Wer kennt denn schon Zürs, geschweige denn den Zürser See? Zürs mag vielleicht noch für leidenschaftliche Skifahrer ein Name sein. Immerhin gehört der Ort zur Gemeinde Lech und die ist der Skiort der betuchten Wintersportler. Zürs selbst liegt etwa fünf Kilometer südlich vor dem Flexenpaß. Wir haben den gestrigen sonnigen und warmen Tag genutzt um die weite Strecke, immerhin sind es zweieinhalb Stunden Fahrtzeit, bis dahin zu fahren. Allerdings ist für uns Cabriofahrer ja auch der Weg das Ziel. Die Fahrt durch die Landschaft des Lechtals in Tirol ist einfach ein Genuß. Wer die Gegend kennt wird mir zustimmen.
Das ist der Parkplatz am Ortsrand. Zürs selbst ist im Sommer so gut wie geschlossen. Alle Hotels haben zu. Es handelt sich hier um einen reinen Wintersportort.
Wir wählten für unsere Wanderung den "einfacheren Weg" über die meist geschotterte Fahrstraße zu den Einrichungen am See auf 2144 Meter Höhe.
Zürs liegt auf 1717 Metern Höhe weshalb wir zum See gut vierhundert Höhenmeter zu überwinden hatten.
Immer wieder mal vernahmen wir einen lauten Pfiff. Der stammt vom Chef der Murmeltiere der aufpasst und die anderen vor vermeintlicher Gefahr warnt. Dabei wollen wir den Tieren doch nichts antun, sondern nur so nahe wie möglich kommen zumal sich die Baue oft direkt neben dem Fahrweg befinden.
Nach einer Stunde gab es eine kleine Zwischenmahlzeit. Wir schauen vom Rastplatz aus auf das Gebiet östlich von Zürs. Die Berge gehören zum Arlberg.
Dort unten befindet sich unser Startpunkt. Rechts im Bild sind die Masten der Pistenbeleuchtung erkennbar. Selbst nachts kann man hier Skifahren.
Auch Pferde laufen hier auf knapp 2000 Meter Höhe im Sommer frei auf den Weiden herum.
Noch weiter oben gibt es eine Anzahl von Jungvieh. Das Gebirge gilt als regenreich weshalb es auch im extrem heißen und trockenen Sommer 2026 kein Problem mit dem mangelnden Futter gab.
Nach eindreiviertel Stunden Gehzeit liegt der See vor uns. Es handelt sich um ein natürliches Gewässer. In der Bildmitte seht ihr eine Holzhütte. Die diente uns später als Rastplatz für die mitgeführte Brotzeit.
Die beiden Betonkübel hat niemand vergessen. Das Skigebiet wird bis über 2500 Meter hinaus ausgebaut. Künftig soll noch weiter oben künstlich beschneit werden. Ob sich das jemals rechnet weis ich nicht.
Wir gehen links um den See und kommen an dieser Einrichtung vorbei. Dort fließt seit fast 100 Jahren Wasser unterirdisch ab in den niedriger gelegenen Spullersee. Das dortige und ein noch weiter im Tal gelegenes Wasserkraftwerk dient der Österreichischen Bundesbahn als Betriebsstrom. Deshalb hat vielleicht auch die Bahn diese Hütte rechts im Bild gebaut.
Unschwer zu erkennen ist rechts im Bild die "Talstation" einer weiteren Bergbahn für den Skitourismus. Mitten im See befindet sich ein hölzerner Steg. Der See selbst wird von mehreren Quellen und Zuflüssen gespeist und ist im Winter immer komplett zugefroren. Die Entenfamilie wird dann vermutlich ins Tal abwandern.
Auf dem Hügel befindet sich eine Gaststätte und links davon die Bergstation der Sesselbahn.
Jetzt haben wir uns die Brotzeit wirklich verdient. Einen schöneren Platz hätten wir nicht finden können.
Als Nachtisch gibts etwas Obst.
Eine wunderschöne Gegend, wäre die nicht durch die monströsen Bauten für den Skitourismus so stark verändert worden.
Diese Bahn soll nun also künstliche Beschneiungsanlagen erhalten. Der Großteil der Millioneninvestitionen dürften eh Steuergelder sein.
Dort unten auf 1444 Metern Höhe liegt Lech am Arlberg.
Wir gehen nun noch ein Stück nach oben um einen besseren Blick auf den See zu genießen. Dabei kommt uns spontan der Gedanke, daß wir für den Rückweg die im Betrieb befindliche Sessselbahn wählen. Dies, weil Angelika am Weg hinauf etwas mit sich selbst kämpfen mußte. Die Erkrankung im März letzten Jahres hat Spuren hinterlassen.
So gehts entspannt bei bestem Wetter 500 Höhenmeter nach unten.
Das ist der kleine Ort Zürs der faktisch nur aus einem guten Dutzend Vier- und Fünfsterne Hotels besteht. Auch der Robinson Club ist da.
16 Euro kostete die Fahrt einfach bergab pro Person. Dann noch ein Fußweg von gut 20 Minuten durch den ausgestorbenen Ort und wir konnten in Ruhe bei bestem Cabriowetter offen nachhause fahren.
Was will man mehr?
Jürgen