber lasst Euch Zeit!
Zwei Tage sind am Ende auch zu kurz gewesen aber wir haben ja unsere Reporter vor Ort!
Mariesa macht das ganz toll!
waldi